Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens unt 
abends, Sonutags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis für das Vierteljahr 3,30 Warl einschließlich 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne 
Bestellgeld 3.90 Mark. Einzelnummern 10 Pfg. 
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5 Pfg., für Auswärtige 30 Pfg., f. Geschäftl. Mit⸗ 
eilungen 1Mt. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Satz den Anforderungen entsprechend höher. o 0 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt übet 163. Jahrgang 
Beiblatt: Gesetz und Verordnungsblatt R ceꝝe Aneuno hi· dons iñeimc ia Juonae dtanson du 
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»rufk und Verlag: Gebrüder Borchers 6G.m, b. H. in Lubeck — Geschäftsstelle Adreßhaus 
(Große Ausgalep Mittwoch, den J. Januar 19153. 
Nachrichten sür das Herzogtum Lauenburg, die 
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zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Köoniastr. 46). Fernsprecher 82000 u. 9001. 
Nu⸗ 
Morgen⸗Blatt Nr. J. 
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die Gewißheit, daß sein Werk fortgesetzt und daß die Freund— 
schast Italiens mit Deutschland immer enger werde. 
— Auch die Pariser Morgenblätter von heute veröffentlichen 
ausführliche Artikel über den verstorbenen Staatssekretär von 
Kiderlen-Maechter. Der Figaro schreibt: Wenn der dahin— 
geschiedene Staatsmann' auch nicht unser Freund war, wenn jein 
Name sich chuch in einer für französische Ohren unangenehmen 
Weile mit der Agadirkrisis verknüpft, müssen wir seinen Cha— 
sakter und sein Talent anerkennen. Sogar seine Fehler waren 
ympathisch. Bei ihm wulßte man sofort, woran man war 
und konnte dementsprechend den Gegenzug einrichten. — La 
France schreibt: In kurzer Zeit ist die deutsche Diplomatie 
bon zwei grausamen Verlusten getroffen worden. Kiderlen— 
Waechter war gewiß nicht unser Freund, aber wir können 
inun unsere Anerkennung nicht versagen, daß er ein Mann 
der Pflicht, ein Patriot und ein loyaler Gegner war. 
Die Mehrzahl der Zeitungen Londons veröffentlicht eben— 
alls smupathische Artikel über den Tod des Staatssekretäcs 
o. Kiderlen-Waechter. Die Artilel betonen seine starke Per— 
önlichkeit und heben seinen Patriotismus und die gegen— 
xärtige Annäherung der deutschen und englischen Politik sowie 
hre Kooperation im Interesse des Friedens hervor. Die 
Times schreibt: Der plötzliche Tod v. Kiderlen-Waechters 
st ein Verlust nicht allein füc seinen kaiserlichen Herrn und 
eine Landsleute, sondern für die europäische Diplomatie. Was 
immer die Tendenzen seiner Politik in der Vergangenheit 
ind was seine persönlichen Neigungen gewesen sein mögen, 
o besteht in gut unterrichteten Kreisen kein Zweifel, daß er 
vährend des ganzen Verlgsufes der gegenwärtigen Krisis loyal, 
üchtig und unveränderlich in der Sache des curopäischen 
zriedens gearbeitet hat. Dabei hat er natütlich die Wünsche 
ind Befehle seines Souveräns ausgeführt. Die großen Anstren— 
zungen, die Deutschland in der Sache des Friedens gemacht 
zat, namentlich sein ernstes Zusammenwirken mit dem britischen 
Foöreign Office zu diesem Zwecke müssen in erster Linie dem 
Willen des Kaisers zugeschrieben werden, aber die Politik, 
or allein eine Politik, die komplizierte Beziehungen mit den 
inderen Mächten einschließt, hängt in ihrer Verwirklichung von 
»em Manne ab, der sie ausführt. Die Politik wird zweifel— 
os unverändert bleiben, aber sie wird nicht länger von den— 
elben Händen ausgeführt und es mußz eine gewisse Zeit ver— 
ireichen, bis ein anderer sie gänzlich erworben hat und das 
Pertrauen verdienen kann, das der verstorbene Staatssekre— 
är zuletzt hatte. Der verstorbene Staatssekretär hielt alle 
zäden des verwickelten diplomatischen Gewebes in seiner Hand 
and es ist in hohem Grade seiner Ehrlichteit zu verdanken, 
vaß sie in letzter Zeit zu einem Friedensmuster verwebt 
vorden sind. — Daily Chronicle schreibt: Durch den 
Tod des Staatssekretärs v. Kiderlen-Waechter verliert Deutsch— 
zand einen Minister des Aeußern in der Zeit einer Krisis. 
deutschland hatte seit dem ebenso plötzlichen und beklagens— 
rerten Tode Marschalls vielleicht keinen anderen Diplomaten, 
»er in der Angelegenheit des nahen Ostens so versiert in 
ziesem Augenblickk ar. Wo wir das Beileid auszusprechen 
zaben, erinnert man sich gern, daß der Verstorbene in den 
etzten Monaten mit unserer eigenen Diplomatie in der Sache 
hes europäischen Friedens zusammen gearbeitet hat und daß 
eine seiner letzten sehr bemerkenswerten öffentlichen Reden 
ine warme Wert'ichätzung der britischen Haltung ausdrückte. 
Das Blatt fährt fort: Sicher liegt kein Grund vor, cine be— 
rächtliche ungünstige Modifizierung der Politik Deutschlands 
nzunehmen, deren Kontinuität der Kaiser“ und der Reichs— 
anzlet in einer solchen Zeit mit Eifec erhalten werden. Der 
Intagonismus zwischen England und Deutschland, der vor vier— 
ehn Monaten eine so gefährliche Phase erreiht hat‘e, ilt 
etzt in den Hintergrund getreten dank den vor allem effrigen 
And aufrichtigen Bemühungen in London und in Berlin. 
Beide auswärtigen Aemter hiben, olne ihre Verbündeten und 
Freunde zu verlassen oder illoyal gezen sie zu wecden, wesent⸗ 
ich zur Erhaltung des europäüschen Feiedens beitragen fönnen. 
Wir glauben, daß dieses freundschaftliche Ziiammenrei len fort— 
zeseßt werden soll und daß die bemerlenswerte Abwesenheit 
eines Konfliktes der britischen und deutschen Jateressen cudzer— 
zalh Europas dies ermöglichen wird. 
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Vorteirichtungen heute in der Residenz begangen wurde, hat 
lange nicht den Erfolg gehabt, der nach den großartigen 
Vorbeteitungen und den hochzehenden Wogen der slawischen 
Begeisterung erwartet werden durfte. Die Tage der Straßen— 
feste sind eben vorüber, wozu die vielen Mißbräuche bei den 
letzten derurtigen Veranstaltungen nicht wenig beigetragen haben 
dürften. Der materielle Erfolg dürfte dennoch ein großzer 
sein, da die Erlaubnis erteilt worden ist, in allen Regierungs⸗ 
und Kommunalbehörden, in allen Theatern, Restaurants, Banken 
und Handelsgeschäften, im Reichsrat und in der Reichsduma 
die slawischen Miniaturflaggen zu verkaufen. In der Reichs— 
duma haben dieses Geschäft die Abgeordneten Miliukow, 
Schingarew und Roditschew übernommen. Es ist rührend, wie 
n der Sitellung zu den slawischen Angelegenheiten alle Par— 
eiunterschiede verschwinden. Wenn es sich um die slawische 
Frage haäandelt, reichen sich Purischkewitsch und Miliukow, 
Martow und Krupenski verständnisinnig die Hände. eber— 
haupt drängen hier die Ereignisse auf dem Ballan die innere 
Politil vollständig in den Hintergrund. Der Stillstand in 
den Friedensverhandlungen, die Konzessionen der Botschafter— 
onferenz an Oesterreich ia der Hafenfrage regen die hiesigen 
Slawophilenfreunde immer mehr auf und man läßt kein Mittel 
unversucht, um unsere Regierung zu energischem Auftreten, zu 
einem aktiven Eingreifen zu veranlassen. Die Zeitungen aller 
Schattierrugen treiben ein gewagtes Spiel mit den na— 
ionalen Leidenschaften, die schon jetzt aufs äußerste erregt 
ind. Auf den slawischen Diners und Meetings und auf den 
Veranstaltungen der verschiedenen slaweschen Gejellschaften wicd 
in fanatischen Reden offen zu einem Auftreten gegen Oester— 
reich aufgefordert. Die Zeit, die wir gegenwärtig durchleben, 
ähßt sich auch nicht im entferntesten mit der Epoche des ja— 
anischen Krieges vergleichen. Damals im günstigsten Fall 
Hleichgültigkeit, ja ossene Abneigung gegen den Krieg, jetzt 
helle, an Fanatismus grenzende Begeisterung für das altive 
Eintreten Rußlands zum Schutze seiner historischen Mission, 
seiner Traditionen. Diese Begeisterung lähßt sich auf Schritt 
und Tritt wahrnehmen; sie tritt, wie erwähnt, in der Presse, 
bei privten Zusanmenkünfsen, in den Theatern und Restau— 
tants zutage. Man braucht nur in vorgerücter Nachtstunde 
ein fashionables Restaurant zu besuchen, um den Gesang der 
lawischen Volkshymnen zu vernehmen. Es unterliegt keinem 
Zweifel, daß bei dem Ausbruch eines Krieges eine Bewegung 
durch ganz Rußland gehen würde, die den Beweis dafür 
liefern würde, daß es sich um eine wahrhaft nationale Sache 
jandelt. Die Regierung nimmt zurzeit eine vollständig dor— 
ekte Stellung ein; sie allein scheint zu erkennen, daß die 
Kriegsgöttin launisch und auch ein glücklicher Krieg ein na— 
tionales Unglück ist. Dafür hat der Leiter unseres aus— 
wärtigen Ressorts, der besonnene und alle Chancen kühl ab— 
wägende Ssasonow von der Presse die schwersten Angriftfe 
über sich ergehen zu lassen. — 
zum Tode des Staatsfekretärs v. Kiderlen⸗Waechter. 
Telegramme.) 
W. BVerlin, 31. Dez. 
Beileidskundgebungen. 
Der Präsident des Preußischen Abgeord— 
retenhauses, Graf v. Schwerin-Löwitz, sandte der Schwester 
zes verstorbenen Staatssekreiärs nachstehendes Beileidstele— 
namm: „Zu dem schweren Verlust, welchen mit Ihnen, gnädige 
Frau, unser ganzes Vaterland in ernster Zeit durch den plötz— 
ichen Heimgang Ihres von mir so hoch verehrten Herrn Bruders 
zrlitt, gestatte ich mir, Ihnen die herzlichste Anteilnahme auch 
es Preußischen Abgeordnetenhauses auszusprechen.“ 
Der König von Sachsen richtete anläßlich des Todes 
des Staatssekretärs v. Kiderlen-Maechter an den Kaiser ein 
Beileidstelegtamm, desgleichen ließ die sächsische Regie— 
ung durch ihren Gesandten in Berlin, Freiherrn v. Salza 
ind Lichtenau, dem Reichskanzler, der Reichsverwaltung und 
der preußischen Regierung anlählich des Ablebens des Staats— 
sekretärs ihr aufrichtiges Beileid aussprechen. 
Das Beileidstelegramm des österreichisch-ungari— 
schen Ministers des Aeußern Grafen Berchtold an den 
Reichskanzler lautet: „Tieferschüttert durch die Nachricht von 
dem plötzlichen Ableben des von mir hochverehrten Staats— 
efkretärs v. Kiderlen bitte ich Eure Exzellenz, anläßlich des 
chweren Verlustes den Ausdruck meines tiefgefühlten Beileids 
ntgegennehmen zu wollen. Ich werde dem Dahingeschiedenen, 
zessen bundesfreundliche Gesinnung und hohe staatsmännische 
Begabung in ernster Zeit kennen und schätzen zu lernen ich 
Lelegenheit hatte, treue Erinnerung bewahren.“ 
Aeußerungen der ausländischen Presse zum Tode des 
Staatssekretärs v. Kiderlen-Wacqhhter. 
Popolo Romano schreibt nach einer Meldung aus Rom: 
Deutschland beklagt den Verlust eines außerordentlich intel— 
ligenten Staatsmannes, der stets das Wesentliche der politischen 
Angelegenheiten mit klarem Blick einzuschätzen gewußt habe. 
Die Verbündeten Deutschlands schließen sich aufrichtig seiner 
Traeuer an. — Vita schreibt: Staatssekretär v. Kiderlen— 
Maechter habe durch seinen letzten Besuch in Rom bewiesen, 
relchen Wert er dem Bündnis mit Italien beilegte. Das 
zedauein über sein Ableben werde aber abgeschwächt durch 
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atreihencte 
3owis für 
sind die Löbecklschen Anzeiges unentbehrlich wegen folgender Vorzüge: 
, Hie Lũbeckischen Anzeigen hahen, einen sehr aussgedetnten Handels- 
und Schiffantteteil. Während in der Abendzusgabe Schon, gie telegrephischen 
Kurgberichte der Berliner , und Hambursger. Fondsbörsen. sowie der 
Bersiner Getrelaebsrse und des Hambursger Kaffee- ung Zuckermarktes 
sowie des Magdeburger Zuckermarktes vom Tage enthalten sind,, fingt 
die Aorrenausade einen eingehenden halbseitigen kurszettel der Berlinet 
Rassaburse Sogie die Bösenberichte und telephonischen Schiflsmeldungen 
ailer Libecker Reedereten und aller bedeutenden degutschen Dampserlinien. 
vie, Hamburg-Amerikg-inie, Deutsche, Ost-Afrika-lLinie. Moermann- 
Linie Austrasische, Doutsche Lexante- Linie. Hamburs Südamer;kan. 
HampfschiftGes.. Norddeutscher, Lloyd. Bremen, Hansa, Bremen. Argo. 
Bremen, Oldenbuceg Portusgiesische Réederei, H. Schuldt. Flensburt 
Sartori & Berger, Kiel, usw. 
frerneę enthalten die Abend- uad Morgenaus gabe im Handelstei telegra 
phisehe dMelsdungen der Fondsbötsen von London. Paris und Nexvork. 
vwichtixe Informationen auf alien Gebieten des Hangels und der Industrie, 
der Kohnlen- und Fisenmärte, Bankausweise der Feichsbank. Zahlungs 
cinstelluneen. auswaärtise Warenberichte, über, Futtermittel, Getreide. 
NMens und Saaten, Kaffee, Metalse. Oele, , Speck und Sechmalz. Zucker. 
Baumwosie. fiehmarite, Wasserstandsnachrichten der Elbe. Havel, Saale. 
des Rheins und der Oder, Schiffahrtsnachriehten. 
Die Abendaussgahe hrinet weiter die telegraphischen Seeberichte aller 
Lũbeécker Regocreen. vasserstandsnachriechten aus Trayemünde. Meteoro- 
jogssche Beobachtungen der Lübecker Sternwarte, sowie die V'itterungs 
berichte der deutschen Secwarte vom selben Tage. 
Die Lũbeckiscuen Anzeigen haben einen ausgedehnten Telesraphen- und 
Nacnrichten sienst. der gie, Leser übder alle Vorgünge im In- und Aus- 
land prompt und zuverlissig unterrichtet. 
Die Lübeckischen Anzeigen sind seit altersner das sũhrende Organ der 
Schiffanrts und Handesskreise und der gebildeten Stände Lübecks. 
Wöchentliche Unterhaltungs-Bellagen534 
gdie bekannten,, Vaterstäduschen Blätter“ (Lühecker Woche). reich 
Mustert mit Büdern, aus der Gegenwart, und Versangenheit, .Der 
Familientreund“, höôchst unterhaltend und reichhaltis. 
Janz neu eingeführt erscheint allwöchentlich eine Moden- Zeitung, die 
unserer Frauenwelt sehr willkommen sein wird. 
imtiche Beilagen: 8 
qàas Geset⸗ und Verordnungsblatt der freien und Hansestadt Lũübeck, 
die Protorolse der Buürgerschaft und des Bürgeraussschusses. Jahres- 
perichte usw., sowie Stundenpläne der höheren öffentlichen und 
Privatschulen. 
m amtlichen und allzemeinen Anzeigenteit: 
elne reiche Auswanft Ankündicungen aus allen Gebieten des öffent- 
ũchen Tepens, allen geschäftlichen Branchen und privaten An- 
gelegenheiten 
Die Lũbeckischen Anzeigen, Mussabe A. und Lũbecker Zeituns 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Läbech, 
2msl täslieh. 13mal õöchentlich erscheinend, treten am 1. Januar 1813 
in das 1. Vierteljahr ihres 
IGB. JaA Irgangs. 
Bezugspreis vierteliührlich srei Haus (für Post-Abonnenten einschl. 
Postaufschlage ohne Preiserrohung) 
— 
Bis Monatsschluß erfolgt auf Wunsch Kostenfreie 2Zustellung. 
Der Verlags der Lübechischen Anzeigen 
Gebrũsder Borchers G. m. h. H. Lübeck. 
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Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt, 
Do wie 
Gefetze und WBerardnungsblatt 
der freien und Hansestadt Lübeck, Nr. 1, 
enthaltend: 
Bekanntmachung, Aenderung der VPostordnung vom 20. März 
1900 betreffend 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. 
Neujahrsfestes wegen fallen die 
Mittwoch-Abend-Ausgabe und die 
Tonnerstag-⸗Morgen-Ausgabe der 
Lübeckischen Anzeigen aus. 
Juserate für die Tonnerstag-Abend— 
Ausgabe werden bis Donnerstag mittag 12 Uhr 
erbelen. 
Unsere Geschäftsstelle ist am Neujahrstage von 
8—-9 Uhr und 11-12 Uhr geöffnet. 
Verlag der,‚ Fübenriechen Auzeigen“. 
Nichtamtlicher Teil. 
sotòe 
Lübechks Interefse an der russischen Politik. 
Aus unserem Leserkreis geht uns folgende interessante Zu— 
schrift zu: Ich erlaube mir, Ihnen einliegend ein Exemplar 
des Rigger Tageblattes vom 28. Dez. zu überreichen 
und möchte Ihre Aufmerksamkeit auf einen Artikel in dem— 
lelben, aus der Feder des Fürsten Uchtomski, lenken. 
SBch möchte dazu höfl. bemerken, daß man diesem Artikel 
eine gewisse Bedeutung beimessen muß, da derselbe der 
katsächlichen Sachlage in Rußland entsprechen dürfte. 
Fürst Uchtomski hat seinerzeit den Jaren noch als Thronfolger 
auf seinen Reisen begleitet. Bei dem lebhaften Interesse, das 
augenbliclich in der politischen Krisis Lübeck an bder Po— 
litik Rußlands hat, möchte ich Ihrer Erwägung anheimstellen, 
biesen Artikel in die Lapeckischen Anzeigen aufzunehmen: 
St. RPetersburger Brief. 
Vas Fest der slawischen Flaagen, das nach großen Vor— 
dereitungen und schreienden Reklamen in den Blättern aller 
die Einweihung der deutschen Kirche in Stomhlm. 
Die deutsche Gemeinde in Stodholm jeerte am 
Weit nachtstage ihren Umzug in die neu reslauriecte Kirche 
mit einer sehr weihevollen Kirchenfeier. 
Nach dem Altordienst und dem schönen Gesang hvom Chor 
betrat Pastor Sterzel die Kanzel und wandte sich mit eintgen 
Finführungsworten an die andächtig lauschende Gencinde. Er 
rinnerte an die lange Zeit (die Kirchenrestauration hat 
Jahre gedauert), in welcher die Gemeinde so gut als 
seimatlos gewesen ist, und in der Zwischenzeit ist sie in der 
irnischen Kirche beheimatet gewesen, decen sreundlicher Gast— 
reiheit der Pastor einen besonderen Tank aussprach. Heimweh 
zätte die Gemeinde besonders in dieser Zeit befallen fönnen. 
iber Schweden ist ein Land und Stodhohm iüt eine Stadt, 
wo Fremde nicht lange Freinne sind, und weshalb deren 
deimweh nicht lange dauert. Der Pastor gab seiner eigenen 
ind der Gemeinde Freude Ausdruc, deren vermehrte Weihnachs-
	        
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