Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

— 
4 F —— 
Ausgabe . 
Cagesbericht. 
Lüsbecdt, 16. Okttober. 
Jubilãum. Am heutigen Tage begeht Herr Insrettor 
dorens vom städtifchen Elektrizitätswerk sein 25iähriaes Zubi⸗ 
sum im Dienst des lübeclischen Freistaates. Es ist bemerteas⸗ 
e. daß das Lubeger Elektrizitätswerk das erste staͤdtische 
hdon allen deuischen Elektrizitätswerken, nachdem zuvor lediglich 
private Institute dieser Art bestanden. von Herrn Inspektor 
Lorenz in geradezu vorbildlicher Weise unter Angliederung 
an die jeweligen neuen Etrungenschaften auf dem Gebiete 
der Elektrotechnik, während voller 25 Jahre aus kleinen An⸗ 
fängen zu bedeutendem Umfange geführt ist. Das Wirlen 
des Herrn Infpektors Lorenz hat nicht nur in der Leitung des 
Werkes selöst bestanden, sondern in den ersten Jahren der 
Tätigkeit waren auch vielfach Privatanlagen auf dem Gebiete 
der Kraft- und Beleuchtungsabgaben zu leiten. deren prabt: sche 
krledigung von allen Konsumenten geschätzt wurde. In den 
iehten Jahren liegt diese Tätigkeit meist in den Sãnden 
bon Privalunternehmern. Herr Infpektor Lorenz ist ferner 
müt der Gewerbeinspektion beauftragt und hat auch hier in 
höchst verdienstlicher Weise gewirkt. Er ist ferner bei der 
Prüfungskommission für Automobile in leitender Stellung tätig 
und wird in vielen in das Fach schlagenden Angen 
legenheiten als Sachverständiger herangezogen. Dem Jubilar 
durfte es an diesem Tage nicht an Anerkennung seiner bis⸗ 
herigen Tätigkeit und an Wünschen für weiteres Wohlegehen 
fehlen. 
Meifterprüsuung. Die Konditoren E. R. Burde und 
W. F. W. Johannsson, sowie der Fleischer E. D. G. Hamann 
is ver Zimmerer 5.8. Detlefsen haben am 10. Ottober 
d. I vor der hiesigen Meisterprüfungskommission für das 
Handwerk der Konditoren, der Fleischer und der Zimmerer die 
Meisterprufung bestanden. 
Skoadttheater. Das Stadttheater wurde im Sep⸗ 
tember 1918 an 14 Abenden von 7154 Personen besucht, 
also durchschmittlich von 511 gegen 492 in 15 Vorstellungen im 
September 1912. Der grökte Besuch war am 16. Sept. mit 
827. Personen (., Faust“), der kleinste Besuch am 22. Sept. mit 
168 Personen („Kammermusik“). 
SAufgelöste Krankenkasse. Mit dem 1. Jan. 1914 be⸗ 
eitet bekanntlich die neue Reichsversicherungsordnung vielen 
leinen Krankenkassen ein ungewolltes Ende. Auch die seit 
21 Jahren bestehende Krankenkafssefür Kaufleute und 
Beamte zu Lübeck, E. H. Nr. 23, beschloß in ihrer letzten 
Generalversammlung ihre Auflösung zu odigem ‚Zeitpunkte, 
nachdem der Anschluß an eine große kaufmännische Kasse, 
Bremen⸗Görlitz, sich nach längeren Verhandlungen zerschlagen 
hatte. Die Kasse hat während der Zeit ihres Bestehens bei 
ehrenamtlicher Verwaltung unter ihren Mitgliedern recht 
segensreich gewirkt und deren manche, die ihr meistens schon 
von Anfang an angehören und sich vielfach schon in vorgerüd⸗ 
terem Alter befinden, hätten sie gerne als eine von der 
Reichsversicherungsordnung zugelassene Zuschußkasse bestehen 
lassen, aber der fast sichere Verlust der versicherungspflich⸗ 
tigen Mitglieder und die Aussichtslosigkeit weiteren Zuwachses 
führten doch zu dem Beschlusse der Auflösung. Das vor— 
handene Vermögen wird satzungsgemähß unter den Mitgliedern 
nach Maßgabe der Dauer ihrer Mitoliedschaft zur Verteilung 
kommen. 
WMilitãranwärterftellen im Bezirl des 9. Armeelorps. 
Gesucht werden: Sofort vom Amtsgericht in Bergedorfß 
ein ständig beschäftigter Hilfsschreiber. Gehalt 1400 Miäjähr—⸗ 
lich, steigend bis 1940 M. — Sofort von der Polizeidirektion 
nmnBremen ein Schutzmann. Gehalt 1700 Mäjährl., steigend bis 
2500 M. — Zum 1. Jan. 1914 von der Schuldeputation in Bre⸗ 
men einSchuldiener. — Gehalt 1450 M jährl. steigend bis 1980 M. 
— Zum 1. Nov. 1913 vom Erbschaftssteueramt in Hamburg 
ein Bureaugehilfe. Gebalt iährlich 1400 M. steigend bis 
1940 M. — In nächster Zeit von der PVolizeibehörde m 
ßamburg drei Hafenpolizisten. Gehalt 20580 Mäjährlich, 
teigend bis 2900 M. — Sofort von der Behörde für das Ver— 
iicherungswesen in Hamburg ein Ermittelungsbeamter. Ge⸗ 
halt 1950 Mijährlich, steigend bis 2800 M. — Sofort von 
der Baudeputation, Ingenieurwesen, in Hamburg ein stän— 
dig beschäftigter Hilfsschreiber. Gehalt 1400 Möäjährlich, stei— 
gend bis 1940 M. — Sofort vom Königl. Polizeipräsidium 
in Kiel mehrere Schutzmänner. Gehalt 1400 Mäährlich, 
steigend bis 2100 M. — Zum 1. Nov. 1913 vom Königl. 
Landratsamt in Lehe zwei Schutzmänner. Gehalt 1400 M 
iährlich, steigend bis 2100 M. — In nächster Zeit vom Amts⸗ 
gericht in Lübeck ein Gerichtsschreibergehilfe (Assistent). 
Gehalt 2200 Miäjährl., steigend bis 3800 M. — Zum 1. Jan. 
014 bei einem noch zu bestimmenden Verkehrsamt der 
Kaiserl. Oberpostdirektion in Schwerin ein Postschaffner oder 
Briefträger. Gehalt 1200 Mäjährlich. 
GGehaltsabzüge in Krankheitsfällen. Die Fafsung. des 
Handelsgesetzbuches, sowie die Absicht des Gesetzgebets haben 
unzweifelhaft Vereinbarungen zulassen wollen, wonach in 
Krankheitsfällen Gehaltsabzüge gestattet sind. Daß der Ab— 
iatz. I des 863 des Handelsgesetzbyches nicht zwingendes, 
ondern dispositives Recht enthält, wurde auch —— 
bringung des Antrages Bassermann im Reichstage im Jahre 
1907 bestätigt, der den Absatz 1 ebenso wie den Absatz 2 
zwingend gestalten wollte, was nicht nötig gewesen wäre. 
wenn der Absatz 1 ohnehin zwingendes Recht darstellte. —* 
der Staatssekretär Nieberding erkannte in den Debatten über 
den Antrag Bassermam an, daß der Absatz 1 zurzeit nicht 
zwingendes Recht sei. Trotzdem haben sich neuerdings, wie 
uns der Verband Deutscher Waren⸗ und Kaufhäuser e. B. 
— verschiedene Kaufmannsgerichte, besonders auch das 
erliner, auf den Standpunkt gestellt. dah solche Gehalts 
abzüge nicht zuläfsig sein, sondern sogar gegen die gulen 
Sitten verstohen sollen. Da eine Berufung gegen die Kauf⸗ 
mannsgerichtsentscheidungen in der Regel nicht möglich ist. so 
erlangen derartige das Rechtsempfinden verlehene Entiche i- 
dungen leider Rechtskraft. 
Die Wagserwärme in den städtischen Badeanstalten betrug 
am 14. Okt. im Krahentei 
e W 924 Grad Cels., auf dem Falfen— 
90 W 42 
A —— — 35? 
6— 50 te —N n 
— 6 I o 39 06 3* J— 9 . 
Mittwoch, den 15. Oktober 1915. 
Morgen⸗Blatt Nr. 522. 
—X 
mitgliedern mitgeteilten Boranschlag der Landeskasse hervor⸗ 
geht, als gute zu bezeichnen. Beim Voranschlag für 1912 rech⸗ 
ele man mit einem Fehlbetrag von 150 184 M. Der Kassen⸗ 
abschluß hatte einen Ueberschuß von 80 142,53 Muzu verzeich⸗ 
len. Die Einnahmen für 1912 betrugen 1237585,31 M 
vährend dieselben nur mit einem Betrage von 1148 000 M 
eranschlagt waren. Die sämtlichen Ausgaben waren veran⸗ 
dlagt zu 1208184 M, wie sich jedoch nun herausgestellt 
zat, betragen dieselben nur 1157442,78 M. Die Mehrein⸗ 
ahmen sehen sich wie folgt zusammen: aus Gefällen annähernd 
000 M, Einkommensteuern 15 009 M, Gewerbeabgaben 5000 
Mark, Sporteln 14000 M, Forsten 7000 M, Stempelsteuer 
3400 M, Erbpacht 8000 M. Beim Voranschlag für 1913 
echnete man dagegen mit einem Fehlbetrag von 141700 M., 
en man aus Ersparnissen der früheren Jahre zu decken 
edachte. Dieser Fehlbetrag wird sich aber wesentlich niedriger 
tellen und können die Ersparnisse aus den früheren Jahren, 
ie mit annähernd 270 000 Muzu bewerten sind, als Kassen⸗ 
ehalt auf das Sahr 1914 übernommen werden. Aus den 
zeträgen folgender Positionen sind die Einnahmen für 1914 
eranschlagt: Staatsvermögen 399 289,67 M, Sporteln und 
zewerbeabgaben 252 500 M, Steuern 519 600-M, sonstigen 
Ibgaben 13640 M. Die Gesamteinnahmen belaufen sich dem⸗ 
ach nach dem Anschlag auf rund 1185 000 M, während man 
die Gesamtausgaben nach dem Anschlag auf 1203 500 Mube— 
iffert. Diese setzen sich zusammen aus: Allgemeinem Landes⸗ 
ufwand mit 180 688 M, Kirchen- und Schulwesen 304 060 
Mark, Verwaltung des Staatsguts und der Finanzen 209 2760 
Mark, Justize und Militärangelegenheiten 203 056 M. Ver— 
waltungskosten 259 940 M. Der Fehlbetrag von 18 500 M 
oll aus obigen 270 000 Mugededt werden. In einem weiteren 
Betriebsfonds sind ferner 180 000 M vorhanden. 126 640 M 
ind bereit gestellt, und zwar für folgende Zwecke: Zur 
Förderung der Pferdezucht 5600 M, der Nindviehzucht 2270 
Mark, für Fischerei a400 M, Handel und Gewerbe 7000 M, zur 
Förderung der Landwirtschaft 113800 M. als Beihilfe an 
Femeinden zur Chaussierung von Wegen 15 000 M, für —8 
Kealschule in Eutin 8830 M, für das Gymna ium in Eu tin 
6 510 M, für die Winterschule in Eutin 2900 M, als Beihitfe 
ür Hengsthaltungsgenossenschaften 900 M, zum Schuldenabtrag 
5 500 M. Nach dem Voranschlag sollen an Einkommen— und 
Hermögenssteuern wieder nur 75 o erhoben werden. 
— Schwartau, 18. Okt. Fachkelzug. Anläßlich der 
Hhölkerschlachtfeier wird von den kommunalen Vereinen am 
8. Okt. ein Fadelzug veranstaltet. Der Zug wird sich bein: 
zotel Kronprinz sammeln und sich durch die Lübecker Strae 
Markt, Eutiner Strake bis an die Pariner Straße bewegen. 
vo ein Freudenfeuer angezündet wird. Der Markt wird gleich 
zeitig bengalisch erleuchtet. Mit einer Festrede wird die schlich!e 
Feier schliehen. — Im Gartenbauverein wurde mit— 
geteilt, daß laut Beschluß des Verbandstages jeder dem Ver— 
»ande aügehörige Verein nuralle vier Jahre eine Ausstellung 
abhalten darf, weitere Ausstellungen muß der betr. Verein 
ruf eigenes Risiko übernehmen. Ferner hat der Verbandstas 
einen Antrag Malente, statt Preise Medaillen zu verteilen. 
bgelehnt. Sodann wurden Ausführungen im Erfurter Führer 
zesprochen, sowie auf die Baumspritzungen hingewiesen, wie 
ruch auf die Anmeldung des Bedarfs an Wintereind:chnaterial. 
zum Schluß so ge ei e Besprechüng der zah reichen nmitgebrachten 
Nbstsorten. 
gSortrage der Oberschulbehörde. Wie uns mitgeteilt 
wird, haben am Montag abend eine ganze Reihe von Per⸗ 
en, die auf Grund der Antundigungen in den Lübedischen 
Anzeigen den ersten der Vorträge der Oberschulbehörde zu 
esuchen gedachten, die Türen der Aula des Johanneums v er 
hlossen gefunden. Herr Museumsdirektor Dr. Schaefer 
ollte über „die Kunst des Renaissance⸗Zeitalters in Deutsch⸗ 
nbesprechene Wir siellen fest, dak die Abssag e, dieses 
hortrages, die im gestrigen Morgenblatt mitgeteilt ist, uns 
ust Montag abend vugestellt ist, wir daher zu unserm 
Bedauern nicht in der Lage waren, unsere Leser rechtzetig 
»on der Verlegung benachrichtigen zu können. P 
b. Siaditheater. Aus der Theaterkanzlei Ischreibt 
nan uns· Meorgen geiangen „Die deutschen Klein⸗ 
aͤdter pbon Kohebue zur Aufführung. Die Regie ist dem 
Heisplel der meisten Buhnen gefolgt und, hat das Stüch in 
A⸗Milien der Biedermeierzen verfetzt, für das er so br- 
refflich als ware es dosur, geschhrieben. Das behagliche 
Uelastadileden mit all, seinen Vorzügen und, Lächerlichkeiten 
rhaält durch diefen Hintergrund die beste Wirkung. 44114 
b. Wereinigte Mannergesangvereine des Niedersuchfischen 
Zängerbundes zu Lübec. Am, Donnerstag, dem 16. d. Mt., 
Feginnen im Gesellschaftshause Monopol die Gesamtproben für 
das am 14. Nod. d. J. stattfindende Konzert. Von dem Chor⸗ 
neister der Vercinigung, Hexrn Seminarmusiklehrer Karl Eber⸗ 
»ing, ist ein fehr abwechselungsvolles Programm zusammen⸗ 
jesteilt, dessen Lieder sicher mit Lust und Liebe von der Sanger⸗ 
chaft geübht werden. Für Freitag. den 17. d. M. socdert der 
Vorstand die Sanger auf, sich zur Teilnahme am Fackelzuge um 
ib Uhr. auf, dem, Burgfeld zu versammeln. 
. Die Vortrage uͤber Die Seefahrt als oökonomischer und 
olitische Faltore die der Syndikus des Vereins Hamburger 
seeder De Siuhmann, im Vortragzwesen der Oberschulbehörde 
alten wird, beginnen am Donnerstag, dem 16. Olt, abends 
37 ühr in der Äula des Johgnneums. Das, gewählte Thema 
idin einer Hansestadt auf besonders lebhaftes Interelse 
echnen dürfen, Da ferner der Vortragende als einer der besten 
ZSachtenner auf diesem Gebiete gilt, so steht ein reger Besduch zu 
rwarlen (der Preis für die aus vier Vorträgen bestehende Vor⸗ 
tageferie betraͤgt J ). Der erste Vortrag, wird die Stellung 
er Schiffahrt in den wirtschaftlichen und politischen Probsemen 
zarstellen; insbesondere sollen die Seefahrt als Begieiterichei⸗ 
ung wachsender politischer Größe eines Volkes charaktrittett. 
er Zusammenhang der Reederei mit dem steigenden wirtschaft— 
ichen Einfluß einet Nation gezeigt und, die zwischen der Schiff⸗ 
ahrt einerfeits und der Volkswirtschaft ihres Landes auderer— 
jeils hin⸗ und herlaufenden Fäden klargelegt werdenz Fernet 
dird der erste Vorirag den Wert der Handelsflotte, die Sahz 
läbhe, diefen Wert zu messen, und endlich die interna tio nale 
Stcliung der Schiffahrt und ihr Verhältnis zu den übrigen Ver⸗ 
Thrsarten begandein. In den späteren Vorträgen wird der 
Redner dann die Entwiclung der Seefahrt und der Schiffstechnik, 
erner die Arbeisweise und die kaufmännischen Formen der 
Reederei, die Bedeutung des Frachtvertvages und enduch die 
een des Siaates auf dem Gebiete des Schiffahrtswesens 
arlegen. a 
St. Jürgen⸗gapelle. Es wird darauf hingewirfen, daß 
die Abendgottesdiensie am morgigen Donnerstag. abends 6 Uhr. 
Pwieder ihren Anfang nehmen. 8 
Hansestãdte. U 
Samburg, 14. Okt. Konzertschwindel. Vom 
neichsdeutschen Blinden-Verband, Zentrale für das Blinden- 
vesen, wird geschrieben: Am 29. Sept. sollte in der „Er—⸗ 
zolung“ ein Konzert des blinden Pianisten und Komponisten 
Varmuth stattfinden. Ein gewisser Bernhard fungierte als 
Unternehmer. Er hatte den Saal in der „Erholung“ ge— 
nietet, das Konzert polizeilich angemeldet und dann den 
Verkauf der Karten in der bekannten aufdringlichen Weise 
zegonnen. Im letzten Augenblick hat er den Saal in der 
„Erholung“ abgesagt und ist mit dem vereinnahmten Gelde 
— 
anirgends bekannt und dürfte wahrscheinlich überhaupt nicht 
ꝛXxistieren 
Lauenburg. 
Ratzeburg, 1u4. Okt. Am Tage der Sundert 
sahrfeier der Schlacht bei Leipzig soll in allen 
preußischen Schulen der Unterricht ausfallen. 
2Mlln, 14. Okft. Kampfgenossen- und Krie⸗ 
derverein. In der Sonntagsversammlung ergab die Rech— 
ungsablage eine Einnahme von 368 Miund eine Ausgabe 
on 336 M. Die Gedenkfeier der Schlacht bei Leipzig soll 
im 18. Okt. in Gemeinschaft mit anderen Vereinen veranstaltet 
derden und aus einem Fackelzug und Festkommers bestehen. 
ßom Wasser- und Aussichtsturm sollen Rotfeuer und Raketen 
bgebrannt werden. Am Landeskriegerdenkmal wird eine Fest— 
ede gehalten werden. Die Loignyfeier wird am 30. Nov. 
tattfinden. Ebenso soll die übliche Weihnachtsbescherung auch 
n diesem Jahre abgehalten werden. Zum Schluß wurden 
roch einige Besitzzeugnisse für die Medaille der 25jährigen Zu— 
sehörigkeit zum Verein verteilt. — In sein Amt einge—. 
führt wurde der neugewählte Kirchenälteste Reltor Oetk⸗ 
uim Sonnftaodo. 
Schleswig⸗Holstein. 
Kiel, 14. Okt. Miklungene Pleite. Der Kauf— 
nann H. in der Jeßstraße hatte sich von seinen Lieferanten 
zrolne Mengen Waren verschafft und sie dann beiseite gebracht. 
Ils der Konkurs eröffnet werden sollte, lehnte das Gericht 
degen Mangels an Masse den Konkurs ab. Da vereinigten 
ich aber die Gläubiger und zahlten den erforderlichen Kosten— 
orschuß. Der Erfolg dieses Vorgehens war die Verhaf— 
ung des Schuldners und die Wiederherbeischaffung der den 
Hßläubigern entzogenen Waren. Die Lieferanten werden jetzt 
d»en größten Teil ihrer Forderungen bezahlt bekommen. — 
Zwei gefährliche Burschen sind von der Kriminal⸗ 
»olizei hinter Schloß und Riegel gebracht worden. Es sind 
die aus dem Burschenheim in Ricklina entwichenen Fürlorqe⸗ 
öglinge T. und C. 
Neumünster, 14. Okt. Der Ausstand der 
Textilarbeiter in der Kokosteppichfabrik vorm. H. Meyer 
zCo. ist nach 16wöchentlicher Dauer abgebrochen worden. 
der Streik war lediglich eine Machtprobe der sozialdemokra⸗ 
ischen Organisation; man verlangte die Entlassung zweier, der 
Arbeiterschaft nicht imponierender Meister. Jetzt ist beschlossen 
vorden, den Streik zu beenden. Uebrigens konnte man von 
einem Streik mehr reden, da sämtliche Plätze wieder durch 
gelernte Weber und Weberinnen besetzt waren. 
Neustadt, 14. Okt. Vermihßt werden seit etwa zehn 
Tagen die beiden Fischer Path und Bruhn aus Dahme. 
zeide waren mit ihrer Fischerquase am Freitag, dem 3. Okt., 
ach der Gegend der dänichen Inseln gefahren, um Butt zu 
angen. Sie pflegten ihre Ware hier abzuliefern, sind aber bis 
zseute nicht eingetroffen und auch nicht zurückgekehrt. Die 
Bermißten sind beide Familienväter. Vath hat sieben und 
Zruhn vier Kinder. 
Wandsbek, 14. Okt. Auszeichnung für Lebens— 
rettung. Der König hat dem Oberlt. Braune im hiesigen 
zusaren-Regiment auf Grund der Rettung dreier Per— 
onen vom Tode des Ertrinkens aus einer Lehmgrube auf 
»er Timmannschen Wiese an der Ernst-Albersstraße die Ret— 
ungsmedaille am Bande verliehen. 
Flensburg, 14. Okt. Altertumsschutz. Auf An— 
egung des Direktors des hiesigen Kunstgewerbemuseums, Dr. 
k. Sauermann, hat sich ein Verein gebildet, der 70 000 M 
rufbringen will, um ein altes Kaufmannshaus Giebel— 
zaus aus dem 16. Jahrhundert), das man in seinem jetzigen 
Zustand zu erhalten wünscht, zu erwerben. 17000 Muäsind 
hisher durch Stiftungen zusammengebracht. 
Grokherzogtum Osdenburg und Fürstentum Lübed. 
QEutin, 15. Oktt. Die Finanzverhältnisse 
nmes Fürstentums sind. wie aus dem den Provinzialrats- 
Großherzogtũmer Medlenburg. 
o0 Dassow, 14. Oktt. In der Generalversamm— 
ung der Schützenzunft erstattete der Kassierer, Herr 
zZimmermeister‘ Bruhn den Kassenbericht. Die Einnahme betrug 
286,69 M, die Ausgabe 2270,84 M, ver Bestand 15,858 M. 
as gesamte Barvermögen der Zunft beläust sich auf 986,05 M. 
Der Vorsitzende O. Gerke wurde als solcher wiedergewählt. 
; Personen traten der Zunft als Mitglieder bei. An der 
reier des 100jährigen Gedenktages der Schlacht bei Leipzig 
dird sich auch die Zunft beteiligen, eventuell auch einen Teil 
er Unkosten auf die Vereinskasse übernehmen. Wegen Ueber— 
assung der Schießbahn an andere Vereinigungen soll in nächster 
ßeneralversammlung heraten und beschlossen werden. — An— 
rittspredigt. Der am 7. v. M. zum Seelsorger an 
der Dassower Gemeinde gewählte Pastor Romberg hieit gestern 
eine Antrittspredigt. Pastor Krüger, Kalkhorst, iit zum Prä— 
ositus der Präpositur Klütz ernannt. 
⸗Rehna, 15. Okt. Männerturnverein. Der 
nn der Halbiahrs-Generalverfammlung vorgelegte Rechnungs- 
ibschlutßz ergab folgendes: Einnahme 586,86 M, Ausgabe 477,02 
Mark, so daß ein Ueberschuß von 109,54 Mizu verzeichneu ist. 
das Vereinsvermögen beträgt nunmehr 801,94 M. Der Verein 
ählt 1 Ehrenmitglied, 88 Mitqlieder und 15 Zöglinge, die 
damenabteilung weist 33 Mitglieder, hiervon 23 aktive Tur— 
ierinnen, auf. Nach dem Bericht des Turnwarts ist an 45 
Abenden mit 859 Mann, also im Durchichnitt mit 17 Mann 
jeturnt; die Damenabteilung turnte an 26 Abenden mit 458, 
ilso im Durchschnitt mit 17,418 Damen. Beschlossen wurde, 
ils Festbeitrag zu der am 18. und 19. d. M. stattfindenden 
Jahrhundertfeier 20 Meaus der Vereinskasse zu bewilligen, 
wuherdem werden den Zöglingen zum Fackelzug die Fadeln 
gratis und den Mitgliedern für die Hälfte des Preises ge— 
jefert
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.