Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausgabe 4. 
Tagesbericht. 
Lübed, 17. August. 
Ueber den Dräger⸗-Tauchreiter, der seit einem Jahre auf 
»en deutschen Unterseebooten eingeführt ist, werden 
etzt nach Mitteilungen der Drägerwerke, die den Apparat her— 
tellen, nähere Einzelheiten bekannt. Der Apparat ist dazu 
zestimmt, bei wechselndem Wasserdruck dem einzelnen Manne eine 
»ollgültige Atmung zu gewährleisten und einen der Tiefe ent— 
sprechend regulierbaren Austrieb zu geben, so daß die Mann— 
chaft ein untergegangenes Untersceeboot in Ruhe verla'sen kann. 
Der Apparat bildet bei Nichtgebrauch ein kleines Schnürbündel, 
das sich leicht verstauen läßt. Er wiegt etwa 6 kg; dazu ein 
5,5 àg schweres Ausgleichgewicht aus Blei. Er ist wie eine 
Weste in wenigen Sekunden betriebsfähig anzulegen und be— 
hindert Körper und Kopf nicht in ihrer Bewegungsfreiheit, 
weder in der Luft noch im Wasser. Die Ohren bleiben unbedeckt, 
die Augen können durch eine Taucherbrille geschützt werden. Der 
Tauchretter gibt dem Körper und den Apparatteilen genügenden 
Auftrieb, auch dann, wenn die Austriebluft des Apparates nicht 
mitwirkt. Der Träger des Tauchretters kann eine Stunde 
etmen und eine halbe Surde atmen und arbeten: in St'dluft 
im Boote selbst), unter und im Wasser, über Wasser (in hoher 
Brandung), auf dem Lande, wenn der Träger im nächsten 
Augenblick wieder unter Wasser oder in Stickluft muß. Die 
Schwimmfähigkeit des Apparates an der Wasseroberfläste währt 
ziele Stunden ohne Beschränkung der Sinnestätigkeit des 
Menschen. Der Gebrauch des Tauchretters ist so einfach, daß er 
Kür ieden ohne mweiteres verständlich ist 
1 
sk. Die Post und die große Havarie. Urteil des Reichs— 
rerichts vom 18. Juni 1913. (Nachdr., auch im Auszuge, verb.) 
Ist die Post zur großen Havarie beitragspflichtig? Diese in— 
eressante Frage von weittragender Bedeutung ist vom Reichs— 
gericht mit aller Entschiedenheit verneint worden. Es handelt 
ich um den Tampfer „Goeben“ des Norddeutschen Lloyds, auf 
em während der Fahrt von Schanghai noach Genua Feuer aus— 
zebrochen war. Die Löschmaßregeln hatten Schaden verursacht, die 
n Briemerhavben mit großer Havarie verteilt wurden. Die Deutsch⸗ 
Asiatische Bank, Abteilung Schanghai, die durch die deutsche 
Post 10 Wertpakete unter Teklaration an die Diskontogesellschaft 
Zerlin befördern ließ, wurde mit etwa 5800 M, eine andere 
Bank in Schanghai, die an ihre Hamburger Abteilung gleich— 
falls durch die deutsche Post 135 Pakete Goldbarren gesandt 
hatte, mit etwa 78 000 Mubelastet. Beide Banken erhoben 
Widerspruch beim Amtsgericht Bremerbaven und sodann Klage, 
den Widerspruch für berechtigt zu erklären. Tas Landgericht 
Bremen wies beide Klagen ab. Tas Hanseatische Oberlandes— 
zericht Hamburg dagegen entsprach den Klageanträgen. Diesem 
timmte der 1. Zivilsenat des Reichsgerichts in zwei gleichlauten— 
den Entscheidungen bei. Er fübrte aus: Zuzugeben ist ohne 
weiteres, daß die der großen Hovarie zugrunde liegende Idee 
der Gefabrgemeinschaft an und für s'ch ersordert, ebenso wie 
die übrigen Frachtgüter auch diejenigen im Schiff befindlichen 
Postsendungen, welche einen Sachwert befitzen, zur Beitrags— 
pflicht heranzuziehen. Es mutet wie eine Ungerechtigteit an, 
namentlich wenn es sich, wie hier, um sehr große Werte handelt, 
daß diese ein Privilegium genießen sollen, und trotzdem auch 
smen das Opfer zugute gekommen ist, zum Ausgleich nicht 
ollen beigetragen haben. Es sind jedoch zwei Gesichtspunkte 
naßgebend. Zunächst das öffentliche Interesse an der glatten, 
»ünktlichen, sicheren Bestellung der überseeischen Post. Selbst 
wenn zuzugeben wäre, daß die Ablieferung der Rost aus dem 
Schiff an die Postverwaltung desbalb keine Verzögerung zu 
erleiden brauchte, weil der Schiffer sich dem zahlungsfähigen 
Empfänger gegenüber damit genügen lassen könnte, zu erklären, 
daß Hapariebeitrag auf der Sendung liege, so wäre das doch 
immer nur guter Wille des Schiffers. Die Rechtslage würde 
eine andere, mit den Aufgaben der Post, namentlich auch dann 
tnvereinbar sein, wenn es sich um internationalen Turchgangs— 
derkehr, der auf Staatsverträgen beruht, handelt. Aber auch 
m inneren Verkehr kommt es nicht nur auf diese Ablieferung 
nus dem Schiff, sondern vor allem auf die Bestellung der ein— 
elnen Sendungen an die Adressaten an. Die Post mußte, 
vill sie ihres Rückgrisfs auf diese nicht verlustig gehen, ihnen 
benfalls Mitteilung von der Belastung der Sendungen machen 
ind damit die Empfänger vor die Entscheidung stellen, sich 
»urch ihre Annahme Ansprüchen auszufetzen, die ihrer Höhe 
rach ganz dunkel sind. Das würde zu einer Art und Weise der 
Bestellung der überseeischen Post fübren, die der heutigen Ver⸗ 
ehrsanschauung ganz unerträglich erscheinen nüßte. Aber auch 
nit der Wahrung des Postgeheimnisses ist die Heranz'ehung 
»er Postsendungen schlechthin undereinbar. Die Vorschriften des 
dandelsgesetzbuches setzen voraus, das der Schiffer in der Lage 
ist, die beitragspflichtigen Gegenstände festzuhalten und mit 
Sicherheit festzustellen, und für das etwa noch fehlende sorgt 
der 8 729 Ahs. IT des H. G.B. der vorschreibt, dar jeder Be— 
leiligte die Nechweilse beizubringen hat, über die er verfügt. In 
Beziehung aber auf die Post ist der Schiffer entweder vollitändig 
in Ankenntnie oder, wein er etwas weiß, ist ihm kraft öffentlichen 
Rechts verboten, es zu offenbaren. Ter ganze Sinn des Post⸗ 
eheimnisses ist doch der, daß jedermann mit vollster Sicher— 
yeit darauf rechnen kann, daß uͤber seine Versendungen nichts 
»erlautet, daß noch weniger ihnen wachgeforscht wird. Nur ganz 
destimmte Ausnahmen auf Grund gqusdrüclicher Gefetzesvor— 
chriften sind hier zugelassen. Sollte — wie verichtet wird — 
isher noch niemals unternonmmen worden sein, die Postsendungen 
ur großen Havorie heranzuziehen so würde fich darin nur das 
ichtige Gefühl für die auf positiver Norm beruhende Rechts- 
tellung der Post bekundet haben. Tie VRevisionen wurden dem— 
ufolge verworfen. Es wurde deshalb desinitiv festgestellt. dah 
eie beiden Banken nicht verpflichtet jind, zu der fraglichen Ha— 
»arie beizutragen. (Aktenzeichen J125,18 und 12713. (Wert 
ves Streitgegenitandes in der Repitjonssustanz: 5400 6700 47) 
Schutz der Stranddistel. Der Verein *ür Heimatschatz 
chreibt in seinem Jahresbericht für 1912: Bekanntlich ist die 
Stranddistel auf dem fübecksichen Strandgebiet geschützt. Trotz— 
)»em konnte man immer mieden bheohachten, daß der Strand— 
rächter nicht imstande war, die Beachtung dieses Gebots zu 
rzwingen. Anzeigen der grdantenlosen Vern'chter die'ser selten 
verdenden Schönheit unserer Strandilora waren unmöglich, 
» die angehaltenen Versonen erktiärten. dak die Exemoplare 
—WM J —J ERAM. 8 I 
Sonntaq, den 17. August 1913. 
Morgen⸗Blatt Nr. 443. 
enseits der medlenburgischen Grenze gepflückt seien. Auf Be— 
chwerde eines Vereinsmitgliedes, der ein ganz außzerordentlich 
arkes Abnehmen der vor drei Jahren noch guten Bestände der 
5tranddistel feststellen. konnte, regte der Verein beim Polizei— 
errnan, ob nicht auch in Mecklenburg ein Schutz dieses Natur— 
enkmals zu erreichen sei. Erfreulicherweise konnte dem Verein 
aitgeteilt werden, daß ein entsprechender Vorschlag in Medlen— 
urg das gewünschte Ergebnis gehabt habe. Der Verein möchte 
iun um strenge Durchführung des Verbotes bitten und der 
zoffnung Ausdruck geben, daß auch Oldenburg auf dem Strande 
von Brodten bie Gafttfene »Fa ale'che Verbot erlasse 
Zwei Milliarden Ferngespräche im Jahr. Die Zahl 
er Ferngespräche, die in Deutschland jetzt jährlich gefuhrt 
erden, biträgt nach der neuen amtlichen Statistik über zwei 
Nilliarden (genau 2074 Mill.). Davon entfallen auf Stadt— 
espräche 169/ Mill., auf Gespräche von Ort zu Ort 377 Mill. 
wischen den Abonnenten wurden nicht weniger als 167825 Miill. 
espräche geführt. Zwischen Abonnenten und öffentlichen 
prechstellen wurden 1254 Mill. Gespräche vermittelt. Tele— 
ramme wurden durch den Fernsprecher etwas über 3354 Miill. 
usgegeben, während nicht ganz 2 Mill. ankommende Tele— 
ramme zugesprochen wurden. An Gebühren dringen diese 
Hespräche rund 161 Mill. Meein. Davon bezaäahlen die Aban— 
enten für Stadtgespräche 104 Mill.; andere Stadtgespräche 
ringen etwas über 2 Mill., während für Gespräche von Ort 
u Ort etwas über 55 Mill. Mubezahlt wurden. Für diese Lei— 
fungen stehen 1192 682 Sprechstellen zur Verfügung. Oeffent— 
iche Sprechstellen gibt es 45 093, Sprechstellen Pei den Abon— 
ienten 1140 484. Die Zahl der Ortssprechstellen beträgt jetzt 
092. Ihre Linien haben eine Länge von 117612 k;m. Von 
riesen liegen 103 725 in der Luft und 13887 unter der Erde. 
die Länge der Leitungen im einzelnen beträgt mehr als fünf 
millionen Kilometer, genauer 5022771. Fernverbindungen 
'on Ort zu Ort zählt man 20 492. Ihre Leitungen haben eine 
ränge von 600 483 km. Von diesen werden 451228 ku. in 
er Luft geführt. 148 735 unter der Erde und 420 unter Wolser. 
D. Verband der Rechts aus kunftstellen. Die gemeinnützige 
lechtsauskunfistelle findet ihre Zusammenfassung im Verbande 
er deutschen gemeinnützigen und unparteiischen Rechtsauskunft— 
ellen (Vorsißender: Oberbürgermeister Kaiser, Neukölln, Ge— 
häftsstelle: Lübeck, Parade 1). Tie in zweijährigen Zwischen— 
iunmen stattfindenden Tagungen des Verbandes bilden daher 
uch wichtige Abschnitte in der Entwicklung der gemeinnützigen 
ljechtsauskunft. Die nächste Tagung des Verbandes findet am 
O. und 11. Okt. d. J. in Nürnberg statt; die Verhandlungs— 
egenstände: „Tie gemeinnützigen Nechtsauskunftstellen im Dienste 
er modernen Rechtsentwickelung“; „DTie gemeinnützige Rechts— 
uskunft des Auslandes“, „Tie Bedeutung der gemeinnützigen 
lechtsanskunst für den Rechtsfrieden“: „Wege und Ziele der 
entralitelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen“ wie auch 
e Namen der Referenten lassen esfnen bedeutsamen Verlauf 
er Tagung erwarten. Mit Rücksicht auf das von dem Vor— 
tzenden des Berbandes zu behandelnde Thema: „Tie gemein— 
ützige Rechtsauskunft des Auslandes“ sind Einladungen auch 
n die Rechisauskunftstellen des Auslandes ergangen. Für die 
ctliche Vorbereitung der Hauptversammlung ist unter dem 
hrenvorsitz des Nürnberger Oberbürgermeisters K. Geh. Rat 
r. Ritter von Schuh ein Ortsausschuß gebildet. Auskunft 
ber die Hauptversammsung, wie überhaupt über Fragen der 
emeinnützigen Rechtsauskunft erteilt die Geschäftsstelle des de— 
annten Verbandes 
C.K. Das Ende der Hutuadel. Wie lange und heiß ist 
m die Hutnadel gestritten worden! Polizeiverbote 
iußten gegen die gefährlichen Spitzen e Jassen werden, die nicht 
ur in den Händen wutschnaubende Frauen ab und zu, sondern 
uch in ihrer drohenden Stellung am Hut eine gefährliche 
Vaffe bildeten. Auch die Danten selbst klagten darüber, daß 
e sich mit diesen langen DTängern die schönsten Kopfzierden zer— 
örten. Tas soll nun alles ein Ende haben. Von England 
us wird das Ende der Hutnadel proklamiert. An ihre Stelle 
ritt ein ebenso harmloser wie anmutiger Gegenstand: das 
innband, das den Hut nicht minder festhält, aber in weniger 
rovozierender Weise. Es ist begreiflich, daß die neue Mode 
er Hutbänder gerade in England die begeistertsten Anhänger 
ndet, denn hier hat man auch schon früher, besonders zur Zeit 
ner Moden, die nach der bekannten Zeichnerin Kate Greenway 
ren Namen haben, das Kinnband aus dem Reich der Kinder— 
»elt in das Kostüm der Großen emporgehoben. Nunmehr, 
a die großen Schuten, die Hauben und Hüte aus Großmutters 
ruhe wieder modern werden, tritt auch an Stelle der kalten 
itzen Hutnadeln das liebliche hreite Band mit der koketten 
chleife in seine Rechte. Eine Fülle eleganter und kleidsamer 
ormen bietet sich der Modedame dar. Die Samtbänder sind 
Schwarz oder auch in starken Farben, wie Purpur und Hell—⸗ 
lau, gehalten; sie werden mit dent einen Ende an den Hut 
igenäht und dann vermittels eines Knopfes und einetr kleinen 
astischen Schleise an dem anderen Ende des Hutes befestigt. 
im besten eignen sich für das Kinnband Hüte mit weichem 
sopf und breitem Tüllrand, wie sie jetzt so modern sind, der 
Natrosenhut mit Samtkonf und schwarzen Tüllrüschen, der rote 
amthut, mit farbigem Bande arniert. Taneben tauchen be—⸗ 
its Formen auf, die, wie in der Blütezeit der Incroyables, 
ie Mitte halten zwischen einer Babnniütze und einem Lampen—⸗ 
hirm. und bald werden wir wohl im Zusammenhang mit dem 
dinnband die Fülle jener grotesken und driginellen Formen 
egrühen dürfen, die der Befe'tigung selbst durch die größkte 
ind spitzeste Hutnadel widerstrebten. 
Die Wasserwãrme in den städtischen Badeanstalten be— 
rug am 16. Aug. im Krähenteich 17 Grad Cels. auf dem 
Falkendamm 16193 Grad Cell. 
in viend— —— ——— — 
zag ist wieder ein interessanter Abend, die bewährte Neuheit 
von Niar Dreyer: „Der lächelnde Knabe.“ Ein Scherzspiel 8 
Uten Tagen. Dieses ist die fünfzehnie Neuheit, welche das 
Sommertheater bis jetzt geboten. 
b. Stadttheatet. Da die Abonnement-Nachfrage für die 
ommende Spielzeit eine sehr rege ist, werden die verehrl. 
bonnenten der letzten Spielzeit höflichst ersucht, ihr Abonne— 
nent bis spätestens den 19. August zu erneuern, andernfalls 
iber die RPlätze anderweitig verfügt werden muß. Anmel⸗ 
dungen auf Vollabonnements werden von Mittwoch, den 20. 
»is Diens:ag, den 26. Aug. Vormerkungen auf Abonnements 
verden jederzeit entgegengenommen. 
b. Zum heutigen Gauschwimmfest im Krähenteich sind die 
Badeanssalt, die Start⸗ und, Zielvorrichtungen und das 
Trennungsgitter mit reichem Flaggenschmucdck versehen worden. 
der, Wall ist in der üblichen Weise ohne Behiniderung der 
dalsage abgesperrt. Für die Besucher des Festplatzes befinden 
ich die Eingänge an der Stadthalle und bei dem Zugangsstege 
in der Wallseite. Einige Hundert Stühle sind für die Benutung 
urch Erwachsene bestimmt und an dem den Teich einfriedigenden 
Fitter aufgestellt. Die Wassertemperatur ist leider nicht so hoch, 
vie sie um diese Jahreszeit sein sollte. Immerhin erstrecken 
ich die meisten Konkurrenzen nur auf die Distanz von 100 mm, 
o dak den jugendlichen Schwimmern und Schwimmerinnen eine 
ju starke Abkühlung nicht zugemutet wird. Das Dameniugend— 
suniorschmimmen wird, voraussichtlich in zwei vVäufen ausge— 
tragen werden durch eine versehentlich im Programm nicht auf— 
enommene Meldung von Frl. Elsabe Lau. Die schon erwähnte 
ßerführung des Drägerschen Pulmotors wird zwischen 1241 
Ihr in der Badeanstalt vor sich gehen. So bleibt zu einem 
senußreichen Verlauf des Schwimmfestes für alle Beteiligten 
iur ein Arpelan das Wetter übrig, von seinen üblen, in letztet 
Zeit gezeigten Launen abzulassen und sich von der freundlichsten 
Zeite zu zeigen. 
b. Hotes Union. Eine sehr zwedmähßige Einrichtung, die 
icherlich schnell beliebt werden wird, hat Hexr Babendererde in 
einem Hotel Union getroffen. Es passiert nicht selten, daß 
nan schnell zu Mittag oder zu Abend essen möchte und daunn 
»edenken muß. daß es doch immer eine geraume Zeit dauert, 
»evor man im Restaurant, die gewünschten Sveisen bekommen 
ann, da sie ja meist erst zubereitet werden müssen. Herr 
Babendererde hat nun in seinem Hotel die Einrichtungge— 
roffen, daßz zu Mittag und zu Abend auf einem Buüsett 
ille möglichen kalten Speisen schon in Muscheln in Portionen 
ibgeteilt, bereit stehen, so daß der Gast sofort auswählen kann. 
Daneben, wird ein warmes Hausgericht bereit zehalten, das 
dem Gast sofort gereicht werden kann. Man kann also ietzt 
m Hotel, Union in denkbar kürzester Zeit in angenehmster 
Weise speilen, was für Touristen und Geschäftsleute sehr will- 
ommen sein wird. 
b. „Das Ende dieses Zeitalters in großer Drangsal.“ Mor— 
jen abend um 832 Uhr wird Redakteur O. U. Koetitz aus 
zarmen, einer Einladung folgend, seinen Vortrag „Das Ende 
ieses Zeitalters in großer Drangsal“ gauch in unserer Stadt 
Ilten, und zwar im Konzerthaus „Fünfhausen“. Der Emtritt 
st vollständig frei. Der Vortrag findet lediglich ini 
Interesse der allgemeinen Volksbildung statt, und der philan— 
ihropische Geist, der in der Veranstaltung desselben zum Aus— 
druck lommt, wird von dem Publikum überall hoch geschätzt, 
vie die großen Zuhörerschaften in anderen Städten es bekundet 
jaben, wo sein Vortrag ein ungewöhnliches Interesse heroor— 
jerufen hat und von Tausenden aus allen Gesellschaftskreisen 
eud Glaubensbekenntnissen angehört wurde. Der Gegenstand 
cines Vortrages ist von hoher Bedeutung und großem Inter— 
sse für jeden, der den Ernst unserer Zeit erkennt. und das um 
o mehr, als der Redner dieses Thema von einem universellen 
Standruntte aus behandelt. 
b. 3. Domorgellonzert. Am Montag, 18. Aug. 8Uhr, 
vird dasselbe bringen unter Mitwirkung von Frl. Tilsy Schweig— 
noffer (Violinsolo“ Werke von Gade, Thomé, Callaer!s ufsw. 
b. Nue ak'ulle Bilder im Schaufenster der Lũbedischen 
Anzeigen: 1. Der Kaiserbesuch in Lübeck. — 2. Fürst und 
Fücristin von Bülow in Norderney. — 3. Der Friedensschluß in 
BRurtdarest. — 4. Das Susarendenkmal in Heilsberg. — 5. Aut nst 
hkebei. — 6. Der Millionenbetrug gegen das französische Bank— 
ustitut Crédit Industriel 
Briefkasten der Redaktion. 
78 Ein Garte freund. Wir bedauern sehs, Ihnen nicht die 
Mitteilung machen zu können, welbe Mittel gegen die Stachel— 
zeerschädlinge, besonders Stachelbeerraupe, anzuwenden sind. 
Es steht auch nicht, datz zur Vertilgung der Schädlinge Mittel 
rötig sind, sondern nur, daß man sie beseitigen soll und das 
reschioht Ab vr— — 
Man tut gut, lich von Zeilt 
u Zeit daran zu erinnern, doß 
won all den Maßnahmen, die der 
noderne Mensch zur Gesunder⸗ 
altung seines Körbers vornehmen 
iuß. die richtige Pflege der 
zähne beinahe die wichtigste ijt. — 
Benige ahnen, daß schadhafte Zähne nicht nur unser Wohlbefinden 
rheblich beeinträchtigen, sondern — neue Untersuchungen haben das 
n überraschender Weise bewiesen — häufig den Ausgangspunkt 
nannigfachster Krankheiten bilden lönnen. deren Ursache oft rätselhaft 
lieb. Als richtig kann eine Zahnpflege nur dann bezeichnet werden, 
nenn die zabnzerstörenden Gärungs- und Fäuiniserreger, die lich im 
Nunde taa Lich neu bilden, auch dägl ich unschädlich gemacht werden. 
Das ist nuunr zu etreichen durch den saalichen Gebrauch eines antisenti- 
chen Zahnpfiegemittels. 
Die Wirkungsweise des Odols üt eine ganz eigenartige. Während 
ndere Mund⸗ und Zahnreinigungsmittel. soweit sie für die tägliche 
Zahnpflege überhaupt in Betracht kommen, ledialich während det 
denigen Sekunden der Mundreinigung ihre Wirkung ausüben, wirkt 
—EV 
ach. Diese einzigarssige Dauerwirkung ist aller Wahrscheinlichleit 
ach darauf zurückzuführen, daß sich das Odol beim Mundspülen 
örmlich in die Zähne und die Mundschleimhäute einsaugt, diele 
rewißermaßen imprägniert und so gleichsam einen antieptischen Vorrat 
interläßt, der noch stundenlang den zahnzerstörenden Fäulnis— und 
Härunqsprozessen entgegenwirlt. 11996 
VPreis: laiche (Monate ausreichend) M. 1.50, 
14 Flasche M. — añ 
h. Lübedet Sommertheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt 
zan uns: Um den vielen Wünschen des Publikums entgegen— 
rtommen, wird heute (Sonntag) die entzüchende Operette 
Filmzauber“ wiederholt. Montag ist das preisgek-önte Volls— 
uch , Gebildete Menschen“ zum 2. Male. Dienstag das 
Iberiich. Lustspiel „Heckenröschen“, welches sich schneil ver— 
hiedene Röhnen eroberte. Mittwoch, den 20. Aug. findet der 
hrenabend unserer allbeliebten feschen Soubrette Itl. Gabriele 
ienwin statt und hat ihr die Direktion in Anerkennung 
rer künstlerischen Verdienste um das Sommertheater die zug— 
zäftligste allet Operetten:? Puoprchen“ qusdgemählt. Donners—
	        
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