Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

J — — 2 S5 
4ñ 
Ausgabe . 
Tagesbericht. 
Lübeck, 26. Septeniber. 
*Welche Beurteilung die Wirhsan keit des Fremdenver⸗ 
kehrs⸗Vereins bei Besuchern Lübeds erfährt, geht aus einem 
Lngeren Artikel in dem „Kreisblatt für den 14. Deutlchen 
Turnkreis Sachsen“ vom 17. Sept. hervor. In dem Artikel 
beschäftigt sich Tr. Bachmann aus Mylau mit der „Turnfahrt 
an die Wasserkante“, die am 21. und 22. Juli je 500 Teil⸗ 
nehmer nach Lübedck brachte. Dr. Bachmann schreibt: 
„Endlich kam auch wieder mal die Eisenbahn (ngch dem 
Besuch pon, Samburg und, Kield, in ihr alles Recht. die See⸗ 
ahrer bestiegen am nächsten Morgen den Zug nach Lübeg. 
Hier wurde uns ein so übergus herzlicher Empfang Zzuteil. 
wie wir ihn auf der ganzen Reise nicht annähernd getroffen 
hatten. Als der Zug in die Halle einlief und die Turner 
mit einem fröhlichen Liede entstsegen, gebot ein Herr Ruhe 
und machte dekannt. daß der Luübeger Verkehrsverein und die 
Turngenossen Lübeds uns in gt Gruppen getrennt durch die 
Stadt und ihre Sehenswürdiokeiten führen und, uns beim 
Mittagsmahle wieder vereinen wüͤrden, Der Vorschliag wurde 
mit Jubel begrüßt, und es muß mit, Achtung von all diesen 
Herren, gesprochen werden denn ich habe selnen derartig geist- 
reiche Fuͤhrungen gesehen, wie in Lübeck; das waren Führer, 
pon denen man etwas hat, die einem eine liebe 3 
dieser Stadt ins Herz pflanzten. Mir sind seider nur, no 
wenige Namen, in Erinnerung. und ich möchte nicht verfehlen, 
an dieser Stelle allen beteiligten Herren im Namen der 150. 
Turnfalmt herzlichst zu danken, Man führte uns zunächst durch 
das Hohtentorx. ein altes Festungstor der Stadt Luhed, das 
schon seines Alters halber n Schauer in deutsch empfindenden 
Herzen weckt. Der alten Vorzeit graue Erinnerungszeichen wirken 
doch gerade bei, dem empfindsamen Deutschen, das Wort Empfind— 
samkeit im edelsten Sinne verstanden, immer wieder mit großem 
Zauber. So standen neben diesem Solstentor alte 
liche. die Schönheit vex Stadt nicht besonders hervorkehrende 
Gebeude, sogenannte Salzspeicher, die die Stadt zu Kriegs— 
eiten mit diesem edlen Gewürs versorgten. (Gemeint sind die 
Lüneburger Salzspescher, in denen die Salziagerung füͤr die Ver— 
sendung nach dem kandinavischen Norden, vor allem zur Berei⸗ 
ung der gesalzenen Heringe, erfolgte. D. Red.,) Jede andere 
Großstadt, hätte diese Ueberreste beseitigt. Das dantbare Lubed 
scherle sich Fucht um Schönheitssinn, den es ja in weitaus 
größerem Maße sonst in der Siabt bewiefen hat, sondern 
ließ die alten Gemäuer der Rachwelt in treuer Pietät stehen, 
Auf Einzelheiten dieser hochineressanten Stadi ginigehen legt 
nicht im Interesse des Berichts. Waß aber berichtet werden 
wuz, das ist der Zauber, den das Innere der Narienkirche 
Lübecks cuf uns gusuhte. Man kann sich keinen, Begriff 
machen von einer derartig gediegenen und känstlerischen Äus 
stattung einer Kirche, in der die alten Burgermeister, dieser 
freien Stadt in fürstlichen Ehren, begraben Uegen. VUeher— 
gältigend ist dien große Orgel. eaugeyh sind für, das 
Auge die, Marmoraltäre. Von Hohem. ünstlerifchem Werte 
Zeugend. befindet sich in einer Seitentapelle ein, Holbeinscher 
eg der meisterhaft gemalt ist, daß man bei längerem, 
ernstem Betrachten dieses Gemäldes den Tod seibhaftig tanzen 
sieht. Als Seiligtümer weist die Kirche zwei Fahnen aus dem 
Jahre 1813 auf, die aus der Vorzen heiligen Tagen auf uns 
herabnickten, und als wir unseren Rundgang fast beendei 
batten, ftel unser Auge auf ein Kunstwerk von unschäbbarem 
Werte. eine sogenannte astronomische Ühr, die tausend Jahre 
ununterbrochen geht, jeden Tag, Festtag, ιs, Sonntag 
regelmäßig anzeigt. ebenso jedes Jahr und Sqaltjahr. die nod 
nicht bis heutigen Tages versagt hat. Von dieser heiligen 
Statte hegaben wir uns ins Rathaus, das so viel an, kunstle- 
rischem Werte birgt, daß es einer besonderen, Beschreibung 
würdig wäre. Wir schritten durch die weiten Korridore, voñ 
den Wänden herab grüßten uns die stolgen unbeugfamen Ge⸗ 
slalten der Lübeder Bürgermeister, wit wuürden in den mit 
lostbarer Pracht ausgestatteten Sißungsfagl des Rathaufes ge 
ührt und wurden uns, angesichts dieser Vracht uünferer, gangen 
Armseligkeit bewußzt. Der Fdührer hatte für den letzten Teil 
der Besichtigung ein ganz besonderes Kleinod aufbewaährt, die 
sogenaunte Kriegsstuhe der Hansa, in welcher die Hanfegten 
über Krieg und Frieden, über Leben und Tod, in feierlicher 
Sitzung, entschieden. Es wurde persichert, daß kein Kaifer 
und kein König in seinen Schlössern eine derartige Pracht 
aufzuweisen „äfte, daß das Getäfel an, den, Wänden so in 
menschliche Werte nicht umrechnen lietze. Das Mittagsmahl ver- 
einte uns wieder, allen glühte die heißeste Vateriandsliebe 
naus den Augen, das Essen wollte nicht so recht schmeden, da 
wir zu viel geistige Genüsse eingenommen hatten. 
„Turner“, schloß der — die Reihe der Redner, 
„wir sind am Ende unsexer Fahrt, Wir haben in Leipzig die 
unbeugsame Kraft des Germanentums empfunden, woir haben 
gefehen, daß das Vaterland angesichts der Leipziger Höchst⸗ 
leistungen ruhig sein kann, wir sind stolz von dort hinaufgezogen 
zu unferen nordischen Brüdern. Wir durften erleben, was 
deutscher Bürgerfleiß für unschäßbare Werte schafft. Wir sind 
mitten in den Strudel, des Hamburger Hafens gezogen worden 
und haben bemerkt, wie der, deutsche Kaufmann immer noch in 
den Spuren feiner grohen Vorgänger wandelt, die Kaiser und 
Koönige beschämten. die die Schulbbücher Katls V. mit kost 
barer Zimmtrinde achelnd im Ofen verbrannten, wir sind 
von den Stätten des gleibez und, der Betriebsamkeit hdingezogen 
an die Stätten, die den Handel schützen, die den Kanfmang 
ohne Gefahren hinausziehen lassen auf das weite Meer; wir 
haben unsere starke Flotte in Kiel bewundert, uns allen ist zum 
Vewußisein gekommen, daß unsere Zukunft auf dem Wajser 
liegt, dah unfere blauen Jungen im Ernstfalle zu siegen ver— 
stehen werden, getreu ihrem Eide, den sie dem rilterüichsten 
Kaiser geleistet. Und nun zu guter Letzt haben wir noch eriebt, 
was für uns alle so unendlich not tut, wir haben den Lubeder 
Stolz gesehen. Liebe Turner, wenn wir von allem mit in die 
Heimat nehmen, was uns diese herrliche Fahrt, offenbatte, so 
vergeßt nicht, ganz besonders einen groben Vorrat dieses Stolzes 
mitzubringen, damit ihr euch dort über kleinliches Parteigezaͤnk 
und partifularistische Absonderlichkeiten hinwegsetzt, dammt dieser 
Stolz euch das Rüdgrat stählt, das Herz zu selbstbewußtem 
Schwingen regt, die Stirn eifern panzert gegen kleinliche An— 
läufe hetzerischet und wühlerischer Arheit, daß nur alles untet 
dem, groben Gesichtswinkel des persönlichen Stolzes. des 
Stolzes auf Familie, Stadt und Vaterland, geschieht. Es lebe 
Kaiser und, Reich es lebe, die eiserne Volkskraft Leipz'gs, es 
lebe der Fleiß des deutschen Kaufmannsstandes, es lebe die 
treue Vaterlandsliebe. es lebe der unböndige Stolz Vnheds 
Gut Seil!“ 
Schweren Herzens schieden, wir von diesen herrlichen, stolzen 
Menschen, aber die Pflicht rief uns wieder nach der Heimat 
ind wir fuhren in den dämmernden Abend hinein, voll von 
Begeisterung dieser herrlichsten Fahrt. Wehmütig Jestinemt 
ührte uns der Zug an der Stätte des Deutschen Turnfeites, 
die im Frieden der Nacht träumerisch verklärt lag, vorbei. 
Der Herr hat Grokes an uns getan. Ehr⸗e so Gast ver 
Gãhe!“ 
Amgehung der Vorschrifien über die Aushidung woeib⸗ 
licher Handwer!?er im Bered dir Lübeder Gewerbtkanmer. Auf 
Grund des 8 1038 der Neichtgewerbeordnung hat der Senat 
mit Wirkung vom 4. Okt. v. J. Vorschriften über die Aus— 
bildung weiblicher Handwerker erlassen. Der Zwed dieser 
Dorschriften wird nun neue dineg, wie die Gererbekammer in 
ihrem Jahresberichte für 1912,13 mitteilt, dadurch in Frage, 
Hestellt, daß sich ein Teil der Schneiderakademien und ähnlicher 
anderer Institute mit Erfolg auf den Standpunkt gestellt hat, 
die seten keine Handwerksbetriebe, sondern gewerbliche Fach— 
Freitag, den 26. September 1913. 
—3 
—J— 
—44 
Morgen⸗Blatt NUr. 487. 
chulen und sielen daher nicht unter die von der Gewerbekammer 
erlassenen Vorschriften über Lehrlingsausbildung. Diese Auf— 
sassung durfte jedoch irrig sein, da nach Art. 77 des lubecdckischet 
Unterrichtsgesetzes alle privaten Lehranstalten einer behördlichen 
donzession bedürfen; eine solche ist aber keinem dieser Institute 
rteilt worden. Die erwähnte Ruffassung wird nur vertreten, 
im sich von allen Verpflichtungen zu drücken. Die in diesen 
Instituten erworbenen Fähigkeiten werden keineswegs aus 
chließlich zur Verwendung im Hausgebrauch erlernt, eine groß 
Anzahl junger Mädchen will sie zweisellos später im Erwerbs 
eben verwenden. Daß die Vorbereitung für eine spätere Er. 
verbstätigkeit in diesen Instikuten eine durchaus maenügende ist 
zraucht bei der Kürze derartiger Kurse nicht erst bewiesen zu 
werden. Die Gewerbekammer hat daher beim ˖ Senat die Ge— 
nehmigung von Vorschriften beantragt, nach denen auch die— 
enigen jungen Mädchen, die angeblich ein Handwerk nur zum 
hausgebrauch erlernen“ »brend Rrer Lehr'eit als gewerb- 
iche Arbeiterimmen zu betrachten sind und Lehrverträge noch 
Maßgabe des 8 128b der Reichsgewerbeordnung nit ihnen 
abgeschlossen werden müssen. Auf Ansuchen soll jedoch, wenn es 
ich nachgewiesenermahen um Lehrmädchen handelt, die das 
etr. Handwerk tatsächlich nur zum Hausgebrauch erlernen, die 
dehrzeit nach 8 180a der Reichsgewerbeordnung abgekürzt 
verden können. Diese Vorschriften sollen sich cuch auf alle 
Tkademien, Anstalten, Institnte usw. erstrecken. Cine Ent—⸗ 
chlietzung des Senates auf dieses Ersuchen ist bisher nicht 
;rfolgt. 
Von den medlenburgichen Oftseebädern. Die Besuchs 
iffern der Ostseebäder für den Sommer 1013 sind Warne 
wünde 21094 (1912: 21206), Doberan 3906 3685), Heiligen 
damm 1891 (2377), Brunshaupten 17 356 (17 131), Arendsee 
0470 (10 217), Nienhagen 650 (623). — Wie schon in der 
Morgenausgabe Nr. 481 vom Dienstag, dem 23. Sept. mit 
jeteilt, hatte unser lübeckischer Kurort und Seebad Tra ve⸗⸗ 
nüende im Sommer 1913 vom 1. Juni bis 20. Sept. ins ge⸗ 
amt eine Frequenz von 13743 gegen 11535 Fremden im 
Jahre 1912. Während also in Travemünde eine Zu⸗ 
ahme von 2208 Fremden im Sommer 1913 zu verzeichnen 
st, weisen die meckhlenburgischen Oftseebäder entweder eine ge⸗ 
ingere Frequenz gegen 1912 auf (Warnemunde minus 112. 
deiligendamm minus 486) oder nur eine ganz geringe Zu— 
ahme (wie Doberan plus 221, Brunshaupten plus 125 
Arendsee plus 253). 
DDeutsche Vehriusahr in das Gebiet der südafrikanischen 
Union. Nach einer der Handskfammer »ugecangenen amtlichen 
MNitteilung ist die Einfuhr von Rindvieh, Schafen, Schweinen 
ind Ziegen aus Deutschland in das Gebiet der ü dafrikanischen 
lnion vom 9. Mai 1912 6 ꝛtadar naelassen. Die Be— 
ingungen, unter denen sie erfolgen darf, sind in den vom Reich ʒ⸗ 
int des Innern herausgegebenen „Nachrichten für Handel, 
Industrie und Landwirtschaft“ Nr. 71 für 1913, und im 
sugustheft 1913 des „Deutschen Handels-Archivs“ veröffent— 
icht worden. Die genannten Bedingungen können in der Kanzlei 
der Handelskammer von Interettanten enaefehen werden. 
Die Auszahlung der erhöhten Dienstprämien an Unter⸗ 
ffiziere. Bekanntlich soll die Dienstprämie für Unteroffiziere, 
zie nach 12jähriger aktiver Dienstzeit ausscheiden, von 1000 
uuf 1500 Muerhöht werden, wenn ihre Beforderung zum 
Interoffizier mindestens 2 Jahre vor Ableistung der 12jährigen 
iktiven Dienstzeit erfoigt ist. Die Heeresverwaltung hat ver—⸗ 
ügt, daß die erhöhte Dienstprämie vom 1. Aprif 1914 ab 
usgezahlt werden sor. Die Dienstprämie wird auch bei der An— 
tellung als Beamter der Militärverwaltung, sowie beim Ueber— 
ritt zur Landgendarmerie oder Schutzmannschaft und bei der 
Sinstellung in Invalidenhäuser gewährt, falls die oben er—⸗ 
vähnte Bedingung zutrifft. Beim Ausscheiden zweds Wieder— 
intritts bei einem anderen Truppenteil oder einer Schutztruppe 
»der behufs Uebertritts in eine Unterinspektorstelle der Heeres⸗ 
»erwaltung ist die Dienstprämie nicht zuständig. Findet ein 
Wiedereintritt nach dem Ausscheiden und dem Empfang der 
Prämie statt, so ist eine nochmalige Zahlung ausgeichlossen. 
kinem nach Vollendung des 12. Dienstjahres degradierten Unter— 
ffizier, der als Gemeiner ausscheidet, steht die Dienstprämie 
nicht zu. Ist ein zum Empfang berechtigter Unteroffizter vor 
dem Ausscheiden verstorben, so wird die Dienstprämie an die 
zesetzlichen Erben gezahlt. 
Die Wasserwärme in den städtischen Badeansta'ten betrug 
am, 25. Sent. im Krähenteisch 1512 Grad Tels.. auf dem 
— 15122 Grad Cels. 
SStaditen Schlutup. Seit einiger Zeit befinden sich 
nuf der Schlutuper Bucht zwei Schwäne, die das Landschafts— 
»ild aufs schönste beleben. Da im vorigen Jahre zwei dieser 
Pögel von roher Hand abgeknallt wurden, so ergeht an den 
Berein für Vogelschutz die herzliche Bitte, sich dieser Wanderer 
inzunehmen und sie vor dem Abschießen zu bewahren. 
m· Stadtten Ködnitz. Gemeinnütziger Verein für 
Zdüchnitz und Umgegend. Die vorgestrige gut besuchte 
Versammlung beschäftigte sich außer mit einigen internen Ver— 
insangelegenheiten auch mit der Frage der Sielleitung in 
Zücknitz. Die Tatsache, daß eine seit Jahren vorhandene Siel— 
eitung — sie wurde im Jahre 1909 gebaut — nicht benutzt 
verden darf, verlangt im öffentlichen Interesse eine ein— 
zehende Erörterung. Wird es doch sonst allen Anwohnern zur 
RPflicht gemacht, bei Vorhandensein einer Sielleitung anzu— 
chließen. In Kücknitz ist es verboten, und. selbst dringende 
Hitten der Interessenten haben es nicht vermocht, die Auf— 
jebung des Verbotes zu erreichen. Die Ursache dafür ist darin 
u suchen, daß man die Sielleitung in den Kücknitzer Bach ge— 
eitet hat, aus dem zurzeit noch Trinkwasser entnommen Dird. 
kEs dürfte schwer ersichtlich sein, weshalb für diese Anlage seiner— 
eit so hohe Kolten aufgewandt sind, wenn eine Benußung in 
ibsehbarer Zeit nicht ins Auge gefaßt war. Daß das Siel not— 
vendig ist, wurde allgemein anerkannt, und es wurde beschlossen, 
dei der Vehörde dieserhalb vorstellig zu werden und duch bei 
der Rürgerschaft einen entsvrechenden Antraquuu itellen 
h. Stadttheatet. Aus der Theaterkanzlei schreibt man uns: 
Zonnabend findet die erste volkstümliche Vorstellung, und 
war Schillers „Kabale und Liebe“, von Herrn Regisseut Pruß 
nfzeniert, statt. Freitag geht die Operette Hoheit tansf 
Valzer“, die bet ihret Erstaufführung so allseitigen Beifall 
rrang, zum 2. Male in Szene. Die Nochfrage nach Eintritts 
arten ist eine üukerst reoe 
o. ver AI., orge ves Vandeskriegerverbandes 
werden die dies ahrigen Veranstaltungen am Sönniag, bein 
28. d. M. ihren Abschlutz in der Retrutenabschiebsfeier sinden. 
dierzu treten die Rekrulen gemeinsam mit ben itgliedern 
ꝛer kameradschaftlichen Vereine des Landeskriegerverbandes nach, 
mittags 22 Uhr auf dem Marktie zum Ausmarfsch nach Lüd 
unter Vorantritt der Regimentzkapelie an Für alleriej Be— 
ustigungen ist gesorgt, wobei die Regimentssnusitbei sreien 
kintritt ein e Konzert ausführen wird. dem sich ein un⸗ 
— zesuedt Die guten Schutzen der Re⸗ 
ruten werden ebenfalls wie die alten Kameraben ihre bereits 
ausgeschossenen, Ehrenpreise in Empfang nehmen. MNus den 
männlichen Teilnehmern werden fsich dort auch die Damen ihre 
Hewinne ausschießen können. 
q. Lieder lafe! des Gewerkvereins. Am Sonntag, 5. Olt. 
werden die Konzerte der, hiesigen Männergefangy?reine durch 
die Liedertafel des Gewerkvereinz im Kolofseum eröffnet. Unter 
der Leitung ihres Dirigenten Herrn Karl Ebexrding wirv 
ie neun, Chöre zum Vortrag bringen, die fast alle hier zum 
erstenmal gesungen werden Unter diefen dürfle am meisten 
der große und schwierige Chor Rordsturme von .Sturm 
pteressieren, aber guch die übrigen Chöre sind mit vorn bmem 
Beschmach ausgewahlt. Als Solistin ist die in Lübed, hisher 
unbekannte Konzertsängerin Frau Marta Jensen-Kewitsch aus 
Hamburg gewonnen worden. 
b. Das Lübecker Konservatorium der Musik hat drei neue 
dagen nämlich Ensemble-Unterricht GKammermusik, Gesang- 
egleitung usw.), Musikgeschichte und Chorgesang, eingeführt. 
Den Sgülern des Konservatoriums wird, dieser Üünterricht iin⸗ 
entgeltlich gebosen, es ist aber auch Nichtschülern gWere gestatket, 
an diesen Sonderfächern teilzunehmen. Betreffs der Sonoroxe 
weisen wir auf die heutige Anzeige hin. Im, Januar, 1914 
hesteht das Konservatorlum drei Jahre. Es haf sich in der 
kurzen Zeit fehr entwidelt, erfreut sich einer großen Schülerzahl 
und eines immer größer werdenden Lehrerpersonals. Das 
Prüfungskonzert im November wird allen Freunden des In— 
stituts Proben und Beweise seiner Tätigkeit bringen. 
Schleswig⸗Holstein. 
Burg a. F. 26. Sept. Elen diglich umgekommen sind 
19 Pferde, ein Kalb, ein Hund und etwa 200 Stück Federvien 
bei einem Brande, der Montag abend die mit reicher Ernte 
gefüllte Scheune des zwischen Burg und Landkirchen gelegenen 
Amalienbofes des Besitzers Knoop vernichtete. 
Großzherzogtum Oldenburg und Fürstentum Lübed. 
O Bahnhof Gleschendorf, 28. Sept. Ein Ein— 
bruch wurde in der hiesigen Maschinenfabrik verübt. Es 
wurden nur einiges Fußreug, Kleidungsstücke und etwa drei 
Mark in Kleingeld gestohlen. 
O.Säüsel, 26. Sept. Die Vastorenwahl sür den 
pensionierten Kirchenrat Pastor Behrens findet nach dem Gottes— 
dienst am Sonntag, dem 28. Okt., stat‘. Prälentiert werden von 
der Regierung die Pauoren Kohmund. Goddensow (Pommernd, 
Kranz. Krieb bei Rathenow. und Freiherr von Steinäder, 
Hambore D'e WMabrehsnten findewer 5., 12. und 19. Okt 
statt. Die Abschiedspredigt des bisherigen Geistlichen, ver— 
bunden mit der Feier des Eratefostes, wird am 28. Sept. statt 
finden. 
Lauenburga. 
Ratzeburg, 26. Sept. Abschaffunag des Richt— 
schmauses. Wie aus einem Rundshrelben der schleswig-holst. 
Baugenossenschaften hervorgeht, beabsichtigen letztere die Ab— 
schafsung des Richtschmauses. Man sucht nun nach irgend einer 
Ablösung in der Weise, wie es eine Leipziger Baugenossenschaft 
macht, die der Vereinigung zur Fürsorge kranker Arbeiter nach 
ieder Rohbaufertigstellung eine bestinimmte Summe zuwendet. 
Großherzogtümer Mecdlenbꝛ ra. 
»⸗»»Rehna, 26. Sept. Seine Antrittspredigt 
wird Sonntag der an Stelle des Pastors Wilken neugewählte 
Pastor Müller halten. — Die Obstbaumzählung ergab 
in Rehna folgendes Resultat: 3372 Aepfelbäume, 835 Birn—⸗ 
bäume, 730 Pflaumenbäume, 829 Kirschbäume, 3 Aprikosen- 
bäume, 29 Pfirsich- und 14 Walnußbäume, in Summa 5312 
Obstbäume; hiervon sind nicht tragfähig: 1708 Aepfel⸗, 248 
Birn⸗, 104 Pflaumen- und 4 Walnußbäume, zusammen 2187 
nichttragfähige Obstbäume. Es sind alio in der Stadt 3625 
traofähige Obsthäume norßonden 
Foeis⸗ifliche Mitteilungen. 
* 
V 
— 
7 
Was das Odol besonders aus⸗ 
zeichnet vor allen anderen Mund- 
reinigungsmitteln, ist seine merk⸗ 
würdige Dauerwirkung, die aller Wahrscheinlichkeit 
nach dorauf zuruüdzusuhren ist, daß sich das Odol beim 
Mundspülen förmlich in die Zähne und die Mundschleimhaut 
einsaugt, diese gewissermaßen imprägniert und so gleichsam 
die Mundhöhle mit einer mikrostopisch dünnen, aber dichten 
antiseptischen Schicht überzieht. die noch stundenlang; 
nachdem man sich den Mund gespült hat, Hre Wirsfung 
äußert. Diese Dauerwirkung besitzt kein anderes der für 
die tägliche Mund- und Zahnpflege überhaupt in Betracht 
kommenden Präparate. Sie gibt demjenigen, der Odol 
täglich gebraucht, die Gewißheit. daß sein Mund stundenlang 
geschüßzt ist gegen die Wirkung der Gärungsstoffe und 
Fäulniserreger, die die Zähne zerstören. 
Preis: / Flasche (Monate ausreichend) M. 1.50. 
Tloscho M26 —8
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.