Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Anzeigenp reis (Ausgabe A und B) für die 
Zeile 2d Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
s8 Pfa. fur Auswärtige 30 Pfg., f. Geschäftl. Mit⸗ 
eilungen 1Mt. d. Zeile. Tabellen- u. schwieriger 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübeck 163. Jahrgang Nadhrichten sür das herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt Btt r eeenein he euaenc zürstentümer Ratzeburg, Lübec und das angren⸗ 
— — —— —— —E —8 zende mecllenburgische und holsteinische Gebiet. 
ODruck und Verlag: G ebrüder Borchers G. m. b. S. in Lubeck. — Geschäftsstelle Adrens“nas Gböonigtr. 46). Fernlure het 8000 u. —B 
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Morgen⸗Blatt Nr. 500. 
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Erfstes Blatt. Bierzu 2. Biatt. 
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Umfang der heu“ —ner 8 Seiten. 
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Nnichktamtlicher Teil. 
Giolittis Werk. 
Vor einem Jahrviert war der Glaube allgemein geworden, 
da der alternde Herr Giolitti nicht wieder in die Mi⸗ 
nisterprãsidentschaft zurückkehren werde, weil er es nicht wolle. 
Er schien, sett Jahren Italiens Politik von seinem Abgeor d⸗ 
netenhaussitze aus beherrschend, diese Stellung der verantwort⸗ 
licheren eines Ministers vorzuziehen, fürchtete auch wohl die 
hãufigen Wohnungsumzũge, zu denen die öfteren Ministerkrisen 
die Sonninos, Luzzattis und anderen Parteiführer zwingen. Ueber 
deren kleinen. am Amte hängenden Ehrgeiz war der Routinier 
des politischen Handwerks hinausgelangt. Besaß er auch nicht 
die diabolische Art des Franzosen Clemenceau, in Minister⸗ 
stũrzen seiner Leckerbissen höchsten zu genießen, so kam es doch 
ziemlich auf dieselbe Wirkung hinaus, wenn er aus dem ent⸗ 
gegengesetzten Beweggrunde die Besetzung des höchsten Staats— 
amtes von Zeit zu Zeit wechseln ließ — nämlich um möglichst 
vielen seiner Anhänger den Wert seiner Gönnerschaft handgreif— 
lich zu machen. 
Als er im Frühjahr 1911 nun doch die Präsidentschaft 
selber wieder übernahm, schien es zunächst zu geschehen. um 
seinen Namen historisch mit den repräsentativen Akten des Ju— 
brläumsjabres zu verknüpfen. Indessen schätzte diese Vermutung 
seinen geistigen Kulturzustand, seine Erhebung über den kleinen 
Eitelkeitskitzel, doch zu gering ein. Es ist schließlich Lakaienstolz, 
sich auf die Verzeichnung des lieben eigenen Namens in der 
Chronik der Fürstenempfänge uswp. etwas zugute zu tun. Und 
die Zeit war wirklichen Großtaten, mit denen auch ein anspruchs— 
vollerer Ehrgeiz sich begnügen kann, nicht ungünstig. 
Zunächst lag eine Erweiterung des Wahlrechts in der Luft. 
Man hatte einst so lange, so laut über das sortschrittsfeindliche 
Osesterreich geschmäht, daß man sich jetzt nicht gern über— 
trumpfen lassen mochte, als dort (18907) die allgemeine 
Wahlberechtigung eingeführt wurde. Freilich haperte es 
mit der Vorbedingung einer solchen Reform. der allge— 
meinen Voltsbildung, noch arg: trotz des gewaltigen 
Voraus feiner — von den dialektischen Verschiedenheiten ab— 
gesehen — sprachlichen Einheit kann sich das italienische Schul⸗ 
wesen mit dem hochentwidelten österreichischen noch lange nicht 
messen. so daß jetzt eben der Minister selber von der fort⸗ 
dauernden nationalen „Schande des Analphabetis— 
mus“ sprechen muß. Aber es ging nun einmal nicht anders: 
das allgemeine Wahlrecht, dem selbst die Spanier trotz ihrer 
84 00 Analphabeten die Reverenz erwiesen haben, mußte ein— 
Freitaa, den 3. Oktober 913. 
zeführt werden, es kdoste, was es wolle. Und da die Zeit 
dieses „demokratischen Gedankens“ erfüllt schien, so war es in 
der Ordnung, daß der Herr und Meister des italienischen Par—⸗ 
amentarismus selber seinen Namen unter die Neuerung setzte, 
ind nicht einer seiner Fortis oder anderen Handlanger. Es 
vird denn auch wohl seine Probe bestehen und den höchsten 
zweck italienischer Wahlen erfüllen, nämlich regierungsfreund⸗ 
ijche Mehrheiten zu liefern. Im Notfalle stehen den wahl— 
eitenden Behörden ja auch die bekannten Kniffe ihrer spanischen 
dollegen zur Verfügung, z. B. die Toten auf den Friedhöfen 
nitstimmen zu lassen. 
Aber noch eine größere Aufgabe lockte den ans Staatssteuer 
zurückgekehrten. Es war der Sominer des zweiten deutsch⸗ 
tanzösischen Marokko⸗Konfliktes mit anhängendem Löwen⸗-Ver⸗ 
rage zu Frankreichs Gunsten. Die Gelegenheit war äußerst 
ünstig, Italiens tripolitanisches Eisen zu schmieden, ehe 
er heiße Sommer von 1011 zur Rüste ging. Freilich konnte 
s nicht mehr heißen „biegen oder brechen“, da man mit der 
eschmeidigen Nachgiebigkeit der Pforte, welche ängstlich allen 
donslikten aus dem Wege ging, nicht schnell genug weiter kdam. 
Ind Italiens moralisches Ansehen hat bei dem Brechen, 
u dem man sich schließlich in Rom bestimmte, gewiß nicht ge— 
bonnen. Dazu war eine gefährliche Rückwirkung auf die Raja— 
Ztaaten der Balkan-Halbinsel gar nicht zu vermeiden, denen die 
etzte Scheu schwinden mußte, einen Raubkrieg gegen. die Türkei 
u entfesseln, wenn sogar eine Großmacht einen vom Zaun brach. 
diese Folge ist dann ja leider auch eingetreten. 
Trotz aller völkersittlichen Bedenken gegen die Wiederein— 
ührung des Faustrechtes in demselben Europa des 20. Jahr- 
runderts. das sich Friedenspaläste erbaut, kann man aber der 
»ersönlichen Energie des Ministers seine hohe Anerkennung nicht 
ersagen. Es war schließlich ein kleines staatsmännisches Meister- 
tück, wie er nicht nur eine große afrikanische Provinz seinem 
dande zubrachte, sondern auch, wie er mit dieser nationalen 
Tat die in unfruchtbarer Negation verwelkenden und gar die 
m Krimskrams der Personenfragen verblödenden Fraktionen 
ind Fraktiönchen zu einen verstand. Mag auch die Begeiste— 
ung des Kriegsiahres sich nicht in die Alltäglichkeit der Frie— 
enszeit hineinretten lassen: ganz verliert die Nachwirkung sich 
licht so leicht wieder, wenn einmal der Fittich einer großen 
Sztunde über die Geister hinweggerauscht ist; und wenigstens 
jetzt bevorstehenden Wahlen werden noch unter seinem Banne 
tehen. 
Das schwierigste Stück Arbeit aber ist es gewesen, den 
Ddreibund über die schweren Anfechtungen zweier Kriege 
sinüberzuretten. Der tripolitanische bedrohte das Verhältnis 
u Deutschland mit einer schweren Belastungsprobe; und es 
var bei uns keineswegs jedermanns Geschmack, daß unsere 
ürkische Freundschaft den gegen Italien eingegangenen Ver— 
flichtungen geopfert werden mußte. Der Ballankrieg aber, 
‚ie wenigstens indirekte Folge des italienischen, schien zunächst 
die Verbindung mit Oesterreich auf die Probe zu itellen. In— 
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dessen scheinen durch eine Vereinbarung über Albanien die 
Sigatsmänner beider Länder bereits vor seinem Ausbruche die 
zefährlichste Ecke der zwischen ihnen bestehenden Reibungsflächen 
bgejchliffen u haben, und die Wechselfälle des Krieges haben 
ohat eine etwas lebendigere Interessengemeinschaft unter ihnen 
egründet. An der Erneuerung des Dreibundes im 
etßten Winter darf wohl Herr Giolitti cuch seinen Teil des 
Verdienstes beanspruchen. 
Seine Sachen ständen nach solchen und ähnlichen Ergebnissen 
einer äußeren wie seiner inneren Politik (Verstaatlichuna der 
Ldebensversicherungen usw.!) gewiß nicht schlecht, auch wenn 
er ein Urteil seiner Nation jetzt von wirlich freien Wahlen 
herausfordern müßte! 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der — A. nuud vl Z.c. 
Der dritte Balkankrieg. 
Eine serbijche Kundgebung zum Appell Albaniens an vie 
Großmãchte. 
Eine amtliche Kundgebung der serbischen Regierung nimmt 
rach einer Drahtmeldung aus Belgrad Stellung zu dem 
Appell der Albaner an die Großmächte, in dem die Albaner 
im Intervention gegen die serbisch-griechischen Greueltaten 
bitten: 
„Die Kundgebung bezeichnet den Appell als wahrkt 
Rronie, wenn man bedenkt, daß der Appell aus Gebieten 
ind von Mensichen komme. deren ganzes Leben bisher mit 
daubzügen in die Nachbarländer. mit Mord und Tot- 
chlag und Greueln jeder Art angefüllt war. von denen 
ie Annalen der ktürkischen Regierung haarsträubende Dinge 
u erzählen wützten. Eher dürfte es Serbien un d 
ßriechenland zustehen, im Namen der Humanität und 
zivilisation einenslchen MppellanEuropazurichten, 
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riechisches Gebiet aufhören. Serbien habe bisher seine Stimme 
icht gegen die albanesischen Greueltaten erhoben, weil es ein 
eordnetes und von Europa anerkanntes Staatswesen sei, das 
»as Recht habe, sich selbst Genugtuung zu verschaffen, wenn 
ubanesische Banden die Grenze überschreiten und friedliche Ein— 
vohner plündernd und mordend überfallen und sich in Ge— 
ieten häuslich niederlassen, die ihnen von Europa nicht zuge— 
tanden werden. Uebrigens trage der Appell der albanesischen 
Stämme, sofern er authentisch sei, ganz den Charakter der 
Berzweiflung über den mißlungenen Eintfall in 
»as serbische Gebiet und der Furcht vor der gerechten 
Strafe durch die serbische Regierung, die solche Einfälle 
veder dulden könne noch dürfe. Uebrigens möchten die Al⸗ 
zaner beruhigt sein. denn Serbien wolle an seinen Grenzen 
naur Nuhe und Sicherheit schaffen. Daß man hierbei im Rahmen 
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auch in der Umgebung dero s. dierter Fürsten kast alimächt'g 
sind, mögen darob zu Berge stehen. 
Die Intendanz der Städtischen Theater zu Leipzig weist auf 
die vom Rate der Stadt Leipꝛig erlassene Bekanntmachung 
hin, die vielfach außer acht gelassen wird, und deren Be— 
solgung im Interesse aller Besucher wünschenswert ist: „Wir 
zringen hiermit zur Kenntnis, daß die Plätze im Parkett, 
gesperrten Parterre sowie Mittel- und Seitenbaikon vor Be— 
rzinn der Vorstellungen, bei Opern vor Beginn 
»er Ouvertüren, einzunehmen sind, später ist dies mur 
vährend der Verwandlungen und Zwischenakte gestattet.“ — Eine 
olche Bekanntmachung wäre in Lübeck im Stadttheater auch 
am Platze. 
Die Wilckens-Ausstellung in Flensbitra. Im Flensburger 
Zunstgewerbemuseum hat z. It. der Dresdener Kunstmaler A. 
Bilckens eine sechs Säle umfassende Ausstellung seiner 
Irbeiten arrangiert. Wenn man die Namen schlesw.holst. 
dünstler wie H. P. Feddersen, Dittmann, Jatob Allerts, Nöbbe 
ind Fürst nennt, darf auch A. Wilckens nicht vergessen werden. 
kr scheint berufen zu sein, unter den Künstlern seiner engeren 
zeimat eine führende Stellung ein;zunehmen. Shon ein siüch 
iger Blick auf die Bilder zeigt uns wesentliche Merkmale der 
Malerpersönlichkeit Wilckens. Fast ausschließlich sind es heimische 
ztudien von der Insel Fans, die uns 'n den Bildern ent— 
egentrelen. Bekannt sind besonders die Bilder „Nordichtes- 
viger Politiker“, ferner „Wochenbesuch“, „Hochteit auf Fars“, 
Brautjiungfern“ u'd „Erntefrauen“, die allgem in: Bachtung 
»erdienen. Aufmerksamkeit darf auch das im letzten Winter in 
Dresden entstandene und in lebhaften Farben gehat ne Bisd 
„Loki“ beanspruchen. Der Künstler hat hier einen Absanitt 
nuis der nordischen Mythologie festgehalten. In bunter Reih n— 
olge finden wir weiter Porträts, Strandbilder, Seestudien, 
dandschaften usw. Insgesamt sind 236 Nummern vorhanden. 
Iber nicht nur als Porträt- und Landschaftsmaler, sondern 
zuch als Dekorationsmaler (Kirchenausschmückung) ist Wilckens 
ekannt. Eine größere Anzahl alter Kirchen in Schieswig— 
zolstein, die unter übertünchten Wänden malerischen Schmuck 
ius dem 15. Jahrhundert zeigten, sind wieder durch Wildens 
rufgefrischt worden. Wilckens ist eigentlich von Hause aus 
dekorationsmaler, also Kunsthandwerker, und erst mit 24 Jahren 
vandte er sich der großen Kunst zu— 
Theater. Kunst und wißenschaft. 
die Absicht auf das lebhafteste bedauerte. Aber auch in 
inderen Städten würde das Ringen um eine neue Kunstform 
rößeren Schwierigkeiten begegnen, und ob man in anderen 
ztädten für diesen Zweck so große finanzielle Opfer bringen 
derde wie in Düsseldorf, sei doch noch zweifelhaft. Es seien 
Zorschläge gemacht worden, wonach die Stadt Düsseldorf das 
zchauspielhaus in eigenen Besitz nehmen möge. Die Stadt 
nüsse dann aber mindestens Garantien haben, daß sie 
amit kein unbegrenztes finanzielles Rifiko überninimt, 
nd zur Prüfung dieser Frage habe sie das Schauspielhaus 
m Unterlagen gebeten. Auch ein weiterer Vorschlag, 
ztadttheater und Schauspielhaus zu verbinden, im ersteren nur 
)pern, im letzteren nur Schauspiele aufzuführen, sei zurzeit 
nausführbar, indem das Stadttheater durch seine Vereini— 
iung mit Duisburg ein Schauspiel unterhalten müsse. Der 
Iberbürgermeister sprach schliehlich die Hoffnung aus, daß die 
beiteren Verhandlungen von Erfolg sein möchten. — Für die 
Spielzeit 1913/14 wurde von den Stadtverordneten der bis— 
jerige städtische Zuschuß von 50 000 Muweiterbewilligt. 
Das erste deutsche Genossenschaftstheater Guben⸗Forst 
vird in diesen Tagen seine Aufführungen beginnen. Am 
. Okt. wird in Guben Shakespeares „Viel Lärm um nichts“, 
im 8. Okt. in Forst Halbes Schauspiel „Haus Rosenhagen“ 
segeben. Zu den Vorstellungen laden außer dem Direktor 
töntz die Bürgermeister der Städte Guben und Forst 
ind der stellvertretende Präsident der Genossenschaft deutscher 
zühnenangehöriger Richelt ein. Diese künstlerische Unter— 
sehmung hat durch die materielle Unterstütung der Bühnen— 
enossenschaft soziale Bedeutung für den Schauspielerstand. Wir 
dünschen ihr guten Erfolg. 
Der Siegeszug des Kinos. Das Operettentheater Hamburg, 
Direktion Wilhelm Bendiner, ist vom 1. Jan. 1914 ab an 
»ie Berliner Cinesgesellschaft verpachtet worden. Es soll in 
»em Theater ein großes Kino nach Berliner Muster errichtet 
verden. 
Es soll der Säuger ... Caruso hatte nach seiner Abschieds— 
yorstellung am Münchener Hoftheater die Königin von Neapel 
u sich zu Tisch geladen. Die Fürstin, die einst über die schöne 
deimat des Welttenors herrschte, ist dieser Einladung auch 
jefolgt. Die Zöpfe aller Hüter höfischer Etikette, die ja 
Vom Hamburger Stadtiheater. Das Mädchen aus 
dem goldenen Westen“ — Puccinis neue, vielgenannte 
Oper — ging nun auch, so schreiben die Hamburger Nachrichten, 
ohne daß ein dringendes Bedürfnis die Aufsührung dieses Wer— 
les gerechtfertigt hatte, auf der Bühne des Hamburger Stadt— 
hheaters in Szene. Die Handlung ist nichts anderes als dra⸗ 
matische Hintertreppenliteratur und die Musik eine ununter— 
brochene Fielle von Zitaten aus den früheren Opern Puccinis. 
Die Aufführung war hervorragend gut: ausge'eichnete Solisten 
und die prächtige Ausstattung und Inszenierung wirkten zu—⸗ 
sammen, um dem Werk einen äußeren Erfolg zu verschaffen, 
der mit dem zweiten Akt seinen Höhepunkt erreichte, nach 
den Roheiten und Sentimentalitäten des Schlusses ober fühloatr 
abflaute. Maestro Puccini, eine kühle, ruhige Erscheinung von 
jemessener Haltung, zeigte sich nach den Aktschlüssen zusammen 
mit den Darstellern, Kapellmeister und Regisseur oft genug vor 
der Rampe, um die Fiktion eines „künstlerischen Ereignisses“ 
aufrecht zu erhalten. 
m. „Lobetanz“, Bühnenspiel von Otto Julius Bier— 
baum, Musik von Ludwig Thuille, das vor 14 Jahren 
an der Berliner Königl. Oper zum erstenmal aufgeführt wurde, 
ist nun in den Spielplan des Deutschen Opernhauses 
m Charlottenburg, mit Erfolg neu einstudiert, übergegangen. 
Die Aufführung wies überall die Spuren sorgfältigster Vor— 
bereitung auf, die Ausstattung war geradezu verschwenderisch 
hön. Wundervoll war die Szenerie des zweiten und vierten 
Bildes, der Sonnenaufgang am Schlusse ene Sehenswürdigkeit 
sür sich. Der Totentanz zu Anfang des 3. Aktes loste bei 
den Zuschauern verständnispolles Gruseln aus. Die Mujsif 
mutete, so schreib unfer Berliner Kritfiter,6 
risch an, daß man ihr mit Vergnügen ein paar Stunden laufchte, 
Im allgemeinen hält sie sich auf dem Boden der anmutigen 
Idylle. Der Text ist leider nicht besser geworden gegen früher. 
Zur Krifis im Düsseldorfer Schaufpielhause. Man schreiot 
rus Düsseldorf: Zu dem beabsichtigten Weggange des Kuͤnstler— 
»aares Dumont⸗Lindemann von der Stätte seiner hiesigen 
Wirksamkeit gab in der jüngsten Stadtverordnetensitzung Ober— 
»ürgermeister Dr. Oehler eine Erklärung ab, in der er zunächst
	        
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