Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübeck 163. Jahrgang Kachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Zeiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt ä — Fürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das angren 
S—SSSSↄSαασο — u r zende mecklenburgische und holiteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. H. m Lübeck. — Geschäftsstelle —D— (Königstr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
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abenos, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
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is Pfg., für Auswärtige 30 Pfg., s. Geschäftl. Mit- 
eilungen 1Mk. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Satz den Anforderungen entsprechend höher. oc 
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Erstes Blatt. Hierzu 2. u. 3. Blatt. 
sowie, Vos⸗ritdiiche Blätter“ Nr. 1. 
Umfana der hu“ er 14 Seiten. 
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Sonntag, den 5. Oktober 1913. 
Morqen-Blatt Ar. 504. 
ihnen vorbehaltene Inselfrage endgültig lösen. Es bleibt nun 
ibzuwarten, ob das neue Mittel, das die Pforte in der Insel⸗ 
rage anwenden will, nicht dadurch untauglich wird, daß es 
ei den beteiligten Großmächten auf Widerstand stößt. Ein der— 
rtiger Widerspruch würde indessen vermutlich nicht grundsätz⸗ 
icher Natur sein, sondern der Rücksicht auf die Wahrnehmung 
es eigenen Interesses entspringen. Für den Ausgang des 
ürkisch⸗griechischen Handels bleibt die Möglichkeit von Bedeu⸗ 
ung, daß das Jungtürkentum im Heere die Pforte zu weit— 
ehenden Forderungen nötigt. 
Ein Austausch französfische⸗spanischer Höflichkeiten in 
zan Sebastian ist dem Besuch des Präsidenten Poincaré in 
Nadrid vorangegangen. Zweifsellos soll dieser Besuch das 
ziegel auf eine Annäherung beider Länder drücken, die nach 
em Abschluß des französischespanischen Marokkostreites den Spa—⸗ 
iern doppelt verlockend dünkt, weil sie in Marokko vor 
roßen und dauernden Schwierigkeiten stehen. Dae internationale 
ragweite eines franzosisch⸗spanischen Einvernehmens hängt von 
em Inhalt der getroffenen Vereinbarungen ab. Auch ohne 
in zu kennen, darf man sagen, daß die neue Befestigung 
er internationalen Lage Frankreichs für Deutschland nicht er—⸗ 
„ünscht lein kann. Ob diplomatische Kunst imstande gewesen 
vãre, diese durch natürliche Voraussetzungen begünstigte An— 
ãherung zu verhindern, bleibe dahingestellt. 
Nicht diplomatische Kunst, geschweige denn diplomatische 
Jünsteleien dürfen den Ausschlag für die Regelung der braun⸗ 
chweigilschen Thronfolgefrage geben: hier müssen aus— 
hüeblich eine lebendige Staatsgesinnung und die Entschlossenheit 
ines kräftigen Staatswillens entscheiden. Darin wird sich 
rũcklicherweise die öffentliche Meinung um so einiger, je länger 
as Welfentum sein heransforderndes Spiel treibt. Desien 
ingste Blüte, eine Rede des Reichstagsabgeordneten Colshorn, 
t in allem Wesentlichen eine Wiederholung früherer welfisser 
undgebungen, die im Frühling und ine Sommer d. J. von Uns 
ets die verdiente Würdigung erhielten, damals jedoch won 
rancher Seite beschönigt oder übersehen wurden. Welsischer 
ebermut hat inzwischen dafür gesorgt, daß die nationale 
zresfse bis auf wenige Ausnahmen mit aller Entschiedenheit 
ie von uns immer erhobene Forderung stellt, die Thron— 
esteigung des Prinzen Ernst August in Braunschweig von einem 
laren Verzicht auf seine bannoverschen Ansprüche abhängig 
u machen. 
Die abgelaufene Woche hat dew Zentrum Verlegenheiten 
enug gebracht. Der Verlust des württembergischen Landtags⸗ 
randates in Rottwei! wird vom Zentrum besonders schmerz⸗ 
ich empsunden, weil er, wenn die Volkspartei in einer Nach 
‚ahl ibren Besitzstand behauptet, der Linken das Uebergewicht 
n Stuttgarter Halbmondssaale verschafft. Eine weitere Ver— 
egenheit bedeutete für das Zentrum der Verlauf des in 
PBittlich abgehaltenen Zentrumsparteitages. Denn hier wurde 
ie Kuhhandelspolitik, die auf seiten der „Verliner“ in 
Festelt einer Verkoppeluna wvon Mehrvorlage und MNufsehung 
¶ 
des Jesuitengesetzes enpfohlen war, von den Abgg. Mar 
und Trimborn aufs schärfste abgelkehnt. Daß die Germania 
iesen Vorgang und die Einreihung der Aufhebung des Jefuiten 
eseßes unter die „Parteiwünsche“ des Zentrums fotschwieg. 
errät deutlich, wie tief jene programmatische Erklärungen der 
Abgg. Marx und Trünborn sie getroffen haben. Endlich wurde 
»er Ausgang des neuen Knittel-Prozesses eine Bloß 
tellung der polenfreundlichen Zentrumspolitik in der Person 
hres Parteifreundes Knittel. Denn an Stelle des „hakatistischen“ 
Militarismus“, den Amtsrichter Knittel moralisch abstrafen 
oollte, saß er selbst in jeder Beziehung auf der Anklagebank. 
dae hohe Geldstrafe, die, als solche milde genug, über ihn 
erhängt wurde, schob der Praxis, den Fall Knittel gegen den 
Kafotiemus“ auszubeuten endaültig einen Riegel vor. bot. 
Politische Wochenschau. 
Die Lage am Babkan bleibt zwar unsicher, erwedt jedoch 
ucht die gleichen Besorgnisse, wie in der vorigen Woche. Ter 
zrie den zwischen der Türkei und Bulgarien ist nun 
vrmell abgeschlossen, und zwischen den leitenden Ministern 
veider Staaten hat ein Austausch von Freundchaftsversicherun⸗ 
gen flattgesutnden. Man braucht die Bedeutung solcher Versiche⸗ 
tungen nicht zu irberschätzen und wird trotzdem anerkennen 
durfen, dah sie den Beziehungen entfprechen, die, durch gemein⸗ 
ame Interessen hervorgerufen, gegenwärtig swischen der Turkei 
und Bulgarien bestehen. Die Gesahr, es könne der bulgarisch⸗ 
lurkische Friedensschluh einen neuen Zusammenstoßz Bulgariens mät 
Serbien herbeiführen helfen, erscheint ungeachtet des aIbani- 
schen Auf stan des vennindert. Wie nämlich vorauszulehen 
var, sind die ursprũnglichen Erfolge der Albanesen nur eine 
vrlbergehende Erschelnung gewesen. Ettinmen die Belgrader 
Veldungen urdt den Tatsachen Aberein. bo ist die vollständige 
Bewaltiguna des Aurfstandes eine Frage kurzer Zeit. In dem 
Mabe aber, in dem die Albanesenerhebung aufhört, eine 
wennende Frage zu sein. verrtngert Iich nicht nur die Gefahr 
ines bulgarisch erbischen Krieges sondern auch die internatio⸗ 
ialer Verwichelungen. Denn je schneller die serbischen Truppen 
merhalb der neuen Brenzen ihres Landes Ruhe stiften, um 
o eher muß die Belgrader Regierung vernünftigerweife geneigt 
ein, die Londoner Bestimmungen Aber die Abgrenzung Alba— 
nens genau zu besolgen, besonders da Oesterreich⸗ Ungarn und 
Italien es an enisprechenden Warnungen nicht baben fehlen 
assen. 
Das rasche Aufhören des Vordringens der Albanesen hat viel⸗ 
keicht auch auf die Haltung der Turkei gegenüber Griech en⸗ 
land Einfluß gebt. Die Sprache der Konstantinopeler Presse 
ijt ruhiger geworden und die Pforte scheint gleichfalls mildere 
iplomatische Saiten aufzuziehen. Sie möchte naturgemäß in 
oer Nationalitãten- und Vakuffrage die von Bulgarien bewillig⸗ 
tlen Zugeständnisse auch durch Griechenland eingeräumt sehen 
und in Sachen der Aegäiuschen Inieln so vorteilhaft wie möglich 
abschneiden. Toß sie die Inselfrage auf dem Wege ummittel⸗ 
barer Verhandlungen mit Griechenland zu lösen versucht, liegt 
bei den Erfahrungen, die sie in den Balkankriegen erlebte, um 
o näher, als die Großmächte ohne Zweifel noch recht lange 
Zeit aebrauchen werden. bis sie die vom Londoner Vertraoe 
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Theater., Kunst und Wissenschaft. 
Berliner Theaterbrief. 
Rittner und HSauptmann. 
Hanneles Himmelfahrt“. — „Der zerbrochene Krug“. — 
„Der erste Beste'. — „Satans Maske“. 
Aus Berlin wird uns unterm 3. Oktober geschrieben: 
Das Deutsche Künstlertheater hat nach der nur 
zalb geglücten „Wilhelm Tell“Erneuerung am Donnerstag 
»ewiesen, welch innerliches Kunstlertum in ihmn lebendig ist. 
die von Rudolf Rittner- geleitete Aufführung von Hanne⸗ 
es Simmelfahrt“ war eine Söchstleistung, wie man sie 
elbst in der Blütezeit Brahms nur selten erleben konnte. Riit- 
ier hat lange in seiner schlesischen Heimat den Landwirt und 
Fäger gespielt und dieser männlichste und markigste Darsteller 
n der Muster truppe Otto Brahms bleibt — vorläufig noch 7 
ei seinem hartnäckigen Beschluh, die Bühne nur noch als 
legisseur zu betreten. Dieser „Hannele“ Abend hat gezeigt. 
nit welcher Jeidenschaftlichen Liebe er die beste Kraft der duh— 
igen und tief beseelten Btahmsschen Ueberlieferungen dieser neu— 
egründeten Buͤhne, die die meisten seiner früheren Mitspieler 
umschließt, bewahren will. Die Glut dieser Liebe hat alle, 
die hier mitwirkten, zu einer Einheit zusammengeschweihßt, die 
den Rhthmus der, Dichtung, ihren, aus schweren Melancholien 
hochsteigenden Jubel, zu erschütterndster Wirfng brate Sench 
hat man ein Berliner Theaterpublikum von Ergriffenheit so 
Aberwaͤltigt gefunden. Zugleich gab sich kund, die eweltt 
ꝛer Zauber, die dusterumrandete Glorie dieses sozialen Mär⸗ 
hens geblieben ist. Annaliese Wagner als Hannele und 
Theodor Loos als Lehrer Gotswald und Kinderheiland 
tanden im hellen Vordergrund. Aber diese Vorstellung er⸗ 
hielt ihren Wert erst dadurch, daß auch die Letzten und 
Anscheinbarsten von derselben Urfsprunglichteit und Empfun 
ungsreinheit getragen waren, wie sie Dagegen konnte 
dauptmann, der Regisseur, der sich darauf an Setrich vbon 
Kleiits Zerbrochenem Krug“ versuchte dn Driumph 
es Dichters Hauptmann auch nicht annähernd crreiet 
Wohl war Herr Tiedtke ein Richter Adam von umwiderstehlicher 
domik, wenn er den alten Sunder auch mit einer gar zu ver 
ͤhnlichen Jovialität übersonmte, wohl war Else Lehmann eine 
aftvolle Frau Marthe, aber gerade das, was das Hannele“, 
Spiel so köstlich gemacht hatte, der mit der Macht eines Natur 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der A. uο - Z.e, 
Die angebliche Grenzverletzung. 
W. Mettz, 4. Okt. Die zuständige Militärbehörde hält, wie 
das W. T. B. mitzuteilen ermächtigt ist, den von der Agence 
zavas aus Briey gemeldeten Fall der Grenzverletzung 
ür unwahrscheinlich, da ihr bisher keinerlei Meldung 
porliegt, was sonst unbedingt der Fall sein müßte. Gleichwohl 
ind bei den in Betracht kommenden Truppenteilen und Grenz⸗ 
polizeistellen Nachforschungen eingeleitet worden, deren Ergeb⸗ 
nis im Laufe des Tages zu erwarten ist. 
Frankreich und der Vatikan. 
W. Naris,. 4. Okt. Der frühere Ministerpräsident 
Zriand bestätigte in einer Rede vor seinen Wählern in 
5t. Etienne die jüngst von Barthou abgegebene Erklärung. 
aß weder unter dem gegenwärtigen, noch den vorhergegangenen 
ministerien jemnals die Rede davon gewesen sei, die dipho— 
tatischen Beziehungen zum Vatikan wieder anzu— 
nüpsen. Der Beweis dafür werde im Verlaufe der über diese 
drage angekündigten Interpellationsdebatte gegeben werden. 
Die Neformen in den ostangatolischen Provinzen. 
W. Konstantinopel, 4. Okt. (Meldung des Wiener k. k. 
Telegr.-Korr.Bur.) Zur Frage der Besprechungen, die 
wischen Rußland und Deutschland über Neformen 
n den ostanatolischen Provinzen stattfinden sollen, wird mit— 
eteilt, daß der Reformentwurfbereits der Pforte 
bergeben worden ist. Es heißt, daß Rußland teilweise 
ruf die Bedingungen des Entwurfes verzichtet hat, namentlich 
ruf die Ernennung eines Generalgouverneurs für die fünfß 
Bilajets, und werde sich mit der Ernennung von Generalinspel⸗ 
oren begnügen. Man glaubt, daß die Pforte diesen Reform⸗ 
ntwarrf in der Form der Aenderung und Vervollständigung 
es über die Befugnisse der Generalinspektoren bercits ver⸗ 
ffentlichten Reglements annehmen und den Mächten in diesem 
⸗inne Mitteilung machen werde 
gesetzes bindende Zusammenklang des Ganzen, blieb leider 
uu missen, ja Unzulänglichkeit und Aufdringlichkeit schoben 
ich in entscheidenden Augenblicken störend in das Bilb hinein 
— — — — — —— — — 
heiden Rollen ihr besonderes Leben einzuhauchen. Adalbert 
Ulrici, der zwei Chargen prächtig ausstattete, und Felix 
Rossert sind rühmend zu nennen. 
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Das Deutsche Schauspielhaus hat jetzt den so 
eiß ersehnten Erfolg, hat ihn bekommen in zwei kleinen 
Stücken, die, wie man prophezeien kann, den Spielplan recht 
ange beherrschen werden. Das zweiaktige Lustspiel Der 
riste Beste“ von Francis de Croisset (deutsch von Otto Eisen⸗ 
hetz) ist eine scharmante, geistreiche Plauderei über das Thema: 
Soll eine Frau gegen den Drang ihres Herzens eine anstän— 
ige Frau sein?“ Die kleine Jeanne kümmert sich den Teufel 
m Moralredereien, während sich ihre Freundin Raymonde zehn 
vahre lang während ihrer Ehe vergeblich von Fernand ver— 
zren läßt, ohne ihm die geringste Gunst zu gewähren. Die 
tolge ist, daß sie nach dem Tode des Gatten, als sie Fernand 
nit derselben kühlen Herzlichkeit, mit der sie ihn während 
hrer Ehe behandelte, die Hand zum neuen Lebensbund 
eichen will, dem ersten Besten, der täppisch in ihr Leben hin⸗ 
ingreift, zum Opfer gefallen wäͤre, wenn dieser erste Beste 
icht die Dummheit gemacht hätte, sich anderweitig zu ver⸗ 
eiraten. So geht alles gut aus, und was eine Katastrophe 
ätte werden können, wurde so der Stoff eines Lustspiels, das 
edmisch geschidt gemacht ist — trotz des abfallenden zweiten 
lktes — und fich von aller Banalität fernhält. Die Groteske 
Satans Maske“ von Paul Czinner, die den Abend 
hloß, ist ein Bravourstüchchen, und da es mit Bravour gespielt 
zurde, gefiel es sehr. Zwei Menschen, die nichts anderes sind 
ls Komödianten, der Theaterdirektor und die Schauspielerin, 
ie von ihm engagiert werden will, spielen sich degenseitig 
domddie vor. Einen Moment scheinkt es, als ob im Augen⸗ 
licke es der Schaufpielerin als der gröhßeren Komddiantin ge— 
maen isst, dem anderen die Seele zu entblößen. Aber nur 
inen Augenblick, denn was er scheinbar verloren, gewinnt er 
ald wieder. So bildet die Grotesle den Rahmen far ein 
ypersenlitives Nervenspiel, fur eine leidenschaftliche Liebesszene, 
men Mord, einen Wahnsumsanfall und schliekßt vernichtend mit 
en Worten: „Sie sind engagierk“. Die beiden haben ein⸗ 
nder gemessen und haben sich als gleichwertig erkannt. Else 
halafross als Jeane umd als Schaufspielerin Libia konnte alle 
Siten wres reichen und grohen Könnens zeigen. und Vaul 
Itto. der den Ferrand be Tegterbettot sbelte pußt⸗ 
Die Zulunft des Münchener Künstlertheaters ist wieder ein⸗ 
nal in Frage gestellt. Der Drei-Masken-Verlag, der seit 1911 
zächter des Theaters war, hat den Eigentümer, den Verein 
lusstellungspark um Aufhebung des Pachtverhöältnisses ersucht, 
a sich das Theater als unrentabel erwiesen hat. Der Verlag 
at am Künstlertheater etwa eine Viertelmillion Mack 
ngebüßt. Schade um das wunderkübsche Haus, schade auch 
m die künstlerischen Anregungen, die besonders im ersten 
Kahre, aber auch noch bis zum Schluß von ihm ausgingen. 
Hielleicht wird Reinhardt wieder der Retter in der Mot? 
„Daͤe Meistersinger“ von Nichard Wagner erlebten in diesen 
Tagen in der Großen Oper inm Paris das Jubiläum der 
00. Aufführung. — Am 10. Nov. 1897 erfolgte die erste 
lufführung — das sind bis zur 100. Vorstellung also 16 Jahre. 
der Baritonist Delmas, der bei dieser Erstaufsührung den 
zans Sachs kreierte. sang auch in der Jubiläumsaufführungq 
iese Rolle. 
Kunftlernachr ichten. Geora Hartmann, der Direktot 
es Deutschen Opernhauses in Charlottenburg, hat in aller 
5tille Donnerstag, also fast gleichzeitig mit Hans Gregor in 
Bien, sein 25jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Hartmann ist 
m gebürtiger Hannoveraner. Er hat in Dresden das Konser— 
atorium besucht, bei Franz Wüllner und Eugen Hildach 
tudiert und trat Anfang Oktober 1888 sein erstes Engagement 
n Elbing an. In Königsbera ging Hartmam vom Gesang ur 
degie über und war als Regifseur und Lehrer amKonservatorium 
atig. Er übernahm dann die Direktion des Essener Stadt⸗ 
heaters, die er fünf Jahre führte, ehe er nach Charlotten⸗ 
urg kam. Das Personal des Deutschen Opernhauses bereitete 
zartmann aus Anlaß seines Jubiläums lebhafte Ovation. — 
V. Dr. Walter Bloem ist von der Generalintendanz des 
ztfuttgarter Hoftheaters vom 1. Sept. 1914 an auf 2wei 
zeitere Jahre als Regisseur und erster Dramakurg ver— 
Fflichtet worden. — Kammersänger Karl Person aus Dres— 
en ift an das Leipziger Stadttheater durch einen längeren 
Hastspielvertrag verpflichtet worden, wodurch die Baritonfrage 
rach dem Fortgange Walter Soomers gelöst erscheint.
	        
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