Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

fusland. 
Amerila. 
Deutsch⸗ Amerikaner an Kaiser Wilhelm. Aus Los Angeles 
wirde kürzlich folgendes an den, Deutschen Kaiser gekabelt: 
„Wir bitten Eirer laiserlichen Majestät ehrfurchtsvoll, das 
Folgende unterbreiten zu dürfen, Mit dem Besuch von Eurer 
Majestät Bruder, des Vrinzen Heinrich, königliche Hoheit, in 
den Vereinigten Staaten, seßte hier ein Zusammenschluß aller 
Deutsch⸗Amerikaner ein, die heute im Deutsch⸗Amerikanischen 
National⸗ Verband über das ganze Land hin vereinigt sind 
neben den sonstigen deutschen Verbänden. Wir alle erziehen 
unsere Kinder nach den deutschen Grundsätzen, die uns oder 
unhere deutschen Eltern und Voreltern zu treuen Bürgern unseren 
neuen Heimat und, tüchtigen Menschen gemacht haben, wir 
haben aus diesen Gründen und unter der Rückwirkung der 
aerdee Welustellung, die unter Eurer Majestät Führung 
as Teutsche Reich erreicht hat, dem amerikanischen Deuͤtschtum 
seine heutige angesehene Stellung im Lande mithelfend ver— 
schaffen koönnen. Deutsch ist heute zu unferer hohen Genug— 
uung die meist verbreitete Fremdsprache in den Vereinigten 
Staaten. ist in Schulen und Verkehr unter den fremden 
Sprachen führend. Wir glauben zu dem heutigen Stande 
der so ungeheuren vielseitsgen geistigen und wirtschaftlichen 
Beziehungen der beiden großen Länder durch unsere unermüd- 
liche Kleinarbeit von Saus zu Saus, von Mund zu WMund 
unsererseits mit beigetragen zu haben, denn wo man deutsche 
Sprache und deutsche Kustur hegt und pflegt, da sinden gauch 
die Vrodulte deutscher Ärbeil und deutschen Geistes einen 
wiiligen Markt. Wie hatten wir Deutsch⸗Amerikaner, be⸗ 
onders des Westens und Sũadwestens, wo die, wirtschaftliche 
Zukunft dieses Landes liegt uns darauf gefreut, unferen 
Bisburgern Kuf ver Ausstellung in San Franzisko 
1815, den beutigen hohen Stand deutscher Kultur und deut— 
schen Wirtschaftslebens vorzuführen, wie hatten wir uns darauf 
gefreut, daß vom stolzen deutschen Hause die deutsche Flogge 
wehen würde, die Farben unserer alten Heimat, unseres Stamm— 
landes, auf das wir alle so stostz sind. Wie nieder⸗ 
hmetternd wirkte daher die Nachricht, daß das Deutsche 
Reich, das ungefähr ein Viertel der Bewohner diefes Landes 
als das Land ihrer und ihrer Vorfahren Abstammung ansehen, 
nuf, der Ausstellung in San Franzistonicht ver— 
treten sein wird. In Ehrfurcht und Verehrung die 
Prãsidenten der Sliaatsverbände von Kalifornien. Otegon und 
Washington des Deutsch-Amerifanischen Rational-Verbandes und 
die Groß⸗Präsidenten des Ordens der SHermannsföhne von 
Texas und Kalifornien“ die Sandelskammern Seattle, 
Santa Barbara und Long-Beachh haben an die Handelskammern 
Berlin, Hamburg, Honnover, Leipzig Telegramme gerichtet. in 
denen sie die deutschen Handelsvertretungen erfuchen. sich für 
die Beteiligung an der Weltausstellung in San Franzisko aus- 
Pnen— Das Newyorker Deutsche Journal, die verbreitetste 
eatsche Zeitung in den Vereinigten Siaaten. gibt Ende 
dielses Monats eine einmalige Extraausgabe ihres Blattes in 
Berlin beraus. Die Zeitung, die in einem Umfang von 
852 Eeiten erscheinen wird, hat die Aufgabe, in Deutssch- 
nnd —— für die Weltausstellung in San Franisko 
A machen 
Neueste Nachrichten und Celegramme 
— der „L A.⸗ und 231 2.ä. 
Ein Demeunti. 
W. Berlin, 23. Sept. Die Norddeutsche Allge- 
neine Zeitung schreibt: Die Dailn Mail ließ sich aus 
Gerlin melden. der Kaiser habe in Vancouver und an— 
⸗»erwärts in Britisch-Co lumbien auf persönliche Rech 
uung Land erworbein. Wir stellen fest, daß die Angabe 
erfunden ist. 
Reisepläne des Kronvrinzen. 
Berlin, 23. Sept. Der Kronprinz, der auf seinen 
Wunsch bis zum 1. Oktober 1914 in Langfuhr bleiben wird 
rüörfte sein Kommando als Kommandeur der 1. Leibhusaren be—⸗ 
reits am 1. Apraͤ 1914 abgeben. Der Kronprinz hat den Plan, 
auf einer größeren Auslandsreise die deutschen Kolonien zu 
besuchen. Andererfeits hat der Kronprinz den Wunsch geäußert. 
ein Kommando im Großen Generalstab zu erhalten. Es stehl 
bisher noch nicht fest, ob sich diele beiden Pläne verwirklichen 
iassen. 
Kein Rüdtritt des österreichischen Generalstabschefs. 
W. Wien, 23. Sept. Die Reichspost schreibt: Mehrere 
Blätter melden den angeblich unmittelbar bevorstehenden Rüch⸗ 
tkritt des Generalstabschefs Freiherrn von Hötzendorff und 
knüpfen teilweise Mitteilungen über die Gründe des Rüdtritts 
daran. Diese sollen auf Meinunasverschiedenheiten zwischen von 
Hötzendorff und dem Generalinspektor der gesamten bewaffneten 
Macht, Erzherzog Franz Ferdinand, bestehen. Es ift bestimmt 
zu erklären, daß die Meldungen samt den Kommentaren voll- 
bdändig aus der Luft gegriffen sind. 
Franzõsische Hirngespinste. »* 
Varis, 23. Sept. Nach einer der Bestätigung bedürfenden 
Tepesche aus Köonstantinopel hätte der deutsche Bot— 
schafter beim Großwefir wegen gewisser Aeußerungen des 
ehemaligen türkischen Finanzministers Dschawid Bei Vorstel⸗ 
lungen erhoben. Dschawid Bei, der in Paris Sonderbevollmäch- 
tigter der Pforte war, soll einem französischen Journalisten 
gesagt haben, die Pforte könne nur ihr Heil finden, wenn fie sich 
uneingeschränkt dem franzöfischen Einfluß überließe. 
Berlin, 23. Sept. Die französische Behauptung, der Ver—⸗ 
treter Deutschlands in Konstantinopel habe einen unzulässigen 
Druch auf die Pforte ausgeübt, ist zu naiv, um nicht komisch 
zu wirken. Und dazu noch in einem Augenblick, da von fran⸗ 
sösischer Seite auf einen andern Staat ein maßloser Druck aus⸗ 
geübt ward. Wir beschränken uns daher auf die Feststellung, 
daißz Deutschland der Türkei zu keiner Zeit eine 
Behandlung hat zuteil werden lassen, wie sie im 
Augenblick Griechenland in der öffentlichen Meinung Frankreichs 
erfährt. 
W. Konstantinovel, 238. Sept. Ein offiziöses Com— 
muniqué erklärt: Infolge eines Interviews Dschavid 
Beis, in dem Frankreich als einziger Hort der Türkei in fi— 
nanzieller und politischer Hinficht hingestellt war, machte sich 
in gewissen ausländischen Kreisen eine Verstimmung bemerk 
bar. Es lag aber niemals in der Absicht Dschawid Beis, ein 
Glaubensbekenntnis exklusiver Art in politischer oder finanzieller 
Hinsicht abzulegen. 
Neue Vetwicelungen. 
Wien, 23. Sept. Die höchst eigentümlichen Pazisizierungs⸗ 
versuche, die von den Serben in den annektierten albanischen Ge— 
bieten gemacht werden. sowie das erwartete Vorrüden jerbischer 
Truppen in das autonome Albanien, das man in Belgrad für 
notwendi: zu halten scheint, endlich der Zwist Essads Paschas 
mit der provisorischen Reqierung, haben hier anscheinend eine 
Verstimmung erzeugt, die sich auch dadurch nicht mindert, daß 
Herr Paschitsch seinen Konkordatsplan, der für Oesterreich erne 
weitere Schlappe bedeuten würde, in Nom durchzusetzen sucht. Niel⸗ 
leicht ist diese Lage manchen Leuten hier nicht ganz unerwünscht, 
da sie Gelegenheit genug bietet, Serbien unangenehm zu werden, 
und das durch die eigene Politik eingebüßte Prestige ain Balkan 
wieder zu festigen. — Man hofft auf italienische Unter— 
jstützung bei einer eventuellen dinlomatischen Altion um so mehr, 
da. das Mißbehagen Italiens in Sachen Albaniens durch die 
Bewegung unter den in Albanien wohnenden epirolischen Griechen 
ich nicht gemindert hat, und nun von Rom aus mit großem 
Mißtrauen nach Athen noch immer blicht. Es sollen daher Ver⸗ 
zandlungen zwischen Italien und Oesterreich neuerdings schweben, 
die die albanische Frage zum Gegenstand haben. Man wird 
bieflescht bald wieder die bedrohten vitalen Interessen beider 
Mächte erwähnen hören, aus deren Bedrohung sie dann die 
Notwendigkeit eines energischen Eingreifens Europas erblicken 
verden! Einer der wichtigsten Schritte zur Besserung der Lage 
vürde entschieden die baldige Wahl eines Fäürsten dar— 
tellen. Vorläufig kann man sich in Wien für die Kandidatur 
oes Prinzen Wied noch nicht begeistern, der man 
in Rom aus leicht begreiflichen Gründen nicht ablehnend gegen⸗ 
ibersteht. 
W. Wien, 23. Sept. Die Südslawische Korrespondenz melde 
ius Beigrad: Albanesische Streitkräfte in Kolonnen von 200 
zis 400 Mann sind seit Freitag nacht längs der ganzen 
ßrenze in Kämp fe mit den serbischen Grenztruppen ver⸗ 
videlt. Bei Dibra und Diakova waren die Angriffe besonders 
jeftig. Tie Grenzkommandos verlangten dringend Verstärkungen, 
velche bereits abgegangen sind. Die Blätter bringen sensationell 
gefärbte Berichte über Grenzkämpfe. 
Kämpfe im chinesischen Aufstandsgebiet. 
Schanghai, 23. Sept. In Tschungking sind zwischen den 
Truppen Tschengtufus und denen der Provinz Kweitschu, die 
cegierungsfreundlich sind, Kämpfe ausgebrochen; beide riefen die 
Entscheidung der Pekinger Regierung an. 
W. RKiel. 23. Sept. Am 28. Jan. 1913 gte en 
Bord des kleinen Kreuzers „Geier“ vor Haifa an — — 
Züste im Bunkerraum eine Kohlenstaubexpiofion. vei — die 
Seizer Mels und, Römsch so schwer verbrannt wurden, daß 
sie starben. Weil sie das Unglück durch Fahrlässigkeit ver 
schuldet hatten, perurteilte heute das Marinekriegs— 
gerischt den Maschiniste Biesenbach zu? Monaten 
und, den Maschinisten Unruh zu ßs Monaten Fettunge—, 
haf. QOberingenieur Möller wurde freigesprochen, 
W. Berlin. 23. Sept. Das Schwurgericht des Vand- 
gerichts Berlin 1 hat heute den aus Oesterreich stammenden 
Diener Josef Ritfer, der am 10. NRai in der Sohem 
zollernstraße den 13jährigen Otto Klähn nach Verübung eines 
cAittlichkeitsverbrechens getötet und in furchtbarster Weise zer— 
tückelt hat. wegen Tofschlags zu fünf Jahrein Ge⸗— 
üngnis und zehn Jahren Ehrverlust verurteist. Die Ge— 
hworenen hilligten dem Angeklagten mildernde Umstände zu. 
Er ist nach dem Gutachten des Geheimen Medizinalrats Lepp— 
mann ein hochgradig minderwertiger Menfch. 
. V, Braunschweig, 23. Sept. Auf der siskalischen Grube 
dercynia bei Vienenburg, riß heute mitsag bei der Ablösung der 
Mittagsschicht auf dem Schacht 1 das Tau der Fohrung umd der 
nit 12 Bergleuten besetzte Körbstürzte in die Tiefe. 
Wie die Braunschweigische Landeszeitung meldet, sind Berd reute 
aetötet und die übrigen schwerverletßzi worden. 
M, Rouen, 23. Sept. Nach der Durchfahrt des Zuges 
—ä————— 
zon dem ein Teil gerade wegen Vergrößerung abgebrochen wird. 
in einer Länge von zwanzig Metern ein. Per— 
sonen wurden nicht verleßt. Der Verkehr wurde durch Umsteigen 
aufrechterhalten. 
W, Budapest, 23. Sept. Auf einer Nipeaukreuzung der 
Bahnstrecde nach Haitsarut (7) ift heute ein Amnibus vor 
einer Lokomotipeüberfahren worden. Zwei Perhonen 
wurden getötet, fünf wurden todlich 10 mehr oder minder 
schwer vexletzt. — 
M. Slierniewice, (Gouvernement Warschau), 23. Sept. 
Ein Personenzug ist auf einen Güterzug aufge 
fa hren. Ein Kondükteur ist getötet und ein anderer ver— 
wundet worden. I 
W. Nizza 23. Sept. Einer bei dem Straßenbahn 
englüäck am 17, September verletzter Soldat des 27 
Jägerbataillons ist heute seinen Verletzungen er legen. 
nusthteict die Zahl der bei der Katastrophe Umgekommenen 
au 
Aus den Nachbargebieten. 
Schles wig⸗ Holstein. 
Käüel, 24. Sept. Armenunterstützung und wilde 
Ehe. Tie Armenkommission weist darauf hin, daß in Fällen, 
wo Frauen, die in sogenannter wilder Ehe leben, Unterstüthungen 
iachsuchen. von der Gewährung von Barunterstützung abge— 
ehen und vielmehr die Aufnahme in das Armenhaus ange— 
boten werden soll. Man hofft auf diese Weise, unwürdige Per 
pnen von der Armenunterstützung fernzuhalten. 
Oldesloe, 24. Sept. Die Bauhilfsarbeitet 
ind in den Ausst and getreten. Sie fordern eine Er— 
öhung des Lohnes. Die Maurer werden infolge dieses Aus« 
tandes zum Feiern gezwungen sein. 
Großherzogtum Oldenburg und Fürftentum Lübedl. 
„Eutin, 24. Sepyt. General der Infanterie 
Baron von Plettenbersg traf aus Berlin hier ein und 
begab sich nach Haus Lensahn zum Großherzog. 
Sprechsaal. 
(Die unter dieser Rubrik abgedrudten Artikel sind völlig 
unabhängig vom Standpunkt der Redaktion.) 
Eingesandt.) 
Baut eine Strahenbahn über Wesloe nach Schlutup! 
Es ist anerkannt, daß neben einer Straßenbahn nach Trave 
nünde eine solche nach unserem stark bewohnten industriereichen 
Vorort Schlutup wünschenswert, ja notwendig wäre, wie das auch 
n letzter Versammlung der Bürgerschaft zum Ausdruch ge— 
lommen ist. Die Eisenbahn ist jür die Beförderung von VPafsa⸗ 
neren nach Schlutup wegen des weiten Umweges wenig günstig 
sie eignet sich vielmehr für die ja recht rege Güterbeförderung 
»on und nach Schlutup. Eine Straßenbahn dagegen, an die 
dinie Roecsstraße angeschlossen, würde die erwünschte Verbindung 
zringen. Schlösse man die Straßenbahn an die Israelsdorfer 
Linie an, so würde sie auf ihrer ganzen Länge kein Haus, keine 
Sebauung vor Schlutup selbst treffen. Wie anders bei dem 
Rocdstraßen⸗Anschluß. Die lange Arnimstraße mit ihrer voll⸗ 
tãndig städtischen Bebauung und ihren zahlreichen Nebenstraßen, 
bon einer nach Tausenden zählenden Bevölkerung bewohnt, 
vürde durchschnitten, dann Wesloe, dessen Bebauung zwar ietzt 
noch aus einzelnen Gehöften besteht, das aber bei einer bevor⸗ 
tehenden Erschließung sicher bald eine dichte Bebauung zeigen 
wird. Ein Artikelschreiber in den Lüb. Bl. weist auf die schöne 
bohe Lage dieses Walddorfes hin und hat damit nicht unrecht. 
Der Staat ist auch dort Besitzer weiter Ländereien und hätte 
iin Interesse an einer Erschliekung zu ländlicher Bebauung. 
Zwar ist die Länge der neu zu bauenden Strecke über Wesloe 
twas größer, aber als Betriebsstrecke würden dagegen meh— 
ete Kilometer gespart werden. Ein weiterer Umstand verdient 
BZerüchsichtigung. das ist die Ueberlastung der Stredke nach 
Israelsdorf an den Sonntagen. Nimmt diese Linie außer 
Zücknitz Travemünde noch mit auf, dann wird die Bewältigung de⸗ 
Berkebrs eine noch schwierigere werden als jetzt. Es erscheiml 
dahet unter Beruchsichtigung aller dieser Gesichtspunkte geboten. 
den Bau einer Straßenbahn nach Schlutup, wennschon sie ge— 
haut wird, über Messloe in Aussicht zu nehmen 
WM. Sambueg, 23. Sept. In der heutigen ersten Haupl— 
erfammlung, des 37. Kongresses für, Innere 
Mifsiom hielt Bürgermeister Dr. Schröder eine Rede, in der 
t Worgon die Teilnehmer des Kongresses im Namen des 
Zefftes guf das herzlichste willkommen, hieß und alsdann 
jnen Rüdblic über die Tätigkeit der Inneren Milsion in 
damburg gab, feit der letzten Tagung, des Kongresses in 
amburg, im September 1858. Redner schloß mit, der Hoff- 
auf einen segensreichen Erfolg des diesmaligen Kon— 
resses. 
W. 23. Sept. Vräßident Poincars hat 
vem griechischen Ministerpräsidenten Venizeo s das Gro'ß 
kreuz der Ehrenlegion, verliehen, 
.. W. Varxis, 28. Sept. Konig Konstantin besuchte 
heute nachmittag den Minister des Aeußern Pisch ou und hatte 
ine Jange Unterredung mit ihm. 
NY. Riga, 23. Sept. Alle beim Exporthafen be— 
schäftigten Ärbeiter haben heute die Arbeit wieder qauf- 
genommen. 1 
n We, Kischinew, 23. Sept. Im Kreise Alkermann sind 
drei Cholergfalle vorgekommen, von welchen einer löd— 
lich verlaufen ist 
Die englischen Stimmrechtsweiber. 
W. London, 23. Sept. Ein Telegramm aus Liverpool 
neldet: Anhängerinnen des Frauenstimmrechtes 
haben gestern nacht ein großes Haus in Seoforth bei Liverpool 
ingezündet, das von den Ortsbehörden für Geisteskranke 
teu erbaut worden war. Das Feuer konnte erst nach mehreren 
Stunden gelöscht werden. Der Schaden wird gauf mehrere 
aufend Pfund geschätzt. Am Tatorte wurden Schriften der An— 
hängerinnen des Frauenstimmrechtes gefunden. 
. V. Londou. 23. Sept. Der Brandschaden in Seaforth 
bei Liverpool wird auf 80 000 Pfund Sterling geschähn 
Das Eifenbahnunglück bei Newyork. 
London, 23. Sept. Bei dem Zugzusammenstoß bei Col⸗ 
egeoinit, auf der Long Island Railway in der Nähe 
»on Newyork wurden dres Personen,gelötet und 49 
shwer, derletzt. Der, verunglückte Zug war dicht mit 
Leuten besetzt, die nach Newyork ins Geschäft fuhren, meisit 
ungen Mädchen, Verkäuferinnen und Bureauangestellten. Gestern 
norgen herrschte starker Nebhel, infolgedessen hat der Zug 
ührer die Signale nicht erkannt. Er glaubte kreie 
Durchfahrt durch die Station Collegepoint zu haben und, kam 
nit fseinem vollbesetzten Zuge von einem Nebengleis auf die 
hauptstredde. als plötzlich der von Newyort kommende 
Berplonenzug in ihn hinzinfuhr. Der Zusammen- 
orall war gewaltig, da aber die Wagen aus sehr sestem Stahl 
zebaut find, konnten sie nicht zusammengepreßzt werden. Wären 
die alten Holzwagen noch im Gebrauch, so wäre das Un— 
ück noch ein fürchterlicheres gewesen und wohl Laum erner 
der Passagiere mit dem Leben davongekommen. Die Ver— 
virrung war weit geringer als man haäͤtte annehmen können. 
Biele der Mädchen verloren nicht einen Augenblick die, Ruhe 
d leisteten sogar wertvolle Hilfe bei den, Rettungsarbeiten. 
Sie verbanden die Verwundeten, noch ehe ärztliche Hilfe her— 
eigekommen war. 
SBuftfahrt. 
WV. Samburg. 23. Sept. Der Fläieger Dahm, der 
eute morgen 8Uhr 25 Min. in Emden aufgestiegen 
st. ist hier um 1 Uhr 2 Min. mitten auf der Elbe beim 
Brad der „Athabasca““ glatt gelandet. Der Apparat, ein 
denndoppeldecker neuesten Typs, soll der Marinebehörde in 
tiel oder Danzig vorgeführt werden. 
, M Mogndor, 23. Sept. Ein mit einem Begleiter von 
afablanca fommender Militarflieger ist gestern abend 
nit seinem Apparat hinter dem Hafen von Safi aus dreihundert 
Reter Höhe ins Meer gestürz t. und verschwand in den 
Fluten. Der ihn begleitende Mechaniker wurde durch herbei— 
jeeilte Fahrzeuge gerettet. 
W. Paris, 23. Sept. Der Fliseger Garros, der 
jeute früh um 5 Uhr, 25 Min. von Saint Raphael nach Tunis 
rufgestiegen war, passierte nach einer dem Erbauer des Flug- 
euges zugegangenen Meldung um 11 Uhr 35 Min. Cagliari 
Sardinien) und trat um 1 Uhr 45 Min. in Biserta ein. 
Leuchtfeuer für Luftfchiffe. 
Berlin, 23. Seßt. Auf dem Flugplatz Jo— 
annisthal werden am Sonnabend abend Ver— 
gleichsversuche zwischen verschiedenen für die 
zwecke der Luftfahrt eingerichteten Leuchtfeuern 
ungestellt. Auf drei eigens dazu bergesteltten 
Türmen werden die Apparate aufgestelli. Von 
hohen Punkten der Umgegend aus sollen dann 
Benbachter ihre Wahrnehmungen über die Vor— 
ũge der einzelnen Systeme machen. Die Ver⸗ 
suche mit Feuersignalen für die Luft— 
schiffahrt werden schon seit längerer Zeit 
orgenommen, haben bisher aber noch nicht zu 
befrie digenden Ergebnifsen geführt. Aus grökße— 
ren Höhen waren sie nur undeutlich und schwach 
zu fsehen. Vei nebligem Wetter aber versagten 
sie ganz. In Deutschland ist die Frage einer 
iächtlichen Orienlierung in letzter Zeit besonders 
rkut geworden durch die häufigen Fahrten der 
Armee- und Marineluftfchiffe. 
Flugzeug gegen Luftschiff im Manöver. 
London, 23. Sept. Die britischen Ar— 
meemandver begannen gestern, mit Re— 
ognoszierungsfahrten der Luftgeschwadaer. 
ßleich bei Beginn der Uebungen gabnes einen 
nteressanten Kampf zwischen dem Vuftschiff und 
Flugzeugen. Einem Farman⸗Doppeldeder und 
einem Bleriot-Eindecer gelang es, das Lu ischiff 
»on, oben zu fassen. Die Flugzeuge bewegten sich 
o schnell, daß sie nach Ansicht der Schiedsrichter 
»on den Maschinengewehren des Bollons nicht 
jetroffen werden konnten. Nach der Entscheidung 
zer Schiedsrichter galt der Luftkreuzer „Delta“ 
us zerstört und wurde außer Gefecht gesezt. Um 
1, Uhr morgens hatten die Flieger der In⸗ 
»asionsarmee die ganze feindliche Stellung er—⸗ 
undet. Leider erxeignete fich bei den Uebun⸗ 
sen ein Unfall, bei dem zwei Fliegeroffiziere 
bwete Verletzungen erlitten. 
Sind die Nerven kKrank und matt dann in es anch der 
ganze Rörper. Es ist dabor durchaus verkehrt, wenn einseitig nur 
auf die Pslege der Muskeln allein Wert gelegt wird, während man 
der Pflege seiner Nerven nur geringe Aufmerksamkeit schenbt. 
Die rationelle Pslege des Körpers und der Nerven hbesteht in 
erster Linie in 1weokmãssiger Ernahrupng, d. h. einmal in dem 
Ersata der verbrauchten Nahrsubstanz und ferner in der allge- 
meinen Kräfligung des Organismus durch die entsprechenden 
Nahrstosfe. Pin Nahrprãparat, das diesen Anforderungen in idealer 
Weise entspricht, ist das Biocitin, weil es ausser seinem hohen 
Gehalt an physiologisch reinem Lecithin, hergestesst nach dem 
patentierten Verfahren des Herrn Professor Dr. Habermann, auch 
noceh anderé wertvolle Nahrstofse in Lonzentrierter Form enthalt, die 
Blut untd Muskeln neu bilden und den ganzen Organismus kruftigen. 
Biocitin ist nur in Originalpackangen in Apotlieken und Droge- 
rien erhaltlich. Wir bitien daher, minderwertige Nachahmungon 
mruũckzuweisen. Falis nicht vorrãtig, erfolgt Versand portofrei 
von der Fahrix. — Geschmacksmuster und Broschüre sendet 
auf Wonseh koatemos die Biocitin-Vabrik, Berlin S 614723
	        
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