Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lũbed 163. Jahrgang Nachrichten für das herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt .8 ed nam Fürstentümer Ratzeburg, Lübed und das angren 
σσα SIσοσο — ι zende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebrüder Borchere G. m. b. 8. in Lübed. — Geichäftsstelle Adten u GKönigstr. 46). Fernsprecher 9000 u. ooo1. —— 
Sonnabend, den 23. August 1915. Morgen⸗Blatt Nr. 424. 
—XX 
Für den Monat 
September 
kostet ein Atonnemenn gut dit 13ma wöochentlich 
0 * * 45 
„Luübeckischen Anzeigen 
(Ausgabe 4) 
mi den illusirerten vdchentucher Vetlaa 
Vaterstädtische Blätter“ 
owie 
Ctstf⸗ und Kerordunngeblatt 
der freien und Hansestadi Lübeck 
und der wodchentliwen nmerboltungsdeilage 
„Familienfreund“ 
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Erstes Blatt. hierzu 2. Biatt 
und die Feuilletonbeilage „Der Familienfreund“. 
Eαααααααuαααααααuαοα.αοORαα Nœ RXRR,RαRαRαX)N̊àααÄÑααæRαæαROαRÄαÑααOαRιOαααXααα ιαιιιιιαιααα— 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten 
in Gebrauch kommen. Bei dieser Lage ist es nur natürlich, daß 
von beiden Seiten mit Anstrengung aller Kräfte agitiert worden 
sst. Man weiß aus früheren ostpreußischen Nachwahlen in 
dabiau-Wehlau, Memel-Heydekrug, bis zu welcher Siedehitze die 
oolitischen Leidenschaften bei solchen Gelegenheiten steigen und 
vie leicht dann die festesten Parteisitze verloren werden können. 
So hat auch diesmal die Wahlbewegung in Ragnit Plllkallen 
nanches erbauliche Agitationsstücklein zutage gefördert. Natür— 
ich schieben sich die beteiligten Parteien gegenseitig die Schuld 
umn der Ausartung der Wahlsitten zu und hoffen, jede für sich, 
ruf Sieg. Die Entscheidung wird vielleicht nur an wenigen 
Stimmen hängen. Das letztemal gingen von 218300 Wahl- 
ocrechtigten 19 200 zur Wahlurne. Der Wahlkreis hat 93 000 
ändliche und nur 9000 städtische Bewohner. 
Eine Herbsttagung des preußischen Landtags dürfte ziem— 
ich sicher sein. Eine endgültige Entscheidung über diese Frage 
m Staatsministerium ist zwar vor Ende September nicht zu 
twarten, doch deuten gewisse Anzeichen bereits jetzt dahin, daß 
ine Herbsttagung Anfang November geplant ist. Der neue 
etat kann zwar vor Anfang Januar nicht vorgelegt werden, 
a seine Anmeldungen durch die Ressorts erst Anfang Sep— 
ember eingehen und die Etatsaufstellung etwa zehn Wochen 
n Anspruch nimmt. Dagegen will man die im Landtage er—⸗ 
sobenen Klagen über Arbeitsüberbürdung dadurch bese t'gen daß 
nan die Etatsberatungen entlastet und das bereits fertigs 
zestellte übrige Material dem Landtage bereits vor Weihnachten 
interbreitet. Durch diese Maßnahme könnten die vorgeleg!en 
rößeren Gesetze, die bereits fertiggestelllt sind. wie die neue 
cteuernovelle, das Fideikommißgesetz. das Fischereigesetz, das 
zarzellierungsgesetz, die Nooelle zum Konmunalabgebengesetz und 
zie neuen Landesverwaltungsgesetze sowie das Ausgrabungs— 
zesetz sämtlich bis Weihnachten in erster Lesung beraten sein 
o daß der Kommissionsberatung nichts im Wege stände. Die 
ktatsberatung würde bei diesen Anordnungen auf längere JZeit 
icht gestört werden und die rechtzeitige Fertigstellung des 
ctats bis zum 1 April gewährleistet sein. Die Herbsttaqung 
richeint auch im Interesse des Herrenhauses notwend'g. das 
isher wegen Ueberbürdung des Abgeordnetenhauses alle wich 
igen Vorlagen erst kurz vor Sessionsschluß beraten mußte und 
wtgedrungen ohne Abänderungen, die manchmal wünschenswert 
erschienen. die Gesetzentwürfe annehmen mußte. Den Wünschen 
des Herrenhauses gemäß wird die Regierung diese Kammer 
bei der erstmaligen Vorlegung von Vorlagen mehr als bisher 
berücksichtigen. soweit dies verfassungsmäßig zulässig ist. 
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Ausland. 
Rußland. 
dok. Ein nener Kongreß zur VNorbereitung des deutjsch⸗ 
ruffischen Handelsvertra ges. Das Komitee des Südwestgebietes 
zum Studium des deutsch-russischen Handelsvertrages hat für 
die. Tage vom 29. August bis 1. Sepleinber einen Kongteß 
einberufen. um eine Verständiaung ühber die Berafungspunfte 
des großen landwirtschaftlichen Kongresses herbeizuführen, de 
»omn 1. bis 10. September abgehalten wird. Den Haupt— 
zegenstand der Beratungen werden Fragen der Erneuerung des 
dandelsvertrages mit Deutschland bilden. So sollen alle jetzt 
n Deutschland für die Erneuerung des Handelsvertrages, in 
Ingrlff genommenen, Vorarbeiten erörtert und zum Vergleich 
ie bisher, in Rußland eingeleiteten Vorbereitungen geprüft 
perden. Die gesamte deutsche Handelspolitik in ihren Be— 
iehungen zur russischen Landwirtschaft wird Gegepstand von 
Aeferaten und Diskussionen sein. Auch die vom Ministerium 
n Aussicht genommene Einführung von Getreidezöllen wird 
esonders in bezug auf die Höhe der Zollsätze erörtert werden. 
in landwirtschaftlichen Kreisen des Grenzgebietes scheint man 
ibrigens die Sorge vor einer jetzt bevorstehenden großen Ueber— 
chwemmung Rußlands mit deutschem Roggen keineswegs zu 
elen. Es liegen nämlich nunmehr bei der Hauptverwaltung 
ür Landorganisation und Landwirtschaft bereits so genaue 
krrechnungen. über die zu erwartende Ernte vor. daß ihre 
Abschätzung keine Schwierigkeiten mehr bietet. Danach wird 
kußland in diesem Jahr eine erheblich stärkere Roggenernte 
oben. als im Voriahr, man schätzt den Mehrertrag auf, 130 
Nillionen Pud. also etwa 22 Millionen Doppelzentner. Dem— 
egenüher ist die Weizenernte stark zurückgegangen, der Minder— 
rtrag scheint sich aui 800 Millionen Pud oder 60 Millionen 
Doppelzentner zu stellen. Diese Erscheinung ist sehr auffallend. 
veil in den letzten Jahren die Anbaufläche und der Ernte— 
rutrag des Weizens erheblich größer geworden ist. wogegen 
Inbau und, Ernte des Roggens eine Verminderung zeigen. 
Kon Emfluß in dieser Beziehung ist auch der Uebergang der 
Bauern zur Kultivierung von, Futterkräutern auf Kosten des 
Anbaus von Getreide. Daß die große Steigerung der Roggen— 
ente in Rußland auf die Einfuhr von deutschem Roggen von 
Einfluk sein wird, ist selbstverständlich 
Neuete Nachrichten und Telegramme. 
Das Kaiserpaar. 
W. Homburg v. d. Höhe, 22. Aug. Der Kaiser besichtigte 
zestern nachmittag die Ausgrabungen bei Trususkueppel in der 
Nähe der Saalburg unter Führung des Baurats Jacobi und 
ann die Ausgrabungen bei der Gickelsburg unter Führung 
des Architekten Thomas. 
J Die Kaiserin besfuchte gestern nachmittag das Erholungs— 
zeim für Unteroffiziersfrauen bei Idstein. 
Heute vormittag hörte der Kaiser den Vortrag des Ver— 
reters des Auswärtigen Amts Sesandten v. Treutler. Zur 
Frühstückstaäfel war der deutsche Gesandte in Bukarest Tr. von 
Waldthausen geladen. Für den Nachmittag ist ein großer Auto— 
nobilausflug nach dem Niederwald vorgesehen. 
Posen, 22. Aug. Bei der Einweihung der Schloßkapelle 
im Residenzschloß. die am 27. August in Gegenwart des Kaisers 
tattfir det. wird Tr. Dryander die lithurgische Andacht halten; 
dreißig bönigliche Tomsänger werden bei der Feier mitwirken. 
Der Kaiser wird im Anschluß an die diesjährigen Kaiser⸗ 
nansver sich am 14. September nach Solza zur Jagd beim 
Hrafen Larisch begeben. Am 15. Sept. findet dort eine ge— 
nischte Jagd auf Enten und Fafsfanen statt. Bei der Tausend⸗ 
jahrfeier der Stadt Kassel im Herbst wird sich der Kaiser durch 
den Prinzen Auguit Masbelen nortreten sassen. 
aichtamtlicher Teil. 
Deutsches Reich. 
Ragnit-Pillkallen. Am heutigen Sonnabend sindet wieder 
einmal eine Reichstagsersatzwahl statt. In dem Wahlkreis des 
verstorbenen hervorragenden konservativen Führers und Wirt— 
ichaftsreformers Grafen v. Kanitz ringen Konservative und 
Nationalliberale uum den Sieg. Die Sozialdemokraten haben 
es bei den letzten allgemeinen Wahlen nur zu einer beacht— 
lichen Minderheitsziffer von 3000 Stimmen gebracht, während 
die konservative Partei 10 000 Stimmen, die nationalliberale 
3200 Wähler nusterte. Da Graf Kanitz den Kreis seit De— 
zember 1889 ununterbrochen im Reichstag vertreten und stets 
im ersten Wahlgang gesiegt hat, gilt es für die Konservativen 
als Ehrensache, diese Hochburg gut zu halten. Die National— 
libetalen dagegen rechnen um so sicherer mit einem Erfolg,. 
da schon die letzte allgemeine Wahl ein riesiges Empor— 
schnellen der liberalen Wählerstimmen gezeigt hat. da diesmal 
der im Wahlkreis heimisch gewordene, politisch allgemein hoch— 
geachtete Graf Kanitz von dem weniger bekannten konservat'ven 
Landtagsabgeordneten Gottschalk als Kandidat ersetzt wird, und 
da die nationalliberale Partei in der Person des weithin im 
Kreise bekannten Kommerzienrats und Gutsbesitzers Ventzky einen 
besonders zugkräftigen Vorkämpfer gefunden zu haben glaubt. 
Es kommt hinzu, daß diesmal auch die Volksparteiler sehr 
wirkungsvoll für den nationalliberalen Kandidaten gearbe'ltet 
baben und daß — last not least — amtliche Wahlurnen 
— itz 
Theater, Kunst und Missenschaft. 
Der siebz'gste Gebeertstag einer halbvergessenen Sängerin. 
Mittwoch feierte, wie schon mitgeleilt. Christine Nielsson, 
die seinerzeit, gleich ihrer Ddsänein Jenny Lind, die schwe— 
dische Nachtigall genannt wurde, ihren siebzigsten Geburistag. 
Die jetzige Generatlon dürkte sich der Künstlerin wohl kaum noch 
erinnern, die einst große Triumphe gefeiert hat und die ge⸗ 
ürchtetste Rivalin der Patti war. Ende der siebziger Jahre zog 
ich Christine Nielsson von der Bühne zurück umd ist nie wieder 
zffentlich aufgetreten. Abgeschlossen von aller Welt verbringt 
die Künstlerin, die, wie ebenfalls schon berichtet, in zweiter Ehe 
mit dem spanischen Grafen Casa di Miranda verheiratet war, 
den Lebensabend in ihrer Villa bei Mentone. Aus Anlaß 
bes 70. Geburtstages hat die schwedische Idun eine Fest— 
nummer herausgegeben, die gan; dar Jubilarin gewidmet ist 
und die u. a. ein längeres Interview enthält, in der die 
Künstlerin ihre Künstlerlausbahn in anschaulichet Weise schil— 
dert von dem Tage an, wo sie als kleines Mädchen auf dem 
Jahrmarkt in dem Dorfe Snugge durch ihren Gesang die all— 
gemeine Aufmerksamkeit erregte und der dann für ihr ganzes 
Leben entscheidend wurde, bis sie sich nach einem Leben reich 
an Ehren und Triumphen in die Stille des Privatlebens 
zurückzog. Ueber ihr Debüt als Violetta in der Oper „Tra— 
diata“ an der Pariser Oper berichtet sie u. a.: Sie hatte zu 
dieser Zeit weder etwas von Dumas oder seiner berühmten 
Kameliendame gehört, die bekanntlich mit Violetta in „Tra⸗ 
diata“n identisch ist. Und niemand hatte ihr angedeutet, welche 
Art von Frauen sie darstellen sollte. Der Direktor haätte ihr 
Violetta wie folgt beschrieben: „Es ist ein iunges Mädchen, das 
einen Geliebten nicht bekommt.“ „Bien“, erwiderte Kristina, 
„nun werde ich darüber nachdenken, was ich dabei sühlen werde.“ 
Ind nach ihrem Gefühl sang und spielte sie. Die von ihr 
hargestellte Violettea war keine Halbweltsdame, sondern ein 
unges Mädchen, dem das Herz bricht aus Schmerz über den 
Verlust des Geliebten und dann rein und umschuldig stirbt. 
Ohne es zu ahnen, hatte sie damit die wirkliche Marguerite 
sautier lebensgetreu geschildert. Kristina hatte zufällig den— 
elben Arzt, der seinerzeit Marguerite Gautier behandelt hatte. 
Nach Schluh der Sterbeszene im letzten Akt kam der Arzt in das 
zimmer der Künstlerin gestürzt und erzählte ihr, während ihm 
die Tränen über die Wangen liefen, wie sie durch ihre Dar— 
stellung der Violetta die Erinnerung an die letzten Stunden 
Marguerita Gautiers bei ihm vollständig wachgerufen habe. 
Als sie sich vom Bette schließlich wieder erhoben habe, sei es 
hm vorgekommen, als sähe er Marguerite, wie sie sich noch ein— 
nal mit einer letzten Kraftanstrengung erhoben habe, um dem 
ahenden Tode zu entfliehen, und sich mit Armand zu ver— 
inigen. Unter den vielen fürstlichen Personen, die der Künst— 
erin ihre Gunst bezeugten, befanden sich auch Napoleon III. 
ind seine Gemahlin. Später erhielt sie von der l'andflüchtigen 
aiserlichen Famn'lie auch eine En'adung nach Chissehurst. Ueber 
iesen Besuch erzählt die Zünstler'n wie folgt: „Ich fand den 
daiser so verändert, daß ich am liebsten geweint hätte. Als 
vir gespeist hatten, bat mich der Kaiser, einige Lieder zu singen. 
Ich sang zuerit Connais-tu lo pays? Als ich schloß, sah ich den 
daiser mit tränenerfüllten Augen dasitzen. Er bat mich, noch 
inige französische Lieder zu singen, wobei er weinte. Es wat 
»as letzte Mal, daß ich ihn sah. Er starb bald darauf.“ 
Von den Hanburger Bühnen. Die beiden Stadt— 
heater von Hamburg und Altona eröffnen die nue 
Spielzeit am Sonntag, dem 31. Aug. in Hamburg mit der 
im Schlusse der vorigen Spielzeit neu einstudierten „Wal— 
üsre“, in Altona mit der Erstaufführung des Lustspiels 
„Seidene Sträümpfe“ von Algot Sandberg. Als nächste 
Neueinstudierungen der Oper gehen „Iphigenie in Aulis“ von 
Hluck, in der Bearbeitung von Richard Wagner, darauf, neu 
inszeniert und neu einstudiert, „Das Rheingold“ in Szene, dem 
ur Vollendung des gänzlich neu einstudierten und neu inszenier— 
en Ringes „S'egfried“ und „Götterdämmerung“ folgen sollen. 
,Parsifal“ gelangt unter Felix Weingartners musikalischer 
Leitung Anfang Januar zur Darstellung. Als Opernneuheiten 
ind erworben „Das Mädchen aus dem goldenen 
Vesten“ von Puccini und „Der ferne Klang“ von 
Franz Schreker, sowie „Monsieur Bonaparte“ von 
Bogumil Zepler. Sodann ist die Uraufführung der burlesken 
Rper „Daniel in der Löwengrube“ von Amsélie Nikisch 
n Aussicht genommen. An Stauspielneube'ten brinat die neue 
Spielzeit vorerst Hans Heinz Ewers“ neues Drama „Das 
WBundermädchen von Berkin“, ferner Kurt Küchlers 
Lustspiel „Die goldene Locke“. Es folgen die beiden Ein— 
— 
akter von Striadbeng „Wettereuchten“ und „Mit dem Feuer 
pielen“, desgleichen ein weiteres nordisches Werk „Frau 
Ma jas Rache“ von Sven Lange. Als erste Neueinstudie— 
ung gelangt Shakespeares „Romeo und Julia“ in neuer Aus—⸗ 
tattung zur Aufführung. Henry Batailles neues Werk „Les 
Flambeaux“, das in Paris großen Erfolg hatte, wird unter 
»em Titel „Das große Werk“ hier seine Uraufführung in 
eutscher Sprache erleben. Als weitere Neuerwerbung ist noch 
Bubi“ von Roda Noda und G. Meyrink zu verzeichnen. Zur 
sundertiährigen Gedenkfeier der Völkerschlacht bei Leipzig findet 
im 18. Okt. eine Aufführung der „Fßermannsschlacht“ 
von Heinrich v. Kleist statt. Die Neue Oper unter Hofrat 
krhardts Leitung eröffnet die Spielzeit am Freitag, dem 
'9. Aug., mit „Figaros Hochzeit“. Die Hauptrollen sind mit 
olgenden Künstlern besetzt: Graf: Herr Corrado; Gräfin: 
5rl. Heinrich; Susanne: Frl. Carlosorti; Cherubin: Frl. Lang; 
xigaro: Herr Flaschner; Marzelline: Frl. Liljeblad. Sonn⸗ 
ibend wird die Erstaufsührung von Kienzls „Der Kuhreigen“ 
zegeben. Der Komponist hat sein Erscheinen zur ersten Auf— 
ührung seines Werkes zugesagt. Das Deutsche Schau⸗— 
pielhaus wurde unter der neuen Leitung unseres früheren 
übecker Charakterspielers Max Grube gestern Freitag) 
nit einem P osog vorn Max Grube, gesprochen von Adele Dors6, 
»em sich das Shakespearesche Lust'piel „Liebes Leid und 
Zust“ anschloß ereffnet. Das Thalia-Theater, das 
m Sommer nach den Plänen des Architekten Oskar Kaufmann, 
Zerlin, gänzlich umgebaut und verbessert worden ist, wird am 
.Sept. wieder eröffnet. Es bringt im Laufe des September 
as Schauspiel „Sonnenfinsternis“ von Arno Holz zur Feier 
es 50. Geburtstages des Dichters zur Uraufführung. Das 
iterarische Programm der kommenden Spielzeit sieht ferner die 
krstaufführungen folgender Werke vor: „Lulu“ und „Mar— 
zjuis von Keith“ von Frank Wedekind, „Der Triumph 
der Pompadour“ von Adolf Paul, „Die Frau 
des Kommandeur⸗“ 9 Mar Driy, „Christiane“ 
on Lothar Schmidt, Dag Phantom“ von Hermann Bahr, 
„Das Säuglingsheim“ von Ludwig Thoma sowie „Das 
Mahl der Spötter“ ron Tem Benelli, in der deut'chen 
lebertragung von Hans Barth.
	        
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