Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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VPio, fur Auswartige do Pfo. s. eshasu. Ru⸗ 
eilungen 1M. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwleriger 
Sat den Auforderungen enfinrechend 65ber. G 
zeilagen: Vaterstãdtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübed 163. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt *8 —— ——— gürstentũmer Ratzeburg, Lũbed und das angren 
EEEEEEEEEEEEE ——— “ —E — ende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Hruck und Verlag: G ebn rüder Borchers G. m. b. S. in Lübeck. — Geschäftsstelle Adreßyaus (Königstr. 46). Fernspre cher o000o u. 8001. 
Montaq, den 25. Auqust 1913. 
— 
Ar⸗ 
Moraoen⸗Blatt NUr. 427. 
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Ein lebeusmüder Einbrecher. —VV 
DT. Gustrow i. M., 24. Aug. Im hiesigen Unter uchungs⸗ 
zefängnis erhängte sich der Einbrecher Homann. Er hatte 
iele Einbrüche im Osten von Mecklenburg und Vorpommern 
»erübt, und sollte sich deshalb demnächst vor der Strafkammer 
rantmorten 
dichtamtlicher Teil. 
— — — 
Deutsches Reich. 
Die banerische Regierung zur Feier in Kelheim. Muüu 
22. Aug. Zur Gedächtnisfeier in der Befreiungshalle v⸗ 
heim bringt die Bayerische Staatszeitung eine hochoffiziöse 
trachtung, in welcher außer der Teiinahme des Kaisers, der Bun— 
desfürsten und der regierenden Bürgermeister bauptsächlich das 
Erscheinen des Reichslanzlers. des Statthaiters von Elsaß-Loth- 
ringen und des obersten Richters des Reiches besonders hervor⸗ 
gehoben und betont wird, daß nach dem Wunsche des Re— 
genten möglichst weite Kreise zur Feier herangezogen wurden. 
Am Schlusse heißt es: „Die Feier in Kelheim wird dem bayeri⸗ 
chen und mit ihm dem ganzen deutschen Volke eine Stunde 
ankbarer Rückschau auf die Größze der Opfer bringen, die 
Deutschland vor hundert Jahren für die Befreiung vom Joch 
»er Fremdherrschaft gebracht hat, ‚.e wird die Gedanken aller 
oaterländisch gesinnlen Teutschen nach Bayern lenken, vor ganz 
Deutschland wird sie Zeugnis ablegen davon, wie festverankert 
in Bayhern der Reichsgedanke ist, und wie stark die Bande sind, 
die Bayern mit den zum Deutschen Reich zusammengeschlossenen 
Staaten und Stämmen verknüpfen. Die deutschen Bundesfürsten, 
zeschart unr Se. Majestät den deutschen Kaiser, werden durch ihre 
Anwesenheit bekunden, durch weich innige Gemeinschaft sie sich 
mit den grohen Erinnerungen des deutschen Volkes, durch welch 
freue Sorge sie sich mit seinen Gegenwartswünschen und Zu— 
kunftshoffnungen verbunden fühlen. Ter Tag von Kelheim 
vird eine Feier der Fürsten und des Volles werden, eine Feier, 
über welcher der Sauch des Geistes jener Treue schweben wird, 
die seit altehrwürdigen Jahrhunderten Deutschlands Fürsten und 
Stämme aneinanderkettet. Die Eindrücke dieses vaterländifchen 
Gedächtnistages werden die flüchtiden Stunden überdauern; 
dieser Tag will den Kreisen, die die Grundlage der staatlichen 
Drdnung zu erschüttern trachten. neuerdings Feigen, daß eine 
Kundgebung der Vaterlandsliebe, des nativnalen Stolzes und 
der monarchischen Treue, wie die Kelheimer Feier sie darstellt, 
ʒei der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes eines 
aufrichtigen Widerhalls sicher ist, den sie dem Ausland gegen⸗ 
über unzweideutig zum Musdruch bringt, über alle Schranken 
weg, die wirtschaftliche, politische und konfessionelle Gegensätze 
zwischen den Parteien aufrichten wögen, das ganze deutsche Vost 
sich in Treue die Hand in jenen Stunden reicht, die dem Ge— 
dächtnis seiner Größe, die seinem Ansehen in der Gegenwart, 
seiner Stellung in der Zukunft geweiht find.“ 
Die Reichstagsersatzwahl in Ragnit⸗Pillkallen. Das Ge— 
jamtergebnis der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreis Ragnii 
Pillkallen ist: Es sind abgegeben für GGotrschalf ons.) 
2452, für Ventzki (natlib.) 5983, für Hofer (Soz.) 3241 
Stimmen. 11 Stimmen sind zersplittert. Gottschalk ist ge— 
wählt. Bei der Wahl 1912 hatten von 21884 Wahlberech⸗ 
tigten 19 220 gewählt. Der Konservative, Graf von Kanitz, 
erhiele damals 10032, der nationalliberale 6216, der sozial⸗ 
demoltatische Kandidat 2964 Stimmen. 
DT. Reichstagserfatzwahl Dresden⸗Neustadt. Die Ersatz⸗ 
vahl für den verstorbenen Reichstagsabgeordneten Kaden int 
J. sächsischen Reichstagswahlkreis, Dresden-⸗Neustadt. ist auf 
den 10. Okt. festgesetzt worden. 
DT. Zur Lage in Hamburg. In einer Besprechung der 
Vertreter des Werftarbeiterverbandes mit den Werftleitungen, 
erklärten die Vertreter des Werftarbeiterverbandes, daßz sie 
ietzt bereit seien, die Arbeit durch Vermittelung der Arbeits- 
nachweise wieder aufzunehmen. Der Beschluß der Werftarbeiter 
soll den Werftleitungen bis Montag früh zugehen. Die Arbeit- 
aeber erklärten sich darauf, wie gemeldet, bereit, am Dienstag 
pormittag die Arbeitsnachweise wieder zu öffnen und die Ver⸗ 
nittelung der Arbeit aufzunehmen. 
Ein Reichstagsgericht für Wahlprüfungen? Beim Wieder⸗ 
zusammentritt des Reichstags wird sich die verstärkte Geschäfts— 
ordnungskommission im Zusammenhang mit dem Antrag Basser— 
mann, die Wahlprüfungen einer richterlichen Instanz zu über—⸗ 
tragen, mit einem Vorschlag auf Errichtung eines Reichstags⸗ 
gerichts für Wahlprüfungen zu befassen haben. Der Vorschlag 
jeht dahin, dieses Gericht mit fünf Mitgliedern aus den Reihen 
der Reichsgerichts- und Oberverwaltungsgerichtsräte und einem 
rechtskundigen Mitgliede des Reichstags zu besetzen; die Er— 
hehungen und Vernehmungen über Unregelmäßigkeiten sollen 
besonderen Ermittelungsrichtern übertragen werden. Das Ver— 
fahren vor dem Gericht ist solgendermaßen gedacht: Nach Be— 
chaffung des Tatsachenmaterials wird Termin zur Hauptver⸗ 
handlung angesetzt und die Beweisaufnahme durchge⸗ 
führt. Auf die Hauptvorhandlung sollen die Bestimmungen ũber 
die Oeffentlichkeit des Strafverfahrens Anwendung finden. 
Die Hauptverhandlung hat am Sitz desjenigen Landgerichts 
tattzufinden, in dessen Bezirk der den Wahlprotest betreffende 
Wahlkreis liegt. Das Reichstagsgericht teilt seine mit Gruünden 
versehene Entscheidung unter Feststellung des Ergebnisses der 
Beweisaufnahme dem Reichstag innerhalb drei Tagen mit. In 
Fällen, in denen der dringende, durch Tatsachen hinreichend 
gestützte Verdacht besteht, da ein Mandat durch unlautere 
Mittel und gröbliche Verletzung der geltenden Bestimmungen 
8— 
erobert worden ist, soll dem Reichstagsgericht das Zecht zu— 
tehen, durch einen Beschluh die Ausübung des Mandats vor⸗ 
äufig zu untersagen. Die richterlichen Mitglieder dieses Ge— 
ichtshofes sollen möglichst ständig dort tätig sein, damit nach 
ind nach eine gleichmäkßige Praxis in die Entscheidungen über 
Bahlproteste eingeführt wird, die für die Wählerschaft als 
ichtschuut dienen kann. Wenn diese oder ähnliche Vorschläge 
ch verwirklichen sollten, wäre das nur mit Freude zu begrüßen. 
zerade wir haben immer wieder und wieder auf die unhalt⸗ 
aren Zustände unserer bisherigen Erledigung der Wahlprü— 
ungen hingewiesen, die nachgerade drohten, zum Geslpött der 
Welt zu werden. 
Luftfahrt. — 
W. Hamburg, 24. Aug. Referendar Caspar, der heute 
nittag auf dem Flugplatz Fuhlsbüttel zum Fluge nach 
Zeipzig starten wollte, beschädigte beim Start die Gotha— 
Taube so stark, daß er den Flug aufgeben mußte. 
kaspar und sein Passagier Plagemann blieben unvoerletzt. 
W. Rouen, 2q. Aug. Bei dem heutigen Wasserflugzeug⸗ 
vettbewerb auf der Strecke Paris-Deauville stür ztte infolgt 
ines Motordefekts das Flugzeug des Fliegers Mon— 
ralent ab. Der Flieger und der Passagier wurden aus dem 
Ipparat herausgeschleudert und getötet. 
Krawalle beim Variser Zapfenstreich. 
Paris,. 24. Aug. Beim Zapfenstreich am Sonnabend er— 
igneten sich wieder die üblichen Slandale. Trotzdem der Zug 
vorn und an den Seiten durch eine große Zahl von Polizisten 
zjesichert war, erschienen plötzlich im Rücken des Zuges etwa 
300 Anarchisten und Apachen aus den Festungsgräben und be— 
zannen unter furchtbarem Gebrüll und Schießen einen Sturm 
ruf die Cafés und Läden. Besonders in der Rue 
3Zolivart sind die Verwüstungen außerordentlich groß. Neben 
en zertrümmerten Gaskandelabern lagen zerbrochene Bänke, 
ztühle, Flaschen usw. Sogar das Häuschen des Polizeipostens 
er Straße wurde zum Teil zerstört. Die Anarchisten hatich 
ie zum Schutz der jungen Alleebäume dienenden Eisengitter 
erausgerissen, um sich der einzelnen Eisenstäbe als Waffen zu 
edienen. Ein Kaffeehausbesitzer haste um Mitteracht den 
lücklichen Einfall, die Feuerwehr zu alarmieren; ihr Er— 
cheinen genügte, um endlich die letzten Exzedenten in die 
Fxlucht zu jagen. Schon als die Musi kdes 31. Regiments 
zie Katerne verlassen hatte, wurde sie mit Lärmen und Pfeifen 
empfangen, worauf die Polizei drei Verhaftungen vornahm. Dn 
der Rue Crimse fanden ebenfalls Ausschreitungen statt. Die 
Mamestanten hatten sich in mehrere Gruppen geteilt und be— 
annen rerolutionäre Lieder zu sinden. Nachdem die Polizei die 
Nuhe wiederhergestellt hatt, wickelte sich der Zapfenstreich bei 
ollkommener Ruhe ab. Kaum waren die Soldaten in die Ka— 
zrnen eingerückt, als die Demonstranten auf der Straße die Ja⸗ 
ernationole sangen, verschiedene Cafés besetzten und von dort 
ius die Polize mit Gläsern und Flaschen bewarfen. Zu gleichet 
zeit entstand im Quartier Belleviklle ein Krawall. 
Man löschte die Gaslaternen aus und schlug die Jensterscheiben 
iller nur erreichbaren Geschäfte ein, worauf es zu einer förm⸗ 
ichen Schlacht zwischen den Ausschreilenden und den Schutzleuten 
am, in deren Verlauf es auf beiden Seiten viele Verleßungen 
zab. Das Publikum und die Variser Zeitungen find außer sich 
iber die Planlosigkeit der Polizei, die es 300 aus den Vor— 
rten und den Festungsgräben ommenden Burschen ermöglichte, 
über ein Aufgebot ron mehreren tausend Polizisten zu triumphie⸗ 
ten und drei Stunden lang über einen dicht bevölkerten Stadt⸗ 
teil eine mahre Schredengherrichaft auszitüben. 
W. Petersburg. 24. Aug. Der französische Botschafter in 
I Delcafssé, it mit Urlaub nach Baris 
abgereist. 
—— Söonningen a. d. Ahr, 24. Aug. Beim Abhruch der 
siesigen alten Ahrbrücke stürzte gestern nachmittag der 
etzte noch, stehende Bogenplötlich ein und ershrus 
ietArbeiter. 
W. Gablonz, 24. Aug. Gestern nachmittag erschien ein 
legant gekleideter Mann im Kassenlokaldes Spar-und 
Vorschubpereins und feuerie fünf Schüsse auf die dort 
efindlichen drei Beamten ab. Einer von ihnen erwiderte das 
xeuer und traf, den Räuber ins Bein. Diefer fluchtete, 
ourde aber von der herbeigeeilten Menschenmenge festgenommen. 
Der Täter ist ein Baumeister Emil Fügner aus Rarschendorf 
ei Reichenberg. Von den überfallenen Beamten ist einer iebens 
efährlich, die beiden anderen sind leicht verletzt. Fügner hat 
en Uebertsall wahrscheinlich begangen, um sich für die Abloh— 
ung seiner Arbeiter in den Besiß von Geldmifteln zu seten. 
cr war gestern früh von seiner Kanzlei weggefahren und häkte 
erklärt, er werde sich in Reichenberg Geld verschaffen. 
— Der Baumeister Fuegner hat bei der Polizei ein⸗ 
gestauden; eine Beraubung der Kasse beabsichtigt zu haben. 
Zur Täuschung der Beamten war er im Automobil vor der Bant 
»orcefahren und hatte einen Wechsel präsentiert, schoß aber 
erst, als nur ein einziger Beamter im Kassenraum anwejend war. 
W. Laudro (Tirol). 24. Aug. Bei Landro ist ein Wagen 
Meter tief abgestürzt. Di eInsaßsen, der Divisions⸗ 
ommandeur Frhr. v. Kirchbach und der Brigadekommandeur 
ßoigringer, welche sich auf einer Dienstfahrt befanden, sowie 
ein Diener sind leicht verletzt. Maior Buzek erlitt einen Arm- 
—XXC 
ur — 
fusland. 
Belgien. 
Ein internationaler Koloniallongreß wird vom 24. bis 
O. Aug. in Gent stattfinden, an dessen Spitze die markantesten 
ßersönlichkeiten der belgischen Kolonialwelt stehen werden. Es 
verden aus dem gesamten, an der Angelegenheit beteiligten 
usland Delegierte, erwartet. Der Kongreß wird in vier 
zeklionen geteilt sein, deren jeder eine besondere Frage zum 
-tudium zugewiesen wird, so: die Weißen in den Kolonien. 
as Eingehborenen-Milieu, die allgemeine Organisation und das 
vnischaftliche Reaime in den Kolonien. 
Frankreich. 
PT. Ausschreitungen gegen deutsche Bauarbeiter. Schwere 
lusschreitungen wurden in Toul gegen elsässüsche Bauarbeiter 
eggangen. 15 Arbeiter waren von einem Unternehmer in Mul— 
ausen angeworben worden, um in Toul bei den Kasernenbauten 
zetonarbeiten auszuführen. Als sie die Arbeit oufnehmen 
„olten, wurden sie mit Schmährufen empfongen und schüeß 
h drang der Poͤbel, mit Stöcken und Werkzeugen bewaei. 
uf, sie ein, so daß die Arbeiter die Arbeit auf der Stelle 
erlassen und unter Zurücklassung ihrer Habseligkeiten flüch— 
en mußten. Polizeilicher oder militärischer Schutz war nicht 
u erhasten. Erst in Nancy, wohin sich die Veufe begaben, 
ahm sich ein Polizeioffizier ihrer an. — Die sfranzöfischen 
zehörden haben bereits die nötigen Schritte zur Nuff.ärung 
er Angelegenbeif gemacht 
Chinea 
„Der Zwischenfall von Nanking erledigt. Nach den vor⸗ 
egenden amtlichen Nachrichten haf der Fuͤhrer, der chinesischen 
lufständischen Hohainin dem deutschen Konsul in Nanking und 
sem Kommandanten des Kreuzers Emden“ ichriftlich sein Be— 
auern wegen des gemeldeten Vorfalles ausgesprochen Da— 
nit ißf der ZWwischenfall erledigt 
— — — — ——— — — — — 
Neueste Nachrichten und Telegramme. 
Bom Balkan. 
Die Adrianopeler Frage. 
W. Sofia, 24. Aug. Die Nachricht aus Konstantinopel, daß 
wischen der Türkei und Bulgarien direkte Verhandkun— 
en betreffend Adrianopel eingelettet wworden seien, beruht 
uf einen Irrtum. Bulgarien ist der Anschauung, daß die 
rage Adrjanopels durch den Londoner Frieden endgültig ge— 
egelt ist, es kann daher in direkie Verhandlungen mit der 
zforte nicht eintreten. — 
W. Berlin, 24. Aug. Gestern nachmittag gab der sürkische 
zotschafter in der Botschaft zu Thren der in Berlin anwesen— 
en Mitglieder der Adrianopeler Deputation einen 
ee, zu dem eine große Zahl von Vertretern der deutschen und 
uslãn dischen Presse geladen war. Der Botschafter, umgeben von 
en Wiitgliedern der Botschaft, empfing die Gäste in den Fest— 
üumen des ersten Stochwerks, woselbsh Tee und andere Er— 
rischungen gereicht wurden. Eine lebhafie Unterhaltung über 
xn Aufenthalt der Deputation in Berlin blieb während der 
amzen Veranstaltung in regstem F.russe. 
W. Konstantinooel, 24. Aug. (Mesdung des K. K. Wiener 
orrespondenz⸗Buregaus.) An aut unterrichieter Stelle in der 
zforte verlautet, daß Natschewitsch, der gesterm abend den Groß— 
vesir besuchte, aus Sosia Imstruktionen erhalten hat, er solle 
nmittelbar und offizierl mit der Pforte ver— 
sandeln. Man glaubt, daß er die vertraulichen Verhandlungen 
ber Mrianopel, die bisher durch Mittelpersonen, insbesondere 
urch den früheren Deputierten von Mongstier geführt wurden 
ortsetzewm wird. 
W. PVaris, 24. Aug. Die Deregation von Adria— 
ropel ist, von London kommend, hier eingetroffen. 
W. Konstautinooel. 24. Aug. Der Sultam hat dem. 
rohwesir die Brilsanten des Medjidie Ordens verliehen 
F e 
50jãhriges Jubilãäum der Lauenburgischen Jãger. 
DT. Retzeburg. 24. Aug. Von den Vereinen ehemaliger 
zäger und Schützen der Provinz Schleswig-Holstein und Ham⸗ 
urg wurde unter Leitimg von Konsul Suhr aus Kiel in Neu— 
nünster eine Vertreterversammlung abgehalten. Diese hat den 
zeschluhß gefaßt, dafür zu wirken, daß sich alle ehemaligen 
zäger und Schützen an der 50jährigen Jubiläumsfeier des 
auenburgischen Jägerbataillons Nr. 9 in Ratzeburg beteiligen. 
'as Fest ist im Jahre 1916. Dem Truppenteil soll eine beson— 
ere Spende Überreicht werden. 
Vermischtes. 
A.B. Ein Kinodrama aus dem Leben. In Volen hat sich, 
nie polnische Blätter melden, ein Drama abgespielt, wie man 
s sonst nur in „Kinos“ niedrigster Gattung oder auf „Schlager— 
ilms“ sieht, die noch nicht die Schere der Zensur passiert haben. 
A Zod 
ind eine Frau ins Irrenhaus. Die Geschichte ist solgende: Der 
unge Sohn eines Gufsbesißerg bei Sosnowice. Rens KRongarski,
	        
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