Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

zufüühren, die unter allen Umständen sich als zweischneidig sowie 
Mißverständnissen zugänglich erweisen könne. E 
B.eM. H. Threle: Bevor die Bürgerschaft der eag 
nsece —r F 35 mise ———— 3 
Ge ebraucht werden solle. —A * 
ein a dieser Summe von vielleicht 200 000 Meͤum J 
Ankauf von Faan arebsk F 
n en solre. Es sei, für die Heilung Krebskranker 
Iwendueng ndenege Man werde, ihm vielleicht entgegnen, es 
sei hierfür senn Geid vorhanden. Das müsse es aber, und er 
hitte fur diesin Zwed, 200 000 Miporzusehen, wenn sich nicht 
ein Menschenfreund finde, der diese Summe schenke. 
Senator Dr. Fehling: Ueber den Zwed des Dar—⸗ 
lehens gebe ein den Akten heiliegendes Schreiben Auskunft. Das 
Darlehen solle zu 97 00 bei vierprozentiger jährlicher Verzmsung 
gewährt werden und zwar an den Senat ausbezahlt werden, 
mindestens 590 000 Meam 2. Januar 1914, 500 000 Mam 
1. Juni 1914. 500 000 Mugꝗm 1, Oktober 1914, 590 000 M 
am 2., Junc1915 und der Rest bis zum,1. Juli 1918. Die 
Zinszahlungen hätten am J. Januar und 1, Juli ieden Jahres 
u erfolgen. Die Rügzahlung des Darlehens habe zu pari, 
beginnend mit dem 1. Januar 1916, in den ersten 5 Kahren mit 
e o in den nächsten 5 Jahren mit 1 9e, in den folgenden 
Ighren mit 200 und der Rest mit 214 060 zu erfolgen, Eine 
Kündigung des Darlehens sei mit sechsmonatiger Frist zum 
L. Januar und 1. Juli jeden Jahres zulässig, jedoch mit der 
Maßgabe, daß die Kündigung bis zum 1. Januar 1924 aus⸗ 
geschlossen sei. Im Falle der Kündigung seitens des Schuld⸗ 
ners sei das Kapital zum Nominalwert, im Falle der Kündtpung 
seitens der Giäubigerin zum Kurse von 97 06 zurückzahlbar. 
Senator, H, Eschenburg;:, Ueber, die Frage, des An— 
kaufes pon Raͤdium wolle er nicht weiter snrechen, weil es keine 
finanzielle Frage sei, sondern hierüber sich andere Instanzen 
schlüssig zu werden ätten,. Sie würden auch wohl mit Anträgen 
kommen, wenn die Anschaffung no wendig werde. Was die Än⸗ 
leihe anlange, dꝛe ins Staatsschuldbuch eingetragen werde. so 
müßfse jeder, der die Zeitverhältnisse kenne und wisse, was andere 
Städte für Anleihen aufwenden mühßten, zugeben, vaß die pon 
der Landesversicherungsanstalt gestellten Bedingungen außer⸗ 
or dentlich vorteldatt seien. Was mit dem Gelde ges 
schehensolle,witseder Senatgegenwärtigselbit 
noch nicht. Das Geld sei nicht zu einem bestimmten, Zwed 
angeliehen, wie sich ja auch ohne weiteres aus den verschiedenen 
Terminen der Abueferung des Geldes an, den Staat ergebe. Der 
Senat sei uberzeugt, daß Zinsverluste hiermit nicht verbunden 
sein werden. Die Landesversicherungsanstalt gebe die Gelder. 
wenn lie sie zur Verfügung habe; der, Staat andererteits müsse 
immer gewifse Gelder zur Verfügung haben. Die Linleihemittel 
seien zwar noch nicht erschöpft. Am28. August 3. J. seien 
noch disponibel gewesen 6259 696 M. dDavon seien Dar— 
lehen oder Vorschũsse 2600 000. M. an die Kühlhausgesellschaft 
ausgeliehen 790 900 M. an den Inhaber der, Kadavderver⸗ 
wertungsanstalt 334 000 M, dazu kommen noch verfschiedene 
andere einere Vorschüsse, so daß es insgesamt,3 883 018 M 
seien. Mithin, blieben verfügbar 2375 778 Mober diese 
Summe sei nicht ehne weiteres zu haben. Hinzukomme, daß 
die Stadtkafsse nur einen Betriebsfonds von 60000 Muhabe. Da 
indefsen die Einnghmen dieser Kasse, in der, Regel gZicht so früh 
fließen wie die Ausgaben, müsse die Kasse däufig nomhafle 
Vorschüsse leissen. Gegenwärtig seien es an 1800 0600 M. 
Jedenfalls aher hrauche der Stagt in diesent Jahre das Darlehen 
noch nicht, vielleicht auch im nächsten, Jahre noch nicht. Aber 
es könnten ernste Zeiten kommen, wo Geld nötig sein werde, und 
dann wisse man, wo man es holen könne. An den Geldmarkt 
zu appellieren, sei gegenwärtig untunlich Darum habe sich der 
Sengt an die, hansegtische Landesversicherungsanstält gewandt, 
die dann eine seaͤr gute Offerte gemacht habe 
B.«M. Dr. med. Meyer: Die Anregung des Herrn Thiele 
Jei gewiß am Piatze. Die Vorstehershaft des Krankenhaujes sei 
guch bexeits in eine Beratung diefer Angelegenheit eingetreten. 
Vötig habe man das Radium hier, mehr als in eder anderen 
Stadt Deutschlands, denn Lübedk sei leider unfer den deutschen 
Bundesstagten dejenige, in denen die Krebskrankheite am 
hreisten verbreitet sei. Das Radium werde allerdings viel Geld 
lotn gegenwärtig sei überhaupt nichts zu haben. 
Senator G. Eschenburg:, Wenn er gesagt habe, die 
Anschaffung von Radiuin sei keine Finanzfrageo wolie er 
damit nicht gemeint haben, daß es nicht gekauft werden solle. 
Wenn es noswendig fei, müsse das Geld eben beschafft werden. 
. BeM 5. Thiele; Er befürchte, wenn Lübech noch lange 
warte. helomme es uͤberhaupt kein Radium mehr. Daher bitte 
zr, die Bluͤrgerschaf!, den Sepat zu ersuchen. von den J.Dlilionen 
Mark mindestens 200 000 Mefür den Ankauf von Radium zu 
verwenden. J 
aet, Wortführer Dr. Görzß: Er bitte den Herrn, Vorredner. 
diefes Erfnchen nicht zu stelken. denn es sei unlunlich, daß die 
Bürgerschaft sich in dieser Weise festlege. Man müsse doch 
daz Pertrauen g der Vorsteherschaft des Krankeuhaufes haßen, 
daß sie einen Antrag stelle, wenn sie des Radiums denũtige. Das 
Ihncen aber mükten gewiß viele Bürgerschaftsmitglieder ab— 
ehnen. 
Senator 5. Eschen burg; Er müsse den gleichen Wunsch 
nussprechen, dg mwemand im Saaf wisse, wann nd wieviei 
Radium das Krankenhaus gebrauche. Die Bürgerschaft werde 
daher den Vorwurf der Voreiligkeit auf sich nehmen. wenn sie 
dem Ersuchen zustimme. 
B.M. H. Thiele zog hierauf seinen Antrag zurück. 
.Dise Senatgsvorlage wurde fodaunn ein-— 
stimmig vuß endanltigsangendinmen . 
BeM, pon Schack begründete sodann seine Anteage ein⸗ 
dehend und kührte ma, aus, daß das darniederliegen des Reai— 
kredils und die Beschaffung der sogenannten zweiten Shoolhek 
eine allgemeine Kalamität sei. Sie sei so groß, daß sesbit Grund— 
besitzer, die nicht Aberschuldet seien und die lehten Gelder aus 
igener Tasche degen können, Darlehen nicht bekommen können. 
Die Ursache des Uebelstgndes liege in den überaus ungünstigen 
wirtschaftlichen Verhältnissen auf dem Terrgine und Baumarfi. 
dem auberordenstich leuren Geldstande, der Geldknapphen, sowie 
in der ungmdseligen gesetzlichen Beftimmung. daße die Miete 
verpfändet werden dürfe, obwohl sie doch dem Sypythelen 
gläubiger, die Zinsen gewährleisten sollte. Geradeé hierdurch 
dätten die Kapitalisten alles Vertrauen verloren, Hyooshefen 
in Grundstüde zu geben. Fur Lüheck komme hinzu, daß vetrücht- 
liche Karitglien seirens der Banken wie Pribatfapilglisten dus 
dem Grundstüdsmarkt zurüchgezogen worden sfeien. Sie können 
aur durch Bankhypotheken von 7 og ersetzi werden. Ungũnstin 
wirle anch, daß unsere Verkehrswege, beispielsweise der Elbe 
Trave⸗Kanal, sich nicht in dem erwartefen Maße rentieren und 
es an Zuzug auswärtiger Kapitglisten fehle. Das Baugewerbeé 
liege darnieder, weil die Baulustigen die erforderlichen Gelder 
nicht guftreihen köͤnnen Hinfichtiich der Beschaffung der ersten 
Hypotheken könne Abhilfe nur durch ein Pfandbriefinftitut ge— 
schaffen werden. Sie können, wie Erfaprungen in anderen 
Städten lehren, die Grundstüde bis zu, 60 ihres Wertes 
eleihen. vorahlem, wenn der Besißer einen guten, Leumund 
nt. Bei der Verbindung des Realfredits mit dem Versongiktedit 
könne ein Pfandbriefinstitut fehr wohl bestehen Die Beschaffung 
—8 — Hwootheken müsse durch Hypothekengenofsenschaften. ge— 
chehen. Die Amortisatfton der zweiten Hypothet sei wohl gut 
empfehlen wenn fie nicht zu hoch bemessen werde. Die Hypo 
etengenossenschaften können Grundjtüce big 75 es 
Woties belehen. Das sel schon sehrsensüchett Wenn brt 
noch Hausbesitzer meinen,, das nütze ihnen alles noch nichts, 
wenn sie nicht. auch die leßte Hypothek bekommen könnten, so 
müsse man diesen Leuten sagen. daß für Schornfteinhupotheken 
der Stgat oder die Stadt allerdings kein Geld haben. Die 
Auskunft über die Schaffung eines Taxamtes habe ihn mcht gang 
zefriedigt. Sie habe nach Aufschieben getlungen. Das set dhet 
durchaus nicht zweckmäßig. Da für die Inanspruchnahme de— 
Taxamtes eine Gehühr zu zahlen sein werde, erwachsen dem 
Staate gus dem Amte keine Unkosten. Erwünscht sei duch die 
baidige Neuregelung des Gesetzes üher die Anlage von Mün— 
—ναα DAirit mokr agAsca nhrocsfrist rune dot pr3 
ider. Er bitte deswegen den Senat, baldmöglichst energische 
aisee Bekämpfung der Kalamität der zweiten Hypo—⸗ 
ek zu treffen. 
Senator H. Eschenburg: An bem gauken Willen des 
Senates braude man nicht zu zweifeln. Ob aber die Arheit 
einer Kommission besonders erfolgreich sein werde, sei zweifel— 
jaft. Die von Herrn von Schadk aufgeworfenen Fragen seien 
nicht durch allgemeine Redensarten zu erledigen. Wäre sie so 
eicht zu erledigen, würde man sich nicht überall den Kopf dar⸗ 
iber zerbrechen. Veber fast ganz — eime Krisis, die 
zuf, die Grundwerte drücke. Werde jetzt ein Taxamt geschaffen, 
telle es Werte fest, die gegenüber den früheren zu niedrig seien. 
Zarum müsse der Krisis ihren Lauf gelassen werden, sie müsse sich 
nsich selbst erledigen. Uebernehme die Stadt eine Garantie 
ür zweite Hypotheken, müßten diese sehr gut sein, sonst würden 
ie Mittel sehr bald erschöpft sein. Tarum sei große Vorsicht 
eboten und es empfehle sich, die Schaffung eines Taxamtes 
nicht zu übereilen. 
BeM. Költer bat gleichfalls, daß der Sai baldigst 
iber Jeine Stellungnahme zu einem Verbot der Verpfändung 
ver Miete schlüssig werde. Dann aber sei auch darauf zu behen 
daß der Grundbesitz nicht fortgesetzt mit neuen Steuern und Ab— 
Jaben belastet werde. Die lübecische Grunde und Wertzuwachs- 
euer sei durch die Reichswertzuwachssteuer überholt. Werde 
ie hiesige Wertzuwachssteuer nicht aufgehoben, müsse dieser 
Vertzuwachs hier doppelt besteuert werden. Das sei doch 
vohl nicht zwechmäßig. Zum mindesten sei doch wohl eine Herab⸗— 
etzung der hiesigen Steuer angebracht. 
Nach einigen weiteren kurzen Bemerkungen von Senator 
Dr. Fehling. B.M. behhen Konsul Dimpker, Wort—⸗ 
sührer Dr. Görtz und B.eM. Köster wurde das Ersuchen von 
B.⸗M. von Schacdk betr. Einrichtung eines öffent ichen Taranites 
angenommen. 
Zchwierigkeiten machte. Um 3,55 Uhr nachmit:azs wurde dem 
Flieger der Weiterflug gestattet. Trotz eines drohenden Ge— 
vitters erhob er sich sofort zu grohßer Höhe und verschwand 
n der Richtung auf Dover. Er landete, wie schon berichtet, am 
Zpätabend ohne weitere Störung auf dem Flugplatze Hendon 
n der Umgebung von London. 
ur Erbauumg eines Luftchiff⸗ und Flughafens in VBraun⸗ 
chweig ist in Braunschweig unter der Firma Lufthafen Braun— 
schweig G. m. b. H.“ eine Gesellschaft mit beschränkter Haft— 
pflicht mit e inem Stammkapital von 201000 Mgegründet 
worden. Die Gesellschaft will eine 4j2prozentige, in 20 Jahren 
zu tilgende Anleihe von 950 000 Meaufnehmen. 
Eine außzergewöhnlichne Flugleistung hat, nach einer Mel⸗ 
dung aus München, Freitag abend der Flieger Scheuer— 
nann, Flugschüler der Flugmaschinenwerke Gustav Otto, ge— 
egentlich seines Fliegerexamens vollbracht. Scheuermann unter—⸗ 
iahm als Abschluß seiner Tagesleistung bei Vollmöndschein 
inen Ueberlandflug über die oberbayerischen Seen hinweg in 
iner Höhe von 1500 Metern. Große Benzinfeuer auf der 
reldmochinger Landstraße dienten dem Flieger bei seiner Rück— 
ehr zur Orientierung und ermöglichten es ihm, auf dem Flug— 
platze trotz völliger Dunkelheit in prächtigem Gleitfluge nieder— 
zugehen. 
Eonn neues Ereignis in der Lusijiffjöhrt wird lich in den 
nächsten Tagen in Kiel abspielen. Das in der Kieler Luftschiff— 
halle im Bau befindliche Luftschiff ist fertig und soll mit seinen 
ßrobefahrten beginnen. Das Luftschiff stellt bekanntlich ein 
ganz neues System dar, erhält keine Propeller, sondern wird 
ich durch eine jalousieartige Eincichtung fortbewegen. Die ersten 
Zrobefahrten werden voraussichtlich in der kommenden Woche 
tattfinden. 
W. Bularest, 14. Sept. Sonnabend nachmittag stürzte 
der rumänische Flieger Aurel Vlaicu bei Banesci im Distrikt 
Prahova ab und war sofort tot. 
W. Villacoublay, 14. Sept. Reichelt machte Sonnabend mit 
seinem Passagier Hähnel Versuchsflüge. Montag erfolgt der 
Zurückflug nach Berlin 
Voranschlag für das Forstwirtschaftsiahr 
10183/14. 
Die Einnahmen sind auf 185 450 M(1812/13: 180 000 M)y 
ind die Ausgaben auf 110735 M (G07 970 M, mithin der 
Reinertrag auf 74715 (72030 M)y veranschlagi. 
BeM. Stelling Gu IV. Forstrevier Kronsforde mit 
Vulfsdorf, Schattin und Niendorf) wünscht, daß die Forstarbeiter 
m Forstrevier Niendorf eine Aufbesserung ihrer Löhne erhälten. 
Senator Herm. Eschenburg erwidert, daß dem Finanz- 
nepent gerade Vorschläge zur Aufbesserung dieser Löhne 
oorläãgen. 
„Hierauf wurde die Senatsvorlage in erster Lesung end— 
aültig angenommen. 
3. 
Berkauf eines 780 am großen Bauplatzes an der 
Schwartauer Allee für 25000 Man den Vieh— 
kommissionär Kieldsen. 
Ter Antrag wurde ohne Debatte in erster Lesung endgültiag 
aingenommen. 
Bunte Chronik. 
G.roßfeuex, „In Malsch bei Wiesloch brach Souͤnabend 
rüh in einem Wohnhaus Feuer aus, das in kurzer Zeit das 
haus und, drei Scheunen zerstörte Zur Eindämmunmg des 
Feuers mußte eine Mauer eingeriffen werden. Diefe stürzte 
olötzlich zusammen und verschüftete esf Feuerwehr- 
eute. Drei von ihnen erlitten schwerere, die uͤbrigen seichtere 
Verletzungen. 
Mansperunfalleinesfranzösischen Generals. 
Ein Unfall ist während der Manöver der 2. Kavalleriebriggde 
in Lunevilhle dem General Le Contades zugestoßen. Der 
senera entging bei dem Uebergang über die Mosel bei Buyon 
mit knapper Milhe dem Tode des Ertrinkens. Er, glaubte, daß 
ich an dieser Stelle eine Furt befände und ritt hinein. Sein 
Zferd. wurde jedoch von der starken Strömung fortgerifsen. 
Der General versuchte vom Pferde abzuspringen. Dabei ver— 
ingen sich seine Sporen in den Steigbügeln. Er wurde im 
setzten Augenblick von einem Adiutaänten gereitet. 
Die Perlenhalsbanddiebe vor Gericht. In 
dondon wurden Freitag vor dem Polizeigericht die Verhand 
ungen in Sachen des Pariser Perlenhalsbandes fortgesetzt. Der 
Diamantenmakler Quadraustein, welcher der Polizei bei der 
Suche nach dem Halsband behilflich gewesen war, erklärte, daß 
nach Aussage eines der Gefangenen dieser 2300 Pfo. St. 
zezahlt hätte, um in den Besitz des Halsbandes zu Felangen. 
die 200 Pfd. St. hätten sie den, beiden Rostbeanuen ver— 
prochen, und jeder von diesen hätte 100 Pfund als An⸗ 
absung erhalten. Weiter sagte der Zeuge aus, man habe ihm 
xzählt daß einer der Gefangenen bei dem diebstahl im 
Lafs ,‚Monico‚imn Jahre 1900 den Beutel min Persen im Werte 
bon. 40 000 Pfd. St. dem Diamanfenhaändler Goldschmidt fsort— 
zerissen habe. 
Dex Fürst, von Monacho aus Kladierkonstrur— 
deur. Einige Zeit, bevor die Jacht, Irondeile“ mit dem Prinzen 
on Monaco an Bord in den Rewyorker Hafen einlief, hörten 
ie Funkspruchbeantten an Byyrd der im Hafen veraäankerten 
Dampfer lustige Weisen aus französischen, ameritanischen und 
zeutschen Operetten. Die Ausfuͤhrung erfolgie durch den 
Fürsten von Monaco, der dem Berichterstatter einer 
Zeitung ein von Ahm konstruiertes Klavier zeigte. das mit 
em Funkspruchapparat verbunden war. 
Der Variser Telephonstandal., Die Untersuchung 
zehen eine Anzahl Pariser Telephonistinnen förderte eine Reihe 
nteressanter Einzelheiten zutage. Darnach haben die Beamtinnen 
aicht nur verschiedene Kornmakler ihren Konkurrenten gegenüber 
n der Reihenfolge der Gespräche bevorzugt und sie bei Ge⸗ 
prächen der letzteren mit hoͤren lassen, sondern auch noch eine 
reße Anzahl Ferngespräche zugunsten ihrer Auftraggeber nicht 
erechnet. Ein Vergleich der betreffenden Gespraͤdslisten mit 
denen des PVariser Fernamtes hat ergeben, daß auf, diese 
Weise der Staat täglich um Beträge von 50 bis 150 Frs. 
zeschädiagr worden ist Eine eingehende Untersuchung, die Po⸗ 
fort eingeleitet wurde, erstreckt sich auf mehrere Jahre, und 
man erwartet., daß diefelbe noch weitere Bersonien shner bp 
lasten wird. 
Erine kleinltche ranzofische Verdangtinuns. 
Aus Tanger meldet der BvL; Bei den Festlichkeiten in 
Marrakesch zur Wiederkehr des Besetzungstages durch die Fran— 
zosen scheute das Pferd eines Deutschen infolge der Schießeret 
der Araber, die eine „Phantasia“ risten. Trotz verzwenfeet 
Kraftanstrengung war das Pferd nicht zu zügein, ging durh 
und stietz mit einem eingehborenen Reiter, zusammen. Beide 
PReiter stürzten mit ihren Pferden. Der, Araber jtieß sich im 
Sturz sein Gewehr in den Leib und starb, der Deutssche wurd: 
chwer verletzt, fortgetragen. Das in Tanger erschrinende 
Icurna! du Maroc hatte über den Vorfall mit der Behaud 
ung berichtet, der Dehtsche sei in betrunkenem Zustande in die 
Araber geritten. Diese gehässige Darstellung ist durchaus 
aunwahr. 
Der, Materausstand,in Londonjbeeudet. Die 
im Ausstand betindlichen Maler haben beschlofsen, die VDere 
dingungen der Arbeitgeber anzunehmen. 7000 Urbeiter 
werden am Wiontag die Arbeit wieder aufnehmen. 
Cholerafãlle. 
WV. Prag, 13. Sept. Bei der Marienbader Cholera— 
erkrankuns, handelt es sich jsediglich um einen ganz ver 
einzelten. eingeschleppten Fall. Da aälle Vorkehrungen von den 
Behörden getroffen sind und eine vollständige Isolierung durch 
neführt ist, besteht nicht der geringste Anlaß zur Beunruhigun, 
asbesondere keinerlei Grund Marienbad zu meiden. Uebrigens 
läuft bereits morgen die fünftägige Frist seit der Isolieun 
und die fünftägige Beobachsungszent der Perfonen, die mit dir 
Erkrankten in Berührung slanden. ab— 
M. St. Petersburg, 13. Sept. Im Kreise Sweniqgeo— 
ro do kg (Gouvernement Kiew) ist ein Cholerafall mit töd 
lichem Ausgange vorgekommen. 
N. Belgrad, 13., Sept. Generalstabsoberst Nedit'ch, 
Divisionskommandeur in beiden Kriegen, ist in Risch an der 
Cholera gestorben. 
rlaß eines dritten Nachtragges zu der Verord— 
rzung vom 15. Sept. 1880, betr. die Erhebung 
iner Gebührfür Ein und AuseisenvonSchiffen. 
Sowohl vom Schiff, wie auch von dessen Ladung wird in 
hemäßheit dieser Verordnung eine Gebühr für das Ein- oder 
luseisen von Schiffen erhoben. Tie Einnahmen der Kaufmann⸗— 
chaft an diesen Gebühren waren für die letzten drei Jahre im 
durchschnitt auf jährlich 17000 Muveranschlagt. Diese 
zumme ist auch annähernd eingegangen. Ta aber manche 
deedereien wie auch Empfänger ganzer Schiffsladungen durch 
ie Gebühren (Eistaxe) in besonderem Mahe belastet worden 
ind, beantragt der Senat auf Anregung der Handelskammer, für 
ije dritte und vierte Reise 25 00, für die folgenden Reisen 50 6/0 
er Eistaxe zurückzuvergüten, wenn innerhalb derselben Eisperiode 
der innerhalb mehrerer Eisperioden desselben Winters mehrere 
ür Nechnung derselben Reederei oder desselben Empfängers 
ahrende Schiffe den hiesigen Hafen anlaufen, sowie von den 
ür Massengüter in ganzen Schiffsladungen zu entrichtenden Ge⸗ 
ühren sfür die zweite und dritte Ladung 25 00 und für die 
olgenden Ladungen 50 00 zurückzuvergüten, wenn solche Massen⸗ 
üter innerhalb derselben Eisperiode oder innerhalb mehrerer 
kisperioden desselben Winters von demselben Empfänger mehr— 
aals bezogen werden. Endlich wird hinsichtlich der Befreiung 
on der Eistaxce bestimmt, daß diese nicht zu zahlen haben: 
-Zchiffe des lübecdischen Staates oder auswärtiger Regierungen, 
oweit sie unter Staatsflagge fahren und zu Staatszwecken 
senutzt werden, sowie Lazareitschiffe, deutsche Schulschiffe und 
Ale diejenigen zu Lustreisen eingerichteten Fahrzeuge von Jacht— 
lubs oder einzelnen Personen, offene, flachgebaute Fahrzeuge, 
fahrzeuge, die als Leichter beladen sind, und Fischerboote, 
Schiffe, die zur Ausbesserung oder zum Umbau leer oder in 
Zallast nach einem anderen Hafen gehen und von dort sofort 
zach der Ausbesserung oder dem Umbau leer oder in Ballast 
urückkommen, Schiffe, die leer oder in Ballast einkommen, um 
rusgebessert oder umgebaut zu werden und nach der Aus—⸗ 
zesserung oder dem Umbau leer oder in Ballast wieder aus— 
ahren, sowie endlich Schiffe, die im lübeckischen Staatsgebiet 
jeu gebaut sind, für die Probefahrten und wenn sie nach ihrer 
jertigstellung leer oder in Ballast ausgehen, für diese Fahrt. 
Der Antrag wurde debattelos in erster Lesung endgültig 
genebmigt. 
2 
ßewährung einer jährlichen Beihilfe von 560 
Mark für die Rechnungsjahre 1913 bis einschl. 
1917 an die Wegegemeinde Sierksrade zur Un— 
erhaltung der in der Gemeinde Sierksrade 
iegenden Teilstrecke der Landstraße Ratzeburg— 
Oldesloe. 
Der Antrag wurde debattelos in erster Lesung genehmigt. 
6 
Ausgleich der Baurechnung für das Rechnungs⸗— 
jahr 1912. 
Sie schließt mit einer Mehrausgabe von 262 451,45 M und 
nit einer Minderausgabe von Ai 283.07 MNab. Vieser Abschluß 
ist gher nur ein rechnungsmäßiger Den Mehrausgaben stehen 
in Wirklichkeit mindestens gleich große Rehreinnahmen oder Er— 
sparungen gegenüber. 
Der Antrag wurde ohne Debatte in erster Lesung endgültig 
angenommen. 
(Schluß folgt.) 
Luftfahrt. 
DT. Friedrichs Flug von Paris nach London. Par is, 
14. Sept. Heute werden die Schwierigkeiten bekannt, die der 
deutsche Flieger auf seinem mittlerweile vollführten Fluge von 
Paris nach London auszustehen hatte. Friedrich war am 
Sonnabend um 11,30 Uhr mit dem Erbauer seines Apparates, 
ẽtrich, als Passagier, von Paris aufgestiegen. Er machte um 
„40 Uhr eine Zwischenlandung auf dem Bleriotschen Flugplatze 
zaraques. Der Bürgermeister des Ortes verlangte von dem 
Flieger den Mismeie foiner MPariere was für längere Zeit 
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