Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausgab 
σ — ———— — — — 
zojähriges Jubiläum des Männerturnvereins 
in Schwartau. 
Eigenbericht der Lübedcischen Anzeigen.) 
— Schwartau, 18. Aus. 
Unser freundlicher Kurort stand Sonnabend und Sonntag 
uciter dem Zeichen der Turner. Unter Beteiligung einer Anzahl 
auswärtiger Vereine sowie zahlreicher Freunde des Turnwesens 
eierte der Männerturnverein das Fest des v0jährigen Be⸗ 
tehens. Mit einem großen Kommers im Hotel Germania wurde 
die Feier eingeleitet. Namens der Stadt begrüßte Bürger⸗ 
meister Dr. Gleiniger die Teilnehmer, beglückwünschte den 
Manmnerlurnverein, auf seinen Werdegang hinweisend, und gab 
em Wunsche Ausdruck, daß die idealen Bestrebungen des deut⸗ 
schen Turnwesens auch künftig im Verein fruchtbaren Boden 
finden mögen. Der Vereinsvorsitzende, Lehrer Langfeldt, 
dankte der Stadtvertretung und dem Ehrenausschuß für ihre 
Mitarbeit, begrüßte die auswärtigen Gauvertreter und Gäste 
uind teilte mit, daß aus Anlaß des Jubiläums die Stodtver⸗ 
retüng und der Spar- und Vorschußverein dem Verein je 
00 Mizugewendet haben. Der 80iährige Lehrer a. D. Laudi, 
ein Mitbegründer des Vereins, wurde zum Ehrenmitglied er—⸗ 
rannt und ihm unter herzlichen Worten vom Vorsitzenden ein 
ünstlerisches Diplom überreicht. Gauvertreter Gerden⸗— 
Zdübeck übermittelte die Glücwünsche des Travegaues. Auf 
zie großen Erfolge des Vereins auf dem Gauturnfest in Greves—⸗ 
naühlen hinweisend, wünschte Redner ferneres Blühen und Ge— 
eihen. Der Vorsitzende des Lübecker Turnvereins „Gut Heil, 
Zerr Robrahn, überreichte dem Verein ein Bild, „Der 
stterbende Gladiator“. Der Gauturnwart, Zimmermann-— 
Lübechk, der vorher schon durch fabelhafte Geschicklichkeit im 
Keulenschwingen lebhaften Beifall erntete, gab einen Ueberblick 
über die großartige Entwickelung des deutschen Turnwesens, 
heleuchtete dessen Zwecke und Ziele und gab dann eine Dar—⸗ 
tellung des deutschen Turnfestes in Leipzig. Abwechselnd folgten 
tun gemeinsame Lieder, Vorträge des Gesangvereins „Har— 
nonie“ und turnerische Vorführungen. 
Sonntag, am zweiten Tage, ordnete sich bei der Waldhalle 
uim 22/2 Uhr der Festzug. Dem prächtig ausgeschmückten Fest⸗ 
vagen mit der Jahnbüste folgten die Vereine mit ihren Fahnen. 
Der Zus bewegte sich durch die festlich geschmückten und reich 
deflaggten Straßen nach dem Festplatz im Riesebusch. Hier 
ang der Gefangverein „Harmonie“ zur Begrüßung das Weihe— 
ied von Abt. In der nun folgenden Festrede führte Bürger⸗ 
neister Dr. Gleiniger aus: 
In Kreisen der Turner wird mit Recht beklagt, dakß die 
Zahl der auf dem Gebiete des Geisteslebens hervorragenden 
Bersönlichkeiten, die in Wort und Schrift für das Turnwesen 
eintreten, nicht der Bedeutung, die dem Turnwesen beigemessen 
werden muß, entspricht. Immerhin wächst die Zahl und mit 
Stolz und Freude muß es das Herz des Turners erfüllen, 
venn er die gewaltige Entwickelung, die das deutsche Turn—⸗ 
vesen genommen, verfolgt. Diese Entwickelung ist um so 
rstaunlicher, als das Turnwesen in seiner heutigen Form erst 
»or hundert Jahren, in einer an Umwälzungen reichen Zeit 
n die Erscheinmng getre!en ist. In di ser Zeit, die das deutsche 
Volk in Schmach und Schande sah, gesellte sich zu jenen Män— 
nern, die die Wiederauffrischung des Staates und Volkes an—⸗ 
trebten, auch Friedrich Ludwig Jahn. Dieser wurde nicht 
allein der Vater des heutigen Turnwesens, sondern auch ein 
Brophet des stärksten und fruchtbarsten Gedankens jener Zeit, 
)»er erst heute sich Geltung verschafft hat: des Gedankens von 
»er Erziehung zum Staatsbürger. Jahn verlieh dem Turnen 
»en Geift deutschen Volkstums und gab ihm sittliche Größe. 
Mit solchen Idealen verknüpft wird der gewaltige Anklang, 
den die Turnsache gefunden, wird die Zouberkraft des Turner⸗ 
pruches: „Frisch, fromm,. fröhlich, frei“ verständlich. Dieser 
Spruch ist und bleibt die Lodung der deutschen Turnerschaft, 
»ie Kaisertreue und Vaterlandsliebe, Begeisterung für Recht 
md Wahrheit auf ihre Banner geschrieben hat. Möge es 
mmer so bleiben, dann bleibt die Tarnerschaft in den Bahnen, 
»ie ihr Jahn gewiesen und erfüllt die Rolle, die ihr in der 
ultur zukommt. Möge daher der deutschen Turnerschaft 
weiter hin eine kraftvolle Entwickelung beschieden sein. „Gut 
Heil! 
Sodannu wurden dem Verein verschiedene Festgaben über⸗ 
reicht. Turnverein Ahrensbök und Hotelbesitzer Ramm stifteten 
e ein Fahnenband, die Lübecer Turnerschaft überreichte 
ein Jahnbild und die Turnvereine Schlutup und Bargteheide 
e einen Fahnennagel. Es folgten num turnerische Vorfüh— 
ungen Reigen, Wettspiele uswp. nach deren Beendigung um 
su2 Uhr der Rüdmarsch angetreten wurde. Den Schluß der 
rotz der ungünstigen Witterung wohlgelungenen Ferer bildete 
ein Ball in mehreren Sälen. 
ZBräuche und Volksglauben hei der Ernte. 
vBuür den Landmann bedentet der Ausfall der Ernte in 
edem Jahre eine Frage von gochter Wichtiokeit. Tie Ernte 
zringt ihm den Lohn für die Mühen des ganzen Jahres. Ta 
»er Landmann häufig noch uralte Bräuche hochhält. noch 
ielfach an altem Volksglauben und an alten Vorstellungen 
zängt, die in den Großstädten länast vere Jen sind, so sind auf 
»em Lande mancherorts allerlei eigentümliche Erntesitien an— 
utreffen. Namentlich in Beuirken. in denen die Bauernbevöl⸗ 
etung noch nicht von Industriearbeitern und anderen Bevölke— 
ungsschichten durchfetzt ist, werden bee alten Erntebräuche fast 
iberall innegehalten. Ein Knecht oder eine Magd, die sich 
inen Verstoß gegen diese Erntebräuche Rischuulsden kommen 
ieben, würden sich einen ernsten Verweis zuziehen, und ein 
dofbesitzer, der diese Bräuche und den Volksglauben, der mit 
»er Ernte zusammenhängt. mißachten oder ianorieren wollte, 
vürde bei den meisten Dorfbewohnern auf Verachtung sioßen. 
Schon mit dem Beginn der Ernte setzen mancherlei Ge— 
hräuche ein. In Franken, in einigen Gegenden Westdeutschlands 
ind in den Niedersanden muß die Getreideernte stets an einem 
Freitag in Angriff genommen werden. Nur, wenn das Schnei— 
»en des Korns an diesem Tage begmnnt, soll Aussicht bestehen, 
ie Früchte des Feldes glücklich unter Tach und Fach zu brinagen. 
in anderen Gegenden wieder ist der Montag der glüdver⸗ 
eihende Tag für den Beginn der Ernte. Auf keinen Fall soll 
wer an einem Sonntag mit dem Einernten begonnen werden, 
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Nontaq, den 18. Auqust 1913. 
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Abend-Blatt Nr. 415. 
dagegen ist es nach dem Volksbrauch erlaubt, am Sonntag 
m der Ernte zu arbeiten, wenn diese schon vorher angefangen 
atte. Im Vogtlande und in den angrenzenden böhmeschen 
ind bayerischen Bezirken dürfen die drei ersten Garben nicht 
uf den Wagen geladen werden, sondern sie müssen, kreuz⸗ 
»eise gegeneinander gestellt, eine Zeitlang auf dem Felde blei— 
en. In Hessen gebietet es der Brauch, daß die ersten Aehren 
won einem Kinde unter fünf Jahren abgeschnitten werden; be—⸗ 
»nderen Segen soll es bringen, wenn das Abschneiden der 
sehren von einem Waisenkinde vorgenommen wird. Beim 
ufladen des ersten Wagens darf nach einer alten Sitte in 
cordwestdeutschland kein Wort gespeochen werden; die Knechte 
d Mägde, die beim Aufladen des ersten Getreidefuders be— 
häftigt sind, dürfen nicht einmal den Gruß eines Vorübergehen⸗ 
en beantworten. Der Bauer, der von den zuerst abgemähten 
dornähren drei Stüch in den Mund nimmt, soll das ganze 
lahr keine Not zu befürchten haben. Grüne Tannenzweige 
ber das Scheunentor genagelt. gewähren nach dem Volks— 
lauben in Franken und in der Pfalz zutes Wetter während dver 
irnte und ein glückliches Hereinbringen des Getreides. Tas 
rste Getreidefuder muh in Bayern, Sachsen und Böhmen 
ückwärts in die Scheune geschoben werden. Wer diesen Brauch 
icht befolgt, hat zu erwarten, daß ihm in den nächsten 
Nonaten aus der Scheune allerlei gestohlen wird. So lange 
in beladener Getreidewagen auf denr Hofe oder in der Scheune 
eht. dars niemand unter dem Wagon durchkriechen, sonst werden 
ie nächsten Wagen umgeworfen oder es gehen gar die Pierde 
urch. 
In der Psalz und in Hessen besteht der Brauch, vom ersten 
ingefahrenen Kornwagen den Mäusen an vier Echen der Scheune 
eeine volle Garbe hinzulegen. Tadurch sollen sie von der 
llzu großen Vertilgung des aufgespeicherten Korns zurüch 
ehalten werden. In anderen Gegenden West⸗ und Süddeutsch- 
inds werden den Vögeln aus dem ersten Fuder ein paar 
zarben hingeworfen. In Schwaben, im Erzgebirge, im Vogt⸗ 
inde und in Böhmen ziehen sich Knechte und Mägde eine 
renge Rüge zu, wenn sie einen Rechen so auf das Feld hin— 
egen, daß die Zinken noch oben kommen; denn dadurch sollen 
hwere Gewitter herangezogen werden, die das Einbringen der 
irnte verzögern. In sehr vielen Gegenden Teutschlands bis weit 
die österreichischen Provinzen hinein und in den Nieder— 
inden darf nach einer »aAten Regel ein Getreidefeld nicht ganz 
bgeerntet werden, wenigstens einige Bündel Korn, Hafer, 
zerste oder Weizen müssen stehen bieben. Verschiedentlich soll 
adurch zum Ausdruch gebracht werden daß der Besitzer des 
jerdes nicht so habgierig ist, alles abzuernten; in einzelnen 
egenden wiederum giaubt der Bauer, daß ein Feld, auf dem 
icht alles abgeerntet worden ist. auch im nächsten Jahre 
eiche Frucht geben wird. und wieder jin anderen Gegenden 
eißt es, daß dursh das Steheulassen einiger Getreidedüschel 
as Kornweib, die Roggenmuhme oder wie an den rerschiedenen 
)rten die Erscheinung fonst heißen mag, die vor der Ernte 
er Unwesen auf den Feldern treiben soll, auf das Feld ge— 
annt wird. Tie Roggenmuhme ist ein böses Weib, das gern 
lerlei Schabernad ausführt und das besonders den fleinen 
indern gesährlich wird, die zu naße an ein Getreidefeld 
erangehen; die Roggenmuhme wohnt nur in den Getreide— 
ldern; wird sie nun gewahr, dak die Felder abgeerntet wer— 
en, so ist fie darüber natürlich wütend und nach dem Volks— 
auben ist es dann um so mehr gebeten, ein paar Büschel Ge— 
reide stehen zu lassen; so lange deese Büschel ssehen, kann 
uch die Roggenmuhme das Ferd nicht verlassen. In manchen 
andesteilen tritt an Stelle der Roggenmuhme der Reggenhund, 
er Roggenwolf, der Kornbock oder die Hafergeiß. das sind böse 
kiere, die ebenfalls das Feld n'cht verlassen dürfen, so lange 
och ein paar Büschel stehen. 
Mit dem Stehenlasfen einzetner Getreidebüschel auf den 
jeldern sind auch da und dort noch einige Zeremonien verbun—⸗ 
en. So werden in den Niederlanden die stehengebliebenen 
züschel mit einen bunten Band umsiochten, in Ostpreutzen um— 
»ringen Kinder die Büschel und singen dabei allerlei Lieder, 
romme Landleute sprechen vor den stehengebliebenen Aehren 
ohl auch noch ein Tankgebet. In einigen Landesteilen Nord— 
na Ostdeutschlands ist es Brauch, die letzte Garbe mit Steinen 
u beschweren; das soll dazu bettragen, auch im nächsten 
ahre eine gute Ernte hereinzubringen. Im Erzgebirge suchen 
ne Landleute das Feld fruchtbar zu erbalten, indem sie sogleich, 
achdem das Getreide eingeerntet ist, ein Geldstückk in den 
der oergraben. Doch soll das Gelostück ganz neu oder doch 
‚enigstens vorher gewaschen und biankgeputzt sein. Getreide— 
zrner, aus den ersten drei Garben der Ernte herausgenommen 
nd auf eine Schnur gezogen und aufbewahrt, soilen vor 
fieber schützen. Einige volle Aehren aus den ersten Garben 
iden Stall gehängt. machen das Vieh fruchtbar und schützen 
amentlich die Muttertiere. Wer im nächsten Jahre eine reiche 
rnte haben will, muß Körner aus den ersten Aehren mit dem 
aatgetreide vermischen, ebenio müssen die Körner aus dem 
rtekranz mit dent Saatgetreide vermengt werden. Wie das 
infahren des ersten Fuders, geht auch das Einfahren des 
tzten Fuders unter mancherlei Zerenonien vor sich. Da und 
ort ist es Brauch. daß der letzte Erntewagen mit frischen Rei⸗— 
rn geschmückt wird; er wird auch nicht von einem Knecht 
ich Hause gefahren, sondern vom Hofbesitzer selbst. Viel⸗ 
ich ist es auch Sitte, daß beim Einsahren des letzten Fuders 
inrtliche Personen, die auf dem Hofe wohnen, anwesend sein 
rüssen. Tieses Fuder muß sehr vorsichtig geladen und gefahren 
erden; denn wenn von diesem Wagen eine Garbe herabfällt, 
der wenn gar die ganze Vadung umstürzt oder sonst etwas 
movorhergesehenes passiert. so bedeutet dies für das nächste 
ahr Mißwachs, und in diesem Falle kann auch die noch so 
enaue Besolgung der geschilderten Bräuche nicht vor weiterem 
chaden bewahtren. Sind gauz alte Leute auf dem Hof, 
ie wegen zu weiter Entfernung das letzte Erntefuder nicht mit 
eteingeleiten können, so werden fie sich wenigstens an das 
oftor zu schleppen suchen, um den letzten, oder. wie er da 
eind dort genannt wird, den „reichen“ Wagen hereinschwanken 
u sehen. 
In einigen Gegenden ist es wieder Brauch, daß das letzte 
uder nicht sogleich nach dem Hereinbringen. sondern erst am 
ächsten Tage abgeladen wird. Wianche altväterischen Landa 
ute im Vogtlande und in Böhmen lLalten daran feit, daß das 
zte Fuder nicht eher abgeladen werden darf. als bis auf 
I— 
dem Hofe irgend eine arme Frau oder ein armer Mann beschenkt 
vorden ist. Kommt an einem soeichen Tage eine Bettelfrau 
nuf einen Hof, so kann sie sicher sein, ihren Korb mit Eßwaren 
er verschiedensten Art vollpacken zu können: denn manche 
zäuerinnen sind da der Meinung, daß man bei solchen Ge— 
egenheiten dreinial drelerlei geben müsse. An dem Tage, an 
em das letzte Fuder eingefahren wird, will es der Brauch, 
»ah die Bäuerin ihren Leuten bessere Speisen und Getränke 
uftischt. In Norddeutschland beginnt das Erntefest meisten- 
eils gleich nach dem Einfahren des letzten Fuders. In Deutsch- 
öhmen aber und wohl auch noch in anderen Gegenden wird das 
ẽrntefest gewöhnlich erst am Sonntag nach Beendigung der 
ernte abgehalten. Tann rücken Musikanten heran, die jungen 
Nädchen und Burschen vergnügen sich beim Tanz, für die 
zinder werden allerlei Belustigungen veranstaltet und die älte— 
en Leute sitzen im Wirtshaus und besprechen den Ausfall der 
krnte. Ta und dort sind mit den Erntesesten auch noch Hahnen—⸗ 
ämpfe, Wettläufe und andere Vergnügungen verbunden; die 
nancherlei Festlichkeiten im Freien, unter der Dorflinde, die 
rüher allgemein üblich waren. nd leider nur noch selten 
anzutreffen. 
heer und glotte. 
Kaiste manöver. Wie die Tribuna in Rom aus Berlis 
rfährt, wird der Chef des italienischen Generalstabes General⸗ 
eutnani Pollio an den deutschen Kaisermanöbern teil— 
ehmen. 
Unwahrheiten über die Potsdamer Unteroffirersschule. In 
»er Meldung des Temps, nach welcher ein angeblicher fruüͤherer 
luleroffizierschüler der Unteroffizierschule Potsdam, namens 
Nüller, während seines dortigen Aufenthaltes unmenschlich be⸗ 
andelt sein soll und infolgedessen sich in Chalons-ur⸗Saone 
ur Fremsenlegion gemeldet habe, hat das Senrzralkommando 
etzt der Post eine Zuschrift zugehen lassen, in der es heißt: 
Wonn der Inhalt der französischen Nachricht auch bei jedem 
eutschen Leser von vornherein das Gebräge der oölligen Un— 
zahrheit in sich schließt, möchte das Generalkommando nicht 
interlassen, festzustellen, daß weder ein Müller noch überhauvit 
in anderer Unteroffizierschüler in den letzten Jahren sich von 
er Unteroffizierschule Potsdam entfernt hat. SZäritliche An 
aben des Artikels sind unwahr.“ 
Aus den Nachbargebieten. 
Sansestaädte. 
Hamburg, 18. Aug. Verarößerung des Ohls—⸗ 
»orfer Friedhofes nach Bramfeld. Schon vor bän⸗ 
jerer Zeit trat eine Hamburger Mallerfirma an Grundbesitzer 
n Bramfeld heran und ließ sich die Gelände zwischen Ohlsdorf, 
Bramfeld und Wellingsbüttel bis zum 26. Tez. 1913 an Hand 
eben. Es handelt sich um ein Gehiet von 240 bis 250 Tonnen. 
as zum Preise von 6000 bis 10000 Mifür die Tonne ange— 
auft werden soll. Ter Hamburger Staat will das Land zur 
zergrößerung des Oblsdorfer Fried! oßes benutzen. Ter ham— 
urgische Senat ist bereits mit dem Minksterium in Unterhand— 
ung getreten und hat eine zustimmende Erklärung gegeben. 
demnach ist an der Tatsache, daß das Getände zur Vergröißze— 
ung des Ohlsdorfer Fried' ofes dienen soll, nicht mehr zu rütteln. 
im ganzen werden etbha 257 bis 23 Mill. Mark aus dem Ver— 
auf herauskommen. Damsit auch ron der Bramfelder Seit 
»er Eintritt zum Friedbofe möglich ist, soll dort ein Eingang 
‚eschaffen werden. Einzelne der Landwerkäufser sind über Nacht 
zum Millionär geworden. 
Schleswig⸗Holflein. 
Dithmarschen, 18. Aug. Die Hebbelfeier brachte 
nfolage der hohhen Unkosten einen Fehlbetrag voun 1500 M, den 
»er Kreis bestreiten wird. 
Rendsburg. 18. Aug. Apothetenverkauf. Apo— 
heker Tawe verkaufte die Neuwerier Garnison-Aporheke an Apo— 
beker Vogt aus Flensburg. 
Großherzogtum Oldenburg und Fürstentum Lübed. 
Oldenburg, 18. Aug. Feuer in einer Glas. 
hütte. Im benachbarten Osternburg ist in der Glashütte 
ßroßzfeuer ausgebrochen. Die fsämtlichen Spritzen von Olden⸗ 
urg waren nach der Branditelle geeilt. Das Feuer wurde 
ach dreistündiger Tätigkeit gelöscht. Eine Maschine wurd« 
erstört, ein Teil des Betriebes lahmgelegt. 
Lauenhurg. 
2Mölln, 18. Aug. Fahnenweihe. Das Pfad 
inderkorns weihte Sonntag die von einem Bürger geschenkte 
fahne. Auf dem Exerzierplatz kündete ein großes Zelt und 
'agerfeuer die Anwesenheit der Pfadfinder an. Das fröhliche 
agerleben wurde durch das ungemütliche Wetter wenig beein— 
cächtigt. Die Weiherede hielt Rektor Dielmann. Der Weihe— 
ikt schlöͤn mit einem Hoch auf den Kaiser. Datauf wurde 
aAbgekocht. Den Schlut der Feier bildete ein Kriegsfpiel. 
Großherzogatümer Medclenburo. 
Schwerin, 18. Aug. Gewitter sind am Freéitag und 
n der Nacht zum Somabend über Meclenburg gezogen, leider 
licht ohne Schaden anzurichten. Sie brachten nicht allein ge— 
valtige Regengüsse mit sich, sondern auch Schäden bdurch Blitz— 
chläge. In Goldberg schlug der Blit in das elektrische Leitungs- 
etz und verursachte Störungen in den Lichtanlagen. In Gan— 
chow wurde die mit Roggen gefüllte Scheune des Erbpächters 
‚sing in Brand gesteckt und vollständig eingeäschert. Auf 
em Gute Gransebieth bei Tribsees wurde eine Scheune des 
Sesitzers Albrecht infolge Blitzschlages eingeäschert. Es ver⸗ 
rannten mehrere Zentner Roggen und die gesamte Gerste. die 
on 100 Morgen Land geerntet war. 
Fursten berg, 13. Aug. Stadt-Sanatorium im 
Schloß Fürstenberg. Der Großbherzog von Medlenbaurg- 
ztrelißz empfing end mittag die Vertreter der Reichs⸗ 
vpersicherungsanstalt für Angestellte, Geheimrat Dr. L. Bedmann 
ind Dr. Franz sowie die Vertreter des Stadt⸗Sangtoriums im 
zchloß Fuͤrstenberg. Hofrat Frick, Geheimrat Prof. Dr. Pannwitz 
ind Marine⸗Oberarzt Dr. Siebert ꝓim Vortrag über Maßnahmen 
ür das vorbeugende Heilverfahren. die zum Ausbau des 
tũheren großherzoglichen Schlosses geführt haben. Das Schloß 
t bereits mit 90 ee Neuversicherten des 
Nittelstandes belegt. Der Großherzog zxeigte für diese Wohlfahrts- 
hönfang das lebbafteste Inferesse und stellte fur Oftober seinen 
3338. Sanatorum im Aussich
	        
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