Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

T 
hh 
4J 
Ausgahe 4. 
CTagesbericht. 
Lübeck, 6. August. 
Serbsimanövrer des 9. Armeelorps. Die meisten Truopen⸗ 
kelle des 9. Armeekorps rücken voraussichtlich am 6. Sept. 
nit der Eisenbahn ins Manövergelände. Uebungsmärsche müssen 
urücklegen: das 1. Bat. des Grenadier-Regiments Nr. 89, 
as schon am 4. Sept. aus Schwerin ausrüdt: das Füs.-Regt. 
„Kaiser Wilhelm“ Nr. 90, das am 5. Sept. die Standorte 
Rostiock und Wismar verläßt; ferner die beiden mecklenburgischen 
Dragoner-Regimenter, die am 6. Sept. von ihren Standorten 
wegreiten. Die Feldartillerie-Regimenter Nr. 24 und Nr. 60 
rücken am 25. Aug. aus und zwar zunächst nach der Gegend 
ovon Bützow, Warin, Kladrum und Mestlin und später nach 
Sternberg und Brüel. Das Husaren-Regiment Nr. 185 verläßt 
Wandsbek am 3. und 4. Sept. Das Husaren-Regiment Nr. 18, 
das zunächst Uebungen im Aufklärungsdienst abhält, rückt am 
28. Aug. aus Schleswig aus. Ein Halbbataillon des Fuß— 
artillerie-Kegiments Nr. 20, das der 17. Feldartillerie-Brigade 
zugeteilt wird, begibt sich am 30. Aug. aus dem Lodlstedter 
Lager ins Manövergelände. Vom Trainbataillon Nr. 9 fahren 
die einzelnen Abteilungen vom 25. Aug. ab an verschiedenen 
Tagen ins Manöver. Für die Brigade- und Divisioasmanöver 
verden zugeteilt: Der 33. Infanterie-Brigade (Infanterie— 
Regimenter Nr. 75 und 76) das Dragoner-Regiment Nr. 17, 
das Feldartillerie-Regiment Nr. 60, Stab und 1. Kompagnie 
des Pionier-Bataillons Nr. 9, eine Abteilung des Train— 
Vataillons Nr. 9. Die Brigade manövriert bei Parchim. 
Der 34. Infanterie-Brigade (Grenadier-Regiment Nr. 89 und 
FüsilierRegiment Nr. 90) die 3. und 4. Eskadron des Dra—⸗ 
goner-Regiments Nr. 18, die 1. 2. und 3. Batterie des 
Feldartillerie-KKcegiments Nr. 24 und eine Abteilung des Train— 
Bataillons Nr. 9. Die Brigadeübungen finden bei Kröpelin 
und Bützow statt. Der 81. Infanterie-Brigade (In— 
fanterieRegimenter Nr. 162 [Lübeck) und Nr. 163) 
z»er Stah und 1. 2. und 5. Eskadron des Dra— 
joner-Regiments Nr. 18, der Stab und die zweite Abteiluag des 
Feldartillerie-Regiments Nr. 24, die 2. Kompagnie des Pionier⸗ 
Bataillons Nr. 9. Die Brigadeübungen werden bei Brüel ab— 
gehalten. Der 35. Infanterie-Brigade (Infanterie-Regiment Nr. 
84 und Füsilier-Regiment Nr. 86) das Husaren-Regiment Nr. 16, 
das Feldartillerie-Regiment Nr. 45, die 3. Kompagnie des Pio— 
nier-Bataillons Nr. 9. zwei Abteilungen des Train-Bataillons 
Nr. 9. Die Brigadeübungen werden bei Wismar und Greves— 
mühlen abgehalten. Der 36. Infanterie-Brigade (Infanterie— 
Regimenter Nr. 31 und Nr. 85) das Susaren-Regiment Nr. 15, 
das Feldartillerie-Regiment Nr. 9. das Jäger-Bataillon Nr. 9, 
die 4. Kompagnie des Pionier-Bataillons Nr. 9 und zwei Ab— 
reilungen des Train⸗Bataillons Nr. 9. Die Brigadeübungen fin— 
den bei Gadebusch statt. — Die Divisionsmanöver werden vom 
12. bis 16 Sept. abbgehalten und zwar die der 17. Division 
bei Sternberg und Parchim, die der 18. Division bei Gade— 
busch. Das Korpsmanöver findet vom 18. bis 20. Sept. bei 
Schwerin statt. An diesem Manöver nimmt auch das Fuß— 
artillerie-Regiment Nr. 20 teil; das der 17. Feldartillerie-Brigade 
zugeteilte Halbbataillon dieses Regiments verbleibt während der 
Brigademanözver im Mansvergelände und nimmt an dem Ma— 
növer der 17. Division teil. Die Fußtruppen rücken zumeist 
am 20. Sept. mit der Eisenbahn in die Standorte zurück. Die 
Maschinengewehrkompagnien, die Kavallerie, Artillerie, und der 
Train müssen die Standorte im Marsch aufsuchen. Das Hu— 
jaren-Reginment Nr. 16 trifft erst am 30. Sept. wieder in Schles— 
vig ein. 
SWettchwimmen von Gewerbeschülern. Am Sonntag 
nachmittag 3 Uhr begann unter großer Beteiligung ein vom 
Lehrlingsheim⸗Ausschuß der Gewerbekammer veranstaltetes Wett— 
schmimmen von Gewerbeschülern in der Badeanstalt Falken⸗ 
wiese“. Außer den am Schwimmen teilnehmenden Schülern hatten 
sich noch sehr viele Zuschauer eingefunden, um sich das 
Schwimmen anzusehen. Außerdem waren anwesend: Vertreter 
der Gewerbekammer, der Vorstand des J. Lübeder Schwimm⸗ 
pereins, Direktor und Lehrer der Gewerbeschule sowie viele Mit— 
glieder der Innungen, an die Einladungen ergangen waren. 
Der Verlauf der Veranstaltung war glänzend; teilweise wurden 
jehr gute Resultate erzielt. Das Brustschwimmen über etwa 
50m wurde von Müther als Erstem, Siewert als Zweitem. 
Lege als Drittem gewonnen. Im Rückenschwimmen über die— 
jelbe Entfernung war Wischer außer Konkurrenz Erster, Lau 
Zweiter, Pape Dritter. Die große Strecke (etwa 400 m) schwamm 
Müther außer Konkurrenz in 65 Minuten: Zweiter wurde 
Stefsen, Dritter Timm, Vierter Jenckel, Fünfter G. Ziegler. 
Im Springen (3 Pflicht- und 3 Kürsprünge) erhielt den ersten 
Preis Timm, den zweiten Siewert, den dritten Lau und den 
vierten Klutke. Das Tauchen dagegen brachte recht mangel— 
hafte Ergebnisse, machte aber viel Epaß; von einer Ver— 
teilung von Preisen wurde abgesehen, dagegen erhielten die 
Teilnehmer, welche mehr als einen Teller heraufgeholt hatten, 
eine Gabe als Aufmunterung. Viel Freude bereitete den 
Teilnehmern das Verteilen von Eierkringeln. Da die Preise 
in Büchern oder Gerätschaften, die auf den Beruf des Preis— 
trägers Bezug haben, bestehen sollen, konnten sie naturgemäß 
nicht vorher beschafft werden, sondern werden nachzeliefert; die 
Gewinner sind aufgefordert, ihre Wünsche auszusprechen. Außer 
den Preisen, die vom Lehrlingsheim-Ausschuß ausgesetzt sind, 
stiftete der J. Lübecker Schwimmverein zwei Ehrenpreise, die 
von Müther und Wischer erworben wurden, und die Firma 
5. G. Rahtgens sechs prachtvolle Vierfarbendrucke, die eben— 
ralls zwedentsprechende Verwendung fanden. Das Wett— 
schwimmen fand allgemeinen Anklang und vollbefriedigt ver— 
ließen Veranstalter, Teilnehmer und Publikum um 5 Uhr die 
Badeanstalt. 
*Strafpor toermäßigung für Auslondsbriese. Die Reichs⸗ 
post- und Telegraphenverwaltung beabsichtigt, auf dem nächsten 
Kongreß des Weltpostvereins in Madrid, dir im Jahre 1914 
tattfindet, den Antrag zu stellen, daß das Strafporto für 
unfrankierte Briefe im Auslandsverkehr eine Ermäßigung er— 
fährt. Der Betrag, der als Strafporto für unfrankierte Briefe 
n Anrechnung kommt, stellt sich meist bedeutend höher als 
ver im Inlandverkehr, da das Gewicht bei den Briefen im 
Verkehr mit fremden Ländern eine wesentliche Rolle spielt. 
Briefe bis zu 20 Gramm im Auslandsverkehr kosten jetzt 20 
α 
A2MNMVs — 
xX 9 7 9 ⏑—— 
, — 
it 
s * 
I 
W 8 9 
Mittwoch, den 6. August 1913. 
Morqgen⸗Blatt Nr. 392. 
Pfennig, und über 20 Gramm hinaus werden die nächsten 
O Gramm jedesmal mit 10 Pfg. Porto belegt. Da als Straf—⸗ 
orto der doppelte Betrag des fehlenden VPortos angerechnet 
iird, so können hier die Strafbeträge eine verhältnismäßig 
eträchtliche Höhe erreichen. Beim Inlandverlehr übt das Ge— 
richt des Briefes nicht einen solchen Einfluß aus, da ein 
zortounterschied nur bei Briefen unter und über 20 Gramm 
stgelegt worden ist und von 20 bis 250 Gramm cin ein— 
eitlicher Portosatz in Anwendung kommt. 
uc. Bauernregeln vom August. Schlechten Wein gibts 
seuer, wenn St. Lorenz ist ohne Feuer. — Was die Hunds— 
age gießen, muß die TDraube büßen. — Je dicker der Regen 
n August, desto dünner wird der Must. — 
er Monat August muß Hitze haben, sonst wird der Früchte 
„ahl und Güte begraben. — Morgens lauter Finkenschlag, 
erkündet Regen für den Tag. — Wenns im August stark 
ruen tut, bleibt auch gewöhnlich das Wetter gut. — Ge— 
ittet um Bartholomä bringen Hagel und Schnee. — Ist's 
1 den ersten Wochen heiß, so bleibt der Winter lange weiß 
— Wer in dem Heu nicht gabelt, in der Ernte nicht zappelt, 
n Herbst nicht früh aufsteht, der sieht zu, wie's ihm im Winter 
ceht. — Höhenrauch im Sommer, ist der Winter kein frommer. 
Jreundlicher Barthel und Lorenz, machen den Herbst zum 
enz. — Lorenz muß heiß sein, soll guter Wein sein. — Im 
lugust viel Regen, ist dem Wein kein Segen. — Nordwind 
n August will sa'n, daß gut Wetter noch hält an. — Mutter 
Naria, die schmerzensreiche, im Sonnenschein gen Himmel steige, 
ann können bei trefflichem Wein die Menschen sich trefflich 
rfreun. — Geht der Fisch nicht an die Angel, ist an Regen 
ald kein Mangel. — Sonne scheine im August, daß du uns 
„en Wein mögst braten; Mond und Sterne schaut deauf mit 
dust, daß er möge wohl geraten. — Bläset im August der 
dord, dauert gutes Wetter fort. — Stellen sich im Anfang 
zewifter ein, so wird es bis zu End so sein. — Hitze um St. 
)ominikus (4a.), ein strenger Winter kommen muß. — Um St. 
dautentie (10.) Sonnenschein, bedeutet gutes Jahr mit Wein. — 
Zind Lorenz und Barthel (24.) schön, ist ein guter Herbst vor— 
uszusehn. — Wie dias Wetter an Cassian (13.), hält es meh⸗ 
ere Tage an. — Hat unsre Frau gut Wetter, wenn sie zum 
zimmel fährt (15.), gewiß ist uns allen viel guter Wein 
eschert. — Mariä Himmelfahrt Somenschein, bringt uns stets 
uten Wein. — Wie Bartholomäustag sich hält, so ist der ganze 
»erbst bestellt. — Um die Zeit von Augustin (23.) ziehn die 
atmen Tage hin. — Ist's hell um den Laurentiustag (10.), 
iel Früchte man sich versprechen mag. 
Die Wasserwärtne in den städtischen Badeanstalten be— 
rug am 5. August: im Krähenteich 2040 Grad Cels., am Falken— 
damm 1914 Grad Cels. 
— — 
vpapiere fehlten. Zwei hies. Schlachtergesellen erkannten jedoch 
in dem Toten den verheirateten Tischlergesellen Hugo Schm. aus 
Kiel. 
Neustadt, 6. Aug. Der Anschluß der Stadt 
in die Kreis Oldenburger Elektrizitätsge— 
rossenschaft ist von den städtischen Kollegien beschlossen 
porden unter der Bedingung, daß die Genossenschaft erklärt, daß. 
nenn sie einem anderen Abnehmer im Kreise Oldenburg — aus 
enommen außerhalb des Gemeindebezirks Neustadt belegene 
röhßere industrielle Anlagen und staatliche Unternehmungen so— 
vie gemeinnützigen Zwedden dienende Anlagen — bessere Strom— 
ezugsbedingungen gewährt, diese auch als der Stadt Neustadt 
jewährt gelten sollen. 
. Wandsbek,. 5. Aug. Selbstmord beging der Ge— 
ichtsdiener S. aus Hamburg, indem er sich bei der Hölzung 
Klein Aglei von dem von Lübed kommenden Personenzug 104 
berfahren ließ. Der Kopf wurde ihm vom RNumpf gelrennt. 
)er Selbstmörder soll in ietzter Zeit Spuren von Swermui 
ezeigt haben. In seinen Taschen fand man einen Etrid, so 
aß onzunehmen ist, daß S. auch Seibstmord durch Erhängen 
eplant hat. 
Burg a. F. 5. Aug. Dem Tode entronnen. Auf 
em Bahnhof in Fischersdorf warf sich eine Frau in selbstmör⸗ 
erischer Absicht auf das Bahngleis. Der Vorfall wurde vom 
okomotivführer des herankommenden Zuges beobachtet, der den 
zug noch rechtzeitig zum Stehen bringen konnte. Es handelt 
ich um eine Frau Sch. aus Kiel. Sie war ihrem Manne, 
er gegen ihren Willen die Ernte auf Fehmarn mitmachen 
pvollte, nachgereist. In Fischersdorf traf sie ihn; es gab eine 
luseinandersetzung, wobei sich beide Eheleute gehörig verprügel⸗ 
en. Hierauf unternahm die Frau den obenerwähnten Schritt. 
Ddie Eisenbahn hat die beiden Eheleute vernommen und wird 
jegen die Frau Strafanträg stellen. 
Helgoland, 6. Aug. Landgewinnungs— 
rbeiten. Mit Interesse verfolgen alle Besucher Helgolands 
ie Landgewinnungs-Arbeiten auf dem Unterland, den Bau des 
orpedohafens, das Wachsen der Schutzmauer und die Forti— 
ikationsarbeiten auf dem Oberlande. Von der Südspitze über— 
licht man jetzt ein gewaltiges Neuland, das die unermüdliche 
dätigkeit der Techniker und vielen Hunderte von Arbeitern dem 
eindlichen Element, dem Meer, abgewonnen hat. Schienenstränge 
urchziehen nach allen Richtungen das Land, das schon jetzt 
ast das Dreifache des Unterlandes erreicht hat; an allen Enden 
errscht eine eifrige Bautätigkeit. Tausende von Metern erstreden 
ich die gewaltigen Steinmolen an der Süde und Ostseite hinaus 
ns Meer, festes Land und einen gesicherten Hafen einschließend. 
zn ansehnlichen Abmessungen erhebt sich am Innenrande des 
dafens die neue Flugzeughalle, und man spricht davon, daß in 
»iesen Tagen das erste Wasserflugzeug eintreffen wird, um hier 
»orübergehend stationiert zu werden. Tie Schutzmauer an der 
Westküste ist bereits nach Norden über den Leuchtturmhügel 
inaus gsediehen; langsam und ssetig wächst auch dieses Bau— 
vert seiner Vollendung entgegen. 
Apenrade, 6. Aug. Zum Morde bei Schafhaus. 
Der vermeintliche Mörder Sirhell wurde, nachdem er in der 
dacht zum Sonntag noch versucht hatte, sich an seinem zerrissenen 
zemde aufzuhängen, Montag gefesselt ron zwei Polizeibeamten 
ach Flensburg transportiert. Hirhell hat sich durch allerlei 
rügen stark verdächtig gemacht. Von bompetenter Seite wird 
och mitgeteilt, daß am Freitag und Sonnabend vor denm 
Norde der Invalide Brücker mit dem polnischen Arbeiter 
z3byratk in Flensburg in der Kompagniestraße zusammengewese 
st und sich ihnen auf kurze Zeit ein anderer polnischer Arbeiter 
ugesellt hat. Z3. ist von diesem aufgefordert worden, niit nach 
Schafhaus zu kommen, um dort enzubrechen, was er aber abge 
ehnt habe. Brücker ist nun mit Hirhell konfrontiert worde. 
en er jedoch nicht bestimmt wiedererkennt, weil er sein Zeun 
errissen hat. Man sucht jetzt auch nach Z., um Hirhell diesem 
zegenüberzustellen. 
Großherzogtümer Medlenburg. 
s88 Grevesmühlen, 5. Aug. Verkauft wurde das 
den Lepknechtschen Erben gehörige Haus für 6100 Mean Rentner 
Wemuth. Uebergabe sofort. — Der Bürgerverenn feierte 
ein Sommerfest durch Preisschießen usw., Kinderbelustigungen 
und Ball 
b.· Lũübeder Sommertheater. Aus der Theaterkarzlei schreibt 
gan uns; Heute und morgen finden 2,Sudermannabende statt. 
je gewißß wieder das größte Interesse erwegen werden, da 
ie Besetzung sowohl in „Heimat“ wie „Im Glück im Winkel“ 
me, elten gute ist. Darin spielt Herr Hoß Line seiner beften 
dollen: deñn Draufgängerbaron Rödniß und Elle Strohm⸗ 
nbronn die Elisabeth. Freitag, wird der prächtige Overetlen- 
hlager „Filmzauber“ wie derholt, der mit Purrpchene zu⸗ 
mmen ijetzt das Tagesgespräch bildet. Fuür Sonnabend briugt 
ie Direltion wieder eine Ueberraschung, und war daß mit 
ni Bauernfeldnreis ausgezeichnete Vittor Lsonsche, Volisstuͤc 
Hebildete Menschen“, welches uberall giämende Erfolge er— 
ielt hat. Sonntag ist zum 4. Male Puppchen“. 
b. Union⸗Weinrestaurant. Herx Hotelier Babendecerde hat 
inem Hotei „Union“ nach der Hosstenstraäße hin ein Wein— 
estaurant angegliedert. Die Herren Architeklen Schsss T Riedel— 
torff haben in dem zu diesem, Zwech von Herrn Babenderetde 
rworbenen Hause, das mit dem Hotel in der Praunstraße 
a unmittelbagrer Verbindung steht, recht behagliche und ge— 
hmacvolle Räume geschaffen, wesche gestern abend von Mit⸗ 
lie dern des Sengtes, der Bürgerschaft, des Gerichts, des 
ffizierkorps usw. besichtigt wurden. Sämtliche Herren sprachen 
ich sehr anerkennend über die Räume und ihre Auüsstattung aus. 
kin derartiges vornehmes Weinrestaurant fehlte Lübed disher, 
s dürfte sich daher eines guten Zuspruches zu erfreuen haäben. 
Schleswig⸗Holstein. 
Kiel, 6. Aug. Ein Streitmittöblichem Ausgang 
ntstand Sonntag abend nach einer Festlichkeit auf der Preetzer 
haussee zwischen Perspnen aus Elmschenhagen und Klausdorf. 
abei wurde der Arbeiter bei der Kaiserlichen Werft Detlef 
zerger aus Klausdorf durch Steinwürfe und Messerstiche so 
ywer verletzt, daß er auf dem Transport nach den alademischen 
eilanstalten starb. Ter Verstorbene war 28 Jahre alt und 
er einzige Ernährer seiner Mutter. Tie Leiche wies fünf 
desserstiche in der Nase und einen im Hinterkopf auf; außer— 
ent war das Nasenbein eingeschlagen. Auf dem Kopf war eine 
bunde, die von einem Steinwurf herrührte. Der Arzt war 
icht in der Lage, die Todesursache genau fesistelen zu tönnen. 
doch glaubt derselbe, daß der Tod durch eine schwere Schädel— 
erletzung herbeigeführt worden „st. Es konnte bisher nicht 
stgestellt werden wer den tödlichen Schlag. Wurf oder Messer⸗ 
ich getan hat. Mit faustgroßen Steinen haben beftimmt. ge— 
orfen H. Krohn und H. Kruse, beide aus Gaarden, die wegen 
zer dunkelungsgefahr ant Montag irüh aus dem Bett heraus ver— 
aftet wurden. Ferner wurde noch festgenommen Kloß aus 
aarden und der Gesreite Krohn. Ter letztere hat sich an der 
chlägerei stark beteilsigt und ilm wird vom Publikum die 
rößte Schuld an diesem Vorgang zugeschoben. Er wurde 
er Militärwache des Seebataillons übergeben. — Auf der 
rLüchfahrt vom Urlaub ertrunken ist in der Nacht 
m Sonntag der Heizer Beier vom großen Kreuzer „Senyd⸗ 
itz“. Er war mit der letzten Motorbarkasse von der Elisabeth- 
rücke nach seinem an Boje 10 Legenden Schiffe abgefahren 
nd fiel, als sich das Boot auf der Höhe der Liegestelle des 
Acheron“ befand, über Bord. Obgleich die Unfallstelle sofort 
on den Schiffen mit Scheinwecfern beleuchtet wurde, war von 
em Verunglückten nichts mehr zu sehen. — Nach seiner An— 
unftin der Heimat gestorben ilt der Kapitän Saari, 
er nach der Katastrophe, von der sein Schoner „Ella“ betroffen 
oar, irrsinnig geworden war und vor kurzem über Korsör und 
Zepenhagen nach Fimmland gebracht wurde. 
Itzehoe, 6. Aug. Selbstmord. In hiesiger Um— 
egend wurde ein Mann im Alter von etwa 45 Jahren er— 
hossen aufgefunden. Am Tatorte lagen ein geladener Revolver 
awte eine Schachtel mit 50 Patronen. während Legitimatious— 
Man tut aut, sich von Zeit 
u Zeit daran zu erinnern, daß 
on all den Maßnahmen. die der 
ioderne Mensch zur Gesunder— 
altung seines Körpers vornehmen 
iuß, die richtige Pflege der 
zähne beinahe die wichtigste ist. 
Benige ahnen. daß schadhafte Zähne nicht nur unser Wohlbefinden 
rheblich beeinträchtigen, sondern — neue Untersuchungen haben das 
n überraschender Weise bewiesen — häufig den Ausgangspunkt 
nannigfachster Krankheiten bilden können, deren Urlache oft rätselhaft 
lieb. Als richtig kann eine Zahnpflege nur dann bezeichnet werden. 
denn die zahnzerstörenden Gärungs- und Fäulniserreger, die sich im 
Munde täalich neu bilden, auch täalich unschädlich gemacht werden. 
Zas ist nur zu erreichen durch den Renshen Gebrauch eines antisepti⸗ 
hen Zahnpflegemittels. 
Die Wirkung des Odols üit eine ganz eigenartige. Während 
undere Mund- und Zahnreinigungsmittel, sowen sie für die kägliche 
zahnpflege überhaupt in Betracht kommen, lediglich während der 
denigen Sekunden der Mundreinigung ihre Wirkung ausüben, wirkt 
as Odol noch stundenlang, nachdem man sich die Zähne geputzt hat, 
ach. Diese einzigarsige Dauerwirkung ist aller Wahrscheinlichkeit 
cach darauf zurückzuführen, daß sich das Odol beim Mundspülen 
oͤrmlich in die Zähne und die Mundichleimhäute einsaugt, diese 
ewihermaßen imprägniert und so aleichsam einen antiseptischen Vorrat 
interläßt, der noch stundenlang den zahnzerstörenden Fäulnis— und 
Härungsprozessen entgegenwirlt. 11992
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.