Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis für das Vierteljahr 83,30 Mark einschließlich 
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Satz den Anforderungen entsprechend höher. o o 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübect 163. Jahrgang Nachrichten fur das herzogtum Lauenburg, die 
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——— —— ——————————— ααια zende meclenburgische und holsteinische Gebiet. 
Oruck und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. S. in Lübed. — Geschäftsstelle Adreßdaus Goniastr. 46). Fernsprecher 9000 u. oooi. J 
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Ausc 
Dienstag, den 7. Oktober 913. 
Abend⸗Blatt Ur. 508. 
rierzu 2. Blatt. 
siιNιNιιXααXαιιιιι ιιιααι 
ner 8 Seiten. 
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Die Brauchbarkeit der Marine⸗Luftschisfe. 
Man schreibt uns: Das Unglũdc, das „L 1“ bei Helgoland 
vekroffen hat, veranlaßt den Marine-Baumeister Pietzker, im 
Oktoberheft der Marine-⸗Rundschau die Verwendungsmöglich— 
keit der Luftschiffe für die Marine einer erneuten Prüfung zu 
unterziehen. Von der Bedeutung ausgehend, die die Marine— 
Luftschiffahrt als Mittel der Aufklärung hat — beträgt doch 
beispielsweise der Radius des sichtbaren Horizontes bei einer 
Höhe von 500 m nicht weniger als 74 Km — untersucht der 
genannte Fachmann zunächst, wie die Leistungsfähigkeit der 
Marine⸗Luftschiffe unter normalen Verhältnissen beschaffen ist. 
Dabei gelangt er nach eingehender Erörterung der techmischen 
Brundlagen für die Tragfähigkeit von Luftschiffen be— 
treffs dieser Hauptfrage zu dem Ergebnis, daß nur Schiffe 
grohen Deplacements bei der Verwendung über See in Frage 
kommen. Die Marine hatte daher, führt Pietzker aus, schon 
„L 1“ wesentlich gröher als alle bisher vorhandenen Luft-— 
schiffe bauen lassen und zwar so groß, wie es bei der Bau— 
verft damals durchzusetzen war: 22 500 ebm gegen 19000. 
„O 20 hat 27 000 ebm, und die folgenden Marine-Luftschiffe 
werden eine noch gröhere Steigerung aufweisen; 
iedoch muß der Fortschritt allmählich erfolgen, da die Festigkeit 
des Gerüstes nicht vollständig durch Rechnung zu fassen, son⸗ 
dern daneben, mit Rücksicht auf die Bruchgrenzen der Mate— 
rialien, durch Versuche vorsichtig entwickelt werden mukß. Denn 
es darf nicht vergessen werden, daß ein solches Luftschiff ein 
Raumgebilde von der Größe eines mittleren Linienschiffes ist, 
hergestellt mit dem Baugewicht eines größeren Schiffsbei— 
»dotes. Zweitens mahnt die mit der Größe der Luftschiffe 
wachsende Schwierigkeit ihrer Handhabung bei Landung und 
Abfahrt zu vorsichtiger Entwickelung. 
Unter den nach der Tragfähigkeit zu stellenden Forde— 
rungen sieht Pietzker die Betriebssicherheit der Motoren 
auf eine genügend hohe Stufe gebracht. Auch die größzte 
Seschwindigkeit Gei „L 1 etwa 20 Meter⸗Sek., bei 
„L 2“ etwa 22 Meter-Sek.) genũge an den weitaus meisten 
Tagen des Jahres, und weitere Steigerungen der Geschwindig— 
leit würden folgen. Die Ausrüstung mit Scheinwerfern 
und Maschinengewehren mache keine Schwierigkeiten, während 
beim Funkspruch noch einzelne untergeordnete Fragen zu klären 
seien. Die Hallenfrage sei mit der Einführung von 
Drehhallen durch die Marine fast aanz gelöst, da aus ihnen 
das Luftschiff bei jedem Winde, bei dem es überhaupt fahren 
tönne, herauskomme. Die im Ausbau begriffene Wetter⸗ 
bvorhersage dürfe für den Ernstfall nicht zu hoch ein⸗ 
eschätzt und müsse durch Ausbildung der Führer in der eigenen 
Beobachtung von Wetterzeichen ergänzt werden. Die Orien⸗ 
lierung biete unter unbekannten Windverhältnissen bei Tage 
uind bei Nebel Schwierigkeiten, ohne deshalb ein absolutes 
Zindernis zu bilden. Aussichtsreiche Versuche, die jederzeit 
ie Orientierung ermöglichen sollen, seien im Gange. Dieses 
Hesamtbild der normalen Betriebsverhältnisse zeige, daß die 
heirtigen Luftschiffe für die Marine brauchbar seien. Aller—⸗ 
dings wären sie sehr vom Wetter abhängig und vermöchten 
nicht immer Hochfahrten auszuführen. Daher wäre die durch 
ie geleistete Aufklärung nur eine Ergänzung anderer Auf— 
därungsmittel, auf die nicht verzichtet werden dürfe; aber 
ie Aufklärung durch das Luftschiff könne von so einschneidender 
Bßedeutung sein, daß ihre Verwendung trotzdem geboten wäre. 
Tas Bild der normalen Leistungsfähigkeit der Luftschiffe 
vird durch die besonderen Gefahren der Luftfahrt stark 
„eeinflußt. Diese untersuchend, führt Pietzker im wesentlichen 
»as Nachstehende aus: Horizontale schwere Stürme bilden 
ine geringere Gefahr, als allgemein angenommen wird. Da— 
egen ist die Vertikalbewegung der Luft, die am 
zefährlichsten in gewitterähnlichen, fortschreitenden Böen auf—⸗ 
ritt, eine der größten Gefahren für die Luftschiffahrt. Sie 
ann, wie bei „LI1“, die Steuerfähigkeit aufheben, das 
ufüischiff in ungewollte Höhenlagen hinaufreißen und damit 
u schweren Gasverlusten führen. Dus Hauptgegenmittel be— 
teht in der Mitnahme eines moglichst großen Teils des Ge⸗ 
richtes als Ballast in abwerfbarer Form. Für diesen Zweck 
ommen feste Gewichte nur wenig in Frage, dagegen in 
zwohem Maße die Betriebsstoffe. Man hat versucht, neben 
zinem gewissen Teil Wasserballast, der immer zum Steuern 
sei der Landung zurückbleiben muß. die normalen Betriebs— 
nittel, d. h. das Benzin, zum größten Teil abwerfbar unter⸗ 
ubringen. Das ist bei „L 1“ schon geschehen und bei „L 2 
'n noch größerem Maße ausgeführt. Allzuweit kann man wegen 
»er Notwendigkeit der Aufrechterhaltung des Maschinenbetriebes 
nicht gehen. Das Ziel muß sein, ein Luftschiff von vornherein 
nit so viel Ballast zu konstruieren, daß es auch für die 
chwersten Wetterlagen immer überflüssige Gewichte in genügen⸗ 
»er Menge vorrätig hat. Gegenwärtig muß es noch zur 
Regel werden, schweren Böen nach Möglichkert aus dem Wege 
u gehen. Die Entzündungsgefahr des zurzeit allein 
n Betracht kommenden Füllgases, des brandgefährlichen Wasser⸗ 
tosfses, erfordert die unbedingte Vermeidung alles offenen 
Feuers, wo Wasserstoff am und im Schiff auftreten dann. 
diese Frage ist für die Auffstellung der Motoren, der 
Maschinengewehre, der Scheinwerfer und der Funkenspruch— 
inlage gelöst; es bleibt noch eine gewisse Gefahr bei Ver⸗ 
letzungen des Schiffes. Die geringe Festigkeit des Ge— 
düstes. an Land und heim Noranferliegen jm Sturm ungn— 
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genehm, weicht einer vermehrten Widerstandsfähigkeit mit 
steigendem Deplacement, weil dann mehr Gewicht für feste 
Ausgestaltung wichtiger Teile frei wird. Endlich dürften die 
beim Fahren über See gewonnenen Erfahrungen die 
Konstruktion günstig beeinflussen. 
Auf Grund dieser Darlegungen gelangt Pietzker zu dem 
Schluß, daß auch die besonderen Gefahren der Luftfahrt die 
Brauchbarkeit der Luftschiffe für die Marine nicht beseitigen? 
„Es tritt nur noch mehr in die Erscheinung, daß die Leistungen 
der Luftschiffe eben sehr dem Wetter abhängig sind und daß es 
Fälle geben kann, in denen ein Luftschiff dem Wetter nicht 
jewachsen ist. Aber so wenig wie man zu Zeiten der Segel⸗ 
chiffahrt aus dem Umstand, daß auch die größten Segelkriegs⸗ 
chiffe nicht allen Stürmen gewachsen waren, die Folgerung 
zezogen hat, auf die Kriegführung zur See zu verichten, ebenso⸗ 
wenig darf man sagen, daß das Vorhandensein gewisser 
Gefahren es rechtfertigt, auf die Entwidelung einer Waffe zu 
derzichten, die sehr häufig zur vollen Wirksamkeit gelangt und 
dann große Dienste leisten kann“ bpt. 
Der Balkanwirrwarr. 
Nach Meldungen serbischer Blätter werden sowohl von 
der Türkei als auch von Bulgarien Mobilifierunas—- 
vorbereitungen getroffen. Aus diesem Grunde 
haben sich auch Serbien und Griechenland genstiat ge⸗ 
ehen, entsprechende Gegen raßregeln zu verfügen. um 
ich gegen alle Möglichkeiten zu— sichern. Dagegen hat die 
Belgrader Regierung mit großer Befriedigung die Versicherung 
rhalten. daß angesichts der gegenwärtigen Ereignisse äie Hal⸗— 
tung der rumänischen Regiexung genau dieselbe 
wäre, wie sie sie im Laufe des letzten Krieges beobachiet 
habe. Diese Haltung würde sich in der gegenwärtigen Phase 
in energischen diplomatischen Schritten in jenen Hauptstädten 
jußern, wo dies nützlich erschiene und würde im Falle von Ver—⸗ 
wichlungen in der Solidarität bestehen, die jener gleich 5äre, die 
Rumänien im Sommer bhefkundet habe 
In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der Politifa 
erklärte der serbische Ministerpräsident Pasitsch, daß ihm in 
Wien ein aufmerksamer und sogar herzlicher Empfang bereitet 
worden sei. Auf beiden Seiten habe sich der feste Wille für 
die Heistellung freundschaftlicher Beziehungen zwi⸗ 
schen den beiden Staaten gezeigt. Inwieweit die Verhandluagen 
von Erfolg begleitet würden, werde sich bald zeigen. Es scheine 
mehr, fügte der Ministerprälident hinzu, daß dies nicht schwer 
sein werde. Ueber den albanischen Aufstand und den 
drohenden türbisch-griechischen Konflikt drüdte der 
Ministerpräsident seine Ansicht dahin aus, daß mit Rüchsicht 
auf die allgemeine Ermüdung Komplikationen vern— 
mieden werden könner 
Offizierstöchter. 
Roman von Paul Grabein. 
47. Fortsetzung.) Machdrucdkh verboten.) 
Warum nicht offen, mit vollem Namen, wenn es Wahrheit 
war — und so offenkundig, wie da behauptet wurde? Wer 
ich hinter Anonymität versteckte, hatte wohl eben das Licht 
au scheuen. 
Und Gerdas Miene ward verächtlich. Ein Moment aus ihrer 
Mädchenzeit fiel ihr plötzlich ein. Ta war auch einmal an 
oen Vater ein solcher Brief gekommen mit allerlei Klatsch über 
die Frau eines seiner Hauptleute. Aber er hatte einfach das 
Schreiben schweigend zerrissen und ins Feuer geworfen. 
Taran mußte sie jetzt denken, und es kam alsbald über 
ie. Eine vornehme Regung und zugleich wie eine Beschämung: 
Sie, die Tochter, verurteille auf eine solche bloße Denunziation 
hia? Als ob sie nicht wühte, daß beim Theater Klatsch und 
Mißgunst üppiger wucherten als sonst irgendwo! Wenn nun 
alles nur eine boshafte Anzettelung war von irgend einer 
ränkevollen VPerson. die der Molnar Ungelegenheiten bereiten 
volite? 
Und schon griff Gerda nach dem Briefe, um es zu machen 
vie einst ihr Vater. Aber da zögerte sie doch wieder. Jener 
Abend fiel ihr ein, bei Laruns, Hatte sie denn nicht mit 
ꝛigenen Augen gesehen? 
So schwankte sie, bis sie doch einen Entschluß faßte: 
Nein, sie wollte nicht urteilen, nicht verurteilen, ehe sie Heinz 
alber gehört hatte. Aber den Blief hier dernichtete fie doch 
icht. War er eine Verleumdung, dann konnte er Heinz vielleicht 
eine Handhabe bieten, um dem Täter auf die Spur zu kommen 
ind ihm sein Handwerk zu legen. 
Und sie barg den Brief in ihrem Gürtel. 
Endlich hörte Gerda ihren Mann kommen. Sie ging 
chnell und öffnete eigenhändig, ehe Jean von hinten aus dem 
Dienerzimmer kam. 
Heinz war erstaunt. 
„Tu? Ist Jean denn nicht mehr auf?“ — 
„Toch, aber ich muß dich einen Augenblick sprechen — ganz 
ihne Zeugen.“ 
„Nanu, was gibt's denn?“ 
Vie Brauen hochgezogen, sah er zu ihr hin, während er den 
Pelz ablegte. — 
„Nicht hier — bitte drinnen, in deinem Zimmer.“ 
„Gut, gut. Aber die Chose wird ja immer geheimnis—⸗ 
pokler.“ 
Sie erwiderte nichts, sondern ging ihm voraus. Als sie 
drinnen allein waren, bei verschlofsener Tür, und er Licht gemacht 
jatte. trat sie vor ihn hin und gab ihm den Brief. 
„Hier — lies das.“ 
Er nahm das Schreiben. Ihre Augen hingen an ihm. Nun 
iin Aufzucken in seinen Schläfen, und ein Aufstampfen des 
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„Lumperei, erbärmliche!“ 
Es wollte sich ihr ein Stein von der Brust wälzen; 
„ANnes Lüge, Heinz — nicht wahr?“ . 
Seine Stirn faltete sich schwer. Er hob die Augen nicht 
nvon dem Brief, und so antwortete er endlich langfam: 
„Das will ich damit nicht gesagt haben.“ 
„Also doch wahr?“ 
Wie ein Schrei drang es plötzlich durch den stillen Raum. 
Ja.“ * 
Und er legte jetzt den Brief mit entschlossenem Griff zu— 
animen. Seine Augen richteten sich auf sie, mit einem Aus—⸗ 
druck des Trotzes. 
Gerda stand eine Weile wie betäubt von einer unerhörten 
Mißhandlung. Nicht anders, als ob seine Faust fie ins Antlitz 
zetroffen hätte. 
Der Anblick weckte ihm da Mitleid und ein Schuldgefühl. 
„Gerda —“, und er hob leise nach ihr die Hand. 
Aber da schrecktte sie zusammen wie vor der Berührung eines 
Bresthaften; ihr Blick traf ihn mit eisiger Kälte, Und nun kehrte 
ie sich von ihm ab. Sie verließ ohne ein Wort das Zimmer. 
Heinz Keßler blieb unbeweglich. Er starrte finster vor sich 
bin, die Arme verschränkt. 
Bis es an die Tür klopfte. 
Nun gab er sich wieder Haltung. Jean kam und wollte mel⸗ 
den, daß aufgetragen sei. Aber Keßler winkte ihm schon beim 
ersten Wort ab. 2 anne reeeee r J 
Der anädigen Frau ist nicht gut — und ich habe schon etwas 
genommen. Lassen Sie also nur wieder abtragen. Nur ein 
Glas Wein bringen Sie mir her.“ 
So saß Heinz Keßler eine geraume Zeit allein in deinem 
Zimmer, den Kopf in die Hand gestützt. 
Heinz Keßler ging in das gemeinschaftliche Schlafzimmer 
h'nüber. Gerda war auch hier nicht. So weilte sie wohl noch 
drüben in ihrem Zimmer. Langsam, wie zögernd, begann 
er sich zu entkleiden. Aber dann warf er doch noch einmal die 
seidene Joppe seines Pyjama über und schritt durch die Räume 
bis zu ihrem Zimmer. Er drücke auf die Klinke, aber die Tür 
öffnete fich nicht — zugeschlossen von drinnen. 
Abermals ein Stutzen bei ihm, dann rief er halblaut ihren 
Namen. 
Ein leises Geräusch drinnen, das Knistern ihrer Gewänder — 
aber für ihn keine Antwort. 
Da kehrte er kurz unn. Dumpf flog hinter ihm die Tür 
ins Schsok 
* 
Gerda verbrachte die Nacht auf ihrem Zimmer in ihren 
Kleidern. So erwartete sie das Anbrechen des Morgens. Do 
würde sie handeln. Klar sah sie jeden Schritt vor sich. 
Endiich war die späte Winterdämmerung da. Uebernächtig 
ind fröstelnd machte sie sich nun ein wenig im Fremdenzimmer 
urecht, und bald nach acht Uhr verließ sie schon das Haus— 
Sie suhr zu Petersens ins Hotel. 
Astrid lag noch in tiefem Schlaf, als nebenan im Salon 
»as Stubenmädchen anklopfte und ihr den Besuch der Schwoster 
neidete. Eilends sprang sie aus dem Bett, schlüpfte in die 
iotwendiasten Hüllen und kam nun in ihrer Matinee in den 
Salon, wo Gerda wartete. Ganz erschrodden rief sie nach dem 
ersten Blick auf das überwachte Gesicht der Schwester 
„.Mein Gott, was ist denn geschehen?“ 
Da gab ihr Gerda mit starrer Ruhe Antwort:— 
5. Ich bin fortgegangen von meinem Mann.“ 
Sie erzählte ihr, was geschehen war. 
„Aber das ist ja schrecklich, Gerda!“ 
Aitrid schmiegte sich an die Schwester mit herzlichster Teil— 
nahme. Dann sagte sie: 
„Nun willst du einstweilen hier bei uns bleiben, nicht 
wahr? Ich halte es ja auch für richtiger so. bis du die
	        
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