Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

⸗ 8 9 W — 
————— — 42 — 
— J—J4— 4* J 3 —— 4* 
*3 — — — —3— * * 8 
5* ——U0—— 
—83 — —— 9 7 — 8 55 —F 
9 —E——— —— — 16 — S ———A p 
J 
** J 
53 —53 
— 9 4 —9— * .— ()x—4 s * 
—3— 5 —Q — 
— 5 — 5* — 83 — — 6 
—— —X J 5653 64 
— D ⏑ ——————— 
— 
*8 — XMF— * — —— — 
— 3— ——6 — —— 
Wöochentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abenbs, Sonntags morgeus) erscheinend. Bezugs⸗ 
zreis für das Vierteljahr 3,30 Wark einschließlich 
Bringgeld in Lũbeck. Durch die Post bezogen ohne 
Besteligeld 3,330 Mark. Einzelnummern 10 Pfg. 
2 ⁊X 
Reilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Anzeigenpreis (Ausgabe 4 und 58) sur die 
Zeiie 20 Pig. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
R Pio. sur Auswaͤrtige 30 Pifg.i. Geschaͤfti. Mit⸗ 
teilungen 1 Mk. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwleriger 
Satz den Anforderungen entsprechend höher. o o 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lũbed 163. Jahrgang Nachrichten sür das Herzogtum Lauenburg. die 
blam Gesetz und verordnungebiattvrre rteezezZlrstenimmer wzatzevuro. auben und dos auaten 
ED — — — ed zende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag- Gebrender Borcbers G. m. b. S. mm Lubed. — Geschäftsstelle Ad Gönigstt. 46). Fexnspte cet 8000 u. goor. 
ôRÛÄÛ XäÑÑM 
Husc 
Donnerstag, den 9. Oktober 1913. 
Morgen-Blatt Nr. 50. 
Erjtes Blatt. hierzu 2. Blatt. 
— ——— — — — —— — 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. 
— ———————————— — — — — — —— — 
Nichtamtlicher CeiliiI. 
Vorschau auf den Reichstag. 
nge. Die parlamentarischen Ferien gehen ihrem Ende ent⸗ 
gegen. In einigen Wochen werden die Reichsboten sich wieder 
u neuer Arbeit in Berlin zusammenfinden. Wie alliährlich. 
wird ihnen auch diesmal bald das Hauptarbeitstück des Jahres 
yorgelegt werden, der Etat. der noch in den ersten Tagen 
des Dezembers in erster Lesung erledigt und vertrauensvoll 
dann der Reichshaushalt-⸗Kommission überwiesen werden soll. 
Neben dieser umfangreichen und schwierigen Aufgabe harren 
aber noch andere Probleme der Lösung. Da ist zunächst das 
Leuchtölgesetz, das bereits eine komplizierte Kommissions— 
zeratung hinter sich hat, und dessen Schicksal ganz ungewiß 
st. Weiter liegen aus der verflossenen Tagung noch vor: das 
Spionagegesetz, gegen das von den Presseorganisationen 
ebhaft Widerspruch erhoben worden ist, da es jegliche Bericht⸗ 
erstattung über militärische Fragen unterbinden würde, ferner 
zie bedeutungsvolle Vorlage über das Verfahren gegen 
Jugendliche, dann die zurückgestellte Frage des Erb— 
rechts des Staates, schließlich noch das Postschec— 
desetz und die heiß umstrittene Frage der Nbänderung 
ser Konkurrenzklausel, zu der nach einem ewigen 
Hin und Her in der Kommission die Regierung ein Ultimakum 
restellt hat. Das sind die Reste der letzten Tagung. Dazu 
fäme noch das Kindersaugflaschengesetz, das aber 
»on der Kommission abgelehnt worden ist. 
Zu diesen bereits in Angriff genommenen dringenden legis⸗ 
latorischen Aufgaben treten nun aber noch andere Themen, 
die nicht minder wichtig sind, die aber erst im Werden sind. 
Auch sie werden den Reichssstag in absehbarer Zeit zu be— 
chästigen haben. Zum Teil find diese Vorlagen schon fertig⸗ 
gestellt, einige liegen noch den Bundesregierungen vor, zu 
anderen wieder wird erst noch das Material gesichtet. 
Seit langem vorbereitet ist schon das Reichstheater- 
gesetz, das endlich auf dem Gebiete des Bühnenwesens Ord⸗ 
nung schaffen soll. Manche Beunruhigung hat in Interessenten⸗ 
kreisen die Ankündigung eines Gesetzentwurfes hervorgerufen, 
der ein gewisses Verbot des Waffentragens bringen 
oll. Eine Novelle zu dem Kaligesetz ist unterwegs. Sie 
soll das Gesetz über den Anbau von Kalisalzen nach den 
neuesten Erfahrungen umgestalten. Ein anderes Gesetz wird 
ie Konzessionierung einiger Buchmacher auf 
Wettplätzen bringen. Mit Hoffnung sieht man dem neuen 
Luftverkehrsgesetz entgegen, das endlich diele wichtige 
aktuelle Materie zeitgemäk geftalten sol! 
Zahlreiche gewerbliche Fragen harren der Erledi— 
qung,. so die Reform der Konzessionsfrage im Gast⸗ 
und Schankwirtschaftsgewerbe, die Frage der 
Anfallfürsorge im öffentlichen Dienst. Die Bezüge der 
lbltpensionäre sollen durch eine Vorlage erhöht werden, 
ie Arbeitsverhältnisse der Rechts nwaltsangestellten 
ollen gesetzlich festgelegt werden. Auch die Frage der Haft⸗ 
flicht der Eisenbahnen soll durch das Gesetz erfaßt 
berden. Die Vorlage über die Regelung der Sonntags- 
uhe im Sandelsgewerbe wird erörtert werden. 
Piedereingebracht wird die Gesetzesvorlage zur Errichtung eines 
olonialgerichtshofes. Angekündigt ist ferner eine 
zorlage über die Beschäftigung von Hilfsrichtern beim 
deichsgericht. Auch das Thema der Einschränkung 
»es Hausierhandels steht zur Verhandlung. Ebenso ist 
in Gesetz über die Neuverteilung der Follentschädigungen 
ür die Bundesstaaten in Aussicht gestellt. Durch eine 
Novelle zum Reichsbeamtengesetz soll die Wie deraufnahme 
ines Disziplinarverfahrens ermöglicht werden. 
Wenn der Reichstag auch mit allen diesen zahlreichen Auf⸗ 
jaben nicht auf einmal überschwemmt werden wird, so wartet 
toch seiner eine gewaltige Arbeit. 
Diese Kosten fallen selbstredend der Türkei zu. Die Lage 
Saßtas um, Meere und damit zum Wellverkehr läßt sich 
mit der Samburgs vergleichen. 5* » 
Wenn endüch immer wieder, von einer Zurüchd ängunn de⸗ 
deuntschen Interessensphäres durch die enslische gesprochen wird. 
so muß daran erinnert werden, daß von einer Interessen⸗ 
phãre Deufschlands im eigentlichen Sinne gar nicht gesprochen 
werden kann. Es, handeit sich vielmehr nur um ein Arbeits 
zebiel. auf dem deutsches Kapital sich betätigt. Was unter 
esen Umständen nur von der Reichsregierung verlangt werden 
ann und allerdings auch verlangt werden muß, ist, daß 
ieser Betätigung von keiner anderen Macht Schwierigkeiten 
ereitet werden. Ob die Erwartung sich erfüllen wird, daß 
eses Ziel bei, den gegenwärtigen Londoner Verbandlungen 
zrreicht ist, wird sich bei der bevorstehenden Versffenttdna 
hrer Ecgebnisse herausstellen 
— 2ærrrÆ cumæ 7 — — 
57 
Neueßte ꝛachrichten und Telegramme 
der „I- A. nud . z... 
W. Berlin 8. Okt. Staatssetretär vo nasn 
hat seinen Ur laub angetreten. 
W. Königsbetgei. Pr. 8. Oktt. Der Präsident des 
Hansabundes, Rießer, erklärt in einem Telegramm 
an die Königsberger Hartungsche Zeitung die Nachricht, daß er 
am J1. Jannar zurückzutreten beabsichtige, als unrichtig. 
Det Endpunkt der Bagdadbahn. 
Ueber die deutsch-englischen Verhandlungen 
iber die Bagdadbahn verlautet, daß der südliche Endpunkt 
der Bahn Baßra am, Schatt el Arab werden solle. Diese 
dachricht hat in Deutschland eine gewisse Enttäuschung hervor⸗ 
erusen. Denn man rechnet mit einem Vordringen der Bghn 
ig unmittelhar zur Küfte, etwa bis Kuweit. In der Be— 
adigung bei Baßra will man ein Zurückweichen vor eng— 
ischem Einfluß erblicken. Man überfjeht aber dabei. daß 
der Verzicht auf die Strecke Kuweit—Baßra bereits vor 
nehreren Jahren, erfolgt ist, und daß Deutschland dagegen sehr 
vertrolle Konzessionen bei Alexandrette eingetauscht hat. Baßra 
ils Endpunkt war den Technikern deshalb sehr, viel will⸗ 
ommener, weil, der in Kuweit fehlende Hafen erst mit unge— 
»euren Kosten hätte hergestellt werden müssen. Darum ist es 
auch höchst unwahrscheinlich, daß England, die Fortsetzung der 
Bahn bis zum Meere in absehbarer I bauen werde. 
Man macht sich ferner darüber Bedenken, daß die Bahn 
an einem Flußlaufe ihren Abschluß finde, dessen Schiffahrt 
jeute tatsächlich in britischen Händen ist, daß demnach die 
vortsetzung. des Bahnverkehrs unter englischen Einfluß gerate. 
Res ist nicht zutreffend, denn die Schiffahrt auf dem Schatt 
1,Arab von Baßra bis zum Golf ist absolut frei. Die be— 
tehenden Monopolkonzessionen der englisch-türkischen Gesell⸗ 
chaften erstreden sich auf die mesopotamischen Ströme nördlich 
son Baßra. also auf Verkehrswege, die gewissermaßen eine 
Jonkurrenz, zur Bagdadbahn bilden. Trotzdem nun dieses 
Nonopol keinerlei Schädigung für den Bahnverkehr bedeutet, 
t es, wie verlgutet, gelungen, Deutschland auch an diesen 
Schisfahrtsgesellschasten eine Beteiligung zu sichern. 
Wenn der Schatt el, Arab von Baßra abwärts gegen⸗ 
wärtig noch nicht allen Ansprüchen an einen sicheren Schiffahrts⸗ 
veg genügt, so wird es weder technische Schwierigkeiten bieten, 
rioch übermäßige Opfer beanspruchen ihn dazu auszugestalten 
* 
Vom untergegangenen Mar'nelufischiff „L1“. 
W. Bremen. 8. Okt. Nach einer Meldung aus Geestemünde 
st von dem Fischdampfer „Juno“ 16 Meilen von Helgoland im 
Netz eine Leiche in Marineuniform aufgefischt wocrden. 
Im Hemd befand sich der Name Balke;: es handelt sich also 
im den Oberfignalmaat Balke vom verunglückten 
.L 1. Ferner hat der Dampfer eine jedenfalls auch vow 
„LO 1 stammende Ledertasche und eine Marinemütze mit dem 
Namen Adam im Futter aufgefischt. 
Das russische Flottenprogramm. 
PC. Peitersbura, 8. Okt. Die Ausführung des 
groben Flottenprogramms ist während des Aufenf- 
haltes des Ministerpräsidenten Kokowzow in Livadia in be— 
ahendenm Sinne gelöst worden. Dadurch ist die Stellung des 
Bremierministers wieder besonders befestigt, zumal Kokowzow 
auf dem euroräischen Finanzmarkt Verfrauen besitzt. 
Die Geldkrife in Rußland. 
PC. Petersburg, 8. Okt. Die Reichsbank Aberweiit an 
Privatbanken hundert Millionen zur Bekämpfung de 
Kursstürze. 
Das mangelhafte russische Lexikon. 
PC. Jelaterinburg. 8. Okt. gier wurde eine politische 
Versammlung oufgelöst, weil der Redner, der Dumadeputierie 
Kerensli, das Wort „Konstitution“ ausgesprochen hatte. Der 
ũberwachende Polizeibeamte erhob sich darauf und erklärie, 
daß es ein Wort „Konstitutiong in Rußland nicht 
qä be, und die Versammlung mußile auseinandergehen. 
Cheater, Kunft und Wißenschaft. 
Die amgeblich zerstörten Kaulbachs. Wir erhalten folgende 
Information unserer Berliner Redaktion: In Berlin 
gehen Gerüchte, daß durch die Neubauten auf der Museumsinsel 
sehr erhbebiiche Erdsenkungem stattgefunden haben. 
Bis zum Schloß hin sollen sich die Erdrisse zeigen; am meisten 
aber sei das in dichtester Nähe der Baustelle stehende „alte 
Museum“ beschädigt worden. Ein Reporter versteigt sich dazu, 
von der geborstenen Museumsinsel zu reden. Er berichtet zu⸗ 
gleich von einer Zertrümmerung der Kaulbachschen Fresken, 
die das Treppenhaus des „alten Museums“ schmücken. In Wirk 
lichkeit scheinen nun alle diese Nachrichten ein wenig übertrieben 
zu sein. Jedenfalls versichert die Museumsverwaltung, daß 
die Schäden, die infolge der Senkung nicht zu leugnen sind, 
keineswegs so erheblich genannt werden dürfen, dah auch nur 
im entferntesten Grund zur Besorgnis wäre. Was besonders 
die Kaulbachschen Fresken betrifft, so haben sich einige Risse, 
die schon früher da waren, dann aber geschlossen wurden, 
wieder gedffnet. Es sind auch einige neue hinzugekommen. 
Die Kaulbachschen Bilder sollen nach Substanz und Erhaltung 
nicht besser geworden sein. Sie könnten aber nicht als zer⸗ 
tört betrachtet werden. m· 
DT. „Maria Valezka“ im Leipziger Schaufpielhaus. Sonn⸗ 
abend fand im Leipziger Schauspielhaus die Uraufführung 
des dreiaktigen Schauspiels „Maria Valesca“ von dem schwe⸗ 
dischen Dichter Johann Bojer statt. Die Napoleonepisode, 
»ie die Liebesszene mit Maria Valesca, der polnischen 
Sräfin, der Napoleon die Freiheit Polens zu Fühen legen will, 
iedoch durch die Staatsraison gezwungen, seine Wünsche nicht 
erfüllen kann, fand vor meist literarischem Publifum gzweifel 
hafte Aufnahme. 
DT. Eine Anton⸗Graff⸗Ausstellung in Dresden. Anlählich 
des 100. Jodestages Anton Graffs wurde Sonndag vor⸗ 
mittag 11 Uhr in Gegenwärt dee Prngen und der Prinzessin 
Johann Georg von Sachsen im Ausstellungsgebäude des 
ächsischen Kunstvereins auf der Brühlschen Terrasse in Dresden 
eine umfangreiche Anton-Graff⸗Ausstellung eröffnet. Die aus— 
gestellten Gemälde geben ein anschauliches Bild von dem 
unermũdlichen Schaffen des in der Schweiz geborenen, aber 
in Sachsen heimisch gewordenen Künstlers, Die ausgestellten 
zilder, darunter die bekannten Porträts der Königin Vu 
cchillers, Körners usw., befinden sich zum Teil im Prioatbesitz, 
eilweise stammen sie aus königlichen, staatlichen und städtischen 
Sammlungen. 
PO. Eine intereante Uraufführung in Rom. Demnächst 
bird in Rom eine interessante Premiere stattfinden. Im Nationai- 
Theater gelangt eine Operette von Toselli zur Aufführung, 
u der Prinzessin Luise von Sachsen den Text geschrieben hat 
zezeichnenderweise trägt die Operette den Titel „Princi⸗ 
essa bizarra“ (Die wunderliche Prinzessin). Man glaubt in Rom, 
aß Luise von Sachsen und Toselli, die sich wieder versoͤhnt 
saben, der Uraufführung beiwohnen werden. 
C.K. Das Reform⸗Kino der Gräfin Warwick. Die Gräfin 
Varwich, die bekanne resormerische eiglische Atistolratin, geht 
nter die Kino⸗-Dichter, schreibt Film-Dramen und stellt ihren 
rächtigen Besitz, das altehrwürdige Schloß mit seiner histo— 
ischen Umgebung in den Dienst von Kinoaufnahmen. Ihr 
rstes Kinodrama ist schon geschrieben und führt den Titel: 
Die große Verlenaffäre“; „aber bald hoffe ich“, so er— 
ärte die Gräfin, „zu zeigen, daß auch höhere Stoffe ge— 
Umt werden können“. Denn sie will den Kino zum Erzieher 
rheben und, wie sie sagt, „erzieherische Films in dramatischer 
form vorführen und auch moderne Gedanken durch den Fism 
emonstrieren...“ 
Kleine Mitteilungen. Der Rat zu Dresden bewilligte 
ur den Komponisten Prof. Schulz (Beuthen) einen Ehr en— 
o1d von jährlich 12000 Muin Mmnerkennung seiner 
zerdienste um das Musikleben Dresdens. — Das Stadt—⸗— 
heater in Düsseldorf veranstaltet zur Verdi⸗-⸗ Jahr⸗ 
undertfeier einen Verdi-Zyklus,' der die bekanntesten 
Rrern des Meisters inkl. „Don Carlos“ und Wal⸗— 
haffe umfaßt. — Die Japanische Shauspielerin 
zanako Fukuharo, früher am Kaiserlichen Theater in Tokio, 
bdird im Oktober ein Galtspiel in Berlin absolvieren. — 
zon dem im vorigen Jahre verstorbenen Komponisten des 
Thristus“, Felix Draeseke, bringt demmächst Ernst von 
zchuch ein bisher noch nicht gespieltes Werk zur Aufführung. 
s ist eine Sinfonia comiéca und stellt das Gegenstück zu 
draesekes Sinfonia tragica dar. — Richard Strauß' 
ieuestes A-cappella-Werk „Deutsche Motette“ nach Wor— 
en von Friedrich Rückert ist iür 16stimmigen gemischten Chor 
— 
und vier Solostimmen komponiert und trägt die Widmung 
„Serrn Prof. Hugo Rüdel und dem ausgezeichneten kgl. 
Dpernchor in Berlin“. Das Werk wird unter Rũdels Leitung 
am 12. Nov. in der Philharmonie au Berlin zur Uroufführung 
lommen. 
PT. Kongreg für Achhetit und allgemeine Kunstwissen⸗ 
chaft. In der Aula der Berliner Uniberfitan wurde Montag 
abend 6 Uhr der bedeutungsvose Kongreß sür Aesthetik und 
allgemeine Kunstwisseuschaft durch lur e Ansprachen von Ver—⸗ 
retern des Ausschusses, des Ku'tusm'nisterinmes, des Magi— 
trats der Stadt Berlin und der Universitätsbehörde eröffnet. 
Die viertägige Tagung wird außerordentlich interessante Refe— 
rate erster Autoritäten von Aesthetikern im praktischen und 
vissenschaftlichen Leben bringen auf allen Gebieten künstlerischer 
Betätigung. Theoretiker werden in der Forschung so:iosogischer, 
experimenteller und genetischer Aesthetik neue⸗ Wege weisen. 
Uusübende Künstler werden ühber das Insmlive inres Schaf⸗ 
ens sprechen. Besonderes Interesse erwedt die erschöpfende 
Ausstellung Karl Lamprechts Leipziger Institut für Kultur— 
und Universalgeschichte, die in synoptischer Darsteliung ceine 
vergleichende Entwickeluneoess ichte der iriden Kunst bei 
»en Naturvdilern, den Kindern in der Urzeit in den weiten 
Universitätsgängen ausbreitet. Gehrimtat Kari Lamprecht kom— 
nentiert selbst das Wesen der neuen Art geschichtlicher Aus— 
tellung. Berlins Kunstkreise zeigen sich äußerst ga“freundliß, 
ndem Prof. Lederer, Prof. Kaus, Prof. Lefser Urn und Prok 
durt Herrmann in ihre Ateliers laden. Der Wert der Referate 
elbst und der non bedeutenderen Dislussionen soll in einem 
Kongreßbuch niedergelegt. werden. 
FZrankreig, auf der Inernalional:n Bruchacwhe be-Aes 
tellung Leipzia 1914. Das französische Han delsministerium hat 
einen Kabinettschef Roger Figliera zum offiziellen Delegierten 
ÿrankreichs für die Inierrationa!l? Butchzewverbe Ansstellung er— 
iannt und ihn mic der Organisation der französischen Abteilung 
ind der Führung aller Verhandlungen beauftragt. 
SWMax Klingers soeben fertiggestelltes Marmorwerk 
Porträt einer Japanerin“, das gleich nach Schluß-der dies— 
ährigen Kunstausstellung an die Adreße des Auftraggebers 
ach Japan ouegefsihrt wird, ist am Dienstag noch in die 
Kunstausstellung der Leirciger Bafach Auzste'urg aufgenom— 
men und somit der Oeffentlichlseit zuoänalich gemacht.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.