Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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eilungen 1Mk. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
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Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübeck 163. Jahrgang Nachrichten sür das herzogtum Lauenburg, die 
beiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt 3 ———— —— Fürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das angren 
ισοαα ÿασασασασασσσασσσασαισαιI— , —X —EE ——— zende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Hruck und Verlaa: Gebrüder Borchers G. m. b. 8. in Lũbed. — Moeschaftsstelle Adrebuus (Königstr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
Mittwoch, den 20. August 1913. 
ꝛeilagen: Vaterstõdtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Morgen-⸗Blatt ur. 418. 
Erjtes Blatt Kierzu 2. Biatt. 
—E —— — —Mummer 8 Seiten. 
auichtamtlicher el. 
Schweden und die Fehmarnlinie. 
— 
„Abex, ein einziger Blic auf die Karte muß jia dem, der 
ehen will, zeigen, daß alle Verbesserungen in der Welt auf 
jer Linie über Saßnitz nicht den Sachverhalt ändern können, 
aßz sie bei der Ueberfahrt nach Deutschland alle Reisenden 
ach dem Mesten nötigt, einen rechten Winkel auf ihrem Wege 
u machen. während die Linie über Fehmarn in der Richtung. 
ziie hier in Frage steht, dem Vogelweg zwischen Stockholm und 
amburg. wie mit einem Lineal gezogen, gleichkommt. Die 
aßnitzlinie wird für alle Zeiten ihren unschätzbaren Wert 
ls unsere beste Verbindung mit Süd- und Ost⸗ 
uro pa behalten. aber, es liegt jseben an den geographischen 
iaumverhältnissen, daß sie niemals in der Welt billigen, An— 
wüchen nach einer kurzen und bequemen Verbindung mit West-— 
Aropa genügen kann, mit dem so viele Interessen uns ver— 
inden. Die Verbindung muß gehen, wo die Natur seibst den 
ürzesten Weg zeigt, der noch dazu gerade über die schmalsten 
Neerengen führt, und der Weg geht nun ein für alle Mal über 
ehmarn. 
Unpceymeidlich ist dabei gewiß, daß die Fehmarnlinie der 
kaknitzlinie einen Teil des Personen- und, Süteroerkehrs fort⸗ 
ehmen wird. Mit Notwendigkeit wird die erste nämlich von 
Uen denen vorgezogen werden, die dadurch einen kürzeren 
Leg nach Westen erreichen. Aber für das erste dürfte dieser 
lebelstond ungefähr dabei stehen bleiben, daß der Zuwachs 
es Verkehrs auf der Linie über Saßnitz für einige Zeit ins 
S„tocken gerät, denn der erhöhte Verkehr, mit dem diese Linie 
osaoen aus ihrem eigenen natürlichen Verkehrsgebiet stets 
echnen dars, dürfte später nicht geringer werden als bisher, 
ind dann muß diese Vermehrung gut reichen, um den Ausfall 
u decken, der dadurch entstehen kann. daß ein Teil des Verz— 
ehrs auf die kürzere Linie nach Westen übergeht. Der Vorteil 
inen erleichterten Verbindung nach Westeuropa ist auf alle 
rälle so unschätzbar, daß er für unser Land in seiner Ge— 
antheit mehr als gut den Verlust gufwiegt, der dadurch für 
ie Saßnitzroute für eine Zeit entstehen sann. Es handel 
ch um Schweden in seiner Gesamtheit, die durch 
en neyen Richtweg nach Westen über Fehmarn gewinnt. zu 
iesem Gewinn kommen auch Vorteile für Norwegen und 
innland, und neben dem Vorteil, den unser ganzes Ge— 
näftsleben aus diesem Richtweg ernten wird, wiegen die bis 
uf. weiteres vielleicht etwas verringerten Dibidenden auf der 
zaßnitzlinie federleicht in der Wagsckale. 
Es. ist kemerkt worden. daß die jetzige Leitung der 
bwedischen Staotsbaknen eine starke Tendenz zeigt. sie einz'g 
nde ollein als ein Geschäftsunternehmen auzusehen vdessen hauobt; 
ichliche. wenn nicht 6usschließliche Aufgabe es ist, dem Staat 
mseiner Eigenschaft als Besitzer die größtmöglichen Einnahmen 
u verschaffen. Diese Betrachtungsweise ist bei gew'ssen Ein— 
hränkungen der Ausgaben für unsere Staatshahnen klar und 
eutlich zutage getreten, die sich jedoch auf die Länge kgqum 
ls wirkliche Ersparnisse herausgestellt haben. In den Aus— 
aben zu sparen und die Einkünfte zu steigern. mag ja aller 
lchtung wert sein. aber dies darf nicht der alles beherrschende 
zesichtspunkt bei der Leitung der Staatseisenbahnen und an— 
enec Eeschäfte treibender MWerke sein. Der EStaat ist keine 
ecellshhaft, die lediglich auf größtmögliche Prozente in ihren 
iridenden zu sehen hat, sondern er hat darauf zu achten, 
aß seine Geschäfte so betrieben werden. daß sie nach jeder 
sichtung hin zum größtmöglichen Vorteil für seine Bürger 
nd. Der Staat lebt länger als der Einzelne und muß des— 
alb viel mehr als er Rücksicht auf die Zukunft nehmen. 
ber für die Zukunft des Volkes ist eine vielfältige Ver— 
zIndung mit verschiedenen Telon dar Moeolt hon so Ironen 
Gewicht. daß ein oorübergehender Verlust auf einer Verkehrs 
ader, sei, es auch die vorzüglichste. demgegenüber wenig oder 
nichts bedeutet. 
..Zu alledem muß hinzugefügt werden. daß es in letzter 
dinie nicht von Schweden abhängt, ob die Fehmarnlinie zu— 
tande kommt oder nicht. Dänemark und Westdeutschland nebst 
den Hansestädten können die Sache auf eigene Hand ohne 
inser Zutun besorgen. Auf, Schweden kommt es dann an., ous 
der neuen Verbindung den Vortkeil zu ziehen, den sie unserem 
Lande bereiten kann und uns zu rechter Zeit im Hinblick auf 
dieses Ziel einzurichten. 
Dänemark scheint für seinen Teil bhereit zu sein, von 
leinen Gesichtspunkten abzusehen und sich für seine alte 
Hiedserlinie einen Nebenbühler zu schafsfen, der diese Linie. 
Wgesehen von Berlin, zu einer mehr lokalen Bedeutung in 
Jdänemark herabsinken lätzt. Es geziemt sich dann für uns 
cZchweden. uns nicht minder kleinlich und kurzsichtig zu zeigen. 
Was wir dabei zunächst auszurichten haben, wäre, dem Staat 
u guter Zeit die Privatbahnen zwischen Helsingborg und 
Jönköping, zu sichern, bevor die Aussicht auf die neue Ver— 
dindung ihren Preis hat in die Höhe treiben können. Mit 
hrer nordöstlichen Fortsetzung von Jönköping ist, es gerade 
vie mit Nils Ericsons alter Lagglinie durch Südschweden die 
860 infolge Kurzlichtigkeit des Reichstages aufgehoben wurde. 
Jinmerfort darauf zu beharren. den schweren Durchgangs- 
erlehn quf der Eifenbahnlinie hinaufzuschleppen. die aus dem 
üdschwedischen Landrücken zwischen den beiden Seen, durch 
zmälands magerste Gegenden geht, kann nicht in irgend einer 
Weile als eine hellsehende und vorbedochte Gelchäftsleifung 
ingeschen werden. 
Es kam sehr wohl geschehen, daß die Ausführung des 
Zrojektes durch den Widerstand verzögert werden kann, den 
zie preußische Regierung ihmn vom Gesichtspunkt des Sonder—⸗ 
nteresses Berlins entgegensetzt. und daß auch in Dänemarkt 
ie kleinen Gesichtspunkte sich eine Zeitlang geltend wachen und 
ie großen und teuren Brückenbauten über, die schmalsten Meer— 
mgen verzögern. In solchem Fall erhalten wir nur soviel 
nehr Zeit, um uns ungestört auf das vorzubereiten, was 
uf alle Fälle kommen muß., Bis dahin haben wir mit 
iller möglichen Zufriedenheit, jede Verbesserung entgegenzu— 
sehmen. die über Saßznitz die Verbindung nach Westen er—⸗ 
eichtern kann, denn hier wie immer gilt es. daß wir das 
ine machen und das andere nicht lassen sollen. Aber das 
roße Ziel. eine vielfältig, lebhaftere Verbindung mit den 
roßen Weltperkehrszentren in Westeuropa. dürfen wir dabe 
iie außen Auge lassen. 
Eine alte Erfabhrung lehrt, daß keine Justitution sich selbsi 
eformiert. Die Königl. schwedische Eisenbahndirektion macht 
n dieser Hinsicht, gewiß keine Ausnahnie. und derjenige, der 
dies schreibt. besitzt eine gewisse Erfahrung daxüber gus der 
zeit, als er für die Einführung eines Zonentarifs hei den 
?taatsbahnen arbeitete. Was den jetzigen Chef dieser Bahnen 
nhelangt, so ist er ia als ein in allem besondecs tüchtiger 
Nann bekannt. Aber sein letzter Ausspruch in der, vor— 
segenden Frage hat nicht dazu beigetragen, das Urteil über 
hu zu entkräften, daß er in etwas zu hohem Grade die rein 
eschäftsmäßigen Gesichtspunkte zur Geltung kommen lähßt. Bei 
illct Achtung vor diesen, gibt es doch außerdem noch ander⸗ 
ind höhere Interessen, die nicht um ihretwillen allzuseh 
zeiseite gesetzt werden dürfen“ 
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Auf das Interview, welches Herr Senator Vossehl, 
Lübeck, am 6. Aug. in Stockholm mit einem Mitarbeiter des 
„Astonbladet“, Stodholm, über die Fehmarnlinie gehabt und 
vorin er sich über die Vorteile geäußert, die diese Veibin— 
zung auch für Schweden haben werde. hat in der Stockholmer 
Zeitung „Nya Dagligt Allehanda“ am 9. Aug. der Generaldirel— 
or der schwedischen Staatseisenbahnen, Herr Pegelow, in 
einem weiteren Interview auch seinerseits Stellung zu der 
Frage der Fehmarnlinie genommen. SHierauf bringen die 
„Hamb. Nachr.“ in ihrer gestrigen Morgenausgabe eine Ent— 
geganung des „Aftonbladet“, Stockholm, vom 14. Aug., die wie 
folgt lautet: 
In der Stockholmer Zeitung „Aftonbladet“ veröffentlicht 
Emil Soenséen eine „Antwort auf die Kritik“ des schwedischen 
Heneraldireltors Pegelow, über die wir am Freitag morgen 
berichteten. Er schreibt: 
„Die Zeitung „Nya Dagligt Allehanda“ hat den Chef 
der schwedischen Eisenbahndirektion, Generaldirektor Pegelow, 
siber die Fehmarnlinie ausfragen lassen. Das Ergebnis ist so, 
vie man zu erwarten Anlaß hatte. Generaldirekttor Pegelow 
simmt sehr bestimmt Abstand von der neuen Linie, in der er. 
bezeichnend genug, nich!s anderes oder mehr als einen lästigen 
Konlkurrenten, für die Saßnißlinie erblicken kaun. Er betonte 
dabei zunächst, daß schon nach Fertigstellung der Sahnitzlinie 
Vorstellungen wegen schwedischer Mitwirkung für eine Fehmaru— 
liinie gemocht worden seien und er erachtete, daß deren erste 
Aufgabe wäre, die lästige Konkurrenz der Hansestädte, mit 
Berlin zu erleichtern. Das hätte vermutlich auch der preußische 
Fisenbahnminister eingesehen, als er sich dem Prosekt wider— 
etzte. Er glaubte weiter, daß die dänische Regierung vorsichtig 
vorgehen werde, da das Projekt sehr teuer und ein scharker 
Konlurren:! für die Giedserlinie wäre. Für unsern Teil sollten 
wir lieber als die neue Linie zu unterstützen, dahin wirken, 
daß der Verkehr über Saßnitz verbessert werde durch deutsche 
Neubaufen auf den westlich davon befindlichen Bahnstreden 
ind Verlegungen der schwedischen Zugverbindungen, wodurch 
rhebliche Zeifgewinne auf den Reisen nach Westeuropa erzielt 
vernden könnten. 
An und kür sich ist gegen diese zuletzt erwähnten Vorschje 
gicht gu' efwas zu sagen, aber sie können für die in Rede 
tehende Süche mit dem besten Willen nicht ausreichea. Die 
Errichtung der Saßnitzlinie war das erste Notwendige in unsern 
Verbindungen mit dem Festlande und „Aftonbladet“ hat den 
igeheuren Vorteil vielfach hervorgehoben, daß lie uns für 
aAlle Fälle in letzter Linie unabhängig machen lann ron der 
Ȋn'schen Zwischenhand, im Falle eines Wirrwarrs von der 
rehe icen und auf ihre eigenen Interessen bedachten däni— 
chen Ern— 
Cheater, Kunst und Wissenschaft. 
Eröffnuntg der Opeinjpielzeit in Dresden. Die neue Spiel—⸗ 
jseit der Dresdener Hofoper wurde Sonntag mit „Tann— 
jäuser“ eröffnet. Der Umbaun und die Erneuerungsarbeiten am 
Dpernhaus sind leider noch nicht zum Abschluß gelangt; vporaus— 
ichtlich werden noch bis in den Winter hinein Gerüste das Haus 
imgeben. 
Das Hoftheater zu Kassel begann die neue Spielzeit mit 
iner „Aida“-Aufführung, die von dem ausverkdauften Hause 
nit besonderem Interesse verfolgt wurde, zumal die Haupt— 
»artien mit neuen Kräften besetzt maren. Frl. Kronacher 
errang sich mit der Aida einen großen, unbestrittenen Erfolg. 
Das Breslauer Stadttheater unter der neuen Leitung. Das 
Brestlauer Stadttheater wird seine erste Spielzeit unter der 
Leitung des Intendanten WMoldemar Runge, den Lübeckern 
Rurch sein Wirken am alten Lübecker Stadttheater 
estens bekannt, am Sonnabend. dem 13. Sept., iit Richard 
Magners „Rienzi“, der dort 15 Jahre nicht gegeben worden 
ist, beginnen. Zum 1. Januar 1914 wird auch Wagners 
„Parfifal“ vorbereitet, für dessen Ausstattung die Stadt 
Breslau den Betrag von 30009 Mausgeworfen hat. Ferner 
ind im Spielplan vorgesehen: vor allem die deutsche Urauf— 
ührung der russischen Oper „Boris Godunow“ von Mussorgfki, 
ie nach vierzig Jahren auf dem Wege über Mailand, Monte 
Farlo, Paris, London, Newyork usw. ihren Weg nun auch nach 
Deutschland finden soll; dann Franz Schrekers „Der ferne 
dang“ und Puccinis „Mädchen aus dem zoldenen Wosten“. 
Boieldieus zweiaktige komische Oper „Les voitures versées“ 
der deutsche Titel steht noch nicht fest), soll in neuer Ueberseßung 
ind Bearbeitung durch den bekannten Breslauer Schriftsteller 
Dr. Erich Freund wieder zum Leben erweckt werden. Als Kapell- 
neister werden neben Julius Prüwer Ginuseppe Rio vom 
Ztadttheater in Graz und Rudolf Weill vom Mainzer Stadt—⸗ 
heater wirken. 
Neue Opber in Hanmburg. Zu der am Freitag, dem 29. Aug., 
tattfindenden Ecöffnungsvorstellung („Fingaros Hochzeit') haben 
ie Spitzen der Hamburger Behörden sowie viele auswärtige 
Rühnenleiter ihr Erscheinen zugesagt. 
Der Zusammenbruch scheint dem Berner Stadttheater zu 
rchen. Die Lage ist trostlos. und man trägt sich bereits mit 
em Gedanken. das Saus für einige Jahre zu Ichlie⸗ 
zen, um dann, wenn das Unternehmen durch die fortlaufenden 
Zzubventionen aus öf'sentlichen Mitteln saniert wäre, den Be— 
rieb wieder aufzunehmen. 
F.. Das Verdi⸗ Jubiläum wurde Montag in Parma in 
»em alten, wohl erhaltenen Teatro Farnese feierlichst einge— 
eitet. Die Ansprachen, die u. a. von dem Bürgermeister der 
ztadt und vom Minister Nitti gehalten wurden, klangen in 
iner Huldigung auf Verdi aus. Senator Manfredi feierte 
en Komponisten als Politiker. Darauf wurde die großze 
zunstausstellung eröffnet, in —der namentlich musikhistorische 
Werke ihre Aufstellung gefunden haben. 
Ein neuer Bariten. Aus Ostende wird dem Berl. Börs.⸗ 
four. geschrieben: Wir haben hier glücklich die Hochsaison er— 
eicht. In den heißen Spielsälen des Kursaales und des 
doyal Palace Hotels drängen sich die Scharen der zur Luftkur 
ier eingetrofsenen Gäste um die grünen Tische, und die Caq⸗ 
otte macht glänzende Geschäfte. Ein noch besseres Geschäft 
iird jedoch wahrscheinlich Herr Hofoperndirektor Hans Gregor 
us Wien machen. Eines Abends hörte er von seinem Balkon 
us eine prachtvolle Natur-Baritonstimme den Prolog aus 
Baiazzo“ singen. Auf seine Nachforschungen stellte sich heraus, 
ah der beneidenswerte Besitzer dieser Stimme der — Kellner 
ar, ein junger Italiener, der ihn täglich im Hotel de 
Deéan bediente. Rasch war im Königl. Theater eine Probe 
erangiert, die so günstig ausfiel, dah die Anwesenden den 
ingen Sänger mit Beifall überschütteten. Der bisherige 
tellner soil eine gründliche Ausbildung erhalten, und nach der 
lnsicht der Sachverständigen dürfte er als Sänger eine glän— 
ende Zukunft haben. 
Ein bisher unbekanntes und ungedructes Werl von Konradin 
dreußer für Männerchor, Baritonsolo und Klavierbegleitung, 
etitelt „Der Falschmünzer“, ist jüngst gefunden worden 
nd befindet sich im Besitze des Musikschriftstellers Edwin 
anetschek-Prag, der die größere Komposition vorerst in der 
deutschen Sängerbundes⸗Zeitung erläutern und später vielleicht 
m Drucd vorlegen will. 
„Graf Tantalus“, ein neues dreialtiges Operettenwerk von 
zons Gerbeck, Musik von Toni Thoms-Wien, dem bekannten 
Fabarettisten, gelangte Freitag im Sommertheater in Ko— 
urg vor ausverkauftem Hause erfolgreich zur Uraufführung. 
SDie Deutsche Bühne, das amtliche Blatt des Deutschen 
Bühnenvereins (Verlag Oesterheld K Co.) veröffentlicht vom 
X 
September d. J. ab in jeder Nummer die Spielver— 
eichn isse der deutschsprachlichen Bühnen, die 
ine vollständige Zusammenstellung aller gespielten Stüde mit 
Ungabe sämtlicher Rollen und deren Darsteller bringen. Trotz 
»es erweiterten Umfanges von 24 auf etwa 64 Seiten für die 
stummer wird der Abonnementspreis nicht erhöht. Bg. 
C.K. DeAmnnurnuzios neuestes Drama. Das Pariser Porte— 
St.⸗Martin-⸗Theater wird im kommenden Oktober seine Sai— 
on, wie aus Paris berichtet wird, mit einem neuen Werke 
d'Annunzios eröffnen. Der Dichter hat diese Arbeit, über die 
Sinzelheiten noch geheim gehalten werden, vor einer Woche 
bollendet und soeben den Vertrag mit der Theaterdirektion 
unterschrieben. Allem Anschein nach aber handelt es sich bei 
iesem neuen Werke um ein Drama in der Art der „Pisa⸗ 
ielle“ und des „Martyriums des heiligen Sebastian“, denn 
ach einer früheren Erklärung D'Annunzios waren diese beiden 
Perke als Teile einer dramatischen Trilogie gedacht. Die 
nännliche Hauptrolle des neuen D'Annunzio⸗Stückes wird La 
Zargy spielen, die weibliche Hauptrolle nicht Ida Rubinstein 
ondern Berthe Bady. 
DDie jüngsten Vorlommnisse in der Schweizer⸗GHarde de⸗s 
Papstes, die kleine Revolution der Hüter des heiligen Vaters, 
die das Lächeln so weiter Kreise erregt hat, mag es nicht 
ingeeignet erscheinen lassen, von einem neuen Werke, einer 
Zchweizer-Oper, zu sprechen, deren Text ein Ausschnitt aus der 
ßeichichte der päpstlichen Schweizer Garde zugrunde liegt. Es 
andelt sich um die dreiaktige Oper „Die Schweizer“, 
Text von Konrad Falke, Musik von Hans Jelmoli, die im 
Berliner Theater-Verlag erschienen ist. Der Inhalt der Oper 
st kurz folgender: Der Rat von Zürich, das unter Zwingli 
en neuen Glauben angenommen hat, ruft die Schweizer-Garde 
des Papstes in die Heimat zurücd. Die Nachricht erwedt bei 
den Schweizern im Vatikan um so größeren Jubel, als sie mit 
dem Papste wegen rüchkständigen Soldes unzufrieden sind, doch 
»a sie, vor allem ihr Hauptmann, durch Liebesbande an Rom 
efesselt sind, gelingt es dem Papste, die Ungebärdigen noch 
inmal zum Bleiben zu zwingen. Da kommt die Meldung von 
inem Ueberfalle im Vatikan, und alle, obgleich einige erst 
nurren, entichließen sich zur treuen Verteidigung, ihres Papftes. 
die Schlacht entscheidet sich zugunsten des Papstes. Mit der 
deiche ihres Hauptmanns, der im Kampfe tödlich verwundet 
vurde, ziehen sie nun in die geliebte Heimat zurück
	        
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