Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wocyhentlich 13mal (Wochentags morgens un 
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preis für das Vierteljahr 3,830 Mart einschließlid 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
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mzeigenpreis (Ausgabe 4 und B) für di« 
deile 20 Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
b5 Pfg., für Auswãrtige 80 Pfg., f. Geschãftl. Mit⸗ 
lungen 1Ml. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
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Amtsblatt der freien und Hhansestadt Lübect 63. Jahrgang Uachrichten für das herzogtum Lauenburg, di 
beiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt : ean cu zürstentümer Katzeburg, Lübed und das angren 
πεασεσεεεσσσεσεσσσεισισεσασασεεεσεοννενεον Llh , zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. H. m Lübed. — Geschäftsstelle Adrebaaus (Ksonigstr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
Aus⸗ 
Erstes Blatt. hierzu 2. Batt. 
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Umfang der heutigen Nummer 6 Seiten. 
Nichtamtlicher Cel. 
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3. Reichsdeutscher Mittelstandstag. 
Machdruck verboten.) 8S. &H. Leipzig, 24. Aug. 
II. 
Gestern nachmittag begann die Gelamtausschußsitzung und 
die ordentliche Hauptversammlung des Reichsdeut— 
schen Mittelstands-Verbandes. 
Der Vorsitzende Bürgermeister Eberle Mossen) eröffnete 
ie mit der Mitteilung, daß in der geschlossenen Hauptoor—⸗ 
tandssitzung ein Beschlußz gefaßt worden sei, wonach die ein— 
zelnen angeschlossenen Verbände keine eigenen Kandidaten zu 
»en Reichstags- und Landtagswahlen aufstellen dürfen. Wi— 
origenfalls sollen die betreffenden Verbände aus dem Ver— 
band ausgeschlossen werden. 
Der Vorsitzende hieh dann die Eischienenen willkommen, 
darunter als Vertreter des Reichsschatzamtes Geh. Regierungs— 
rat Kästner (Berlin). Er ging sodann auf das Gesfetz ũüber das 
Petroleummonopol ein, das in einer besonderen Ver⸗ 
sammlung der Detaillisten und der übrigen Petroleuminter— 
essenten einer Beratung unterzogen worden sei. Redner be— 
onte, man sei nach einer Aussprache zu der Ueberzeugung 
zelangt, daß das Gesetz mittelstandsfreundlich wirken kbönne. 
Der Reichstag möge sich bei den Beratungen über das Gesetz 
»or Augen halten, daß in dem Gesetz die Möglichkeit liege, den 
detaillistenstand in einer Weise zu fördern, wie das bisher noch 
nie möglich war. Man müsse zeigen, daß man nicht mit leeren 
Worten Mittelstandsfängerei treibe, sondern als Mann sein 
Wort als Mittelstandsfreund einlösen wolle, wenn die Ge— 
egenheit dazu geboten ist. Lassen Sie sich nicht durch das 
Schlagwort vom Staatssozialismus, der in dem Gesetz ent— 
jalten sein soll, die Freude am Gesetz verderben. Das Gesetz 
pietet die Möglichkeit, daß sich der organisierte Mittelstand in 
arganisierter Selbsthilfearbeit in ihm entfalte. 
Die Versammlung billigte hierauf die von der Detaillisten— 
Versammlung angenommene, von uns mitgeteilte Resolution 
iber das Petroleummonopol. 
Hierauf begründete der Vorsitzende Bürgerme'sler Eherle 
solgende Resolution: 
„Da trotz der wiederholten ernsten Vorstellungen des Re chs⸗ 
eutschen Mittelstandstages und anderer bedrutsamer Vertre— 
ungen die zuständigen Stellen keine gesetzgeberischen Maß—⸗ 
iahmen zum besseren Schutz der gewerblichen Betriebe gegen 
——A richtet der 
3 8 J 
Offizierstöchter. 
Roman von Paul Grabein. 
I10. Fortsetzung.) Machdruck verboten.) 
Das Gespräch mit dem Vegleiter wurde denn auch eigent— 
ich von Astrid geführt. Sie hatte es alsbald auf den gestrigen 
Abend gebracht, auf Heinz Keßler. Astrid äußerte sich in ihrer 
lebhaften Weise rückhaltlos, ichwärmte von der bestechenden 
Bersönsichkeit des gefeierten Schaupielers und warf dann hin: 
„Uebrigens habe ich heute vormittag etwas sehr Inter— 
essantes von ihm gehört: er soll ja früher Offiziet gewesen 
ein — sogar Kavallerist, bei einem ganz feudalen Regiment“ 
„Was Sie sagen!“ 
Und auch Gerda horchte auf. 
„Wo soll er denn gestanden haben?“ fragte Kyllhburg 
veiter. 
.TDas wußte Tilly“ — Astrid sprach von ihrer Freundin — 
‚selber nicht genau. Es soll aber, so meinte sie, drunten 
u Sũde und Westdeuischland gewesen sein. Bei einem Dragoner⸗ 
Reqiment.“ 
„Tas ist ja in der Tat ganz interessant.“ 
„Richt wahr? Doch riesig! Sagen Sie, sieber Herr Kyllburg. 
önnten Sie denn nicht mal rauskriegen, ob an der Sache 
virklich etwas dran ist?“ 
Kyllburg sann einen Moment nach, dann nickte er. 
„Vielleicht doch, Fräulein Astrid. Ich werde mal mit 
Zauptmann Riemeister sprechen. Der ißt ja mittags immer in 
»er „Traube“, und soviel ich weib. speist Keßlet auch dort 
in der Tafel.“ 
Der berühmte Gast war nämlich noch zu einem zweiten 
Uuftreten verpflichtet worden, am morgigen Mittwoch, und 
veilte daher mehrere Tage hier im Städtchen. 
Die drei waren inzwischen in die Wallstraße gekommen, 
nit ihren alten schattigen Linden in der Mitte die beliebteste 
Promenade der Stadt. Sie trafen daher um diese Stunde im 
angsamen Tahinfchlendern sehr viele Bekannte. Knllburg siellte 
es fest und fügte mit einem Lächeln zu Astrid hinzu: 
„Es scheimt ja heute alles mobil gemacht worden zu sein. 
Offenbar die Wirkunag des inferessanten Besuchs. Tie Damen- 
Montag, den 25. August 1913. 
Abend-Blatt Nr. 428. 
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Dritte Reichsdeut'che Mittelstandsstag nochmals das dringende J mit Mehl und Brot sichern. DTer 3. Reichsdeutsche Mittelstands— 
ẽrsuchen an die deutschen Bundesregierungen und den Deut— tag richtet daher an die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches 
hen Reichstag, baldigst durch ein besonderes Gesetz für einen ind der einzelnen Bundesstaaten die dringende Bitte, geeignete 
virksameren Schutz der Arbeitswilligen zu sorgen und dem Naßnahmen zum Schutze des mittleren und kleineren Mühlen— 
Nikbrauch der Koalitionsfreiheit entgegenzutreten. Der Reichs— jewerbes zu treffen, und zwar durch 1) Einführung einer mit 
»eutsche Mittelstandsstag bedauert, daß die Mehrheit der Reichs— »er vermahlenen Menge staffelförmig steigenden Umsatzstener, 
agsabgeordneten bei der Beratung der Angelegenheit auf die der einer gerechten, die Bedürfnisse des mittleren oder kleinen 
atsächlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Gewerbes so Hühlengewerbes berücssichtigenden Kontingentierung der Mehl— 
zenig Rücksicht genommen hat, und schlicktt sich im übrigen den rzeugung in Verbindung mit einer hohen Steuer für die Ueber— 
zorschlägen des 16. Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer— chreitung der zugewiesenen Kontingente; 2) Wegfall der Aus— 
ages in Halle an.“ uhrvergütung für deutsches Getreide, so lange der einheimische 
Der Resolution wurde ohne Debatte zugestimmt, ebenso der dörnerbau den inländischen Bedarf nicht zu deden vermag 
»Agenden Entschließung: ind mithin infolge der Getreideausfuhr Mangel an Brotgetreide 
„Der Dritte Reichsdeutsche Mittelstandstag sieht in der m eigenen. Lande entsteht; 3) durch eine gerechte, den Welt⸗ 
bwehr des in Deutschland vordringenden englisch-amerika— erhãltnissen entsprechende Staffelung der Getreide- und Mehl— 
ischen Tabaktrusts eine wichtige Aufgabe deutscher Wirtschafts— rachten auf den Eisenbahnen.“ Die Resolution wurde ange 
olitik und vor allem deutscher Mittelstandspolitik.“ ommen. — Nach der Vornahme von Wahlen wurde die Tages⸗ 
Sodann begründete Bädermeister Schödemann (Dresden) rdnung für die heutige HAupttagung gebilligt und darauf 
Igende Entschließung: „Der 3. Reichsdeutsche Mittelstandstag »ie Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. 
mLeipzig geht in der Frage „Schutz von Handwerksbetrieben Heute vormittag wurde unter überaus zahlreicher Beteili⸗ 
egen Ansprüche der Nachbarn wegen Belästigung durch Geräusche“ uung die Haupttagung des 3. Reichsdeutschen Mittelstandstages 
rit dem Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag in Halle röffnet. Ter Vorsitzende Bürgermeister Eberle Mossen) brachte 
and in Hand und gibt dazu solgende Erklärung ab: Die in Hoch aus den Kaiser und den König von Sachsen aus, 
erschiedenen Prozesse, die in jüngster Zeit unter Auslegung in die Huldigungstelegramme gesandt wurden. Von Behörden 
er Geräuschparagraphen eine tiefgehende Beunruhigung des aren vertreten das Reichsamt des Innern durch Geh. Reg.Ra 
ewerbestandes herbeigeführt haben, veranlassen“ den 3. Reichs— Lach, das Reichsschatzamt durch Reg.Rat Kästnenr, das Reichs- 
ꝛutschen Mittelitandstag zu Leipzia zu dem dringenden Erfuchen ostamt durch Postrat Walther. — Nach verschiedenen Be— 
a die gesetzgebenden Stellen, Maßnahmen in Erwägung zu ritzungsansprachen sprach der Vorsitzende für das Handwerk im 
»hen, um Handwerks⸗ und Gewerbebetriebe gegen ungerecht— andesausschuß Rheinland und Westfalen Kükelhaus Esien) 
rtigte Ansprüche der Grundstücksnachbarn zu schützen. Insbe— ber „Wirtschattliche Gemeinschaftsarbeit von ge 
ndere legt er dagegen Verwahrung ein, daß die geringen derblichen Mitte stand, Industrie und Vandwirtschaft“. Die ge— 
nd nur kurze Zeit anhaltenden Geräusche, die die Tätigkeit ieinsamen Interessen dieser drei Berufe hätten es mit sich ge— 
ner Knetmaschine in Bäckereibetrieben hervorruft, als unzu— racht, daß eine wirtschaftkiche Gemeinschaftsarbeit der dre' 
issig bezeichnet werden und daß den Betrieben eine solche roßen gütererzeugenden Stände beschlossen wurde auf folgender 
Naschine von den Gerichten verboten wird.“ Die Entschließung rundlage: 1) Zusammengehen der drei Gruppen zwecks gegen⸗ 
urde angenommen. Nach Besprechung von Organisationsfragen. itiger wirtschaftlicher Unterstützung und Bekämpfung der Aus— 
robei die Fortsetzung der Begründung von Landesausschüfsen üchse im Organismus unseres Wirtschaftslebens; 2) Aufrecht- 
eschlosser wurde, berichtete der Geschästsführer des Rhein. haltung der Autorität in allen wirtschaftlichen Betrieben; 3) 
bestfälischen Tischler-Innungsverbandes Kükelhaus-Essen— chutz der nationalen Arbeit, Sicherung angemessener Preise und 
duhr) über die Notwendigkeit einheitliche Kalkulations— zchutz der Arbeitswilligen; 4) Bekämpfung der Sozialdemo 
rundlagen. Er betonte in seinen Ausführungen, daß die ratie und sozialistischer Irtrlehren. — Es soll nicht eine Ver 
estsetzung eines angemessenen Preises nur auf Grund genauer hmeszung stattfinden in der Weise, daß die drei großen Be— 
Zalkulation erreicht werden zönne. — Weiter referierte der ifsstände sich in einer einheittlichen Organisation zusammen— 
chriftführer des Teutschen Müherbundes Theodor Fritsch hließen. Jeder Berufsstand joll vielmehr für sich arbeiten. 
Leipzig) über den Existenzkampf des Mül—lergewer— dur solche wirtschaftlichen Fragen, die allen drei Ständen ge⸗ 
es. Er legte seinen Ausführungen folgende Resolution neinsam sind, sollen, wenn Einstimmigkeit erzielt wird, ge— 
ugrunde: „Die Erhaltung der Mittel- und Kleinmühlen ist im reinsam behandelt werden. Zu diesem Zwede werden Kartelle 
zinteresse der brotverbrauchenden Bevölkerung und der Land- ebildet. und zwar ein Reichsausschuß, den Vertreter der Zentral⸗ 
irtschaft dringend notwendig, da sie für den unmittelbaren orstände bilden, Provinzial- oder Landeskartelle, in denen 
okalen Bedarf und Absatz unentbehrlich sind sowie bei kriege— ie Führer der provinziellen Organisationen vertreten sind, und 
ischen Verwicklungen, inneren Krisen und langanhaltender Unter— hrießlich Ortskartelle, in welche die örtlichen Oraamsationen 
srechuna des inneren Frachtverkehrs die Nersoraung des Nosfes hro Polenierie entsenden «eif-»y0 
welt hofft, dem grotzen MWimen auch mal auf der Straße zu 
egegnen.“ 
„Ach, glauben Sie wirklich?“ 
Und Astrid spähte von jetzt ab gespannt die Promenade 
inunter, ob Keßlers Gestalt nicht irgendwo auftauchte. 
Auch Gerda kam der Gedanke: wenn er jetzt plötzlich vor ihr 
tehen, ihr im hellen Schein des Tages aus nächster Nähe ins 
luge sehen würde? Und jene seltsame, dunkle Unruhe kam 
lsbald wieder über sie. Aber nie ließ das nicht erst Gewalt 
ber sich gewinnen. Wie töricht auch! War sie denn ein 
indischer Backfisch? Und das nüchterne Licht des Tages schien 
hr die Ruhe, die Klarheit ihres Empfindens bald wieder— 
ugeben. 
„Wir wollen doch hier linls abbiegen,“ entschied sie, sehr 
um Bedauern Astrids, „ich habe bei Tengelmann noch ein 
aar Besoraungen. Wenn Sie's langweilt, Herr Kyllburg — 
nitte, genieren Sie sich nicht.“ 
„Aber nicht im mindesten. Wenn meine Gegenwart nicht 
imgekehtt die Tamen geniert, beim Einkaufen —“ 
Gerda schüttelte mir den Kopf. da aging er weiter mit 
hnen. 
Tie Besorgungen waren erledigt, die drei traten wieder 
ius dem Geschäft. Aber kaum gingen sie ein paar Schritte, 
a stieß Astrid in aufgeregtem Flüsterton plötzlich hervor: „Du 
— da kommt er ja!“ 
Keßler, der bisher durch eind Gruppe von Passanten ver— 
eckt worden war, stand Gerda so plötzlich gegenüber, daß sie 
rschrocken zusammenfuhr. Nun bemerkte auch er die beiden 
Damen, und im selben Moment ging eine leichte Bewegung über 
eine Züge. Kein Zweifel, auch er erkannte sie wieder. Sein 
luge — es hatte heute. bei Tag, ein ganz verändertes Aus— 
ehen, erschien ihr heller, stahlgrau und etwas verschleiert — 
treifte im Anblichen Gerdas Gesicht, wie in einem ganz, ganz 
jeheimen, diskreten Grüßken. und dann war er schon wieder 
orübet. 
Gerda strömte das Blut, das sich ihr in diesem einen 
Homent des Erschrecens im Herzen gestaut hatte, mit ver— 
oppelter Gewalt in den Körper zurüch. Und sie fühlte, wie 
* ihr heiß in die Wangen stieg. Grade, als jetzt Kyllburgs 
Zlick sich ihr zuwandte wie in einem stummen Fragen. einem 
eisen Erstaunen — so schien es ihr wenigstens. Und unter 
iesem Blid färbten fich ihre Wangen noch einen Schein höher. 
Vas würde er nun von ihr denken? Sie ärgerte sich heftig 
ber sich und über Keßler. Taäeser wildfremde Mensch. für den 
ie nicht das mindeste Interesse hatte — nicht das allermindeste! 
— wie kam er daau. sie so amrusehen? Mas gab ihm ein 
decht? 
Es war gut, daß jetzt wenigstens Astrid — natürlich ganz 
ius dem Häuschen! — Kyllburg so mit Beschlag belegte, daß 
r sich nicht weiter um sie kümmern komte. So fand sie dann 
hließlich ihr Gleichgewicht wieder, und fie hatte nichts da— 
jegen, als schließlich Astrid vorichlug, ihren kleinen Straßen⸗ 
ummel durch eine Tasse Tee bei Rasmussen abzuschließen. 
In der Konditorei war nicht mehr viel Platz. Aber die 
rei fanden doch noch einen Ecktisch, wo fsie ein wenig für sich 
lieben. So saßen fsie nun schon ein Weilchen, als plötzlich 
dieder die Tür ging und ein enzelner Herr eintrat — Heinz 
deßler. 
Diesmal hatte sich Gerda völlig in der Gewalt, und als 
Zyliburg auch jetzt wieder mit esner gewissen leisen Spannung 
u ihr hinsah, da gewahrte er an ihr jene kühle Ablehnung, 
ie er in gewissen Momenten an ihr kannte. 
Im ersten Augenblick regte sich etwas wie eine geheime 
freude in ihm. Es war ja lächerlich, aber er hatte in der 
'at eine Art Eifersucht empfunden. vorhin. wie er die anschei— 
ende Verwirrung Gerdas beim Anblick Keßlers bemerkt hatte. 
lso dieser durfte sich doch nichts einbalden. Ihre Mienen jetzt 
viesen ihn nur allzu deutlich in die gehörige Tästanz zurüd. 
lber wie er so Gerdas schönes, abweisendes Gesicht betrachtete, 
a kamen ihm plötzlich wieder andere Gedanken. 
Diese so betonte Ablehnung — lag darin nicht vielleicht 
rerade etwas, was doch auffallend war? Warum ein solcher 
—DDD 
etan? 
Er kannte ja Gerda nur allzu gut. Gewiß, für jeden 
Zritten lag in ihren Mienen wohl nichts anderes als eine 
ewisse leis-hochmütige, kühle Indifferenz. Aber ihm entging 
och nicht das ganz leise Vibrieren der feinen Nasenflügel und 
in laum merkliches Flirren im Blid — die Anzeichen einet 
meren Frregung und gemaltsamon MMsannung
	        
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