Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

heer und Sglotte. 
Nachlese vom Kaisermanöver. Ueber einzelne Fragen 
wird geschrieben: Sehr gelobt, auch von dem einzelnen Reiter, 
werden die neuen Patronentragbänder der Kavallerie mit 
Karabineranhängevorrichtung nach englischem Muster und die 
Proben kürzerer, rundgeschnittener Reitstiefel. Die Infanterie 
hat sich mit einem Fußschoner gut abgefunden, der die Bänder 
des Fußgewölbes und damit den ganzen Fuß unterstützt, also 
die Anstrengung beim Marschieren vermindert. Selbst mit wund 
gelaufenen Füßen haben u. a. eingezogene Reservisten durch 
diesen Fußschoner weiter mitnachen können. Die Versuche damit 
sind seinerzeit beim 1. Bataillon 3. Garde⸗Regiments zu Fuß 
geführt worden. Ziemlich unbemerkt ist die Benutzung von 
Scheinstellungen, u. a. am ersten Manövertage bei Striegau, 
geblieben. Die 6. Jäger aus Oels hatten dort auf dem Fuchs- 
herg Rohrrücklaufbatterien mit Beobachtunosständen für die 
Führer aus Ofenröhren, Leitern, Brunnentrögen usw. aufge 
baut und mit Vogelscheuchen besetzt, die durch ihr Kanonen⸗ 
schlagfeuer selbst auf ganz kurze Entfernungen die angreifende 
Infanterie täuschten, von den Fliegern aber als richtiggehende 
Artillerie gemeldet worden sind. Daß der unermüdliche Feld— 
marschall Graf Haeseler sein bequemes Breslauer Quartier ver⸗ 
ichmähte, sich in Striegau bei der kämpfenden Truppe ein⸗ 
quartierte und zu Pferde den drei Tagen folgte, ist für den 
fast Achtundsiebzigjiährigen ein Zeichen noch immer nicht ge— 
schmundener Felddienstfähigkeit. Besonders gut ist die Reichs⸗ 
Post- und Telegraphenverwaltung den auch von der Presse an 
sie gestellten hohen Anforderungen nachgekommen. In Freiburg 
in Schlesien war der Oberstock eines Hauses nahe der Haupt- 
durchgangsstraße mit Telephonzellen und Tischapparaten einge⸗ 
richtet; ferner sind alle für das Manöver in Betracht 
kommenden Ortschaften. die Postbetriebsstellen besitzen, nach 
Freiburg direkt angeschlossen gewesen, um dem starken Ver—⸗ 
kehr der Mansverleitung, über die Benutzung des Feld⸗ 
telegrahhen hinaus, tunlichst Rechnung zu tragen. Der 
Telegraphenbetrieb hat besonders in den Nachtstunden einen 
gewaltigen Umfang angenommen 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der „l A.i und - Z.“t, 
Die hamovecachen Nationalliberalen und die Weren. 
Hannover, 15. Sept. Der Provinzialbvorstand der national— 
liberalen Partei der Provinz Hannover trat am Sonntag zu— 
sammen, um Stellung zur welfischen Frage zu nehmen. Nach 
einagehender Aussprache wurde folgender Beschluß gefaßt: 
„Mit aufrichtiger Freude hat die nationalliberale Parte' 
der Provinz Hannover die Anbahmang eines endqultigen 
Friedens zwischen unserem Kasserhause und der Familie des 
Herzogs von Cumberland begrützt. Wir gaben und geben 
uns der Hoffnung hin, daß in absehbarer Zeit der junge Prinz 
in Vraunschweig einziehen möge, um das Erbe seiner Väter anzu⸗ 
treten. Wir hofften, daß so die Welfenfrage, die es staats⸗ 
rechtlich nicht gibt, auch politisch erledigt sein, daß der Provinz— 
Hannover der innerpolitische Friede gegeben würde und so end— 
lich weiteste Kreise zur frohen Mitarbeit am Wohle des preußi—⸗ 
schen Staates und des Deutschen Reiches gewonnen würden. 
Die Rechtslage ist klar. Bundesfürst kann nur sein, wer den 
Bestand des preußischen Staates anerkennt und die welsische 
Agitatron unzweideutig abschüttelt. Es handelt sich um eine 
Frage, die das preußische, ie ganze deutsche Volk angeht. Das 
deutsche Volk ist mündig. Staatsregierung und Bundesrat sind 
dem deutschen Volke Aufklärung schuldig. Nur die bange Sorge 
um edes Volkes und Vaterlandes Wohl veranlaßt die national⸗ 
liberale Partei als langjährige Trägerin des nationalen Ge— 
dandens in der Provinz Hannover — und sie glaubt sich darin 
mit anderen Parteien einig — sich dahin zu erklären, daß das na⸗ 
tionale Interesse vor Erledigung der draunschweigischen Frage 
einen klaren und öffentlichen. staatsrechtlichen Verzicht erfordert, 
der jeder weiteren welfischen Agftation den Boden entzieht. Schon 
jetzt ist eine bedenkliche Steigerung der welfischen Propaganda 
sestzustellen. Der Grund dafür liegt ausschließlich darin, daß 
man es vermied, klare Verhältnisse zu schaffen. Diese Propa⸗ 
aanda würde zum Schaden des nationalen Gedankens und des 
inneren Friedens sich ins Ungemessene steigern, wenn man auch 
sür die Zukunsft von Schaffung klarer Verhältnisse absehen 
wollte.“ 
Dem Bundesrat wurde der Wortlaut der Resolution tele— 
graphbisch übermittelt. 
Zenna verband deutscher Industrieller. 
W. Leipzia, 15. Sept. In der heute vormittag in dem 
großen Kongretzsaale der internotionalen Baufachausstellung zu⸗ 
sammengetretenen Versammlung des Zentralverbandes deutscher 
Industrieller wurde nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden, 
Landrat a. D. Rötger. von Regierungsrat a. D. Dr. Schweig-⸗ 
hofer der Geschäftsbericht erstattet. In den eingebrachten Be— 
schlußanträgen heißt es. daß irgendwelche Abmachungen han— 
delspolitischer oder sonstiger Art mit dem Bund der Land⸗ 
wirte nicht erörtert, noch weniger getroffen worden sind. Der 
Zentralverband hat sich bereits melxfach dahin ausgesprochen, 
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Jachahmungen des W ocheezes kxategorisen ab. 
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Schutzmatke. Pakbet 28 α, I arαeR Mit. 13850) In allen Apotheken. 
Drogerien und Patiumerie-Geschâsten ernaltilen. 
lleinie. Fabrik Hans Schwarakobt C. m. b. H. Berlin M. 37 
und einem lückenlosen Zolltarif nicht zustimmen könne, anderer— 
eits wiederhole er seine bereits am 6. Februar 1801 abge— 
jebene Erklärung, daß die in ihm vereinigten Industrien keinen 
Horteil anstreben, der nur auf Kosten der Landwirtschaft er 
reicht werden könne. Er halte es in gleicher Weise für seine 
Pflicht, aquf dem Gebiete der Sozialpolitik gemeinsame Arbeil 
u leisten mit allen Kreisen. die für Aufrechterhaltung der 
Antoritäät des Arbeitgebers und wirksamen Schutz der Arbeits 
willigen einzutreten gewillt sind. — In einem zweiten Beschluß 
antrage gibt der Zentralverband der Ueberzeugung Ausdruck 
daß die überwiegende Mehrheit der deutschen Industrie“ einer 
Beschicuung der Weltausstellung in San Francisco durchaus ab⸗ 
geneigt sei. 
W. Leipzig, 15. Sept. Die Delegierten der Versammlung 
des Zentralverbandes deutscher Industrieller haben nach län— 
gerer Debatte die Beschlußanträge einstimmig angenommen 
Franzößisch⸗ tür kisches Ablommen. 
W. PVaris, 15. Sept. Zu der Meldung eines aus— 
wuaͤrtigen Blattes über die Unterzeichnung des französisch-türki— 
schen Abkommens zur Regelung finanzieller und wirtschaftlicher 
Fragen bemerkt der Petit Parisien: „Wir glauben zu wissen, 
datz das Abkommen im Begriff ist, beendigt zu werden, jedoch 
ind noch verschiedene Punkte zu erledigen. Insbesondere is 
der Abschluß dem Abschluß der türkisch-deutschen Verhandlungen 
mtergeordnet. Die Frage der französischen Bahnen in Ana⸗ 
olien ist an die Frage der Bagdadbahn geknüpft. Das fran— 
ᷣ isch⸗türktische Abkommen wird sich erstrecken auf die Konzessions⸗ 
erteilung der Eisenbahnen im östlichen Kleinasien und Syrien 
an französische Gesellschaften, zweitens auf die Erhöhung der 
türkischen Zölle, welche die türkische Regierung als unerläßlich 
für das Gleichgewicht des Staatshaushalts erklärt, drittens 
ouf die Genehmigung einer türkischen Anleihe von 700 Mil-— 
ñonen durch Frankreich. 
Die flürkishebarlgarsschen Verhandlungen. 
W. Konstantinovel, 16. Sept. Die Differenzen zwischen 
Bulgarien und der Türkei wegen der von beiden Seiten vor— 
deschlagenen zukünftigen Grenzlinie sind noch beträchtlich, 
iber man hofft, sich heute einer Lösung zu nähern. Die Frage 
der Staatsangehörigkeit wird wahrscheinlich für später vorbe— 
halten bleiben. 
Die mexikanischen Wirren. 
W. Mexiko 15. Sept. HFundert Amerikaner, darun— 
ler Frauen und Kinder, die auf dem Wege nach Saltillo waren, 
ollen den Rebellen in die Hände gefallen sein. Die amerika- 
nische Botschaft ersuchte den mexikanischen Minister des Aeußern 
um eine Untersuchung. 
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W. Kopenhagen, 15. Sept. Die ordentliche Session des 
Reichstages ist heute eröffnet worden. Tas Folkething 
und das Landthing haben die Präsidien wiedergewählt. 
MW. Wien, 15. Sept. Gestern haben die größeren kriegs 
mäßigen Manöver in Südböhmen begonnen unter der Leitung 
des Inspektors der gesamten bewaffneten Macht. Erzhercvas 
Franz Ferdinand. 
W. Konftantinonel. 135. Sept. Die griechischen No— 
abeln von Wasiliko nördlich von Iniada drücken in einer 
De pesche an den Minister des Innern den Wunsch aus, bei der 
Türkei zu bleiben, andernfalls würden sie ihre Häuser zerstören 
und auf türkisches Gebiet fliehen. 
W. Sofia, 14. Sept. (Meldung des Wiener k. k. Telegr.⸗ 
Korr.Bureaus.) Die von den hiesigen Kaufleuten angestrebte 
Berkängerung des Moratoriums soll, da einer Ver— 
üngerung durch die Sobranje Bedenken entgegenstehen, nicht 
ruf gesetzuchem Wege, sondern tatsächlich geschehen, indem die 
Staats- und Privatinstitute stillschweigend übereinkommen, allen 
Schuldnern weitestgehende Erleichterungen und Verlängerungen 
der Zahlungsfrist zu gewähren. 
W. Buenos Aires, 15. Sept. Nachdem der Senat von dem 
zinweis des Finanzministers auf das Gedeihen des Landes Kennt 
ris genommen hatte, nahm er einen Entwurf Mollards an, 
»er sich auf die Schiffbarmachung des Oberlaufes des Uruguan 
bezieht. Auf die Bewässerung dieses Gebietes von Argentinien 
wird zu den Ausgaben von 8 Millionen Goldpiaster Brasilien 
und Uruguay 5 Millinnen beisteuern. 
— 
Ein englicher Dampfer auf Spiekeroog gestrandet. 
W. Selgoland. 15. Sept. Der englische Frachtdampfer 
„Duke of Glasgow“ ist heute morgen auf Spiekeroog ge— 
strandet. Der Bergungsdampfer Albatros“ ist zur Hilfe— 
leistung ausgelaufen. 
— 
Newvyorl, 16. Sept. Aus Panama wird gemeldet, daß im 
üdiichen Teil des Einschnittes von Colebra ein großer Erd⸗ 
rutich geschehen ist. Es ist leicht möglich, daß durch die fort⸗ 
vährenden Erdrutsche die Eröffnung des Kanals hin— 
rusgeschoben wird. Der Kanaleinschnitt von Colebra ist an 
zwei Stellen durch Erdmassen gesperrt. Es sind Millionen von 
Kubikmetern Felsmassen fortzuschaffen 
W. Neustadt (Sachsen), 15. Sept. Der neun— 
zehnjährige Buchhalter Benicke aus Meerane und 
das siebzehn Jahre alte Dienstmädchen Hanke aus 
Niederneukirch, die ein Liebesverhältnis unterhielten, 
sind gestern abend von dem früheren Liebhaber 
des Mädchens, dem achtzehnjährigen Fabrikarbeiter 
Hertwig, aus Eifersucht erst o chen worden. Hert—⸗ 
wien verhaftet worden. 
. Marienbad, 15. Sept. Die im hiesigen 
Isolierhospital untergebracht gewesenen Personen, die 
mit der aus Bosnien zugereisten, an Cholera er 
trankten Patientin in Berührung gekommen waren, 
ind heute nach Ablauf der Beobachtungsfrist als 
bollskommen gesund befunden worden. Eine Weiter⸗ 
verbreitung der Krankheit ist von diesem einge—⸗ 
schleppten vereinzelten Falle vollständig ausge— 
schlossen. Die Patientin selbst befindet sich bereits 
auf dem Wege der Genesung. 
W. Huelva, 15. Sept. Die Lage ist ernster 
geworden. Infolge des Eisenbahnerausstan— 
des im Rio-Tinto-Gebiet beschlossen alle 
Gewerke, die Arbeit niederzulegen. Da— 
mit steigt die Zahl der Ausständigen auf 7000. 
RNio de Janciro, 15. Sept. Der amerikanische 
Botschafter hatte zu einem Ball zu Ehren des Mi— 
nisters des Aeußern die Kamner nicht eingeladen, 
während der Senat eingeladen war. Troßtz einem 
Entschuldigungsschreiben des Botschafters kam es in 
der Kammer fortgesetzt zu Angriffen auf den Bot— 
chafter. die diesen zur baldigen Abreise zunächst nach 
re bestimmten. Damit sind die wirt⸗ 
chaftlichen und politischen Verhanud— 
sungen vorläufig abgebrochen 
Luftfahrt. 
W. Hamburg, 15. Sept. Das Luftschiff „SHansa“ ift 
deute nachmitiag 2 Uhr 50 Min. in Potsdam zur Fahrt nach 
Hamburg aufgestiegen. 
W. Samburg, 16. Sept. Das Luftschißf „Hansa“, 
das unter Leitung des Diplomingenieurs Dörr bei leichtem 
Südost aufgestiegen war, kehrte aus Sicherheitsgründen, da 
unterwegs der in Fahrthöhe vorherrschende Wind von 6 bi— 
8 Sekundenmetern nach Westen umsprang und sich auf 10 bi— 
12 Sekundenmetern, begleitet von sehr starken Regenböen, ver— 
stärkte, bei Tangermünde um und fuhr nach Pots- 
dam zurück. Der Führer gedenkt morgen mittag, voraus— 
iichtlich zwischen 12 und 1 Uhr, bei günstigem Wetter von Pots- 
dam nach Hamburg abzufahren. Die Ankunft in-Hamburd 
dürfte alsdann gegen 5 Uhr erfolgen. 
W. Helgoland, 15. Sept. Nach beendetem Manöver sind 
die Wasserflugzeuge „D 12“ und „D 15* heute nachmittag kurz 
nach 3 Uhr zum Fluge nach Kiel aufgestiegen. Ein Torpedo— 
boot ist zur Begleitung voraufgefahren. Die Flieger hätten 
schon einige Tage vorher abfliegen sollen, konnten jedoch des 
schlechten Wetters wegen nicht starten. Das Wetter ist jetzt ruhig. 
W. Göttingen, 15. Sept. Der in Johannisthal heute früh 
aufgestiegene Fliege Séguin ist heute vormittag 11 Uhr 
10 Min. auf dem Kleinen Hagen EExerzierplatz) bei starkem 
Gegenwind niedergegangen. Der Flieger will morgen früh nach 
Paris weiterfliegen. 
W. Villacoublay, 15. Sept. Der Flieger Reichelt ver—⸗ 
ichte m der vergangenen Nacht in Begleitung seines Neffen 
sßermann den Rückflug nach Berlin. Hierbei brach der Pro— 
peller ab; die Reparaturen werden im Laufe des Vormittags 
heendet sein. Reichelt wird dann sofort aufsteigen. 
* * 
W. Kaiserliche Marine. Eingetroffen: „München“ 
am 12. Sept. in Wilhelmshaven, „Vineta“ am 13. Sept. in 
Pernambuco, „Hertha“ am 13. Sept. in Horta auf Fayal 
;Azoren), „Prinzregent Luitpold“ am 13. Sept. in Neufahr— 
wasser, „Magdeburg“ am 13. Sept. in Kiel. das Flußkanonen 
boot „Otter“ am 14. Sept. in Hankau. „Arcona“ am 14. Sept 
in Emden. — In See gegangen: „Grille“ am 14. Sept 
von Wilhelmshaven. — Poststation für „Magdeburg“ bis aul 
weiteres Danzig, für „Blücher“ his 18. Sept. Sonderburg, dann 
wieder Kiel. 
Sportnachrichten. 
Zu den deutsch-anter:kan srn Sonder lass nwe tfahrten geben 
der Voss. Ztg. aus Marblehead von einem deutschen Segler 
nteressante Mitteilungen über das Jachtmaterial zu. Die Probe- 
wvettfahrten haben den deutschen Seglern gezeigt, daß die ame— 
ilanischen Jachten den · deutschen durch den unerreicht guten 
bauchigen Schnitt der Segel überlegen sind, wie dies bereits 
obei den früheren Kämpfen der Fall war. Ebenso überlegen 
sind die amerikanischen Jochten den deutschen in der wunder— 
baren Glätte des Unterwasserschiffes, die man bei den auf Land 
tehenden Jachten „Cima“, „Sprig“ und „Ellen“ in gleichem 
Maße bewundern konnte. Die Amerikaner erreichen diese Glätte 
durch Behandlung der Boote mit Sandstein und Wasser und 
demnächst durch Verreibung einer öligen Masse auf den ge— 
strichenen Holzteilen mittels eines Stoffes, der mit unserem Ver— 
bandstoff viet Aehnlichkeit hat. Die Zusammensetzung der öligen 
Masse ist leider nicht bekannt geworden. Bei der „Cima“ iist die 
Flosse mit etwa 2 Millimeter starken Nichelplatten bekleidet, um 
auch bei der Flosse eine besondere Glätte der Außenhaut zu 
rꝛrreichen. Die Flosse läust bei den amerikanischen Jachten am 
vorderen Teil viel schärfer zu, als bei den deutschen. Das 
Steuerblatt ist bei den amerikanischen Jachten so angebracht, daß 
es gleichsam die Verlängerung der Flosse bildet, und zwischen 
seinem oberen Ende und dem Rumpf der Jacht ist ein Stüch 
Totholz angebracht, um die Flosse möglichst groß zu machen. 
Bei „Sprig“ und „Ellen“ setzt sch das Totholz noch in aufa 
fallenden Maße nach dem Heck des Schiffes zu fort. Die ame- 
rikanischen Jachten sind an dem vorderen Teil der Jacht viel 
schürfer gehalten, als die deutschen, und die im leßzten Winter 
bei den deutschen Jachten eingeführte Ausbuchtung des Untera« 
wasserschiffes vor und hinter der Flosse ist bei ihnen lange 
nicht in dem Maße vorhanden, wie bei den deutschen Jachten. 
Der Bug ist bei jihnen bei weitem nicht so weit herunterge- 
ogen, wie bei den deutschen Jachten, insbesondere bei „An—- 
gela VI und „Serum“. Bei „Sprig“ sällt die außerordentlich 
dünne Flosse auf, so daß man beinahe bezweifeln muß, ob sie 
auch bei starkem Wind und Seegang genügende Stabilität be⸗r 
itzt. „Ellen“ ist im Rumpf etwas runder gehalten als die 
deutschen Jachten. Im Gegensatz zu der früheren Pokalkämpferin 
Ellen“ ist die jetzige „Ellen“ verhältnismähßig schmal und mit' 
sehr viel Blei versehen. Sie hat etwa 900 Kilogramm Blei— 
ballast, während „Angela VI und „Serum“ etwa 700 Kilo- 
jzramm und „Wittelsbach X“ sogar nur etwa 600 Kilogramm 
Blei haben. Dem „Sprig“ sehr ähnlich fieht die auf derselben 
Werft in Manchester aufgeholte Jacht „Torina“, die sich ebena 
alls an den amerikanischen Auswahlrennen beteiligt hat, aller- 
dings mit geringem Erfolg. Sie ist am vorderen Teil etwas 
plump gebaut, doch kann hierauf allein kaum ihr schlechtes 
Abschneiden zurückgeführt werden. 
7d Den Lanzpreis gewann in der ersten Konkurrenz der 
Motorbootwettfahrt der Kaiser-Jubiläumsregatta auf dem 
Mñggelsee bei Berlin, die gemeinschaftlich vom Kaiserl. 
Jachtklub, Kaiserl. Automobilklub, Kaiserl. Motorjachttklub und 
Deutschen Motorbootklub veranstaltet wurde und an der vier 
Boote teilnaymen. „Marqaa lIV“ von Rechtsanwalt Dr. Fritz 
Fohn⸗Berlin, die Verteidigerin des Pteises. Die 
Zeiten waren: „Marga IV“ 2 St. 10 Min. 18 Ser, „See⸗ 
här“ 2:30: 31, „Pit Aß“ 2: 38: o3. Der Eigner des Bootes 
hat damit den Lanzpreis zum zweitenmal gewonnen, der nun⸗ 
mehr in seinen definitiven Besitz übergeht 
Sprechsaal. 
(Die unter dieser Rubrik abgedruckten Artikel sind völlig 
unabhängig vom Standpunkt der Redaktion.) 
Eingesandt.) 
Badeanstalt Krähenteich. 
Ein wahrer Leidensweg für die vielen Badegäste, die diese 
Anstalt auf dem Nade besuchen, ist die Schil dstra ße. deren 
schauderhaftes Pflaster zum Absteigen und Schieben des Rades 
astigt. Eine Neurktlasterung dieser Straße ist wobl in ablseh—⸗ 
barer Zeit nicht zu erhosfen. Es sei daher die dringende Bitte 
an das Bauamt gerichtet, die Schildstraße zur nächsten Bade— 
wison mit einem breiten Radfahrweg aus Schlackenstemen zu 
versehen und die gleiche Verbesserung der Weberstraße ange— 
deihen zu lassen. Hier befindet sich freilich ein schmaler Weg 
aus Kopfsteinen. Er ist jedoch so minderwertig, daß die Rad— 
fahrer ihre liebe Not haben, auf ihm aus der Stelle zu kommen 
Viele Badegäste.
	        
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