Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausqabe AM. 
Tagesbericht. 
LQübeck, 3. September. 
Der Eilbotenlauf der deutschen Turner. Zum Einweihungs⸗ 
cage des Vẽllerschlachtendenkmals bei Leipzig (18. Okt.) werden 
Deulschlands Turner, wie schon berichtet, durch einen Eilboten⸗ 
iauf einen Huldigungsgruß vom Knivsberg an der dägnischen 
Grenze und in Nebenläufen Huldigungen von Ratekau — 
hier kapitulierte Blücher am 7. Nov. 1806 — und der Todes⸗ 
tätte Theodor Körners, Rosenberg bei Gadebuschet. M. über⸗ 
hringen. Die ganze Strede ist reichlich 600 km lang. Dem Kreise 
„Norden“ ist die Aufgabe gestellt, die Laufstrele Knivsberg 
his Lauenburg zu erledigen. Der hamburgische Gau hat für 
die Strede (Altona — Hamburg —Bergedorf— Geesthacht — Schna⸗ 
enbek — Lauenburg) und für den Nebenlauf von Ratekau über 
Schwartau, Lübeck, Ratzeburg, Mölln, Büchen 
iach Lauenburg Läufer zu stellen. Jeder Läufer muß zirka 
300 m zurücklegen. Der Lauf beginnt am 16. Okt. abends 
10 Uhr 17 Min. 
DT. Die Beerdigung im Dienst verfstorbener Soldaten. 
Das Montag erschienene Armee-Verordnungsblats veröffent⸗ 
ucht eine weite Volkskreise interessierende Aenderung der Frie— 
dens⸗Sanitäts⸗Ordnung. Danach werden vom 1. Okt. d. J. 
ab die Kosten der Beförderung der in Friedenszeiten wäh—⸗ 
rend der aktiven Dienstzeit oder während einer Uebung ver—⸗ 
torbenen Unteroffiziere und Mannschaften zur Beerdigung in 
der Heimat von dem Militärfiskus getragen. Von demselben 
Zeitpunkte ab darf den Eltern und nächsten Angehörigen, die 
‚zum Befuch eines schwer erkrankten Familienmitgliedes — Unter⸗ 
offiziers oder Gemeinen — in dessen Standort usw. reisen. 
im Falle der Bedürftigkeit durch die Korps-Intendontur, in 
deren Bezirk der Erkrankungsort liegt, eine Reisekostenver⸗ 
gütung in Höhe der wirklich entstandenen EFisenbahnfarkosten 
dritter oder vierter Klasse — ohne Nebenkosten — Fewährt 
werden, sosern die Reise auf Grund der schriftlichen oder tele— 
graphischen Mitteilung des Garnisonlazaretts usw. über die 
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α 
Der Ahrmacherverband Norden, der Schleswig-Holstein, 
ßamburg und Lübeck, das Großherzogtum Oldenburg und 
einen Teil von Hannover umfaßt, hielt am Sonntag in Kiel, 
hotel Deutscher Kaiser, seinen 3 Verbandstag ab. Aus 
»em vom Vorsitzenden, LackmannAltona, erstatteten Jahres— 
zericht ging hervor, daß die Mitgliederzahl auf 421 ange— 
wachsen ist. Beschlossen wurde, die Handelskammern Altona 
und Flensburg zu ersuchen, bei dem Ministerium die Abände— 
cung der Meisterp üsungsordnung zu b antragen. Die Beiträge 
an den Zentralverband wurden auf 2,50 Meerhöht. Die neuen 
Satzungen wurden in der vom Vorstand ausgearbeiteten Form 
Angenommen. Die Innung Lübed bat um Beantwortung der 
Frage, ob Uhrgläser und Federn als Handelsartikel im land⸗ 
zäufigen Sinne anzusehen seien oder nicht. Diese Frage wurde 
verneint. Zum Vertrauensmann zum Zentralverband wurde an 
Stelle des zurüdtretenden Meinicke-Hamburg Lorenzen-Hamburg 
gewählt. Dem 84jährigen Meinicke wurde das Ehrendiplom 
des Vorstandes des Zentralverbandes verliehen. Als Ort der 
nächstiährigen Tagung wurde Heide i. H. gewählt. Mit der Ver— 
iammlung war die Vorführung einer sprechenden Uhr ver— 
zunden. 
A.B. Der Damenschirm und die Straßenbahn. Man 
schreibt uns: Haben TSie schon eine Dame gesehen, die ihren 
Schirm in der Hand behält, wenn sie im Straßenbahnwagen 
Platz nimmt? Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, daß die Frauen 
dieses nützliche Instrument, das merkwürdigerweise bei dem 
schwächeren Geschlecht immer höher und länger, bei den Männern 
aber immer kleiner und kürzer wird, aus der Hand stellen, sobald 
sie sich gesetzt haben? Ich habe heute alle Straßenbahnwagen, 
die ich benutzte, daraufhin kontrolliert. Man kann es mir 
glauben: alle Damen hielten in der Hand ihre Tasche, aber 
den Schirm hatten sie neben sich gestellt, lose und isoliert .... 
Wie anders wird der männliche Regenschirm behandelt! Sein 
Befitzer zieht ihn zärtlich an sich, legt behaglich beide Hände 
über die Krücke und stützt sich frohgemut auf das treue Regen— 
dach aus Baumwolle, Seide und Draht. Der Grund zu dieser 
unterschiedlichen Behandlung des Regenschirmes ist leicht zu 
finden. Wieder ist es der Rock, besonders der enge Rock, der 
die Frauen daran hindert, sich des Sonnen- oder Regen— 
chirmes auch im Straßenbahnwagen liebevoll anzunehmen. Sie 
tann ihn doch nicht zwischen die Knie klemmen wie solch ein 
Lebewesen mit Beinkleidern — natürlich nicht! Der Rock ist 
schuld daran, daß der Schirm in der Straßenbahn von zarter 
Hand beiseite geschoben wird. Der Ausnahmefall, daß ihn ein 
kluges Weibchen vorsichtig in der Hand behält, bestätigt doch nur 
diese Schirmregel. Gerade vor mir saß eine junge Dame, hübsch, 
intelligent elegant. Sie las — was tun junge Damen in der 
Straßenbahn sonst? Der Schirm mit der hohen Krücke natür— 
lich neben ihr in glänzender Vereinfamung, ohne Halt und 
Stütze. Jedesmal, wenn der Wagen hielt, verlor der Schirm 
das Gleichgewicht und neigte sich zur Seite, aber nicht auf die 
Seite der jnngen, hübschen und eleganten Dame mit dem Reiher—⸗ 
hut, sondern auf die andere Seite. Dort saß ein junger 
Mann, ein blasser Bureaumensch, bescheiden und janft. Der be— 
eilte sich, den nachbarlichen Schirm wieder gerade zu stellen, ein— 
mal, zweimal, dreimal .... Schließlich fiel es auch den anderen 
nauf. Der blaise Bureaumensch lächelte errötend; ich mnßte 
lächeln, alles lächelte. Nur die junge Dame bemerkte nichts. 
Sie las. Ein Weilchen stand ihr hoher, schlanker Schirm fslill. 
Dann kam eine scharfe Kurve, und der Schirm neigte sich 
nicht nur auf die Seite des blassen Bureaumenschen mit dem 
speckigen Samtkragen auf dem Ueberzieher, sondern er fiel auch 
der Länge nach hin. Polternd und klatschend, wie eben ein 
ordentlicher Regenschirm hinfällt. Jetzt erst bemerkte die junge 
Dame ihren Schirm. Ihr bescheidener Nachbar hatte ihn schon 
eilfertig aufgehoben. — „Die olle Straßenbahn — sie fährt 
so schlecht. — — Ich danke Ihnen sehr!“ 
Die Wasserwärme in den städtischen Bad⸗anstalten be— 
trug am 2. Sept. im Krähenteich 20 Grad Cels., auf dem 
Falkendamm 1914 Grad Cels. 
o- Fahrraddiebstähle. Am Sonntag, nachmittags gegen 
b Uhr, ist in Nusse ein Fahrrad, Marfe Kriumph“ abhanden⸗ 
und vermutlich gestohlen worden. Das Fahrrad hat 
chwarzes Gestell ebensoiche Felgen. nach Oben gJebogen: Leut, 
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5oy. Zweit⸗⸗ 
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mittwoch, den 3. Septem'er 1913. 
Morqen-⸗Blatt Nr. 444. 
sange und weiße, etwas abgçestoßene Handgriffe. An dem 
dade fehlt die Satteltasche, die Bremse und das Fabrikschild. 
luf dem Hinterrade befindet sich ein neuer Laufmantel. — Am 
Montag v. W. zwischen 8 und 12 Uhr abends, ist vor einer 
Virtschaft in Moisling ein Fahrrad mit schwarzem Geltell, 
vensolchen Felgen, gerader — rechts eingebeulter — Lenk— 
tange, Freilauf, Rücktrittbremse und den vom Polizeiamt ge— 
ieferten Erkennungsnummern 2453 abhandengekommen und ver⸗ 
nutlich gestohlen worden. 
7o-Vethaftet wurde ein Dienstmädchen von hier, welches 
eine Herrschaft fortgesetzt um Geldbeträge bestohlen hatte. 
Witterungsübersicht für den Stadtteil Travemünde. Der 
Monat August hatte 18 Tage mit Niederschlägen, deren 
esamte gemessene Höhe 66,4 mm betrug. Die größte Regen—⸗ 
ienge innerhalb 24 Stunden fiel am 31. und wurde mit 
4,2 mm gemessen. Am zwei Tagen herrschte Nebel, und Ge— 
zitter traten ebenfalls an zwei Tagen auf, von denen beson—⸗ 
ers das am 31. mit wolkenbruchartigem Regen sehr heftig 
oar. Sturmwarnungen wurden im August nicht erlassen, es 
errschten fast während des ganzen Monats mähige bis frische 
Vinde aus westlicher und nordwestlicher Richtung vor, erst 
/om 26. an trat Nordostwind auf bis zum Schluß des Monats. 
die Temperatur war im August ziemlich niedrig, erst die 
etzten Tage brachten etwas warmes Wetter. Der höchste 
zarometerstand wurde am 26. mit 768, 1 mm und der 
iedrigste am 17. mit 755,0 mm notiert. — Uebersicht der in 
en letzten zehn Jahren in den Monaten August gefallenen 
niederschläge sowie Anzahl der Taae derselben. 
mm Tage mm Tage wmun Tage 
1904: 53,2 15 1908: 89.4 22 1912: 91,0 22 
1905: 62,2 18 1909: 40.7 10 1913: 66.4 18 
1906: 448 13 1910: 105,5 19 
1907· 790 22 1911: 308 d 
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schnell entfernen und wurde durch einen Stoß an die Seite 
geschleudert. Er starb an den Verletzungen innerhalb zehn 
Minuten. 
Sillerup, 3. Sept. Ein Erntewagen vom Zuge 
überfahren. Ein Erntewagen wurde in der Nähe von hier 
heim Ueberqueren des Geseises vom Zuge erfaßt und vollständig 
zertrümmert. Der Kutscher flog in einen Chausseegraben und 
erlett erhebliche Köpfwunden. Die Pferde rissen sich los und 
lieben unverletzt. 
Lauenburg. 
S Ratzeburg, 3. Sept. Unsere Domkirche ist 
etzt um ein rechtes Prunkstück reicher geworden. Die beiden aus 
atholischer Zeii stammenden Altarflügel mit den ca. Um großen 
Figuren der Apostel, die seit vielen Jahren im Seitenschiff 
inen kläglichen Anblich gewährten, sind von Künstlerhänden 
vürdig restauriert wordemn. Die Bildhauerarbeiten an den Fi⸗— 
uren und die Schnitzarbeiten an den Flügeln sind vom Bilde 
auer Heét, Flensburg, und die Malerarbeiten und vielen Ver— 
soldungen von Maler Schomann, Charlottenburg, wiederherge⸗ 
tellt und ausgeführt worden. Ihren Platz werden die beiden 
Flügel vor dem jetzigen Apostelschtank, links vom Altar, finden, 
vo sie auch in alten Zeiten ihre Stelle hatten, da dieser 
-zchrank in alter Zeit der Altar war. In diesen Tagen wird 
nit der Befestigung begonnen werden, was nicht leicht sein 
ürfte, da der alte Schrank diese schwere Last ohne besondere 
borrichtungen wohl kaum tragen wird. 
Großherzo atumer Medlenburg. 
Schwerin, 3. Sept. Das Sedanfest in Verbindung 
mit der 100jährigen Gedenkfeier an die Befreiungs— 
riege trug das Gepräge einer großen geschichtlichvaterländi— 
chen Feier. Im hästorischen Festzuge erschienen Gruppen 
on Soldaten von 1813 in der Uniform der Lützower Jäger, Gre— 
radiere usw., denen ˖ eine große Reihe von Prunkwagen 
ius Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft folgte 
das Großherzogspaar, die Großherzogin-Witwe Marie 
ind die Großherzogin von Oldenburg nahmen von 
zchloßaltan den Vorbeimarsch des Zuges ab und begaben 15 
ann in den Schloßgarten, wo ein Sta dion hergerichtet war, 
uf dem turnerische Vorführungen und altmechlenburgis X 
zauerntänze in Originalkostümen vorgeführt wurden. 
unge Tamen verkauften „Vivatbänder“ zum Vesten bilfsbe— 
ürftiger Veteranen. Am Sonnabend abend fand an den Ufern 
es Burgsees, der bengalisch beteuchtet war, eine Vorfeier statt, 
er Tausende beiwohnten. Von dem Balkon eines Haufes an 
»er Beaugencystraße hielt der Tomprediger Meltzer eine An— 
prache, die in ein Hoch auf das deutsche Vaterland ausklang. 
die vereinigrn Männergesangvereine sangen' das Niederlaändische 
Dankgebet und andere vaterländische Weisen und die Stadt— 
kapelle konzertierte. — Der Herzog und die Herzogin 
bon Cumberland trafen Somtag hierselbst ein und sehten 
Isbald mit dem Großherzog und der Großherzogin die Weiter⸗ 
reise nach Heiligendamm fort. Von dort sind die Cumberländer 
Montag zu einem Besuch an dem königlichen Hof nach Köpan;— 
agen gefahren. 
7* Rostock, z3. Sepyt. Der Kurhausbau in War— 
remünde, der schon 10 Jahre die Baͤrgervertretung be— 
chäftigt, stand Montag abermals auf der Tagesordnung. Nach— 
dem de Bürgervertretung im Vorjahre die Kosten von 2000 
Mark für die Pläne eines Kur— und Lesesaales usw. die 35 000 
Mark Kosten erfordern sollen, nicht bewilligte, kam die Ange⸗ 
egenheit ins Stocken. Montag ürurde auf Veranlassung des 
dats aufs neue über den Punkt verhandelt, aber kein definitiver 
zeschluß gefaßt, da, wie früher, die Meinungen darüber aus— 
inandergingen, ob ein Kurhaus ron der Stadt oder Privaten 
rrichtet werden soll. Die Angelegenheit wurde deshalb einem 
besonderen Ausschuß überwiesen. 
88 Grevesmühlen, 3. Sept. Die Feier des 
Zzedantages wurde Montag abend durch einen Kommers 
»es Kriegervereins eingeleitet. Am Dienstag morgen fanden 
S„chulfeiern statt; in der Mittagsstunde war Konzert auf dem 
Marktplatze und am Nachmittage bewegte sich ein Festzug durch 
die Stadt nach dem Kriegerdenkmal. Später warten Konzert, 
Volks⸗ und Kinderbelustigungen und Ball im Schützenhofe. 
⸗bRehna, 3. Sept. Zur Erinnerung an den 
lorreichen Tag bei Sedan fand Dienstag in der Privat— 
chule eine Feier mit Deklamationen, Gesang und Festrede statt; 
an dieser Feicr nahmen auch die Eitern und so astigen Familien— 
Mlieder teil. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die neuen 
zchulräume und Einrichtungen besichtigt. Zur Vorfeier des 
edantages sah man Montag abend mehrere Feuersäulen am 
stlichen Himmel, welche von dem Abbrennen mehrerer mächtiger 
reudenfeuer in der Moedendorfer Graffchaff herrnhrt. 
b. Siaditheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt man 
ins Unterhandlungen mit Prof. Max Reinhardi, deren 
Abschluß unmittelhar bevorsteht, werden ein interessantes Gast 
piel von Vollmoellers „Mira kel“ zum Resultat haben, Voll— 
noeller und Humnerdind haben sich zusammengetan, um hier ein 
Werk zu schaffen, das von den stärksten Antrieben des Lebens, 
»on religiöser Ekstase und schrankenloser Sinnenlust sein dra— 
natisches Leben erhält. Eine Marienlegende bietet die Grund— 
age zu den tie!, nach innen gekehrten Wirkungen. Der Stoff 
ehandelt die alte Sage von der jungen Ronne, die dem 
dloster entslieht und aus Lebensstürmen nach, Jahren fündigen 
reihens dorthin zurückkehrt. Dieses Werk hat aber erst die 
ns Gigantische gesteigerte Regiekunst Max Reinhardts freizu— 
aachen vermocht. Er hat die in der Dichtung und Musif schium⸗ 
nernden Kräfte geweckt und ist ein Mitschaffender gewordeͤn, auf 
essen Konto ein Großteil des Erfolges, den das Werk bisher 
rzielte. gebucht werden muß. Bewundernswert an diefer Regie— 
rbeit ist vor allem die Verwendung der Massen, die eine bishert 
ngeahnte Wirkung, auslösen. Reinhardt wird also mit seinen 
ekorglionen und seinen Schauspielern bei uns gastieren und 
en Lübedern dieses Werk in seiner Inszenierung porführen, 
s sei deshalb schon jetzt auf dieses hochinteressante Ereianis in 
er lbommenden Spielzeit hingewiesen. Die Meldefrist für 
tages⸗ vnd rerlönliche Abonnements ist abgelaufen. Vie 
direktion sieht sich jedoh infolge der noch täglich einsaufenden 
Zestellungen veranlaßt, die Frist his Sonnahend, den 6 Sept. 
u verlängern. 
vp. Das 3. Stiftungsfest des Ortsverbandes Deutscher Be— 
ufs feuerwehrmãnner findet, wie schon berichtet, am 12. Sept. 
m Konzeotihaus Flora statt. Zur Aufführung gelangen ein 
debensbild „Durch Rauch und Flammen“ in 2 Aklen von Herbert 
Wolter und „Feuermanns Freud und Leid“, 6 lebende Bilder 
nit verbindendem Text von Paul Evers. 
b. Religiöse Seibstworträge. In den diesjährigen Vor— 
rägen Terden folgende Themen behandelt werden: „Jesus und 
ie Ewigseit“. „Jesus und die Freude“, „Jesus und das Leid“, 
„Jesus und die Sünde“, „Jesus und die Arbeit“. Die Vor— 
räge, finden statt am 14., 21. und 28. Okt., sowie am 4. und 
1. Nov., abends 814 Uhr, in der Aula des Johanneums. 
b. Anmeldung zur Gesellenprüfunga. Die nicht bei einer 
Innung eingeschriebenen Handwerkslehrlinge und auch aile In— 
ustrielehrlinge, deren Lehrzeit Michaelis d. J. apläuft und 
ie sich der Gesellenprüfung vor den Prüfungsausschüssen der 
Fhewerbekammer unterziehen wollen, haben ihre Anmeldung, bis 
wätestens den 16. September unter gleichzeitiger Einzahlung 
ern Prüfungsgebühr im Geschäftszimmer der Gewerbekammer. 
Breife Etraßke 271. einaureichen “S. Inserat.) 
Schles win⸗Holstein. 
Kiel. 3. Sert. In 30 Jahren 700000 See— 
neiln zurückgelegt. Kapitän Raloff führt jetzt 
0 Jahre einen Dampfer der deutschen Postlinie Kiel —Korsör. 
zin dieser Zeit hat er fast 700 000 Seemeilen zurückgelegt. 
das ist »ein Ereignis in der Geschichte deutscher Handels—⸗ 
chiffahrt, da der Fall bisher einzig dasteht. Er hat die 
entwicklung der Postdampischiffahrt zmischen Kiel und Däne— 
nark mitgemacht. 
Segeberg, 3. Sept. Bei den schweren Ge— 
Bittern. die Sonntag nachmittag Segeberg und Umgegend 
eimgesucht haben, ist in Klein-Könnau die Frau des Kätners 
Bulf vom Blitz erschlagen worden. Ein kalter Schlag traf 
as Haus des Kätners Wulf, in dem sich W., seine Frau 
ein Sohn. sein Enkelkind und mehrere andere Versonen be— 
anden. Der Blitz traf die Frau Wulf. die auf der Stelle 
etötet wurde. die übrigen Personen wurden betäubt, erholten 
ch aber später wieder. W. hatte soviel Kraft, aus dem 
»aus herauszukriechen, während der Sohn die tote Mutter 
inaustrug. Das giährige Enkelkind, für dessen Leben man 
nsangs fürchtele, hat sich inzwischen wieder etwas erholt, 
daß es hoffentlich keinen dauernden Schaden davontragen 
ird. Der Blitz ist durch die Decke gefahren, hat den in 
er Mitte des Zimmers stehenden Tisch getroffen, eine Wand 
twas beschädigt und mehrere Fensterscheiben zertrümmert. 
iugenzeugen berichten, daß das Zimmer plötzlich voller Feuer 
ewesen sei, dann sei ein furchtbarer Donnerschlag erfolat. 
— Auch in Klein-Niendorf ist durch einen Blitzschlag Schaden 
ngerichtet worden. Ein Blitz fuhr in die Telephonleitung 
uf dem Schießstande des Segeberger Schützenvereins und 
erstört: sie. Die beiden Leute, die sich in den Deckungen 
eianden. wurden durch den gewaltigen Luftdrud zur Seite 
eschleu dert, kamen aber ohne ernsten Schaden davon 
Elmshorn, 3. Sept. Ein Zug in eine Arbeiter— 
olonne gefahren. Sonnabend nachmittag fuhr auf dem 
iesigen Bahnhof beim Einbiegen in eine Weiche der leere, von 
Tauenhof zurückkommende Schülerzug in eine dort beschäftigte 
rbeiterkolonne, die den Zug nicht früh genug bemerkt hatte. 
der Rottenarbeiter KRröger aus Fainhoslz konme sich nmicht so 
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Man begreife das ungemein Bedeut⸗ 
same der merkwürdigen Wirkungsweise 
es Odols. Während andere Mund- und 
Zahnpflegemittel, soweit sie für die tägliche 
Zahnpflege überhaupt in Betracht kommen, lediglich 
während der wenigen Sekunden des Mundreinigens 
ihre Wirkung ausüben, wirkt das Odol noch Munden⸗ 
ang, nachdem man sich die Zähne geputzt hat, nach. Durch diese 
sanß eigenartige Dauerwirkung des Odols werden die zahnzerstörenden 
härungs⸗ und Fäulnisprozesse im Munde stundenlang gehemmt 
Jezw. unterdrückt. 
Preis: !/, Flasche (Monate ausreichend) M. 1,50, 
U. Flalche M— 8* 
19819
	        
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