Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erschelnend Bezu gs⸗ 
preis für das Vierteljahr 3,30 Mark elnschließlich 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 163. Jahrgang Uachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetze und Verordnungsblatt R2 Fursteniũmer Ratzeburg, Lübeck und das angren 
ιασιεσεε-σ-εσ-σ-σσασσp— ——— —— — —— zende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Druck und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. 8. m Lũbeck. — Geschãftsstelle Adresdaus Göoniastr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
Dienstag, den 2. September 1913. 
Norgen⸗Blatt AUr. 442. 
Erstes Blatt. hierzu 2. Biatft. 
Umfang der heutigen NRummer 8 Seiten. 
cichtamtlicher Celii. 
— 
nit Sedan und Versailles die Reife, daß wir ernten konnten, 
vas unsere Väter gesät. Angesichts der Worte, die Kaiser 
Wilhelm dort an die Provinz richtete, angesichis überhaupt 
er Tatsache, daß ein deuischer Kaiser zusammen mit seinem 
ßolt diesem Erinnern leben kann, steigt um so heißer die Dank— 
arkeit aus für die Männer von 1870, die das erfüllt, 
ꝛas ihre Väter 1813 begonnen. Es kuüngt aber auch aus 
zreslau erneut dasselbe Wort, das Kaiser Wilhelm dort vor 
jeben Jahren sprach, das Wort: „Echwarzseher dulde ich nicht“. 
dieser Optimismus, den der Kaiser auch für die Zukunft hegt, 
er erneut aus den Worten spricht, mit denen er die Veteranen, 
zoldaten und Jungschlefier zu Bürgen dafür anrief, „daß wir 
us den Blid in die Zukunft nicht trüben zu lassen brauchen“, 
ijeser gesunde Optimismus, er soll Leitstern sein auch weiterhin 
nserem Volke, das sich seiner Kraft bewußt ist. Auch 1813 
ab es Schwarzseher, freilich weniger im Volke als unter den be— 
ufenen Führern, aber das Volk duldete sie nicht, es zog sie mit 
ort und riß sie mit hin durch die Kraft seiner Begeisterung 
ind durch sein großkes Woslen. Und Sedan gab denen, die 
in Deutschiaud glaubten und an die hohen Aufgaben, die es in 
der Welt zu erfüllen hat und dereinst noch zu erfüllen haben wird, 
ꝛecht. Unvergängtiches erwuchs aus 1813, Unvergängliches wurde 
zeschmiedet aus Blut und Eisen vor Sedan. Unvergänglich soll 
s bleiben, solange Deutsche sich dessen bewußt sind, was sie 
zroß gemacht hat und stark: Einigkeit und Recht und 
Freiheit! 
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Zur Körnerfeier schreibt der Kladderadatsch: Neuerd'ngs 
ind in Deutschland Postkarten mit Darstellungen aus dem Leben 
heodor Körners herausgegeben worden, deren Bilder Unter⸗ 
chriften in französischer Sprache tragen. So liest man aub 
er einen, die einen angreifenden Reitertrupp zeigt. in dessen 
Nitte mit geschwungenem Säbel Körner selbst reitet: „Invo- 
ation de Körner au Dieu des Patailles“, während die an— 
»ere, auf der man den sterbenden Dichter erkennt. die Aufschrift 
rägt: „Adieu à la vie de Körner“. Leider hat der edle Mann. 
er diese Karten herausgibt, seinen Namen nicht genannt, 
och findet sich auf der Vorderseite noch die Mitteilung „Prin- 
ed in Germany“. In dieser Anwendung fremder Soprachen 
ffenbart sich eine so großartige Gesinnung, daß man nicht 
nüde wird, sie zu preisen. Hier hat ein Deutscher wieder ein⸗ 
nal bewiesen, daß ihm kein Kampf zu schmer ist, nicht einmal 
er gegen sich selbst. Der Herausgeber dieser schönen Karten 
at seinen Stolz niedergerungen, er hat sich selbst hesiegt. 
Das ist bekanntlich der schwerste Sieg, und wir könnten diesen 
heroischen Landsmann nicht genug feiern, wenn nicht leider ein 
Imstand in Rechnunrg zu stellen wmöre: sein Gegner in den 
jeißen Kampfe war bedauerlicherweise ein ganz trauriger, schlaprer, 
eiger Geselle, ziiner von denen, auf die Theodor Körner das 
Wort gemünzt hat: „Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht!“ 
Ausland. 
—E 
dedan. 
Dr. K. Labed, J. Sept. 
Es könnte scheinen, als wenn über dem Erinnern an die 
Zeit vor hundert Jahren, da mit dem Blute deutscher Männer 
die jungen Wurzeln unserer Kraft gespeist wurden, das Er—⸗ 
innern an jenes gewaltige Trama verblaßte, das unter dem 
Namen „Sedan“ uns unseres Re?ches Kraft gab und seine Ge— 
burt. Und doch, so groß, so gewaltig das Ringen um Freiheit 
war, es war doch nicht Vollenden, es war doch, im Spiegel 
der Geschichte gesehen. nur der Aufang, der Beginn, die Grund— 
age dessen, was unsere Väter ersehnten, war erst das Erdreich, 
»2as gelockert wurde und bereitet. um den jungen Baum des 
ainigen Deutschen Reiches in sich aufzunehmen, des Reiches, 
has wieder einen Kaiser an jeiner Switze sehen wollte. Aus 
ber letzten Augustwoche von Katzbach her und Großbeeren, Kulm 
und Nosllendorf tönt ein Ruf hinagauf, ein Ruf, der einem 
der größten der Fresheitshesden. Blücher. den Volksnamen 
gegeben: „Vorwärts!“ Dieses Vorwärts lebte weiter im 
Volke, lebte in seinen Führern, in seinen Besten, auch als 
die erste große Etappe zurücgelegt war und der Korse bezwun— 
jen in St. Helena saß, auch als in kleinmütiger, kleinlicher 
Zwietracht der Bund sich nicht bilden konnte, als Freiheits⸗ 
deale verblaßten, als die Einigkeit, die mit Gut und Blut 
besiegelt schien, aufs neue zersprang. Vorwärts zum Deutschen 
Reich ging auch damn noch weiter die Sehnsucht, und sie wuchs 
im Volke, wuchs in allen Deutschen und wurde zur treibenden 
Macht, als äußerlich noch Zwietracht und Uneinigkeit der Teut— 
schen Schwäche zu zeigen schienen. Wieder glaubte ein Napoleon 
und noch mehr als er das verblendete französische Volk, aus 
dieser scheinbaren Uneinigkeit der Deutschen Nutzen ziehen zu 
köͤnnen, glaubte, wie seinerzeit des große Vorfahr, Preußen⸗ 
Teutschland demütigen zu können. Da kam der große Schlag, 
furchtbarer und zermalmender in seiner unaufhaltsamen Gewalt 
als das Ringen von 1813, denn er brachte der Welt die neue 
Macht des Deutschtums, er warf Frankreich zurück in die zweite 
Linie, aus der es nicht wieder vorzurücken vermochte. Was 
bei Leipzig als Ideal errungen schien bei Sedan erfüllte es 
sich zu strahlender Wirklichkeit: das Deutsche Reich war 
geboren. 
In dankbarem Gedenken an die Jugendzeit der Entwicklung 
Deutschlands zur Einigkeit weilte Kailer Wilhelm in den kürzlich 
vergangenen Tagen in Breslau in Schlesien, wo der „deutlche 
Frühling“ zuerst einkehrte. Aber erst der Sommer“ hruchie 
— — 
Die ersten Berliner Ur⸗ und Erstaufführungen. 
(Eigenbericht der Lübedischen Anzeigen.) 
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Carl Vollmöllers Pantomime „Venezianisches Aben— 
reuer ein es jungen Mannes“, die — von Max Rein— 
hardt inszeniert — den Londonern früher gezeigt morden ift 
als den Berlinern, hat in den Kammerspielen des Deutschen 
Theaters eine viel bessere Aufnahme gefunden als an der 
Themse. Das kleine Spiel hat den Vorteil sinnlich schnell 
erfaßbarer Kontraste. Der D'chter hat sich die Aufgabe, span— 
iende Begebenheiten voll romantischer Schrecde und grausfiger 
Komik heranwirbeln zu lassen, freilich sehr erleichtert, indem 
er die nie versagende Drehhühne des Traumes den Mitteln 
und Mittelchen der Reinhardtichen Drehbühne dienstbar machte. 
Der schwärmeris“e bsonde Jürngline aus Deusch'and, der mit 
einem leichten NRucksade in einer kleinen venezianischen Her— 
berge gelandet ist, erlebt in seiner Verliebtheit — eine in 
demselben Hotel getraute Braut hat ihrem seitab stehenden 
Geliebten eine Rose zugeworfen, die irrtümlich in seine Hand 
zefallen ist —, Dinge, die ihm die Haare zu Berge heben. 
Des Nachts sieht er, wie ein diebischer Hausknecht eineni 
österreichischen Offizier, der die von ihrem betrunkenen Bräuti— 
gam verlassene junge Frau heimlich besucht hat, niedersticht, 
und die Verzweifelte ruft ihn zu Hilfe. Er muß den Leichnam 
»es Offiziers aus dem Zimmer hinauskragen und in den 
Kanal werfen. Er wird dabei beobachtet und nom Hotel⸗ 
versonal, ven der Polizei und von den Schredbildern seiner 
geängstigten Seele durch alle Korridore und über aile Trepoen 
gehetzt. Zum Glüd erkennt er am Ende, daß das einzig Wirk⸗ 
liche an diesem entsetzlichen Liebesabenteuer der dide trunkene 
Braͤutigam isc der als gigantischer Alpdruck auf den Schla⸗ 
fenden gefallen ist. Bei hellem Tageslicht wird ihm auch klar, 
als er den Offizier an der Seite der schönen Frau und in Be— 
gleitung des geprelsten, dichen Vrotzes davongondeln sieht, wie 
venig Anteil er in Wahrheit an diesem bequemen Ehebruch 
hatte und enttäuscht läht er die Rose sinken, als er inne wird. 
vem sie eigentlich zugedacht war. 
Das gibt Gelegenheit zu hübschen kostümlichen und dekora⸗— 
iven Scherzen — Vollmöller hat auch hier seine Erfindergabe 
Deutsches Reich. 
Der Krenvrinz Kommendeur in Breslau. Wie in Pots- 
dam verlautet, wird, nach dem B. L. A., im Frühjahr der Kron— 
»rinz die Führung des Grenadier-Regiments König Friedrich III. 
2. schlesischen) Nr. 11 als Kommandeur übernehmen. Das 
degiment hat auch in den Jahren 1858 bis 1857 der damalige 
Brinz Friedrich Wilhelm von Preubßen und nachmalige Kaiser 
rriedrich als Regimentskommandeur befehligt. 
Die offtzielle Mi digrna der Kaisermarsver. Die Nord— 
eutsche Allgemeine Zeitung schreibt: „Die Kai'ermanöner diefes 
ahres finden zwischen dem 5. und 6. Armeekorps statt. 
)as 5. Armeekorps unter dem General der Infantere von 
Strantz steht in der Provinz Posen und Schlesien und um— 
aßt die 9. Division Glogau Generalleutnant von Welow) 
ind die 10. Division Posen (Generalleutnant Kosch). Das 6. 
Urmeekorps unter General der Infanterie von Pritzelwitz 
imfahßt die 11. Division Breslau (Generalleutnant von Dorrer) 
ind die 12. Division Neiße. — Man geht wohl nicht fehl in 
ner Annahme, daß für die Wahl des Geländes die historischen 
krimmerungen mit maßgebend gewesen sind. Ist doch auf diesen 
ßefilden den Franzosen vor 100 Jahren an der Kaßsbach 
er erste schwere Schlag versetzt worden, der Preußen und 
»em ganzen deutschen Vaterlande das Vertrauen in die eigene 
Kraft miedergab.“ 
Holland. 
dok. Ein Zusammenschluß der kleineren Staauen im Nord⸗ 
resten Europas. Man schreibt uns aus Amsterdam: Sier ist 
ine Bewegung eingeleitet, die das Ziel verfolgt, die kleineren 
sordwestlichen Staaten Europas. nämlich Schweden, Norwegen, 
dänemark. die Niederlande, Belgien, die Schweiz und Luxem⸗ 
urg,. zusammenzuschließen für den Fall kriegerischer Verwick⸗ 
ungen unter den europäischen Großmächten. Die Anregung 
seht von dem Gedanken aus, daß jeder dieser Staaten ein 
ußerordentliches Interesse an der Erhaltung des Friedens in 
kuropa hat. Denn wenn zwischen den Großmächten ein Krieg 
rusbricht. so werden nicht nur die wirtschaftlichen Interessen 
er kleineren Staaten dadurch erheblich beeinflußt, sondern 
ie können auch ganz gegen ihren Willen zum Schauplatz der 
riegerischen Ereignisse werden. Die Bewegung zielt also eigent⸗ 
ich dargus hin. die kleineren Staaten zu vereinen zu einem 
Machtfaktor im Interesse der Erhaltung des Friedens. Die 
Innäherung zwischen den Staaten erstrebt sonst keine politischen 
ziele. Ein Aufrufschildert die politischen und wirtschaftlichen Vor— 
teile. die jeder der Staaten von einem solchen Zusammenschußz 
haben würde. Dieser soll gefördert werden durch Schaffung 
einer Interessengemeinschaft auf kulturellem Gebien 
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nicht strapaziett und das Venedig der österreichischen Okkupation 
ür sich arbeiten lassen. Man sieht dem bunten Geflirr ganz 
zjerne zu und kommt zum Bewußthein, wie sehr das Kino 
insere Dichter befruchtet, indes sie ebenso krampfhaft wie ver— 
eblich sich mühen, die unleugbare Poesie des Kinos durch ihre 
igene zu beresch ru. Die Musik Beermanns ist hurtig⸗melodiös. 
RKeinhardts Leute waren mit voller Lust beim Werk, Frl 
Farmi eine urechte und graziöse venezianische Ehebrecherin, 
in ebenso glaubwürdiger, fescher, manövergebräunter Wienet 
reutnant war da und Biensfeldt sorgte für die sentimentale 
zomik des verliebten deutschen Wanderers, der bei aller Ver— 
ücktheit nicht vergißt, beim Auszug aus dem Hotel Hände— 
»rüdde anstatt Trinkgeld an das Personal zu verteilen. Es 
olgte noch eine sehr farb- und seelenlose Darstellung der jetzt 
viel, gegebenen Strindberaschen Halb-Pantomime „Die Stät— 
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keit, die sie sich nur zögernd abrinzen, je ein voreheliches Kind 
rus ihrer Vergangenheit zu, von der sie einander viel erzählt 
und das wichtigste doch verschwiegen hatten. Herr Adalbert 
ind Frau Altmann-Hall sprachen die salopp⸗ironischen Vers— 
hen. Lauter Beifall erklang — der seltene Fall eines wirk— 
ichen Eulenbergerfolges in Berlin — und die winzig kleine 
Martini durfte mit vielen Knixen einen tüchtigen Teil davon 
ür sich hinnehmen. 
Den Ansklang brachte ein ebensosehr novellistisch als dramatisch 
ingelegtes Gerichtsstüuke „In Ewigkeit Amen!“ von Anton 
Wildgans, das leider stark auf kläglich vorbereitete Pointen hin⸗ 
irbeitet. In der Amtsstube eines österreichischen Untersuchungs— 
ichters verwertet er beim Verhör einer Dirne, eines Zahl⸗ 
ellners und eines aus dem Zuchthaufe entlassenen Totfchlä— 
jers, der besser ist, als die ihm feindselige Welt und der 
nit Hilfe einer provozierten Gewalttat wieder ins wohl⸗ 
bergende Gefängnis zurückflüchten will, viele aute Einzelbeob—⸗ 
achtungen und er tut es ohne eifernde Parteinah'ne. Den 
Zöhepunkt bildet die Szene, in der der alte Richterpraktikus 
Herr Lupu Pick spielte ihn) dem alten von Paul Bildt dar—⸗ 
jestellten Zuchthäusler das geheimste Motiv seiner Gewalt⸗ 
lätigkeit ablistet 
Drei Eindeder im Kleinen Theater. 
Mit einer Garde junger Dichter und tüchtiger Darsteller 
jat sich der Nachfolger Barnowskys im Kleinen Theater, 
herr George Altmann, den Berlinern vorgestellt. Er —XXE 
in sich als fleißiger und Sauberkeit liebender Regisseur einzu⸗ 
ühren, gleich drei Einakter. Den Beginn machte des jungen 
Wieners Max Mell Komödie „Der Barbier von Berriac“, 
ie balladenhaft empfunden ist und die Nerven der Zuhöter auf 
ine starke Probe stellt. Sie läßt uns lange im Ungewissen, 
'b der Barbier dem Grafen, den er bei einer ganz eindeutigen 
zzene mit seiner Frau belauscht hat und der sich von ihm 
achher rasieren lätßßt, die Gurgel durchschneiden wird oder nicht. 
die Geschichte endet sehr moralisch. Der bürgerstolze Barbier 
rzwingt sich die Hochachtung seines adeligen Nebenbuhlers und 
»as grundschlechte, grundgemeine Weib wird als Dirne auf die 
Straße gehetzt. Herr Ludwig Hartau und Frau Frank-Witt 
mimten wirksam das ungleiche Paar. 
Es folgte Herbert Eulenbergs Lustspielchen „Paul und 
Paula“, das schon von Aufführungen an anderer Stätte 
jekannt ist und dessen behaglicher Reiz vor allem darin besteht 
dabß es in einem Verskleid von bewußt altfränkischem Falten- 
wurf ein sehr modernes Motivd herausstellt: Zwei jung ver—⸗ 
eiratete Eheleute bringen einander mit einer Vorurteilslosig— 
Rosegger im Schillertheater. 
Die Tragödie des landfremden Mannes, den engherziger 
Bauernhochmut ins Verderben treibt. Roseggers Volkssfüdk 
Der Tag des Gerichts“ war von der Direktion des Schiller— 
heaters zu einer Nachfeier für den 70jährigen Geburtstag des 
dichters einstudiert worden. Das Stück. das nicht zu den 
üngsten Schöpfungen des steirischen Poeten gehört, ist nicht 
rei von Schwächen bedenklicher Art, aber es pulst darin ein 
o elementares Leben, daß man sich freut, Roseggers Drama 
ruf dem Spielplan des Schillertheaters zu sehen, dessen 
Bublikum gerade für dieses Stüd wie geschaffen ist. Der stür— 
nische Erfols bewies auch, wie gut die Leitung des Theaters 
den Geschmadk der Theaterbesucher getroffen hatte 
Eime amerilanische Komödie im Deulfcheea Schaufvielhaus. 
Ein ganz anderes Publikum wohnte im Deutschen Schau— 
pielhause, der früheren Komischen Oper, der Premiere der
	        
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