Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Bpis. fũr Auswartige 80 Pfg., ĩ. Geschaͤftl. Mit⸗- 
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Beilagen: Vaterstödtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lubed 163. Jahrgang Nachrichten sür das terzogtum Lauenhurg, die 
heiblatt: Gesetz und verordnungeblatt ttt eeetz urstentümer Ratzeburg, Lübecd und das angren 
—ED in arqcuu ,, , zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
oruc und Verlas: Gebruder Borchers G. m. b. S. in Lübed. — Geschäftsstelle Adretzzaus (Koniastr. 46). Fernspre cher 9000 u. 9001. 
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Freitag, den 10. Oktober 1913. 
Abend⸗Blatt Ar. 5M. 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. 
Urnaa det mer 6 Setten. 
Nichtamtlicher Teil. 
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Zur braunschweigischen Chron⸗ 
folgefrage. 
Wie die Neustrelitzer Landeszeitung für beide Mecklenburg 
aus zuverlaässiger Quelle erfährt, ist dem zuständigen Bundes⸗ 
ratsausschuß der Antrag des preußischen Staats⸗ 
ministeriums zur Erledigung der braunschweigi— 
schen Thronfolge zugegangen. Sein Inhalt ist in⸗ 
dessen noch nicht bekammt geworden. Sollte er sich lediglich 
auf die Erklärung des Prinzen Ernst August stützen, dürfte 
er noch zu leidenschaftlichen Erörterungen Anlaß geben. So 
lange sich nicht aus dem Antrag Preußzens an den Bundesrat 
ein anderes ergibt, bildet nach wie vor der bekannte Brief des 
Prinzen Ernst August an den Reichskanzler die Grundlage, von 
der aus die braunschweigische Frage gelöst werden soll. Däe 
vom Prinzen hierzu gegebene, im gestrigen Abendblatt mitge⸗ 
teilte Erklärung bringt Zweierlei. Zunächst enthält sie eine 
Zurückweisung der Mißdeutung jenes Briefes, und da diese 
RNißdeutung bediglich von der Welfenpartei aus— 
gegangen ist, so liegt darin zweifellos eine Absage san die 
werlfischen Umtriebe der letzten Zeit. Tas ist sicher 
ein erfreuliches Moment, wobei nur zu bedauern bleibt, daß 
man in Emunden nicht schon früher einen solchen Schritt 
für nötia befunden hat, da es doch dem Prinzen nicht ent— 
gangen sein bdann, daß sein bezüglicher Brief von allem An⸗ 
fang an, alsso seit bald sechs Monaten, mißdeutet worden ist. 
Zum andern bleibt auch zu bedauern, daß man nicht den Mut 
gefunden hat, die „Deutler“ und Rüttler“ beim Namen zu 
nennen. Wir werden ja sehen, wie die Welfenführer die neue 
Erklärung aufnehmen; vielleicht zeigen sich hier bald die Folgen 
riner durch nichts gerechtfertigten Schwäche. 
Der zweite Punkt, den die neue Erklärung bringt, greift 
über den seinerzeitigen Brief an den Reichskanzler hinaus. Man 
will dem Einwand entgegentreten, als ob der Fahneneid den 
Prinzen nur so lange binde, als er unter preußischer Fahne stehe. 
Demgegenüber bekennt der Prinz als seine Auffassung, daß sein 
idliches Versprechen für ihn keine Grenze habe, daß er sich 
ꝛielmehr für immer daran gebunden fühle. Man 
wird zugeben müssen, daß hierin ein gewisses Entgegenkommen 
gegenüber den bisher geltend gemachten Bedenken liegt. Aber 
wenn der Prinz dieser Auffafsung ist. warum scheut man 
sich. diese Auffassung in einem staatsrecht- 
lichen Tokument niederzulegen Wir habhen küuͤrz⸗ 
lich schon darauf hingewiesen, daß es ganz ungewöhnlich und 
nit dem Begriff der Souveränität geradezu unvereinbar ist, 
einen rein militärischen Eid zur Grundlage der Ausübung von 
Regierungsrechten zu machen. Wenn die Deutsche Tageszetung, 
die wohl als einziges Organ von der neuen Erklärung sich 
restlos befriedigt zeigt, die Auffassung vertritt, daß kraft 
»er Reichsverfassung schon die Stellung als deutscher Bundes— 
ürst jede Stellungnahme gegen den Bestand des preußischen 
Ztaates ausschließke — was wir einmal als richtig zugeben 
vollen —, so müßte fsie konsequenterweise den Standpunkt ver⸗ 
reten, daß der Fahneneid für die Besteigung des braun— 
chweioischen Thrones ganz und gar unwesentlich ist. In Wirk⸗ 
ichkeit aber wird jetzt auf diesem rein militärischen Eid die 
dösung einer rein staatsrechtlichen Frage aufgebaut. Wenn 
virkrich alles so klar und selbstverständlich ist, wenn man die 
deutler und Dreher fast entrk*et von sich abweist, warum 
cheut man sich, das einzig und Selbstverständliche aus- 
usprechen, nämlich die Anerkennung des bestehenden Rechts— 
ind Verfassungszustandes inn Teutschen Reich? Hierauf fehlt 
die Antwort nach wie vor. 
Sie fehlt aber auch noch für die weitere Frage: Wie steht 
s mit der Nachkommenschaft? Der Prinz erklärt, daß 
er sich für immer an sein Versprechen gebunden sühlt. Kein 
stachkomme aber ist daran gebunden. Niemand wird auch mehr 
zerechtigt sein von den Nachlommen irgend ein Versprechen zu 
»erlangen. Wie unter solchen Umstsänden in Hannover Ruhe 
einkehren soll, das bleibt das Geheimnis des Bundesrats, sofern 
er wirklich gewillt ist, seine Beschlüsse von 1888 und 1907 über 
Bord zu wersen. Tut er das, dann wird, daran zweifeln wir 
nicht, weder das preußische Abgeordnetenhaus, noch der Reichs— 
ag, noch das deutsche Volk hinter ihm stehen. Tem Bundesrat 
älnt aber auch allein die Verantwortung zu. 
Wie vorauszusehen war, ist denn auch die Erklärung des 
Brinzen Ernst August in der Hauptsache wirkungslos verhallt. 
Abgesehen von der Zentrumspresse und einigen nichtklerikalen 
Blättern, die teils Einflüsterungen, teils Stimmungseindrücken 
ugänglich sind oder — wie das Berl. Tageblatt — nach 
»en Stimmen der hannoverschen Welfen schielen, finden die 
ührenden Organe der bürgerlichen Parteien in jener Erklärung 
einen Anlaß, ihre Auffassung zu ändern. Die konservative 
dreuzztg., die volksparteilich Voss. Z3tg. und der 
nationalliberale Hannoversche Courier gelangen unter 
verschiedenen Gesichtspunkten zu dem gleichen, wenn auch nicht 
ãbereinstimmend formulierten Ergebnis, daß die Zulassung 
des Prinzen Ernst August zur braunschwei 
dischen Thronkolge von einemklaren Verzicht 
auf Hannover abhängig gemacht werden müsse. 
Das Organ der Welfenpartei, die Deutsche 
Volkszeitung, druckt am Donnerstag abend die von dem offi⸗ 
ziösen Talegraphenbureau verbreitete Erkläcunig an der Spitze 
des Blaftes abh und sagat dau u Jehgdhder ehrliche Nifer 
I— 
landsfreund hat es mit uns beklagt, daß die alldeutsche und 
rationalistische Hetzpresse durch Verbreitung unwahrer Tat!'achen 
ind durch tendenziös schiefe Darstellung der Sach- und Rechts⸗ 
age die Gemüter fortgesetzt in Aufruhr gegen den Reichs— 
anzler und dlie verbündeten Regierungen zu bringen versucht 
und zur Erreichung ihrer Zwecke nicht einmal Bedenken getragen 
hat, die Verbreitung gewisser unwahrer Tat'achen auf Gmun⸗ 
zener oder deutsch-hannoversche Quelle zurückzuführen und uns 
»er Hetze oder Treiberei zu beschuldigen, wie letzteres auch 
ioch kürzlich in einem Artikel des Lokalanzeigers geschehen ist. 
Wir konstatieren demgegenüber — und alle diejenigen, welshe 
ie deutsch-hannoversche Presse, insbesondere die Deutsche Volks⸗ 
eitung lesen — daß wir mit einer wahren Lammesgeduld es 
isher streng unterlassen haben, zu der Sintflut von Betz⸗ 
ind Schmähartikeln der alldeutschen und nationalistischen Presse 
Stellung zu nehmen. Ob diese sich allerdings jetzt zufrieden 
seben und die von der Köln. Volkszeitung zum Ausdruck 
zebrachte Hoffnung in Erfüllung gehen wird, daß die neuer⸗ 
iche Kundgebung den erregten Erörterungen über die braun—⸗ 
chweigische Thronfolge ein Ende bereiten werde, das müssen 
vir auf Grund der jetzt bereits vorliegenden Aeußerungen der 
iationalistischen Presse weiter bezweifeln.“ 
Ueber den Sauherdenton des Welfenblattes wollen wir 
ein Wort weiter verlieren, er richtet sich von selbst. Recht 
sat dagegen das Welfenblatt mit der Vermutung, daß die 
zoffrung des Zentrumsorgans, der Köln. Volkszeitung, nicht 
n Erfüllung gehen wird. Denn die Aufhebung des Bundesrats- 
eschlusses ohne einen klaren Verzicht des Prinzen auf Hannover 
sürde einen Triumph der Zentrumspolitik bedeuten, 
er die Formel des Herzogs von Cumberland, die Reichs— 
»ersassung anerkennen zu wollen, seit je genügt hat. In der 
krklärung des Prinzen Ernst August wird diese Formel nicht 
inmittelbar wiederholt; aber die Anspielung auf Pelichten, 
ie sich für einen Bundesfürsten von selbst ergeben, enthält 
inen sehr deutlichen Anklang an jene Formel. Falls jetzt 
rieser Herikal⸗welfischen Politik im Bundesrat ein Erfolg be— 
hieden wäre, würde das Zentrum daraus sicherlich nicht wenig 
dapital schlagen. Dabei würde es wohl nicht zuletzt ver— 
uchen, auf dem Wege über Braunschweig den Einfluß des 
zentrums in Bundesrate zu verstärken. Als lang⸗ 
ährige politische Hilfsstruppe des Welfenhauses hat es in 
ieser Richtung zum mindesten keine schlechten Aussichten. Wenn 
im 8. d. M. der klerikale Bad. Beobachter in einem „Ehre 
der Liebe?“ überschriebenen Artikel truimphierend ausrief: Ge⸗ 
regt haben die Welfen“, so dürften die Zukunfts— 
poffnungen, die das Zentrum auf eine seiner welfischen Politik 
intsprechende Lösung der braunschweigischen Frage setzt, das 
Zarlsruher Zentrumsblatt nicht unbeeinflußt gelassen haben. 
Offizierstoöchter. 
Roman von Paul Grabein 
(80. Fortsetzung.) Machdrud verboten.) 
„Nun ja, nach Ellerstedt.“ 
Heinz Kehler fuhr unwillkürlich zurück. Darauf war er nicht 
gefahtt gewesen — zurück, zu ihrem Vater! 
Doch im nächsten Moment fahte er sich wieder. Er stecte 
unter dem Jackett die Hände in die Hosentaschen. Seine Hal⸗ 
ung wurde sehr frostig. 
„Also das ist's!“ 
Und er nickte langsam. 
„Na — dann — 
Kurz wandte er sich plötzlich ab, zum Fenster hin. 
Astrid war sehr betreten zumute. Eine schreckliche Situation. 
Dabß Gerda ihm auch kein Wort hinterlassen hatte! Endlich 
brach sie das Schweigen. 
„Es tut mir furchtbar leid — nochmals, verzeih! Wenn 
ich das hätte ahnen können —“ 
Sie machte eine unschlüssige Bewegung, als ob sie gehen 
wollte. Doch nun drehte er sich wieder um— 
„Pardon, Astrid — ich wollte dich nicht kränken. Nur — du 
virst verstehen — wenn einem so etwas gesagt wird, so 
aänzlich unvorbereitet —· 
Da vergaß auch sie die nur künstlich bewahrte Zurück⸗ 
haltung und machte ihrem Herzen Luft. „Ja, es ist ja zu 
schrecklich! Mein Gott, Sein — wie bonnte denn das alles 
nur so kommen?“ 
Der wieder vertrauliche Ton hob auch bei ihm die Schranken. 
Er sah die junge Echwägerin ietzt mit einem ehrlich-traurigen 
Blis an. „Ja, Astrid — wie konnte ee Ih hab⸗ mich heute 
iacht selber immerzu gefragt. Und dir will ich's auch sagen. 
Du wenigstens wirst mich verstehen, denk' ich.“ 
Sie nicte. Da nahm er sie bei der Sand. I 
„Komm, setz“ dich,“ und er nahm in threr Nähe Platz. 
Siehst du — es fing alles so gut an bei uns. Ich hab“ 
berda wirklich lieb gehabt, und sie mich vielleicht auch.“ 
Aitrid machte eine Gebärde lebhafter Zustimmung. Doch 
w wiegte unsicher den Kopf. I 
Mitunter kommen mir jetzt doch Zweifel. Sie hat mich 
vielleicht zu lieben geglaubt, aber ob wirklich —7 Duoch 
assen wir das. Ich jedenfalls war im Anfang unserer Ehe 
estlos glücklich, und ich denke, ich hab' es Gerda auch gezeigt. 
rreilich“ — und nun senkte sich ein Schatten über seine Zuge —, 
vielleicht war gerade die Art, wie ich ihr das zeigte, nicht 
Aie richtige; nicht so, wie fie es gewünscht hätte. Wenn ich 
etzt so darüber nachdenke, so wird es mir immer klarer, es ist 
hr wmohl bald zu viel geworden mit meiner Zärtlichkeit — ich 
»in ihr schließlich am Ende gar damit lähtig gefallen.“ 
Astrid blickte auf ihre Hände, die sich mit dem Täfchchen 
zu schaffen machten. Toch er fuhr fort, in einem sehr ernsten 
Ton, der der Situation alles Peinliche nahm: 
„Tu bist ja eine Frau, Astrid, mit der man über so etwas 
eden kann. Vielleicht verstehst du auch das. Denn dies ist 
jerade ein wichtiger Punkt bei der ganzen Sache. Ich bin 
a am Ende anders albs andere Mämer, fuür mich soll's nicht 
ius Jein mit den paar Flitterwochen — nein, meine Frau soll 
mir immer die Geliebte sein. Du wirit das Wort nicht miß— 
oersftehen. Astrid.“ 
Die junge Frau nickte stumm. 
„Siehst du, da hat es nun Gerda fehlen lassen. Du ge⸗ 
tattest. daß ich ganz rückhaltlos spreche. Sie kehrte gar 
u bald schon die Vernünftige heraus, die in der Verliebtheit 
hres Mannes etwas Unschickliches, wohl gar sie Herabwürdi— 
zendes sieht.“ 
Asftrid entgegnete nichts. Aber wieder nicte sie leise. 
Rührte er da nicht an einem Punkt, an dem nur allzuviele 
khen schon gescheitert waren? 
Heinz jedoch sprach nun weiter. 
„Es ist aber nicht dies allein. Noch etwas anderes kam 
ꝛinzu. Gerda hat fich in meiner Welt nicht zurechtfinden 
önnen — vielleicht auch nicht wollen. Ich hatte wenigstens 
o manchmal das Gefühl. Sie wollte immer noch die Offf 
iersdame bleiben und sträubte fich daher mit Gewalt gegen alles, 
vas mit dem Theater irgendwie zusammenhing. Tas war 
ein weiterer schwerer Fehler. Wenn sie so dachte, dann hatte 
sie — das wirst du mir gewiß zugeben — niemals einen 
Mann heiraten dürfen, der Künftler ist. So verlangte sie 
run. daß ich ihkr zuliebe einfach muf meinen ganzen bisberigen 
— — ———— — — — 
Verkehr verzichtete, mich innerhalb meines Lebenskreises voll— 
kommen isolierte. Ja, war das richtig?“ 
Ein leises Kopfschütteln Aftrids liek ihn lebhafter weiter⸗ 
prechen. 
„Ich habe ihr trotzdem den Gefallen getan — Gerda wird 
s dir bezeugen. Wenn dann aber nachher die unausbleiblichen 
Folgen eintraten, darf sie fich beklagen? So etwas geht doch 
nicht spurlos an einem vorüber. Ich habe mich zwar nie 
u Gerda darüber beklagt, doch es hat mich natürlich gekränkt, 
zatß meine eigene Frau meinem Beruf so geringe Achtung be— 
eigte. Taß sie fich sogar über mich selbst im Stillen erhob 
— o ia, ich habe es wohl gemerkt, daß sie einfach nicht 
jegriff, wie ich mich früher in dem Kreise hatte wohlfühlen 
önnen!“ 
Astrid machte eine Gebärde verstehenden Bedauerns. Ste 
onnte ihm das alles vollkommen nachempfinden. 
Er aber schloß min: „Siehst du, Astrid — so ist es denn 
nekommen. Wir standen uns bereits innerlich fremd gegenüber, 
ils ich Fräulein Molnar kennen lernte. Und in der Seelen- 
verfassung, in der ich eben war — ich bin nun mal ein Mensch, 
der Temperament und Frohsinn braucht — wirkte fie stark auf 
nich, ich leugne es nicht. Aber es wäͤre vielleicht nie geschehen,. 
väre Gerda anders zu mir gewesen. Nun — vorbei! So, 
Astrid, nun weißt du alles, und nun überlasse ich es dit. 
über mich dein Urteilzu fällen.“ 
Heinz Keßler stand auf. Da erhob auch sie sich. 
„Nein, Heinz, ich kann dich nicht verdammen. Gewiß, 
dein Handeln ist nicht zu rechtfertigen“ — fest und ehrlich 
agte fis es —, „und ich mache kein Hehl daraus: als ich her- 
am, hab' ich anders über dich gedacht. Aber nun, da du 
nir alles so erzählt hast — nein, ich kann nicht! Wenn es 
ruch meine eigene Schwester ist — ich kann auch Gerda nicht 
reisprechen von Schuld ...... 7— 
Er griff nach ihrer Hand und drüdte sie bewegt an seine 
dippen. „Ich danke diie.... — »3 
Astrid ließ ihm die Hand, ja sie drückte jetzt die seine 
und sah ihn an, mit einem Bitten: 
„Heinz — soll denn nun wirklich alles aus sein zwischen 
och ꝰ
	        
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