Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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eilungen 1 M. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
zatz den Auforderungen entsprechend hoher. õ o 
Betlagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Famuitensren 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 163. Jahrgang Nachrichten für das herzogtum Tauenburg, die 
heiblatt: Gesetze und Verordnungsblatt ꝛ58 ——— ——— Fürstentũümer Ratzeburg, Lübeck und das angren 
EEXXAAe —— brue —————— —EE — 3ende medlenburgische und holsteinische Geblet. 
Drudk und Verlag: Gebrüder Borchers G. m b. 8. m Lübed. — Geschäftsstelle Adxvo-40 Gönigstr. 46). Fernspre chet 9000 u. 9001. 
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Ausga 
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Erftes Blatt. hierzu 2. Blatt. 
LILXVXVXEEEEEO — — — V—————————————— 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. 
Nnichtamtlicher Teil. —9* 
Deutsches Reich. 
Das Machtbewußtsein der Revisionisten. Jedesmal, wenn 
dus sogzialistische, Parteijahr sich rundet, wenn die Genossen sich 
zum großen Tag rüsten, tun die 777 Intellektuellen des Re— 
visionismus sich zusammen und widmen mit falsch liebreicher 
Gebärde den zum Parteitage ziehenden Orthodoxen ein beson⸗ 
ders dickes Heft ihrer ach allzuwenig sozialistischen Sozialisti— 
schen Monatshefte“, außen zwar blutig rot, aber innen blaßrosa. 
Diesmal sind sie auch wieder zur Stelle. Und wieder drängen 
sie sich zu Hauf. um trotz Rosa Luxemburg, trotz Ledebour 
und Zubeil ihr Ketzertum zu bekennen. Wieder ein dicker Band, 
eine ganze Bibel voll revisionistischer Ketzerei. Da sind sie alle 
wieder, die Schröder, Arons, Quessel, Kolb, die Bernstein 
Leuthner. Schippel. Noske, die Heine, Fischer, v. Elm, Peus 
— — ach, wer könnte sie alle nennen. Ein Heer! Kann man 
uaber ein Heer köpfen? Kann man sie ausstoßen? Einst kamen 
tie mit der trotzigen Duldergebärde des Martertums, jetzt mit 
des Machtbewußtseins höhnischem Lächeln. Und sie reden frisch— 
weg über die brenzlichsten Dinge ihre unverblümte Meinung, 
ũber den Parteitag, über Wahlrecht und Massenstreik, über 
sozialistische Taktik über Reichstagsfraktion und Dedungs- 
vorlagen, über den Werftarbeiterstreik, über das Jena des 
Massenstreils, über alles, alles, und auf das ungenierteste. 
Es bat sich alles gewandelt; eine orthodoxe Götzendämmerung 
ist angebrochen, und Wilhelm Schröder, der den einleitenden 
Aufsatz über den bevorstehenden Parteitag geschrieben hat, sagt 
zum Schluß roh und lieblos: „Solcher Wandel läßt blen— 
dend klar erkennen, wie sehr sich binnen zwei Jahrzehnten 
das Kampffeld für die Sozialdemokratie verschoben hat. 
Worte. Redewendungen holt man freilich noch gern aus 
der Schatzkammer der achtziger und neunziger 
Jahre, da sich ihre innere Wertlosigkeit nicht immer 
so deutlich zeigt, wie in dem eben hier angeführten Fall. So— 
bald es aber auf Taten ankommt, heißt es auf 
dem harten, aber sicheren Erdboden der Gegen— 
wart festen Fuß fassen. Das wird auf dem Parteitag 
in Jena jedermann, der seine Pflichten gewissenhaft erfüllen 
will, beherzigen müssin. Blutenden Herzens viel— 
leicht aber kühlen Kopfes. Wer dennoch am Alten 
hängt, möge sich vor Augen führen, daß gerade Bebels Größe 
nicht zum geringsten in der Gabe bestand, aus den Tatsachen 
ständig die für die Gegenwart notwendigen Lehren zu ziehen ...“ 
— Bebel als Schwurzeuge des dreistesten Revisionismus. Wie 
Theater, Kunft und Wisenschaft. 
„Flora bella“, Operette von Felix Dörmann, Musik von 
Charles Cuvillier, im Gärtnerplatztheater in München. Unter 
dem 6. Sept. wird uns aus München gemeldet: Gestern abend 
hatten wir ein kleines Ereignis zu verzeichnen, die Urauf⸗ 
führung der Operette „Flora bella“, Text von Felix 
Dörmann, Musik von Charles Cuvillier, wurde im zweiten und 
dritten Akte mit brausendem Jubel aufgenommen. Dörmanns 
Text könnte wohl etwas gediegener sein, der Herr Textdichter 
hat sich die Sache sehr leicht gemacht, aber sie ist doch reinlich 
und wirkt annehmbar. Eine ehemalige Tänzerin des Maison 
des Danses in Paric ist Fürstin geworden (das war ja schon 
oͤfter der Fall) und um ihre Vergangenheit vergessen zu machen, 
ist sie recht langweilig. Das gefällt ihrem Gatten nicht. Da 
entdedt ein Freund des Fürsten ein Bild der Tänzerin, die 
Aehnlichleit wird erkannt, der Schwiegerpapa, übrigens ein 
rechter Hallodri, aber redet sich auf eine verstoßene zweite 
Tochter aus. Nun reisen der Fürst und sein Freund nach Paris, 
um die Tänzerin zu sehen. Der Schwiegerpapa geht heimlich 
auch mit, aber auch die Fürstin reist dahin, denn es zieht sie 
an die Stätte ihrer ehemaligen Triumphe. Dort tritt sie 
als Tänzerin wieder auf, wird aber von ihrer Gesellschaft 
nicht erkannt, sondern man glaubt wirklich deren Schwester 
vor sich zu haben. Der Fürst ist in seine vermeintliche Schwä— 
gerin so verliebt, daß er sich von seiner Frau scheiden lassen 
will. Im dritten Akt löst sich dann die Geschichte, die Fürstin 
gibt sich es ehemalige Tänzerin zu erkennen, sie verspricht 
nun auch, nicht mehr langweilig zu sein und der Fürst ist damit 
zufrieden. Die Musik Cuvilliers ist gut, ja im zweiten Akt 
allen ihm einige recht rassige Themen ein, aber auch einige 
recht mollige und sentimentale Melodien gelingen ihm aller— 
dings gerät er da manchmal hart an die Grenze der Oper. 
das Ganze aber wirkt und reißt mit. Leider ist die Instru— 
mentation weniger gut, manchmal, wie in der Einleitung, direkt 
unbehilflich. Ganz besonders anzuerkennen war die Darstel- 
lung. Frl. Pia von Moosburg, die neugewonnene Kraft des 
Gärtnerplatztheaters kann singen und weiß sich auch auf der 
Bühne zu bewegen. Die Doppelrolle als Fürstin und Tänzerin 
verlangt eine vollendete Darstellung, um wahrlcheinlich zu sein. 
Frl. Moosberg wurde ihr aber völlig gerecht. Trefflich unter— 
tützt wurde sie von Herrn Gruber als Fürsten. Ludl als 
donnerstag, den U. September 1913. 
jat sich alles geändert im Zukunftsstaat, noch ehe er da ist. 
Ind wenn der Alte im Grabe es lesen könnte, er würde sich 
uiicht einmal darin umdrehen. Er würde resigniert still liegen. 
Und keine Luxemburgische Furie kann daran etwas ändern. 
Eine neue ozialdemokratisch⸗bündlerische Verbrüderung. In 
dem Bauerndorf Brandau im Odenwald, das die größte Orts⸗ 
ruvppe des Bundes der Landwirte jener Gegend be— 
itzt, war kürzlich Gemeinderatswahl. Wie der „Deutsche Bauern⸗ 
uund“ berichtet, verbündete sich ein Teil der dortigen 
ündlerischen Vorkämpfer für Thron. Altar und konservatives 
zunkertunt mit den — Sozialdemokraten, um dem so— 
a. demokratisch-bündlerischen Wahlzettel mit knapper Mehrheit 
segenüber dem allgemein bürgerlichen Wahlzettel zum Siege 
u verhelfen. Gewählt wurden Steinhauer B. Landwirt Bi., 
cchreiner und Landwirt J. von denen ersterer der örtliche 
rährer der Sozialdemokraten und die beden letzteren 
nragierte Mitglieder des B. d. L. sind. Als Zettelverteiler 
sei diesem idyllischen sozialdemokratisch-bündlerischen Kartell 
virkten noch die Bündler Di. und Br. und als Hauptagitator 
der bündlerische Beigeordnete H. mit! 
„Bettmann⸗Hollweg fährt II. Klafse.“ Die nochstehende 
ensationelle Nachricht verbreitet ein Korrespondenz⸗ 
ureau, genannt „Berliner-Ungarischer Nachrichten— 
Rienst“. Es veißt da: „Aus Budapest wird gemeldet: Der 
deichs kanzler Bettmann-Hollweg, der vorgestern aus Budapest 
ach Belgrad fuhr. mußte auf seiner Fahrt von Semlin nach 
helgrad einen Wagen II. Klafsse benützen und zwar müßte 
r das als eine besondere Begünstigung auffassen, denn infolge 
er Choleraquarantaine verkehren zwischen Semlin und Bel— 
rad nur zwei Wagen dritter Klasse. die dann täglich des— 
nficiert werden. Hingegen konnte der Ministerpräsident Pasitsch 
iese selbe Vergünstigung nicht bekommest. Er mußte in dem 
oligestopften Wagen III. Klasse fahren. Der Reichskanzler bleibt 
o in Ungarn auch der Reichskanzler.“ — Der endlich in die 
rerien, gegangene Kanzler. der beschaulichen Sinnes in der 
cchweiz weilt. wird baß erstaunt sein, daß man ihn zu 
inem Bettmann macht und wird sich ganz energisch gegen 
ie Zamutung sträuben — und wäre es II. Klasse (1) —, in 
holera durchseuchter Gegend gen Belgrad zu fahren, statt seine 
rerien in philosophischer Betrachtung der Schneefirnen hinzu— 
ringen. Anscheinend liegt eine Verwechselung mit einem 
degationssekretär Bethmann-Hollweq vor 
Aus den Schutzgebieten. 
Die Schlafkrankheit in Neu⸗Kamerun und die Reagierung. 
Ueber die Schlafkrankheit in Neu-Kamerun werden von der 
Deutschen Tageszeitung beunruhigende Nachrichten veröffentlicht. 
Im Anschluß daran fordert das genannte Blatt eine plan— 
nähßige. scharfe Bekämpfung der Krankheit und deutet die 
Refürchtung an daß man der SAlaftfrankheit gegenühber ⸗in— 
Awiegerpapa, Frl. Menari als Freundin der Fürstin un 
zennn Heinz, die den Schwiegerpapa in ihre Netze zieht. Die 
lusstattung der Operette war brillant, man hat von der 
Farbenfreudigkeit des Künstlertheaters schon manches gelernt. 
Auch die Einstudierung durch Kapellmeister Fürmann ist zu 
oben, nur dem Orchester wäre zu raten, etwas mehr bei der 
zache zu sein und nicht gar zu geschäftsmäßig seinen Part her⸗ 
bzuspielen. Auch den Bläsern wäre etwas mehr Reinheit und 
zorgfalt zu wünschen. Am Schlusse durften die Autoren und 
»er Kapellmeister unter brausendem Jubel an der Rampe er—⸗ 
heinene und Anteil nehmen an den Huldigungen, die man 
illen Mitwirkenden entgegenbrachte. O. K. 
Zwifchen dem Nationaltheater zu Kr'iftiania und der Hofoper 
u Weimar werden gegenwärtig Verhandlungen geführt, die 
ahin zielen, Wagners gesamten Nibelungenring durch das Wei— 
narer Opernensemble in Norwegens kunstbegeisterter Hauptitadf 
zufführen zu lassen. 
Künstlernachrichten. Im Düsseldorfer Stadttheater debü— 
ierte der lyrische Tenor Bernardo, der an Stelle des bei 
em Eisenbahnunglück in Dänemark zu Tode gekommenen 
zulius Barré verpflichtet wurde, mit grohßem Erfolge. — Der 
angjährige Direktor und Intendant des Straßburger Stadt— 
heaters, Maximil'an Wilhelmi, als Sohn eines Predigers 
n Kunmersdorf 18603 geboren, der im Mai dieses Jahres 
iner heimtückischen Krankheit wegen von der Bühne zurüd⸗ 
etreten ist, ist im Krankenhause an Krebs gestorben. — 
bermann Wlach vom Deutschen Schauspielhaus in Hamburg 
vurde von Direktor Altman für die Dauer von drei Jahren 
ils Schauspieler und Regisseur an das Kleine Theater in 
Herlin verpflichtet. 
Eröfsnung des Sarrasanitheaters in Dresden. Nachdem 
»ie Verträge zwischen Direktor Stosch-Sarrasani und 
Direktor Paul Förster vom Floratheater vollzogen worden 
ind, wurde die Eröffnung des Sarrasanitheaters ummehr auf 
»en 1. Okt. festgeseßt. 
Ein neues Opernhaus in London. Trotz' des gänzlich ver—⸗ 
maludten Hammersteinschen Versuches, mit dem Londoner 
IRpera House in der englischen Metropole eine Volksooer zu 
chaffen, hat sich, so wird der Vossischen Zeitung gemeldet, 
mter Fübrung des bekannten Theaterdirektors Beecham 
Morgen⸗Blatt Ur. 459. 
α 
Politik der Vertuschung treiben wolle, um die heimische Kritik 
ver Neuerwerbung hintanzuhalten. Wie fern der Kolonial⸗ 
»erwaltung solche Vertuschungsabsichten liegen, geht aus den 
Berichten hervor. die das amtliche Deutsche Kolonialblatt abe 
en Stand der Schlafkrankheit in Alt- und Neu-Kamerun vor 
urzem veröffentlicht hat. Gerade auf Grund dieser Berichte, 
zamentlich auf Grund des vom Chefarzt der Schutztruppe. 
Medizinalreferenten Dr. Kuhn, nach einer dreimonatigen 
Forichungsreise veröffentlichten Berichtes (enthalten im Deut—⸗ 
chen Kolonialblatt vom 1. Juli d. J.) ist in der Presse aus⸗ 
zrücküich anerkannt worden, daß die Kolonialverwaltung dankens⸗- 
verterweise nicht die Absicht habe, betreffs der Zust inde it 
Neu⸗Kamerun etwas zu vertuschen. Der angezogene Berich 
des Chefarztes Dr. Kuhn bezeugt auch die Energie und die 
blanmäßigkeit, mit der die Kolonialverwaltung die Schlaf⸗ 
rankheit bekämpft. Denn Dr. Kuhn hat nicht nur in des 
Zchlafkrankenstation Ajoshöhe mit acht beamteten Aerzten des 
Zchutzgebietes den Stand der Schlafkrankheit in Alt-Kamerun 
ino ihre Bekämpfung ersörtert, sondern auch mit den franzö⸗ 
ischen Aerzten über die Mittel teraten, in den Grena— 
ebieten die Schlafkrankheit wirksam zu bekämpfen. Letzteren 
Besprechungen wurde ein deutscheenglisches Abkommen von 1911 
uugrunde gelegt. Ist mithin zweifellos. daß die Kolonial— 
nerwaitung einerseits auf eine tatkräftige Bekämpfung der 
zchlafkrankheit bedacht ist, andererseits nicht an eine Ver— 
uschung der Neu-Kameruner Verhältnisse denkt, so bleibt abzu—⸗ 
varten, ob wirklich neuerdings die Schlafkrankheit in dem 
dehaupteten Umfange zugenommen hat. bot. 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der L. Ale und „. Z.. 
Wieder ein Militärluftschiff-Unqlück. 
C.T.C. Leipzig 10. Sept. Privattelegramm der 
Lübecdischen Anzeigen. Das Militärluftschifij ,3 5* 
velches nach einer sehr schwierigen Fahrt aus dem Mansöver⸗ 
gelände gegen 3 Uhr 30 Min. gelandet war, konnte wegen des 
tarken Querwindes nicht in die Halle gebracht werden. Es wunde 
deswegen von 150 Personen gehalten. Plötzlich seigte eine 
asende Bösein, durch welche das Luftschiff in die Höhe ge⸗ 
rieben wurde. Es gelang, die Motore wieder anzuwrrfen und 
adurch das Luftschiff vor dem Untergang zu bewahren. Viet 
Soldaten hatten die Seile nicht rechtzeitig losgelassen und wurden 
nit in die Söhe gerissen. Ein Sergeant konnte rechtzeitig 
bgesetzt werden, während ein zweiter Soldat in die Gondel 
jineingezogen wurde. Die beiden anderen Soldaten stürzren 
rus einer Höhe von etwa 120 Meter dwaren so— 
w0rtft0 
in neues Syndikat gebildet, das mit einem Kostenaufwande 
don 5 Mill. Meueine Riesenoper mit 4000 Sitzen errichten will, 
n der die Preise der Plätze in wohltuendem Gegensatz zu den 
'ast unerschwinglichen Sätzen der Covent-Garden-Oper stehen 
verden. 
Das Budapester Nationaltheater plant, in einem Dramen⸗ 
ytlus die Entstehung und das Wachstum des christlichen 
Dramas vorzuführen. Den Anfang wird ein altfranzö— 
isches Mysterium aus dem 11. Jahrhundert machen. Es soll 
mszeniert werden, wie seinerzeit gespielt wurde: auf dreifach 
geteilter Bühne, die den Himmel, die Erde und die Fölle dar⸗ 
stellte. An elf weiteren Abenden werden Dramen aller Völker 
wur Aufführung gelangen. 
Auguft Ennas neue Oper. Prof. August Ennas neue Oper 
„Gloria Arsena“, die am kgl. Theater in Kopen— 
yagen zur Aufführung kommen soll, ist bereits von einem 
deutschen Bühnenleiter, und zwar von Direktor Alving, Kiel, 
erworben worden und wird noch diesen Minter dart in Szene 
gehen. 
Ur⸗ umd Erstaufführungen. Im Schauspielhaus in Frank— 
urt a. M. fand Somabend die Erstaufführung des Schau⸗ 
piels „Crainguebihle“ in der Uebersetzung Theodor 
Wolffs dank der wirkungsvollen Regie Dr. Franks ein beisall— 
reudiges Publilum. — Im Bremer Schauspielhaus hatte 
ie Uraufführung des vieraktigen Schauspiels von Ernst Legal 
„Laetare“ einen Erfolg. Die Charaktergestaltung zeigt dich— 
erischen Geist. Die Inszenierung durch den Oberregisseur 
Hustav Hertung trug wesentlich zum Erfolg bei. — Im Mün— 
bener Residenztheater gelangte Tolstois nachgelasseres Drama 
„Der lebende Leichnam“ recht spät zur Erstaufiführung. 
Trotz seiner Schwächen machte das Werk, das ja wohl in ein— 
elnen Teilen apoktyph erscheint, als Ganzes aber doch Tolstois 
Heist atmet, einen starken Eindruke. — Hermann Bahrs Lust⸗ 
viel „Tschaperl“ wurde an der Neuen Miener Bühne 
rfolgreich qufgeführt. 
Zum Andenken an den Komponisten Felix Auguft Bernhard 
Draesede gelangt im ersten Berliner Philharmonishen Konzert 
mter Leitung von Prof. Arthur Nikisch am 13. Okt. in der 
Philharmonie u. a. dessen „Tragische Symphonie“ zur Auf— 
ühruna. Solistin des Ahends ist Fl. Flena Gerhordt
	        
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