Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

Leiter des vom Kafser von Rußland mit der Einrichtung der 
russischen Abteilung beauftragte Sonderausschutß und der russi— 
sche Konsul Baron von Schilling und Ingenieur Kanin und im 
Salon des Fürsten Wrede Fürst Philipp Wrede auf Schloß El— 
fingen. Besonders lange perweilten die Majestäten im Raume 
Nr. 2 „Preußische Kömigsfamilie“ und im Raume der 
Familien Blücher und VYorch, wo Graf VYord anwesend war, serner 
im Raume Nr. 11 ,„Preußisches Heereswesen“ und in der öster— 
reichischen Abteilung, wo sich der Kaiser mit dem Feldmarschall⸗ 
leutnant Schleyer und den anderen österreichischen Herren lange 
unterhiett. In der russischen Abteilung begrüßte der 
Kaiser die russischen Herren sehr freundlich. Tie Kaiserin bes 
sichtigte die historifche Ausstelkung bis zum Raume der Stadt 
Breslau und fuhr dann im offenen Wagen durch das Gelände 
der historischen und neuzeitlichen Grten, die Ausstellung für 
Friedhofskunst, die Kolonialausstellung, durch den Rosen- und 
Dahliengarten und nahm auf der Fahrt den japanischen Garten 
vom Wagen aus in Augenschein. Am Weinhaus Rheingold 
war ein Stand errichtet, in dem Baronesse von Ichirschky-Reichell 
und Gräfin zu Eulenburg-Schlanz Tassen verkauften, welche Ori⸗ 
ginalen aus dem Jahre 1813 nachgebildet sind. Der Erlös 
kommt dem Augusta-Vikboriakrankenhaus in Berlin zugute zur 
Ausbildung von Kriegstrantenpflegerinnen. Die Kaiserin machte 
dort eine größere Bestelsung. Der Kronprinz und die Prinzen 
Ostar und Joachim statteten der Ausstellung des Künstlerbundes 
Schlesien einen kurzen Besuch ab, während Prinz Eitel Friedrich 
von der Pergola aus das Gesände besichtigte. Um 113 Uhr 
verließen Prinz und Prinzessin August Wilhelm, um 118 Uhr 
der Kronprinz und die übrigen Prinzen, kurz vor 12 Uhr die 
Kaiserin das Gelände. Der Kaifer machte nach der Besichti⸗ 
gung der Historischen Musstellung noch einen kurzen Gang nach 
der Terrasse des Hauptrestaurants und durch einen Teil der 
Anlagen bis zunr Weinhaus Rheingold, wo die Automobile 
warteten und trat von hier um 12 Uhr 40 Minm. die Fahrt 
nach dem Palagisplatze an. Kurz darauf fachren der Herzog 
»on Ratibor und der Reichskanzler ab. 
Um 1Ahr traf der Kaiser im Automobil auf dem Palais- 
platze zur 
Huldigungsfeier der schlesijchen Jugend 
ein. Hier hatten sich in einem offenen Vierech gegen 24 000 Mit— 
glieder der Jugendvereinigungen der Stadt Breslau, der Re— 
gierungsbezirke Breslau, Oppeln und Liegnitz aufgestellt: die 
Jungdeutschlandaruppen, Pfadfinder, andere Jugendvereini— 
gungen, auch solche beider Konfesfftonen. In der Mitte standen 
die Mädchen Breslaus. Die Gruppen wurden von Lehrern und 
Ofsizieren geführt und hatten ihre Fahnen mit. Der Kaiser 
fuhr im Automobil langsam die Fronten ab und begab sich 
auf die sonnenbeschienene Schloßrampe, auf die die Kaiserin 
und die Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen heraustraten. 
Auber den Tamen und den Herren des Cefolges waren an—⸗ 
wesend: General der Infanterie Freiherr von Seckendorff, Ge 
neralfeldmarschall Freiherr von der Goltz, General der Kavallerie 
Freiherr von Bisfing und Kriegsminister von Falkenhayn. Bei 
der Huldigung hielt Oberpräsident Dr. von Günther 
folgende 
Anmsprache: 
„Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät biiten über 
2 000 junge Schlesier, ihre jugendfruͤch biühende Huldigung dar⸗ 
obringen zu dürfen. Sie stehen vor Eurer Maiestät, Jubel auf 
den Lippen, Begeisterung in den Mgen, die Herzen von Dami 
erfüllt: Von Tank für das allergnädigste Interesse an der 
Jugendpflege, von Dank, heißesten Dank für die besondere Gnade, 
oie gerade ihnen durch die Ueberweisung des Silberberges und 
des doppelten Geschenkes für defssen Errichtung zuteil geworden 
ist, von Tank namentlich für diese Stunde, in der sie Eurer 
Maiestät ihre stolze Freude über die allerhöchste Auszeichmung 
von Angesicht zu Angesicht bezeugen können. Der Drang jugend 
ücher Sehnsucht läßt fie kaum erwarten, daß ihnen vergönnt wird, 
das, was sie gelernt haben und so eifrig üben, für Eure Maije— 
— 
sich damit des geliebten Silberberges würdig zu erweisen. 
Ihr jungen Schlesier aber vergeßt nie diesen weihevollen 
Tag und bleibt immer dessen eingedenk. was euch heute alles be⸗ 
eelt! 
Zur Kräftigung solchen Gelübdes sordere ich euch auf, mit 
mir und allen hier Versammeiten eure jubelnde Begeisterung 
erschallen zu lassen in dem Rufe: Se. Maiestät, unser aller— 
mädigster Kaiser und König hurra, hurra, hurra!“ 
Das Kaiserhoch wurde von der Jugend begeistert aufgenom⸗ 
men. Alles sang: „Heil Dir im Siegerkranz“. Es solgte der 
Vorbeimarsch, wozu zwei Militärkapellen abwechselnd spielten. 
Der Vorbeimarsch dauerte in flotten Tempo und strammem 
Schritt über dreiviertel Stunde Der Kaiser und die Kai— 
serin grühten andauernd auf das freundlichste. Zuletzt mar— 
schierten die Breslauer Mädchen vorbei. Der Kaiser sprach sich 
überaus erfreut über die Jugendhuldigung aus, die in einem 
solchen Umfange wohl noch nicht stattgefunden habe. 
Um zwei Uhr begaß sich der Ka'ser zum Kommandierenden 
General, wo er frühstückte. 
Nachmittags von 33 Uhr ab fand im Schloß ein Damenempfang 
bei der Kaiserin statt. Die Kronprinzessin und die Vrinzessin 
August Wilhelm assistierten der Kaiserin. 
Abends um 7 Uhr war bei den Majestäten in den Räumen 
»es Zwingers Tafel für die Provinz. 
kt 
Zur Einweihung des Völlerschlachtdenkmals. 
W. Dresden, 30. Aug. DSer sächsische Landesdienst meldet: 
Zu der am 18. Oktober stattfindenden, von dem Teutschen Pa⸗ 
triotenbund veranstalteten feierlichen Einweihung des Völker— 
schlachtendenkmals Leipzig ließ der König von Sachsen Ein— 
ladungen an den Kaiser, die sämtlichen Bundes— 
fürsten, die freien Städte, den Kaiser von Oester- 
reich, den Zaren und den König von Schweden ge— 
langen. Der deutsche Kaiser, die Bundesfürsten und die Ver— 
treter der freien Städie haben ihr persönliches Erscheinen 
mit Ausnahme des Herzogs von Sachsen-Meiningen zugefagt, der 
infolge seines hohen Alters sich durch den Erbprinzen 
vertreten läßt, während Kaiser Franz Josef durch den Erzherzog— 
Thronsolger Franz Ferdinand, der Zar durch den Großfürsten 
Kyrill und der König von Schweden durch den Kronprinzen ver- 
treten wird. Bei der Feier werden auch Abordnungen sdes 
deutschen Heeres und der österre bischungarischen, russi— 
schen und schwed'schen Armee erscheinen. Für weitere Einladungen 
sind in Ausficht genommen der Reichskanzler, der Bundesrat, 
der Reichstag und die bheiden Kammern des sächsischen Landtages. 
Zu dem Brandunglüch auf dem, Imperator“. 
London, 30. Aug. Wie der Newnorler Vertreter der Ham— 
burg⸗Amerika Linie bereits gestern mitteilte, tritt der „Jmpe⸗ 
rator“ heute fahrplanmäßig seine Rückreife von 
Newyork nach Teutschland an. Nicht eine einzige Schiffskarte ist 
abbestellt worden. Tas Wasser ist aus dem Schiffskörper ge— 
pumpt und keine Spur deutet mehr auf den Brand hin. Tas 
Feuer ist auf den Vorratsraum beschränkt geblieben. Der ums 
Leben gekommene 2. Offizier Gobrecht hat nach der Schilde— 
rung des Feuerwehrmannes, der die Leiche geborgen hat, an— 
scheinend versucht, die Schutzleder des Feuerhelms zu heben, um 
Luft schöpfen zu können. Der Gesichtsausdruch des Toten zeigte, 
daß er sich bei diesem Versuche selbst stranguliert hat. Lustschlauch 
und Signalleine umschlangen seine Beine und als sich Gobrecht 
aus der Verwicklung befreien wollte, zog sich anscheinend die Leine 
um den Hals zusammen. 
Ein schweres Mansßverunglüd. 
DT. Lüttich, 30. Aug. Bei ei.em Gewitter während der Ma— 
növer wurden gestern nachmittag der Hauptmann Lecocq Tar— 
mamwille, ein Leutnant und ein Soldat vom Blitze getroffen. 
Der Hauptmann wurde am Kopf schwer verletzt und gelähmt. 
Er befindet sich ohne Bewußtsein. Ein Ulan, dessen Pferd durch 
den Tonner erschrecht daronjagte, wurde zur Erde geschleudert. 
kr erlitt einen Beinbruch und zahlreiche Quetschungen, ein an⸗ 
derer Ulan vier Gliederbrüche, mehrere andere Soldaten, die 
ermüdet zurũüchgeblieben waren und als Nachzügler herankamen, 
wurden ohnmächtig. 
Trömel aus der Fremdenlegion entlafsen. 
Saida, 30. Aug. Es ist Tatsache, daß der frühere Bürger⸗ 
meister Trömel, Legionär Tunke, vor etwa zwei Wochen 
endgültig aus dem Dienst bei der Fremdenlegion entlassen 
wvorden und sein freier Herr ist. Augenblicklich hält er sich in 
Dran auf und zwar bei einer Wohltätigkeitsanstalt, die in 
naer Fühlung mit den Militärbehörden steht und insbeson- 
dere rekonvaleszierenden Soldaten unentgeltlich Erholung in ge— 
unden Gegenden gewährt. Man hat Trömel gestattet, von diefer 
kinrichtung einige Wochen Gebrauch zu machen. Die Militär⸗ 
»ehörden haben die Freilassung Trömels ver— 
sch wäegen, um jedes Aufsehen z1 vermeiden. Trömel wird 
sich einstweilen in Frankreich aufhalkten. Seine Familie läßt er 
lachkommen. 
Vom Balkan. 
Oestetreih als Vermittler im Streit um Adrianopel. 
DT. Sofia, 30. Aug. Der Sofioter Korrespondent des 
Deutschen Telegraphen“ drahtet: Die Türkei macht mit dem 
Mittel der Trohung den Versuch, Bulgarien zum Eingehen 
uf direkte Verhandlungen mit der Pforte zu zwingen. Im 
zestrigen Ministerrat berichteten Mmisterpräsident Radoslawow 
uind Minister des Aeuhßern Ghenadiew dem Könige über die Lage. 
Von den europäischen Großmächten hat sich, wie verlautet, Oester⸗ 
reich bereit erklärt, die Vermittelung in der Adrianopeler Frage 
zu übernehmen. 
Die direkten bulgarischetürlischen Verhandlungen. 
DT. Wien, 30. Aug. Die NReue Freie Vresse erfährt von 
besonderer Seite zu dem Beschlusse des gestrigen Ministerrats in 
Sofia, direkte Verhandsungen mit der Türkei einzuleiten, daß 
die bulgarischen Telegierten in den allernächsten Tagen ernannt 
verden und nach Konstantinopel abreisen sollen. Rußland war 
s, das der bulgarischen Regierung den Rat erteilte, in direkte 
Lerhandlungen mit der Türkei einzutreten. Die bulgarische Re— 
fierung, die noch vorgestern an dem Standpunkte festhielt, 
„aß die thrazische Frage eine curopäische sei und Natschewitsch 
einerlei Instruktionen zum Verhandeln habe, wird nunmehr, 
»a Rußland seine Unterstützung, wie der gegebene Rat lehrt, ab 
ehnt, gezwungen, angesichts der drohenden Gefahr des Ein 
ringens der Türken in Bulgarien die Verhandlungen unver 
züglich einzuleiten. Es scheint, daß Natschewitsch durch einen an 
eren Delegierten ersetzt werden wird. — Die Stimmung in bul 
zarischen politischen Kreisen ist sehr gedrückt. Der Ministerrat 
gährte ununterbrochen von 11 Uhr vormittags bis 4 Uhr 
nachmittags. 
Eine heiratspolit sche Krimreife. 
DT. Bularest, 30. Aug. In Hoffreisen verlautet, daß 
Kronprinz Ferdinand und Prinz Karol sich im Oktober zum 
Besuche der russischen Zarenfamilie nach Jalta (Krim) begeben 
rerden. Die Reise hängt mit dem bekannten russisch-⸗rumänischen 
Heiratsprojekte zusammen. 
* ⸗ 
Vergiftiungsvrrsuch an Juam hilai. 
London, 30. Aug. Nach einer Meldung des Daily Tele— 
zraph aus Tokio wurde an Juanschikai ein Vergiftungsversuch 
internommen. Fanatische Anhänger der Südpartei hatten sich 
Zutritt zum Palaste verschafft und den Speisen für den 
Präfsidenten Arsenik beigemisscht. Nur den höchsften 
Anstrengen der Aerzte sei es gelungen, das Leben Juanschikais 
zu retten. 
M 
— 
W. Aussig, 30. Aug. Zu Ehren der vor 100 Jahren 
in der Schlacht bei Kulm gefallenen österreichischen 
Soldaten wurde heute am Nordosttore des Dorfes ein 
ßedenkstein enthüllt. Als Vertreter des Kaisers von Oester⸗ 
reich waren Erzherzog Karl Franz Josef, als Vertreter des deut— 
chen Kaisers Generaloberst von Kessel, Oberbefehlshaber der 
Marken und Gouverneur von Berlin erschienen. Nachkommen 
er dort gefallenen deutschen und österreichischen Offiziere, sowie 
deputationen der Regimenter, die bei Kulm mitgekämpft haben 
ind eine Offiziers- und Mannschaftsdeputation des Posener 
ßrenadierregiments Graf Kleist von Nollendorff wohnten der 
Feier bei. Erzherzog Karl Franz Josef legte einen Kranz am 
Folloredo⸗Mansfeld-Denkmal in Arbesau nieder. Auf der Rück— 
ahrt von Kulm defilierten die ausgerüdten Truppen vor dem 
eẽrzherzog. 
W. Bukazeft, 20. Aug. Die vom Kriegsministerium 
wecks Erwerbung von Monitoren und Torpedo— 
zootszerstörern ernannte Kommission reist in allernächster 
Zeit ins Ausland, um mehrere Schiffswerften zu 
besuchen. 
W. Ratihor, 30. Aug . Beim Niederlegen einer Scheune 
wurden durch einen abstürzenden Balken ein Giähriger 
Härtnerssohn getötet, ein 15jähriger Handlanger schwer und 
ein Polier leicht verletzt. 
* ¶ 
W. Kaßerliche Mer'ne. Eingetroffen sind: „Bremen“ am 
29. Aug. in Las Palmas (Kanarische Inseln), „Eber“ am 
29. Aug. in Duala (Kamerun), „Vulkan“ am 28. Aug. in Cux⸗ 
haven, „Grille“ am 29. Aug. in Felgoland. — In See ge— 
gangen: „Grille“ am 30. Aug. von Helgoland. 
Luftfahrt. 
C. K. Die Flugkunst in China. In den Rauipf un 
den Fort'ichritt der Flugkunst tritt nun auch China. ci 
chinesischer Student, Tioe Kwong Wong, der in Europa studien 
und ich erst kürzlich in Brocklands sein Pilotenzeugnis er 
warb, hat eine neue Flugmaschine erfunden, das erste 
»on einem Chinesen ersonnene und konstruierte Flugzeug. Der 
Apparat lehnt sich in seinen Grundformen dem brikischen 
Armeeflugzeug an, bringt aber einige wesentliche Aenderungen. 
Vor allem gleiten die Flugflächen nach hinten mehr zurück 
wodurch nach der Theorie des Konstrukteurs die Lenkbarkeit 
und Stabilität erhöht wird. Mit Rüchsicht auf den Umstand, 
daß die Reparaturmöglichkeiten in China zurzeit noch seht 
gering sind, hat der Erfinder sein Flugzeug so einfach als 
möglich konstruiert. Thoe Kwong Wong wird in den nächsten 
Monaten nach Peking reisen, um mit dem Kriegsminister 
über dir Organisation des Flugwesens im chinesischen Heere zu 
derhandeln. Eine Reihe Studenten und junger chinesischer 
Dffiziere werden demnächst die Reise nach Europa antreten,. 
um sich hier Pilotenzeugnisse zu erwerben. Bisher haben nur 
wei Chinesen diese Prüfung bestanden. Der Erfinder des 
ieuen Flugzeuges wird als ein ungemein intelligenter und 
mergischer Mann geschildert, der sich während seines Auf— 
enthaltes in England sehr reiche Erfahrungen auf dem Ge— 
biete der Flugkunst erobert hat und nun beabsichtigt, seine 
Kenntnisse seinem Vaterlande nutzbar zu machen. „Inimer 
nehr“, so erklärte er einem europäischen Journalisten, „kommt 
man in China zu der Erkenntnis, daß in einer modernen 
Heetesorganisation die Luftschiffahrt und die Flugkunst unent— 
behrlich geworden sind“ 
Vermischtes. 
Die Vor?üge me?allener Eis balhnragen beschästigzen neuer— 
dings lebhaft die maßgebenden Stellen. Nach den namentlich 
n Amerika mit den Stahlwagen der bekannten Pullmanngesell— 
chaft gemachten Erfahrungen will man festgestellt haben, daß 
nicht nur für den Güterverkehr, sondern auch für die Versonen— 
zeförderung die Verwendung von Stahlwagen durchaus nicht 
anpraktisch ist. Die Stahlwagen beha'ten immer ihren Metall— 
wert, selbst nach dem Unbrauchbarwerden. Im Gegensatz zu den 
Holzwagen aber sind vor allen Dingen die Stahlwagen für 
die Sicherheit bei Eisenbahnunfällen geeigneter. Sie sind, wenn 
auch vielleicht im Innern weniger elegant, so doch jedenfalls 
widerstandsfähiger und die schlimmsten Gefahren der Holzwagen 
liegen in der Zersplitterung und der Feuersgefahr. Die Her— 
tellung der Stahlwagen soll im übrigen bei dem Fortscritt 
»er heutigen Technik — auch in Berücksichtigung der Trag— 
fähigkeit bei Güterwagen — verhältnismäßig schnell und 
ieicht sein. 
C.K. Die Entdedung einer Rieseneidechse. Auf der kleinen 
Insel Comodo, die im Sundaarchipel zwischen Flores und 
Sumbawa lteg!, ist nach dem Berichte des Zoologischen Gartens 
von Buitenzorg von dem holländischen Administrator pvon Steyn 
ban Hensbrock eine bisher unbekannte Art von Rieseneidechsen 
entdeñt worden, die in ihrer Größe alle bisher bekannten Arten 
bei weitem übertrifft. Nach den übereinstimmenden Aussagen 
der Eingeborenen, denen diefse Rieseneidechse als Boeaja darat 
eit langem bekannt ist, sollen diese „Landkrokodile“ hisweilen 
ine Sänge von 627 m erreichen. Sie leben ausschließlich auf 
dem Lande in selbstgegrabenen Höhlen und zeichnen sich durch 
ungewöhnliche Echnelligkeit aus. Van Steyn gelang es, von 
diesem Tiere, das den Namen Varanus Comodensis erhalten 
hat, ein 216 m langes Eremplar zu fangen, das in Sava 
ils einer bisher unbefannten Tierart angehörig festgestellt wurde. 
Späler gelang auch der Fang eines 4 m langen Exremplares 
SAuf sdem IV. Deutschen Kongreß für Säugs— 
lingsschutz in Breslau am 18. und 19, Sept. übernimme 
an Stelle des dienstlich verhinderten Referenten Herrn Geheimen 
Obermedizinalrat Professor Dr. Dietrich das medizinische Kor 
referat für das Thema, Geburtenrüchgang und Säuglingsschutz“ 
Herr Professor Dr. Langstein⸗-Berlin. 
Um eine HSypothekt geprellt. Ein in Wilmers. 
dorf wohnender Grundeigentümer wollte auf seine Häufer eine 
hypothek von 100 000 Meaufnehmen. Schließlich kek er auf 
den Namen eines Hypothekenbesitzers die Summe auf den 
Grundbuchamt eintragen. Der Vermittler erhob die Summe 
bei einem Hamburger Geldmann und ist mit den 100 000 W 
durchgebrannt, wahrscheinlich nach Amerila. 
⏑ — — — 
—A 
Ausstellung „Kultur der Büuͤrgerwohnung“ wirklich eine inner 
Herechtigung zu ihrem stolzen Ramen in sich rägt. Wiꝛ 
Zeutigen sind nämlich wirklich nun so weit. daß wir unseren 
Agenen Etil bekommen, ja schon geschaffen haben. Einen 
Stil, den wir stolz sein dürfen zu vererben, der ganz neu. 
ljo noch nie dagewesen ist, Leidet kennt und schätzt ihn daher 
nur ein, verhältnismäßig kleiner Kreis. — In wenig Worten 
soll versucht werden, ihn zu kennzeichnen: Der neue Stit ent⸗ 
seht von innen heraus. Alle historischen Stilarten (die der 
Hobeh wurden von außen nach innen gebildet. Es wurden 
det ihnen, meist ohne jede Rüghfichtnahme auf die Gebrauchs- 
faͤhigkeit, die Stilornamente, die Schönheit, von außen, an⸗ 
geheflet, sie waren nicht organisch mit dem, Möbel, und Linem 
Zwed vcrbunden. Demgegenüber zeigen unsere heutigen Möbe 
eine Schänheit, die lediglich aus dem Zwech und dem inneren 
Wesen des Möbels sich entwickelt hat. Diese Art „von innen 
herausu In bilden, siimmt mit dem großen geistigen Zug, der 
durch unsere heutige Zeit ped genau überein, und das gerade 
macht diese Art so werwoll und wird sie für alle Zukunft wert⸗ 
volls, machen, denn die Geschichte lehrt. daß die Formenent⸗ 
pidelung immer im engsten Zusammenhang mit dem geistigen 
vknpfinden fieht. — vdaß mit solchen Möbeln ausgeiltattete 
zimmer schöner sind als alle, agnderen. das nabzuprüfen 
Ler Ausstesiung fur Wohnungskultur, Lübeck, Breite Straße 42 
Fie von We dDiftmar, Berlin, Molkenmarkt 8, in Gemein— 
Amkeil mit dem Künstler Hermann Munchhausen veranstaltet isl 
das nachuprüfen, barum werden die Leserinnen und Leser höf 
üchst gebeten. (13 66 
ie man Zrungen des haarwuchses abhilft. 
Von einem Spesialiften. 
Selbst die sorgfästigste Vflege, die man seinem Haar angedeihen 
lãßkt, erweist sich oft als gänzlich zwecklos; wie gewihenhaft man es 
auch wasche und bürste, das Haar dann in der Tat nie jene bei allen 
d derne gesehene glänzende Fülle erreichen, solange die Bildung, von 
Kopfschurpen an der Lebenskraft des Haarwuchses nagt. Häufiges 
Bürsten uind etwanalle zwei bis drei Woden eine Walschung sind 
allerdinas eine wertvolle Hilfe zur Erlangung schönen Haares, der 
Schuppenbildung indessen sind auch sie nicht gewachsen. 
Sowein bekannt. gibt es hierfür nur ein Mittel, nämlih die 
noch Jolgendem Rezedt dereitete Mischung, welche man zweimai täglick 
in die Kopshaut einreibt: 1gr. krist. Menthot wird in 88 gr. Bay. 
Rum aufgelöst, dann werden noch 30 er. Livola de Composee zuode— 
fügt. Dieses Rezept beseitigt nicht nur die Schuppenbildung, es 
besigt auch ganz bemerkenswerte. den Haarwuchs fördernde Eigen— 
schaften. In jeder Apotheke oder Drogerie Jann das Miittel nad 
obigen Angaben zusammengestellt werden. Wan miußß es aber aud 
egeimäßig anwenden, doben hürste man das Hear ölters und veht 
bon Zeit zu Zeit eine Waschung vor, Heiße Lodkenscheren ollte 
an vermenden denn sie geben dem Haat ein g'anzioses, lebloses 
Aussehen. 
Xl. Da dieses Rezept leiner herpvorragenden baarwucantden 
ichen Eigenschaflen wenen viel nekauft wird, boalten es ietzt viele 
Apotheken und Drogerien unter dem abgetürzten Narnen Livola— 
Haarwasser“ fertig auf Lager 13430
	        
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