Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

Neueste Nachrichten und Telegramme. 
Der Kaiser in Mainz. 
Mainz, 13. Aug. Der Kaiser traf heute früh 8 Uhr im 
Zonderzuge beim Bahnwärterhause 39 an der Strecke Mainz— 
Alzey ein; er trug die Uniform des 116. Jufanterieregiments. 
Zum Empfange waren erschienen der Grol herzog und die Großz⸗ 
jerzogin von Hessen. ferner Prinz und Prinzessin Friedrich Karl 
von Hessen; auberdem u. a. der Generacuinspekteur der 7. Armee⸗ 
nspektion Generaloberst v. Eichhorn, der kommandierende' Ge— 
neral des 18. Armeekorps General der Imfanterie v. Schench 
uind der Gouverneur von Mainz, Generalleutnant v. Kothen. 
das Gefolge des Kaisers wirde vom Jeladiutanten Oberstleut⸗ 
zant v. Wutius und Oberstleutnant Fehrn. v. Holzing⸗-Berstett 
abgelöst. Nachdem der Kaiser die Anwesenden begrüht hatte, 
tieg er zu Pferde. Sogleich begann auf dem Großen Sande 
das Exerzieren des Ulanenregiments Nr. 6. Das Wetter ist 
chön 
Anschliehend an das Exerzieren beann um9 Uhr 15 Min. 
eine Gefechtsübung, an der die Infanterie-Regimenter Kr. 115, 
16, 117, das Magdeburgische Dra⸗oner⸗Regiment Nr. 6 und 
vie erste Abteilung des 1. nassauischen FeldartillerieRegiments 
Nr. 27 beteiligt waren. Die Aufgabe stellte Generalleutnant 
o. Plüskow. Die blaue Vartei griff die rote an, die in den 
Schießständen eine Verteidigungsstellung eingenommen hatte. Um 
10 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen. Der Kaiser hielt die 
Kritik ab. Inzwischen formierten sich die hier verfügbaren 
Truppenteile XVIII. Armeekorps zumr Varademarsch unter dem 
dommando des Kommandeurs der 28 Davision, Generalleut⸗ 
rants v. Plüskow. Der Kaiser ritt zuwichst an den aufgestellten 
Regimentern entlang und begrüßte sie Dann fand der Vorbei—⸗ 
narsch statt Der Kaiser führte sein Infanterie-Regiment 
Kaiser Wilhelm Nr. 116 vorbei, der Großzherzog sein Leib⸗ 
nfanterie⸗Regiment Nr. 115, die Großherzogin ihr Leibin⸗ 
anterie⸗-Regiment Großherzogin Nr117, Prins Friedrich Karl 
don Hessen sein kurhessisches Infanterie-Regiment Nr 81 und 
Prinzessin Friedrich Karl ihr Füsilier⸗-Megiment v. Gersdorff. 
Die Infanterie ging in Regimentskosonme vorbei. Die Fuß⸗ 
ruppen und die Kavallerie hatten feldgraue Uniformen. Der 
Parade wohnten auch die beiden jungen Söhne des Großherzogs⸗ 
paares im Wagen bei. DTann nahm der Kaiser Meldungen 
entgegen und ritt mit dem Großherzog an der Spitze der Feld⸗ 
zeichen in Mainz ein. 
— Der Kaiser verlieh eine Anzahl von Ordensauszeich- 
ungen; u. a. erhielten den Roten Adlerorden 2. Klasse mit 
Eichenlaub Generalmajor Elsstermann v Elfter, Generalmajor 
-chmiedece und Generalmaior v Ruville, den Roten Adler 
rden 8 Klasse mit Schleife Dberst Frhr. Raitz v. Frentß und 
Oberst v. Glasenapp, den Kronenorden 2. Klasse mit Schwertern 
am Ringe Oberst Scherbening. 
— Ter Kaiser und die Großherzoglichen Herrschaften wurden 
dei ihrem Einzuge in Mainz auf das herzlichste begrüht Die 
Truppen bildeten Spalier. Am Schlos wurde der Kaiser, nach⸗ 
»em die Feldzeichen abgebracht, vomr Oberbũrgermeister Tr. 
voettelmann begrübt. Um 129/ Uhr war Frühstückstafel beĩ 
em Grohherzog und der Großherzogin, woran unter anderen 
teiliahmen: Gesandter Freiherr von der Lancken⸗Wakenitz, der 
Kommandierende des achten Armeekorps Generalleutnant Tuelff 
»on Tschepe und Weidenbach. 
Das Ende des Werftarbeiterausstandes. 
SFleusburg, 13. Aug. Die Metallarbeiter der Flens⸗ 
burger Schiffeswerft beschlossen in einer außerordentlichen 
sveneralversammlung, sich dem Beschluß der Berliner Delegierten⸗ 
Versammlung unterzuordnen und die Arbeit wieder auf— 
zunehmen. Heute nachmittag halten die übrigen Fachver⸗ 
hände ihre Versammlungen ab und zweifellos werden auch sie 
für die Wiederaufnahme der Arbeit stin men. Zurzeit verhan— 
deln die Arbeitnehmer mit der Wertdirektion über den Zeit— 
punkt der Wiederaufnahme der Arbet. 
Bamburg, 13. Aug. Die Beriner Verhandlungen in der 
ᷣeneralversammtung des Metallarbeiterverbandes scheinen den 
Werftarbeitern doch das Gewissen neschärft zu haben. All- 
emein bemerkt man eine Ausstandsmüdigkeit, die be— 
sonders klar aus folgender Notiz des Hamburger Echo sich 
ergibt: „Eine Sitzung aller Obleute der Ausständigen beschäftigte 
ich am Montag abend mit dem Beeicht vom Verbandstag in 
Berlin. Es herrschte die Auffafsung vor, die Werftarbeiter 
»ätten sich damit abgefunden. daß die Arbeit wieder aufge— 
iommen wird, nachdem die Entscheidung des Verbandstages vor⸗ 
liegt. Doch müsse die Arbeit wie 1910 ceschlossen aufgenommen 
verden.“ 
DT. Hambura, 13. Aug. Nach der inzwischen erfolgten Frei⸗ 
tellung der Wiederaufnahme der Arbeit auf den Werften in 
hamburg, Kiel, Flensburg, Bremen, Bremerhaven und Stettin 
jaben die Arbeitsnachweise der Werften ihre Betriebe von heute 
1b wieder geöffnet um die Arbeiter nach Bedarf einzustellen 
Zum Tode Bebels. 
W. Chur, 13. Aug. Bebel ist, wie schon mitgeteilt, 
jeute vormittag in Vassugg, wo er seit einiger Zeit zur 
Kur weilte, im Alter von 7354 Jahren gestorben. Er hielt 
ich mit seiner Tochter, Frau Dr. Simon, und seinem Enkelkinde, 
Werner Simon hier auf, um Linderung in seinem Gallenstein— 
leiden zu suchen. Vor einigen Tagen trat Herzschwäche ein. 
Man legte dem zunächst keine größere Bedeutung bei, da Bebel 
chon öfter an Herzschwäche litt, sich aber immer wieder er— 
jolte. Der Kranke schien selbst aber zu fühlen, daß es mit 
hm schlimmer stehe, als seine Umgebung glaubte. Er ließ 
»eshalb vor einigen Tagen seinen Freund Ullmann aus Berlin 
rommen. Heute vormittag trat infolge Herzlähmung der Tod 
ein. Die Leiche wird heute nach Chur und morgen früh 
ur Einäscherung nach Zürich abgehen. Auch die Bei— 
etzung wird in Zürich erfolgen. 
Berlin. 13. Aug. Bebel hat noch vor drei Tagen an 
inen hiesigen Freund geschrieben: „Mich hat schon wieder der 
Teufer am Kragen. Ich kam wohl hier an, und war es auch 
die eisten rier Tage, dann kam wieder eine der bösen Stauun⸗ 
zen, die mich dem Arzte in die Arme warf und ins Bett zwang. 
Die Geschichte ist ja wieder halb vorüber, und wird es hoffent— 
ich bald ganz sein, aber eine böse Geschichte ist es doch. Jetzt 
saben mir drei Aerzte von ganz verschiedenen Orten sehr 
rnst geraten, ich müßte mich zurückziehen. Ich will nun hören, 
vas der hiesige Arzt sagt, der als äußerst tüchtig gilt. Wie gut 
st es. daß ich meine Kinder bei mir habe. Werner (ein Enkel) 
it auch seit Sonntag hier.“ 
Der Parteivorstand erhielt noch heute früh einen Brief 
jon Bebel, worin er bereits die Dispositionen für seine Reise 
ich dem Jenager Varteitag trifft 
Frau Frieda Simon-Bebel, die Tochter webels, kelegra— 
shierte an den Varteivorstand aus Vassugg, Kurhaus (Grau— 
ũnden): „Mein Vater letzte Nacht sanft entschlummert, Ueber— 
ührung morgen nach Zürich, daselbst Bestattung. Bitte Partei— 
vorstand mitteilen. Frieda Simon-Bebel.“ 
Der Friedensvertrag und die Mächte. 
Budavpest, 13. Aug. Nach einer hierher gelangten zuver⸗ 
ästigen Information aus Wien hält man in dortigen maßgeben— 
»en Kreisen die Stellung des Ministers des Aeußern Grafen 
ßerchtold für unhaltbar. Man ist davon überzeugt, dah 
ein Scheiden von diesem Posten nur eine Frage der Zeit ist. 
Naßgebend dafür soll auch die Saltung Berchtolds zu der 
Frage der Revision des Bukarester Friedensvertrages sein. In 
Berliner Kreisen sei man geneigt. dern Grafen Berchtold den Ge— 
allen zu tun, daß die Mächte wegen Kawalla einander in die 
zaure geraten. Man habe am Wiener Hof dem Grafen Berch— 
old alles Mögliche verziehen, so die Blamage von Prizrend, 
»as Fiasko in Montenegro usw., aber man könne unmöglich 
ugeben, daß man seinetwegen das Wohlwollen des treuesten 
Berbündeten einbüßt. Damit sei das Schidsal des Grafen 
Zeichtold in Berlin besiegelt worden. 
RParis, 13. Aug. Der Figaro schreibt: Während Ruß⸗ 
and nwur an Kawalla gelegen war, dachte Oestenreisch 
ur an Kotschang und Istip. Rußland zielte nur auf Griechen⸗ 
and ab, Oesterreich nur auf Serbien. Die beiden Staals— 
anzleien sprachen also nicht die gleiche Sprache, ihre angeb⸗ 
iche Uebereinstimmung, wegen der man so viel Lärm machte 
zeruht nur auf einem Mißverständnis. Die geringste Aus— 
inandersezung mußte diesen Spalt sichtbar machen. Die russische 
degierung hat ihre Vertreter im Auslande beauftragt, in den 
dauptstädten, wo sie beglaubigt sind, mitzuteilen, daß sich 
kußland entschlossen habe, auf eine Revision des Bubarester 
Bertrages zu verzichten. Man darf also diesen Vertragijetzt 
ndgüitig als abgeschlofsenbetrachten. Oesterceich 
cheint infolge der Widersprache Deutschlands nicht auf seinem 
Bestreben betreffend Revision des Vertrages von Bukarest zu 
ꝛeharren. 
Patis, 13. Aug. Im Sinblick auf die Rede Greys wirb 
zemerkt, daß die Pforte sich nun vollständig darüber im 
dlaren sein müsse, wie wenig sie auf eine Spaltung unter 
»en Großmächten zu ihren Gunsten rechnen könne. Sowohi in 
dondon wie in Paris werde die jetzt in Wien sich aufhaltende 
Ibordnung der Bürgerschaft von Adrianopel einen sehr frosti⸗ 
gen Empfang finden. 
London, 13. Aug. Die Mehrzahl der heutigen Morgen 
zlätter schteibt dem Deutschen Kaiser das Verdienst zu, die 
Mächte durch sein Beispiel veranlaßt zu haben, dem Frieden 
on Bulkarelt zuzustimmen. Auch daß Rußland und Oelterreich— 
Ingarn ihten Widerstand endlich zurückgezogen haben. wird mit 
zroßer Genugtuung begrüßte. 
Von der neuen Baltanlari 
DT. Bukarest, 13. Aug. Nach dem Bularester Frieden ist die 
erritoriale Gebietsvperteilung folgende: Bulgarien erhält 38 000 
2uadratkilometer mit 920 000 Einwohnern, von denen 150 000 
zulgaren und der Rest teils Türken, teils Armenier sind. 
Ddafür tritt Bulgarien 8000 Quadratkilometer mit 300 000 
kinwohnern, von denen 120 000 Bulgaren sind, an Rumãnien 
ib. Falls aber Thrazien mit Adrianopel der Türkei bleiben 
ollte, wütde sich der Neuerwerb Bulgariens nur auf 10000 
ZQuadrattilometer stelleen. 
Montenegro erhält 9100 Quadratkilometer mit 300 000 
AX 
Serbien bekommt 44 000 Quadratkilometer mit 1200 000 
kinwohnern, von denen die Hälfte Bulgaren, die anderen meist 
Albaner sind. 
Griechenland erhält 60 000 Quadratkilometer mit 1800 000 
kinwohnern. von denen 200 000 Bulgaren, die übrigen sämtlich 
Friechen sind. 
Aus Mexiko. 
W. London, 13. Aug. Die Times melden aus Mexiko 
som 12. August: Die Lage ist unverändert, es herrscht 
einerler Etregung und es besteht nicht die geringste anti 
merikanische Stimmung, da die hier lebenden Amerikaner 
ur die Anerkemmung des Generals Huerta als ordnungsgemäß 
ewählten Präsidenten sind. 
W. Mexiko, 18. Aug. Nach amtlichen Depeschen ist die 
Belagerung von Torrein aufgehoben worden. 3200 
tdebellen sind im Kampfe getötet oder hingerrsch 
et worden; die übrigen traten den Rüczug an. Die Bundes⸗ 
ruppen verloren 200 Mann. 
W. San Diego (Mexiko), 13. Aug. Bei der Plünderung 
durangos haben Aufftändische in dortigen Läden vergif— 
etes Gebäck gefunden, das für die Rattenvertilgung be— 
timmt war und welches sie aßen; zieben sind gestorben. 
Die verhafteten Ladeninhaber wiesen Kisten vor, welche die 
Aufschrift „Gift“ trugen; sie sind trotzdem hingerichtet worden. 
W. Leipzig,. 13. Aug. Die portugiesische Regie— 
ung läßt der Leitung der Internationalen Ausstellung für 
ßuchgewerbe und Graphik mitteilen, daß Portugal sich 
»ffiziell an der Ausstellung beteiligt. Die por⸗ 
augiesische Staatsdruckerei ist mit der Bildung einer buchgewerb⸗ 
ichen Landesgruppe beauftragt. 
W. Maris, 13. Aug. Das Gericht hat den Konkurs über 
zas Vermögen Deperdussins verhängt. 
W. Petersburg, 13. Aug. In Uebereinstimmung mit 
sem Junigesetz von 1912, welches bis Oktober 1916 den Handel 
nit vor dem 14. Februar 1912 erbeuteten russischen Zo⸗— 
elfällen ohne Stempel untersagt, wurde die Bestimmung 
setroffen, aus dem Auslande eingeführte Zobelfelle in Moskau 
u besichtigen und sie mittels einer Bescheinigung des russischen 
tonsuls, daß sie ausländischer Herkunft sind, unbehindert in 
en Handel gelangen zu lassen. Dies soll auch mit solchen Zobel— 
ellen geschehen, deren ausländische Herkunft Sachverständige 
hne Muühe erkennen können. 
W. Newyork, 13. Aug. Gouverneur Sulzer 
hurde durch das Unterhaus des Staates Newyork nach einer 
angen Nachtsitzung heute früh um 5 Uhr mit 79 gegen 35 
ztimmen in den Anklagezustand versetzt unter der Beschuldi— 
sung, Wahlgelder zu eigenem Nutzen verbraucht und in dieser 
LIngelegenheit einen Meineid geleistet zu haben. 
W. Borlum. 13. Aug. Um 2 Uhr 20 Min. ist Saupt 
iann von Oertzen der J1. Fliegerkompagnie mit dem Kom 
nandanten Oberstleutnant Märcher zu einem Rundflug 
aufgestiegen. Er wollte nach 20 Minuten beim Jägerheim lan— 
den. Infolge des weichen Bodens überschlug sich das Flugzeug 
vobei der Propeller zerbrach. Die Insassen lind underleh⸗ 
geblieben. 
W. Cuxhaven, 13. Aug. Die holländische Tialk „Memento 
Mori“, Schiffer Veen von Bremen, mit einer Ladung Reig 
nehl nach der Elbe unterwegs, ist heute nacht auf dem 
sßrobvogelsand gestrandet. Das Rettungsboot de— 
Ritten Elbfeuerschiffes hat die Mannschaft gerettet. Die Tial 
st heute früh 6 Uhr durch einen der Samburger Schlepper 
Fairplay“ abgeschleppt und in den Hafen eingeschleppt worden. 
Sie hat mehrere Dechschäden und ca. ä Fuß Wasser im Raum. 
W. Rom, 13. Aug. Zwei kleine Schrapnelldepots 
in der Batterie Tevere sind heute früh expho diert. Drei mil 
der Entladung von Granaten beschäftigte Soldaten wurden 
getötet. 
W. Kopenhagen. 13. Aug. Der Polarforschen 
Hauptmann Koch, der an der letzten großen Grönlands 
expedition Mylius Erichsens teilgenommen und am 1. Juli 
1912 nach Ost-Grönland abgereist ist, um über das Inlandeis die 
Westküste zu erreichen, ist nach einer beschwerlichen Reise quer 
Rurch das Königin-Luisen-Land in Pröven bei Upernivik an 
gekommen. 
W. Petersburag. 138. Aug. Auf der Fahrt nach Finn— 
land trafen hier nachmittags 460 Mitglieder des Deut« 
schen Flottenvereins mit Großadmiral von Köster 
an Bord des Dampfers „Großer Kurfürst“ ein. 
W. Kaiserliche Marine. Eingetroffen sind: „Emden“ am 
11. Aug. in Nanking, „Panther“ am 12. Aug. in Swakopmund. 
„Zieten“ am 12. Aug. in Grimsby. — Berichtigung: „Arcona“ 
am 11. Aug. vor Helgoland (nicht in Emden), Abfahrt 14. Aug. 
— In See gegangen: „Hansa“ am 11. Aug. von Wilhelms— 
haven. — Briefregelung: Poststation für „Wettin“ bis 16. Aug 
in Sonderburg, vom 17. Aug. bis 21. Aug. Brunsbüttel, vom 
22. Aug. bis 23. Aug. mittags Kiel und vom 23. Aua. bis auf 
weiteres Sonderburg. 
Luftfahrt. 
Militarischer Fernflug. Hauptmann v. DOertzen, Fühcrer 
der 1. Fliegerkompagnie in Döberitz, stieg Montag morgen 
5 Uhr 30 Min. mit einer Militär-Albatrostaube von dem 
Militärflugplatz in Döberitz auf, um nach Borkum zu fliegen. 
Um 9 Uhr 10 Min. erfolgte eine Zwischenlandung auf dem 
xlugplatz Fuhlsbüttel. Beobachter war Lt. Müller. Der Flug 
erfolgte in einer Höhe von ungefähr 2000 n. Um 11 Uhr 
25 Min. startete Hauptmann v. Oertzen bei sehr nebligem Wetter 
zum Wedterfluge nach Borkum, wo er um 2 Ubhr 35 Min 
auf dem Muschelfelde aglatt landet⸗ 
Erster Aufstieg des Militärluftkreuzers „M. Aͤ. Dec auft 
der Werft des Luftschifferbataillons in Reinickendorf neuerbaute 
Militärluftkreuzer „M. 4“ unternahm Montag früh, wie das 
3. T. meldet, um 547 Uhr vom Tegeler Schießplatze aus 
seinen ersten Aufstieg. Die Fahrt währte 54 Stunde. Die Füh 
rung hatte Hauptmann v. Jena mit dem Bauleiter Oberingenen 
Basenach. Insgesamt befanden sich zehn Personen an Bord. 
Die Fahrt ging in einer Höhe von 150 meausschliebßlich über 
zas Tegeler Schießplatzgelände und dessen nähere Umgebung von 
West-⸗Reinidendorf bis nach der Seestrahe. Hier begegnete dem 
Lufttreuzer das Reichsmarineluftschiff „L. 1“. Das neue Luft⸗ 
schiff zeiate eine gute Manövrierfähigkeit. 
Einen Flug mit einem Wasserflugzeug beabsichtigt. wie 
mus Kiel berichtet wird, von der dortigen Marine« 
Flugstanon Voßbrook bei günstigen Wetterverhältnissen der 
Flteger Vollmöller nach Rußland anzutreten, der in Kiel 
—D 
ledigt hat. 
Man tut gut, sich von Zeil 
zu Zeit daran zu erinnern, daß 
von all den Maßnahmen, die der 
mnoderne Mensch zur Gesunder⸗ 
haltung seines Körpers vornehmen 
muß, die richtige Pflege der 
zähne beinahe die wichtigste ist. 
Wenige ahnen. daß schadhafte Zähne nicht nur unser Wohlbefinden 
erheblich beeinträchtigen, sondern — neue Untersuchungen haben das 
in überraschender Weise bewiesen — häufig den Ausgangspunkt 
mannigfachster Krankheiten bilden können, deren Ursache oft rätselhaft 
blieb. Als richtig kann eine Zahnpflege nur dann bezeichnet werden. 
venn die zahnzerstörenden Gärungs⸗und Fäulniserreger, die sich im 
Munde täg Lich neu bilden, auch ftäglich unschädlich gemacht werden. 
Das ist nur zu erreichen durch den alicden Gebrauch eines antisepti⸗ 
schen Zahndsleg emittels. 
Die Wirkungsweise des Odols ist eine ganz eigenartige. Während 
indere Mund⸗- und Zahnreinigungsmittel. soweit sie für die tägliche 
Zahnpflege überhaupt in Betracht kommen, lediglich während der 
venigen Sekunden der Mundreinigung ihre Wirkung ausüben, wirlkt 
odas Odol nochstundenlang, nachdem man sich die Zähne geputzt hat, 
iach. Diese einzigarsige Dauerwirkung ist aller Wahrscheinlichkeil 
tach darauf zurückzuführen, daß sich das Odol beim Mundspülen 
örmlich in die Zähne und die Mundschleimhäute einsaugt, diese 
jewissermaßen impräqniert und so gleichsam einen antiseptischen Vorrat 
Jinterläßt, der noch stundenlang den zahnzerstörenden Fäulnis-⸗ und 
Härungsprozessen entgegenwirkt. d 11996 
Preis: ! Flasche (Monate ausreichend) M. 150. 
Flasche M. —.85.
	        
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