Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens un 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 163. Ic cang Nachrichten sür das herzogtum Lauenburg, die 
heiblatt: Gesetz und Verordnungsblatt ttt 3 Hurstentũmer Ratz eburg. Lubed und das angren 
ůιισασσ σαöιααιαασο ERzn der veriagen ααι zende mecllenburgische und holfteinische Gehbiet. 
DPrud. und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. S. in Lübed. — Geschäftsstelle Adreuguus —VVV 
Montag, den 8. September 1915. 
Abend⸗Blatt Ur. 454. 
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Erftes Blatt. hierzu 2. Blatt. 
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Umfang der heutigen Num—⸗6 Seiten. 
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Nichtamtlicher Ceil. 
— 
Der Anfang zu einer ständigen 
* 
Kolonialtruppe. 
Von Generalmazor z. D. v. Gersdorff. 
Zur Zeit des Ausbruches der Unruhen in Deutsch⸗Südwest⸗ 
afrika ist in der Presse mehrfach der Ruf nach einer ständigen 
deutschen Kolonialtruppe laut geworden. War der Aufstand doch 
zum größten Teil der Schwäche der Schutztruype in dieser 
Kolonie zu verdanken. In der deutschen Heimat befanden sich 
weder Kolonialmannschaften noch Reittiere; beide mußten erst 
angeschafft perden; erstere aus aufgebotenen Freiwilligen, die 
Reittiere ducch Ankauf. Mitten im Kampf gegen die Aufständigen 
entstand erst eine brauchbare berittene Infanterie; die kurze 
Vorbildung, die der Einschiffung nach Südwest auf den Truppen⸗ 
ubungsplätzen voranging, donnte nicht genügen. Frankreich 
besitzt im Inlande als Reserve für seine Truppen in den 
Kolonien zwei Tivisionen Kolonialtruppen, England eine große 
Expeditionsarmee, Deutschland dagegen keinen Mann, der für 
den Schußn seiner überfeeischen Besitzungen in der Seimat sofort 
verfügbar wäre. Wenn auch dieser Besitz weder eine Division 
noch eine Armee in der Heimat erfordert. so wäre für uns 
eine stets verfügbare berittene und wohleinexerzierte Kolonial⸗ 
truppe dennoch von nicht zu unterschätzendem Nitzen, denn über 
die Möglichkeit neuer Unruhen in unseren Kolonien ünd wir 
roch nicht hinaus. 
Die Bewegung gegen die jichmachvolle Einrichtung der fran—⸗ 
zösischen Fremdenlegion zieht in Deutschland immer weitere 
Kreise. So hat kürzlich ein Berliner Blatt eine Rundfrage 
an eine Reihe deutscher Parlamentarier gerichtet. Es handelt 
sich um Parteiführer und Kolonialpolitiker, wie Bahssermann, 
General v. Liebert, Gothein, Tr. Mugdan und Müller⸗Meinin⸗ 
gen usw. Die Antworten beziehen fsich, soweit sie überhaupt 
Positives enthalten, auf dipkomatische Aktionen, darauf hin—⸗ 
mielend, Frankreich beim Anstandsgefühl zu fassen, oder min— 
destens zu bewirken, daß keine Minderjährigen Aufnahme in 
der Fremdenlegion sinden. 
Ein Vorschlag des Abgeordneten Müller-Meiningen geht 
weiter und scheint uns die Angelegenheit von der zweckent⸗ 
prechenden Seite zu erfassen. Er schlägt die Gründung einer 
deutschen freiwilligen Koloniallegion vor, um dem Abenteurer 
drang unserer Jugend Rechnung zu tragen, dem viele deutsche 
Iungen beim Eintritt in die franansische Kegion erliegen. Me 
gebe dieser Truppe gewisse äuheere Privilegien und vermeide beim 
Vorliegen keiner Jugendsünden bureaukratisches Vorgehen.“ 
Uns erscheint der Gedanke außerst glücklich. Mit seiner 
Verwirklichung wäre weiter der erste Schritt für eine deutsche 
nändige Kolonialtruppe getan. 
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Alldeutsche glauben, daß alle Gegnerschaften, die unserem 
Vaterlande in den letzten Jahren zu schaffen machten, in aller 
Schärfe noch vorhanden sind, mögen England und Rußland 
urzeit auch in der Form sanft umd friedlich sein. Unfere Auf⸗ 
zabe ist es, daran zu arbeiten, daß aus dem inkinktiven 
Landhunger, wie er auch in den Massen vorhanden ist, ein 
ester klarer Wille, ein elementar wirkender Entschluß wird, 
mserem Volke zu verschaffen, was es zum Fortbestehen, zu 
einer Gesundheit gebraucht. Wir haben ein gutes Gewissen 
ür die Vergangenheit und sind überzeugt, auch heute unserem 
Volke zu nützen und der Regierung wohlzuraten, wenn wir 
berlangen, daß sie sch abwende von einer Politik des Cnt'agens 
aund übergeht zu einer solchen des Wollens und des Handelns. 
Amhaltender Beifall). 
Als Korreferent behandelte dasselbe Thema Generalmajor 
u. D. Keim Gerlin). Er schilderte zunächst die Neuorganisa- 
ionen des Heeres in Deutschland und Frankreich und konsta— 
ierte, daß vom 1. Okt. 1915 ab die französische Heeresstärke 
398 000 Mann betragen wird, während Deutschland im aller⸗ 
günstigsten Falle zum selben Zeitpunkt 826 000 Mann auf. 
wveist. Schon jetzt steht fest, daß die militärpolitische Lage 
des Dreibundes keine günstigere geworden ist und daß sie 
rußer Deutschland auch ganz besonders Oesterreich-Ungarn die 
Pflicht auferlegt, ihre Heere schon im Frieden auf die denkba 
höchste Stufe zu bringen. 
Denn auch Rußland hat in der letzten Zeit großzt 
militärisch. Fortschritte gemacht und sein Heer zahlenmäßzig 
vie organisatorisch gestärkt. Die glänzende Aufnahme, welche 
der Chet des französischen Generalstabes und der zukünftige 
ßecneralissimus kürzlich in Rußland gefunden hat, die Rede 
s Zaren bei dieser Gelegenheit, sowie eine kürzlich ge— 
jaltene Rede des Ministers PRichon haben außerdem auch die 
este militärische Allianz beider Reiche ausdrücklich bestätigt, und 
s mühte geradezu sträfliche politische Leichtfertigkeit genanntk 
verden, an einem planmäßigen und jetzt schon genan fest⸗ 
zelegten Zusammengehen Rußlands mit Frankreich im Kriegs« 
alle zu zweifeln. Was Italien angeht, so ist wohl auf 
ine rasche und sichere wie belangreiche Hilfe Frankreich gegen—⸗ 
iber nicht zu rechnen. Nach meiner unerschütterlichen Ueber⸗ 
eugung müssen wir noch einmal auf den Schlachtfeldern um 
insere nationale, wirtschaftliche und soziale Zukunft in schwerem 
tampfe ringen. Sierauf kann das deutsche Vollk nicht zeitig 
zenug und nicht ernst genug schon in Friedenszeiten hinge— 
wviesen werden. (Lebhafter Beifall.) 
Hierauf wurde nach einem Referat des Hauptgeschäfts⸗ 
ührers v. Vietinghoff-Scheel zur Welfenfrage 
olamde Entschließ ung angenommen: „Der Gesamtvorstand 
des Alldeutschen Verbandes erblickt in der Tatsache, daß von 
den in Betracht kommenden Personen des welfischen Hauses vor 
dem Zustandekommen der Familienverbindung mit der Tochter 
unseree Kaiserhauses Erklärungen nicht herbeigeführt wurden. 
die eine endaültige Abfinduna der Welfen mit den geschicht 
— 
„Ich weiß, ja nicht, Gerda, ob wirklich daran zu denken 
ist, aber auf alle Fälle will ich doch mit dem Vater sprechen, 
und zwar gleich, sowie Kyllburg wieder heraus ist. Er ist 
nämlich augenblicklich drüben bei ihm.“ 
Doch Gerda trat der Mutter entgegen. 
„Ich danke dir herzlich, Mama. Aber bitte — laß mich 
selber mit Papa sprechee.. 
„Traust du mir nicht zu, daß ich deine Sache genügend 
vertreten würde? 
Es klang verletzt. 
„Doch, Mama, selbstverständiich! Aber ich möchte trotzdem 
lieber nicht — ich möchte lieber allein, ohne Mittelsperson — 
es kommt mir Wufeioe vor. dan ich mich hinter dir verstecken 
soll.“ 
Die Mutter beschwichtigte sich da wieder. 
„Nun, wie du willst. Ich werde ja nachher doch auch 
noch ein Wort dazu zu sprechen haben.“ 
Vielleicht war es sogar besser so, ihr Mann machte seiner 
Erregung erst Gerda gegenüber Luft. Damm war er nachher 
eher für Vernunftgründe zugänglich. Also sagte sie denn 
zu der Tochter: 
„So geh nur zum Vater. Aber mach' dich auf allerlei 
gefabt!“ 
Gerda nickte nur stumm, doch es senkte sich ihr jetzt, als 
ie zum Arbeitszimmer des Oberstleutnants hinüberschritt, lastend 
ruf die Seele. Sie gina da einen schweren Gana. Sie mußte 
es wohl. 
WVor dem Eingang zu des Vaters Tür, in dem als Diele 
ausgestatteten dämmerigen Hausfslur des altertümlichen Hauses, 
vartete Gerda. Gedankenvoll stand sie an dem buntverglaäasten 
Hoffenster, bis das Geräusch der fsich üfinenden Tür sie zum 
Umdrehen veranlaßte. 
Kyllburg trat heraus. Als er sich ihr so umpermutet gegen⸗ 
ibersah, schreckte er leise zusammen. Aber gleich hatte er sich 
wieder in der Gewalt und machte ihr eine summe Verbeugung. 
Auch sie dankte ohne ein Wort. Etwas unsicher glitt ihr Blid 
dabei über seine Züge. Tie kanren ihr so verändert vor. Gar 
nicht mehr das Offene, Freundlich-Helle, das sie früher so wohl— 
KkKriend on ilen empfunden hotte Ikr Mert MUnd mift einen 
Alldeutscher vVerbandstag. 
Machdruck verboten.) 8. &H. Breslau, 7. Sept. 
Unter überaus zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder 
rat hier der Alldeutsche Verband zu seiner diesjährigen Haupt— 
»ersammlung zusammen, die mit einer Sitzung des Gesamtvor— 
tandes eingeleitet wurde. An erster Stelle der Tagesordnung 
erichtete der Vorsitzende Rechtsanwalt Class (Mainz) über 
zie politische Lage. Der Redner gab zunächst einen 
leberblick über die österreichische Politik während des Balkan— 
rieges. Das Deutschtum der Donaumonarchie hat schwere 
kage hinter sich. Die Deutschen Oesterreichs sind am schwersten 
on den wirtschaftlichen Verlusten und den Lasten getroffen 
vorden, die die lange Mobilmachung und die ganze Unsicherheit 
»er Lage im Gefolge hatte. Gleichwohl hatten sie sich willig 
iuf die Seite ihres Staates gestellt, weil sie die Ueber 
eugung hatten, damit dem gesamten Deutschtum zu dienen 
ein Wohl, sein Dasein gegen den slawischen Ansturm zu ver 
idigen. Die auswärtige Politik Oesterreichs zeigte in dieler 
zeit jene Zweispältigkeit und Unsicherheit, die seine innere 
zolitik seit Jahrzehnten kennzeichnet. So kam es, dakß trotz 
er gewaltigen Opfer die Balkankrisis mit einem schweren 
ßerluste Desterreichs an internationalem Ansehen und mit einer 
lllgemeinen Erschwerung seiner außerpolitischen Lage geendet 
jat. Davon wurden wir mitgetroffen, und die Reichsregie— 
ung zog aus der neuen Lage die Folge, daß fie die von uns 
ind dem Wehrverein lange vergeblich geforderte Heeresver— 
tärkung herbeiführte; das gleiche ist für Oesterreich-Ungarn 
rotwendig geworden und soll jetzt geschehen, wozu es sicher⸗ 
ich höchste Zeit ist. Aber darüber besteht kein Zweifel: keine 
krhöhung des Heeresstandes kann die Folgen einer ziellosen 
ind schwachen Politik wettmachen. Wir haben im Reiche aber 
einen Anlaß, auf Oesterreich-Ungarn von oben herab zu sehen. 
die letzten Monate haben wiederholt den Beweis geliefert 
bie falsch die Marokko-Politik der Regierung war, wie 
nangelhaft ihr Ergebnis. Neu-Kamerun mit seinen Suümpfen, 
einer Unwirtlichkeit, seinen feindseligen Eingeborenen ist — 
rein als Landzuwachs betrachtet, kein noch so schwacher 
Entgelt für das, was wir in Marokko aufgegeben haben. Für 
die nächste Zukunft kann man keine begründete Hoffnung für 
»ine bessere äußere Politik hegen. Wer die Mitteilungen der 
ßresse über die deutsch-englischen Verhandlungen verfolgt hat, 
er muß befürchten, daß wir wioder einmal von England um— 
zjarnt worden sind, vielleicht noch mehr, daß wir an einem 
Mendepunkte unserer äußeren Politik angelangt sind. Wir 
Offizierstöchter. 
Roman von Vaul Grabein. 
(22. Fortsetzung.) Machdrucdh verboten.) 
Heinz Keßlers Blick suchte Gerda, die immer noch blaß 
oor innerster Erregung ror ihm tand. Da war nun die große 
Stunde ihres Lebens. Ein Wogen war in ihr, das ihr die 
Brust sprengen wollte. Seine Worte, aber fast noch mehr der 
weiche, dunkle Werbelaut seiner Mannesstimme, lösten ein heißes 
Ueberfluten ihres Einpsindens aus, ein heraufdrängendes Glücks⸗ 
gefühl: Nun, nun fand all ihr Sehnen sein Erfüllen! Alle 
Selbstquälerei, der Zwiespalt ihres Inneren hatte nun ein Ende. 
Und doch — klang da nicht von fernher etwas wie ein 
Warnen? Nichts Bestimmtes, Gedankentlares; aber ein Ahnen, 
dunkles Befürchten aus den unergründlichen Tiefen des Instinkts 
heraus. 
„Gerda!“ Ein leidenschaftsdurchsitterter, leiser Ton: nur, 
ind da war wieder das andere, das stärker war: das heiße 
Pulsen ihres jungen Lebens, das seine Erfüllung forderte. 
So sand Heins Kekßler die, die er suchte. 
⸗ ⸗ 
Gerda hatte, zu Hause angelangt, sosort ihre Mutter auf— 
aesucht und ihr Mitteilung gemacht. 
—„Kind, Kind — aber das ist ja ganz unmnöglich!“ Frau 
von Henning, im höchsten Maße betroffen, konnte nur immer 
wieder den Kopf schütteln. 
„Ein Schauspieler — wie lonntest du denn überhaupt 
nur —? Und er! Es ist ja unerhört, daß er das ohne 
unseren Willen wagte. Ohne ich überhaupt bei uns verge— 
wissert zu haben.“ 
„Mein Gott, Mama — das kam eben so. Es war ja 
jeute die erste Gelegenheit, wo er mich einmal ungestört 
prechen konnte.“ 
„Ganz gleich. Keine Entschuldigung. Ein Mann von Er— 
iehung und Gesinnung tut das eben nicht. Da fiehst du gleich 
den Unterschied. Nimm neulich Klaus Petersen, der wußte, was 
sich gehörte, kam erst zu mir und zum Vater, und dam erst 
hielt er bei Astrid an.“ 
T7och blok eine leere Tormalität. Meinst du etwa. Klaus 
und Astrid wären sich nicht vorher völlig einig gewesen? Und 
ob es nun Blicke sind, oder Worte!“ 
Aber die Mutter konnte von ihren Bedenken nicht lassen, 
venn sie freilich allmählich auch in das Stadium des Er— 
vägens geriet. W 
„Ein Bühnenkünstler — ich komm' und lomme darüber 
icht weg! Gewiß ein erster in seinem Fach, und in seinen 
treisen sehr geachtt ,—¶ — 22* 8 
„Toch auch anderswo, Mama! Wuürde ihn sonst eine 
Prinzessin zu sich laden?“ 
„Ja, ja, gewiß, aber unsere gute Juliane —“ und Frau 
»on Henning zuckte die Achseln. „Wir wollen uns doch nich! 
m unklaren darüber sein, daß man sie bei Hofe nicht recht voll 
zimmt. Mian läßt sie mit ihren Extravaganzen notgedrungen 
ben gewähren, aber im übrigen —— 
„Nun, in Berlin ist Heinz ader nicht minder beliebt. Er 
st doch wiederholt von hoher Stelle ausgezeichnet worden, und 
s schweben bereits Verhandlungen wegen seines Uebertritts 
ur Hofbühne. Ich weiß es doch von ihm selbst.“ 
„Nun gut, mag sein — ich gebe ja überhaupt zu, nach 
mancher Richtuns hän wäre die Sache ia schließklich wobl 
viskuiabel.“ 
Der Mutter fiel ein, was Frau Brencken da neulich erzählt 
jatte. Was diese Künstler verdienen sollten — wahre Minister— 
xhälter. Und auch ihre geseirlschaftliche Stellung in Berlin. 
Man trieb ja dort wohl einen förnilichen Kalltus mit ihnen. 
Und andererseits — es war so schwer, gerade für Gerda 
zu sorgen. Wie oft lag ihr das nicht auf dem Herzen, seit— 
ꝛem sich für fie die Chancen mit Klaus zerschlagen hatten. 
Sie sah ja sornst keine Aussichten für ihre Tochter, und der 
ßedanke. daß das schöne Mädchen nach verblühter Jugend 
einmal in dumpfen Stiftsmauern ihr Leben vertrauern sollte, 
war doch zu schreclich. 
Also wenn sich da nun wirklich für Gerda eine Möglich— 
keit bot — sollte, dürfte man fie ihr benehmen? Nur aus 
Standesvorurteilen heraus? 
Frau von Henning geriet immer tiefer ins Nachdenken 
und die Situation mochte ihr ichließlich wohl doch nicht mehr 
janz so unmöglich erscheinen. Denn wenn sie jetzt zwar auch 
chwer aufseufzte. so erboh sie sich woch
	        
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