Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgen. un 
abenos, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis für das Vierteljahr 3,30 MWark einschließlich 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne 
Zen.ugeld 3.80 Mark. Einzelnummern 10 Vis. 
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Beilagen: ädti 
gen: Vaterstadtische Blätter. — Der Familienfr 
eund. 
Anzeigenpreis (Ausgabe A und B) für die 
n Pis Kleine Angeligen Arbeitsmartt usw) 
s Pig., für Auswärtige 30 Pfg., s. Geschãftl. Mit⸗ 
eiluugen 1 Mt. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Satz den Anforderungen entsprechend hoöher. o 0 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lubect 
geiblatt: Gesetze und Verordnungsblatt tꝝ⸗ 
σσασ— Wιασαασο 
63. Jahrgang nachrichten für das herzogtum Lauenburg. die 
86 —* htga u8 an· gurstenũmer Ratzeburg, Lubec und das angren 
eeteet pende medlenburgische und holfteinlsche Gebiet. 
Druck und Verlas: Gebruder Bot aets S. un. b. 2. n Lubed. ⸗ Geschãftsstelle Adi u —X 46). Fernspre cher 9000 u. oooꝛ. 
Montag, den 13. Oktober 1918. 
Morgen⸗Blatt Nr. 518. 
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nNichtamtlicher CelI. J 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der l A.ee uund el 2 
Untuhen in Neu⸗Kamerun. 
WV. Berlin, 14. Ott. Na cheiner bei dem Gouvernement 
Kamerun eingeiroffenen Meldung des Posteuführers von Senmbe 
sind i m SembebezirkEnde August Unruhenausge⸗— 
brochen. Sembe liegt in der östlichen Ecke des Gebiets, 
das durch das deutsch-französische Abkommen im November 1911 
dem Schubgebiel Kamerun im Süden zugewachsen ist. Es 
liegt ungefähr hundert Kilometer in der Luftlinie westlich von 
dem französisch gebliebenen Ort Wesso. Die Dörfer in der 
Umaebung des Postens verhalten sich ruhig. Jedoch wurden 
in Lestapides am Sembe und in Symbot am Maiambe Fak⸗ 
toreien der Konzefsionsgesellschaft Mgoto⸗ 
Sanga Anfang September geplünsdert und nie⸗ 
dergebrannut. Die Warenverluste sollen erheblich sein. Eine 
Abteilung der französischen Grenzexpedition unter Führung des 
Oberleutnants Karcher wurde auf dem Marsche-nach Naoila 
am 19. September fünf Steunden von Sembe entfernt ange⸗ 
griffen. Zwei Farbige wurden getötet und einer wurde ver—⸗ 
wundet. Zwei Lalten gingen verloren. Karcher lonnte jedoch 
mit 50 Trägern von Sembe und 15 Mann als Begleitkommando 
nach Ngoila weitermarschieren. Für den Posten von Sembe 
droht keine Gefahr. Sembe verfügt über 29 Gewehre' und ist 
zur Verteidigung eingerichtet. Der Bezirksleiter von Jukadunan 
war mit einem Buchsenmacher, Maschinengewehren und 50 Po— 
lizeisoldaten bereits auf dem Wege von Jukadunag nach Sembe 
und muß inzwischen dort eingetroffen sein, desgleichen Assistent 
Kehm, der mit 14 Soldaten unterwegs ist, und weitere 15 Sol!⸗ 
daten, die folgen sollten. Der westlich am Sembe stohende 
Bezirk Eta verhält sich ruhig. Die Unruhen beschränken sich 
offenbar auf ein Gebiet von wenigen Quadratmeilen, wo sich 
die Autorität des Europäers noch nicht genügend durchgefetzt hat. 
Vor dem Ehrengerichtshof für deutjche Rechtsanwälte. 
N. Leipzig, 11. Ott. Der Ehrengerichtshof für 
deutsche Rechtsanwälte hob nach einer fast zwölfstün⸗ 
digen Sitzung unter dem Vorsitz des geichsgerichtspräßidenten 
v. Sedendorff das Urteil des Ehrengerichts der Berliner 
Anwaltskammer gegen den Rechtsanwalt Alsberg wegen 
Verletzung der anwaltlichen Sitten auf und sprach 
Alsberg frei. Die Verurteilung des Rechtsanwalts Jaffé, 
die insbesondere wegen der Angriffe auf den Justizminister 
Dr. Beseler erfolgte, zu einem Verweise und 1000 M Geld—⸗ 
strafe bestätigte der Ehrengerichtshof und verwarf die Be— 
rufung Jaffés. 
Vlond George gegen den Großzgrundbesig. 
M. London, 11. Olt. Olond George eröffnete den ange— 
kandigten Feldzug der Regierung gegen den Grohgrundbesitz 
mit einer Rede in Bedford, in der er sagte: 
DTie Homerulefrage und die Trennung von Staat und Kirche 
in Wales sind tatsächlich erledigt. Mit etwas gutem Willen können 
die letzten Maßregeln dafür getroffen werden. Die Regierung 
hatte den Wunsch. das Vold aus dem Elend zu erheben. Die Zeit 
st gekommen, gegen die große Macht der Grundherren vorzugehen. 
Dier Minister verweilte bei den unleidlichen Verhältnissen der Land⸗ 
arbeiter und betonte scharf, sie müßten anständig behandelt und giurt 
untergebracht werden, und es muͤhste ihnen der Weg zum Fort⸗ 
schritt gebahnt werden. Llond George führte weiter aus, dak das 
GHrosarundbesitzertumdasgrößteundam wenig⸗ 
jtten beaufsichtigte Monopol daritelle. Ter gröbte 
Teil des Landes von England befinde sich in den Händen weniger 
Seute, die das Land zur Wirdnis machen, es in diefem Zu— 
tande erhalten könnten, und die die gesetzliche Befugnis besähen, 
Schlimmeres anzurichten, als ein fremder Eindringling im er⸗ 
ÿ Lande. Lloyd George Ubte dann an den Plänen der 
enn zur Behandlung der Landfrage Kritik und sagte. alle 
n e Pläne liefen auf den Landankauf hinaus. Dem Volle könne 
rene die riesige Nationalschuld aufgebürdet werden, um den 
MNik stand zu kapitalisieren. Jedes Land in Europa sei sich llar 
darüber, dah es für die Verteidigungszwede das aller— 
wichtigste sei, eine zahlreiche und kräftige Bevölkerung auf der 
Scholle zu haben. Die Statistik zeige, dah in England der 
Prozentsatz des kultivierten Landes geringer 
in ir a endeinem anderen Lande Europassei. 
—re ging dann auf die Lage der Ackerbauer ein und er⸗ 
irte, daß die nie drigen Lühne und die Lage der land 
wirtschaftlichen Mrbeiter eine Schande für das 
reiche und mächtige Land selen. Llond George erklärte 
zum Schlu. daß das Landmöonopol gründlich und 
praltisch behandert werden minffe. Die gange Lage musse 
neugeslaliet werden indem an de besten Drenratte den 
Sicherung auskömmlicher Lohne und einer besfferen Lage auf das 
Land ziehe. Erweiterte Transportmöglichketten mübsten geschaffen 
werden und man müsse den Syndilaten ein Ende machen, unter 
denen gewisse Egenbahngelellschaften fremden Lemndern weifellose 
Bevorzugungen gewhren Land müsse unter Bedingungen er⸗ 
vporben werden, die fur die Gesellschaft wie füer den Eigentümer 
—ä muüsse in der 
Form der Gesetzgebung, Verwaltung und Finanzkraft angerufen 
erven. um diefe Ziele zur wirksamen Ausführung zu bringen. 
London, 12. Okte: Lloyd George hielt gestern abend eine 
weile Ansprache in Bedford in der er hinfsichtlich der Land⸗ 
rage sagte, die Gegner der Regierung verlangten eine Re— 
gelung der Frage durch ein Uebereinkommen. Er bhabe nichts 
»zagegen, doch müsse es ein wirkliches Uebereinlommen sein. 
die Regierung werde auf kein Kompronrih eingehen. Er 
nöchte seine Zuhörer in ein Kabineitsgeheimnis einweiljen. 
Vor einiger Zeit nämlich habe eine Kommission des Kabinetts 
Aussagen über die Unruhe in der Arbeiterwelt entgegenge—⸗ 
romnten. Dabei sei es den Mitgliedern der Kommifsion am 
neisten aufgefallen, daß die Löhne in vielen Gewerbezweigen 
jeruntergegangen seien, weil die landwirtschaftlichen Arbeiter 
ingenngend bezahlt waren. Bezüglich des Vorschlages, die 
dandbesiher auszukaufen, wies Lloyd George darauf hin, dabß 
ie 00 Zahre in Anspruch nehmen würde. Nachdem die 
Reg'erung die Bewegung jetzt in Lauf gebracht habe, werde sie 
richt daßon abgehen, bis das Land fret gemacht sei. 
Straßenkumdgebungen gegen Lloiud Georges. 
PC. Londen, 13. Okt. Die Rede Lloyd Georges über die 
dandfrage hat in London zu groben Ruhestörungen gesührt. 
In der vergangenen Nacht kam es in den Straßen Londons ver— 
chiedentlich zu lärmenden Kundgebungen. Ein Bild Llo yd 
Heorges wurde auf“ der Straße verbrannt, und die Menge 
rachte Rufe gegen Lloyd Georges aus. Eine Suffragetten- 
ersammlung wurde aufgelöst und die Sprechrerin von den 
ütenden Gegnern verfolgt. Sie mußte sich schließlich auf 
nen Friedhof fluchten, die Nachstürmenden rissen aber die 
Imzäunung —nieder und verfolgten die Suffragette weiter. 
Die Polizei hatte arotze Mühe vor Tätlichkeiten zu schützen. 
Vom Balkeaen. 
Cetinie, 13. Ott. An amtlicher Stelle eingegangene Mel⸗ 
dungen berichten, daß die Albanesen vorgestern unver— 
ehens mit überlegenen Kräften die ganze montenegrinische 
zront von Gufinije bis Dschakowa angegriffen hahben. 
ẽs entwidelten sich heftige Kämpfe, die noch andauern. Die 
Nontenegriner erhalten beträchtliche Verstärkungen aus Gnsinie. 
Man hällt die Angreifer für Leute des Ifsa Bolietinatz, des 
Beyram Zur und Riza Beys, die von den Serben vei Prizcend 
ind Ochrida auseinandergesprengt worden waren. 
Saloniki. 13. Ott. König Konstantin aahm doc— 
gzestern auf dem Marsfelde eine Parade über die Truppen ab. 
Bei dieser Gelegenheit verlas der König folgende Prokla— 
nation: Offiziere! Unteroffiziere! Soldaten! Ein Jahr ilt 
erflossen, seit ihr zu den Waffen gerufen worden leid, um 
ie Rechte und die Ehre Griechenlands zu verteidigen. Während 
ieses Jahres habt ihr in einem kurzen Zeitraume die Grenzen 
es hellenischen Staates in einem Maße erweitert, das alle 
zoffnungen überstiegen hat, und auf dem Altar des Vater— 
andes alles geopfert, euer Leben, euren Besitz und eure Gesund⸗ 
eit. Nach so vielen Gefahren, Mühen und Leiden ömitet iür 
uch jetzt mit vollem Recht ausruhen, aber ich bedarf eurer noch, 
m das zu sichern, was ihr mit so viel Opfer erworben habt. 
jhr werdet mich wohl verstehen, meine Waffsengenossen, und 
eshalb bleibt ihr, trotz der großen Sehnsucht, eure heiniat⸗ 
schen Stätten wiederzusehen, die steten treuen und unerichütter— 
chen Wächter eures Königs und eures Vaterlandes. Ich freue 
nich, wieder inmitten einer solchen Armee zu weilen. — Der 
zönig war Gegenstand begeisterter Ovationen. Gestern begab 
ich der König in das Innere des Landes. 
Konstantinopel, 13. Okt. Vorgestern hielt der zung⸗ 
ürkische Kongreß seine Schlußsitzung ab, um gemäß dem 
euen. Statut ein Zentralbureau der Generalversammlung zu 
dählen. Der Großwesfir wurde einstimmig zum Führer der 
Lartei für Einheit und Fortschritt gewählt. 
Konstantinopel, 13. Oft. Aus unterrichteter türkischer 
Zuelle wird gemeldet, daß die Frage des westlichen 
Thraziens entschieden ist. Bulgarien hat sich formell ver⸗ 
Fflichtet. alle Rechte der Muselmanen zu respektieren. Die Unter⸗ 
zräfekten und Gehilfen der Gouverneure werden Muselmanen 
ein, die Gendarmen werden der einheimischen Bevölkerung ent⸗ 
ommen werden 
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Amt richtete ebenfalls ein Glůckwunschtelegramm an Juanschita 
der die Telegramme in entlprechender Weise erwiderte. 
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in Oldenburg. 
DT. —————8 Der — hei bem vor 
gestrigen Brande im Großherzoglichen Residenzschlosse itellt sich 
As weit erheblicher dar, als ursprünglich angenommen wurde. 
e ertobe Bibliothet des GFroßherzoss hat, gacern 
chaden geiitten, und.ist. vollkommen vernichtet. Ehep⸗ 
o ist“ die umfangreiche Zeitungssammlung, die aämtliche 
zeitungen des Landes vom ersten Tage des Erscheinens an um⸗— 
ant, durch Wasserschaden vernichtet worden. Die niedersächiische 
5andschrifs des „Sachfenspiegels“ lag im Geldschrank des Kam—⸗ 
Lerherrnamtes, so dah es der Gefahr nicht ausgesetzt war. Der 
zrysßherzog ist in der Nacht telephonisch von dem Unglück ver⸗ 
Andigt worden. Seine Abreise aus Lensahn nach hier bestätigt 
ich nicht. 
PF. Olvenburg, 13. Okt. Der Grobherzog von 
Aldenburg verlüht am 15. Okt. sein Gut Lensahn, um 14 
Tage auf Sasoß Eutin überzusiedeln. Von Eutin aus gehl 
rwieder nach Lensahn zurück und kommt erst Ende Nopember 
pieder nach Oldenburg. Mit Rüghicht auf den gebesserten Ge⸗ 
undheitszustand hat sich der Grokßherzog entschlossen, an den 
Feierl chkeiten in Leipzig am 18. Okt. teilzunehmen. 
Zur Brandkatastrophe auf der See. 
W. Samburg, 13. Okt. Wie eine der Hamburg-Ame 
ika-Linie zugegangene Radiomeldung besagt, hat iht 
Jassagierdampfer „Graf Waldersee“ sich gleichalls beim 
Volturno“ befunden. Die Passagiere und die Mann⸗ 
chaften des „Volturno“ waren aber bis auf die in den ver— 
nißten Booten besindlichen Personen bereits von anderen 
Schiffen aufgenommen worden. Der „Graf Walderee“ kreurte 
ehn Stunden lang an der Unfallstelle, um. die vermikten 
Boote aufzufinden, leider erfolglos. 
W. Bremen, 13. Okt. Vom Dampfer „Sendlitz“ de—s 
Norddeutschen Lloyd ist gestern früh 5 Uhr folgendes draht⸗ 
ose Telegramm eingelaufen: Haben 46 Personen vom bren⸗ 
renden Dampfer „Volturno“ gerettet. Hagemeyer. 
wW. Liverpool, 13. Okt. Die Cunard-Linie hat eine 
Meldung von der Carmania erhalten des Inhalts, daß die 
36 Ertrunkenen des „Volturno“ vermutlich ver. 
ucht hatten, sich vor der Ankunft der „Curmania“ an des 
Infallstelle in Booten zu retten. Die „Carmania“ hat nu 
inen Geretteten an Bord und trifft morgen früh um 5 Uhi 
n Queenstown ein. Cine andere Meldung von dem Cunard- 
»ampfer „Caronia“ sagt, daß der „Volturno“ am 10. Okt 
um 8 Uhr abends noch in Flammen gestanden habe. 
Sebastopol, 13. Okt. Inolge eines hestigen Mordturmes 
haben die Schiffe auf hoher See mannigfachen Ssch vw 
den erlitten. Der Verbleib mehrerer Schiffe ist unbekannt. Der 
Verkebr ist unterbrochen. 
Irkutst, 13. Okt. In der Posftstraße hat die Polizei einen 
unterirdischen Gang entdeckt, der von einem Hause. 
in dem 54 Chinesen wohnten, quer hinüber zur Post 
fübrte. Diae Chinesen sind verhaftet worden. 
W. Blagoweschtschensk (Amur-Gebiet), 13. Okt. Tas dem 
Verkebrsministerium gehörige Dampfboot „Amur“, an 
dessen Bord sich der Gouverneur befand, rannte auf Klip— 
den auf und sank. Es wurden sämnttliche Personen gerettet. 
Vermischtes. 
W. Die Wiege NRoms. Die jetzt zu Ende geführten Aus—⸗ 
arabungen des Professors Giacome Boni in der Tomus Flavio 
ruf dem Palatin haben zu einer großen Anzahl wertvoller Ent⸗ 
»edungen geführt in den verschiedenen Reihen von Felsenkammern 
zus noch unbekannter Zeit, in den Schichten der alten Republil 
ind in den ganz alten Schichten der Entstehungszeit Roms. 
Patrizierhäuser aus dem Zeitalter der Gracchen und Sullas, be— 
raben und durchschnitten durch die Kaiserpaläste des Tiberius, 
Faligula, Nero und Damitian, sind geschmüchkt mit architektonischen 
herzierungen und bildlichen Tarstellungen, von denen einzelne 
onrerische und sophokleische Szenen wiederzugeben scheinen. Man 
zat außerdem Das Armamentarium ausgegraben, d. h. den 
saum, wo die für die Lastenaufzüge, die Feuerspritzen und die 
zpringbrunnen erforderlche Wasserkraft reguliert wurde. Der 
Aryptopertikus vom Heime der Livia endigt in einer weiten 
Arypta unter dem westlichen Peristyl des Palastes. In dieser 
ßalerie hat man eine große Menge Trümmer von Architektur⸗ 
eilen und Skulpturen gefunden, die verschiedensten Arten von 
hläfern, Elfenbein- und farbigen Emailarbeiten, christliche Mono⸗ 
ramme und Symbole aus dem fünften und sechsten Jahrhundert, 
oie sie von den ersten mittelalterlichen Zerstörern Roms ge— 
»raucht wurden. Tie verschiedenen Schichten reichen bis zu den 
iltesten Sitzen der Ureinwohner, die durch das Ziegelpflaster 
ind besondere Konstrukionssormen gekennzeichnet werden. In 
»er Nachbarschaft auf dem Gipfel des Euander-Hügels hat man 
Spuren der ältesten Hütten entdeckt, kleine Gräber von Kindern 
ind Haustieren, archaische Terrakotten, uraltes Hausgerät. Unter 
ausendjährigen Schichten, die von dem kaiserlichen Adrium be— 
deckt waren, hat man also das Leben des Dorfes gufgespürt. 
das die Wiege Romé wavr. 
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Marseille, 12. Okt. Präsident Poincaré ist heute vor⸗ 
vittag an Bord des Panzerschiffes „Diderot“ hier eingetroffen. 
zur Begrühung waren die Minister Baudin und Therry und die 
Zpitzen der Zivil⸗, »Militär- und Marinebehörden erschienen. 
die sozialistischen Deputierten und Senatoren ischlossen sich den 
ẽmpfangsfeierlichkeiten an. 
W. Otenße, 13. Okt. Bauern fanden an der portugie⸗ 
ischen Grenze dreißig Mausergewehre mit Bajio— 
retten und 2000 Patronen. 
Meking. 12. Ott. Der Kaiser von Japan hat dem 
Bräsidenten Juanschikai ein Telegramm zugehen lassen, 
n welchem er ihn zur Uebernahme der Präsfidentschaft beglud⸗ 
vünscht und gleichzeitig die besten Wünsche für den Frieden und 
die Wohlfahrt Chinas ausdrückt. Das japanische Auswärtege
	        
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