Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 63. Jahrgang Nachrichten jur das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt e ¶erinrnucdeä gono mem. d edtcccegha m cw rxürstentümer Ratzeburg, Lübed und das angren 
— — ————— zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Druck und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. S. m Lübed. — Geschäftsstelle Adrez,uus (Königstr. 46). Fernspre cher 9000 u. 9001. 
Ausgabe 
* 
Erstes Blatt. hierzu 2. Biatt. 
Nichtamtlicher Teil. — . 
Der Balkanwirrwarr. 
Für die Seroen gestaltet sich allem Anscheine nach die 
Aufgabe, den albanischen Aufstand niederzuwerfen und die Ruhe 
en ihren neuen Gebieten völlig wiederherzustellen, immer schwie⸗ 
riger. Die raschen Erfolge der Albanier lafsen darauf schließen, 
daß es sich um gut organisierte und geführte Massen handelt. 
Sie sind von Dibra gegen Gostiwa und Kitschewo, von Ljuma 
zegen Kallandelen und von Elbassan gegen Struga und Ochrida 
vorgedrungen und die Bevölkerung dieser Städte ist geflüchtet. 
Trotzdem kann man schwerlich annehmen, daß der Umfang der 
serbischen Mobilisation, die sich auf 12 Regimenter erstreckt, 
begründet ist. In Belgrad selbst scheint man um Vorwände 
verlegen zu sein. sie zu rechtfertigen. Man gibt vor, einen 
neuen Angriff von Bulgarien befürchten und dagegen auch ge— 
vappnet sein zu müssen. Nach zuverlässigen Berichten ist aber 
Bulgarien dermaßen erschöpft, daß es vor fünf bis zehn Jahren 
an eine Revanche gar nicht denken lann. Viel ernster Fnd die 
Gerüchte von türkischen Angriffsgelästen gegenüber 
srieche nland zu nehmen. Tie von allen Seiten geschlagene 
Türkei ist infolge des blutigen Ringens zwischen ihren Feinden 
gegenwärtig die am wenigsten erschöpfte Balkanmacht. Ihre 
Truppen befinden sich noch auf europäischem Boden, durch 
Nachschübe sind sie stärker, durch Reorganisation kriegsbrauch- 
barer als früher. Auch die diplomatische Lage ist für die Türkei 
aünstig. Die Großmächte haben sich zwar die Erledigung der 
Inselfrage vorbehalten, aber da sie sich nicht einig sind, 
da zwei oder drei Mächte gegen den Uebergang dieser Inseln 
an Griechenland zu sein scheinen, so würden es die Großmächte 
vielleicht gar nicht einmal ungern sehen, wenn es der Türkei 
gelingen würde, sie durch deren Rückerzwingung vor eine neue 
vollendete Tatsache zu stellen. Die plötzliche Rückreise König Kon— 
stantins nach seiner Zusammenkunft mit Sir Edward Grey läßt 
auch darauf schließen, daß er an den Mächten keinen hinläng⸗ 
chen Rüdhalt gewonnen hat, um die Drohung der Täurkei auf 
die leichte Achsel nehmen zu können. 
Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt in ihrer 
Wochenrundschau: „Im Orient sind während der abgelaufenen 
Woche die bulgarischtürkischen Schwierigkeiten von albanisch 
erbischen und türkisch⸗griechischen abgelöst worden. Die Maß—⸗ 
regeln Serbiens gegen die in sein Gebiet eingedrungenen 
Albanesen bleiben vorläufig auf dem Boden eines mehr poli⸗ 
zeilichen als politischen Vorgehens zur Herstellung gesicherter 
Brenzverhältnisse VBei weiterer Misdehnungs würden die ser— 
Offizierstöchter. 
Roman von Vaul Grabein. 
40. Fortsetzung.) Machdruck verboten.) 
Aber seine Gedanken waren nun auch bei Gerda. Er 
vuhßte ja, wie sie unter diesem Wanderleben litt. Und hier 
»ot sich nun die Gelegenheit, wieder seßhaft zu werden. 
Freilich —! Er, der Heinz Keßler, der bisher noch immer den 
Ruf eines ernsten Künstllers bewahrt hatte, trotz seiner Eskapade 
mif das Varieté, er sollte nun da mittun, wo Abend für 
Abend den Publikum seichteste Unterhaltung geboten wurde? 
Seine Hand hob sich zu einer entschiedenen Abwehr. Da 
zing es ihm wieder durch den Kopf: Gerda! Konnte er ihr 
wirktich noch dies Leben weiter zumuten? Ihre Nerven waren 
ernstlich mitgenommen in diesen letzten Monaten. Mußte er 
nicht endlich doch Rücksichten auf sie nehmen?“ 
Da sant ihm die schon erhobhene Hand wieder unschlüssig 
rerab. 
Larun, dessen glänzende schwarze Augen bei aller Bonhomi 
doch immer etwas heimlich Spähendes hatten, das zu den 
ständig witternden Nasenflügeln paßte, entging die Beweaunn 
nicht, und geschickt griff er zu: 
„Nu, Se hab'n ja Zeit. Jeberlegen Se sich's in aller Ruhe, 
vas ich Ihnen eben vorgeschlagen hab'. Ich kann mer's schon 
denken, es is an Entschluß fier Sie. Es ist vielleicht an un— 
gewöhnl'cher Schritt. Aber nu wenn schon? Wozu sind Se 
der Hornz Kebler? Ich sag's doch: Klafsse! Was sich an 
anderer vielleicht nich erlauben durft', Sie können's riskieren! 
Sie haben's Publikum hinter sich. — Na, also ieberlegen 
Se sich de Sache und geben Se mer dann Bescheid. Aber einst- 
weilen lönnen Se fich de Roll' amal anschaun.“ Und er zog 
aus se'ner Manteltasche ein Hest in blauem Umschlag, das er 
nun Keßler hinhielt. „A Bombenroll', a Schlager! Werden 
Se selber finden, wenn Se se lesen. Und a faine Roll' Gans 
a was für Sie. Se werden damit den neuen Schanre kreiern, 
den ich Ihnen vorhin markiert hab'. Furore werden Se machen 
mit der Roll', und Se sollen seh'n, de Kritik —“ 
„Schon gut! Sie reden ia gerade. als hätte ich bereits 
geson 
Montag, den 29. September 1913. 
hischen Bewegungen wohl mit Rücksicht auf die Interessen der 
ßroßwmächte an und in Albanien im Einklang gebracht werden. 
Die Regierungen beobachten bis auf weiteres Zurüchhaltung. 
Tus übereinstimmenden Aeußerungen der europäischen Presse 
äht sich aber entnehmen, daß man von Serbien überall einen 
naßvollen Gebrauch seiner Handlungsfreiheit erwartet.“ 
Griechenland und die Tuͤrkei. 
Ein Hemmnis in den türkisch-griechischen 
Friedensverhandlungen hat sich, so schreibt die Nordd. 
Allg. Ztg., bei Erörterung der Frage nach der Zukunft der 
igäischen Inseln ergeben. Bis jetzt besteht die Hoffnung, das 
ũtzliche Werk einer Verständigung zwischen der Pforte und 
vriechenland werde an diesem Punkte nicht scheitern. 
An zuständiger Stelle in Konstantinopel verlautet, 
»er Ministerrat werde den Gegenvorschlag betr. die mit 
sßriechenland in der Schwebe befindlichen Fragen der 
SZtaatsangehörigkeit der Vakufs und der muselmanischen Ge— 
nemden endgültig ausarbeiten. Der türkische Friedens— 
elegierte Talaat wird sich Anfang dieser Woche nach 
Lthen begeben. 
In Parifer politischen Kreisen ist man über die türkisch— 
riechische Spannung sehr beunruhigt. Es verlautet, 
ah die Türkei einzig und allein durch die Haltung der italie— 
ischen Regierung zu der Brüskierung Griechenlands gekommen 
ei. Man erklärt, daß die Auslassungen des Generals Ameglio 
iber die Insel Rhodos die würkische Regierung zu ihrer 
etzigen Haltung veranlaßt haben. Die Möglichkeit eines bee⸗ 
vaffneten Konfliktes gilt vorläufig als unwahr— 
chein lich. Viel besprochen wird aber in dem Zusammen⸗ 
ange die Tatsache, daß die Türkei noch immer nicht die 
demobilisierung ihrer 300 000 Mann begonnen habe. 
* — — 
— — ** 
Das turkisch⸗ bulgarische Friedens protololl. 
Nachdem alle Formalitäten erledigt und die Abschriften 
zenommen sind, wird die Unterzeichnung des türkisch— 
X 
verden. 
Beim Verlassen des Konferenzsaales sagte der bulga— 
zische Friedens unterhändler Natschewitsch: Die 
xzriedensverhandlungen sind definitiv beendet 
ind können schon jetzt als unterzeichnet betrachtet werden. Die 
driegsgefangenen sind von Sonnabend äb frei; da lie aber 
0 000 Mann zählen, wird ihr Rücktransport etwa vier Wochen 
»auern. Die Demobili'sierung begint sosot. Die Valuf-Frage, 
die 50 Paragraphen umfaht, wurde derat geregelt, daß kein 
ßeld genommen und kein Geld gegeben wird, Bulgarien für den 
Interhalt der Kriegsgefangenen keine Entschädigung erhalten 
vird, da die Kosten mit dem Ertrag aus der Kapitalisierung 
ines Teiles der Vakufgüter beglichen werden. Man weiß noch 
icht, auf welche Weise die Privatinteressenten des Vakufs 
ntschädiat werden. Zum Schluß hemerkte Natschewitich · Da 
„Also ich lafs' Ihnen de Roll' da!“ Und Larun steca se 
halb mit Gewalt Keßler in die Hand. „Und nu will ich 
Se nich länger aufhalten, mein lieber Fraind. Also, klin— 
zein Se mich an, auf'm Biro — Se wissen ja.“ 
Er verabschiedete fich, drehte sich aber, schon auf der 
Schwelle, noch einmal um und sagte mit einem respektvollen 
Bbücling. als wäre die Frau des Hauses persönlich zugegen: 
„Und empfehl'n Se mich Ihrer Frau Gemahlin — leider noch 
inbekannterweise.“ .. 
Eine Weile stand Keßler in Gedanken versunken, die Stirn 
usammengezogen. Dann hob er die Hand mit dem Manu— 
kript. Flüchtig begann er darin zu blättern, mit einem ge— 
ingschãtzigen Ausdruckh. Doch nach und nach wurde feine Miene 
nteressierter, und nun klappte er das Heft mit einem Ruch 
usammen. Immerhin — lefen konnte man ja die Geschichte 
nal! Er ging zum Schreibtisch. 
— 
* 
Dee beginnende Wintersaison brachte dem Berliner Theater⸗ 
ubiekum eine große Ueberraschung: Heinz Keßler war in den 
zerband des Palast-Theaters getreten, an die Stelle des dort 
o behebt gewesenen Rolf Lattinger. In der neuen großzen 
ievue sollte er zum erstenmal an dieser Stätte auftreten, 
nder führenden Rolle als Erhprinz Botho. Mit der Miezi 
Molnar als Partnerin. —WVV 
Tas war ein Staunen und Verwundern. Wie? Der Kehler 
nr „Palast“? Zwischen all den bekannten Größen des lachen— 
en, keden Humors, der dieser Bühne neben dem glänzenden 
Tusstartungsapparat ja gerade das Gepräge gab? Aber 
chließlich — eben der Heinz Kebler! Bei dem muhte man ja 
nnner auf eine Extraüberraschung gefaßt sein. 
Auch die Presse beschäftigte sich mit diesem „neuesten, 
reilich etwas bizarren Impromptu des vielgenannten Künst— 
ers“. Aber eine von Larun lancierte, sehr geschidt redigierte 
dotiz gab bald Erklärung und Begründung und erhöhte noch 
ie Spannung: man würde da eine ganz neue Note an diesem 
eliebten Künstler kennen lernen. Kurzum, das Debüt Heinz 
Zeßlers im Palost⸗Theater wurde zu einem Ereignis für die 
Zerfkiner. Am Abend der Premiere war das große Haus Unter 
en Linden zum Brechen voll. 
Nuch Gerda Keßler war im Thectter. Der Enischluk war 
Abend⸗Blatt NUr. 493. 
— œ 
wir unsere Mission erfüllt haben, können wir im Laufe der 
nächsten Woche Konstantinopel verlassen. Zur selben Zeit 
werden die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen 
werden. 
* 
Der Aufstand in Albanien. 3387 
Die österreichischsungarische und italienische Regierung haben 
inen Gedankenaustausch unter den Mächten an⸗ 
seregt, um zu der durch den albanischen Aufstand und die hier⸗ 
surch bewirkten serbischen Gegenmaßregeln geschaffenen Lage 
ztellung zu nehmen. Oesterreich-Ungarn und Italien wollen 
ine Aenderung der in London getroffenen Vereinbarung durch 
ine ferbische Oktupation nicht dulden. Der Gedankenaustousch 
st bereits im Gange. 
Zu der Wiener Meldung des Pester Lloyd über die 
Stellung OesterreichUngarns zu den Vor— 
rängen in AlBbanien fügt das Neue Wiener Tagblatt auf 
ßrund eingeholter Informationen hinzu, daß Oesterreich-Ungarn 
ind Italien aus eigenem Antriebe ihren Einfluß auf 
Ubanien geltend machten, um dort ernstlich zur Nuhe 
u mahnen und ein Uebergreifen der Bewegung auf das auto— 
iome Albanien hintanzuhalten. Das Blatt erklärt weiter, die 
on den Serben selbst genannten Namen der Führer des albani⸗ 
hen Aufstandes, wie insbesondere Bolietinatz, bewiesen, daß es 
ich um Albanesen handele, die jetzt serbische Untertanen sind. 
VBenn jetzt von serbischer Seite auf die infolge des Druckes 
er Mächte erfolgte vorzeitige Zurückziehung der serbischen 
ruppen aus Albanien als auf den Grund des Aufftandes hin⸗ 
ewiesen werde, so sei demgegenüber festgestellt, daß diese Zu⸗ 
ücziehung tatsächlich niemals vollständig erfolgt sjeäe. 
Wie in Wien an masßgebender Stelle verlautet, stelsen 
Rußland und Frankreich auf dem Standpunlt, daß 
zie Beschrüsse der Londoner Konferenz wegen 
der Nord-und Südgrenze Albaniens auftrecht 
erhalten werden müfssen, und daß diese Beschlüsse keme 
Aenderungen durch den albanischen Aufstand erfahren dürfen. 
Aus dem Aufstandsgebiet wird gemeldet: Die 
Serben haben Sonntag vormittag das ganze Gebiet fsüdlich 
des Presba-Sees bis nördlich von der Höhe 1537 jen⸗ 
eits des in der Nähe des Sees gelegenen Dorfes Kuko ver—⸗ 
assen. Die griechischen Truppem haben sofort das 
yon den Serben verlassene Gebiet besetzt. 
Die Albanesen verübten grohe Blutbähder im Reku⸗ 
ezirk. Sie bramten die serbischen Dörfer Senza, Lukowatsch, 
Trebnik, Vituschka und Wrbenik nieder. Sie ermordeten die 
dorfvorsteher unter furchtbaren Martern. In der Nacht zum 
zonnabend schlugen sie Kinder und Frauen nieder. Es wurden 
leichen gẽfunden, denen der Kopf mit stumpfen Hacken abge— 
rennt war. Die Dorfkirchen sind in Moscheen umgewandelt 
orden. Im Dreibezirk wurden ganze Häuserstätten ausge⸗ 
olündert. Das serbische Dorf Rutop gleicht einem Friedhofe. 
leberall decken Leichen die Straken. Vor Diakowitza kam es zu 
chr hart angekommen. Aber sie hatte sich überwunden, Heina 
uliebe. 
Diese letzten Wochen waren überhaupt ein unausgesetzter 
chwerer Kampf mit ihrer eigensten Natur gewesen. Sie hatte 
»en Stolz in sich niederringen müssen. der sich aufbäumte gegen 
iese neueste Zumutung: ihr Mann auf jener Bühne, wo die 
eichtgeschürzte Miezi Molnar ihre Triumphe feierte. 
Und das Schwerste: sie selber war in erster Linie die Ver— 
mlassung dazu geworden. Heinz hatte es ihr ja erklärt, in 
ener erregten Stunde, wo er ihr von seinem Engagements 
ibschluß mit Larun berichtet hatte. Gerade mit Rüchicht auf 
ie hatte er schließlich angenommen. Weil er fie nicht länger 
viesem Wanderleben ausfetzen wollte, dem ihre Nerven offenbar 
licht gewachsen waren. 
Tas lähmte ihr jeden Widerstand, verschloß ihr einfach 
den Mund. Aber in ihrem Inneren brannte es um so bitterer: 
ie serber schuld an diesem Niedersinken ihres Mannes! 
Denn das war es. Bisher war er, wenn er sich auch an 
ingewohntem Orte zeigte — zeigen mußte, wie ja alle Welt 
vußte —, in der Sphäre ernster Kunst geblieben. Aber nun? 
zim „Palast“, wo Tausende hingingen, nur um den Flitterkram 
»er prunkvollen Kostüme, die schöngewachsenen Choristinnen im 
Trikot zu bewundern bei den großen Tableaus, mit denen jeder 
Aft abschlböf“? 
War es nicht eine Selbstentweihung Heinzens, daß er sich 
zuf dieser Bühne zeigte? Aber — um wen geschah es? 
Auch Heinz mochte es anfänglich ernste Kämpfe gekostet 
aben. Er sprach zwar nie davon, aber fie merkte es ihm 
in. Er war wortkarg und reizbar. Dann wieder unvermittelt 
ebhaft. Mit Selbstironie und gewaltsamen Scherzen fuchte er 
ich leiber und sie daruber Hinweg zu bringen. Aber er täuschte 
ßerda damit doch nicht. Und zu dem eigenen Leid kam nun 
as Mitleid mit ihm, der ihretwegen das auf sich genommen 
atte. Sie quälte sich im Stillen mit Selbstvorwärfen, daß 
le nicht stark genug gewesen war, jenes Wanderleben weiter 
nit ihm zu teilen. Das erschien ihr jetzt. wo es zu spät war, 
a viel, viel leichter. 
Forksetßung folat.)
	        
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