Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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* ⸗ 
ausgabe A. Dienstag, den 16. September 1913. 
Der 
Briefträger 
kommt 
n den Tagen vom 15. —48. Sept. zu unseren Postabonnenten, 
um den Abonnementsbetrag für das 4. Vierteljahr 1913 in 
Empfang zu nehmen. Wir bitten, von dieser bequemen Ein- 
richtung möglichst rechtzäeitia Gebrauch zu machen, denn sie ver⸗ 
ursacht keine Kosten, sichert aber pünktliche Weiterlieferung der 
Lübeckischen Anzeinen beim Vierteljahrswechsel. 
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Tagesbericht. 
Lübeck 16. September. 
Aus der Bürgerschaft. 
Nach der Sommerpause versammelten sich gestern die Mit— 
glieder der Bürgerschaft wiederum zu einer versassungsmäßigen 
Sitzung Die vorgesehene Tagesordnung war recht reichhaltig, 
doch wurden skeptische Gemüter, die an einer Erledigung 
zweiselten, schon vor Beginn der Beratungen dahin getröstet, 
daß doch einiges abgesetzt oder zu sorgfältigerer Ablagerung 
an Kommissionen verwiesen werden würde. Das geschah denn 
uuch, sobald die Sitzung eröffnet worden war. Sowohl die An— 
nelegenheit der Einführung der Schulpflicht für Schwachbe⸗ 
fähigrer ferner die Frage der Entschädigungen der Feuer⸗ 
wehrleute und äihrer Angehörigen bei Verunglückungen im 
Dienst, und endlich der Erlaß zur Bauordnung für Lübeck 
und Vorstädte wurden abgesetzt. Längere Zeit nahmen die Mit— 
teilungen des Wortführers in Anspruch. Die Er—⸗ 
kundigung über die Arbeit der Kommissionen ergab, 
daß vielfach die Arbeit nicht fortschreitet. z. T. auch, da das 
erforderliche Material ihnen nicht zugegangen ist. Offiziell 
wurde ferner der Rücktritt des Ministers Dr. Klügmann 
vom Posten des hanseatischen Gesandten bekannt gegeben und 
mitgeteilt, daß der Senat dem Minister in Anerkennung seiner 
aufopfernden Tätigkeit im Interesse des lübeckischen Staates 
die goldene Denkmünze verliehen hat. Auch der Senat 
Hatte eine Reihe von Dekreten bekannt zu geben und Anfragen 
zu beantworten, bevor in die Tagesordnung eingetreten werden 
konnte. Von weitergehendem Interesse war hierbei der Be 
schlutß des Senates, dem Ersuchen der Bürgerschaft auf Ermähßi— 
gung des Kraftstrompreises für kleinere gewerbliche 
Stromabnehmer auf 18 Pfg. pro Kilomatistunde nicht Fobge 
zu geben, sowie die Antwort des Senates auf die seinerzeit 
gestellte Anfrage in Angelegenheit des zweigleisigen Aus— 
baues der Strecke Lübeck — Travemünde. Von Senatsseite wurde 
der Beantwortung der Anfrage insofern ein breiterer Rahmen 
gegeben. als der Senat einmal wohl das Bestehen der Absicht, 
die Straßenbahn über Küchnitz hinaus bis zur 
See zu verlängern, feststellte. aber aus den Bedenken kein 
Hehl machte, die sich bei der gegenwärtigen Finanzlage erheben 
und ein Hinausschieben für angebracht hält; zum anderen be— 
rührt die Antwort des Senats die Frage des Erlasses eines 
lübeckischen Eisenbahngesetzes, der sich bei dem geringen Umfang 
des Staatsgebietes und der gebotenen vorsichtigen, auf prakti— 
schen Gesichtspunkten beruhenden Politik als recht schwierig do⸗— 
kumentiert. Anzuziehen, nicht abzustoßen und zu erschweren, ist 
die Aufgabe lübeckischer Staatspolitik; hierin liegt die Forde— 
rung zu weisem Bedacht und zur Vorsicht begründet. Die 
Angelegenheit des zweigleisigen Ausbaues der Strecke ist so 
weit gediehen, daß man kurz vor dem Abschluß eines Ueber— 
einkommens steht. Es ist demnach in Bälde eine hoffentlich 
alle Teile befriedigende Lösung der Fragen zu erwarten. 
Hierauf konnte in die Tagesordnung eingetreten 
werden. deren erster Punkt die Aufnahme eines Dar— 
lehns von 3 Millionen Mark von der Landesversiche— 
rungsanstalt bildete. Bei Gelegenheit der Beratung dieses 
Puñkles wurden verschiedene Wünsche binanzieller und wirt— 
ichastlicher Natur vorgebracht, so die Anschafsung von Radium 
zur Heilung von Krebskranken. Die wichtigste Erörterung be— 
schästigte sich hierbei jedoch mit der alle Kreise jetzt bewegenden 
Frage der II. Sypothek, die auqy in diesen Blättern 
bereits behandelt wurde. Der Senat ist seinerseits in einer 
seiner Kommissionen mit der Angeleo Aheit in Arbeit. Aus der 
Bürgerschaft wird das Ersuchen gerschtet und durch eingehende 
Begründung heraus erhärtet, für die Abschaffung der Verpfänd— 
barleit der Mieten einzutreten, sowie die Errichtung von Tax— 
ämtern in die Wege zu leiten. Namentlich die erste Forderung 
scheint uns eine wertvolle Ergänzung der auch von uns ver— 
tretenen Möglichkeiten der Lösung der Frage zu sein, eine 
Frage übrigens, die doch nicht so einfach und leicht zu beant— 
vorten ist wie es manchem wohl scheinen mag. Schon die 
Fülle der Vorschläge verschiedenster Natur und der Mangel 
wirklich grundlegender Erfahrungen zeigt, daß hier große Vor— 
sicht geboten ist, im Interesse des Staates sowohl wie des 
Haus-⸗ und Grundbesitzerstandes selbst. Die Anleihe, die zu 
100 bei einem Kurs von 97 begeben wird, in Raten fällig ist 
und als allgemeine Kapitalreserve dienen soll, wurde hierauf 
einstimmig bewilligt, desgleichen der hierzu vorliegende Antrag 
zur Hypothekenfrage. Schnelle. fast debattelose Erledigung 
sanden durch Annahme die nachstehenden Senatsanträge: Vor— 
anschlag für das Forstwirtschaftsjahr 191334, Ver— 
lauf eines Bauplatzes an der Schwartauer Allee an den Vieh— 
kommissionär Kjeldsen, Erlaß eines dritten Nachtrages zu der Ver— 
ordnung vom 15. September 1880, betreffend die Erhebung 
eiine Gebühr für Ein- und Auseisung von 
Schiffen, Gewährung einer Beihilfe an die Wegegemeinde 
Sierksrade zur Unterhaltung einer Strecke der LRandstraße 
Ratzeburg-Oldesloe. Der geforderte Ausbau des 
Töpferweges wurde an eine Kommission verwiesen, da man 
die Preisfrage für die zu erwerbenden Grundstückteile nicht 
kür geklärt hielt. Nach kurzer Debatte bewilligt wurde die 
Errichtung einer Sekretärstelle beimn Stadt— 
und Landamt und ohne Debatte die etatsmäßige Anstellung 
der Gasmeister in Schlutup, Travemünde, Kücknitz und 
zdchwartau sowie die Legung einer Gashauptrohr- 
eitung vom Moislinger Baum bis zur Brauerei Lück. 
Ein überaus reichhaltiger Wunschzettel wurde bei Beratung 
des nächsten Senatsantrages betr. die Nachbewilligung auf 
»ie Ausgaben der Straßenbahnverwaltung für Erwei— 
erungsbauten überreicht. Man sollte meinen, daß solche Dinge 
ich in ruhiger Sachlichkeit erledigen liesen, wenn eben nicht 
sewisse „Politiker“ eine so peinliche Hinneigung zu gehässiger 
Anrempelei zeigten. Daß die seitens des Wortführers erfolgte 
zebührende Zurückweisung in die Grenzen parlamentarischer Ge— 
oflogenheit ebenfalls nur murrend aufgenommen wurde, ver— 
teht Jich da von selbst. Die Fülle der Wünsche kann hier auch 
nicht einmal gestreift werden, erwähnt sei nur der Wunsch 
ach einer Straßenbahnverbindung mit Schlutup. Nach An— 
riahme des Senatsantrages wurden auch die übrigen Senats⸗ 
anträge ohne in Betracht kommende Erörterungen exledigt. Es 
ind dies: Rachträgliche Anweisung von 61623,30 M für die 
teschaffung von drei neuen Motorwagen der Straßenbdahn und 
»en Umbau von drei Anhängewagen in Motorwagen auf' 
Anleihemittel. Gewährung einer Alters unterstützung an 
»en Hilfssarbeiter auf dem Teerhofe August Hinrich Möller. 
vewährung einer Altersunterstützung an den Bureau— 
jehilfen bei dem Amtsgerichte Maximilion Huppmann. 
Der Antrag aus der Bürgerschaft, den Senat zu ersuchen. die 
reitenden Schutzleute auf dem Landgebiet durch 
dort stationierte Schutzleute zu ersetzen, wurde abgelehnt. da 
mit dem 1. August d. J. durch eine Neueinteilung der Polizei— 
hezirke auf dem Lande, die teils mit reitenden Schutzleuten be— 
etzt wurden, die Angelegenheit erledigt ist. Die Angelegenheif 
zeer Weiterexistenz des Bürgerausschusses wurde 
ils zu wichtig für eine gedrängte Beratung vorläufig zurück 
estellt. Der Antrag aus der Bürgerschaft, den Senat zu er—⸗ 
uchen. den Erlaß gesetzlicher Bestimmungen über den lübeckischen 
ztaatsbeamten für Dienstreifen zu gewährende Reisekosten 
ind Tagegelder sowie Umzugskosten in Erwäqung zu ziehen 
owie die Eingabe betreffend Verlängerung der Strahenbahn 
nuder Kronsforder Allee wurden bem Bürgerausschuß 
berwiesen. Die Beratung der Eingabe der Ortsgruppe Vübed 
des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes. betrefsend 
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe sowie ändere 
leichlautende Eingaben wurden zurüchgestellt und hierauf die 
zitzung geschlossen. MD 
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*0 Zu Ehren der Offiziere der hier im Hafen liegenden 
russischen Tornedobbote gab der Senat gestern mittag um 
Uhr, wie bereits berichtet, im roten Saale des Rathauses ein 
varmes Frühstück, an dem neben 11 rufssischen Offizieren der 
ellvertretende Bürgermeister Herr Herm. Eschenburg, die 
herren Senatoren Rabe, Heinr. Evers, Dr. Vermehren und 
Strack sowie Herr Regierungsrat Dr. Plessing und der hiesige 
tellvertretende rufsische Konsul Dégurimsky feilnahmen. 
X Das Kappen der Bäume, das unser neuer Garten— 
nspektor im Anfange dieses Jahres in der Israelsdorfer Allee 
ind auf dem Wall vornehmen ließ, hat damals bei manchen, 
ie diese gärtnerische Maßnahme nicht zu beurteilen in der Lage 
varen, bedeutende Erregung hervo garufen. Das ist alle d'ngs 
egreiflich, denn die gekappten Baumstümpfe bieten einen nichts 
beniger als schönen Anbl'ck dar. Das Ungerechtfertigte dieser 
krregung wird jetzt klar bewiesen durch den gegenwärtigen Zu— 
tand der Bäume. Es ist deutlich sichtbar, wie sehr sie sich 
chon in diesem einen Sommer verjüngt haben. Gesunde kräf— 
ige Triebe bedecken den Stamm bis zur Spitze; die grüne 
rarbe der Blätter ist so kräftig, daß man schon jetzt voraus— 
ehen kann, daß nach ein paar Jahren die letzten Spuren des 
appens überwachsen sein werden. Statt der alten gebrech— 
ichen Bäume, die leicht ein Sturm umwerfen kann, wird man 
oieder junge Bäume haben, die leicht noch ein Menschenalter 
ind mehr an ihrem Platze stehen können. Der Beweis ist 
ereits erbracht durch die vor 20 oder 30 Jahren gekappten 
zäume und durch die vor wenigen Jahren gekappten Linden 
n der Schwartauer Allee.“ Sie haben alle, wieder volle, 
ippige Kronen. So darf man wohl hoffen, daß jedermam nun— 
iehr von der Nützlichkeit des Kappens überzeugt ist, und daß 
sicht wieder eine solche Entrüstung entsteht, wenn in näherer 
der fernerer Zukunft wieder Alleen gekappt werden. Manche 
zewohner der Luisenstraße hoffen schon sehr darauf, denn die 
ortigen Linden sind wohl die ältesten, die wir überhaupt 
aben. Auch die in der Israelsdorser Allee von Hidde an sind 
soch nicht verjiüngt, und werden wohl bald an die Reihe 
ommen. 
Kleinbahn Lübed —Segeberg. Die urfprünglich quf den 
. Mai 1914 bestimmte Frist für die Vollendung und Jabetrieb—⸗ 
iahme der Kleinbabn Lübeck—Segeberg ist bis zum 1. Zuli 
915 vertängett worden. 
DFreideutzcher Jugendtag 1913. Das Jahr 1013, ist 
in Jahr der vaterländischen Feiern. Ueberall werden Erinne— 
ungasfeste begangen an die Zeit vor hundert Jahren. Außerdem 
iel auch gerade in dieses Jahr das Regierungsjubiläum unseres 
zaisers. Aber den Höhepunkt aller Feiern und Feste wird doch 
er 18 Olkt. orengen, der Tag der hundertiährigen Wiederkehr 
er ruhmreichen Leipziger Schlacht. Aus allen Gauen Deutsch. 
inds werden die Scharen nach Leipzig ziehen, um nach alter, 
eutscher Patriotenart zu feiern. Da ist denn vbegreiflicherweise 
ür die moderne deutsche Jugend kein Platz, sie würde ab— 
eits, abgesondert stehen müssen. Sie fühlt aber, daß auch sie 
nhohem Maße diese Feier berührt, die in ihr die Erinnerung 
dochen soll. mit welchem Heldenmut ihre Väter eintraten für die 
roße valerländische Sache. Denn auch sie, die deutsche Jugend 
»oenn heutehat ihre, Gott sei Dank, gesunden Ideale, für 
die sie kämpsen wiil. Darum hat sie beschlossen, ein Fest zu be— 
jehen nach ihrer Art. Von den „Freischaren“, den be— 
annten studencischen Korporationen modernen Stiis, ging der 
Hedanke aus, ein eigenes Fest zu feiern, und freudiz wurde er 
»egrüßt von den verwandten Bewegungen im bürgerlichen Leben: 
WPandervögel, Vortrupp und wie sie alle heißen mögen. Am 
I1. und 12. Oltober werden Fie sich zu einem großen Feste der 
AA 
Jugend, dem „Freideutschen Jugendtag“, auf dem Hohen 
Meißner iunweit Bebra) zusammenfinden. Dieser Tag wird 
inen Markstein in der deutschen Jugendbewegung bedeuten. 
zier wird sich zum erstenmal deutlich vor aller Welt zeigen, 
»aß unsfere heutige Jugend auf dem Wege ist, sich ozzuzkagen 
zon dem in schönen Worten und leeren Phraslen schwelgenden 
batriotismus beim Kommers, daß sie gesonnen ieni, in ihrer 
Veise tatkräftig mitzuarbeiten an den großen Kulturaufgaben 
ind, wenn es not tut. auch im Kampf und Frieden des Werk—⸗ 
ags ihr frisches, reines Blut dem Vaterlande zu weihen. 
*Studium der deutschen Schuleinrichtungen durch die 
Japaner. Der kaiserl. japanische Gesandte beim Deutschen 
deiche, Herr Soughimoura, nebst Gemahlin und Tochtet trasen 
Ansang September in Lüded ein, um die staatliche höhere 
NRädchenschule (Ernestinenschule) zu besichtigen und dem Unter— 
ichte in mehreten Klassen beizuwohnen. Der kaiserl. japanische 
ßesandte war von ben baulichen Einrichtungen der Schule sowohl 
vie von der Unlexrichtmethode hoch befriedigt. Die jap mischen 
Häste nahmen besenderes Interesse an den Einrichtungen des 
jiesigen Unterrichtswesens. 
4 Vom Theater. Das Kieler Stadttheater eröffnete seine 
Dvernspielzeitt unter der Direktion Alving mit Wagners „Die 
Meistersinger von Nürnberg“ und zwar vor ausvperkauftem 
saufe und mit großem Erfolge. Frl. Martha Wever, 
inter der Direktion Intendanzrat Kurtscholz 1. Koloratur—⸗ 
ängerin am Lüdecker Stadttheater, die schon seit letzter Spiel⸗ 
eit am Kieler Stadttheater mit vielem Erfolg wirkt, hat erst⸗ 
nalig die Eva in „Die Meistersinger“ gesungen. Die Kieler 
zeitung schreibt darüber: „Eine prächtige Leistung bot Fräulein 
Weber als Eva, wie eigentlich auch nicht anders zu erwarten 
oar. Die Frische und Reinheit ihres Soprans dewährte sich 
abei aufs beste und die Anmut ihrer Persönlichkeit gab auch 
er Darstellung erhöhten Reiz.“ Die Kieler Neuesten Nachrichten 
chreiben über die junge talentierte Künstlerin: „Fräulein 
Veber verlieh ihrer Eva allen Schmeichelklang ihrer Stimme.“ 
SLübeder Schützeupcrein E. V. Die Jungschützen 
es Lübecker Schützen-Vereins hatten am Sonntag, vormittags 
on 1131 Uhr auf den Schießständen bei Lück ihr Schluß-— 
chießen, welches mit einem Gewinnschietzen verbunden war. 
6 schöne Preise hatten die Mitglieder des Lübecker Schützen⸗ 
Lereins und Freunde der Jungschützen zu diesem Schießzen ge— 
pendet. Es wurde geschossen mit Militärgewehren auf 175 m 
kntfernung Anlage. Es erhielten folgende Jungschützen Preise: 
döhnde, Katharineum, 68 Ringe, Klingner, Katharineum 57 
kKinge, Schöning, Seminar, 57 Ringe. Ferner Timm, Katah— 
ineum, Grube, Seminarist, Pagels, Katharineum, Schulze, 
Fathärineum, Meyer, Katharin?zum, Elle, Katharineum, Cays, 
Katharineum, Henschen, Katharineum, Hoffmann, VBaugewerk- 
chule, Beusch. Katharineum, Horn, Katharineum, Brockmann, 
tatharineum. Auf Freihand 1756 m (3 Schuß) erhielt eine 
»esondere Auszeichnung Seminarist Schöning, auf 38 Ringe. 
Der Lübecker Schützen-Verein wird auch im nächsten Jahre die 
debungen der Jurgschützen sich ongelegen sein lassen. 
In die Standesregiter des Standesamitsbezirks Lübed J 
wurden von 7. bis 13. Sept. 1913 eingetragen:? 26 Ge⸗ 
purten (12 Knaben und 14 Mädchen), 40 Aufgebote, 9 Ehe⸗ 
chliezungen und 27 Sterbefälle, darunter 11 Kinder unter 
10 Jahren. 
DDeulicher Bankbeamten⸗Verein. In der Sonntag in 
ßamburg stattgefundenen stark besuchten Versammlung, in der 
ruch der 1. Vorsitzende, Herr Fürstenberg, zugegen war, 
vurde beschlossen. den Gau Norddeutschland zu gründen. Es ge⸗ 
sören demselben an: die Hansestädte, Schleswig-Holstein und 
Mecdlenburg-⸗Schwerin nebst den Zweigvereinen Oldenhurg, 
zZremerharen, Geestemünde-Leehe. In den Vorstand wurden 
zewählt die Herren Gröning. Seifert (Hamburg), Hemn 
Bremen), Gojardt (Lübech, Levermann Echwerin), 
Pajunth (Kiely, Buhrmann (Oldenburg). Die nächste Vorstands 
onferenz findet Anfang Dezember in Lübed statt. 
Ein Opfer der ungeschützten Huinadeln. Trotz airer War⸗ 
ungen und Verbote gibt es immer noch Damen, die leichtfertig 
ind gedankenlos Leben und Gesundheit ihrer Mitmenschen ge⸗ 
ährden, indem sie die Spitzen ihrer Hutnadeln nicht schützen. 
Vie gefährlich dies wirken kann, zeigt ein Fall, der enem 
MNenschen den Verlust eines Auges kostete. An einem 
zchalter im Hauptbahnhof in Hamburg stand ein 
lhrmacher, umn eine Fahrkarte zu lösen, neben ihm eine Darne. 
lIs der Uhrmacher seine Karte erhalten hatte und sich umwandte, 
rang ihm die unbedeckte Hutnadelspitze der neben ihm stehenden 
ame in das rechte Auge. Die Dame eilte, als sie sah, was sie 
ingerichtet hatte, schnell davon. Der Uhrmacher mußte sich 
chleunigst n eine Klinik begeben, wo ihm das Auge heraus⸗ 
jsenommen wurde. — Der Fall lehrt wieder, daß alle Organe, 
Aie dazu berufen sind, strikte und unnachsichtlich auf die Benußung 
von Hutnadelschützern halten müssen. 
Die Wasserwärme in den städtischen Badeanstalten betrug 
am 15. Sept. im Krähenteich 17 Grad Cels., auf dem 
Falkendamm 17 Grad Cels 
. J. Ferienstrafkammer. Sitzung vom, 13. Sept. Des 
Diebsahls im wiederholten Rüdfoalle hat sich der oft be— 
trafte Arbeiter Julius Lo. gus Trenafurth schuldig gemacht. 
Am Nachmittage des 6. Rugust kam der Angeklagte nach Schön⸗ 
böcen und fragte in der Wohnung des Gärtners Steffen um 
Arbeit an. Er wurde aöschlägig beschie den. Bei seinent Fort- 
gehen eignete er sich ein in einer unverschlossenen Holzkamnmer 
angendes Jadett des Gärtners Stefsen im Werte von etwa 
O, Mean. Seine eigene Jacke ließ er zurüd. Es trifft ihn 
»afür eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten. — Wegen 
chweren Diebstahls ist das Dienstmädchen Henriette Pf. 
ron hier angeklagt. Die Angeklagte diente bei dem Gärtner 
»unge hiersesbbst. Während des Monats Juli hat sie fort— 
zesetzt ihrer Herrschaft Geld aus der Kommode weggenommen, 
ind zwar aus einer verschlossenen Kommode, die sie mit ihren 
igenen, Kommodenschlüssel, also einem falschen Schlüssel, öff— 
iete. Von dem gestohlenen Gelde hat die Angeklagte 5 M 
erbraucht. der Rest von 25 Muwurde noch bei ihr gefunden. 
ßegen die 14 Jahre alte Angeklagte beantragte der Stants 
nwalt eine Gefängnisstrafe von 1 Monat. Das Gericht er— 
ennt auf 2, Mohate Gefängnis. — Wegen schwerer 
duppelei hat lich die Ehefrau Sophie W. aus Kuͤgniß 
u verantworten. Sie wird zu einer Gefängnisstrafe pon 2 Mo— 
ijaten verurteilt. Gegen den wegen des gleichen Verbrechens 
neklögten Ehemann W. wird später verhandelt werden. — 
VBegen Betruges ünd, Unkerschlagung hat „ich der 
iaschinist Wilhelm Re. aus Vurßen zu verantworten. Der An— 
geklagte ist oft bestraft. auch schon dreimal wegen Befruges—
	        
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