Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

vG 
Ausgabe 
versammlung der Burgeeschaft 
am Montag, dem 15. September, abends 6ß Uht. 
Ecchlußh.) 7* 
7. 
Ausbaudes Töpferweges. 
Unter den im Rechnungsjahr 10912 auszuführenden Pflaste⸗ 
rungee Wege⸗ und Sielarbeisten war auch ein vorläufiger Aais- 
bau des Toͤpferweges auf der Strede von der Tornestrabe bis 
wur Mittelstrahe und eine Meupflasterung des Tövferweges 
auf der anschließenden Streche bis zur Lindenstraße vorgesehen. 
Zus besonderen Gründen hat bisher weder der vorläufige 
Ausbau, noch die Neupflasterung erfolgen können. Inzwischen 
hat sich auch herausgestellt, daßß es zwechmähiger ist, den 
Etrabenbau in einer anderen Weise durchzuführen. Ter Senat 
beantragt deswegen bei der Bürgerschaft, dahß beim Ausbau 
des Töpferweges von der Mittelstraße bis zur Lindenstrabe die 
Verbreiterung nur auf der Nordfeite erfolat, daß der Topfer⸗ 
weg auf der Streche von der Dornestraße bis zur Mittelstraße 
nicht erst provisorisch, sondern in eingeschränktem Maße end- 
puitig ausgebaut und demgemäß die vorgesehenen Kosten von 
p000 Maauf 14500 Muerhöht werden, und endlich, dak auf 
ber Nordseite des Töpferweges zwischen der Tornestrahe und der 
Lindenstrahe die Baufluchtlinie mit der Strakenfluchtlinie zu⸗ 
ammengelegt wird. 
Beam. Böger: Er sei für die Annahme der Vorlage. 
In derselben werde gesagt, daß die Verhandlungen mit den 
Antegern an der Südfeite der Straße (Töpferweg Nr. 61263 
und 660) an den hohen Forderungen gescheitert fseien. Es sei 
ein Preis von 25 Mi für, das qm perlangt worden, eine For⸗ 
derung, die keineswegs eine zu hohe sein, Hietran dürfe auch 
die Sache nicht scheitern und der richtige Ausbau des Töpfer⸗ 
weges könne deshalb nicht unterbleiben. 
Senator Te. Sto oss: Der wirkliche Grund sei in der Tat 
der, dah die Forderungen zu hohe seien. Zwei Grundstücks- 
vesitzer hätten unweigerlich an dem Preis von 25 Mäfestge- 
halten, zudem hätte einer von der Zahlung von Straßenbau— 
Wbgaben für alle Zeiten entbunden werden wollen. Taran 
nten die Verhandlungen scheitern müssen. Was die Ver— 
breiterung der Bürgersteige auf der Nordostseite anbetreffe, 
so sonlten die dort anfänglich geplanten Bäume nicht gepflanzt 
werden. Tann sei der Fuhgängerweg 2,80 m breit und das 
werde für den Verkehr gauf, lange Zeit ausreichend sein. 
B.M. A. Pape: DTaß man den Töpferweg in einer 
anderen Weise als ursprünglich geplant, ausbauen wolle, werde 
zweifellos bessere Zustände schaffen. Aber er bedauere doch, 
dah auf der Nordseite des Töpferweges zwischen der Dorne— 
straße und der Lindenstrahe die Baufluchtlinie mit der Straßen— 
fluchtlinie zusammenfallen solle. Auch dort sollte man unter 
allen Umständen Vorgärten schaffen, damit bei fich lebhaft 
entwickelndem Verkehr die Straße einmal verbreitert werden 
könne. Die neue Straßenfluchtlinie sei den Anliegern übrigens 
gar nicht bekannt, gegeben worden, und deshalb dürfe heute 
über die Sache kein endgültiger Beschluß gefaht werden, son⸗ 
dern fie müsse noch einmal kommissarisch geprüft werden, Der 
von den Anliegern gesorderte Preis von 25 Misei auch keines— 
wegs zu hoch. Uebrigens werde die ganze Differenz nur etwa 
1500 Maubetragen, und dieser geringfügigen Summe wegen sollte 
man nicht zweimal den Ausbau der Stratze in Angriff nehmen. 
Der Klinkersteig müßte bei den Häusern Nr. 63685 gelegt wer⸗ 
den, und nicht auf die andere, unbewohnte Seite. Wenn 
übrigens der Weg 5 oder 10m hinübergelegt werden würde, 
so könnte gleich etwas Ganzes geschaffen werden. Er bitte um 
ommissarische Prüfung. 
BeM. P. Pape: Von den Anliegern habe sich niemand 
bereit erklärt, das am für 18 Miäzu verkaufen. Vom, Kataster⸗ 
amt seien sogar einmas 12,50 Mugeboten worden, sonst seien 
mit den Anwohnern keine Verhandlungen geführt. In der 
Oeffentlichkeit aber mache es für die Anwohner auch keinen 
guten Eindruch wenn man ihre Forderungen überhaupt, als 
unannehmbar bezeichne, da dieselben keineswegs zu hoch seien. 
Er bitte auch um Kommisstonsberatung. 
Senator Tr. Stopss: Wenn die Bürgerschaft glaube, 
daß die vorgebrachten Einwände stichhaltig seien, so möge sie 
die Vorlage ruhig an eine Kommission verweisen, Tann werde 
der Ausbau des Töpferweges eben noch verschoben. Im ein⸗ 
zelnen könne er über die vorgebrachten Einwendungen keine 
Auskunst geben, weil er die Verhandlungen mit den An⸗ 
wohnern nicht geführt habe. Thaman einigen Anwohnern 
18 Mefür das am bewilligt habe, so würde es Konsequenzen 
agach ich ziehen, wollte man denen, die an 25 Mäfesthalten, 
hre —— ——— A 
erguf gelangte der Antrag von A. Pape auf Verweisun 
bder Vonegge an eine Kommisfion zur Annahme. ⸗ 
8. 
Errichtnag einer Sekretärstelle beim Stadt- und 
Landamt. 
Sie vernotwendigt sich wegen der Angliederung des Ver— 
sicherungsamtes und der Berufsvormundschaft an das Stadt⸗ 
und Landamt. 
BeM. Thie—e: Ihm sei mitgeteilt worden, daß die Stelle 
von einem Beamten besetzt werden solle, der sehr schwerhörig 
ei. Das werde für das Publikum sehr unangenehm c 
Außerdem frage er an, wie weit es mit der festen Anstellung 
der Gerichtsdiener gediehen sei. 
Senator Dr. Fehlinga: Ueber letztere Sache könne er 
mur auf die der Bürgerschaft vorliegenden Protokolle ver⸗ 
weisen. Der Bürgerausschuß und seine Kommissionen hätten 
weimal den Antrag abgelehnt und der Senat habe unter diesen 
Umständen geglaubt, einstweilen mit der Sache warten zu 
müssen. Er hoffe selbst, daß mit der festen Anstellung nicht 
zu Jange gewartet werde. denn es sei erwünscht, daß Nuhe 
in die Kreise dieser Beamten hineingetragen werde. Die Frage, 
vie aus der betreffenden Vorsage weitere Folgerungen entstehen 
õonnten werde man bald übersehen können 
—,„BeM. Kösßter Bvittet ebenfalls, diese Angelegenheit nicht 
mehr zu lange auszudehnen. Ter Bürgergusschuß sei im Prinzip 
gbhe Meinung gewesen daß di⸗e feste Mitelunag erkor⸗ 
verlich sei. 
Senator Dr. Lienau: Es sei richtig. daß dieser Msistent 
Awas schwerhörig fei. Ter Senat habe aber sediglich zu 
entscheiden,. wen er anstelsen, wolle, und man durfe verfichert 
ein. — er nur geeignete Beamte anstellen werde. 
B.M. Hoff bittet auch den Senat, mit einer Vorlage, 
jetr. feste Anstelhina der Gerichtsdiener. an die adengee 
jeranzutreten. Im Bürgergusschuß sei nur eine Infallsmehrheit 
ür, die Abslehnung der Vorlage nvorhanden gewesen und er 
aätte eigentlich geglaubt, daß der Senat den Antrag troßzdem 
in die Bürgerschaft, gebracht haben würde. 
Senator Tr. Fekling; Von einer Zufallsmehrheit fönne 
chwerlich geredet werden. Wenn zweimgl der Bürgergusschetß 
ind seine Kommiß?onen sich mit der Angelegenheit befal ten 
ind damit beide Male zur Ablesnrung der Vorlage kämen, so 
rũußte dies doch auf den Senat einigen Eindruck machen. 
Der Senatsantrag wirde hierauf in erster Lesung endgültig 
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J 9. * at 
Etatsmäßige Ansterklung der Gasmeister in 
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En. 8Wenee n 
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2 —— 95988 —7* 4 
dienstag, den 16. September 1913. 
Abend⸗Blatt Nr. 469. 
A ne Lienstobhegenhetten zu etfullen haben, oie nur see 
ingestellten Beamten übertragen werden sollten. Der Senat 
jeantragt, diese Gasmeisterstellen in Klasse A IV des Beamten- 
zesoldungsetats, Gehalt 18002700 M, aufzunehmen. 
Der Antrag wurde debattelos in erster Lesung endgültig 
enehnrigt. 
I 010. 
ßewilligung von 27180 M für die Legungeiner 
ßashauptrohrleitung vom Moislinger Baum 
is zur Brauerei Lüchsowie in den Stadtteilen 
Moislingund Genin. 
Der Antrag wurde debattelos in erster Lesung genehmigt. 
— 
.. e Un e r virter, doatz vem errecenabonnement näher⸗ 
getreten wird. Für Personen, die eine Strecke regelmäßig be— 
zutzen, sei dies schon auf allen Eisenbahns und Tampfschiffs- 
ahrten eingeführt. Ferner exsuche er, daß eine Uebereinstimmung 
v»er Kirchenuhren mit der Normaluhr der Post herbeigeführt 
verde. Auch bitte er um Wiedereinstellung der 7-Ahr⸗Frühwagen 
auf der Schwartauer Linie. 
ESenator Strad bittet, alle diese Wünsche ihm doch sofort 
ibermitteln zu wollen und nicht erst bis zu einer Bürgerschafts- 
itzung damit zu warten. Wegen des gehabten Defizits von 
34000 Mäkönne einem Streckenabonnement noch nächt näher- 
zetreten werden, da dieses ein Defizit von noch 40 000 M 
nehr herbeiführen werde. 
B.M. HenkBültwisch fragt an, wie es mit einer Warte- 
zalle in Küchitz stehe. J 4 
Senator Suixad: Auch das Projekt der Erbauung einer 
Wartehalle in Küchnitz befinde sich in Bearbeitung. 
Hierauf wurde der Senatsantrag in erlter Lesung endgültig 
ingenommen. 
IIL. 
dachbewilligung von 8684,86 Mauf die für Er— 
veiterungsbauten der Straßenbahnverwaltung 
aus Ankeihemitteln bewilligten 2210 380 M. 
B.⸗M. Stelling: Nachdem der, weitere Ausbau der 
Straßenbahn bis nach Travemünde in Erwägung gezogen sei, 
nöchte er auch den Ausbau der Bahn nach Schlutup befür— 
bvorlen. Auch andere Linien, bei denen man anfänglich Zweifel 
n bezug auf eine gute Rentabilität gehegt habe, hätten später 
inen sehr guten Nutzen gebracht. Tie Bevölkerung Schlutups 
ei ständig im Zunehmen begriffen; die Verbindung mit der 
kisenbahn sei aber eine viel zu langweilige. Auch von einer 
— 
ie Bahn sehr stark in Anspruch genommen werden. Ferner 
nöchte er aufs neue die Errichtung einer Wartehalle am 
rübecker Bahnhof und in Israelsdorf anregen. Der zugige 
Jatz beim Kandelaber am Bahnhof dürfe nicht länger mehr 
ils Wartehalle für das Publikum dienen und in Israelsdorf er— 
ordere namentlich der Umsteigeverkehr nach Küchniz den Bau 
ner Halle, da man sonst oft 20 Minuten lang dem schlechten 
Better gusgesetzt sei. Auch bitte er, den Straßenbahnschaffnern 
etzt wieder ihre Mäntel zukommen zu lassen, da es namentlich 
1den frühen Morgenstunden bereits empfindlich kühl sei. 
jerner bitte er, daß auf allen Strecken die Jalousien zur Ein⸗ 
uührung kommen, die bei den Wagen der Marli⸗ und Mois— 
inger Linie noch nicht vorhanden seien. Bei den letzten Un— 
ãllen sei aus der Bevölkerung den Wagenführern der Vorwurf 
emacht, daß die Fahrtgeschwindigkeit eine zu große gewesen sei. 
um Teil würden die Wagenführer gber gezwungen. so schnell 
u fahren, um Verspätungen wieder einzuholen. Auch hierin 
nũhte Wandel geschaffen werden. 
B.“M. Niemann-Schlutup: Er glaube auch, daß Schlutup 
ohl notwendiger als Travemünde mit dem Ausbau der Stra⸗— 
enbahn bedacht werden müsse. Den Bau einer Wartehalle in 
sraelsdorf möchte er warm unterstützen. Ferner möchte er um 
rrichtung einer Haltestelle in der Mitte des von der Forst 
alle bis zur Kreuzung der Schlutuver Chaussee führenden 
Leges ersuchen. 
Senator Strack; Diese Bitte werde er auf ihre Berech— 
gung hin prüfen lassen. Was den Bau der Bahn nach 
schlutup anbetreffe, so sei dieser Plan bereits in der Straßen⸗ 
ahnbehörde erwogen worden. Ein Projekt über Israelsdorf 
nd ein anderes durch die Wesloer Chauffee werde ausge⸗— 
rbeitet. Eines werde ungefähr 250 000 M, das andere 400 000 
NMKosten erfordern. DTa aber der Betrieb der Straßenbahn 
n letzten Jahre wieder ein Defizit ergeben habe, so habe 
an vorläufig von der Einbringung eines Antrages abgesehen. 
enn auch im Kapitalausgeben solle man etwas vorsichtig 
— 
n Werden begriffen. Ten Wunsch des Herrn Stelling um 
seberrassung der Mäntel an die Schaffner verstehe er nicht; 
ine solche Bitte sei ihm von keinem der Angestellten unter⸗ 
»reitet worden. Mit den Jalousien seien zunächst die Wagen 
ait den Normalfenstern ausgerüstet worden, mit der 
zeit würden alle Wagen mit diesen Vorhängen ver— 
ehen. „Bei dem Unfall in der Kronsforder Allee 
ꝛi der Wagen mit Jalousien ausgerüstet gewesen, doch habe 
as auch nichts genützt. Tie Marlibahn sei allerdings die 
angsamste Bahn, und es sei bereits eine Vorlage in Urbeit. 
»as Endgeleis bei der Kaserne weiter fortzuführen und so eine 
Zesserung zu erzielen. 
B.M. Thiele: Die Straßenbahn Lübeck —Schlutup könne 
—A ereen da die Eisenbahn viel zu langsam fahre. 
Mit den Wariehallen könnten seines Erachtens gleich Verkaufs 
allen verbunden werden. Der Straßenbahnverkehr von Schwar⸗ 
au nach Lübed sei an Sonntagen zuweilen lebensgefährlich. Wie 
ei der Forsthalle, müßte auch hier eine Barriere geschaffen 
verden, damit das Publikum ordnungsgemäß nach der Reihe 
efördert werde. 
Senator Strach: Die starke Frequenz der Schwartauer 
inie sei ja sehr erfreulich. Eine Barriere könne schlecht ge— 
haffen werden. Es sei eine Vorlage in Arbeit, nach der um 
en ganzen Maärktplatz eine Schleife gelegt werden solle, fo 
»aß das Publikum auf der einen Seite ein- und auf der an— 
— aussteigen könne und das Rangieren der Wagen 
ortfalle. 
B.M. Schete7ig rügt gleichfalls den langsamen Betrieb 
uf der Marhe⸗Straßenbahn. 
Senator Strad:, Wie er bereits ausgeführt habe, solle 
das Geleis an dem Endpunkt der Marli⸗Linie erheblich ver— 
ängert werden. Die Störung auf dieser Linie werde meistens 
in der Untertrave durch die vielen dort verlehrenden Wagen 
sw. hervorgerufen. 
B.M. Köster: Er empfehle, die Linie 13, Marli—Geibel⸗ 
latz, die sich am schlechtesten, rentiert, bis zur Roedstraße 
urchzuführen und sei, der Anficht, daß hierdurch die Renta— 
ilität der Linie wesentlich verbessert werde. 
Senator Strach; Hiervon verspreche er sich nicht viel. 
Zie Strede sei über 1 Km. lang und werde im Jahre 16 000 
»is 20000 MuBetriebskosten erfordern. Ein Verkehr, der 
iese Summe aufwiegen würde, fei gber, nicht zu erwarten. 
ẽks sei eben ein Irrtum. daß der Fünfminutennerkehr nach 
Marsi sich rentabel, gestalte. 
B.⸗M. Stellling; Man habe nach Marli überhaupt 
einen Fünfminutenverkehr, sondern im Gegenlsatz zu dem frühe— 
en Achtminutenverkehr einen Zehnminutenverkehr. so daß eine 
zerschlechterung auf diefer Lime eingetreten sei. Er bitte, 
ine Verbindung der Linie mit der Hansastraße einmal in Er⸗ 
däqung zu ziehen: die Verspätungen auf der Linie 3 seien nur 
iuf die ungünstige Anlegung. der Weichen zurückzuführen, die 
nit Rücdsicht auf die enge Pfaffen- und Hürstraße so gelkegt 
verden mißten. Man hätte dann, eben andere Straßenzüge 
vählen sollen. Er hoste es nochmals für dringend notwendig, 
»ah. den Schaffnern die Mäntel zur Verfügung Hestellt werden. 
ledner, kommt, dann nochmals auf die Jaloussen zurüch von 
enen die bereits vorhandenen seiner Ansicht nach nide weckent 
orechend verwandt worden seien. Im Interesse der Sicherheit 
»es Verlehrs bedauere er das. 
Sengtor Strack: Er habe in dieser Beziehung ein ziemlich 
uhiges Gewissen. und qallses, was zur Sicherheit des Verkehrs 
etan werden könnte, sei getan. Die Jalousien seien zwed— 
ntsprechend verteilt worden und er glaube, daß er das doch 
vos— besser als S:tcxr Stelling verstehe. 
B.M. Stellimag,. (Herrn Sengtor Stradch unterbrechend): 
Das ist möglich. Sie sind ia quch klüger als ich. 
Glode.) Wortführer Dr. Gartz: Das ist seitens des Herrn 
?telling eine ganz ungehörige Bemerkung. 
zuM. Stel—ling: Ebenso ungehörig, wie von anderer 
Seite. 
Wortfüßrer Dr. G orte Ich bitte mir d dak meine 
heschãfis üsrruna vi 1358.— ttenr doch aus ß 
42. 
da eeee Anweisung von 61623,30 Mfür 
die Beschaffung von dreineuen Motorwagen der 
Strahenbahnund den Umbauvondrei Anhänge— 
wagen in Motorwagen auf Ansleihemittel. 
p «— Antrag wurde debattelos in erster Lesung endgültig ge— 
nehmigt. 
405. 
Gewährung einer Altersunterstützung von 
416 Miährlie an den Silfsarbeiter auf dem 
Teerhof Tugust Hinrich Möller. 
B.⸗M. Möller: ‚Er möchte um Auskunft bitten, wie es 
nit der Ruhelohnkasse stehe. 
—*X Dr. Fehling: Die Vorlage sei demnächst zu er⸗ 
varten. 
Sierauf wurde die Senatsvorlage in erster Lesung endgültig 
ingenommen. 
14. 
Gewährung einer Altersunterstützung von 
ährlich 600 M, an den Bureaugehilfen duf dem 
Amtsgericht MaximilianHuppmann. 
BeM. Köster: Er halte die beantragten 600 Mufür eine 
ienstzeit von 34 Jahren zu wenig, zumal Huppmann schon im 
Uter von 81. Jahren stehe. Er beantrage deswegen, die Summe 
uf 720 Mäfestzusetzen. 
Senator Tr. Fehling: Er bhitte, dem Antrage nicht zu⸗ 
ustimmen, sondern dem Vorschlag des Herrn Landgerichtspräsi- 
denten und dem des Senates zu folgen. Er habe Grund, zu 
Aauben, daß Huppmann sowie die anderen Hauptbeteiligten 
nit dem, was hier gefordert werde, sehr zufrieden feien. 
B.eM. Köster unterstützt nochmals seinen Antrag. Viel— 
eicht mühte erwogen werden, ob nicht in derartigen Fällen nach 
estgelegten Grundsätzen vorzugehen sei. 
ESengtor Tr. Fehling: Feste Grundsätze könnten bei der- 
artigen Fällen nicht eingeführt werden, sondern hier müßte siets 
ndividuglisiert werden. M 
Der Antrag von Köster wurde hierauf abgelehnt und der 
Zenatsantrag endgültig in erster Lesung angenommen. 
Müůndliche Berichterstattung der Kommissfion zur Vorprüfung 
es Antrages Sent: 
Die Bürgerschaft wolle den Senatersuchen, 
die reitenden Schutzkeute in dem Laundsebiet 
durch dort stationierte Schutzleute zu ersetzen. 
BzeM. Senk-⸗Bültwisch: Am 1. Aug. d. J. sei bereits 
pom Polizeiamt durch eine Neueinteilung der Polizeibezirke auf 
dem Lande eine Regelung der Angelegenheit erfolgt, und sei 
desbalb der Antrag gegenstandslos. 
Der Antrag wurde daraufhin von der Bürgerschaft abgelehnt. 
Ersuchen von Schneider: 
Die Bürgerschaft ersucht den Senat, den 
rlJak,, gesetzlicher Bestimmungen, über den 
lü becischen Staatsbeamten für Dienstreiten zu 
dewährende Reisekosten und Tagegelder sowie 
Umzugskosten in Erwägung zu ziehen. 
B.eM. Schneider: Bereits vor 2 Jahren habe er einen 
Jeichen Antrag gestellt. Es existiere tatsächlich keine Verordnung, 
die für die Gewährung von Reisekosten und Tagegeldern an 
Zeamte angewandt werden könne. Einzelne Behörden hätten 
ereits selbständige Verordnungen erlafsen, das würde aber zu 
em Erlaß der allerverschiedensten Vorschriften führen. Einheit⸗ 
ich mürten aber derartige Vorschriften für unsere Jübedischen 
Beamten sein. Teilweife hätten bisher die preußischen Vorschriften 
is Grundlage gedient. Wenn diese angewandt werden könnken, 
o follte man sie für Lübedk ebenfalls erlassen. Er bitte, diesem 
krsuchen möglichst einstimmig zustimmen zu wollen. 
w etpe wurde der Antrag Schneider an den Bürgerausschuß 
berwiesen. 
Eingabe betr. Verlängerung der Straßen⸗ 
bahnin, der Kronsforder Allee. 
B.M. Heinsohn bittet, den Antrag dem Bürgerausschuß 
iberweisen zu wollen. 
B.M. Stelling bittet gleichfalls. dem zuzustimmen. Er 
Jaube, daß es möglich sein werde, die Linie ohne erhebliche 
kosten zu verlängern. 
Hierauf wurde der Antrag an den Bürgergusschuß überwiesen. 
Die weiteren guf der Tagesordnung stehenden Eingaben 
vwurden für eine andere Sitzung zurückgestellt. 
Schlub der Sitzung 9 Uhr 35 Minuten. 
Bunte Chronik. 
Ende des Hafenarbeiterstreiks in Rigg. Der 
Ztreik in Räga geht seinem Ende entgegen. In den letzten Tagen 
aben die Arbeiter dreier Fabriken zu den früheren Bedingungen 
ie Arbeit wieder aufgenommen. Sonnabend haben 1500 Hafen⸗ 
irbeiter denen eine 20prozentige Lohnerböhuna vewilliot wurde. 
vieder zu arbeiten begonnen. 
Ueberschwemmung einer Stadt. Infolge starker 
degenfätle ist die Stadt Duapse (Gouvernement des Schwar⸗ 
en Meeres) überschwemmt. Daͤe Gebäude wurden beschädigt und 
ie Menschen mußten sich in Booten aus den Häusern retten. Ver⸗ 
chiedene Personen sind ertrunken und viele Haustiere sind 
mgekommen. 
Das Befinden der Grobherzoginvon Sachsen⸗ 
Beimar. Das Großherzogliche Hofmarschallamt in Weimar 
ab Sonnabend folgende Nachricht über das Befinden der Groß— 
erzogin belkannt: „Die Nachrichten über den, Gesundheits 
ustand der Großherzogin lauten noch nicht befriedigend. Tie 
m Gefolge der Scharlacherkrankung auftretende nervöse Er— 
chöpfung zeigt noch keine Ahnahme. Es muß, damit ge⸗ 
echnet werden, daß der Krankheitsverlauf langwierig sein 
vird —,—, beabsichtigt. die Großherzogin demnächst 
n Konstanz zu besuchen.“ — Belanntlich befindet sich die 
srohherzogin seit einiaen Mochen in einem Konstonzer Sana— 
orium. 
—Geplünderte Gräber aus dem Jabre 1100 
or Chr. Im Dachauer Moos bei München befinden sich 
5 Hügelgräber, die aus dem Jahre 1100 v. Chr. stammen, also 
etzt etwa 3000 Jahre alt sind. Eines von ihnen wurde unbe— 
ugterweise. aber ganz sachgemähß geöffnet. Der unbekannte 
täter, hat nach vorgeschichtlichen Bronzen gesucht und ver— 
autlich quch Ringe oder Armreifen erbeutet. In den von ihm 
ezogenen I&Xxv wurden noch die Scherhen einer großen 
rnamentierten Vase und einer Henkelkasse gefunden, die zur 
e eeet die anthropologische Sammlung noch 
München gebracht wurden
	        
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