Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

ner sfuhrr weiter an der Sand einer amfangreichen Statistit die relative Kraft unserer Fotle gegenüber den übrigen Staaken Italien. 
aus, dat die Teuerung der Lebensverhältnisse nicht. wie die und auch gegen England wesentlich gewachsen ist. Die gaute Teillnahme· Bezen gungen umn Attentat auf den König 
—— — 
Der Minister hat eben ausgefũhrt, dakß eine generelle 15 ige sichern ihm hoffentlich werte Verbreitung. Franm femne eee e die 838 
varg e 14 Viaz. Vri etein 
n vi noch eine nhen, 14. Prinzregent Luitpold hat 
e Inland und Ausland —— r et e 
cen d ber lurz ober lang den Belriebeinssellen. Deuisches Meich. derhe n heb ohe mrhen lenen 
Nun verlangen die Bergarbeiter in den zehn Punlten außer · Sandels minister Dr. Sydow ũber den Sireil im Ruhr⸗ tliefen Schmner iber den Unschlag auf den 3— leine 
dem noch eine Verlurzung der Arbeitszeit und damit eine gebiet. In der gestrigen Reichstagssitzung führte der Sandels⸗ Rußland. 
weitere Verteuerung des Betriebes. Solche starken Verschiebun⸗ minister Dr. Sydow aus: Wer sich beim Streil nichts zu schulden Die Trup in Kautasien. London, 
gen bei den Produltionslosten setzten nicht nur die Dividende kommen lãäßt, wer in die persönliche Freiheit anderer nicht ein⸗ 14. Mar⸗ S 3 ndeleoffenen elerammen besalig 
in Gefahr, sondern auch den ganesn Betrieb und den Wettbe- greift, dem wird kein Beamter etwas tun. Der Minister verweist sich die Meldung von Konzentratidnen russischer Truppen 
werb auf dem Weltmarkt. Sehr wahr!) Es ist unmöglich cuf einen Bericht des Regierungspräsidenten in Munster, in im eaulee. l ie Quelle behaupten 
— — —— 
ist und den Betrieb der Werke nicht stört, muß sich durch- wurden, daß ihnen ausreichender Schutß noch nicht gewährt mlaßt en Truppenfenbingen nach s halten den 
seten bei den Verhandlungen der Instanzen. Mögen die Arbeits werden konnte. Cebh. Sört, hört! rechts) Arbeitswillige Bestand in Kautasien sehr geschacht, so daß man gendlig, 
willigen ausharren und ihnen ein ausreichender Schutz zuteil sind überfallen worden. Einem wurde das Auge ausge gewesen sei, neue Truppen nach dort zu verlegen 
werden, möge der harte undeerbitterte Lohnkampf schlagen. Zur Mittagsschicht fahrende Radler wurden von Amerila. 
bald beendigt sein. möge der friedlichen Verständigung Weibern angehalten; Kindern, die ihren Vätern Essen bringen Der Panama-⸗Kanal bedreßht. Newyorl 14. Mäãtz. 
das zufallen, was dem unberechtigten Streik und dem Terro- wollten, wurden die Senleltöpfe weggenommen. Die 15prozen- Die hiesige Presse verdffentlicht eine aufsehenerregende Nach 
rismus versagt sein nuß Gebhafter Beifall.) tige Lohnerhöhung kann auch von den fiskalischen Zechen nicht nt. n an t geabrdyt n 
getragen werden. Der Bergbau ist keine Wohltätigkeitseinrich⸗ hmerbar a hãtten. 3— Eruplionen umnnittelbar be 
Die Entscheidung über die Wehrvorlagen und ihre tung, sondern ein laufmännisches Unternehmen. Lohnsteige- vporstehen. vi beilet sind in noher Unruhe und weigern 
decung. rungen nnen auch nicht schematisch vorgenommen werden. 53 aen ornen a schon in 3 
A mn ian muh die Vahalinse berigsihiigen und sic auh bein ee tde grung 
Qnsernation mler⸗ Serlner eliuberlutttre — und Leute ansehen. Der Streil ist nicht zufällig ausgebrochen, Stellen steigen bereits Vuen imnd aserbämpfe empot 
Berlin, 15. Mãärz. sondern sorgfältig vorbereitet worden. — 
Die Minister der deutschen Bundesstaaten, die in Begle Die Budgetlonnnssion des Reichstages erledigte gestern 
fung ihrer Finanzminister zum Teil erst gestern, Donnerskag, den Postetat mit der Beratung der Petitionen und wandte sich Tagesbericht. * 
früh in Berlin eingetroffen waren, vereinigten sich um 10 Uhr danach dem Elat der Reichsdruderei und der Reichseisenbahnen Lübed 15. März 
unter dem Vorsitz des Reichskanzlers im Bundesratssaale im zu. Heute Weiterberatun CLandesgruppe Lũbeck des hansabundes für Gewerbe, 
Reichsamt des Innern. Es wurden zunächst die allgemeinen In der gestrigen Sthung des preußischen Abgeordneten⸗ handel und Industrie 
Referate entgegengenommen. Nach 1 Uhr wurde die Sitzung hauses wurden zunächst das Ausführungsgeseß zur Maß- und Meubea, 16. Maͤrz. 
auf etwas über zwei Stunden un kerbrochen und mehrere Gäãste Gewichtsordnung der Gemeindekommission und die Novelle zum Der in der Mitaliederversammlunsg vom Geschäftsführet 
aus dem Reich benutzten die Pause. in ihren Gesandts haften Ausführungsgesetze zum Reichsunkerstũützungswohnsitzgesete einer Herrn Dr Allendorf erstattete Jahresbericht führt aus daß, da die 
das Frühstück einzunehmen. Nachmittags wurde die Besprechung besonderen Kommission überwiesen. Sodann wurde in die Be— nationalliberale und freisinnige Partei die Nichtlinien des Sansa- 
fortgesetzt. Die Soffnung des Reichskanzlers, noch an der ratung des Etats der Zentralgenossenschaftskasse eingetreten, bundes u den hrigen gemacht haben der Bund im neuen 
Etreil· Interpellation im Reichstag teilnehmen zu können, er—⸗ wobei der Unterstaatssekretär im Finanzministerium feststellte, Reichstag durch 90 Wgeordnete bertreten ist, Gewerbe, Handel 
mie⸗ sich unerfüllbar, weil die Zonferenz, an der etwa 70 Mit⸗ daß trot des Bruches mit Neuwied der Geschäftsverkehr der und Industrie somit eine wesentlich bessere Vertretung als bisher 
glieder der Reichsregierung und der Bundesstaaten teilnahmen, Preußenlasse weiter, wenn auch langsamer als bisher, gestiegen im Reichstage erhalten haben. Ter Bericht erwähnt sodant 
sich bis Z Ahr abends ausdehnte. Wie wir hören, ist die allge- sei. Seute soll die Beratung fortgesetzt und wenn möglich in die di atigleit der Landesgruppe, und zwar insbesonder 
e Vortragsätiglei aruppe, zwa s 
meine Besprechung zu Ende gebracht. Sie hat zu einer Ueber⸗ des Etats des Kultusministeriums eingetkreten werden. die Vorträge, die Herr Geheimrat Professor Rießer am Tag 
e e e eee eeten Der Zentralvorstand des Evangel schen Bundes beschloß in dor der Rehe lagewahl bier bien Und sagt bon diesen, dan 
i in nen seiner Sitzung vom 12. März, die sehr gut aus allen Teilen der letzte Appell“ nicht nur alle bürgerlichen Wähler an die 
* ca n e an e ee Deutschlands besucht war, folgende Kundgebung: „Die Zen— Wahlurne geführt,. sondern der Landesgruppe aus den Kreisen 
en em trums partei hat im Reichstage wiederum zwei Gesetzentwürfe, des erwerbshãtigen Bürgertums einen kräftigen Zuwachs ge— 
b e betreffend ein Reichsreligionsgeseßz (den sogenannten Toleranz- bracht hat. Weiter hebt der Jahresbericht die Stellungnahmen 
antrag) und die Aufhebung des Jesuitengesetzes, eingebracht, der Landesgruppe zum Ausscheiden des Zentralverbandes der 
dDeutschland sei wach!“ die das Verhältnis des Staates zur Kirche und das Zusammen⸗ deutschen Industriellen aus dem Hansabunde, zum Entwurf einer 
Im Verlage von E. S. Mittler & Sohn ist eine vom leben der Konfessionen unheilvoll zu gestalten geeignet sind. Fernsprechgebührenordnung und zur Teuerungsfrage, die wir 
Deutschen Flotten-Verein herausgegebene Schrift „Deutschland, Der Zentralvorstand des Evangelischen Bundes zur Wahrung . Zt. im Wortlaut mitgeteilt haben, hervor und führt sodann 
sei wach!“ erschienen, die sich zum Ziel geseßt hat, die gegen— der deutsch· protestantischen Interessen erinnert an die Entrüstung, aus: Einen breiten Raum in den Verhandlungen des Ausschusses 
wärtige politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands unter welche die Aufhebung des 8 2 des Jesuitengesetzes im deutschen hat während der Berichtszeit die Frage des Submissions— 
den europaischen Seemächten in tollstümlicher Weise darzu⸗ Volk hervorrief. Er richtet daher schon jetzt an seine Vereine wesens eingenommen. Es muß ohne alle Umschweife aner⸗ 
stellen. Sie wird fur jeden unentbehrlich sein, der sich über und Mitglieder die dringende Aufforderung, die deutschen lannt werden von jedermann, daß der Sansabund es gewesen ist, 
die Bedeutung der Wehrvorlagen, besonders der Fottenvor⸗ Protestanten über die Tragweite dieser ultramontanen Vorstöße der diese Frage energisch aufs Tapet brachte und die Volksver— 
lage, ein eigenes Urteil bilden will. In einem einleitenden aufzutlãren. Er spricht zugleich die Erwartung aus, daß der meter in den Parlamenten so dafür zu interessieren wußte, dah 
lãngeren Aufsatze schildert sie die englische Suprematie, ihre Reichstag und die verbündeten Regierungen diesen für den etwas Greifbares schon heute erreicht ist, daß nämlich die Frage 
Entstehung. Ausnutzung und heutige Berechtigung und kommt inneren Frieden unseres Vaterlandes so verhängnisvollen An— nicht so bald wieder von der Tagesordnung verschwinden wird. 
zu dem Schluß, daß eine unbegrenzte englische Suprematie trãgen mit aller Entschiedenheit entgegentreten Wenn sich ein Verlreter von der Rechten unterfing, dieses Ein— 
heute für alle selbständigen Großmächte unerträglich ist. Uebermãßige schlesische Kohlenanfuhr nach Stettin. Die treten des Sansabundes für die Regelung des Submissionswesens 
Der zweite Aufsatz behandelt die Aufgaben der deutschen Eisenbahndirektion Stettin gibt bekannt: Infolge als „Schaumschlãgerei hinstellen, so sollte man über derartige 
Flotte in einem uns etwa von der Tripelentente aufgezwun— des englischen Bergarbeiterstreils und des Streiks im Ruhr— Ausfãlle einfach zur Tagesordnung übergehen. Der Hansabund 
genen Kriege und führt den Nachweis, daß wir in Nord— revier ist der Einlauf an Kohlen aus dem oberschle— hat die Frage in Angriff genommen, weil die Entwickelung, die 
und Osssee ganz auf unsere eigene Kraft angewiesen sein werden. sischen Revier nach Stettin so übermäßig geworden, daß das Verdingungswesen im Laufe der Jahrzehnte im Reiche ge— 
Zu demselben Ergebnis gelangt ein weiterer Artikel über die eine ordnungsmähßige Abwickelung des Verkehrs auf dem Stet— nommen hat, nunmehr für den deutschen Gewerbestand, vor 
Gestaltung der politischen Lage im Mittelmeer, während ein tiner Bahnhof stark gefährdet ist. Die Eisenbahndireltion hat allem für das Sandwerl, unerträglich ist. Auf der einen Seite 
vierter einen geschichtlichen Abriß über die bisherigen vergeb- daher die Annahme von Kohlen aus Oberschlesien vorlãufig bis hat sich bei theoretisch vielfach zwedmähigen Bestimmungen in der 
lichen Bemühungen gibt, durch Anbahnung eines ewigen Frie- einschließlich den 17. März sperren müssen. Praxis eine gewisse Willkür der Behörden bei der Vergebung 
dens oder durch Schiedsgerichtsverträge zu einer Verminderung — õffentlicher Arbeiten, Leistungen und Lieferungen herausge 
oder gar Wschaffung der Rüstungen zu gelangen. Frankreich. bildet, auf der anderen Seite bereitet sich das deutsche Gewerbe 
Auf Grund reichhaltigen, zuverlässigen Materials zeigt der Die Verhandlung Madrid, selbst häufig einen so rüdsichtslosen Wettbewerb, daß mit vollem 
fünfte Aufsatz, daß Deutschlands Seehandel dem britischen hart 14 Märs. Der i inister des 333 Garcia Prieto Recht von einer Schleuderkonkurrenz gesprochen werden lann. 
auf den Fersen ist, und stellt damit das leichtfertige Wort v der on llbaiter elran hatten ir Zieht man die gewaltigen Summen in Betracht, die jährlich von 
don Deusshands Aius fote in die richtige Beenhang durh ent g di ae eng eiret den Beborden des Reihe und der Cinneaaten, der Vrodinden, 
die tabellarischen und praktischen Uebersichten des Buches findet 3 ʒ da sein Besißz für Spanien eine Notwend igkeit Kreise nd stadtschen sowie länd! en Gemeinden im Wege der 
auch die oft gehörte Behauptung ihre Widerlegung, daß unser darstelle Spanien soll aber aen auf einen bedeutenden Verdingung aufgewendet werden, so wird die Bedeutung, die 
Flottenbau das Kräfteverhältnis zu England nicht ändern e an 3 ß e das Verdingungswesen für unser Erwerbsleben hat, ohne weiteres 
erde Nnschaniche Sien iassen vielmehr ertennen wie dhß r en e d enin te en cei de Wohl und Wehe der geweblihen Kreise dangl 
unsern entschlossenen Uebergang zum Bau großer Vanzerschiffe Norden des Draaf Geblee an also in großem Umfange von einer vollswirtschaftlich einwand 
—— — 2 
As er wieder nach Hause lam, nahm er sofort einen ein seltener Gast auf vielen Bühnen, darunter auch der un— Opfer dieses ihres Opfers, die jungen Menschenkinder Kittn 
weißen Bogen „Priwvatdienstformat“ vor, um dem „Ulanen⸗ sfrigen, geworden. Es ist das auch keineswegs zu bedauern. und Klärchen, fanden durch die Damen Silbrecht und 
vater“ in wohlgesetzten Worten seinen Glückwunsch zum Aus— Denn trotz der unleugbaren Kraft des Dichters in der Schil- Wuttke eine Wiedergabe, die uneingeschränkten Lobes wer“ 
druch zu bringen. derung des bis in die letzten Wurzeln saulen Daseins gewisser war. Gewann die lehtgenannte Künstlerin uns durch mädchen— 
BSochwohlgeborener Hert! Kteise“ der hauptstãdtischen Lebewelt, bleibt es doch kaum hafte Lieblichleit, so fesselte die andere zuerst durch prickelnde 
bochzuverehrender Herr Oberst fraglich, ob diese Schilderung einer langsamen Verwesung nicht Frische und dann durch das BServorbrechen warmer Herzens 
a Brigadekommandeure nur alles Sittlichen, sondern auch alles Starken in Menschen empfindung. Eine Leistung von echtester wenn aud 
Und als slich seine Epistel dem Schluß näherte, rieb er ein in Wirklichkeit geeigneter künstlerischer Vorwurf ist, oder dem Charalter der Rolle gemãß nicht gerade sym 
sich mit der Faust die Stirn!.. Ja, zum Teufel auch, das ob sie nicht gleichsam in unlauteren Wettbewerb tritt mit pathischster Naturwahrheit bot Serr Nowad als Darstelle 
war doch wohl kein Staatsverbrechen. wenn er bat, dem gewissen immer wieder einmal glüclicherweise außenstehende Leser des mit leichten Reminiszenzen an sein besseres Selbs 
gnädigen Fräulein seine ergebensten Empfehlungen „zu Füßen verbluffenden und in Spannung haltenden Sensationsprozessen geistreichelnden Schriftstelless Dr. Weiße Herr Hoß löste mi 
legen“ zu dürfen?! J wo, es hätte ja, trotz der Umstände, Metternichscher Art. Ja, wenn der ellen Verwesung dieses So— bestem Erfolge die dankbare Aufgabe, den — abgesehen von 
tomisch ausgesehen, wenn erss nicht getan hätte! dom“ die sittliche Personlihleit des Dichters in prophetisch flam⸗ dem in der Verwicklung der Handlung ja doch mehr zurück 
Erleichtert atmete er auf, als er dielsen Brief zu Ende mendem Zorn oder sei es auch nur mit dem scharfen Stahlbesen kretenden, übrigens von Serrn Bruno w einwandsfrei wieder 
geschrieben! Wenn er noch einen zweiten an Söllow losließ? der Satire sich entgegenstellte! Aer nichts von alledem! Der gegebenen Maler Professor Riemann — einzig anständigen 
Er war nun einnal im Zugel Matürlich, er war seinem Beldn des Studes ist kein Held. sondern nur ein Lump, von mãännlichen Charalter, den pedantisch beschränkten, aber ehr 
Schwadronschef ja noch die Antwort schuldigl Ohne, daß er welcher Eigenshaft ihn auch sein immer stärker auftreiendes lichen Schulamtskandidaten mit erfrischender Wärme und Derb— 
scharf anpochte, würde der schon versltehen. was er gern wissen Verlangen, es nicht mehr zu sein, nicht befreien tann, und heit darzustellen. Auch Frl. Amslie Laudien als Muttei 
wollte! Und dieser Brief ging ihm glatt von der Sand! — der schließliche tödliche Bluthusten dieses Helden“ bringt dem „So- Janikow und Serr Schweisgauth als alter tattericher Vate 
Die nãchsten Tage verliesen wieder im gewohnten Geleise. dom“ absolut kein Ende, es stinkt in seinem phosphoreszierenden wurden ihren Rollen durchaus gerecht. Die Leitung des Spiels 
Draußen in Karlshorst, dann Dienst, Schlaf, der übliche Verwesungeschimmer ruhig weller, bis endlich einmal ein anderer, durch HSerrn Brund w ließ nichts zu wünschen übrig. Sehr 
Bummel und wieder Schllà. wirklicher Seid bommen und die Kabover hinausschaffen wird. angenehm fiel die schnelle Szenenfolge, insbesondere in den 
Der Oberst hatte ihm kurz und freundlich gedankt, aber Doch alles dies sind moralischästhetische Bedentken, die nicht ohne vorgeschriebene Pausen sich aneinanderschließenden zweitey 
von Söllow lief leine Antwort ein. Das machte ihn nervös! hindern, ruckhaltlos die große bũhnenwirksame Kraft des Stüces und dritten Alte auf. Das Publikum danlte für die so wohl— 
Deutlicher wollte er nicht an ihn schreiben, und sich an einen anzuerlennen. Doppelt aber kam diese Kraft zur Geltung durch gelungene Aufführung mit lebhaftem Beisall. Momos. 
anderen wenden erst recht nicht! Er ptedigte sich Geduld aber die im Gsanzen wie im Einzelnen musterhafte Aufführung, die es 
viel half das nict da fing er an zu bummeln denn wenn gestern bei uns gefunden. Zwar konnte es dem Darsteller Lübecker Lehrer⸗Gesangverein. 
er lich abends fruhseitie au Bett legte, mied ihn der Schlaf. des „Helden“ des Stüdes, des Malers Willy, Herrn Schuürer; 3. Konzert. 
aa nun einmal schwer gelingen, gerade die äußerliche Jung- Solist: Serr Walter Schilling Violoncello) aus Dresden. 
ar o Siegfriederscheinung“ dieses verbummelten Genies zur Geltung Wie wir es bei den Konzertveranstaltungen der 2 
zu bringen, dafür aber erledigte er sich der eigentlich schau— Lehrer nicht anders gewohnt sind, war wieder ein zahl⸗ 
Theater, Kunst und wissenschaft. 7— spielerischen Aufgaben der Rolle um so besser. Er brachte uns reiches Publikum erschienen, das danlkbarlichst die ihm dar— 
Lubed, 15. März diesen in Wahrheit den Sohn auf alles Siegfriedhafte darstel- debotenen musilalischen Genüsse entgegennahm. Un ein wenig 
SsStadt· Cheater. lenden Schwächling so menschlich nahe, als es überhaupt an— Abwechselung in das Programm zu bringen, hatte der Vor— 
Sodoms Ende. gãngia war. Die, um iihren Glucsshunger zu stand den hier so wohl alkreditierten Serrn Walten 
Schauspielins Alten von Sermann Sudermann. stillen, auf Menschenseelenraub ausgehende Verführerin Mah Schilling, den wir den Vorzug hatten, einige Zeit unseren 
Das belannte vor seinem ersten Erscheinen vor nun schon mehr fand in Frl. Betke eine Darstellerin, die, was berückendes Orchester einderleibt zu sehen, kommen lassen, damit den Be— 
as zwei Jahrzehnten mit hocharadiger Spannung erwartete, Aeuhßere und was raffiniert überlegenes Spielen mit ihrem weis erbringend, wie wohlerwogen dieses Vorhaben gewesen 
dann hier als Wunder des Naturalismus hochgepriesene, dort Opfer Willy und schließlich doch ungezügelt hervorbrechende war. Serr Schilling hat, seit wir ihn zuletzt hörten, müt 
ebenso scharf verurteilte Sudermannsche Stüd ist mit der Zeil Leidenschaft anlangt, nicht besser hälte sein lönnen. Auch die großem Ernst an der Vervolllommnung seiner Kunst weiter
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.