Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausgabe A. 
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Sonnabend. den 2. Auquit 1913. 
Morgen⸗Blatt Ur. 385. 
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Tagesbericht. 
Lübed, 2. August.“ 
X Den Titel „Direktor der Oriskrankenkasse‘“ verliehen 
hat der Senat dem Inspektor des Stadt- und Landamts 
serrn V. F. A. Oberländer. 
Erhebimg des Wafsfergeldes von den einzelnen Hqus⸗ 
naltungen undurchführbar. Ver Vaaeaneh hat in * 
Fersammlung vom , Maärz d. J. beschlossen. den Szuat um 
ue Prüfung der, Frage zu ersuchen, in welcher Weise es 
Ih ermöglichen, läßt. dak das Wassergeld künftig von den 
zelnen Haushaltungen erbhoben wird. Die Verwaltunas- 
behoͤrde, für städtische Gemeindeanstalten, vom Senate beauf⸗ 
t sich hierzu zu äußern, hat einen Bericht des „Sertn 
itors Hase mit, dem Sinzufügen vorgelegt, daß sie den 
darin enthaltenen Ausführungen beigetreten sei. Danach ist 
ieErhebung, des Wassergeldes von den einzelnen Haus- 
itungen gnstatt wie bisher von den Hauseigentümern, nurt 
nter der Vorgussezung möglich, daß Jür jede Haushaltung 
far jeden Mieter — ein eigener Wassermesser eingebaut 
vird. Die einmaligen Kosten dieses Einhaues, soweit er üher⸗ 
saupt tunlich ist, sowie die regelmäßige Vermehrung der Arbeit 
an der Kontrhile der Wassermesser ind dem Eintassieren des 
Wassergeldes sind aber so groß, dak sie zu der den Haus⸗ 
idensümern erwachsenden Erleichterung in deinem Verhaltnis 
sehen wuürden. Der Senat ist danach zu der Ueherzeuguna 
etmene daß es der dem bisherigen Versahren sein Be— 
henden behalten muß, — Aus dem Bericht des Berrn Direktors 
ßase sei folgendes hervorgehoben: „Die Frage, ob es sich 
möglichen saht. daß das Waffergeld künftig von den eine 
einen Saushaltüngen erhoben wird. ist wiederholt, Jetztmalig 
iavlich einer Eingabe des Haus- und, Grundbesitzer-Vereing in 
neinem Bericht vom 21. Seht. 1908, betr. die allgemeine Ein— 
cührung von Wafsermessern, behandelt worden. Damals wurde 
u usgeführt: Aus den angeführten Gründen liegt sach⸗ 
sch ijeimne Veranlassung vor, von dem bislang befolgten Grund— 
aß, in der Regel fuͤr jedes Grundstüd nur einen Wasser⸗ 
esset einzubauen und den Hauseigner als alleinigen Ab⸗ 
dehmer anzusehen, gbzuweichen und den Anregungen des Saus- 
und Grundbesitzerr Vereins zu folgen. welcher in Vorschlag ge— 
hcacht hot. den Einbau von Wassermessern sür, Mister auf 
Anttag umentgeltlich vorzunehmen bezw, die Mieter nebren den 
Sauseignern für den Wasserbezug haften zu lassen. Wollte 
an diesen Anregungen nachgeben, wären etwa 12000 WMesser 
mehr als vorgesehen zu beschaffen. Die Mehhrausgaben 
wüurten eswa 300 000 Mifür Meffer, 60000 Mufür den Ein— 
bau derselben, also zusammen etwa, 860 000 Mbetcagen, wo⸗ 
bei unberüchsiichtigt geblieben ist, daß umfangreiche und oft 
kaum ausfuhrbare kostspielige Veränderungen an den Haus— 
ieitungen vorgenommen werden mühßten, um den Einbau von 
Mesfern mit detrennten Leitungszweigen zu ermöglichen. Be⸗ 
denten stehen dem, Vorschlage des Haus-— und Grundbesitzer⸗ 
Bereins auch insofern entgegen, als die Mietpreise auf die 
Halfte reduzier werden sollen und der Verwaltungsapparat o⸗ 
Zie die ZIfafsogeschäfte eine erhebliche Belastung und Er— 
chwerung erfahren würden. Ngach den überall gesammelten 
rfabeingene tann, wenn das Wasserwerk nicht ungebührlich 
aftet oder die Einführung der Wassermesser unmoöͤglich ge—⸗ 
nacht werden soll, lediglich in Frage gezogen werden, daß die 
asersicjexrung an den Hausecigner erfolaf und, )aß es diesem 
uͤherassen bieihen muß, die Kosten auf die Mieter zu ver⸗ 
eijen. Ddie Möglichkeiten, daß der Hauseigner die Wasser⸗ 
ninahme, ungebührlich beschränken und daß andecerseits der 
Hieler Wasser verschwenden und den Hauseigner schädigen 
fönne, sind üheoretisch — das ist unleugbar D. vorhanden; 
graltisch sind sie jedoch erwiesenermaßen ohne Bedeutung“ 7 
Heute liegen die Verhältnisse noch weit. ungünstiger. Die ein⸗ 
maligen Gesamt m ehr gusgaben, welche im Falle, der obligatori- 
schen Einführung von Wassermessern durch Beschaffung von Mes⸗ 
sern, Einbau derselben, Prufungsstationen, Bureguerweilerung 
usw. entstehen müßten, betragen rund 430 000 M; die jähr⸗ 
ihen Ausgaben, fuür Burequarbeiten. Ablesen. Vrüfung der 
Messer, Shutzanlagen und Unterhaltung sind auf 35.000 Mazu 
veranschlagen. Die vorstehenden Ziffern gelten natürlich den 
ungünftigflen Grenzfall, nämlich für, den Fall, daß die Wasser— 
nesser allgentein eingeführt werden sollten. Zurzeit würden die 
nmaligen Mehrausgaben 150 000 M die jährl. wiederkehrenden 
Ausgaben 15 000 Mbetragen. Dabei sind die entstehenden 
Nehrfkoften des Steuerburenus unberüchksichtigt gelassen worden. 
Aber Kanz abgesehen von den, Kosten würde die Verwirklichung 
des Gedankens, das Wassergeld von den einzelnen Haushaltun⸗ 
den zu erheben, das Gegenteil einer Vereinfachung der, Ver⸗ 
altung bedeuten. Man dente sich, daß die Zahl, der ‚Wasser— 
niesser deinahe doppelt so groß sein würde, wie die Gesamt— 
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zufser der eingebauten As⸗- und Elektrizi Asmeyet. e 
reauarbeiten einschließlich der Erledigung von Reklamationen wür— 
zen ins Ungemessene steigen. Wichlig ist ferner, daß die Wasser⸗ 
eitungen in den Häusern im allgemeinen gar nicht so angelegt sind, 
ah eine Abtrennung der einzelnen Haushaltungen ohne große 
Veränderungen möglich wäre. Es würden, also den Hauseignern 
‚um Teil erhebliche Unkosten für Veränderung der Leitungs- 
eer erwachsen. Hierbei ist darauf hinzuweisen. daß bei 
Neubauten die Wasserleitungsanlagen, allerdings auch mit nicht 
mbeträchtlichen Mehrkosten gegen bisher, so eingerichtet werden 
önnen, daß eine Abtrennung der, einzelnen Haushaltungen und 
ine besondere Berechnung des Wasserverbrauchs in denfelben 
nöglich ist. Es erscheint aber völlig ausgeschlossen. daß die 
zehörde die Kontrolle über den Wasserverbrauch in den ein— 
elnen Haushaltungen übernimmt und das Risiko für die Bezah— 
ung trägt. Schon zurzeit steht es jedem Konsumenten frei, auf 
eine Kosten sich einen Unterwassermesser einbauen zu lassen, und 
ruch der Grundstückseigentümer ist berechtigt, Unterwassermesser zu 
ne und das Wassergeld sich von den Mietern erstatten zu 
assen. 
Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke. In 
den 6 Verkaufsstellen wurden vom 1. bis 31 Juli 1913 
abgegeben: 
Buttermilch Tassen Stück Fie Taßsen 
Gläser Suppe Brot Milch Kaffee 
Narkt 198 294 2070 70609 4572 
ztruckfähre 1081 176 4704 2206 3021 
dastadie 997 154 2930 1802 3260 
Narkthalle 165 251 2125 825 5728 
Intertrave 260 143 1237 1960 2306 
dolstentor 814 453 5462 1954 3958 
3515 1471 18528 8556 22845 
py Anberdem wurden abgegeben: 245 Portionen Speise. 614 Portionen 
urst. 
Den Offenhbarungseid leisteten im Monat Zunind. J. 
or dem hiesigen Amstsgericht 26 Personen. darunter 4Froun. 
S. amtl. Teil.) 
*Konkurse im Juli. Die Zifser der im Juli 1913 erösf⸗ 
eten Konkurse weist gegen den Vormonat eine erhebliche Stei⸗ 
serung auf. Nach einer Zusammenstellung der Finanzzeit⸗ 
chrift „Die Bank“ wurden nämlich im Juli d. J. 879 Kon⸗ 
urse eröffnet gegen 750 im Juni 1913 und 837 im Juli 1912. 
die in den Monaten Mai und Juni konstatierte Verringerung 
er Konkurse ist wohl mehr eine zufällige Erscheinung gewesen. 
*Die Wasserwärme in den städtischen Badeanstalten be— 
rug am 1. Aug. im Krähenteich 2124 Grad Celse auf dem 
zalkendamm 2012 Grad Cels. 
Stadtteil Travemüerde. Eine Wasserkorsofabrt 
and Donnerstag abend an der Vorderreihe statt. Auf der Post— 
rücke konzertierte die Kapelle der Ratzeburger Jäger, bei deren 
dängen die schön geschmückten Boote auf dem Strom auf 
nd ab fuhren. Um 10 Uhr wurde am Priwallufer ein gutes 
Passerfeuerwerk abgebrannt, welches sich allgemeinen Beifalls 
rfreute. Die Vorderreihe zeigte ein ganz besonders lebhaftes 
zild. Travemünde ist jetzt, zur Zeit der Sportwoche, so 
lark bejett daß Fremde nur noch schwer Unterkommen finden. 
zs war also nicht zu verwundern, daß sich Donnerstag abend der 
esteigerte Fremdenverkehr auch bei der Veranstaltung bemerk⸗ 
ar machte, zumal ein außerordentlich schönes Wetter war. 
Nach Beendigung des Feuerwerks fand ein Tanzkränschen im 
5otel de Russie stoft 
Vauenburg. 
WMöslln, 1. Aug. Kolrleggensitzung. Vor Eintritt 
n die Tagesordnung teilte der Vorsitzende Bürgermeister Oetken 
nit, daß der bisherige städtische Gasmeister mit seiner Klage gegen 
ie Stadt ere abgewiesen sei. Der erste Partt der 
agesordnung betraf, Aenderung des Statuts für die Benutzung 
er städtischen Wasserleitung und desjenigen der Entwässerungs⸗ 
nlage. Da sich bei der, Festsetzung der Kosten für die Benutzung 
er Wasserleitung Schwierigkeiten herausgestellt haben, wird eine 
lenderung des Statuts beschlossen in der Weise, daß die Kosten 
icht von den einzelnen Konsumenten, sondern in Häusern mit 
ur einer Zapfstelle vom Eigentümer des Hauses erhoben werden. 
zinngemäß wird auch das Statut über Benutzung der Kanalisation 
eändert. — Das Wasserleitungsgesetz soll auch auf die Steaßen 
dirchhofsweg, am Wall, auf dem Wall und auf den Dämmen 
usgedehnt werden. — Die Anstellung eines Maschinisten 
ür das Wasserwerk und eines Schlossers für Wasserwerk und 
ßasanstalt wird genehmigt. — Der Vertrag mit dem Hufner 
kehr in Lehmrade bett. Anlage eines Fußweges durch die Hell⸗ 
achwiese und Ueberlassung eines Wiesengrundstücks zur Benutzung 
in denselhen wird vorbehaltlich der Genehmigung des Kreis— 
russchusses genehmigt. — Es wird beschlossen, die Einweihung 
»es flädt. Krankenhauses am 9. Aug. vorzunehmen, das Gebäude 
im 10. und 11. Aug. zur Besichtigung freizugeben und am 
12. upih in Betrieb zu nehmen. Ueber die Anstellung eines 
eitenden Arztes soll in nicht öffentlicher Sitzung beraten werden. 
— TDie Verwertung der ehemaligen Lehrerdienstwohnungen, 
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etzt noch nicht sptuchreif, da ein Bericht der Kommission ab—⸗ 
ewartet werden soll, doch geht gus den Ausführungen, eines 
Zachverständigen hervor, daß der Anschluß an die Wasserleitung 
ind an die Kanalisation, wie auch, die Einrichtung von Wasser- 
losetts, sich ohne große Kosten herstellen läßt. — Eine Beschlu“s— 
assung, über die Ausführung der Pläne des Schulhausneuhaues 
ann nicht herbeigeführt werden, da das Projekt noch nicht von 
zer Königl. Regierung zugesandt ist, doch geht aus den Darx⸗ 
egungen des Vorsitßenden hervor. daß die Kosten für die 
lüssührung des von dem Reg.Baumeister Osterwold in Elbing 
earbeiteten Projektes für Mölln unerschwinglich hoch sind; die— 
elben werden sich mit der Einrichtung des Hauses auf etwa 
00 000 Mebelaufen. Es muß deshalb darauf Bedacht genommen 
berden, die Kosten zu verringern. Zu dem Zwecke soll der Plan 
em Reg.-Baumeister Osterwold zur Aeußerung überwiesen und 
hm zunächst vorgeschlagen werden, die Räume für die Haus— 
saltungsschule, den Häandfertigkeitsunterricht und des Brause— 
Aades zu streichen — Zwischen den Orten Mölln, Schwarzenbek 
ind Bergedorf soll von heute ab auf 6 bis 8 Wochen probeweise 
ine Kraftwagenverbindung eingerichtet werden. Der Geselg⸗ 
chaft wird seitens der Stadt eine, Garantiesumme von 300 M 
ewilligt. — Im Anschluß an diese Sikunag fand eine geheime 
ditzung statt. 
MLabenz, 1. Aug. Zum Gänsediebstahl ist zu 
relden, daß die Tiere sich wieder wohl und munter bei ihrem 
Herrn eingestellt haben. Sie hatten nur einen Spaziergang in 
zas Kornfeld eines fremden Herrn unternommen und waren 
wn diesem gepfändet worden. 
ASandesneben, 1. Aug. Die Roggenernte ist 
sier und in der Umgegend jetzt in vpollem Gange. Größtenteils 
st man schon beim Einfahren bescheftigt. Qualität und Quan⸗ 
ität scheinen hervorragend gut zu sen. 
AKählstorf, 1. Aug. Eineneigenartigen Näist— 
platz hat sich eine Wildtaube ausgewählt, und zwar hat s'e sich 
hr Nest in einem Lindenbaum vor der Haustür des Landmannes 
Bartels gebaut. Der sonst als scheu bekannte Vogel besorgte 
Jjanz ruhig das Brutgeschäft und ist jetzt im Begriffe, den 
Nachwuchs, 2 junge Täubchen, roßzuziehen. 
A Sirksfelde, 1. Aug. Die Dorfstraßze, welche 
m letzten Jahre niedriger Zelegt und geebnet wurde, ist jetzt 
reugepflastert und dem Verkehr übergeben worden. 
Großherzogtümer Medlenburg. 
88 Grevesmäühlen,. 1. Aug. Die Elektrizität 
ßenossenschaft Fürstl. Tramm schließt ihr letztes Ge— 
häftsjahr in Aktiva und Passiva mit 10 304,97 Meab. Die 
zahl der Genossen beträgt 8. Zum Vorstand gehören die Erb— 
ächter Kolz, Beusch und Wigger. — Die Diphtheritis ist 
m Ostseebad Boltenhagen gusgebrochen. Es sind bisher 3 Kinder 
Ifran 
60. Wettschwimmen. Am Sonntag, nachmittags 3. Uhr. 
indet in der Freibadeanstalte, Falkenwiese““ das Wettschwimmen 
er Gewerbeschüler statt. Veranstalter dieses Wettschwimmens 
das, Lehrlingsheim der Gewerbekammer. —,. Die Hecren 
Nitglieder der Innungen und gewerblichen Vereine sowie alle 
onstigen Interessenten sind hierzu eingeladen. 
b. Zur Beachtung für Reisende. Eine noch zu wenig be— 
aunte Tatsache ist, daß man im Reiseburegu, Vollert, Unter— 
rave 108. Fahrkarten für jede gewünschte Bahn- oder Schiffs- 
erbindung, erhalten kann, was für die Reisenden eine große 
ꝛequemlichkeit bedeutet, da dadurch das lästige Nachlösen der 
cahrkarten, auf den esuden Vnen fortfällt, da man ja 
chon hier seine Fahrkarten bis zum Endziel der Reise erhalten 
ann. Obiges Bureau übernimmt auch die Besorgung von Belt— 
arien. Blätßkarten usw und erteilt Muskunftt in sader Reise— 
angeregenheit 
————————— — ü 
3αιαααι ανιαα ααα.O 
— — F — —— —*32 
9— J — — —7 ß 
—— * 8 * 88 — — —* * ⸗ 
75 —*5 —— 6 —72 J —RXX 
* — —5 — — —— 
J —— — ——6 
——3 — A 5— — — —————— 
— ———— —— αÊu — 
— 
9206 
257 Merec-es Knight (ventillos 
2 mit S5—peaethon-arossori 
* 
— 5rFUTTGARV-UVERT. 
—V——— 
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