Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausgabe 
— 22 
nnerun/e⸗ 
an 1813. 
Hlacht bei Dresden. 
i26./27. Aug.) 
Großbeeren hatte Berlin befreit, an der Kaßbach hatte eine 
ranzösische Armee 30 000 Mann verloren, und der Rest war 
ohne jedes moralische Gefühl. Deutschlands Sache schien im 
Sturmschritt zum Siege zu eilen. Da trat auf dem dritten 
Kriegsschauplatze in Böhmen eine Wendung ein, die geeignet 
war, alle Hoffnungen zunichtk zu machen. * 
Napoleon chatte Dresden stark befestigt und zum Stütz⸗ 
punkt für seine Operationen gemacht. Daß die böhmische 
Armee, die „Große“, vorerst gegen diesen Konzentrationspunkt 
einer Macht einen Angriff unternehmen werde, glaubte Napo— 
leon nicht und wandte sich daher zunächst ruhig mit einem Teile 
jeines Heeres nach Schlesien, ohne aber hier etwas zu er— 
reichen. 
Unterdessen brach die „Große Armee“ aus Böhmen auf, 
aberschritt in einer Stärke von 200 000 Mann das Erzgebirge 
ind brach in einer Breite von 15 Meilen in Sachsen ein mit 
ver Absicht, auf Leipzig zu marschieren. Da erfuhr man, 
dalß Napoleon seine Stellung bei Dresden sehr geschwächt habe 
und jietzt schien ein günstiger Augenblick gekommen zu sein, 
durch plötzlichen Ueberfall Dresden zu nehmen. Dazu war 
eine Schwenkung nach rechts nötig. Und das bedeutete schon 
eine große Schwierigkeit. Denn einmal ist eine Schwenkemg 
mit 200 000 Mam überhaupt nicht leicht, dann aber wurde 
der Marsch dadurch sehr erschwert, dahj lauter Höhen zu über⸗ 
schreiten waren, während man bisher in Längstälern hatte 
marschieren köͤnnen. So kam es, dan die „Große Armee“ nur 
in Teilen und in sehr starken Zeitabständen Dresden erreichen 
konnte. Das schlimmste aber war, daß so Napoleon Gelegen— 
heit gegeben wurde, Dresden zu retten. 
Er übersah die große Gefahr, in die er durch die plötzliche 
Schwenkung gekommen war, sehr wohl. Und zunächst faßte er 
einen mehr wie kühnen Plan. Vandamme und Marmont sollten 
die Elbe überschreiten und die Verbündelen int Rückhen angreifen. 
Aber jetzt näherten sich diese Dresden so schnell, daß der An— 
griff im Rücken, der viele Umgehungen nötig machte, zu spüt 
erfolgen konnte. So gab Napoleon diesen Plan wieder auf 
und er liefj nur Vandamme mit 50 000 Mann im Rücden der 
Feinde, um ihnen den Rüchzug eventuell abschneiden zu können. 
Im übrigen brach er selbst nach Tresden in Eilmärschen auf. 
Die Verbündeten waren schon am 25. vor Dresden einge—⸗ 
roffen. Hätten sie mit der damals ihnen zur Verfügung siehen⸗ 
den Macht gestürmtt, Tresden wäre gefallen. So aber glaubten 
ie, noch 24 Stunden lang Verstärkungen erwarten zu müssen. 
Diese Frist brachte ihnen die Niederlage. Denn schon am 
26. August war Dresden wieder bedeutend stärker besetzt und 
Napoleon war am Morgen wieder erschienen. Unabläßfsig feuerte 
er die Soldaten an, hielt an die über Bautzen zurückkehrenden 
Regimenter an der Elbbrüche begeisterte Ansprachen und besichtigte 
oersönlich die Verschanzungen. Dagegen brach im Lager der 
Verbündeten eine Stimmung aus, die einem Willen zum schleu— 
rigen Rückzuge gleichkam. Und wirklich wäre der die einzige 
Rettung gewesen. Zumal, da die Angriffsdispositionen so un⸗ 
glücktich wie möglich waren. N'.gends gab es geschlofsenes 
Vorgehen. Jede Abteilung onerierte für sich allein. So wur— 
Fenen 
Aus der Welt der Frau. 
Wie die elegante Dame ihren Humd ileidet. 
Der Luxus der Hundetoiletten, der sich auf der Variser 
Hundeausstellung wieder in voller Pracht entfaltete, gibt der 
nondänen Frau viel Kopfzerbrechen auf, denn ein schickes 
Aussehen des sie begleitenden Lieblings gehört zu der voll— 
kommenen Silhouette ihrer Erscheinung. Leder allein tuk es 
jetzt nicht mehr bei Halsband und Leine, wie Jacques Lussigny 
in einer Plauderei des Fig aro verrät, sondern der Ziseleur, 
der Goldschmied und der Juwelier müssen an der kostbaren Ver— 
ichönerung dieser Dinge arbeiten. Alle Zusammenstellungen 
iind erlaubt, wenn sie harmonisch sind, und zu der Indibidua— 
ität des Trägers passen. Ihre Bulldogge ist dunkelgefleckt? 
Dann nehmen sie rotes Leder und vergoldetes Silber. Ist sie 
reißgefleckt, so muß sie weißes Leder mit einer Verzierung von 
Türkisen tragen. Aber niemals verwende man ein Halsband 
aus Haaren. Das ist höchst unmodern. Für all die Fleinen 
Schohhündchen, den King Charles, den Bologneser, den Peking- 
ind Japanhund kommt nur ein schmales aus sehr feinen 
Maschen gearbeitetes silbernes Halsband in Betracht, mit 
einem winzigen Vorlegeschloßß versehen und mit feiner Ziselie— 
rung verziert. Elegant, aber für den Hundedandy schwierig zu 
tragen, ist ein Halsband von einfachem Lackleder. Eine 
entzückende Zusammenstellung für einen niedlichen Affenpinscher 
ist ein Brustriemen, der bei einem schwarzen Tiere aus weißem 
mit Opalen verzierten Leder sein muß. Windspiele schreiten 
in hellen, mit Borten garnierten Schabracken einher. Für das 
Automobil besteht die Toilette des Modehundes aus englischen 
Stoffen und Velz. Weite Mäntel, weiche Plaids, alles von 
einfacher ruhiger Farbe, bilden die Reisetoilette. Die Seiten— 
hasche mit dem früher beliebten, nun als läppisch empfundenen 
Taschentuch ist verpbönt. Am Meeresstrande präsentieren sich 
die kahl geschorenen Hunde in anliegenden Trikots, doch haben 
sie auch wasserdichte Kleidung mit, damit sie sich nicht erkälten. 
Die letzte Neuheit des guten Hundetons aber besteht in dem 
Gebrauch von Schuhen, die für größzere Ausflüge fest und 
widerstandsfähig gearbeitet sind, in der Stadt aber sehr fein 
und niedlich sein müssen; ja diese eleganten Hunde tragen sogar 
Ueberschuhe aus Samt, um die heikle Farbe ihrer Seidenschuhe 
zu schonen. Zum Schuh gehört unbedingt das „Armband“ 
oder besser Schuhband. Extravagante Damen sollen sogar 
versucht haben, das Armband noch mit einer niedlichen kleinen 
Uhr auszustatten, aber diese Mode hat in der vierfüßgen 
J es Matt 
Abeno⸗Blatt Nr. 432. 
den denn am 26. ugun alle Angriffe von den Franzosen sieg⸗ 
reich zurückgeschlagen. Was sollte eine Erneuerung des Kampfes 
roch bringen? Trotzdem griff man am 27. Auqgust noch einmal 
in. Und an diesem Tage war der Ausgang noch unglüdlicher 
vie am vorhergehenden. Zunächst gelang es den Franzosen, 
den rechten Flügel der Verbündeten zurückzudrängen. Tann aber 
rfolgte die Katastrophe auf dem linken Flügel, der fast ganz 
vernichtet wurde. Die Stellung war damit unhaltbar geworden. 
Der Rückzug mußte angetreten werden unter den schwierigsten 
Imständen. Die Truppen waren moralisch noch mehr geschlagen 
Is physisch. Napoleon konnte eine sehr rasche Verfolgung auf⸗ 
ehmen. Und im Rücken drohte Vandamme. . XAW. 
Schleswia⸗hol eimn. 
Altona. 27. Aug. Wertzuwachssteuer. Durch 
Ortsstatut. soll für die Stadt Altong beschlossen werden, daß 
»ie 50 00 der Wertzuwachssteuer, die bisher dem Reiche zu⸗ 
ielen, die aber nach den neuen Finanzgesetzen das Reich nicht 
aehr erhebt. der Stadtkasse zufallen. Die Stadt erhält somit 
5 00 der Wertzuwachssteuer, die das alte Reichsgesetz vor— 
chreibt. Die Mehrerträge sollen zur Herabsetzung der Grund— 
teuer benutzt werden. 
Kiüel, 27. Aug. Zu den Kosten des Löschwesens 
ahlt die Stadt 228000 M. Das macht auf den Kopf 
»er Bevölkerung etwa 1Muaus. In dieser Beziehung hat 
s der Kieler besser, als die Bürger fast aller anderen 
nößeren Städte Deutschlands mit Berufsfeuerwehr. Das Ge— 
zeimnis liegt in der verhältnismäßig kleinen Ausdehnung der 
dielet Berufsfeuerwehr, der ja noch acht gut ausgerüstete« 
dompagnien freiwilliger Feuerwehr zur Seite stehen. — 
kine Hundertjährige. Christine Kriegstein aus Krokau 
ollendete heute, 27. Aug., das 100. Lebensjahr. Die 18120 
n Laboe geborene Frau hat ihr ganzes Leben lang der 
zaus⸗ und Landwirtschaft ihre Kräfte gewidmet. Seit dem 
zahre 1891, also seit 22 Jahren, bezieht sie eine Altersrente. 
— Ausschußwahlen zur Ortskrankenkafse. In 
ie Wählerliste haben sich 843 Arbeitgebet und rund 7000 
Irbeitnehmer eintragen lassen. 
Neumünster, 27. Aug. Kirchenweihe. In der am 
Montag abgehaltenen Sitzung des Kirchenkollegiums wurde mit— 
zeteilt, daß bei der am 19. September stattfindenden Feier 
er Einweihung der neuen Anscharkirche General— 
uperintendent Petersen aus Kiel die Weiherede hält. Alle 
Bastoren in der Provinz, das Konsistorium und die Regierung 
a Schleswig erhalten zur Feier Einladungen. — Für die 
siesige Vicelinkirche wurde von einem Ungenannten eine 243 m 
sohe, vom Bildhauer Lesnick angefertigte Christusstatue im 
Werte von 15 000 Mägestiftet. 
Neumünster, 27. Aug. Durch Gurkensalat ver— 
riftet. Die Frau des Lederfabrikanten Karl Wiese erkrankte 
vor einigen Tagen nach dem Genuß ron überstandenem Gurken⸗ 
salat an Vergiftung und starb bald darauf. 
Segeberg, 27. Aug. Eröffnung der Kalkberg— 
õöhlen. Am ersten Besuchstag am Sonntag haben 271 zah— 
ende Personen das Innere unseces Kaltriesen besichtigt und es 
llle hochbefriedigt verlassen. Tie gewaltigen Hallen und die 
zigantischen Felssormationen machten auf den Beschauer einen 
iesen Eindruck. 
7 Großherzogtümer Medlenburg. 
Doberan, 27. Aug. Eine Hundertjahrfeier zur 
krinnerung- an das Gefecht bei Retschow wurde Sonntag beim 
Amaliensee im Idendorfer Forstrevier abgehalten. Gymnasial⸗ 
„rofessor Dr. Tetzner von hier hielt die Festrede. Dann wurde 
ine Gedenktafel enthüllt, die dem Gedächtnis der am 28. Aug. 
813 bei Retschow-Ickendorf gefallenen medlenburgischen freiwil— 
igen Jäger vom Regiment des Obersten Graf v. Osten⸗Sacken 
ewidmet ist. In diesem Gesecht warf die schwedische Division 
zegesack die Brigade des franzssfischen Generals L'Allemand 
iber Kröpelin auf Wismar zurück. Zu der Division Vegesack 
jehörten auch die medlenburgischen freiwilligen Jäger, die fich 
n dem Gefecht besonders herrorgetan hatten. Mit einer Anm— 
prache des Forstmeisters a. De v. Cofiel von hier und mit dem 
Fesangsvortragt„Vater, ich rufe dich“ wurde die Feier geschlossen. 
Pritzier, 27. Aug. Vom Bullengetötet. DTer Kuh— 
zirte Meincke in Goldenitz wurde im Viehstall von einem Bullen 
gestoßen und am Unterleibe so schwer verletzt, daß er, trotzdem 
ogleich ärztliche Hilfe geholt worden war, am nächsten Tage 
seinen Verletzungen erlaag. Meinkte iif 67 Jahre alt 
Aus den Nachbargebieten. 
Sanjestãdte. 
Hamburg, 27. Aug. Die Sparkassenräuber 
zannemann und Plog sind nach einer Nachricht der Po— 
zeibehörde der Stadt Peine, die in Wilhelmsburg eintraf, 
ereits am Abend des Raubtages in Peine eingetroffen und haben 
ei der Mutter des P., die Witwe ist, übernachtet. P. hat 
einer Mutter von der Tat nichts erzählt; beide haben sich am 
inderen Morgen mit der Angabe entsernt, nach Berlin reisen 
u wollen. Die Mutter las später von der Tat ihres Sohnes. 
Sdie fiel in Ohnmacht und erlitt einen Nervenschockk. Ihr Zu⸗ 
kand wurde so bedenklich, daß sie ins Krankenhaus geschafft 
verden mußte, wo sie noch vernehmungsunfälhig darniederliegt. 
GKleine Nachrichten) Fine unverdeckte Hut— 
radel hätte Dienstag einem jungen Manne beinahe die Seh— 
raft eines Auges geraubt. Auf der Haltestelle Berlinertor der 
ochbahn sprang ein junges Mädchen in einen Zug und drehte 
ch hastig nach ihrer nachsommenden Mutter um. Bei dieser 
Vendung bohrte sich die unverdeckte Nadel ihres Hutes dicht 
inter dem Auge in die Wange eines jungen Mannes und füate 
hmueine heftig blutende Verletzung zu. 
Großherzogtum Oldenburg und Fürstentum Lübed. 
Schwartau, 27. Aug. Tas Landesfest des 
ßustav⸗Adolf-Vereins konnte bei schönstem Wetter in 
er Waldhalle begangen werden. Eröffnet wurde es durch eine 
Insprache von Pastor Liec. Stülcken-Lübeck über Galater 6 
zers 2. Das ist die Aufgabe des Vereins, andern die Last 
agen zu helfen und so das Gesetz Christi zu erfüllen, das in der 
tiebe besteht. Taie zweite Ansprache von P. v. Wicht sührte un⸗ 
uüttelbar in die Arbeit hinein durch die lebensvolle und an— 
hauliche Schilderung der wirtschaftlichen wie der religiös— 
rchlichen Zustände Südamerikas, besonders Argentiniens, in 
zuenos Aires und Esperanzo. Nach einer Paufe, bei der der 
otte Verkauf der Festschriften. vor sich ging, von 
ꝛnen die über das eben Gehörte näher unter— 
chtenden bevorzugt wurden als Beweis für den 
efen Eindruck, den die Ansprache hinterlafsen, führte 
as eine dritte Ansprache des Superintendenten Lic. Rönnede 
die Geschichte der deutscheevang. Gemeinde in Rom. Alle 
rei Ansprachen klangen in dem einen fröhlichen Ton zusammen: 
; schafft nicht nur Segen, wenn wir den Glaubensbrüdern 
elfen, sondern es trägt uns seiber Segen ein, wenn wir an 
jeser Arbeit teilnehmen, die den Blick weitet, das Herz erhebt 
ud erquickt und über allem Streit die Hände und die Herzen 
usammenschlagen lehrt in dem einen Streben, die Lasten der 
indern tragen zu helfen. Nach einem kurzen, kräftigen, zur 
Irbeit aufrufenden Schlußwort des Superintendenten ging die 
rfreulich große Schar der Festteilnehmer auseinander, der Ein⸗ 
zrücke und Einblicke voll, die ihnen das Fest durch die Vorträge 
egeben. 
Lebewelt keinen Auklang gefunden, denn diesen Glücklichen 
chlägt keine Stunde. .. K. G. 
— * ¶ 
Wen Frauen lieben. 
Ueber die große Schicksalssrage, welcher Mann den Frauen 
im besten gefällt, haben sich eine Reihe der führenden eng⸗— 
schen Romanschriftstellerinnen im Strand Magagzine geäußert und 
jeten damit einen interessanten Beitrag zu dieser gewiß wich— 
zjen „Frauenfrage“. Den Anlaß zu diesen Meinungsäußerungen 
ot eine Stelle in einem Roman der vielgelesenen Dichterin 
lda Leverson. „Groß, stark und schön, mit mehr als durchschnitt— 
cher Klugheit. aber mit nichts Beunruhigendem darin, gut 
elaunt bei Possen, eifersüchtig in der Liebe — das ist wohl 
er Typus, den Frauen am meisten lieben. Es ist barer Unsinn, 
1sagen, daß Frauen eine Freude daran haben, tyrannisiert zu 
erden. Soweit man verallgemeinern kann. darf gesagt wer— 
en, daß Frauen am liebsten einen guten, tüchtigen Mann 
aben, dem sie immer trauen und den sie gelegentlich (wenn es 
otwendig ist) betrügen können.“ Auf diese Stimme antwortet 
un ein vieltöniger Chorus, der sich in Zustimmung und Ab— 
hnung temperamentvoll üußert. Besonders oft wird der 
höne Mann abgelehnt. „Sicherlich werden viele Frauen 
nen häßlichen Mann mit einer Seele einem Adonis ohne Seele 
orziehen,“ schreibt Adelaide Arnosd; „und wenn alle Frauen 
nen brutalen Menschen verabscheuen, werden viele heimlich 
nen, der sie beherrfscht, lieben.“ „Die Art Mann, die die 
rauen am meisten lieben,“ erkkärt Mrs. Ashew, „muß so 
ut aussehen, daß er in der Menge mitläuft, aber für den 
genannten schönen Mann habe ich nichts übrig. Er muß liebe 
rugen haben und ein starkes Kinn — nichts Gemeines im Gesicht. 
eir muß weise genug sein, um Kinder zu verstehen, und ein 
uter Freund von Hunden; Hunde mühten immer gleich zu ihm 
mmen.“ Für das Kindliche im Manne spricht sich auch 
Naud Yardley aus: „Als Liebhaber und Gatten wollen Frauen 
nen Mann, der, ganz gleich wie er aussieht, gut und lieb— 
eich ist zu kleinen Kindern und dummen Tieren.“ May Wynne 
t der Ansicht, daß ein schönes Gesicht kaum Frauen anzieht, 
agegen lieben sie nach ihrer Meinung sicherlich eine große 
vzestalt und Kraft; auch Maude Anneslen will Muskelkraft 
„urchaus nicht unterschätzt wissen. „Das scheint mir ein Teil 
„m Ideal des Mämslichen zu sein. Twoch auch dabei gibt 
s Ausnahmen. Wer würde z. B. nicht Heine geliebt haben?“ 
ihr Typ sieht folgenderwatzen aus: „Aeuhere Erscheinung un⸗ 
E 
wichtig. Stimme von großer Bedeutung, Temperament leiden 
chaftlich. aber nicht launisch, aufmerksam in Kleinigkeiten, takt— 
»oll. zuverläsfig, gutmütig, stark, lieberoll, klug natürlich, und 
rußerdem muß er Sinn für Humor haben.“ Nach Mariorie 
Bowen gibt es nur „eins, was die Frau dem Manne nicht 
„erzeiht: Willensschwäche. Physische Kraft ist vielen reizlos. 
die vier wichtigsten Eigenschaften eines Mames sollten nach 
ieiner Meinung sein: Mut, Klugheit, Heiterkeit, sympathisches 
VBesen, und wenn man hinzufügt: Liebenswürdigkeit und Edel— 
nut, dann ist die Volllommenheit erreicht.“ „Wenn man Gatten 
pie neue Hüte bestellen würde,“ meint Mrs. H. H. Penrose, 
dann würde zweifellos jedes Mädchen verlangen, daß ihr 
Nann groß, stark und schön „st. Aber wenn sie sich wirklich 
erliebt, so sieht sie in dem Gegenstand ihrer Neigung etwas 
ßollskommenes, mag er auch klein, gebrechlich und häßlich sein.“ 
Ränner, die von Frauen zu Ehemännern begehrt werden, müssen 
ach ihrer Meinung haben: „Gemeinsamkeit der Interefsen, ge⸗ 
uldige Gutmütigkeit. jenen Sinn für Humor. der die Räder 
es Lebens ölt, und endlich Charakterstärke.“ Andere der 
zachriftstelierimeen umschreiben anders jenes gewifse Etwas, das 
ie vom Manne verlangen. Sophie Cole fordert vor allem die 
fähigkeit des Verstehens. Mes. Philip Campion nennt 
ditterlichkeit die Eigenschaft, die am meisten anzieht, und 
Nay Edgington, die dem Aussehen nur ganz geringe Bedeutung 
eilegt. begeistert sich für einen Mann. der „Romantik 
nit sich bringt“. „Die Frau will täglich ihre reine Portion 
domantik haben; es können ein paar Worte sein, ein Blick, ein 
duß, eine Berührung, eine Blume.“ Das Gleiche fordert Mrs. 
Zaillie Reynolds von dem, den sie liebt, in der Fähigkeit des 
Rannes zu faszinieren. „Sie besteht in einer gewissen 
daltherzigleit, einer Fühigkeit, canz unbeeinflußzt von jedem Ge— 
ühl zu erscheinen.“ Die Selbstsüchtigen und die Kalten haben 
ach ihr das meiste Glüch. Es fehlt auch nicht die Frau, die 
m Mann den guten Kameraden sucht, und eine Menschen⸗ 
ennerin definiert das Ideal in dem paradoxen Satz: „Ich 
enke, daß wir Frauen die Art Mann am meisten lieben, von 
er wir zu Anfang denken, wir könnten sie am wenigften lieben.“ 
zene Haubgötter mit allen mönlichen Tugenden würden auf 
ie Tauer unendlich kangweilig werden, während die 
echte Mischung von Fehlern und Tugenden stets von neuem 
ateressiert. Mrs. Alfred Sidgwick aber möchte schon einen solchen 
kugendhelden haben, wenn sie nur nicht — so schredkläch 
elten wären E.O.
	        
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