Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wöchentlich 18mal Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis für das Vierteljahr 3,30 Mark ein schließlich 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Poft bezogen ohne 
—AR Einzelnummern 10 vis. 
Anzelgenpreis Ausgabe 4 und B) für die 
eile 20 Pfs. Aleine Anzelgen (Arbeitsmartkt usw) 
Pfg. fũr Auswaͤrtige 80 Pfg. s. Geschãftl. Wut⸗ 
Aungen 1 Mt. d. Zeile. Tabeilen⸗ u schwieriger 
Satz den Anforderungen entsprechend hoͤber. 00 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lũbed 163. Jahrgang Nachrichten für das herzogtum Tauennurg, du 
Seiblatt: Gesetze und Verordnungsblatt 882 — Furstentümer Ratzeburg, Lubeck und das angren 
äöO—αSO—SSσσο eet — —— zende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Orud und Verlaga: Gebrüder Botchers G. m. b. S. m Lübed. — Geschäftsstelle Aorrous (nigstr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
Morgen⸗Blatt KRr. 444. 
Mittwoch, den 3. September 1913. 
Biatt. 
I,,e ⏑⏑ · p — 
dittliche Grundsätze im vVerkehr der Nationen. 
Vor einer Versammlung zahlreicher Rechtsgelehrter aus den 
Vereinigten Staaten und Kanada hielt in Montreal der 
dordgroßkanzler und Großsiegelbewahrer von Großbritannien, 
Viscount Haldane, eine längere Rede über die zu⸗ 
rehmende Berüdsichtigung sittlicher Grund— 
ätze im Verkehr der Nationen untereinander. 
Er führte dabei u. a. aus: Es sind Anzeichen dafür vor— 
janden, daß die besten Persönlichkeiten in den besten Nationen 
nicht mehr wünschen, in einer Welt voll selbstsüchtiger Forderungen 
u leben und bei jeder Gelegenheit zu verkünden: HOur country. 
eight or wrong! Es wächst die Neigung, zu alauben, daß 
es nicht nur für alle Menschen, sondern auch für alle Völker 
zut ist, den Standpunkt ihrer Nachbarn so qut wie ihren 
rigenen zu berücksichtigen. Zum mindesten tritt die Neigung 
n Erscheinung, ein gröhßeres Maß von Idealismus in den 
nternationalen Beziehungen anzustreben. Möge sich Jolcher Geist 
u einer vollen internationalen Sittlichkeit entwickeln. Zu— 
eiten gibt ein gemeinsames Interesse einiger Nationen den 
Hedanken und Taten einen sozialen Charakter. worgus sich 
ann schließlich ein Vertrag kristallisiert, der seinerseits wmiederum 
den Prozeß fördert. der ihn entstehen ließ. Wir sehen dies 
im Falle Deutschland-Oesterreich und im Falle 
Rußland-Frankreich. Zuweilen entwiceln sich freund⸗ 
chaftliche Beziehungen, ohne sich zu einem allgemeinen Ver— 
rag zu kristallisieren. So war dies der Fall zwischen meinem 
Lande und, Frankreich. Wir haben kein Uebereinkommen ge⸗ 
trossen. außer einem zur Schlichtung alter Streitigkeiten über 
zestimmte Gegenstände, ein Uebereinkommen, welches nichts mit 
Krieg zu tun hat. Nichtsdestoweniger ist, seit in diesem 
lebereinkommen ein Zeugnis der Bereitw'lligkeit gegeben war, 
owohl zu geben als zu nehmen und in stetiger Verständigung 
ind Hilfsbereitschaft zu bleiben, zwischen Frankreich und 
kngland eine neue Art des Empfindens er— 
vachsen, die eine Realität ist. Sie ist noch jung und kann 
jum Stillstand kommen oder sich vermindern. Aber ebenso⸗ 
zut kamn sie vorwärtsschreiten und wachsen, und es ist ernst⸗ 
ich zu hoffen, daß letzteres der Fall sein wird. Die jüngsten 
Ereignisse in Europa und der Weg. auf dem die Großmächte 
uammengearbeitet haben, um den Frieden von Europa auf—⸗ 
recht zu erhalten, als ob sie eine Gemeinsamkeit bildeten, 
weist guf die et hischen Möglichkeiten des „Gruppen— 
nstems“ hin, welches eines ernsthaften Studiums der Staats⸗ 
nänner sowohl wie der Gelehrten wert ist. Die „Sittlich— 
eit“ die selbst zwischen Völkern, die in loser Verbindung 
stehen, sich entwickeln kann, scheint eine Sanktion zu inter⸗ 
nationaler Verpflichtung zu versprechen. 
Deutsches Reich. 
Ein neues Zeitungsunternehmen. Der Vorwärts ver— 
iffentlichte in seiner Montagsmorgenausgabe unter der Auf— 
hhrift Ein imperialistisches Zeitungsunternehmen“ spaltenlange 
MNitteilungen über die Begründung eines Blattes. das den 
ditel tragen soll „Zeitung der Zeitungen, Tägliche 
Veltübersicht der internationalen Politik, Kultur und Wirt-— 
haft“. Zur Finanzierung dieser Zeitung, deren Abonnements— 
reis 300 Mebetragen soll, hätten außer den Großbanken, den 
roßen Reedereien. Schiffahrtsgesellschaften, Exporthäusern usw. 
ingeblich auch verschiedene Ministerien und das Auswärtige 
lmt beigetragen. Wie erlautet, beschränkt sich die Beteili— 
ung des Auswärtigen Amkes auf die Sergabe der auch 
n Vorwärts angegebenen 1000 M. Indessen ist hiermit nach 
nserem Eindruck keineswegs eine Identifizierung dieser Be⸗ 
örde mit dem geplanten Unternehmen beabsichtigt gewesen. 
zielmehr scheint man amtlicherseits von einer völligen Zurück 
altung gegen diese Gründung nur deshalb abgesehen zu haben, 
ꝛeil der Herausgeber durch das neue Organ und die ihm 
nzugliedernden „europäischen Briefe“ einer gerechteren Wür— 
igung der deutschen Politik und wirtschaftlichen Leistungsfähig— 
eit im Auslande den Boden zu ebnen beabsichtigt. Ange⸗ 
chts der bekannten Verleumdung Deutschlands durch aus—⸗ 
indische Telegraphen- und Preßbureaus hat man amtlicherse'ts 
renigstens den guten Willen gegen das neue geplante Unter— 
ehmen bekunden wollen, jedoch besteht unseres Wissens keine 
ussicht. daß über diese Grenze hinausgegangen wird. Der 
zorwärts veröffentlicht nämlich gleichzeitig ein von Parla⸗ 
sentariern (darunter angeblich Abg. Bassermann und der frühere 
bg. Stresemann) an den Staatssekretär v. Jagow ger'chtetes 
ichreiben. In diesem Schreiben, dem auffälligecweise das Ta— 
am und die Unterschrift bezw. Absender fehlen, wird das 
luswärtige Amt um weitere Geldmittiel und ferner darum ge— 
eten, alle Botschaften, Gesandtschaften und Konsulate zum 
bonnement auf die Zeitung der Zeitungen anzuhalten. Man 
arf (die Echtheit dieses Schreibens vorausgesetzt) als sicher 
nnehmen. daß eine derartige Zumutung, die dem Reiche viele 
ausender von Mark kosten würde, ohne weiteres abgewiesen 
„erden wird. zumal unsere auswärtigen amtlichen Vertreter 
uch noch ihren örtlichen Einfluß zur Propagandierung dieses 
Unternehmens benutzen sollen. Man wird einer solchen Zu— 
äckhaltung der hiesigen amtlichen Stellen gern zustimmen, weil 
insere Auslandsinteressen weit mehr eine Reform des tele— 
caphischen Nachrichtendienstes im deuischen Sinne erfordern, als 
ie Gründung einer neuen Tageszeitung, deren voraussichtliche 
eiter den persönlichen und politischen Befählgungsnachweis 
ir eine derart wichtige Aufgabe jedenfalls erit zu erbringen 
ätten. 
Ein mäßiger Zeutrumssieg. Die Sonntagswahl im nie— 
erbayerischen Reichstagswahlkreise Landshut hat mit dem 
ziege des Zentrums im ersten Wahlgange geendet. Das 
var in dieser Zentrumshochburg mit 99 6 katholischer Bevölke— 
Anq vorauszusehen. Und dennoch hat das Zentrum keine Ur— 
ache Triumphgesänge anzustimmen. Denn es hat gegenüber 
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der Hauptwahl vor 13 Jahren mehr als 2000 Stimmen verloren, 
»ährend der bauernbündlerische Gegner mit volksparteilicher 
Interstützung um 1500 Stimmen mehr erhalten hat. Der ganze 
entrümsvorsprung ist von früher 7200 auf rund 3000 Stim- 
en zusammengeschrumpft. Geht die Entwidlung so weiter, 
ↄ wird die Landshuter „bombensichere“ Zentrumsfeste in abseh— 
arer Zeit erobert werden. Die Sonntagswahl, die so viele 
zläubige gleich nach dem Kirchgang in geschlossenen Zügen 
ur Wahlurne gehen ließ, hat keine überraschenden Vorteile 
ir das Zentrum gebracht. Die Sozialdemokratie ist ebenfalls 
rotz des arbeitsfreien Wahltages um 300 Stimmen zurück— 
egangen. Diese auffällige Erscheinung gehört in die Reihe der 
ielen sozialdemokratischen gleichartigen Wahlverluste bei Er— 
itzwahlen seit 1912. Sie gibt aber den bürgerlichen, Gegnern 
och lange keinen Grund zur Sorglosigkeit, denn auch diesmal 
ieder tritt sie in einem Wahlkreise auf, wo von vornherein 
ir die Sozialdemokratie nichts zu gewinnen war. Wo sie 
agegen den Sieg zu erringen hoffen kann, da wird die Arbeite- 
artei auch in Zukunft äußerste Anstrengungen machen und 
hre Stimmenziffern steigern. Bauernbund und Volkspartei haben 
llein Ursache, die Landshuter Wahl auf der Gewinnseite zu 
uchen, auch wenn sie mit 4920 gegen 10 000 Zentrumsstimmen 
weite Sieger geblieben sind. 
Ausland. 
Mexiko. 
Die finanzielle Lage UÜeber die mißliche finanzẽelle 
age der mexikanischen Regierung macht der merxikanische 
——— 
eft der Monatsschrift einsge interessante Mitteiiungen.Er 
onstatiert, daß in den meisten Sigaten die Aufstandsbewegung 
rũcdgegangen sei, und fährt fort: Die Schwierigfen liegt 
ur die Regierung guch weniger in der Macht der Redolutig 
äre als in den finanzierlen Berhäitnisfen; va— 
urch, daß,. die erste effektiv gewordene Auleihe ur, 60 Mil⸗ 
onen Vesos betrug. von denen sofort 40 Wiislionen an 
peyer Brothers in Newyork gezahlt werden mußtn. haben 
ch die Geldmittel der Regierung sehr verringeri, Die franzs 
schen Bankiers haben fich für den Rest voön 40 Millionen 
3fund Sterling nur zwei Opltionen gesichert, von denen dee 
rste in sechs Monaten fällig wird. Der größte Uebelstand 
it dabei. daß sich auch die regelmäßigen Eintünfte der Renie⸗ 
ung stark vermindern dadurch daß so vieie Bexgwerke still⸗ 
iegen und daß, der Export in erschredender Weise abge— 
ommen hat. Fast 50 00 des Gesamtexports bestehen in 
MNetallen und Erzen. und diefer hat zum rößten Teil auf⸗ 
ehört teils, weil die Bergwerke nicht arbesten können. teils, 
veilgdie Hüttenwerke keine Kohlen erhalten und teils. weil 
ie Produkte nicht verfchifft werden können, Eine Folge da⸗ 
on ist. adaß der Weschsekurs gegenwärtig außerordentitqh 
Hechtstehtz er ist für Deutshrande bon 210 
.77, M ¶f7. Juli) gesunken und wird wohl noch weiter 
Eruntergehen., falls nicht eine, schleumge Befserung einnit 
Zie Banken haben im Auslande keine Geldoorräte, auf, die 
e Nehen fönnten, daraus ergibt sich das eigenartige Ver— 
ältnis daß der Weghhfelkurs dedeutend schlechter ist, als der 
5s Silberpesos, welcher bei den heutigen Silherpreisen einen 
Bert von etwa 2Mrepräsentiert die Regierung wird 
Ho alles tun müssen um, den Erport wieder zu heben, und 
u diesem Zweck müssen die Bahnen unbedingt wieder be— 
riebsfähbioe gemacht perden“ 
Theater, Kunst und Wißssenschaft. 
C.. Oskar Wildes „Dorian Gray“ als Drama. Aus 
dondon wird berichtet: Auf der Bühne des Vaudeville-Theaters 
»at nun Dorian Gray, der Held des berühmten Wildeschen 
Zuches, als dramatische Gestalt debütiert. Constant Lounsberry hat 
die schwierige Arbeit übernommen, das Woerk zu einem Buhnen⸗ 
tücke umzuformen, und was er an glänzenden Aobohyris men 
und geistreichen Bemerkungen sür das Theater retten konnte, 
hat er auch gerettet. Wenn die tiefere Wirkung trotzdem 
nusblieb, so erklärt sich das durch die Unmöglichkeit, die phan— 
astische und sprunghafte Psychologie Wildes im Rampenlicht 
Naubhaft zu machen. Das Stüd folgt in allen Zügen der 
Vorlage, das Hauptmotiv wird volltönend angeschlagen, fast 
alle im Buche gestalteten Einzelheiten sind auf die Bühne ge—⸗ 
bracht, man erlebt die Beziehung Dorian Grays zu der armen 
Sibyl Vane, sieht ihn unter dem Einflu Lord Henrys immer 
riefer sinken, bißs zjur Ermot dung des Künstlers wobe; 
dann die Beseitigung der Leiche mit groker Umständlichkeit zur 
Tarstellung kommt. Aber schon noch den ersten Sildern gerät 
ie Bearbeitung immer stärker in das Fahrwasser des Melo— 
»ramas, das schließlich an der Aufgabe, das Grausige glaubhaft 
u machen, versagen mußk. Den Dorian Grahy spielte der als 
bartner Sarah Bernhardts bekannt gemordene Tou Tellegen 
nit etwas derben Alkzenten, während Franklin Dyall den 
Lord Henry ausgezeichnet verkörperte und in Julia James 
ils Sibyl Vane eine sehr gute Partnerin fand. Es aab trotz 
allem lebhaften Beifall. 
58* Das Hamburger Stadttheater eröffnete Sonntag, den 
31. Aug., die Spielzeit 1913,14 mit Wagners „Walküre“, 
vährend Montag, den 1. Sept, „Auda“ mit dem neuver⸗ 
oflichteten Frl. Easton von der Verliner Hofoper in der Titel⸗ 
»artie in Szene ging. Die Künstlerin hat damit aroßen Erfolg 
Jehabt. Maclennan, ebenfalls von der Berlinet Hofoper für 
das Hamburger Stadttheater verpflichtet, sang den Rihadames 
ehr vornehm. Es war im übrigen alles bei der voriährigen 
Besetzung geblieben. Und so gab es wie im Voriahre eine 
prachtvolle Aufsührung des Werkes. Kapellmeister Gott 
)ardt dirigierte mit umsichliger Energie, mit leihter Hand. 
Die Neue Oper in Hamburg brachte am zweiten Tage nach 
der Eröffnung am Sonnabend ihre erste Neuheit „Der 
Zuhreigen“ von Wilhelm Kienzl heraus und erzielte damit 
benfalls einen groken Erfolg. Die Aufführung, die das 
berk unter Kapellmeister Gottlieb erfuhr, war durchweg vor— 
efflich. Das Orchester elastisch, voll blühenden Klangs, voll 
razie und voll Energie. Die außerordentlich schwierigen Chöre 
angen frisch und lebendig. Frl. Schlemüllet war eine reizende 
zlanchefleur — vornehm in Ton und Gebärde, Herr Wasch- 
iann lieh seinem Primus Thaller überzeugend warme Töne 
hne Sentimentalität. Die szenische Ausstattung der drei Atte 
ot ebenso viele lebensvolle, prächtige Bilder. 
Das Bremer Stadttheater, das wieder unter der Direktlon 
es Hofrats Ottto steht, eröffnete die diesjährige Spielzeit 
nit einer sehr geschmackvollen Neuéinstudierung von Körners 
Zriny“ zur Erinnerung an den 100. Todestag des helden— 
ütigen Dichteriümglings. Auch der zweite Abend stand im 
eichen einer Gedächtnisfeier zu Ehren Goethes, dessen selber 
ꝛgebenes Trauerspiel „Stella“ die zahlreichen Zuschauer mit 
rnst und Würde entgegennahmen. Voran ging der Einaklter 
Zie Geschwister“. Leiter der Aufführung war Wladimir 
aͤrgens, der sich seiner Aufgabe mit Liebe und Sorgfalt 
aterzogen hatte. Als erste Schauspielneuheit werden am 
.Sept. Herbert Eulenbergs „Ernste Schwänke“ gegeben. Die 
lraufführung von Kurt Küchlers Lustspiel „Die goldene Locke“ 
indet Mitte dieses Monats statt. Der Opernspielplan brachte 
As erste Oper Wagners „TDannhäu ser“ mit dem bewährten 
llois Hadwiger in der Titelrolle. Der Sänger ist auch für 
en „Parsifal“ ausersehen, der am J. Januar 1914 in 
zzene gehen wird. In Bremen wurde, wie auch anders—⸗ 
oo geschehen, von Freundender Musik Wagners 
ine namhafte Summe Geldes aufgebracht, um 
em „Parsifal“ eine möglichst würdige Ausstat— 
ung zu sichern. 
Im Bremer Schauspielhaus gefiel bei glänzender Auffüh⸗ 
ung Ilgensteins „Kammer musik“ außerordentlich. 
Prof. Dr. Max Regers neueste Komposit'on ist eine Ballett— 
zuite für Orchester. Das Werk kommt im Januar-Konzert der 
Zerliner „Gesellschaft der Musilfreunde“ zur Uraufsührung. 
* Die Köner Opter erösfnete am Sonnt.g, dem 31. Aug., 
je Spielzeit 1913/14 mit Wagners „Lohengrin“, nachdem im 
Ammer die im Zebruar verbrannten neuen Dekorationen der 
etzten Neuinszenierung in ater Schönheit wieder hergestellt 
vorden sind. Die Titelrolle sang Winchelshoff, die 
ẽlsa Frl. Wolff. Kapellmeister Brecher dirigierte — Im 
döhner Schauspielhaus bildete der erste Abend eine Erinne— 
umgsfeier für Theodor Körner. Es wurde des Dich— 
ers Trauerspiei „Iriny“ neu einstudiert gegeben. 
Tas Münchener Mesothorium-Kenzert. Das Freitag unter 
Teilnahme des Prinzregenten gesellschaftlich und künstlerisch 
zlänzend verlausene Mesothorium-Konzert in München brachte 
ine definitive Reineinnahme von über 24000 M. Es wirkten 
olgende allererste Künstler mit: Bosetti, Dr. Bary, Bender, 
ahier, Slezak, Fay, Perard-Petzl, Max Kraus, Feinhals, 
darl Braun, Morena, Knote als Sänger und Possart als 
dezitator. Prof. Zilcher, Anton Schlosser wirkten als Begleiter 
ind Alexander Dillmann als Wagherinterpret am Flügel mit. 
O.K. Dee Hundertjahrfeier eines 1ngar schen Geisteshelden. 
zine große Gedenkfeier, an der sich die literarishen und ge— 
ehrten wie die politischen Kreise Ungarns in gleicher Weise be— 
eiligen werden, wird am 3. September den 100. Geburtstag 
es Barons Josef Eötvös verherrlichen. Eine von den edelsten 
zdeen beseelte vorbildliche Gestalt, deren segensreiches Wirken 
ür die ungarische Kultur noch heute ihre Früchte trägt, tritt 
amit wieder in den geistigen Gesichtslreis ihrer Laudsleufe. 
Künftlernachr Hien. Die Kgl. Kammersängerin Adriennme 
.Kraus-⸗Osborne erhielt vom Kaiser zur Erinnerung 
in ihre Mitwirkung an der Kelheimer Jah:hundertfeier eine 
Zrosche in Brillanten und Rubinen mit Namenszug und Krone. 
- Ida Roland, der Star der Münchener Kammerspiele, 
dlange diese unter Dr. Roberts Direktion standen, wird von 
er deutschen Bühne abgehen und nach berühmten Mustern ihr 
zlück auf amerikanischen Varietébühnen suchen. — Kammer⸗ 
inger Sebastian Sofmüller ist am 1. Sept. von 
er Bühne zurückgetreten. Er war einer der hekanntesten 
lenorbuffos und zeichnete sich vor allem als Mime und 
anid aus, den er u. a. auch wiederholt in Bayreuth gesungen 
at. Er wirkte an den Hoftheatern zu Darmstadt, Dresden, 
achwerin, zuletzt seit über zehn Jahren in München,. wohin ihn 
ermann Zumpe berufen hatte
	        
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