Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Mittwoch, den 20. August 1913. 
Aus 
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Abend⸗-Blatt Nr. 419. 
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Erftes Blatt. hierzu 2. Biatt. 
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Umfang der heutigen Nummer 6 Seiten. 
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Nichtamtlicher Teil. 
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Tin Bündnis zwischen Deutschland, 
England und Japan. 
Ter frühere, inzwischen verstorbene japanische Botschafter 
in London Graf Hayashi hat po' itische Aufzeichnungen hinter— 
lassen, mit deren Veröffentlichung soeben in einer japanischen 
Zeitung begonnen wurde. Tie Regierung in Tokio hat aber 
die weiteren Veröffentlichungen verhindert, so daß nur ihr 
erster Teil der Oeffentlichkeit bekaunt wird. Immerhin ist auch 
diefer von großem politischen Interesse, weil er den Nachweis 
rũhrt, dahß das englisch-japanische Bindnis aus dem Plan eines 
deutsch⸗englischijapanischen Bündnisses entstanden ist. Graf Hayashi 
jat seine Aufzeichnungen unmitteibar nach dem Zustandekommen 
oes englisch-japanischen Bündnisses niedergeschrieben. In der 
Teutschen Japanpost findet sich eine Uebertragung der Veröffent— 
lichuna. deren Fortsetzung vom Minister des Aeußern unter— 
agt ist. 
Im Frühjahr 1901 wandte sich der deutsche Geschäftsträger 
in London an den japanischen Botichafter mit der Erklärung. daß 
nach seiner Ansicht die Erhaltung des Friedens in Ostasien durch 
ein Bündnis zwischen Deutschland, England und Japan am besten 
jefichert sei, auch engsische Staatsmanner, wie Chamberlain und 
Balfour, seien derselben- Ansicht. Zwei hochgestellte Perfön— 
ichkeiten, unter denen Graf Hayashi sich den deutschen Kaiser 
ind den Reichskanzler Fürsten Bülow vorstellte, waren nach 
Angabe des deutschen Geschäftsträgers für einen Treibund 
mnit Eugland und Japan. Ter japanische Botschafter erinnert 
ich nicht genau, ob der deutsche Geschäftsträger ihm diese 
Mitteilungen im Auftrage seiner Regierung oder aus eigenem 
Antrieb machte. Ta Graf Hayashi jedenfalls ein Bündnis mit 
England für sehr vorteilhaft l.elt, erbat er sich von seiner 
Regierung die Ernächtigung zu einer Sondierung der englischen 
DTiplomatie. Diese wurde ihm unter dem Vorbehalt erteilt, 
dah er lediglich privatim die Ansichten der britischen Regierung 
erforschen möge. Ter Botschafter verhandelte zunächst mit Lord 
Lansdowne in Abwesenheit von Salisbury, der erklärte, daß 
ihmr der Gedanke eines derartigen Abkommens durchaus dis— 
kutabel erschiene und wenn ein solches zustande käme, wäre 
nichts dagegen einzuwenden, daß eine andere Mocht sich daran 
beteiligte. Aus dieser Antwort entnahm der Votschafter, daß 
die englische Regierung schon Verhandlungen nit Teutschland 
gepflogen habe. 
Graf Hayalhi entwarf einen vorre i⸗44 Bündnisvertre 
hen er seiner Regierung zur Begutachtung unterbreitete, die 
edoch zunächst nicht darauf einging, weil sie erst unterrichtet 
ein wollte, ob tatsächlich ein geheimer Gedankenaustausch zwi⸗— 
chen England und Teutschland über Deutschlands Beteiligung 
tattgefunden habe. In einer zweiten Unterredung mit Lord 
ransdowne bestätigte dieser nochmals dem japanischen Bot⸗ 
chafter, daß es zweckmäßzig wäre, das Bündnis nicht auf England 
und Japan zu beschränken, sondern noch eine dritte Macht 
zu beteiligen. Inzwischen trat in Japan ein Kabinettswechsel 
ein und die Angelegenheit ruhte infolgedessen mehrere Monate. 
Im Juli desselbenJahres hatte nun die englische Diplo— 
natie die Initiative ergriffen, die Bündnisverhandlungen wie⸗ 
der aufzunehmen. Ter englische Gesandte Macdonald erklärte 
ßraf Hayashi, der König Eduard habe ihm bei einer Audieng 
rklärt, England müsse mit Japan zu einem Abkommen ge— 
angen, auch der Premierminister Salisburn habe die Not— 
vendigkeit dazu erkannt; es müsse ein Schutzbündnis sein, 
ach dem jeder Verbündete dem andern Hilfe zu gewähren 
„ätte, wenn zwei andere Mächte (ch verbündeten, um Japan 
ind England anzugreifen. Tee englische Diplomatie fürchtete 
tur, daß zwischen Japan und Rußrand ein Abkommen getroffen 
werde. Die letzte Besorgnis habe auch bereits der deutsche 
Heschäftsträger geäußert. Der japanische Botschafter berichtet 
mun, daß er diese Sorge der britischen Regierung wegen eines 
zündnisses zwischen Japan und Rukland benutzt habe, um auf 
ẽͤngland einen Druch auszuüben. Er ließ daher durchblicken, 
»aß, falls England sich zu einem Bündnis nicht geneigt zeige, 
ꝛin Abkommen mit Rußland getroffen würde. 
Am dieser Stelle nehmen die Veröffentlichungen ihr Ende. 
Man erfährt also nicht, aus welchen Gründen an dem englisch 
iapanischen Bündnis, das aus dieren Verhandlungen hervorge— 
gangen jst, Deutschland nicht beteiligt wurde dok. 
— — 
20. Deutscher Ortskrankenkafsentag. 
Machdr. verb.) S. &H. Breslau, 20. Aug. 
Unter Beteiligung von mehr als 800 Delegierten, die 
ber 500 000 Kassenmitglieder vertreten, trat hier amn Montag 
»er Deutsche Ortskrankenkassenverband zu seiner 20. ordentlichen 
Mitalie derversammlung zusammen. Der Vorsitzende des Haupt— 
erbandes, Fräßdorf (Dresden), begrüßte die Erschienenen und 
vies auf den Aufschwung hin, den der Verband in der 
etzten Zeit genommen habe. Die Hauptaufgabe des Ver— 
‚andes sei der Ausbau der sozialpolitischen Einrichtungen zu— 
sunsten der Kassenmitglieder; der Verband vermeidet jede 
arteipolitische Meinungsäuterung und pflegt das Zusammen⸗ 
rbeiten von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden und 
on Kassenbeamten. — Verbandsdirektor Hesse (Dresden) er⸗ 
fattete hierauf den Geschäftsbericht, der mit lebhastem Beifall 
ufgenommen wurde. — Sierauf sprach Dr. jur. Althenrath 
Charlettenburg), Abteilungsvorsteher in der Zentralstelle für 
Volkswoblfahrt, über „Mohnungsfrage. Wohnungsgesetzaebung 
und die Mitwirkung der Krankenkassen bei der Reformarbeit“. 
In der von ihm vorgelegten Resolution wird gefordert, daß 
rie Krankenkassen der Wohnungsfrage erhöhte Aufmerlksamkeit 
zuwenden daß die Kassenärzte die Wohnungen der Kranken 
ontrollieren und die Kassen selbst durch Gewährung von 
»ypothetendarlehen die Erbauung von Kleinwohnungen fördern 
ollen. Nach einer kurzen Diskussion wurde die Resolution 
mgenemmen. — Arbeitersekretär Wissell (Berlin) 'stellte zu 
einem Thema „Neue Gegner der Sozialversicherung“ eine Reihe 
on Leitsätzen auf, in welchen der hohe Wert der sozialen 
zerficherung für die Volksgesundheit anerkannt und hervor— 
jehoben wird. daß die einzelnen Zweige der Arbeiterversiche- 
ung heute zu Hauptstützen der auf die Hebung der Volks— 
resundheit abzielenden Bestrebungen geworden sind. — In 
er Diskusfion wies Justizrat Mayer (Frankenthal) darauf hin, 
aß zu den Gegnern der sozialen Versicherung in erster Linie 
ꝛer Leipziger Aerzteverband gehöre, der die Erhöhung der 
Jersicherungsgrenze für die Krankenverficherung hintertrieben 
abe. Trotz aller Gegnerschaft werden die Krankenkassen ihr 
jiel weiter im Auge behalten. — Arbeitersekretär Graeß 
Frankfurt a. M.) betonte, daß die letzten Kämpfe in den 
zrankenkassen gezeigt hätten, wie notwendig die soz'ale Ver— 
icherung sei. Nicht die Arbeitgeber, sondern die Arbeitnehmer 
eicn Gegner der Beitragserhöhung gewesen. Der heutige deutsche 
lerztee und Apothekerstand lasse sich ohne die soziale Ver- 
icherung gar nicht mehr vorstellen. — Die Leitsätze des 
RKefenenten die dieser zugleich als Resolution vorgelegt hatte, 
vurden angenomnien. 
Den ersten Gegenstand der Beratungen am Dienstag 
hildete der Stand der neuen Organisationen der 
rankenkafsen und ihr Berhältnis zu Aerzten 
ind Apothekern. Der Referent Fräßdorf, unterbreitete 
ine längere Entschließung, in der zunächst der große 
Vert der ärztlichen Tätigkeit bei der Durchführung der Kranken⸗ 
erficherung und die Pflicht der Kassenvorstände anerkannt wird, 
ie materiellen Interessen der Kassenärzte zu fördern. Die 
ottgesetzt steigenden Aerztekosten zeigen den zuten Willen, den 
lerzten zu gewähren, was ihnen zukommt. Mit der weiteren 
entwidelung der Krankenversicherung sollen und werden die 
lerztehonorare weiter steigen. Die immer wieder aufgestellte, 
ber nie bewiesene Behauptung von einer unwürdigen Be— 
andlung der Kassenärzte durch die Kassenvorstände gehöre 
nudas Reich der maßlosen Uebertreibung. Die Verhältnisse 
wischen Krankenkassen und Aerzten sind auf dem Wege fried⸗ 
icher Verständigung zu regeln. Kollektivverträge sind nur 
aun unbedenklich, wenn sie nicht eine Monopolisierung zugunsten 
iner Aerzteorganisation bezwecklen. Auch dann ist cein beson⸗ 
erer Vertrag zwischen Kasse und Einzelarzt zu schließen, auch 
st das Honorar von der Kasse jedem einzelnen Arzt zu über⸗ 
veisen. Zur Vereinbarung allgemeiner Grundsätze fjür das 
Janze Reich mit: dem Aerzteverband ist der Hauptoerband nach 
mie vor bereit. Nach Feststellung allgemeiner Hrundsätze lann 
—— — — — 
alte Spinatwachtel, die in Sittlichkeit und Temperenzlertum 
macht. Bleib mir mit der vom Lebe!“ 
„Astrid, du hast mitunter Ausdrücke — geradezu un—⸗ 
möglich! Mäßige dich doch gefälligst.“ 
„Na ja, wenn du mir mit solchem Mumpitz kommst! Aber 
dor allem — wenn das Stück wirklich so schlimm wäre, würde 
s dann überhaupt hier bei uns aufgeführt werden? Am 
hoftheater ?“ 
„Nun, du weißt doch, Prinzeß Juliane hat eben in dieser 
Beziehung etwas extravagante Neigaungen. Sozusagen einen 
iterarischen —“ 
„Fimmel!“ F 
„Sie schreibt selber und ist daher ungewöhnlich weitherzig 
und nachsichtig gegen alles, was Literatur und Bühne heißt.“ 
„Gott sei Tank, ja. Denn sonst würden wir hier im lieben 
kllerstedt. wohl überhaupt nichts von modernen Stücken zu 
ehen kriegen.“ 
„Ta kam ich Astrid nur recht geben,“ ließ sich nun auch 
hßerda hören. „Und darum werde ich mir auch ruhig die 
Liebesheirat“ ansehen. Du brauchst dich im übrigen auch gar 
icht deswegen aufzuregen. Edith. Es gehen noch eine ganze 
kKeihe anderer Tamen hin, auch vom Regiment. Und wir haben 
ins gerade genug geödet in diesen letzten Wochen. Ich will 
endlich mal wieder wissen, daß ich ein Mensch bin.“ 
„Bravo!“ pflichtete die Jüngste lebhaft bei. „Und über—⸗ 
aupt, der Heinz Keßler soll ja in dem Stück so grohßartig 
ein, als Baron Friemar — seine Glanzrolle.“ 
„Ob gerade das Mitwirken dieses Herrn den Besuch des 
Theaters passerder für euch macht. das weiß ich wirklich 
uicht.“ 
„Wieso dem nun das schon wieder?“ 
„Nun, Frau' Brencken erzählte doch, daß er in Berlin 
tadtbekannt, um nicht zu sagen verrufen ist durch seine Extra⸗ 
aqanzen. Er soll ja zwar ein glimzender Schaufpieler sein, 
ber eben völlig unmöglich in jeinem Privatleben. Und na⸗ 
Jentlich seine Abenteuer mit Frauen. Es soll schon nerschiedene 
zkandalgeschichten gegeben haben in den besten Kreisen, seinet⸗ 
vegen.“ 
„Klatsch!“ 
ees —— 
Offtzierstöchter. 
Roman von Paul Grabein. 
(6. Fortsetzung.) Machdrud verboten.) 
Ohne Frage fand Petersen an Astrids frischem, oft sast 
»urschikosen Wesen Gefallen. Er stand so auf einem heiteren 
Neckton mit ihr. Und sie ging gern darauf ein, lokettierte 
ruch ein wenig mit ihm, aber durchaus in den zulässigen 
Strenzen: eine kleine Vertraulichkeit, wie sie eben dem zu⸗— 
künftigen Schwager gegenüber wohl gestattet var. 
So plänkelten die beiden denn auch jetzt beständig mit— 
einander, aber immer wieder kerte sich doch dann sein Blick 
mit plötzlichem Suchen wieder ibr zu. Kein Zweifel also: 
noch batte sie die Entscheidung in der Hand. 
„Ich will nun nicht länger stören. Meine gnädigste 
Frau —“ und er verabschiedete sich von der Mutter, unr dann 
Astrid. der Nächststehenden, die Hand zu reichen. „Ich hoffe 
doch, wir sehen uns morgen auf dem Tennisplatz?“ 
„Sicher!“ nidte Astrid munter. „Hoffentlich sind Sie gut 
in Form. Wir müssen ja gegen Enen Brandt und Herrn Tiester 
spielen.“ 
„Und Sie werden doch auch mit von der Partie sein, mein 
anädiges Fräulein?“ wandte Petersen sich jetzt Gerda zu. 
„Ich weiß noch nicht — vielleicht.“ 
Da fiog ein Schatten über seine Züge. Er machte ihr eine 
etwas formelle Verbeugung und ging. 
Die Mutter, der die kleine Szene nicht entgangen war, 
chüttelte mit einem bekümmerten Blick auf die ältere Tochter 
ven Kopf. 
„Gerda, Gerda?“ 
Aber diese antwortete nicht. Mit stolz erhobenem Kopf 
zing sie aus dem Zimmer. Die Blumen, die ihr oeschenkt 
waren, ließ sie auf dem Tifch liegen. 
Auch Astrid war natürlich der kleine Zwischenfall nicht un—⸗ 
pemerkt geblieben. 
„Gerda ist doch mitunter komisch,“ meinte sie zur Mutter 
hin. „Ich versitehe nicht, warum sie Petersen so geradezu vor 
den Kopf stöht. Er ist doch ein sehr netter Mensch und so 
blöde verliebt in sie. Wemn ich's wäre, ich würde mich nicht 
sange besinnen. Ich liehe mich von ibmn verwöhmen und machte 
ihm dafür immer ein freundliches Gesicht. So wären wir beide 
uufrieden. Aber Gerda — ich glaube, die träumt immer noch 
»on dem Märchenprinzen oder von der großen Leidenschaft, von 
der sie immer in den Romanen so viel schwafeln. Blech! — 
m wirklichen Leben konmit's nachher doch inimer ganz anders.“ 
„Red' nicht so dummes Zeug! Mas verstehst du junges 
Ding davon?“ 
Verweisend sagte es Frau von Henning. Aber im Stillen 
dachte sie: Warum kann nur Gerda nicht so verständig denken 
vie die Kleine? Was einen die Kinder doch oft für Sorgen 
nachen! 
Aber dam wandte sich ihr Blich mit einem nachdenklichen 
lusdrudd doch wieder der Jüngsten zu. Wenn es dann durchaus 
lichts werden sollte aus ihren geheimen Wünschen, so wäre 
im Ende wirklich noch mit dieser Möglichkeit zu rechnen. Gerda 
urfte sich dann nicht beklagen. Sie wollte es ja mit Gewalt 
iicht anders haben. Und mit neuer Hoffnung umfahßzte Frau 
von Hegtings Auge die frische, anmutsvolle Erscheinung Astrids, 
»ie jetzt damit beschäftigt war, die Orchideen, die Gerda 
iegen gelassen hatte, in einer Vase zu ordnen. 
„Schade um die schönen Blumen!“ 
Und sie ging hinaus, ihnen Wasser zu geben. 
Mit einem zustimmenden Kopfnicken blickte ihr Frau von 
Zenninag nach. 
e * 
„Warum in aller Welt sollen wir uns denn nicht die 
Liebesheirat“ ansehen?“ 
Astrid warf es kampfeslustig zu der ültesten Schwester hin, 
aber Edith erwiderte: 
„Weil es ein ganz modernes, unmoralisches Stück ist, in 
das eine Tame unserer Kreisfe nicht geht.“ 
„So? Und woher kennst du denn seine Unmoral?“ 
„Nun, man hat davon doch gerade genug in den Zeitungen 
gelesen.“ 
„Zeitungen! Die schreiben viel zufammen.“ 
„Aber auch Frau Brencken sagt es. Sie hat das Stück 
ja am Winter in Berlin gesehen — in völliger Unkenntnis 
eines Inhaltes natürlich.“ 
„Natürlich! Aber was das schon dagen will. So eine 
ortlekung folat
	        
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