Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

Neueste Nachrichten und Telegramme 
— der L- A.e uud Z. J 
Kaifer Wilhelm in Troppau. 
BZ. Teoppau, 16. Sept. Schon seit den frühen Morgen⸗ 
tunden herrscht in den Straßen der Stadt das lebhafteste 
Treiben. Die Morgenzüge brachten Tausende von Menschen, 
die dem Empfange des Deutschen Kaisers beiwohnen 
wollten. Tie Stadt prangt im reichsten Flaggenschmuch. Po- 
itische und gewerbliche Vereinigungen, Spub und Veteranen⸗ 
»ereine, Schulkinder, Gesangvereine usw. nohmen schon in den 
ersten Morgenstunden in den ihnen zugewiesenen Strahen Spa- 
ieraufstellung. An der Stadtgrenze wurde ein maächtiger 
Triumphbogen in den deutschen und österreichischen Farben auf- 
zestent. Von 10 Uhr ab wurden die Strahenzüge von Grätz 
1b, die der Kaiser pafsieren wird, für den Wagenverkehr ge⸗ 
perrt. Kaiser Wilhelm übernachtete heute als Gast des 
dandeshauptmanns von Oesterreichisch⸗Schlefien, Grafen 
2arisch, in Solza, und lsetzte die Fahrt zur Besitzung des 
Fürsten LKichno wsky in Kuchelna mittels Automobils fort. 
RVon dort erfolgt gegen Mittag die Weiterreise über Troppau 
nach Grätz. Am Nachmittag wird eine Automobilfahrt durch 
die Grätzer Forsten unternommen, die aus diesem Anlaß für 
das Publikum gesperrt sind. Am Abend tritt der Kaiser vom 
Troppauer Bahnhof aus die Räückreise nach Berlin an. Die 
Stadt wird zu Ehren des Kaisers am Abend illuminiert fein, 
und die Mitglieder der Vereine werden vom Ratiborer Tore 
bis zum Bahnhof mit Fackeln Spalier bisden. Aus verlähßa 
lichster Quelle wird in Prag die Nachricht verbreitet, daß 
Kaiser Wilhelm in der zweiten Okltoberhälfte in Kono- 
»ischt eintreffen und dort zwei Tage als Gast des Erz- 
verzogas Franz Ferdinand verweilen wird. 
König Konstantins Parifer Besuch. 
Paris, 16. Sept. Wie heute offiziell bekannt gegeben wird, 
vird König Konstantin von Griechenland am Sonnabend, dem 
20. September in Varis eintreifen. Der König reist inkognito, 
und sein Befuch wird daher zu keiner offiziellen Kundgebung 
Veranlassung geben. Es steht jedoch fest, daß der König im 
kUIysse vomn VWräsidenten Poincars empfangem 
verden und wahrscheinlich am Sonntag abend an einem ihm zu 
khren gegebenen Gakadiner teilnehmen wird. Der König 
ind der Präsident werden bei diesem Anlasse Toaste wus- 
auschen, die, wie man hier hofft, dem durch die Berliner Rede 
des Königs Konstantin hervorgerufenen Unmut ein Ende machen 
verden. 
W. Cronbera i. T. 16. Sept. Die Abreise des Königs 
»er Hellenen mit seiner Familie nach dem englischen 
seebad Ectbourne erfolgt heute abend 9,10 Uhr vom 
hiesigen Bahnhof. Wie dem Cronberger Anzeiger amtlich mit- 
zeteilt wird, steht die Zeit der Abreise seit Tonnerstag fest, 
ꝛs könne deshalb von einer Verschiebung der Reise keine 
Rede sein. 
chnell hervorgezogen werden. Außer dem Oberstleutnant von 
Winterfeldt befanden sich der französische Oberst Dupont und 
ein russischer und ein griechischer Offizier in dem Wagen. Herr 
v. Winterfeldt hlieb bei Bewußtsein und empfing alsbaild in 
Grisolles äcztlichen Beistand. 
W. Konstantinopel, 16. Sept. (Meldung des Wiener 
d. K. Tel.Korr.Bureaus.) Es verlautet, in der gestrigen 
Sitzung der ltürlischen und bulgarischen Delegierten sei die Frage 
»er Zugehörigkeit Kirkkilisses zugunsten der 
bdürkei geregelt worden. Ueber die Dimotikafrage werde 
och verhandelt. 
¶ 
4 
Blutiges Drama im Landwehrkafino zu Berlin. 
Berlin, 16. Sept. Ein blutiges Drama hat sich bei einer 
khrenratssitzung im Landwehroffizierkasino in der Hardenberg⸗ 
trabe abgespielt. Gestern abend gegen 84 Uhr hat der Kunst⸗ 
raber Professor Heinrich Maaß, Brücenallee 6, 
Ȋhrend einer Sitzung des Ehrenrats im Landa4 
vehroffizierskasino den Kammerherrnund Ritt— 
weister der Reserve Lothar von Westernhagen, 
Zzurfürstendamm 166, erschossen. Wie es heißt, handelt es 
ich um einen Akt der Notwehr gegenüber einem tät— 
ichen Angriff. Professor Maaß besindet sich in Haft. 
Wie hierzu verlautet, handelte es sich um eine Chrenrats- 
itzung des Bezirlskommandos V Berlin, dem der Rittmeister 
. R. Lothar von Westernhagen untersteht. Der Ehrenrat tagte 
jestern abend im Landwehroffizierskasino in einer Sache, die 
wischen Professor Maaß und dem Rittmeister v. Westernhagen 
chwebte. Kaum war die Ehrenratssitzung beendet — gegen 
* Uhr abends —, so gab Ritt meister v. Westernhagen 
ußerhalb des Sitzungszimmers dem Professor Maaß 
nit aller Kraft einen Schlag ins Gesicht. Maaß 
og darauf ei nen Revolver und schoß auf den 
dammerherrn. Nur einen Schuß hatte er abgegeben, 
»er aber sofort tödlich traf. 
Der Rittmeister der Reserve, ppischer Kammerherr von 
Vesternhagen war vor das Ehrengericht geladen, mit ihm als 
zeuge der lippische Hofmaler Professor Heinrich Maaß. 
Westernhagen hatte Maaß im Verdacht, daß er einen Artikel 
mein hiesiges Wochenblatt, der gegen ihn gerichtet war, lanziert 
abe. Daraus war eine Ehrengerichtssache entstanden. Als 
zrofessor Maaß grade in das Vestibül trat, ging Rittmeister 
. Weslternhagen auf ihn zu, versetzte ihm mit der Hand einen 
räftigen Schlag ins Gesicht und zog seinen Säbel. Daraufhin 
riff Maaß zu seinem Revolver und gab auf v. Westernhagen 
inen Schuß ab. v. Westernhagen ging noch eine Treppe in 
se Höhe, um sich in das Zimmer des Ehrengerichts zu be— 
seben, doch brach er mit den Worten: „Ich bin ins Herz ge— 
roffen“ zusammen und starb. Professor Maaß schilderte vor dem 
hrengericht den Sachverhalt und stellte sich dem Gericht zur 
Verfügung. Inzwischen waren Staatsanwalt und Polizei be— 
achrichtigt worden. Der Staatsanwalt beließ Maaß auf freiem 
Fuß, da anscheinend Notwehr vorliegt. v. Westernhagen, ein 
züne von Gestalt — er war 1,80 Meter groß —, war verhei— 
aiet. v. Westernhagen war in dem Wochenblatt beschuldigt 
vorden, allerhand Schiebungen in Titelangelegenheiten vorge— 
rommen zu haben. 
W. Berlin, 16. Sept. Bei dem heute nachmittag vor⸗ 
Jenommenen Lokaltermin im Landwehroffizierskasino wurde 
er einzige Zeuge, die Ordonnanz, Gefreiter Kay— 
er vernommen. Es ergab sich hieraus, daß Professor Madoß 
llem Anscheine noch in Notwehr gehandelt hat. Maaßz be—⸗ 
undete, daß v. Westernhagen ihm nach kurzem Wortwechsel 
inen derart heftigen Schlag ins Geficht versetzte, daß er gegen 
»ie Wand taumelte. Seiner Sinne nicht mehr mächtig und in 
iußerster Notwehr hebe er den Schuß auf den Angreifer ab— 
zefeuert. Maaß ist herzleidend und erst vor einigen Tagen 
von Bad Nauheim zurückgekehrt. 
Ein Komplice des Kaplans Schmidt verhaftet. 
B.d2. Newyork, 16. Sept. Die Newyorker Polizei hat den 
ngesehenen Zahnarzt Dr. Murot als Komplicen des Kaplans 
z„chmidt verhaftet. Es heißt jetzt, daß Murot, der Mitgl:ed 
ver St.-Josephs⸗-Gemeinde ist, eine verbotene Optration an 
»em Dienstmädchen Anna Aumüller vorgenommen habe und 
saß während der Operation die Aumüller gestorben sei. 
Schmidt hätte nach Annahme der Behörde die Leiche zerstügelt 
ind beseitigt. Die Indizien gegen Murot sind lückenhaft. Die 
ßerhaftung erfolgte zunächst unter der formellen Anschuldi— 
ung der Faälschung. Das deutsche Dienstmädchen Sirt, das 
usammen mit der Ermordeten im Pfarrhaus bedienstet war, 
vurde als unentbehrliche Zeugin verhört. Im Licht der neuesten 
ntwickelung der Affäre erscheint Schmidts Gebaren in der 
Intersuchungshaft als Schwindel. — In Aschaffenburg war 
taplan Schmidt nicht unbeliebt. Man wußte, daß er aus 
wang Geistlicher geworden war. Schmidts Mutter hatte 
hr Seelenheil dafür verpfändet, daß ihr Sohn Hans in den 
ßeistlichen Stand eintreten werde. Hans Schmidt sträubte 
ch, aber schließlich trat er in das Priesterseminar in Mainz ein. 
VBiederholt versuchte er, den Priesterstand zu verlassen und 
ltkatholischer Geistlicher zu werden, um heiraten zu können. 
kr liebte ein Mädchen, das er zu feiner Frau machen wollte. 
Sein Plan scheiterte aber immer an dem Widerstand seiner 
Mutter 
Die mexrikanischen Wirren. 
W. Newvork, 16. Sept. Aus Laredo in Texas wird ge⸗ 
neldet. daß die amerika nischen Flüchtlinge, die auf 
jem Wege nach Sallillo den Rebellen in die Hände gefallen 
ein sollten, gesund und wohlbehalten in Saltillo eingetroffen 
ind. 
W. San Diego (Kalifornien), 16. Sept. Hier ist ein draht⸗ 
oses Telegramm von Bord des Kreuzers,, Buffalo“ einge⸗ 
roffen, dem zufolge sich an Bord Flüchtlinge aus Süd- 
Mexiko befinden, darunter sieben Deutiche und zwei Eng- 
änder. 
WV. Samburq. 16. Sept. Die in den Jeitungen erschie⸗ 
ienen Notizen über die Gründung einer nenen Liniée 
nach Schweden erfahren jetzt ihre Bestätigung. Es ist 
heute die Baitssche Reederei G. m. b. H. mit dem Sitz in 
hamburg gegründet worden, welche diefen Dienst versehen soll. 
Das Unternehmen ist von der Firma August Bolten, Wim. 
Millers Nachf. ins Leben gerufen worden, in der Erwactung, 
daß der Verkehr zwischen Schweden und Hamburg einer erheb⸗ 
lichen Steigerung fähig ist. In den Aufsichtsrat der Ge⸗ 
sellschaft sind die Herren Dr. Carl Melchior, als Vertrteter 
der Firma M. M. Warburg E Co., Sugo FSartig ia gleich 
iamiger Firma und Adolf Binder in Firma Aug. Bolten, Wm. 
Hlillers Nachf. eingetreten. Das Kapital der Gesellschaft ist 
»orläufig auf 1 Million Mark bemessen worden. 
W. Leipzig. 16. Sept. Die Zentralverbande der 
»eutschen und österreichischen Industriellen hiel— 
en heute in der Baufachausstellung in Leipzig eine Femein— 
ame Versammlung ab. Der Vorsitzende, Laundrat a. 
D. Rötger gab in seiner Begrühungsrede der Hoffnung Aus— 
druck, daß das erste Zusammensein der beiden Zentralverbände 
dem glücklichen Gedeihen der beiden großen Wirtschaftsver⸗ 
zände förderlich sein möge. Der Präsident des Zentralo⸗cbandes 
oͤsterreichischer Industrieller, Sektionschef Dr. Brosche, wies auf 
die festgefügle unerfschütterliche Bundesfreundschaft zwischen dem 
Deutschen Reiche und der österreichisch- ungarischen Monarchie hin, 
so daß aus diesem Grunde die Interessen der beiden Staaten 
sich nahe ständen. Er hoffe, daß der Kontakt durch die gegen⸗ 
wärtige gemeinsame Tagung eine Fortsetzung auf öͤsterreichischem 
Boden finden möge. Namens der Reichsregierung begrüßte 
Heheimer Oberregserungsrat Heller die Versammlung, namens 
der sächsischen Regierung Geheimrat Morgentau, namens der 
zsterreichischen Regierung Regierungsrat Dr. Kreuzbrück. Es 
vurden Huldigungstelegramme an Kaisler Wilhelm, Kaiser Franz 
Josepyh und König Friedrich August von Sachsen abgelandt. 
Die Geschäftsführer beider Verbände hielten darauf Vorträge 
iber das deutsche Unternehmertum in der Gegenwacrt sowie 
äüber die deutsche und österreichische Arbeiterschutzgesetzgebung. 
W. Toulonse, 16. Sept. Der deutsche Militär- 
rttaché Oberstlentnant v. Winterfeldt, der gegenwärtig den 
Manövern bvelwohnt, hat einer Unfall erlitten, da sein 
Automobil infoige Verstens eines Reifens verunglückte. Obecst⸗ 
eutnant v. Winterseldt wurde an der Brust und an den Beinen 
ichwer verletzt. 
— Der Automeobilunfall des deutschen Militärattachss et⸗ 
eignete sich etma 124 Kilometer von Grisolles. Das Automobil 
türzte um und fing Feuer, doch konnten sämtliche Insafsen 
W. Koburg, 16. Sept. Unter den Trümmern der 
Lnglücksstätte sind keine Toten mehr, denn das 
ermißte Kind Worileben befindet sich bei dem Vater der ver⸗ 
inglückten Frau Wohlleben in Neuses. Insgesamt sindð 
3 VBersonen getötet worden. Im Landkrankenhaus be— 
inden sich noch vier Verletzte. 
W. Aniwerpen. 16. Sept. Die Passagiere des Kongo— 
vampfers „Albertvine“, die mittags eingetroffen sind, erzöhl— 
en, daß man bei ihrer Abreise ernsthaft beunruhigt war über 
as Schicksal zweier Offiziere und 25 Mann, die in das Gebiet 
ines im Aufruhr befindlichen Stammes am Kassai entsandt 
vorden seien. Seit mehreren Wochen habe man kein? Nachricht 
on ihnen und fürch‘te, daß fie niedergemacht worden sind. 
W. Marfeille, 16. Sept. Fünf Personen, doarunter 
wei Kinder, sino bei einer Bootfahrt von einer gewiltigen 
Welle erfaßt worden und ertrunken 
de cclite Oram- Lumpe miczs die Inscluvrist Vsram ιενν. — Uberall Maitlien. Auerqescilscliaft, Leérlin O. 17 
a 
W. Wotkington, 16. Sept. Ein Schornstein der Werk“ 
tätten der Iron and Steel Company ist heute früh einge- 
türzt. Fünf Personen sind getötet worden, etwa 
wanzig wurden verletzt. 
W. Grosnyl, (Kaukasus), 16. Sept. In dem Naphiqa-— 
werk der Gesellschaft Neft sind durch eine Gasexplosion 
drei Arbeiteter getötet und mehrere verletzt worden. 
W. Bicmingham, 16. Sept. Zwölf Arbeiter vom 
ßüterbahnhof der Midland Railway, die sich weigerten, die von 
diverpool kommenden Güter um⸗ und auszuladen, sind ent⸗— 
assfen worden. Darauf haben die anderen Arbeiter die 
Arbeit niedergelegk. Gegenwärtig feiern tausfend Ar— 
beiter auf dem Güterbahnhof. 
W. Kaiferliche Marine. Eingetroffen: „Tiger“ am 
14. Sept. in Tsingtau, „Grille“‘ am 16. Sept. in Kiel, und am 
18. Sept. ab Kiel. Das erste Geschwader, sowie „Frieodrich 
der Große“, „Moltke“ „Senydlitz“ und „von der Tann“ oni 
2. Sept. in Wilheimshaven. „Cöln“, „Stettin“, „Kolberg“, 
„Mainz“ und „Stralfund“ am 13. Sept. und das zweite Ge⸗ 
chwader am 14. Sept. in Kiel. In See gegangen: 
„Magdeburg“ am 15. Sept. von Kiel nach Danzig. 
— —— 
Cuftfahrt. 
W. Hamburg, 16. Sept. Das Luftschiff „Hansa“ ist 
heute abend 8 Uhr 5 Min. in Poisdam bei bestem Mondscheinwetter 
zur Fahrt nach Hamburg aufgestiegen. 
Johannisihal 16. Sept. Heute vormittasg 11 Uhr 28 Min. 
st der Flieger Stiefvater mit Oberleutnant Zimmermann 
ils Begleiter auf einer Jeannin-Taube aus Freiburg i. Vr. 
ommend hier geiandet. Stiefvater war um 4 Uhr 36 Min. 
n Freiburg aufgestiegen und hatte in Gotha eine Zwischen⸗ 
andung vorgenommen. Um 9 Uhr po Min. flog er von Gotha 
ach Johannisthal weiter. Er beabsichtigt sofort nach Köntgs- 
zerg weiter zu fliegen. Stiefvater bewirbt sich mit ꝛresenn 
Fluge um die 100 000-M-Prämie der Nationalflugspende. 
— Stiefvarer ist um 1225 Uhr mit dem Passagier Zimmer— 
nann nach Königsberg aufgestiegen. 
W. Königsbera i. Pr. 16. Sepyt. Der Flieger Stief— 
dater ist mit dem Begleitoffizier Oberleutnant Zimmermann um 
3 Uhr 35 Min. im hiesigen Lufftschiffhafen gelandet. Die Flieger 
jaben gegen 4 Unr bei Elbing eine Zwischenlandung vorgenommen 
Liegnitz, 16. Sept. „Z 1“, der gestern abend 104 Uhr 
zur Rücfahrt nach Frankfurt a. M. aufgestiegen war, 
vie Fahrt aber wegen heftiger Gewitter nicht ausführte, ist 
heute morgen 954 Uhrr vor der Luftschiffhalle glatt ge— 
landet. 
W. Friedrichshafen, 16. Sept. Die Abnahmefahrt 
des neuen Marineluftschiffes „L 2“ ist für Ende 
der Woche vorgesehen. Ein bestimmter Tag ist noch nicht sest⸗ 
jesetzt worden. Alle näheren Dispositionen richten sich nach 
»er Wetteclage. Die erste Fahrt erfolgt nach Johaumsthal, 
»on wo aus denn die Probefahrten unternommen werden. 
die Abnahmekommission der Kaiserlichen Marine setzt sich zu⸗ 
ammen: Korvettenkapitän Behnisch vom Reichsmarineamt, Vor⸗ 
itzender, Kaptiärleuinant Freyer, künftiger Kommandant von 
„L 20, ferner Marinebaurat Neumann, Marinebaumeister Pietz⸗ 
er und Marine-Oberingenieur Ruf 
die Mansver der 17. dDivision. 
cEigenbericht der Lübeckischen Anzeigen.) 
—lc — Mestlin Meckleenburg), 16. Sept. 
Für Montag und Dienstag, die beiden letzten Tage des 
Mansvers der 17. Division. war eine neue Kriegslage 
rusgegeben worden, die folgendermaßen lautete: 
„Eine blaue Armee geht nach leichten Kämpfen, uefolgt 
MNorer roten, von Waren—Malchin in westlicher Richtung 
zurũck.“ 
Die Rottruppen, unter Führung des Generglmaiors 
v. Homeyer, bestanden aus der 33. Infanterie Brigade. 
ie verstärkt worden war durch das ZIhsilier-Regiment Kaiser 
Wilhelm, Kr. 90)9, Dragoner-Regiment Ar. 17. Feldartillerie⸗ 
egiment Nx, 24, Stab. 1. und 2, Batterie des Fuhßartillerie⸗ 
degiments Rr, 20,und die 1. Kompagnie des Harburger 
Bionier-Bataillons Nr. 9. 
Der Kriegszustand, begann. gachts 2 Uhr. Von diesem 
Zeitpunkt an durften Kavallerie-Patrouillen, die kriegsmäßig 
intergebracht waren, die Linie Benthen Lindenbes Rom 
Ziggelkow—Zachow überschreiten. 
Die blaue Partei, geführt von, Generalmajor von 
Morgen, bestand aus der 81. Infanterie Brigade, die durch 
das Grenadier-Regiment Nr. 89, die 5. Eskadron des Dragoner⸗ 
Kegiments Nr. 18, das Feldartillerie-Kegiment Nr. 60 und 
die 2. Kompagnie des 9. Pionier-Bataillons verstärkt worden 
vpar Außerdem war ihr zur Aufklärung in Kder rechten 
Flanke das Dragoner-Regiment Nr. 18 (ohne 5. Eskadron) 
unterstellt worden. 
Von' ZUhr, nachts an durften die ebenfalls kriegsmäßig 
intergebrachten, Kavallerie-Patrouillen die Linie Slate —Reu— 
urg SEchalentiner Mühle —Stralendors —Granzin — Tannenhof 
überschreiten. 
Die besondere Kriegslage für Rot war folgende: 
Während die roten Hauptkräste dem eede in enger 
Fühlung folgten, wurde die verstärkte 38. nfanterie⸗ Briga de 
von Waren her südlich des Plauer Sees angesetzt. 
WMehrere feindliche Eskadrons gingen vor dem vorausge⸗ 
andien Dragoner-Regiment Nr. 17 über Stuer auf Parchim 
nrück Das stark ermüdete Regiment hat am Sonntag nach— 
nitfiag 4.Uhr. die Vorhut der Brigade um 5 Uhr Lübz 
eseßzt. wähtend das Gros bei, Bobzin —Benzin—Kreien— 
Krißow zur Ruhe übergegangen ist. 
Parchim ist durch feindliche Kavallerie, Kladrum und 
Frauenmark durch feindliche Infanterie besetzt gemeldet. Bei 
Karow wurden zwei feindliche Eskadrons gemeldet. In 
Dobbertin waren zahlreiche feindliche Trains untergebracht. 
die Berbindung mit der Armee war unterbrochen. 
Die besondere Kriegslage für Blau lautete: 
Auf dem rechten Flügel der blauen Armee hat, das zehnte 
Armeekorps am Sonntag mit dem Gros Glape—Bossow und 
ürakow. mit den Kolonnen und Trains Dobbertin Borkow 
eireicht. Die Kavallerie des Armeekorps stand bei Karow. 
Das in der rechten Flanke aufklärende Dragoner Regiment 
Nr. 18 ist vor ener feindlichen Kolonne aller Waffen, die 
üdlich des Plauer Sees in Richtung Lübz vorging, bis 
Parchim zurüdgewichen. 77* 
Von den don Westen heranzuführenden Verstärkungen ist 
die verstärkte 81. Infanterie-Brigade in Schwerin ausgeladen 
vorden und bis Goldenbow—Frauenmarl— Kladrum —Lrivitz 
elanat. Weitere Kräfte sollen am Dienstag früh in Schwerin 
ntreff⸗ 
— —
	        
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