Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

Der Reichz kanrer, der Senat von Bremen 
ind der Berliner Oberbürgermeister haben dem 
Staatsselretär des Reichsmarineamts zu dem Unfall des „L 1 
elegraphisch ihr Beileid ausgesprochen. 
— Von den vielen Beileidssskundgebungen, die 
dem Sltaatsselretär des Reichmarineamts anläßlich der Zerstörung 
des „L 1“ zugegangen, sind besonders hervorzuheben ein Tele— 
gramm des à la svite der Kaiserlichen Marine stehenden Ser⸗ 
zogs der Abruzszen, sowie Telegramme des italieni— 
schen und schwedischen Marineministers, des 
ßrafen Zeppelin. Die englische Admiralität heß 
ihr Besleid durch den Marineattach6 der englischen Rolschaft aus⸗ 
drücken. 
Bremen, 11. Sept. Auf ein anlählich des Verluses des 
Marineluftschiffs „E 1“ von Direktor Heinelen vom Nor d 
»eutschen Lloyd an den Kaiser gerichtetes Beileidstele- 
rramm erwiderte der Kaiser aus Bad Salzbrunn: „Ich danke 
»em Norddeutschen Lloyd für den Ausdruch herzlicher Teil- 
rahme an dem erschütternden Verlust des Luftschiffes. 
Wilhelm J. R.“ 
München, 11. Sept. Prinzregent Ludwig hat nach 
»em Unglüch des Marineluftschiffes „E 1 an den Kaiser 
olgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Die Nachricht, daß das 
Marineluftschiff „E 1“ bei Helgoland einem Orkan zum Opfer 
gefallen ist, hat mich aufs tiefste bewegt. Erinnere ich mich doch 
noch lebhaft der Besichtigung des imposanten Luftschiffes, zu 
der du mir im heurigen Frühjahr in Johannisthal Gelegenheit 
nabst. In inniger Anteilnahme beklage ich den Tod des mir von 
‚ieser Besichtigung her persönlich bekannten Führers, Kapitän- 
eutnants Hanne, und all der Waderen, die in getreuer Pflicht⸗ 
erfüllung ihr Leben verloren haben.“ 
Rom, 11. Sept. Ter König von Italien hat dem 
Deutschen Kaiser telegraphisch sein Beileid zu dem Untergang des 
Marineluftschiffes „L 1 ausgesprochen. 
Londoner Pressestimmen. 
W. London, 11. Sept. Die Times schreiben zu dem Un⸗ 
Jüch des deutschen Marineluftschiffes: Es besteht dein Grund, 
ias Unglück vor Helgoland anders anzusehen, als einen regel 
rechten Betriebs unfal! in der Luftschiffahrt. Wir haben 
noch keine Erfahrungen mit Luftschiffen, die weite Streden Aber 
dem Meere zurücklegen. Sobald wir eine Luftflotte besitzen 
verden. werden wir gelegentlich Unfälle derselben Art zu er⸗ 
varten haben. 
Daily Telegraph sagt: Man empfindet in England 
rüchhaltlose Teilnahme für die deutsche Nation und 
Kummer über den Untergang der tapferen Leute. Tas Un— 
zlüch wird in Deutschland um so gewichtigeren Eindruck machen, 
Us es sich zu einer Zeit ereignete, in der der unbedingte Erfolg 
iahe zu sein schien. Jedermann wird mit Deutschland empfinden, 
iber niemand wird erwarten, daäßß es seinen Eifer vermindern 
wird, aus dem Pfade fortzuschreiten, den es sich vorgezeichnet hat. 
Daily Chronicke sagt: Die deutsche Nation wird die 
Teilnahme aller Völker haben. Das neue Unglüch vor Helgo— 
land liefert einen neuen Beweis, daß Graf Zeppelkin, wo⸗ 
fern er nicht auf ganz falscher Grundlage arbeitet, Sch wier i ga 
keiten gegenübersteht, die von einer Löfung noch weit 
entfernt sind. 
Standard sagt: Nicht weniger als vierzehn tapfere Offi- 
iere und Mannschaften der deutschen Wehrmacht haben die große 
zZaßl der Opfer der Luftschiffahrt vermehrt. Alle Ehre ge— 
hührt ihnen und den anderen unerschrokenen Vionteren der 
neuesten praktischen Wissenschaft. Was diese schmerzliche Er⸗ 
ahrung lehrt, sollte sehr beachtet werden, nämllich, daß die Ent⸗ 
vichlung der Luftschiffe mit Auftrieb nicht gleichen Schritt 
e hat mit den Flunzeugen, die schwerer sind als 
die Laf 
ßremen nur beit dem Arbeitsnachweis in der Gröpelinges 
rhaussee und für die Atlas-Werke A.G. bei dem Arbeits— 
iachweis in der Nordstraße eingestellt. Es wird noch einiger 
zeit bedütfen, bis auf den Werften alle Arbeiter eingestellt 
ind. 
Die Weltausstellung in San Franzisko. 
Leipzig, 11. Sept. Auf der heutigen Tagung des Bun⸗ 
»es der Andustriellen wurde einstimmig eine Erklä— 
ung des Vorstandes angenommen, in der der Bund der Indu—⸗ 
triellen erklärt, daß der überwiegende Teil der Mitglieder 
»er Beteiligung an der Weltausstellung abgeneigt ist, während 
indere Industriezweige erst die Entscheidung über den Jolltarif 
bwarten woliten. Auch die erneute Prüfung hat eine einheit—⸗ 
iche Auffassung der Mitgliederkreise nicht erkennen dassen. Aus 
ulturellen Gründen wird vielfach betont, daß ein Fernbleiben 
Deucschlands von der Weltausstellung bedauerlich sein würde. 
Angesichts dieser Tatsache ist der Versuch einer pridalen 
Organifation zur Beteiligung an der Ausstellung der 
Unterstützung wert. 
König Konstantin und Frankreich 
Paris, 11. Sept. Zwischen Minister Pich on und Poin—⸗ 
ars wurde drahtlich der Text einer Note über die ungetrübte 
Fortdauer der Beziehungen zwischen Griechenland und Frank— 
eich vereinbart. Von diefer heute abend zu veröffentlichenden 
stote verspricht sich die französische Regierung eine große Wir⸗ 
ung. Man legt besonderen Wert darauf, daß der dem König 
donstantin in Naris in Aussicht stehende Empfang dem ihm 
nn Berlin zuteil gewordenen an Herzlichkeit nicht nachsteht. 
Maris 11. Sept. Der Mastin setzt die Angriffe 
segen die Rede des Königs Konstantin mit solcher Hart⸗ 
äckigkeit und Heftigkeit fort, daß darin die Absicht erblickt 
verden muß, die öffentliche Meinung Frankreichs zu Kundgebun⸗ 
jen bei der bevorstehenden Anwesenheit des Königs in Paris 
ufzuwiegeln. 
Japanische Enthũllungen. 
Paris, 11. Sepyt. Von dem in Tokio beschlagnahmten 
Teil der nachgelassenen Schriften des japanischen Staatsmannes 
ßrafen Sayafhi liegt heute ein Deutschland interessierendes 
dapitel vor. Darin wird erzählt, wie man in Tokio und 
zondon im Jahre 1911 schwankte, ob man als dritten im 
zunde Deutschiand oder Rußland gewinnen 
oUIte. Endlich, so erzählt Hayashi, hatte man sich jür Deuisch⸗ 
and entschieden. Schon war die Reinschrift nach Tokio ge⸗ 
andt worden, als eine Depesche des Grafen Ito, damals in 
detersburg, alles über den Haufen warf. Man drahtete von 
dondon nach Tokio: Nertragsentwurf nicht dem deutschen Ge⸗ 
andten zeigen, näheres abwarten. Die Depesche kam um 
4 Stunden zu spät. Mittlerweile hatte übrigens auch der 
eutsche Botschafter in London von dem Text Kenntnis er—⸗ 
alten, und sfich beeunt, nach Berlin darüber zu berichten. Welche 
lussicht, so fragt Kayashi, blieb der Londoner Regierung dieser 
mangenehmen Situation gegenüber? Sie wählte das denkbar 
Schlechteste, inden Fie der deutschen Regierung geflissentlich 
zanz unannehmbare Nachtragsbedingungen stellte, fo daß die 
ßerliner Reichslanzlei es vorzog, auf weitere Verhandlungen 
u verzichten. In seinem Schlußwort, bemerkt Hayashi, dah ihm 
aach feinem persönlichen Standpunkt das nicht zu rechtfer tigende 
Londoner Vorgehen die diplomatische Wirksamkeit für immer 
aründlich verleidet habe. 
Die neue Flugkataftrohhe. 
Koblenz, 11. Sept. Infolge Versagens der Steuerung 
berschlug sich heute vormittag, wie schon kurz berichtet, in 
er Naͤhe des Dorfes Büchenbeuren ein Militärdoppeldecker, 
ls er sich nur wenige Meter von der Erde erhoben hatte. Das 
zlugzeug saufte aus 20 Meter Höhe mit voller Gewalt auf 
ie Menschenmnenge, die dem Aufstieg zusehen wollte. Es wur⸗ 
en 4 Personen getötet, und zwar der Gendarmerie⸗ 
vochtmeister Schmidt⸗Blankenrath, eine Frau Meurer, ein 10— 
ähriger Knabe Jost und der Landwirt Schneider. Schwer 
erletzt wurden der Vater des 10jährigen Knaben, der 
randwirt Jost, und der Landwirt Müller; beide liegen im 
-terben. Der Militärflieger wurde merkwürdigerweise nur 
eicht am Arm verletzt und auch das Flugzeug erlitt nur leichte 
Zeschädigungen. Es diente zur Aufklärung bei dem Mandver 
des 16. Armeekorps. 
Koblenz, 11. Sept. Die Zahl der Verletzten be—⸗ 
rägt im ganzen 15. Einige von ihnen wurden bei der 
ach dent Unglück einsetzenden VPanik verletzt. Die 4 Toten 
vurden schrecllich verstümmelt. Dem Gendarmeriewachtmeister 
st die Schädeldede gespalten, dem Landwirt Schneider wurde 
er Kopf fast vom Rumpfe getrennt, die beiden anderen, die 
Frau Meurer und der Knabe. wurden bis zur Unkenntlichkeit 
verstümmelt.“ 
W. Berlin, 11. Sept. Der amtliche Bericht 
an das Kriegsministerium über das Fliegerunglück 
in Büchenbeuren besagt: Um 9 Uhr rormittags 
wollte Leutnant Schneider vom Fußartillerieregiment 
Nr. 12 mit dem Beobachtungsoffizier Oberleutnant 
jon Taubern auf einem Militärdoppeldecker zu einem 
Aufklärungsflug aufsteigen. Infolge außerordentlich 
jeftiger Seitenwinde mißlang der Start, das Flug⸗ 
zeug lam nicht hoch und wurde mit dem linken Rad 
zur Erde niedergedrückt. Hierdurch wurde der Appa— 
rat aus seiner ursprünglichen Richtung gerisen, 
nachte eine scharfe Wendung und raste auf der Erde 
entlang direkt in die Zuschauer hinter der durch 
Bendarmen gebildeten Absperrungslinie. Die Wirkung 
par entsetzlich. Im nächsten Augenblick wälzten sich 
echs Personen im Blute. Sofort tot war der Gen⸗ 
»armeriewachtmeister Schmidt⸗Blankenrat, Landwirt 
Schneider⸗Sohren, Frau Meurer⸗Büchenbeuren und 
der zehniährigee Knabe Wilhelm Jost aus Hahn. 
Schwerverletzt wurde der Vater des Knaben Jost 
und ein kleiner Junge aus Sohren, dessen Name noch 
nicht festgestellt worden ist. Beide Fliegeroffiziere 
lamen wie durch ein Wunder unverletzt davon. Der 
Apparat wurde erheblich beschãdigt. 
W. Cronbera (Taunus, 11. Sept. Der König 
der Hellenen und der Kronprinz von 
ßriechenland sind mit ihrem Adjutanten Kapitän 
Levidis nachmittags um 1 Ubr 453 Min. von Frank⸗ 
rurt a. M. lommend im Schloß Friedrichshof ein⸗ 
retroffen. 
* 
W. Friedrichshafen, 11. Sent. Die Ueberführungs⸗ 
'ahrt des neuen Marineluftschiffes „L 20 ist um 
einige Tage verschoben worden. 
Wiedeteinstellung der Werftarbeiter in Bremen. n 
W. Biemen, 11. Sept. Die in einigen Blättern veröffent⸗ 
lichten Mitteilungen über die Wiederetinstellung der 
Werftarbeiter bringen einige Ungenauigkeiten. Die Ein— 
tellung der Arbeiter auf der Werft der A.“G. Weser und bei 
den Atlas-Werken A.G. geschieht wie bei den übrigen Werften 
n Uebereinstimmung mit den in Samburg von der nord⸗ 
)eutschen Grunpe des Gesamtverbandes deutscher Metall⸗Indu⸗ 
trieller gefaßten Beschlüsse nach Maßgabe der Gesichtspunkte, 
die sich für eine geregelte Aufnahme des Betriebes ergeben. 
stach wie vor werden die Arbeiter für die A.G. Wefer in 
13030 
Damen unet Herroe—s 
Moderner Schnitt 
Jeschmackvollo Dessins 
deichhaltigo Kollektionen 
Zesto Gummierung 
Absolut wasserdieht 
Ansserordentlich haltbar 
a allen einschte⸗en Geschaften zu haben 
. —XLDV—— 
——— 
J—— 
⸗ 
W. Bubnauest, 11. Sepi. Bei den gestern er⸗ 
rankten sieben Perlonen ist Cholera asliatica 
estgestellt worden. Eine Person ist gestorben. 
W. Savannah, 11. Sept. Auf dem amerika⸗ 
nischen Torypedoboote „Craven“ ist ein Kessel ge: 
phatzt. wobei zwei Mann getötet und drei 
verwundet worden sind. 
*33,9 
σ Die Sclãchterei von Serrexxx 
W. Berlin 11. Sept. Die Königlich Bulgarische 
Gefsandtsichaft bittet uns, folgenden offiziellen Be— 
dicht mitzuteilen: Man hat genau feststellen können, wie die 
furchtbare Schlächterei in Serres, die von den 
ßriechen gegen die Bulgaren verübt wurde, vor sich gegangen 
st. Außer dem geretteten Beleff haben sich noch andece 7 Per— 
onen, darunter Frau Maria Nikolowa gerettet, indem sie 
tundenlang otz ihrer Wunden zwischen Leichen dahinflüch— 
eten. Jeder von ihnen hatte vier bis sechs Wunden am Kopf, 
and Hals. Diese, wie durch ein Wunder, geretteten Personen 
agen übereinstimmend aus, daß das bulgarische Heer sich am 
3. Zuli in voller Ruhe von Serres zurücgezogen hat. Am 
J. Juli hat die griechische Bevölkerung die dortige lleine bul— 
arische Wache getötet, die Waffendepots beraubt und ange— 
angen, die Bulgaren in ihren Häusern und Läden in der 
Umgebung zu versolgen. Die Andarten (griechische Banden) 
rklären gerade heraus daß sie vom griechischen Hauptauartier 
rusgeschillt worden sind, um die bulgarische Bevölkerung zu ver⸗ 
nichten. Die von ihren Häusern fortgetriebenen Bulgaren wur— 
»en vor ven griechischen Bischof geführt, der ihnen versprach, 
ie zu befreien und sie trotzdem ins HGefängnis sperren ließ. 
Der 11. Juln war für die gefangenen Bulgaren der schreck— 
ichste Tag. Iweihundert Bulgaren wurden, zu zweien zu— 
ammengebunden, in demselben Gefängnis in ein besonderes 
zimmer geführt, wo sie wie Tiere hingeschlachtet wurden. Die 
zriechen gingen in ihrer Grausamkeit so weit, daß die ihnen 
ie Kehlen durchschnitten. Diese in der Geschichte unerhörten 
ßrausamkeiten haben bis 2 Uhr nachmittags gedauert. Sobald 
die Andarten Kanonendonner der griechischen und bulgacischen 
Artillerie hörten, flohen sie aus der Stadt, indem sie auf ihrem 
Wege alles verbrannten und vernichteten. Unter den auf 
„iese tierische Art Getöteten befanden sich mehr als dreißig 
zulgarische Soldaten, 6 Frauen und 25 Schutzleute. Noch 
rausamer gingen die Griechen in dem Dorfe Metch oor, wo 
17 bulgarische Bauern mit Tieren zusammengebunden und unter 
dem Rufe „König Konstantin und Griechenland soll leben“ 
ibgeschlachtet wurden. Der griechische Bischof, der diese Grau—⸗ 
amleiten den Bulgaren zugeschrieben hat, war der Urheber 
aieser schreclichen Szenen. Der russische Arzt, der mit dem 
ufsischen Roten Kreuz in Serres gelassen wurde, bestätigt, 
aß dieser griechische Bischof als Verwalter der Stadt tätig 
dar, bis die griechischen Truppen einzogen. Die vperbrannten 
reichen der Bulgaren sind den auswärtigen Korrespondenten, 
ie von Saloniki nach Serres berufen wurden, als griechische 
deichen bezeichnei worden. Diese Mystifikation ist von griechischer 
Seite auch systematisch in Kilkitsch, Doeiran und Struma ver—⸗ 
ibt worden. 
W. Kaisereiche Marine. Eingetroffen sind: „Scharnhorst“ 
nit dem Chef des Kreuzergeschwaders und Torpedoboot „S 90“ 
am 10. Sept. in Tlingtau, Flußkanonenboot „Vaterland“ am 
10. Sept. in Nanking, „Grille“ am 10. Sept. in Helgoland. 
— In See gegangen: „Grille“ am 11. Sept. von Helgoland. 
Vermischtes. 
tk. Hopfent sen — em Mittel gergen Schlaflosigkeit? Dis 
Schlaflosigkeit ist eine mit Recht gefürchtete Krankheit. Ein 
virkliches Heilmitiel dagegen hat die ärztliche Wilsenschaft 
ioch nicht gefunden; denn die Mittel, die man heute 
am besten nur im Notfall) anwendet, z. B. Morphium und 
ßrom, sind schädlich. Ven Interesse dürfte es da sein, zu 
rfahren, daß in jeder exglischen Apotheke — Kissen, mil 
zopfen gefüllt, als Mittel gegen die Schlaflosigkeit verkauft 
verden. Angeblich sollen die Hopfenkissen ohne schädigenden 
xinfluß ganz vorzüglich ihre Wirkung tun. Man hat ihre 
Birkung zuerst vor dreißig Jahren an dem verstorbenen König 
ẽduard VII., dem damaligen Prinzen von Wales, erprobt 
ind seit der Zeit schwört in Enaland Arzt wie Laie auß 
ieses vorzügliche und gewiß nicht teure Heilmittel. Der Sopfen 
chläfert anscheinend nicht nur, zu Bier verarbeitet, sondern 
auch als Kopfkissen ein. 
O.K. Der Retkord einer Brieftaube. In der nternationalen 
Brieftaubenkonkurrenz., die am 29. Juni in Rom begann, 
hat eine englische Brieftaube einen neuen Rekord aufgestellt. 
Die Taube wurde zusammen mit den übrigen Konkerrenten am 
. Juni in Rom abgelassen und traf genau nach einem 
Monat Flugzeit in ihrem Heimatsorte Derby an. Die Ent⸗ 
ernung von Rom bis Derbn beträgt gegen 1000 englische 
HDeilen, mehr als 1600 km, und es ist das erstemal, daß 
ine Brieftaube diese gewaltige Reise glücklich zurückgelegt hat. 
in den Kreisen der Züchter und Fachleute bezeichnet man die 
deistung als ganz ungewöhnlich. Tie Taube ist Eigentum eines 
Arbeiters namens Hudson. Die höchste Leistung, die eine engæ 
ische Brieftaube bisher erreichte war der Flug von Mirande 
n Frankreich bis nach Schotiland; damals brauchte der ge— 
lügelte Bote 28 Tage, um eine Entfernung von 874 englischen 
Meilen zu überwinden. In Amerika haben Tauben bereits 
zrößere Entfernungen zurückgelegt, aber sie hatten dort auch 
seringere Schwierigkeiten zu überwinden, ihnen blieb der Flug 
iber Hochgebirge und See erspart. Die Wetterverhältnisse der 
etzten Zeit waren derartige, daß von dem Ausgang des dies— 
ährigen internationalen Taubenfluges Schnelligkeitsrelorde 
nicht erwartet werden konnten, dafür aber die Beweise einer unge— 
wöhnlichen Widerstandsfähigkeit. Die ietzt in Derby cingetroffene 
Brieftaube ist 6 Jahre alt. 
O.K. Die Automobilkir he von Texas. In Brownsville 
in Texas ist in diesen Tagen ein eigenartiges neues Gottes— 
saus eingeweiht worden, das von der amerikanischen Gesell— 
chaft zut Ausbreitung der katholischen Kirche errichtet wurde 
rit dem Zwecke, den Bewohnern der dünnbevölkerten Ge— 
senden von Texas Gelegenheit zu kirchlicher Erbauung zu 
ewähren. Dieses Gotteshaus, das den Namen „St. Peter“ 
rhalten hat, besteht aus einem ungewöhnlich großen und mäch— 
igen Automobil, das im Inneren eine Kapelle mit einem Altar 
irgt. Zum Gottesdienste werden die Seitenwände herab— 
eschlagen; während der Fahrt birgt das Innere zugleich die 
Vohngelegenheit für den Priester, der in dieser ambulanten 
dirche amtiert. Die Automobilkirche ist mit allen kirchlichen 
herätschaften ausgestattet, so daß auch feierliche Hochämter 
bgehalten werden können. Sie wird ihre Reisetätigkeit sofort 
zeginnen und jene ärmeren und abgelegeneren Gegenden von 
Texas besuchen, wo eigene Gotteshäuser bisher noch nicht er⸗ 
zaut worden sind. Zur feierlichen Einweihung waren die 
Hläubigen weit aus der Umgebung von Brownsville herbei— 
jeströmt und bestaunten andächtig diese erste Automobillkirche, 
zie bestimmt ist, die Tätigkeit jener schon mehrfach in Amerike 
in Eisenbahnwagen eingerichteten fahrenden Kapellen zu er— 
gänzen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.