Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

schützen durch den Feind von See aus zusammengeschossen 
werden können. Wohl müssen Hallen an den wichtigsten 
Punkten unserer Nord- und Ostseeküste errichtet werden; aber 
aleichzeitig ist dafür zu sorgen, daß Reserveluftschiffhallen 
weiter landeinwärts gebaut werden. Als es sich seinerzeit 
um eine Doch- und Werftanlage in der Elbmündung handelte, 
wurde als Station Cuxhaven verworfen. weil es dem Meere 
zu nahe sei, und Brunsbistttel vorgezogen, nicht nur wegen 
seiner Lage am Kaiser-Wilhelm-Kanal, sondern. wie vom 
Reichsmarineamt selbst betont wurde, wegen seiner genügenden 
Entfernung von der hohen See, 23 Seemeilen. Eine Blockade 
flotte in der Nordseebucht würde zudem einige Flieger zur 
Zerstörung der Luftfschiffstation nach Cuxhaven entsenden 
können. Die umfangreiche Anlage bietet ein leicht zu treffen— 
des Objekt. und mit einigen Treffern könnte der ganze Stütz⸗ 
punkt vernichtet werden. Dann würde die Luftschiffbasis nicht 
mehr erxiftieren. 
Funlspruch die Nachricht erhalten, daß der Zustand des Ver⸗ 
etzten noch immer bedenklich sei. Nachts fei eine leichte Besfe— 
unq eingetreten. 
W. Grisolles, 19. Sept. Der heute morgen ausgegebene 
Bericht über das Befinden des Oberstleutnanfts von 
Winterfeldt meldet, daß gestern eine Besserung einsetzte, 
die bis heute morgen andauerte. Puls 88, Temperatur 37,1. 
der Atem ging beschwerlich, dagegen war die Nierentätigkeit 
iormal und die flössige Nahrungsaufnahme gelang gut. Der 
Nervenchoc ist noch nicht überwunden und verursacht unguũnstig 
wirkende Schlaflosigkeit. Die Voraussage ist zurüchhaltend. Der 
Kriegsminister begrüßte heute morgen von Winterfeldt nver— 
önlich. 
W. Leeuwarden. 19. Sept. Die Provinzialstände Fries- 
lands wählten den Sozialisten Polak, den Präsidenten 
der Vereinigung der Diamantschleifer zum Mitglied der 
ersten Kammer. 
London, 18. Sept. Der König von Griechenland 
uhr heute morgen um 1124 Uhr von Eastbourne nach Folke⸗ 
tone, um von dort einen Abstecher nach Paris zu machen. 
vo er bekanntlich dem Präsidenten Poincaré einen Besuch ab— 
tattet. Dann kehrt er wieder nach England zurück. Die 
nglische Presse hat bisher von der Anwesenheit des griechi— 
chen Königspaares in England fast gar keine Rotiz genommen. 
W. Täbris, 19. Sept. (Telegramm der Petersburger Te— 
egraphenagentur.) Die ungeschlagenen Bekanntmachungen der 
degietuna über die Medschkiswahlen wurden von der 
MNenge zum Zeichen des Protestes gegen die Wahlen abgerissen. 
sierauf versammelten sich die protestierenden Volksmassen vor 
»em Hause des Gouverneurs und verlangten, daß in Zukunft 
derartias Bekanntmachungen unterblieben. Auch vor dem Hausfe 
des obersten Geistlichen sammelte sich ein Volkshaufen, der je— 
doch zerstreut wurde 
W. Hannover, 19. Sept. Der Flieger Friedrich, 
er heute morgen 56 Uhr 36 Min. mit seinem Fluggast Etrẽch 
in Calais aufgestiegen war, landete um 5 Uhr 30 Win. nach⸗ 
mittaas glatt auf der Vahrenwalder Heide. Er beabfichtigt, 
norgen früh weiter zu fliegen 
W. Jena, 19. Sept. Der Professor der juristischen Fa⸗ 
kultät der Universität Jena, Geh. Justizrat Ri chard Löning, 
ist in der vergangenen Nacht gestorben. 
W. Bremen, 19. Sept. (Amtlich) In der Nacht, um 
11 Uhr, fuhr auf dem Bahnhof Bassum ein Güterzug mit 
einer Maschine zusammen. Es wurde niemand verletzt. 
Beide Maschinen und 12 Wagen entgleisten. Der Verkehr ist 
nicht unterbrochen. 
W. Bremen. 19. Sept. Der Schnelldampfer „Kron⸗ 
prinzejsin Cecilies des Norddeutschen Lloyd hat heüte 
mittag 2 Uhr Needleß pafsiert. 
W. Wien, 19. Sept. Nach Blättermeldungen ist vom 
Reichenstein im Gesäufe ein Tourist, angeblich ein Wiener. ab⸗ 
qgestürzt und getötet worden. 
* 2— 
W. Kaiserliche Marine. Eingetroffen: „Möwe'!“ 
am 17. Sept. in Daressalam, „Nurnberg“ am 17. Seot. in 
Tsingtau. Flußkanonenboot „Otter“ am 18. Sept. in Tschang- 
scha. .Magdeburg“ am 16. Sept. in Danzig, München“ am 
16. Sept. in Kiel 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der „bA.“ uund X.t, 
Die neue Friedensstärle des deutschen Heeres. 
Berlin, 19. Sept. Da durch die neue Heeresvorlage 
am 1. Oktober 1915 insgesamt 38 467 Mann mehr einzustellen 
find, wird die Gesamtekatsstärke des deutschen 
Seeres von diesem Tage an betragen: 31459 Offiziere, 
2480 Sanitätsofsiziere, 800 Veterinäre, 1593 Zablmeister, 2194 
militärische Beamte, 107 794 Unteroffiziere, 647 793 Mann, 
zusammen salso 793288 Mann. 
An Bezirkskommandos werden errichtet: Spandau, Dulsel⸗ 
dorf zwei Hamburg drei, Hannover zwei, Frankfurt a. M. 
zwei, Eisleben, Neumünster, Pforzheim. Ferner erhält Hel—⸗ 
goland einen ständigen Beszirksfeldwebel. 
England vor dem nationalen Eifenbahnerstreit. 
W. London. 19. Sept. Der Streik der Omnibus⸗ 
angestellteenn der Firma Tilling ist jetzt in vollem Um— 
fange ausoebrochen. Kein Omnibus der Firma äist in den Straßen 
zu sehen Die Zahl der Feiernden beträgt 600. 
Londan, 19. Sept. Wie bekannt wird, hat die Omnibus—⸗ 
firma Tillina auf die Vermittlung des Kordmayors hin das 
Verbot des Tragens von gewerkschaftlichen Abzeichen zurück— 
gezogen:; sie verharrt aber auf ihrer Weigerung, die Gewerk— 
schaft irgendwie anzuerkennen, so daß der Ausbruch eines all— 
gemeinen Omnibusstreiks für heute mitternacht nun faktisch 
sicher ist. 
In Dublin ist die Streiklage unverändert; einige Firmen 
sperrten weitere Arbeiter, aus. Die Zahl der Arbeilslosen 
dütrfte aber 10000 immer noch nicht überschreiten. 
Das Exekutivkomitee der Eisenbahnergewerkschaft hat, wie 
bereits angedentei, nach vielstündiger Sitzung die Erklärung 
des nationalen Streitls abgelehnt. Das Komitee hat sich jedoch 
nicht gegen die aussichtslose Theorie gewendet, daß von Streif- 
brechern geladene Waren nicht befördert werden dürfen. Es hat 
lediglich betont, daß von Liverpooler und Birminghamer Strei— 
kenden boykottierte Waren tatsächlich von Gewerkschaftern und 
nicht von Unorganisierten geladen worden seien. Die Streik 
komitees in Birmingham und in Liverpool haben den Vor— 
schlag des Komitees verworfen und erneuern ihre Fordecung 
auf Erklärung des nationalen Streiks, so daß die Lage recht 
kritisch bleibt. 
W. London, 19. Sept. Nach einem Telegramm dus 
Manchester ruhen alle Arbeiten im Hafen. 5000 
Arbeiter streilen. Alle Versuche, Konferenzen zu ver—⸗ 
enstalten, scheiterten. 
Balkan⸗Nachrichten. 
Konstantinopel, 19. Sept. Der Khedive ist hier ein— 
zetroffen. 
— Gestern nachmittag wurde der jungtürkische Kon⸗ 
greß eröffnet. Anwesend waren zalifreiche Delegierte, Sena⸗ 
toren und frühere Abgeordnete. darunter solche aus den von 
den Ballanstaaten besetzten Gebieten. Senator Ahmed Riza 
wurde zum Vorsitzenden gewählt. 
Sofia, 19. Sept. Tie Regierung erhielt die authentische 
Nacht'cht, daßz 28500 BuTgaren aus der Gegend von Florina 
von den griechischen Behörden auf kleine unbewohnte Inseln 
im Aegäischen Meere deportiert worden sind, wo sie ver⸗ 
hungert oder getötet worden seie. 
Belgcad, 19. Sept. Mmisterpräsident Pasitsch ist nach 
Varis abgereist, von wo er sich nach mehrtägigem Aufenthalt 
nach Biarritz begibt. 
Berlin, 19. Sept. Die B. 3. veröffentlicht ein Belgrader 
Telegramm, wonach dort über die Lage in Sofia feltsame 
Gerüchte in Umlauf seien. Es heißt, daß alle Gesaundten und 
Konsuln der fremden Mächte beschlossen hätten, das Land zu 
oerlassen. 
Demgegenüber ist zu bemerken, daß an der hiesigen amt— 
lichen Stelle über eine Veränderung der Lage in Sofia keine 
Nachrichten vorliegen und daß von einem solchen Beschluß 
der Gesandten und Konsuln nicht die Rede sein kann, da 
vor einem solchen Beschluß selbstverständlich die Gesandten 
und Konfuln ihre Regierungen hätten benachrichtigen müssen, 
vwas, soweit die amtliche deutsche Stelle in Betracht lommt, 
nicht der Fall ist. Es handelt fich demnach wohl nur um die 
Wiedergabe eines haltlosen Gerüchts, dem keine greifbace Tat⸗ 
sache zugrunde liegt. 
EfæZ 
DT. Stadion⸗Herbstfest. Berlin, 19. Sept. Am 8. Okt. 
geht im Deutschen Stadion unter Leitung des Deutschen Reichs- 
russchusses für Ornympische Spiele das große Herbstipoctfell 
inter der Beteiligung der Deutschen Sportbehörde ür VAthletit, 
des Deutschen Radfahrerbundes und, des Reichsverbandes für 
chwerathletik vor sich. Der Berliner Sportklub „Komet“ 
at den 50mGepäckmarsch mit dem Start und Ziel ins 
ztadion verlegt und dort ist ebenfalls Ausgangs- und Endpunkt 
der ersten deutschen Waldlaufmeisterschaft über, 10 sem, die so— 
vohl als Einzel- wie als Mannschaftslauf ausgetragen wird. Im 
Innenraum treten die genannten Sports mit einigen wir— 
ungspollen Wetttämpfen auf. Der Start zum Gepädmarsch 
i vormittags um 9 Uhr, der zum Woldlauf nachm'ttags 
r 
—X 
4 
* 
Zum Tod der Prinzessin Sofia. 
Seidelberg 19. Sept. Es steht fest, daß die Verstor— 
zene fich schon lange mit dem Gedamken trugd, 
reiwillig aus dem Leben zu scheiden. So soll 
ie ihrer Enttäuschung über einen glücklich überstandenen Auto— 
unfall auf der letzten Fahrt durch Tirol offen Ausdeud ge— 
zeben haben. 
Die Vrinzessin war bekannt als große Liebhaberin der 
Mufik und verfügte darin selbst über ein ansehnliches Können. 
Sie war eine schöne Erscheinung und eine passionierte Jägerin 
und Reiterin. An dem Hubertus-Jagdrennen der Bruchsaler 
Dragoneroffiziere nahm sie regelmäßig teil. 
Die Prinzessin wurde erst in früher Morgenstunde von der 
ranzösischen Kammerzofe tot in ihrem Zimmer aufgefunden. 
Die Prinzessin lag mit durchschossener Stirn auf ihrem Bett. 
Der herbeigerufene Arzt konnte nur den Tod feststellen. Herr 
Hans von Bleichröder ist heute in Heidelberg eingetroffen. 
Unschuldig verurteilt. 
Berlin. 19. Sept. Die Berliner Kriminalpolizei befakt 
sich augenblicklich mit der Aufklärung eines Kapitalver— 
hrechens das schon im März 1908 das Schwurgericht des 
Landgerichts Elberfeld beschäftigt hat. Es wurde damals eine 
Frau Hamm wegen Beihilfe und Anstiftung zur Er— 
mordung ihres Mannes für schuldig befunden und 
zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem die Kriminalpolize! 
erneut Ermittelungen in dieser Affäre angestellt hat. dürfte es 
etzt vielleicht als erwiesen anzusehen sein daß Frau Häamm, 
die von vornherein ihre Unschuld beteuerte, des Verbrechens 
nicht schuldig ist. Es soll nun ein Wiederaufnahmeverfahren 
zurchgefetzt werden. Als Täter kommt ein Mann in Frage, 
er fsich zur Zeit der Tat in der Umgegend von Essen auf— 
zehalten hat. Dieser Mann nennt sich Roettger. Alles 
Kachforschungen nach ihm sind bisher ohne Erfolg gewesen. 
Auf seine Ergreifung ist jetzt von dem Berliner Polizeipräsi— 
dium eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden. 
Geheimnisvoller Leichenfund. 
W. Aopenhagen. 10. Sept. In einem Wäldchen in der 
uächsten Umgebung von Kopenhagen wurden heute mittag die 
Lekchen eines Mannes und einer Frau mit Schuß— 
vunden aufgefunden. In der Tasche des Mannes wurde 
ine von Deutschland aufgegebene Postkarte gefunden, die an 
herrn und Frau Lange, Misfionshotel, Helgolandsgaade, Kopen⸗ 
hagen, adresfiert war. Die Polizei hat festgestellt, dah das 
tot aufgefundene Paar zehn Tage lang in dem Missionshotel 
in der Helgolandsgaade sich aufgehalten und sich als Herr und 
Frau Kontorist Lange aus Hamburg in das Fremdenbuch ein⸗ 
geschrieben hat. 
Luftfahrt. 
Der Wetibewerb um die 300 900 Muder Nat'ongl⸗Flug— 
spende ist seit dem 15. Sept. offen und hat schon, wie gemeldet 
wurde, zwei sehr ansehnliche Flugleistungen gezeitigt: Stief— 
naters Flug von Freiburg nach Königsberg und Stöfflers Flug 
»on Habsheim nach Warschau. Seit längerer Zeit rüstet eine 
zrößere Zahl von Fliegern sür diesen Wettbewerb, und bald 
wird man von weiteren Leisturgen hören. Der Wettbewerb 
st, wie noch einmal erwähnt sei, bis zum 31. Okt. d. J. offen. Er 
rezieht sich auf Flüge deutscher Staatsangehböriger auf Flug— 
zeugen, die einschließlich des Motors in Deutschland hergestellt 
ind. Dadurch unterscheidet sich dieser Wettbewerb wesentlich 
don der früheren Ausschreibung der National-Flugspende, denn 
»ie übrigen Zuverlässigkeitspreise und Flugpreise, die durch d. 
Berwaltung der National⸗Flugspende für 1018 ausgeschrieben 
vurden, sind auch mit ausländischen Motoren zu gewinnen. Die 
fkWugleistungen, die für die neue Ausschreibung in Betracht kom⸗ 
nen, müssen in der Zeit von Mitternacht bis Mitternacht des 
olgenden Tages ausgeführt werden. Zwischenlandungen sind 
zestattet. Täe Mindestentfernung beträgt 1000 xm, wovon 
00 xm in einer Richtung zurückgelegt werden müssen. Der Flug 
ann auch außerhalb Deutschlands begonnen und beendet werden. 
Zunächst werden 200 000 Meufür die sechs besten Leistungen 
ergeben, und zwar betragen die Preise 60 000, 50 000, 40 000, 
5 000. 15 000 und 10 000 M. Sollte eine Flugleistung von 
nehr als 1600 km erzielt werden, so wird für den weitesten Flug 
in Extrapreis von 100 000 Meuverliehen. Die übrigen Preise 
fallen in der angegebenen Reihenfolge an die folgenden sechs 
besten Flieger. TDie Flüge müssen mit demselben Flugzeug und 
durch denselben Flieger qusgeführt werden. Auch Motor- 
oechsel ist nicht gestattet. Falls die für die Preise in Betracht 
fsommenden Flüge auf Maschinen der Militärverwaltung ausge- 
ührt werden. so erhalten die Sieger nur Ehrenpreise, sowie 
Erstattung der persönlichen Auslagen. Dae gewonnenen Preise 
verden im übrigen der Militärverwaltung für die Kaiser- 
Wilhelm⸗Stiftung zur Verfügung gestellt werden. Die sonst 
zon der National⸗Flugspende früher qausgeschriebenen Preise 
zlesben bestehen. so dak gleichzeitig mit den Flügen um diese 
Pre'se auch die Zuverlässigkeitspreise und die Renten der Na- 
ional⸗Flugkpende gewonnen werden können. 
PC. Verfuche mit Falsscheren für Fiieger ind Apparat. 
Paris, 18. Sept. Montag früh um 9 Uhr fanden am Eiffei— 
urm neue Versuche mit einem Fallschirm des Erfinders Mayoux 
tatt. Die Erfindung beruht aus dem Gedanken, durch zwei 
im Sturz auseinandergehende Fallschirme Aviatiker und Appa— 
rat getrennt zu retten. Die Versuche gelangen auch diesmal 
rur teilweise. Die den Flieger darstellende Puppe schwebte 
urze Zeit in der Luft und landete glatt unweit des Eiffel— 
turmes. Der Apparat zertrümmerte indessen beim Aufschlagen 
muf den Boden. Die Versuche sollen demnächst wiederholt 
verden. 
Paris, 19. Sept. General Sirschauer, der Jnspet-⸗ 
leur des Militär⸗Lustfahrwesens, hat soeben neue Verfüqungen 
rlafsen die eine welentlich Verschärfung der Militär— 
kliegerprüfung bedeuten. Um vom kommenden Jahr 
ab das Offiziersfliegerpatent zu erreichen, müssen die Be— 
werber folgende Prüfung ablegen: einen Flug von mindestens 
einer Siunde Dauer in einer Höhe von mindestens 1000 Metern. 
Rei der Landung muß der Apparat mit abgestelltem Motor 
aus 500 Meter Höhe niedergehen. An die vraktischen Prü⸗ 
fungen schließt sich ein theoretisches Examen an, bei dem genaue 
Motorkunde gefordert wird. Ferner muß der Prüfling einen 
Ueberlandflug zwischen drei Punkten machen, der 200 Kido⸗ 
meter lang ist und bei dem drei Zwischenlandungen vorzu⸗ 
nehmen sind. Hieran schließt sich ein Flug von 150 Rilometer 
Länge in gerader Richtung. 
L.A. Der Schneidenühler Flugstützonn?t wird als erster 
Preußens am 9. Okt. in Anwesenheit des Herzogs Ernst 
Fßüumther von Schleswig-Holstein und des Kriegem'nisters seiner 
Bestimmunq übergehen 
—A 
Dresden, 19. Sept. Das Luftschiff „Saschfen“ traf 
eute früh 8 Uhr von Leipzig in Dresden ein, machte eine 
Zchleifenfahrt über der Stadt und landete 824 Uhr auf dem 
Fxlugplatz. Nach einem Passagierwechsel begann die Fahrt nach 
oer Sächsischen Schweiz. Gegen 10 AUhr kehrte das Lufftschiff 
on dort zurück und trat die Rückfahrt nach Leipzig an, wo 
es inzwischen wieder gelandet ist. 
W. Friedrichshafen, 19. Sept. Die Ueberführung 
des Marineluftschiffes „L 2 nach Johannisthal 
erfolgt bei günstiger Wetterlage. morgen. Die Fahrt be— 
zinnt früh 4 Uhr auf Rechnung des Luftschiffbaus Zeppelin. 
Die Führung hat Kapitän Glund. Die Fahrt erfolgt über 
Ilm, Nürnberg, Leipzig, und Berlin. Die Flugstrecke ist rund 
iebenhundert Kilometer lang, so daß mit einer zehnstündigen 
Dauer der Fahrt gerechnet wird. An Bord befindet sich eine 
nilitärische Abnahmekommission. 
Calais, 19. Sept. Der deutsche Flieger Frie drich, 
der vorgestern von London hier angekommen war, ist heute 
norgen 5 Uhr 36 Min. mit seinem Fluggast Etrich bei schönsftem 
Wetter aufgestiegen, um durch Belgien und Holland nach Berlin 
urũdazustsiegen. Er beabsichtiat seinen Flug bis Petersburg fort⸗ 
usetzen. 
Antwerpen 19. Sept. Der deutsche Flieger Friedrich, 
»er heute morgen in Calais zur Fortsetzung seines großen 
Rundfluges mit Etrich als Passagier startete, landete hier 
sor 8 Uhr. Friedrich traf auf dem -Fluge sehr schlechtes 
Wetter an. T 9 ⸗ — 
W. Neubeckum, 19. Sept. (Amtliches Wahlrefultat.) Bei 
der Wahl zum Hause der Abgeordneten im Wahl— 
tretse Westfalen V (Lüudinghausen⸗Bechum-⸗Warendorf) wurde 
Graf Max zu Droste⸗Vischering (Jentrum) mit 330 von 433 
abgegebenen Stinmen gewählt. 
W. Wien, 19. Sept. Der Neuen Freien Presse zufolge 
trifft Kaiser Wilhe 1m am 23. Oktober zum Befsuche 
des österreich ischen Thronfolgers auf Schloß Ko— 
nopischt ein, wo er zwei Tage bleibt. Darauf wird Kaifer Wil-⸗ 
hesm Kaiser Franz Josef in Schönbrunn besuchen. 
W. Bordeaux, 19. Sept. Präsident Po incaré, der 
sich gegenwärtig an Bord des Torpedohovotszerstörers TDunois“ 
befindet, hat auf seine Erkundigung nach dem Befinden des 
eutschen Militärattaché«s v. Minterfeldt durch einen 
α e 
J — 
Sle haben z2uviel Geld 
mdoehto man einer Hausfrau zarnfen. dis zur Gewinnung von Bouislon oder zur Herstellung einer krüftigen Suppo teures, frisches Fleisch auskocht, 
anstatt den ea. 8 mal billigeren Liebig's Fleisch-Pxtrakt 2u verwenden. Auch die Haostran mit Kleinster Wirtschaftskasse kann jetzt Liebig's Fleisch-Hxtrakt 
benutzen in Form von, Liebig-KRugeln“. Liebig-KRugeh kosten 5 Stuck 25 Pfg. und sind in jedom Nahrupgsmittel Geschaft z2u haben. 
1788 
— 22 
**2 
—— ——
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.