Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

l 
Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
ibends, Sonntags morgens erscheinend. Bezugs⸗ 
hreis für das Vierteljahr 8,80 MWark einschließlich 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne 
BestellIgeld 380 Marl. Einzelnummern 10 Pfg. 
ele 
A A—— 
2 — 
anzeigenpreis ¶ (Ausgabe 4 und B) für die 
Zeile 20 Pfg. Nleine Anzeigen (Arbeilsmarkt usw.) 
is Pfg., fũr Auswärtige 30 Pfa. f. Geschäftl. Mit⸗ 
—AXXXCAAL 
Zah den Auforderungen entsprechend höher. 0 0 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreur 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 163. Jahrgang Nachrichten für das herzogtum Lauenburg, die 
zeiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt eͤe ze Fürstentũmer Ratzeburg, Lũbed und das angren 
EEECeZI— n Archiv der úâú , zende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. 5. in Lũbed. — Geschäftsstelle Adreßzaus GKönigstr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
NAusgobe 
— — — 
Erstes Blatt. Hierzu 2. Biatt. 
Umfang der —*& Nummen 8 Seiten. 
nichtamtlicher Teil. 
Deutsches Reich. 
Deutschland sei auf der Hut! Obwohl die zegen die Frem⸗ 
zenlegion organisierte Bewegung erst vor wenigen Monaten 
eingesetzt hat und von den Franzosen mit einem mitleidigen 
Achselzucken scheinbar ignoriert wurde, so scheint der rastlose 
Kampf, mit welchem der Internationale Völkerrechtsbund zur 
Bekämpfung der Fremdenlegion, der Legion étrangère, auf den 
Leib rückt, den Herren Franzosen schon einiges Unbehagen 
u bereiten. Der französische Kriegsminister gedenkt nun in— 
ensivere Werbetätigkeit in Deutschland zu entfalten. Die 
Werbebureaus sollen nun neu organisiert werden, denen noch 
bedeutendere Geldmittel als bisher zur Verfügung gestellt werden 
sollen. Sehr interessant ist der Hinweis der Werbebehörden, daß 
eꝛs sich in Zukunft empfehlen würde, nicht mehr Franzosen, 
welche zu leicht auffallen, sondern Deutsche mit guten Um— 
gangsformen als Werber einzustellen. Die Werbetätigkeit soll 
fernerhin von drei Hauptzentren, in Verdun. Paris und Lyon 
aus geleitet und zentralisiert werden. Dadurch hofft das fran— 
zösische Kriegsministerium sein Unwesen in unserem Vaterlande 
treiben zu können. und die segensreiche Arbeit unseres Inter— 
nationalen Völkerrechtsbundes wirkungslos zu machen. Der Inter— 
nationale Völkerrechtsbund zur Bekämpfung der Fremdenlegion, 
unter dem Präsidium des Herrn Läündtagsabgeordneten Dr. Georg 
Zöphel. hat nun die energischesten Maßnahmen getroffen, um 
unser deutsches Vaterland vor dieser neuen Gefahr zu schützen, 
und von Taufsenden von Familien Elend und Jammer abzuwenden. 
Er wendet sich an das gesamte deutsche Volk 
um seinen Beistand! Das neue, uns drohende Unglück 
und die unerhörte Schmach kann, wenn wir es wollen, leicht 
bermieden werden. Wir brauchen uns bloß zusammen zu schließen 
und zu zeigen, daß der deutsche Patriotismus nicht nur in 
unserem Munde, sondern auch in unserem Herzen liegt. Die 
Neuorganisation der Werbebureaus, sowie die bedeutende Ver— 
nehrung der Werber hat sich übrigens bereits unangenehm 
»emerkbar gemacht, denn es steht außer Zweifel, daß die jüngsten 
Meldungen von zahlreichem Auftauchen französischer Werber in 
Deutschland als Wirkung dieser Neuorganisation anzusehen ist. 
Der Internationale Völkerrechtsbund zur Bekämpfung der Frem— 
zenlegion entwickelt eine fieberhafte Tätigkeit, um den Herren 
Franzosen ihr Spiel zu verderben. Er setzt Prämien für die— 
enigen aus, denen es gelingt. einen Werber zu überführen. 
Nach den Ferien wird er Protestversammlungen im ganzen deut— 
hen Reiche veranstalten. in welschen ehemalige Fremdenlegionäre 
Theater, Kunst und Wissenschaft. 
Verband der konzertierenden Künstler Deutschlande E. V. 
Nachdem auf der letzten Hauptversammlung des Verbandes zu 
Köln die endgültige Umgestaltung der Satzungen einstimmig 
beschlossen und deren vorliegende Fassung einstimmig ange— 
nommen worden war, hat nunmehr das zuständige Anits⸗ 
gericht zu Düsseldorf dieselben genehmigt. Die danach fällig ge— 
wordene Wahl der vorgeschlagenen Mitglieder des Verwal— 
tungsrates wurde ebenfalls erledigt und zeitigte folgendes Re— 
sultat: Vorsitzender des Verwaltungsrates ist Dr. Rudolf Cahn 
Speier, stellvertreiender Vorsitzender Dr. Otto Neumann-Hofer, 
Beisitzer R. M. Breithaupt, sämtlich in Berlin. Sie wurden 
einstimmig gewählt. Ferner gehören dem Verwaltungsrate als 
oberste Aufsichtsbehörde des Verbandes u. a. an Geh. Hof⸗ 
rat Dr. Oskar v. Hase (Leipzig), Komponist Hugo Kaun (GBer⸗ 
lin), Musikschriftsteller Ferdinand Psohl (Hambur)), Prof. Willy 
Rehberg (Frankfurt a. M.), Direktor Robert Robitschek Gerlin), 
Prof. Phil. Scharwenka (Berlin), Königl. Kammersänger Karl 
Scheidemantel (Weimar), Musikschriftsteller Dr. Karl Storck 
Berlin), Universitätsmusikdirektor Prof. Dr. Fr. Volbach (Tü— 
bingen) und Direktor der Hochschule für Musik Karl Zuschneid 
Mannheim). Anläßlich der ersten Sitzungen der Prüfungsaus— 
schüsse des Verbandes in Berlin, Dresden, Köln, Mannheim, 
Mänchen, wurde an 56 Mitglieder das Diplom des Verbandes 
yerliehen, und zwar an 15 Sopranistinnen, 14 Mezzosopra⸗ 
aistinnen und Altistinnen, 6 Tenöre, 4 Bassisten (Baritonisten), 
m 7 Retitatoren (Damen), 8 Pianisten (6 Damen, 2 Herren), 
Violinist, 1 Kontrabaßspieler. Für ber sits in der Oeffentlich— 
eit beglaubigte Künstler ist eine Diplomierund honoris cansa 
rorgesehen. 
Emmi Destiun und die Berliner Hoper. Emmy Destinn, 
die heute zweifellos der bedeutendste dramatische Sopran der 
Dpernbühne genannt werden muß, ist bekanntlich seit ihrem 
kngagement an der Newyorker Melropolitan Opera nicht 
nehr an der kgl. Oper in Berlin aufgetreten. Das er— 
cheint um so verwunderlicher, als sie alliährlich mehrmals in 
den Berliner Konzertsälen und Privatopern zu Gast ist. Ueber 
die Gründe dieser Entfremdung von ihrer künstlerischen Werde— 
hätte hörte man bisber zweierlei Meinungen: die einen qglaub— 
Donnerstag, den 7. August 1913. 
er die Greuel der Fremdenlegion aufklären, und Abenteuer— 
ustige vor dem Eintritt in die Hölle warnen werden. An uns 
ber tritt nun die dehr ernste Pflicht heran, dem Bunde die 
Nurchführung seiner schweren Aufgabe zu ermöglichen, und diesen 
urch einen Massenbeitritt derart zu stärken, daß seine patrioti— 
chen Bemühungen auch von Erfolg gekrönt werden. Da der 
Mindestbeittag vro Jahr nur 1M, mit Bundeszeitung 3 M, 
eträgt. also kein großes Opfer mit sich bringt, so ist zu hoffen, 
aß keiner sich ausschließen wird. Natürlich sind höhere Beiträge 
ehr willkommen, um so mehr, da den Franzosen bedeutendeMittel 
ur Verseuchung unseres Landes durch ihre Werber zur Ver— 
jgung stehen. Anmeldungen nimmt entgegen: Das General— 
ekretariat des Internationalen Völkerrechts— 
»undes, Leipzig, Johannisplatz 8. 
Gewerlschaftliche Difziplinlosigkeit. Anfang Julin d. J. 
ind, wie bekannt, die Werftarbeiter, nachdem sie bereits im 
zahre 1910 eine durchschnittliche IS6ige Lohnerhöhung erhalten 
atten, mit neuen Forderungen an die Werftbesitzer heran— 
etreten, und zwar mit so übertriebenen Forderungen, daß die 
Irbeiter sih von vornherein sagen mußten, daß sie für die 
-zchifsswerften vollständig indisküutabel wären, wollten diese nicht 
ie Rentabilität ihrer Betriebe gänzlich in Frage stellen. Die 
Lerftbesitzer erklärten sich trotz dieser phantastischen Ansprüche 
u Verhandlungen bereit und boten ihrerseits eine Erhöhung der 
instellungs- und Stundenlöhne aller Arbeiter um 2 Pfg. an 
NRitten in den Verhandlungen trat ein großer Teil der Ham— 
urger Werftarbeiter in einen wilden Streik, der sich 
znell über alle deutschen Werftplätze ausbreitete. Zu diesem 
isziplinbruch der gewerkschäftlich organisierten Werftarbeiter 
ußert sich der „Arbeitgeber“, das Organ der „Vaereinigung 
er Deutschen Arbeitgeberverbände“ in seiner neuesten Nummer 
oAgendermaßen: „Die Tatsache, daß die Werftarbeiter ohn 
zenehmigung der gewerkschaftlichen Zentralverbände in einer 
gen. wilden Streik getreten sind, gibt außerordentlich zu denken. 
Vas den Streik so besonders belastet ist der Umstand, daß die 
berttarbeiter obwohl ihre Organisationen ihnen goldene Brücken 
ruten, indem sie den Ausbruch des wilden Streiks in Hamburg 
it unlauteren Machenschaften vor der Oeffentlichkeit zu erklären 
ersuchten, trotzdem in zahlreichen Versammlungen den Beschluß 
ßten, in dem einmal begonnenen Streik zu verharren. Hieran 
unnte auch die Erklärung nichts ändern, die die Hauptvorstände 
er Werftverbände am 21. Juli in dieser Angelegenheit erließen, 
nd in der es u. a. hießz, daß die gewerkschaftlichen Zentral— 
erbände ihren Mitgliedern nach den statutarischen Vorschriften 
ie Unterstützung des Streiks verweigern müßten. Aus dieser 
rklärung der gewerkschaftlichen Zentralvorstände ist zu ersehen, 
aß in den Reihen der Gewerkschaftler allgemach eine erstaunliche 
disziplinlosigkeit eingerissen ist. Auch durch die angedrohte Ver— 
zeigerung der Streikunterstützung haben sich die Werftarbeiter 
icht von ihrem Ungehorsam gegen ihre Organisationsleitung 
bormgen lassen. Der wilde Streik der Werftarbeiter bederntet 
den vollständigen Bankerott Des sozialdemofratischen Organisa— 
ten, der allzu bewußte Nationalismus der „Tschechtn“ Destinn, 
er seinerzeit hier eine unliebsame Affäre verursachte, hätte 
in Wiederauftreten in der Hofoper für immer unmöglich 
emacht. Andere meinten, daß nur die „übertriebenen“ Hono— 
arforderungen der, dollarverwöhnten Sängerin das Wieder— 
uftreten verhinderten; woren aber seltsam wäre, wenn unsere 
ofoper diesem Star nicht das gleiche Angebot sollte machen 
zunen, wie so viele Privatopern. Ein Interview, das der 
3. B-C. veröffentlicht, ist vielleicht geschaffen, einiges Licht 
1diese Angelegenheit zu bringen. Das genannte Blatt sagt: 
s scheint ober, daß auch Emmy Destinn zu den nicht wenigen 
ünstlern gehört, die durch persönliche Mißverhältnisse 
im Generalintendanten mehr oder minder freiwillig unserer 
ofoper entfremdet wurden. Wenigstens antwortete sie auf 
ie Frage, ob sie denn nie mehr auf der Hofbühne erscheinen 
erde: „Diese Frage müsse man nicht an sie, sondern an Hercn 
on Hülsen richten.“ Sie wisse zwar nicht, was ihr Herr 
yn Hülsen eigentlich nachtrage, aber ihre Wieder inladung an 
jie Hofoper sei unter seinem Regime wohl ziemlich ausge— 
hlossen. Unter einem eventuellen Nachfolger hofft sie bestimmt 
uf die Wiederaufnahme der Beziehungen. Nirgends singe sie 
eber und nirgends mit größerem Ehrgeiz als gerade in diesem 
ritischen Berlin. — Inzwischen bleibt die Destinn der New— 
orker Oper treu, wo sie so viel Geld verdienen kann, wie 
e eben verdienen müsse. Sie wird dort in der nächsten Saison 
sor allem in einigen neuen Verdi-Rollen auftreten. die bisber 
licht azu ihrem Reverfoire dehörten 
Ein Brief Verd's über die Patti. In dem noch unveröffent— 
chten Briefwechsel Verdis mit seinem Mailänder Verlage 
dicordi hat Giuseppe Adami einen interessanten Brief des 
Neisters aufgefunden, worin er sich über die Patli äußert. Der 
zrief sftammt aus dem Jahre 1877 und ist aus Sant' Azata, 
»o Verdi damals wohnte, an Giulio Ricordi gerichtet. Da— 
rals trat die Patti zum ersten Male in Mailand auf, und 
war, wie zu erwarten war, unter lärmendem Erfolge. Unter 
zezug hierauf schrieb Verdi: „Als ich sie zum ersten Wole (sie 
»ar, damals erst 18 Jahre alt) in London hörte, wurde ich 
icht nur durch ihren wunderbaren Vortrag, sondern auch durch 
inige Züge ihres Spieles verblüfft, in denen sich eine große 
8arfstellerin offenbarte Ich entsinne mich der keuschen und 
Morgen⸗Blatt Ur. 394. 
va 
tionsgedankens, und man kann es den Unternehmern wirklich 
nicht verübeln, die das Verhandeln mit sozialdemokratischen 
Organisationen als vollständig nutzlos erachten, da die Disziplin, 
die in sozialdemokratischen Gewerkschaften herrscht, keineswegs 
die Bürgschaft dafür bietet, daß die Massen den Anordnungen 
ihrer Führer Folge leisten.“ 
usland. 
Rußland. 
D. L.C. Belgien, der lebhafteste Konkurrent Deutschlaudt 
auf den russischen Märkten. Die russisch-belgische Studien- 
genossenschast peröffentlicht einige Daten, die ebenso illustratiw 
vie instruktiv sind und die darlegen, welche Stellung das kleine 
Belgien in wirtschaftlicher Hinsicht in Rußland erworben hat. 
In den Jahren 1905 bis 1809 ist für 634 Millionen Franken 
velgisches Kapital in russischen Industrieunternehmungen in⸗ 
zestiert worden, und zwar in der Metalle und mechanischen 
Industrie 279 Millionen, in Straßenbahnen 128 Millionen, in 
fleltrizitärsunternehmungen 73 Millionen, in der Steinkohlen⸗ 
ndustrie 53 Millionen, in der Glasindustrie 19 Miltionen, in 
der, hemischen Industrie 15 Millionen, in der Textilindustrie 12 
Millionen, in der Bauindustrie 8 Millionen und in sonstigen 
Hewährsunternehmungen 50 Millionen. Bedenkt man, daß sich 
die Gesamtunternehmungen des belgischen Kapitals in der ge— 
nannten Zeitperiode im Auslande, auf 2715 Millionen be— 
iefen, lo ergibt sich, daß ein Viertel dieses Kapitalvermögens 
n Rußland Verwendung gefunden hat. Viele dieser Unter⸗ 
iehmungen haben den Kapitalisten schwere Enttäuschungen und 
Mißerfolge gebracht, die teilweise darauf zurückzuführen sind, 
»aß bei der Gründung der Alktiengesellschaften in Rußlaud aus 
Anvorsichtigkeit und Änkenntnis viel gesündigt wurde. Nichts- 
»estoweniger haben sich in neuexer Zeit wieder kapitalistische 
Freise Belgiens in Gruppen zusammengefunden, um die bel— 
zische Aussuhr nach Rußland zu heben, Bestrebungen, die von 
»er belgischen Regierung und vom belgischen Parlament unter— 
tützt werden, Es sind auf Kosten dieser Gruppen Ingenteure 
ind Kaufleute nach Rußland gesandt worden, um unmittelbar 
Beziehungen mit den russischen Importeuren anzuknüpfen. Als 
ernerer Ausfluß dieser Bestrebungen ist die Gründung der bel⸗ 
äsch⸗russischen, Schiffahrtslinie (Messageries Fludiales Russo— 
Belges, anzusehen, welche in erster Reihe der Ausfuhr nach 
Kußland dienen soll, Inwiefern diese eruptiven Anstrengungen 
der belgischen Industrie unsere deutschen Interessenten zu Gegen— 
naßnahmen andpornen werden, steht dahin. Immerhin kann die 
Befürchtung nicht zurückgedrängt werden, daß die so start 
2aussierten helgischen Interessen geeignet sind, dem deutichen Ge— 
chäft in Rukland hinderlich zu sein 
Neueite Nachrichten und Telegramme. 
der Sriede ist geschlossen. 
CPO. Bukarest, 6 Aug. (Trivatte egramm 
der Lübeckischen Anzeigen. Mel»ung der Ageuce 
Roumaine. Der Friede ist geschlossen. 
e 
üchtigen Art, wie sie sich in dr „Sonnambula“ auf das Bett 
»es Offiziers legte, und wie sie im „Don Juan“ dem Zimmer 
»es Entführers entfloh. Ich erinnere mich ferner ihres stummen 
S„pieles während der Arie Don Bartolos im „Barbier von 
sevilla“, vor allem aber des Rezitativs vor dem Quartett im 
Rigoletto“, wenn der Vater ihr ihren Geliebten in der 
tneipe zeigt und ihr dabei die Frage stellt: „Liebst du ihn noch 
mmer?“ „Ich liebe ihn“, antwortet sie, und nichts kann die 
rhabene Wirkung dieser Worte wiedergeben, wie sie die Patti 
zrachte.“ Verdi fährt dann fort: „Diese Dinge und noch 
indere hat die Patti schon vor mehr als zehn Jahren zu sagen 
ind zu machen verstanden, nur wollten es viele noch nicht 
ugeben, und Sie haben es gerade wie unser Publikum 
jemacht: Sie bestanden darauf, daß sie erst Ihre Taufe 
mpfinge, als ob das ganze übrige Publikum Europas, das über 
»er Patti förmlich toll geworden ist, auch rein gar nichts ver— 
tünde. Scheint es Ihnen nicht, daß dies Verfahren etwas 
u jehr an das abscheuliche „Chea nous“ der Franzosen er— 
nnert?“ 
Die Festjpiele in Baden Baden finden statt am 15. 17., 19. 
ind 21. August. Zur Aufführung gelangen: „Hedda Gabler“ 
»on Ibsen, „Der Bliberpelz“ von Hauptmann. „John Gabriel 
Borkman“ von Ihsen und „Iphigenie auf Tauris“ von 
Boethe. 
Kümftlernachr ichtett. Madame Tetrazzini von der Me— 
ropolitanoper in Newyork w'ird in der kommenden Spielzeit 
um ersten Male in Berlin auftreten. Die gefeierte Sän— 
serin, die vor kurzem ein längeres Gastspiel in London be—⸗ 
ndigte, wird auf der Bühne des kgl. Opernhauses und im 
donzertsaal in Berlin erscheinen. — Ferruccio Busoni, 
er Ende September von Berlin scheidet, um sein Amt als 
Ddirektor des Konservatoriums in Bologna qmutreten, wird 
ich dort auch als Orchesterdirigent betätigen. Er wurde zum 
Leiter der dortigen Sinfoniekonzerte ernannt und wird bereits 
»ie im nächsten Winter stattfindenden Sinfoniekonzerte mit dem 
nus 90 Musikern gebildeten Orchelfter dirigieren
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.