Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
oreis für das Vierteljahr 3,80 Wart einschließlich 
Bringgeld in Lũbeck. Durch die Post bezogen ohne 
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uzeigenpreis (Ausgabe 4 und HB) für die 
rꝛeile 20 Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
sô Pfg. ur Auswartige 30 Pfg., s. Geschaftl. Mit⸗ 
eilungen 1 M. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Zatz den Anforderungen entsprechend hoöher. o 0 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübeck 163. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
heiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt te Fürsteniümer Ratzeburg, Lubed und das angren 
——————⏑—————————⏑⏑— — ⏑ — ,————0 — mecdlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Orud und Verlag: Gebrüder Vorchers G. m. b. ß. m Lubed. — Geschaͤftsstelle Adreb aus (Kduaustr. 46). Fernspre cher oooo u. 9001. 
Mittwoch, den 17. September 1913. Morgen⸗Blatt Nr. 470. 
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— 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. — 
Umfang der heutigen Rummer 8 Seiten. 
ii ιιιιιιαν ιιαααÔιια — Bä———————————————— 
nichtamtlicher Teil. J 
Deutsches Reich. 
bpt. Hohenzollern und Cumberland. Kaiser Wil⸗ 
delm hat begonnen, Privatpersonen Jagdbesuche, auch jenseits 
der Reichsgrenzen, abzustatten; aber es verlautet noch immer 
nicht, wann er diem Herzog von Cumberland den unvermutet 
wufgeschobenen Gegenbesuch machen werde. Kaiserin Auguste 
Viktoria vermied es, mit ihrem Schwiegersohn am Geburts⸗ 
age der Prinzessin⸗Tochter zusammenzutreffen, sie hat vielmehr 
hren Geburtstagsbesuch am Tage vor dem Eintreffen des Prinzen 
Ernst August aus dem Manöver abgestattet. Sprechen diese 
Handlungen und Unterlassungen dafür, daß zwischen den Häusern 
Hohenzollern und Cumberland neuerdings eine Verstimmung ein⸗ 
Jetreten ist? Und liegt der etwaigen Verstimmung vielleicht 
vas langsame Fortschreiten der von Prof. Dr. Kekule von 
Stradonitz erörterten Verhandlungen zugrunde, die wegen der 
Abgabe eines förmlichen Verzichtes auf Hannover mit dem 
Prinzen geführt werden sollen? Man könnte versucht sein, diese 
Fragen zu bejiahen, wenn man die krampfhaften Bemühungen 
im welfischen Interesse tätiger Federn bemerkt, die Thronbesteigung 
des Prinzen als eine feststehende Tatsache, den damit noch gar 
nicht befaßten, allein zuständigen Bundesrat als quantité 
iégligeable zu behandeln. Das Schweigen halbamtlicher Organe 
uu den Ausführungen des Prof. Dr. Kekule von Stradonitz, 
der die Nachricht von dem Schweben jener Verhandlungen in 
der Deutschen Juristenztg. für eine Tatsache nimmt, spricht für 
die Richtigkeit der authentisch noch nicht bestätigten Meldung. 
Ist aber diese Meldung zutreffend, dann führen die erwähnten 
zöfischen Vorgänge zu den Fragen, die oben gestellt sind 
dok. Deutschland unter den fremden Ratgebern Chinas. 
Die in Peking erscheinende englische Zeitung Daily News bringt 
nach amtlichen Mitteilungen eine Zusammenstellung der fremden 
Ratgeber der chinesischen Regierung für die verschiedenen Ge— 
hiete der Verwaltung. Danach sind unter den 22 fremden Rat— 
gebern 5 deutsche vertreten. Die politischen Ratgeber des Prä— 
sidenten hat Großbritannien, die Vereinigten Staaten und 
Japan gestellt, während im Kriegsministerium neben einem 
apanischen Oberst und einem französischen Oberstleutnant der 
deutsche Major v. Dinkelmann als Berater tätig ist. Im Finanz— 
ministerium wirkt der deutsche Finanzmann Dr. Arnold neben 
einem Holländer und einem Italiener. Im Verkehrsminister?um 
bertritt der Ingenieur Bauer die deutsche Technikt, neben ihm 
ind ein Franzose und ein Japaner für die Eisenbahnen und 
wei Dänen für Telegraphie und drahtlose Telegraphie berufen. 
Im Minifterium für auswärtige Angelegenheiten ist ein 
aischer iuristischer Beirat tätig. neben ihm soll noch ein 
Ftaliener wirken, dessen Ernennung demnächst zu erwarten ist. 
Zerater des Justizministeriums sind ein Deutscher und ein 
skusse, und aus Anlaß der Fünfmächte-Anleihe gehört dem 
lufsichtseam über die Salzsteuer ein deutscher Vertreter von 
Ztrauch und ein Enagländer an. .*4 
* J 
Ausland. 
e sochedischenez udhet. Vundaig? Unser Itandi 
Ein nenues schwedisch⸗enorwegisches Bündnis nser standi⸗ 
avischer Mitarbeiter schreibt uns In Schweden und Nor⸗ 
egen wird gerade in dieser Zeit eine lebhafte, Preßdiskussion 
her die Frage geführt, ob es im Interesse der beiden Staaten 
ilee miteinander ein Verteidigungsbündunis,, zu 
ieder die Idee eines solchen ist namentlich der beiderseitigen 
urcht vor der sogenannten „russischen Gefahr“ entsprungen. 
ur den Abschluß eines derartigen Bündnisbertrages haben 
h Mehrere liberale und sozialdemokratische Politiker beider 
änder qusgesprochen. Sicher aber sind beide Nationen in 
hrer Mehrheit der Ansicht, daß der Unionsbruch des Jahres 
905 und, die dargus folgenden Verstimmungen noch in zu 
rischer Erinnerung sind, damit Schweden und Norwegen jeßtzt 
son wieder in ein näheres Verhältnis zu einander treten 
önnten., Das hindert nicht, daß man quf heiden Seiten 
es Koelengebirges der Ueberzeugung ist, daß die Interessen 
zchwedens und Norwegens im, Ernstfalle gemeinsam werden 
onnen. und daß die Eventualität eines Mee Auf⸗ 
zetens heider Länder, zum Schuß der Unabhängigkeit der 
andinavischen Halbinsel überhaupt erörtert wird. Interessant 
ar gexade in dieser Beziehung ein von den schwedischen und 
orwegischen Delegierten auf der jüngsten Haager Konferenz 
emachter Vorbehalt gelegentlich der Behandlung der, Neu— 
ralilätgfrage. Der Kommissionsporschlag ging dahin. daß die— 
nige Macht, die sich als permanent neutral erklären wolle, 
ch unter keinen Uniständen Kin einen Krieg einlassen dürfe 
ꝛenn nicht ihr eigenes Gebiet von einer fremden Macht 
ngegriffen werde. Die, schwedischen und norwegischen 
cepräsentanten auf dem Kongresse machten nun, mit Misicht 
uf die gemeinsamen Interessen Schwedens und Norwegens, 
inen Vorbebalt dahin, daß auch ein permanent neufrales 
tand seinem Nachbarstaate dainn zur Hilfe kommen dürfe, 
denn, die Lage beider Länder im Verhältnis zu einander 
ine solche sei, daß ein Angriff auf, das eine Laund gauch eine 
efahr für das andere Land in sich schüeße. Es in uter— 
fant, festzustellen, daß alle scwedischen und norwegischen 
enrgsentanten auf, der Friedenslonferenz ganz aleichh welcher 
oltitischen Partei sie angebörten, sich diesem Vorbehalt an— 
blossen. was unstreitbar von einem gewissen Zusammengenötig— 
eitsgefühl im Norden zeugt. 
Rufzland. 
eudk . Deulschee Kapital in russischen Bahnen. Es wird 
elfach angenommen. daß unter den großen ausländischen 
dapitalien. die in russischen Bahnen investiert sind, das franzö— 
ische Kapital gnuerster Stelle steht. Diese Annahme ist aber 
nzutreffend. Vielmehr entfällt auf Deutschland der bei weitem 
roͤßte Teil des gausländischen Kapitals. Selbst die schwierigen 
heldrperhältnisse des laufenden Jahres haben nicht vermocht. 
ie Vorliebe der deutschen Boörsen für russische Eifenbahnwerie 
u vermindern. An der Berliner Borse werden nicht weniger 
ils, 29 verschiedene Obligationen rufsischer Privatbahnen notiert, 
vährend in Paris nur 10, und in London nur, 6notiert 
verden. Die Gesamtsumme der an ausländischen Börsen ver— 
ehrenden russischen Obligationen beläuft, sich auf rund 23 
lilliarden Mark. Bis zum Jaähre 1808 betrug der Emissions— 
Ars 4 00, seit jener IJ ist er durch die Versteifung des 
Goldmarftes in den letzten Jahren qui 41 angefliegen 
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heer und Flotte. 
W. Auflösung des Marinelufüchiff-Kommandos in Fuhls. 
üttel. Hamburg, 16. Sept. Das Marineluftschiff-Kom— 
nando in Fuhlsbitlel wird, wie wir hören, aufgelöst. Die 
offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften reisen zum Teil heute 
um Teil morgen von Fuhlsbüttel ab. 
Als Antwort auf die zum Verluste des „L 1“ von der Ham— 
zurger Luftschiffhallen-Gesellschast an den Staatssekretär des 
Reichsmarineamts Exz. v. Tirpitz gesandte Beileidskundgebung 
ief folgende Depesche ein: 
Für das unserer Marine ausgesprochene Beileid anlãßlich 
des Verlustes des Marineluftschiffes und seiner braven Be⸗ 
atzung soge ich dem Aufsichtsrat und Vorstande der Ham⸗ 
hurger Luftschiffhallen⸗Gesellschast mesnen tiefgefühlten Dank. 
v. Tirpitz, Staatssekretär. 
.DT. Militärübungsplatz für Eisenbahntruppen. Ein Mi— 
itärübungsplatz für Eisenbahntruppen wird zurzeit in Marken— 
yorf bei Jüterbog eingerichtet. Der Militärfiskus hat dort 
.000 Morgen von dem Rittergut Markendorf erworben. Eine 
ekannte Berliner Firma hat die Arbeiten übernommen. Die 
ßebäude des, ehemgligen Rittergutes werden sür die Auf— 
ahme des ersten Ehenbahnregiments instandgelekt. 
Amk. Fahrgesewindigleiten der Torvedoboote. Als die 
eutsche Marineverwaltung, dem Beispiel Englands folgend, die 
riten Turbinen guf den Torpedobooten eingeführt hatte, glauhte 
gan. als die Boote eine Geschwindigkeit von, mehr, als 50 
zeemeilen in der Stunde erreichten, diese Leistung sei kaum 
zehr zu übertreffen. Die Ingenieure der deutschen Turbinen⸗ 
jeseranten versuchten indessen, durch Verbesserungen inn Bau 
nd in der Ansage der Turbinen eine weitere Steigerung der 
eistungsfähigkeit der Turbinen herbeizuführen. Um ein, zu— 
reffendes Urteil über die Brauchbarkeit der einzelnen Turbinen- 
nsteme zu gewinnen. vergab die Marineverwaitung die zwölf 
in Jahre 1808,00 zu erbauenden Hochseetorpedoboote (Nr. 163 
is 178) an brei Werften namlich an die dirsug Schichau in 
bing. die, früher fast ausschließlich zur Lieferung von 
Torpedobooten herangezzgen worden war, ferner aän die 
ruppsche Germania-⸗Werft in Kiel und an die Werft der 
dktiengesellschaft Vulkan zu Bredowm Dei Stettin. Die Boote 
Reser Werft Fünf Boote) wurden mit Turbinen nach dem System 
Lurtis⸗A. E. Go, die Germania-Boote mit 11 Parsons und die 
Boote mit Schichau-⸗Turbinen ausgerüstet. Außerdem, erhielst 
„G 1739 Zolly-Turbinen. Von diesen Booten ef „G 171 
ei den Prohesahrten 34,6 Knoten. Diese Geschwindigkeit wurde 
unächst durch die Peoncsahreehehp des russischen Kreuzers 
Nowik“ der aber, mit deutschen Turbinen (R, E. G.) ber— 
hen ist und am 2. Septemder 37,3 Knoten erzielte, in den 
—chatten gestellt. Nunmehr hat aber auch ein deutsches 
orpedoboot (,S 33) bei der vor wenigen Tagen ab⸗ 
Chaltenen Probefahrt an der, gemessenen Meile bei Neukrug 
7.2 Seemeilen durchlaufen und damit stellen sich die 3 
urbinen denen der A, E. G. ebenbürtig zur Seite. .S 23 
t eines der allerneuesten Hochseeboote unserer 333— Es 
jehört der Sexie S1830 bis „S 240 an. die für 1912,13 
ewilligt und, der Shichau-Werft Kin Auftrag, gegeben wöorden 
t. Man wird aet sein dürfen, ob die, Schwesterboote 
on „Sn 28“ die Geschwindigkeit des „Nowit“ zu überhofen 
dermñnñgen 
Theater, Kunst und Wissenschaft. 
Die Eröffnung des Lessingtheaters in Berlin mit Ibsens 
„Peer Gynt“ gestaltete sich zu einem bemerkenswerten dra— 
maturgischen Ereignis. Allerdings hatte sich die Einstudie— 
rung mehr der Inhzenierung gewidmet als der geistigen Durch— 
dringung. Immerhin war Kayßlers Peer Gynt schon rein 
physisch eine bedeutungsvolle Leistung. Griegs Musik war 
ein wesentlicher Stimmungsfaltor, wirkte aber doch oft schleppend. 
Das städtische Orchester in Bern ist aus notwendigen Spar⸗ 
amkeitsrüchssichten von 63 auf 50 Musiker herabgesetzt worden. 
Ein städtischer Ausschuß hält jetzt Beratungen ab über die 
Frage, in welcher Weise dem stark verschuldeten Stadt— 
heater geholfen werden kann. 
Das Kieler Stadttheater eröffnete seine Spielzeit am Sonn— 
abend, dem 13. Sept., durch Aufführung von Edmond Rostands 
romantischer Komödse „Cyrano von Bergerac“. Durch eine Auf— 
führung, die, ganz im Gegenteil zur vorjährigen Eröffnungs⸗ 
vorstellung, geradezu glänzend genannt werden mußte, wurde 
nan erfreulicherweise Aberrascht. Die Hauptpersonen hatten 
rusnahmslos tüchtige Repräsentanten gefunden. Die Massen⸗ 
zenen, im Vorjahre ein Kreuz unseres Theaters, alüdten in 
eder Weise und zeugten von sorgfältiger Vorbereitung, wie 
iberhauyt das Zusammenspiel des zum großzen Teil zum ersten 
Male hier auftrelenden Kanstlerpersonals nicht u wunschen 
üAbrig ließ. Die Regie, die Direttor Carl Alving persöniich 
sührte, hatte stch mit Geschick die reichen Mittel des Fundus 
dienstbar gemacht und stimmungsvolle Buühnenbilder von hervor⸗ 
agender Schönheit geschaffen. Das zahlreich erschienene 
Publisum war sehr dankbar fsur die prächtige Darbietung 
»es wertvollen Stüdles, das einen würdigen Auftakt der neuen 
Spielzeit bildet und überschlttete die Darsteller mit Beifall. 
leber die Eröffnung der Opernspielzeit mit, Die Meistersinger 
von Nuitnberg“ haben wir schon unter CTagesberichit 
am Dienstag morgen berichtet. 
„Ich habe alle weine Taltitöde verbrannt..“ hat Hans 
Richt er an einen Berliner Freund geschrieben. Der berühmte 
Wagnerdirigent ist von einer ganzen Anzahl deutscher Opern⸗ 
»Uhnen bestürmt worden, bei der ersten Aufführung des „Par— 
ifal“ nochmals am Dirigentenpult zu erscheinen. Hans Richter 
jat aber endgültig auf jedes öffentliche Auftreten verzichtet. 
m. Die Gerechtigkeit und die Kritiker. Der König von 
Zachsen hat, wie schon berichtet, bei der Einweihung des 
deuen kal. Schauspielhauses in Dresden auch die Kritiker beson— 
ers eingeladen und ihrer segensreichen Tätigkeit anerkennend 
edacht. Das ist ein erfreuliches Zeichen der Würdigung eines 
standes, von dem man z3war überzeugt ist, daß er notwendig 
um eine Bühne auf anständiger Höhe zu erhalten, dem man 
der seine Arbeitsleistung recht oft übelnimmt. Er hat in der 
'at ein bitteres Los, der Kritiker; darüber hilft ihm auch 
icht der Trost hinweg, daß er die Macht in der Hand hat, 
ichter und Theatergrößen zu machen und zu stürzen. Wenn 
ach einer Uraufführung Dichter und Darsteller gemeinsam den 
elungenen Abend feiern, dann sitzt der Kritiker irgendwo 
bseits in einer Ecke und schreibt die Rezension, die jenen allen 
in nächsten Morgen einen bitteren Tropfen in die Freude 
räufelt. Wir durfen nicht vergessen, daß mit dem Ausbau der 
zresse auch dieser Stand sich erst geformt und gebildet hat. 
xft mag es noch größere Schwankungen zwischen Lessingschen 
lllüren und subjektiven Stimmungen gegeben haben. Jetzt 
Ȋchst ein Kritikerstand heran, der sicher und ernft seine 
zflicht erfüllt, der Kunst zu dienen und der Gerechtigkeit. 
darum ist es zu begarüsen, daß aub sie anfangen, Gerechtigk.it 
u finden. 
Aus der Gelehr tenwelt. Der Reichsanzeiger meldet: Dem 
irdentlichen Professor an der philoso phischen Fakultät der 
lniversitzit Marburg, Geh. Req.Rat Dr. Zinde, ist 
er Kronenorden 2. Kl. verliehen worden. — Der Musit— 
chriftsteller, Komponist und Reutervorleser Prof. Georg 
diemenschneider ist in Breslau im Alter von 65 Jahren 
estorben. 
Zreises Stolzenuu Bergmann dankte allen, die zur Er—⸗ 
ichtung des Monumentes beigetragen haben, und Vürger—⸗ 
neister Krömer übernahm das Denkmal in die Obhut des 
Irtes. Deputationen des Künstlervereins Hannover, des Hei— 
natbundes Niedersachsen und der Alt-Schlaraffia legten Kranz⸗ 
»enden nieder. Das Denkmal, das etwa 6m hoch ist, ist 
eschaffen vom Architekten Otto Luer-Hannover und Bild— 
auer Prof. Gundelach-Hannover. 
D7T. Der „Parsifal“ im Konzertsaal. In einer Montag 
achmittag abgehastenen Sitzung des Richard-Wagner⸗-Verbandes 
Deutscher Frauen, Ortsgruppe Magdeburg, beschloß der 
Vorstand, ein großes Wagnerkonzert abzuhalten, und zwar soll 
»er „Parsifal“ in konzertmähiger Form zur Aufführung ge⸗— 
angen unter Mitwirkung der Dessauer Hofkapelle und unter 
deitung des Generalmusikdirektors Mikoren und der Dessauer 
Singalademie. Unbestimmt ist noch, wer die Solopartien über— 
rimmt. 
DT. Das grohße Võölkerfchlachtsoratorium. Die Leip⸗ 
siger Singakademie bringt am 18. Olt. in Anwesenheit des 
Königs Friedrich August von Sachsen und aller B undes⸗ 
ürsten, abends 8 Uhr, in der Alberthalle das Oratorium 
Aus Deutschtands grober Zeit“ von Seyffart hur 
Tufführung. Auch der Leipziger Männerchot wird an dieser 
Iraufführung mitwirken. Außerdem sind gewonnen: Kammer— 
ängerin Siems, Konzertsängerin Leydhecer, der Kammer⸗ 
anger Urlus und der Kammersänger Perron⸗-Dresden 
Die grötzte Orgel der Welt wird die Breslauer Jahrhundert⸗ 
alle besitzen. Sie ist nach den Dispositionen des Organisten der 
eipziger Thomaskirche, Prof. Straube, von der Firma W. 
zauer in Frankfurt a. O. erbaut worden. Das Werk hat 
00 Register, und dem Organisten stehen auf dem Spieltisch im 
anzen 1718 Organe zur Verfülgung, von denen 8337 Tasten 
ind. Die Orgel wird qm 22. Sept. von Prof. Straube abge- 
ommen werden, und am Ubend findet ein Llchtbildervortrag 
ber den Bau und die innere Einrichting der Orgel statt. Bei 
lesem Vortrag wird Prof. Straube in einer Improvisation 
ie Orgel mit ihren Femhheiten vorführen. Am 23. Sept. is 
in großes Bachkonzert und am 24. Sept. ein Regerkonze 
Prof. Straubes; für beide Konzerte zeiat sich reges Interes⸗ 
Die Githülling des Wilhehm⸗Bufch⸗ Deulmals. In Wieden⸗ 
hl bei Stadthagen, dem Geburtsotte Wilhelm Buschs, 
purde Sonntag in schlichter Weise ein Denkmal des Dich— 
ers enthullt, das von seinen Verehrern gestiftet worden ist, 
Ae Feler wurde mit Gesangen des Maännergesangberen 
Viedensahl eingeleitet und geschlossen. Kgl. Hofschauspleler 
tarnburs· Hannover, der die Festrebe hielt, entwarf in großen 
zugen ein Lebensbild des Einsieblers von Wiedensahl, der die 
ohe Kunst verstanden 88 den bittern Kern des Lebens zu 
rkennen und es doch freudig zu bejahen. Der danbrat des
	        
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