Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausqabe A. 
rinnetung⸗ 
an 1813. 
18. bis 22. August) 
D. G. Der 12. August 1813 hatte die Entscheidung gebracht. 
Es war wieder Krieg. Beide Gegner hatten die Zeit des Waffen⸗ 
stilistandes zu grohen neuen Rüstungen bemitzt. Auch Napoleon 
hatte in all seiner Siegesgewißheit, seiner unglaublichen Ver⸗ 
blendung nicht vergessen, daß er neue Streitkräfte aus dem 
Westen herbeizog. Aber was wollte das bedeuten gegenüber 
den Rüstungen, die Preußen machte. Tas ganze Land war ein 
zroßes Kriegslager. Tas Volk war Soldat geworden. Und 
o hatten die Verbündeten am Ende des Waffenstillstandes ein 
Heer, das dem Napoleons an Zahl gleich war. Ob auch an 
nilitãrischer Tüchtigkeit, das war eine andere Frage, schwer 
genug, um von neuem das Herz der Patrioten in Unruhe zu 
versetzen. 
Zwar standen 270 000 Preuhen. 260 000 Oesterreicher, 250 000 
Russen und gegen 20 000 Schweden im Felde, das waren Zahlen, 
die Napoleon bei der allergrößten Anstrengung niemals er— 
reichen konnte. Aber man muß schon von dieser Zahl allerlei 
Abzüge machen, die schließlich das Heer auf die Hälfte oder 
auf 500 000 Mann zusammenschmelzen lassen. Allein Oesterreich 
hatte 50 000 Mann in Italien, 50 000 Mann in Reserve und 
25 000 Mann gegen Bayern aufgestellt. Und Napoleon ver⸗ 
nochte denn doch, in der Hauptsache zwar auch erst infolge des 
Waffenstillstandes, 440 000 Mann ins Feld zu stellen. Tann 
vollte es nur wenig bedeuten, wenn die Verbündeten im ein— 
„elnen. z. B. in der Zahl der Geschütze, wirklich überlegen waren. 
Nicht ganz 50 000 Mann standen also zwischen den böh— 
nischen Bergen, Schlesien und der Niederelbe. Und diese Heere 
onnten nur in einem Sinne verwandt werden, der unbedingt 
eine volle Ausnutzung ihrer Kräfte nicht verbürgte. Es war 
oie Situation eines gemischten Hauptquartieres, in dem drei 
Monarchen nicht den Beruf der Führung in sich fühlten, in 
dem die Ratgeber dieser Monarchen von sehr verschiedener Be— 
gabung waren und wo vor allen Dangen die Begabtesten nicht 
mitrieten. Und diese Vielköpfigkeit war es besonders, die Na— 
poleon von vornherein eine gewisse Ueberlegenheit gab, ganz 
abgesehen von feinem Genie, und obwohl die endgültige Lösung 
der schwierigen Kriegsfrage sehr glücklich war. — 
Der Kriegsplan, der schließlich zustande kam, basierte auf 
iner Abmachung der verbündeten Preußen und Russen, die schon 
m 10. Juli in Trachenberg getroffen war, an der aber auch 
chon Oesterreich einen gewissen Anteil hatte. 
Es waren drei Armeen aufgestellt. Tie Hauptarmee in 
Böhmen unter Schwarzenberg mit 237 000 Mann Oesterreichern. 
Russen und Preußen: bei ihr befanden sich auch die drei 
Monarchen, die schlesische Armee mit 95 000 Mann unter Blücher 
und endlich die Nordarmee unter Bernadottes Kommando mit 
154 000 Mann. Dieser Einteilung lag der ideale Gedanke der 
Völkermischung zugrunde. Nur die Oesterreicher standen geschlossen 
da, waren aber mit Preußen und Russen untermischt. Die 
Russen standen bei der mittleren Armee in der Haupfsache, 
aber unter einem preußischen Führer, die Preußen bei der Nord⸗ 
armee unter dem Kronprinzen von Schweden, die Oesterreicher 
wurden zwar von einem eigenen Feldherrn kommandiert, aber 
unter starkem Einfluß des Zaren. Der Gedanke war eine Frucht 
der politischen Verhältnisse und daher nicht zu überspringen, 
bwohl er gewaltig zur Erschwerung der Lage beitrug. 
Schwarzenberg befehligte unter den Augen von drei Monarchen, 
mzähligen Prinzen und vielen anbenfenen Ratgebern. Er mußte 
Bücherschau. 
Bismarcküber die Polen. Unter diesem Titel ist vom 
Deutschen Ostmarken-Verein (Berlin W. 62, Bayreutherstr. 13) 
ein interessantes und recht Wn Buch (Preis 2 M) heraus⸗ 
egeben worden. Der Verfasser, Friedrich Kohh, hat sich der 
Mühe unterzogen. die Aeußerungen Bismards über die Polen— 
rage und die Polenpolitik von seinem ersten öffentlichen 
Auftreten an bis zu seinem Tode aus dem gesamten Quellen— 
chrifttum über Bismarck zu sammeln und der Zeitfolge nach 
Asammenzustellen. Ter knappe verbindende Text stellt die 
Zusammenhänge klar und erleschtert das Verständnis der mannig⸗ 
altigen Reden, Briefe, Anekdoten und sonstigen Zeugnisie der 
Stellung Bismarcks zur Ostmarkenfrage, von welcher der Leser 
ein klares, umfassendes Bild bekonrmt. Es erhellt daraus, daß 
alle die Einwände der heutigen Gegner einer straffen, zielbe— 
vunten Ostmarkenpolitik schoͤn zu Bismarcks Jeiten erhoben 
uind von ihm aufs überzeugendste widerlegt worden sind. Bei 
ver grohen Bedeutung, die das Urteil des Schöpfers der deutsch⸗ 
ationalen Ostmarkenpolitik Preußens gerade heute in der poli⸗ 
Iden Erörterung über die Polenfrage einnimmt. dürfte die 
Arbeit Kochs weitesten Kreisen willkommen sein. 
Vonaltenhamburgischen Speichern undihren 
2euten. Von Johs. E. Nbe (Zweiter Vand der „Quickborn⸗ 
Hücher“, herausgegeben vom Quigborn. Vereinigung von Freun— 
den, der niederdeutschen Sprache und Literatüur in Hamburg, 
. V2. Verlegt bei Alfred Janssen in Hamburg. s0 Pig. 
—, Schon oft ist es bedauert worden, daß eine Eigentümsich- 
eit. der vergangenen Kulstureboche nach der andern vor dem 
Ansturm der neuen Entwichlung dahinschwindet. ohrne daß auch 
tur eine klare Erinnerung daran verbleibt, weil niemand ihre 
vesentlichen Merkmale rechtzeitig für die Nachwelt aufgezeichnet 
hat. DTarum ist es freudig zu begrüßen, daß Johs. E. Rabe 
diese Aufgabe für ein noch niemals im Zusammenhang beban— 
deltes Gebiet in vorbildlicher Weise gelöst und damit einen wert⸗ 
boflen Beitrag zur norddeutschen Kulturgeschichte geliefert hat. 
Für den Freund der niederdeutschen Sprache aber wird er noch 
esonders wertroll durch die Mitteilung und Erklärung all der 
»lattdeutschen Ausdrücke und Redensgrten, die im Svpeicherleben 
yon jeher üblich waren und zum Teil köstliche Offenbar 
»es niederdeutschen Vollshumors bieten. 
Diue Spionage des Obersten Redlhin Prag hat 
dereits ihre Literatur gareitiat Unter dem Titehb Daie Veichte 
es Spions“ aus den hinterlassenen Popieren des Obersten 
4. ist im Hermann er Verlag in Berhin W. 9 ein 
koman erschienen, der sichtsich auf tatsãchlichen Vorgängen auf⸗ 
jebaut ist. Eingeleitet wird der Roman mit dem Inbalt eines 
von dem Obersten R. kurz vor seinem, Tode geschriebenen Zetlels, 
nit dem er auf seine hinterlassenen Papiere hinwies Tann 
olat eine furze Einführung des Verfassers und an diese schlieht 
icch der wesentliche Teil: Die Bekenntnisse“ des Obersten R. an—. 
er ungenannte Verfasserzeigt sich nicht nur als ein gründ 
icher Kenner der wirtschaftlichen. volitischen und milifärbee 
— 7 X f — 
donnerstag, den 21. Auqust 1913. 
att 
Abend-Blatt Nr. 424. 
mehr Tiplomat als Feldherr sein. In Schlesien mußte Blücher 
den Widerstand erst im eigenen Heere überwinden. Im Norden 
rrang Bülow seine Siege gegen den Willen Bernadottes, dem 
ie ganze Machtstellung nur aufgedrungen war. Tas waren Nach-⸗ 
eile gegenüber der geschlossenen Organisation Napoleons, die 
ur durch den Willen, der alle gemeinsam belebte. aufgewogen 
oerden konnten. 
Und dieser Wille war es, der schließlich noch einen vor— 
üglichen Kriegsplan entstehen ließ. Tabei war die Haupt— 
egel: Alle Streitkräfte sind stets gegen die Hauptmasse des 
reindes zu richten. Der Treffpunkt der Verbündeten ist das 
eindliche Hauptquartier. Und die zweite Regel war: Bedroht 
dapoleon eine der Teilarmeen, so haben die anderen ihn in 
flanke und Rüchen zu fallen. Diese ewige Gefahr mußte schließ⸗ 
ich Napoleons Streitkräfte zermalmen. Er wurde allmählich 
ingekreist, bis zum letzten gemeinsamen Schlage ausgeholt 
erden konnte⸗ 
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im Symbol zu motwieren verstand, erhoben hat, man möchte 
agen, zu einer realistischen Psychologie, die ihren Ursprung 
atürlich in dem Naturforscher hat. Das mag für manche seinen 
Werke übertrieben sein, trifft aber sicher zu sür einige Gedichte, 
vie „Die alte Waschfrau“ oder „Die Sonne bringt es an den 
Tag“ 
Aus den Nachbargebieten. 
Hansestadte. 
Hamburg, 21. Aug. Eine neue Siffbau-Ver— 
uchsanstalt großen Stiles. Bekanntlich hat die Ham— 
urger Bürgerschaft im Juni d. J. einstimmig fünfviertel Mill. M 
ür eine schiffbautechnische Versuchsanstalt von noch nicht dage 
desenen Timenfionen bewilligt. Außerdem bekunden eine Reihe 
roßer hamburgischer und außerhamburgischer Reedereien und 
Verften ihr Interesse an der Schaffung eines solchen Instä 
uts dadurch, daß sie der Anstalt auf 15 Jahre eine jährliche 
BruttoEinnahme von rund 100 000 Mugarantieren. 
(Kleine' Nachrichten) Zwei Pferde vom elet— 
rischen Schlag getroffen. Am Eppendorferwog war 
in Spanndraht der Straßenbahn im Laufe der Nacht gerissen. 
der Kutscher einer mit zwei Pferden bespannten Straßzenreini— 
ungswalze, der früh die Stelle passierte, suhr gegen den 
draht. Beide Pferde erhielten einen elektrischen Schlag und 
elen um, kamen aber unverletzt davon. Nach geraumer Zeii 
holten sich die betäubten Pferde wieder, so daß sie in ihren 
ztall geführt werden konnten. Der Kutscher war mit dem 
chreceen davongekommen. Die Feuerwehr beseitigte die für 
»en Straßenverkehr entstandene Gefahr, indem der Strom erst 
uusgeschaltet und daun der Draht entfernt wurde. 
Bremen 21. Aug. Ein frecher Straßenraub 
jurde hierselbst an einem Matrosen verübt, der, nachdem ei 
on einem ankommenden Schiffe abgemustert hatte, mit einem 
zeldbetrage von etwa 450 Muvon Bord ging. Er besuchte 
zerschiedene Wirtschaften, u. a. kam er auch in eine Wirtschaft 
in der Nordstraße, in der er einen Hundertmarkschein wechselte 
dieses beobachteten mehrere in dem Lokal anwesende Arbeiter 
nd folgten ihm heimlich, als er gegen Morgen sich auf den 
sachhauseweg begab. Er wurde plötzlich in der Nordstraße von 
den drei Arbeitern angehalten, die ihn zunächst aufforderten, 
nit ihnen zu gehen. Als er dieses ablehnte, rifsen sie ihm 
m nächsten Augenblik zu Boden; während zwei ihn sesthielten. 
ntwendete der dritte ihm seine Brieftasche mit 200 M. Nach 
zutleerung der Tasche, die von den Tätern gleich fortgeworfen 
vurde, kletterten diese über die Einfriedigung eines Platzes 
ind verschwanden. Der Matrose nahm aber die Verfolgung 
der Täter auf. Es gelang ihm auch, einen derselben bald 
achher zu ermitteln und der nächsten Polizeiwache zuzuführen. 
die polizeilichen Nachforschungen führten zur Ermittelung der 
Mittäter. Sie bestritten zwar die Straftat, doch wurden sie, 
da sie der Tat dringend verdächtig sind, dem Gerichte übergeben. 
Gtoßherzoatum Oldenburg und Fürstentum Lübed. 
Rastede. 21. Aug. Der Großherzog von Olden— 
zurg, der sich kürzlich einer Operation unterzogen hatte. 
zat sich vollständig wieder erholt. Er unternahm Montag 
inen längeren Spazierritt. Nachmittags traf Prinz Heinrich 
von Preußen im Automobil hier ein und stattete dem Grohßz⸗ 
herzog einen fast zweistündigen Besuch ab. Er setzte gegen 
Abend die Weiterfahrt nach Kiel fort. 
Großherzogtümer NMedlenburg. 
Schwerin, 21. Aug. Repräsentierende Bürger— 
chaft. Die Erhöhung der Gehälter der städtischen Beamten 
vind rund 80 000 Muerfordern. Bis zur Erledigung der dem⸗ 
aächst zu erwartenden Steuerreform sind die Gelder. nach einer 
Mitteilung des Madistrate vee ne 
— — — — — 
Adalbert von Chamisso. 
(Zu seinem 75. Todestage.) 
D.G. Am 21. August sind 75 Jahre verflossen, seit 
Idalbert von Chamisso nach einem Leben, das vestimmt wurde 
urch die politische Erregung seiner Zeit, die Augen schloß. Er 
ar am 27. Januar 1781 auf dem Schlosse Boncourt in der 
ampagne geboren. Schon der neunjährige Knabe sah die 
türme der Revolution und mußte erleben, daß seiner Väter 
eimat von den wilden Horden dem Erdboden gleich gemacht 
„urde. Nach vielem Umherirren fanden seine Eltern endlich 
n Berlin ein Heim. Adalbert besuchte das französische Gym— 
asium und trat als Fähnrich in preußzische Dienste. Mit 
O Jahren wurde er Leutnant. Daneben aber beschäft'gte er 
ch eifrig mit Sprache und Literatur seiner n uen Heimat. 
zald legte er seine ersten dichterischen Erzeugnisse mit Varn— 
agen und Gintze in dem „grünen Taschenbüche“ nieder. Dann 
ief ihn das Jahr 1806 ins Feld. Er erlebte den schmachvollen 
kdag von Hameln, war tief empört von dem Deutschland ange— 
anen Schimpf, nahm aber doch seinen Abschied und g'ng auf 
in Jahr wieder nach Frankreich. Zurückgekehrt nach Deutsch— 
and konnte er sich wieder nicht recht in die Verhältnisse 
inden, ging abermals sogar auf eine Berufung als Professor 
in nach Frankreich. Aber aus der Professur wurde nichts. 
hamisso verlebte ein Jahr im Hause der Frau von Stael. 
dann kehrte er wieder nach Berlin zurück und itudierte drei 
zahre lang Botanik. 
Doch konnte er auch inmitten der eifrigsten wissenschaftlichen 
Arbeiten das Gefühl der Heimatlosigkeit nicht vergessen. Und 
o ist der „Peter Schmühl“, den Chamisso in dieser Zeit 
chrieb, trotz aller gegenteiliger Versicherungen seiser selbst, ein 
Ibglanz seiner damaligen Stimmung. 
Der Schmerz der Vaterlandslosigkeit tobte stets in ihm 
ind um so freudiger nahm er deshalb die Gelegenheit an, an 
»er von Graf Romanzoff ausgestatteten Entdeckungsexpedition 
m die Erde als Naturforscher teilzunehmen. Und erst nach 
er Heimkehr von dieser Reise wuhte Chamisso in Deutschland 
esten Fuß zu fassen und erst jetzt kam sein ganzes voetisches 
zefühl, zum Durchbruch. Jetzt erschienen sein „Salas y 
Homez“, seine Lieder „Frauenliebe“ und „Lebenslieder“. 
Für Chamissos Dichtung hat es stets als besonders charak— 
eristisch gegolten, daß er von den Irrwegen der Romantik 
ich bis zu deutscher Einfachheit emporgearbeitet hat. Man 
inn aber darin noch weiter gehen, und ein berechtigtes 
lrteil fällen. Die deutsche E'genart mag sich besonders in 
inem Sohne einer französischen Emigrantenfamilie abheben. 
ber sie scheint doch wohl nur ein Spiegelbild einer anderen 
kigenart Chamissos zu sein. Es ist unverkennbar. daß er sich 
zon den motinlosen Schwärmereien der Romantik. die höchstens 
Kerhältnisse in Oesterreich, sondern er verrät auch in jeder Zeile 
eines außerordentlich spannenden und interessanten Romans. daß 
s ihm darum zu; tun ist, uns menschliche Tokumente von so 
berzeugender Kraft vorzulegen, wie sie nur die intimste Keunt— 
iis aller handelnden Personen, vor allem aber des Obersten R. 
elber, ermöglichen kann. 
Natur und Heimat. Eine praftische Einführung in die 
datur⸗ und Heimatpflege. Von De. Clemens Wagener. 
RN.Gladbach: Volksvereins-Verlag G. m. b. 8. 
eb. 1.20 M. Inhalt; J. Einleitung. II. Heimatliche Natur. 
II. Heimatliche Wohnplätze. IV. Heimatliche Feste, Sitten und 
ebräuche. V. Die Toten und das Grab. VI. Besondere Mittel 
nd Organisation zum Zwecke der Natur- und Heimatpflege. — 
ie mit, warmer Liebe und tiefgründiger Sachkenntnis Natur— 
nnd Menschenwerk gleichnäßig berüdsichtigende Abhandlung ver⸗ 
ient nicht nur einen Ehrenplatz in der Bücherei einer jeden 
ehrperson. sondern überhaupt eines jeden, der Freude und 
nteresse an seiner schönen deutschen Heimat, besitzt und fördern 
iöchte. Tas wirklich recht geschmackvoll gebundene Buch führt 
ußer einem klar disponierenden Inhaltsverzeichnis ein dus 
iebiges Sachregister. 
„Hundert Frauen“. Ein lustiges Buch von Gustav Hoch— 
tetter. Preis brosch.3 M. (Dr. S Rabinowitz Verlag,. 
eipzige), — Tas Werk hält, was der Titel verspricht. Der 
harfe Beobachter. der dem schöneren Geschlecht von je den 
esten Teil seiner Aufmerksamkeit gewidmet hat, zeigt uns in 
arfen. klaren Strichen einen Kranz von hundert verschiedenen 
rauentnpen. Die Berlinerin. die Pariserin, die Venezianerin, 
ie Tomen von Monte Carko und Nißza. der Backfisch, das Fräu— 
in, das Weib, die Gattin, die Braut. die Geschiedene, die 
„ame, das Dämchen. Wenn man das Buch zu Ende gelesen 
at, all diese Erzählungen, Tialoge, Skizzen, Verse und Briefe, 
ann meint man, nun könne keiner mehr kommen, der uns 
ber die Frauen noch etwas Neues sagen könnte. Allen Ehe— 
nd Liehesleutchen, allen Freunden des Vebens, wird dieses Buch 
villkommen sein; denn jede Beiehung zwischen ihm“ und ihr“ 
verden sie in diesem Meisterbüche gespiegelt finden. 
Gesundheitspflege des Weibes. Von Profes'e; 
Dr. P. Straßmagnn. 184 Seiten mit 3 Tafeln und zahlr. Abbild. 
Wissenschaft und Bildung In Originalleinenband 1,.25 M. 
zerlag von Quelle K Meyer in Leipzig. — WMiit der 
uhigen, sachlichen Selbstyerständlichkeit des Fachmannes, ohne 
nangebrachte Prüderie behandelt hier Prof. Te. Straßmann 
Ile die Fragen, die für die Gesundheitspflege der Frau von Be— 
eutung sind. Jede Frau, die gaus irgend einem Grunde über 
r Befinden in Sorge ist, wird das Buch nicht vergeblich zu 
ate ziehen. Bei bier großen Bedeutung. die das gesundheits⸗ 
emäße Verhalten der Mädchen und Frauen aber nicht nur für 
re eigene Person, sondern insbesondere für das Wohl der 
inftigen Generation hat, ist dem bei seinene Umfang und der 
hönen Ausstattung erstaunlich billigen Buche die weiteste Ver- 
reitung zu wünschen. 
— ——— 
Ferner gingen folgende Bücher und Zeitschriften ein, deren 
Besprechung wir uns vorbehalten: 
Fischhandel und Fischindustrie. Von Max Stahmer. 
Generalsekretär des Vereins der Fischindustriellen Teutschlands. 
—A— 
Sinheitliches Steuersystemfürdas deutsche Wirt— 
schastsgebiet zur dauernden Sanierung der 
Reich z⸗Staats- und Gemeindefinaguzen. Von 
Stadtpfleger Füßenhäuser. 5 M. Ebßlingen: Otto Bechtle. 
Kommissionsverlag.) 
Rachele Scarpa. Roman von Ludwig Ganghofer. 1 M. 
(Berlin: Ullstein K Co.) 
D'as Volk ssteht auf. Erzählung aus dem Frühiahrsfeldzug 
1813 von Eberhard König. 3 M. (Leipzig: Volks- und 
Jugendschriftenverlag G.m. b. H.) 
Bismargd, und die, Polen. Von Friedrich Koch. 2 M. 
(Berlin W. 62: Deutscher Ostmarken-Verein.) 
Wie ernährt sich die Pflanzeꝰ Naturbeobachtungen 
draußen und im Hause. Von Otto Krieger. 1,80 M. — Dae 
Härungsgewerbe und ihre naturwissenschaft⸗ 
lichen Grundlagen. Von Vrof. Dr, Henneberg und Dr. 
G. Bode. 1,25 M, (Leipzig: Quelle & Wieyer.) 
die patentfähige Erfindung und das Erfinder— 
recht unter Berüchichtigung des Unionsprioritätsrechts von 
W. Tunkhase. Geh. Regierungsrat und Direktor im Kaisers. 
Batentamt. 2. Aufl. 7.70 M. (Leipzig: G. J. Göschensche 
Verlagshandlung Gam. b. H.) 
lbus,dänischer Zeit. Bilder und Slizzen von Charlotte 
Niese. 1.25 M. — Einsam. Roman von O. Verbeck. 1.25 M. 
— Der Wöchner und anderes Lustiges aus dem 
Ehemarsch. Von Ernst Claußen. 1.25 M. Band 122 
von Grunoms Bücher für frohe und ernste Stunden. (Leipzig: 
Fr. Wilh. Grunow.) 
Rapoleon. Vom Leutnant zum Kaiser. Von H. P. Geerke. 
80 M. — Freiheit. Stimmen aus der Zeit deutscher 
Wiedergeburt vor hundert Jahren. Gesammelt und eingeleitet 
von Prof. Tr. Karl Berger. 1,60 M. (Geipzig: Johannes 
M. Meulenhoff Verlag.) 
das Halsband. Roman von H. Courths-Mahler. 3 M. 
(Werdau: Oskar Meister Verlag.s 
ZRie VBrogramme der politischen Parteien und die 
politische Tagespresse in Teutschland von Dr. Paul Roth. 
60 Pig. Galle: Evangelisch-sozialer Preßverband,. 
eue Lieder zur 1060. Aufsage des Allaemeinen 
keutschen Kommersbuches, darunter die aus einem 
Bettbewerb hervorgegangenen Preiskompositivnen. Für eine 
ingstimme mit Klavierbegleitung. 2 M. (ahr i. Baden: 
doritz Schauenburg.) 
rganisation, Statistik und systematische Kon— 
rollein kaufmännischen Betrieben. Von Otto 
— 8,60 M. (Hamburg: Druck und Verlagshaus Paut 
34ablf
	        
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