Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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preis fũr das BVierteljahr 3, 00 Warl einschließlich 2 — 12 22— 2 au 
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ringgeib in Lũbed. Durch die Post bezogen oh 2 Vig Seschatt 
i 3 teilungen 1Ml. d. Zeile. Tabellen· u. schwieriger 
vestelgeld 330 Eingelnummerꝛ 10 Vfs. Sat ben Ansorderungen eniprechend hober. 50 
Beilagen: Vaterstãdtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amisblatt der freien und hansestadt Lübed 162. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt e ennh e eee tle gũrstenlũmer Ratzeburg, Lübed und das angren 
2 vom Grandungs · Jahre 1516. Mãr ab. befiudet sich ß 
7erææf e eeeteerlfeer'fœreœ eeeeeeeeeeaneeeeaeeeeeeeee zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Druct und Verlag: Gebruder Sorchers B. m.b. S. in Subed. — Gelcharisteue Adret haus ¶õniastr. 46). Vertnĩprecher 0 u. 0l. 
Ausgabe . Grohe Ansgabe Mittwoch, den 14. gebruar 1912. abend⸗Blatt Ur. 81. 
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3 beschritten worden, damals, als die Mehrheit dem Alt solche vorgelommen sind, festzustellen und dafür zu sorgen 
Erstes Blatt. hierzu 2 Blatt. reichskanzler die Suldigung zum 80. Geburts⸗ dab nur ordnungsgemäß gewählte Abgeordnete im Reichstage 
— — — — ——— tagverweigerte. Da traten Konservative und Nationallibe- sißhen. Das würde nicht zum wenigsten im Interesse der 
nfang der heutigen Nummer 6 Seiten. rale vom Prafidium zurüd und das Zentrum stellte den ersten Wurde des Reichstages und des Reiches liegen 
und dritten Präsidenten, während der Freisinn als Hilfspartei Eozꝛjialdemotratischer Wa rotest in Berlin J. 
Nichtamtlicher Ceil. den zweiten gab. Diesmal würde allerdings eine ähnliche Dem Reichslag ist gegen di i u 
2D gen die Wahl des Abg. Kaempf in 
Regelung durch den provisorischen Charalter Berlin J ein Protest zugegangen. Der Vorwärts gibt eine 
Wie wirds heute werden? der rdenten no h erleihtert werden Reihe von Beanstandungen wieder, die mit vieler Mühe und 
** b aber mit diesem Notbehelf, wenn er zur Wirklichkeit 
o Lubed, 14. Febr. ed an en να Not zusammengetragen worden sind und deren Ergebnis nach 
Inm nationalliberalen Lager ist auch jetzt noch die ist e zum α ee 4—444 de Berechnung de ozialdemokratischen Blatte⸗ sein würde dab 
e teineswegs geklärt. Bassermann empfängt von den E— e e e ee ee 
orständen der Landesverbänd ti ls Pro⸗ *8 
e ie een eee ee eee Ueber die Haltung der Nationalliberalen zur Angaben des Protestes werden natürlich genau nachgeprüft 
et sind, kommen zur Hauptsache aus dem Norden und 7 ung rndenienrage sreib werden mussen — 
esten Deuischlande. Die Proteste haben in der Ueberzahl ie parteiamtli ationalliberale Korrespondenz schreibt —2 
ihren Ursprung in Suddeutschland. Daßu kommt, daß Paasches hierzu in ihrer heutigen Nummer: Interessante Einzelheiten aus dem Reichsetat. 
endgüũltiger Verzicht von der Wahl Kaempfs abhängig gemacht „Das Berliner Te eet in leiner Dien Lübecdc, 14. Febr. 
wird. (GSiehe 1. Unterartikel) Auch steht noch keineswegs morgennummer ein großer TZeilldernational Rei⸗ i tändig v enthã 
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er eteen und Zentrumsmitglieder weiße Zettel ab— b slenh een Br. zum Prä⸗ Beziehung charakteristisch sind und gleichsam als Illustrierung 
geben wollen. identen des Reichstags vorzuschlagen. Prinz zu Unse aatichen Leb ien, 
Wir wollen jedoch hoffen, daß sie es tun. Damit wäre im re ra V enr nihtn dt d wen 3 ee ee eeee * s 
e enn 2 Mehrheit der Linken beleitigt i eefbeene eber eine Kaubibatur, des besteht, die jährlich 40000 Meinbringt. Der Spielkarten— 
und es würde u. E. dann auch die moralische Pflicht der Frei⸗ Herrn Dr. Paasche ist in der betreffenden Fraktions— stempel in dieser Kolonie unseres Reiches liefert nicht weniger 
sinnigen und Sozialdemokraten, den valanten Präsidenten— sizuna gar nicht verhandelt worden, vielmehr hat als 11000 Muim Jahre an dessen Kassen ab. In Süd— 
posten zu besetzen, wegfallen. Wenn sich heute tatsächlich u ngnelipera er 113 e ie estafrita gibt S ne hundestenen deren Erträni— 
e? Flügel der Vational— aneinigen Kandidaten fn das Reih aospräsidium vorguche sich auf 86 000 Miim Jahre stet. Die Post- und Tele 
enweigert, ander Präsidentenwahlteil— gen. Mithin waren die Unterlagen für eine Verzichterklärüng graphenverwaltung des Reiches bezieht allährlich vom 
z u uen so die Möglichkeit, daß ent— d rinen zu Schönaich-⸗Carolath nach jeder Richtung hin ge— Auswärtigen Amste und den ihm unterstellten Botschaften 
weder die Sozialdemokratie freiwillig vom Prä— saeven disch Konsulat enahs eine Mill m 
sidium zurudtritt das wird sie nicht tun) oder daß durch Weiter heißt es dann: e e een ee eeee ee eet 
den Mehrheitsbeschluß der Reichstag auf vier Wi i hren, wird morgen der Aba aenpf pon osen des e e nn n 2o oñο ur 
Wochen vertagt wird. Im lebteren Falle würde er der Fortschrittlichen Vollspartet zum Präsidenten gewählt wer — errianel 
en enn sciner Saae 8 uente den. Serr Dr. Pagsche wird, nachdem diese Wahl erfolgt Fur die immer noch nicht beendete Ausschmüchkung des 
einer Geschäftsordnung die Bahn wieder gänz— ist, sein Amt als 2. Vizepräsident niederlegen“ Reichstagsgebäudes ist in den Jahren von 1898 bis 
li Pellu seln n ν!Ouæνs 1907 die hübsche Summe von einer Million Mark ausgegeben 
n erfahren, sollen sich die Freisin— Wao worden. D at des Reisch e nd d ich s* 
nigen noch mit einem besonderen Projelt beschäftigt haben. Beschleunigung der Wahlprufungen. tanzlei — 2 g; le nd eee n 
Sie haben in Erwägung gezogen, die undankbare Auf— Gnformation unseres parlamantarischen Berichterstatkers.) auf den Reilongler go doo M Gehal ind oa do de 
gabe zuüberneman, im Interesse der Nbeitsfah ateit Berlin, 14. Febr. prͤsentationsosten. Die Statisit der Reichwahley 
des Reichstages provisorisch einen Präsidenten der Minderheit Von den Wahlen zum jetzt versammelten neuen Reichs— pon 1912 hat 17000 Maetotet 
3 e e stellen, zwar tage sind viele nur mit ganz schwachen Mehrhelten zustande 
Persẽnlichkeit wieder Kaempf genannt. Und für den Fall, gekommen. Man darf erwarten, daß die unterlegenen Kandi— 
unshe hente verninn loe aeeceeen e eeeeeeee ee ee a e Scheidemanns erstes Debüt. 
Geheimrat Dove oder Dr. Pachnidee als Ersatz sür diesen der Tat sind auch bereits zahlreiche Beschwerden beim Reichstag Stimmungsbild vom gestrigen Reichstag. 
een e ege nnn n ne n un bn ee 
es steh monatelang — und noch lä — hur e ein historiier Mone M 
aber bestätgen sollte. so hãtte der Reichstag für vier Wochen nahezu un Parteien des n eee a er ; e 
e n dean lih aut urr art Vnrtet des n en die ahlrtfuug narbeiten folgt ua endaultart lden venenten ii, nd eeet 
emokratie. und auf die Hilfspartei. die Freisinnigen, Wahl des Präsidiums in Angriff zu nehmen Spannung, die sich über dem Hause wie über den Tribünen 
n an mineeeeee e m eae e —— e aeeeee ete mission zu wählen, deren lagert, ist denn auch unverkennbar. Auch die Ministerbanl 
— n — 2 e es sein wird, die Proteste zu prüfen. Verstöße. wo ist sttark besetzt. Serr Wermuth, der noch nicht weiß, ob 
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lie e Kopfe gehabt hätte, das beeinträchtigte so wesentlich den Vater hatte ihr Versprechen! Und was Fliege eben alles 
Noman Denkprozeß. Er drehte sich um, sein ganzer Naden war steif. gesagt hatte, — mein Gott, es war ja wahr, da gab's Licht und 
Sorst Bo zmn er. „Anton, halten Sie mal ein bißchen mehr Abstand, Räuber Schatten, und daß sie nur strahlendes Licht sah, darüber war 
(0. Fortsetzung.) Machdrud verboten.) werden wohl aus dieses Waldes tiessten Gründen schwerlich auf— sie sich ganz klar. Da sagte sie rasch: 
Meihen sah sie von der Seite an. — pruufend, langel tauchen, und am Ende bin ich auch noch da!“ Ah muß Sie bitten, jeht nicht weiter zu sprechen!“ 
Unter seinem Blich errötete sie! Ihm wurde das Serz weit Der drückte das Kinn an den Hals und griff mit beiden „Alsso nicht!“ 
Dieses rassige, schmale Profil, dieses rosige Gesicht mit dem Händen in die Zügel Was nun kam, konnte er sich denlen, Es llang gans trostlos. Sie sah ihn an S bittend. Und 
weren goldenen Haarknoten im Genich und dazu das schmale, der Goldfuchs allein sagte ihm genug. Aber was hätte er da schossen ihr die Tränen in die Augen. Fliege zuckten die 
n⸗ Näschen, dessen Spitze ein wenig zum Himmel zeigte! denn jetzt anders tun sollen, als gehorchen? Er war immer Nerven im Gesicht, mit beiden Händen griff er an den Zügeln 
7 ee aber waren die e wohlgeformten Ohren, i Ferrn weiter kapituliert, wenn herum, seine Finger zitterten dabei. 
fi ie hatte er immer eine Schwäche gehabt! Wenn man er Herr Leutnant Meitzen ihmn einen Besehl gab, so blieb ihm Mißverstehen Sie mich nicht!“ bat si it 3 en 
snen leise *se, zuflüstern dürfte. . . Herrgott. weiler dar nichts brio wien den auh ue hren, nd das ern steh Se ich uihtl bat sie mit zucenden 
er war ein geradegewachsener Mensch, und an Courage hatte wollte er heute abend auch dem Herrn Oberst sagen. E sich di li he z5. 
* ihm sein Lebtag nicht gefehlt, also in Gottes een zur Fräulein von Glotti i * * e 3 e 
Attade geblasen! ulein von Glotting? schlug das Herz bis zum Hals hinauf. Vein Gort d oibte de aber aat nichts mibzuverstehen. 
n e un Wenn Fliege sie gur Entfcheitnng drängte ? Und der in auß 33, bat Sie um ein Ja oder Nein und Sie haben mir mit 
pen nlein was denn viel schon im gestredten Galopp an. Nein e e 
5 er „Sportwelt“ gelesen haben? ... Gnãdiges Fräulein, Ihr Herr V 23 „Das ich nicht,“ erwiderte sie erregt. 
Bei so einem Rennen denkt man nur an sich und seinen Gaul, d n lein u e Beter hat r or peut 3 — m 2 
ee e e e n n an un rud n e e ee an e warf er den Kopf zurüch sah sie mit einem langen 
ist! . .. Maijeslä ädi 5838 * 27 hat er ge⸗ u2 ᷣ 234 ß 
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ht schigen dane n tansend greudent ee weichende Antwort gegeben, weil es doch schliehlich nicht allein rine shwere Enttauschung sür mich da wird s wohl das beste 
32 uden!Wer heute be⸗ auf mich drauf ankommt!... Na ja, wir haben uns recht sein, wir geben den Pferden die Sporen und reiten im Galopy 
w n v en ganz andere Gedanken! .. . Ich weiß gut lennen gelernt, und wenn ich mich nicht sehr irre, verbindet nach Hause!“ *8* 22 
nicht, ob Sie in Kenntnis gesetzt worden sind, daß ich gest 4 Z 2 & 41 4444 vn 
s ziemlich diplomatische außerdienstliche en e un irrt ine gaun: richtig gehende Freundschaft mindestens! Nauber.e geich! Aber nun möcht' ih Ihnen etwas 
en u ee mit Ih Die Worte Ihres Serrn Vaters haben mich begreiflicher⸗ sagen! Es ist auch nur ein Präludium“, aber ich denke, mit 
Da wurde Fräulein don Glottingl noch röter wrile un Nahdenlen angeregt. Und da muß ich sagen, ich, dem werden Sie zufrieden sein! Also das weitere werden Sie 
ing öter. für meinen Teil, lann mich für hochbefriedigt erklären!. mir sagen, wenn ich Sie darum bitte, und zwar in solgender 
Dacht ich minn Fragt sichs jelt b Ihnen Wir sind uns immer näher gelommen, wir verstehen uns Form: Ich hab' mit meinem Vater gesprochen und nun er— 
uai e cahten en— ä, 2 etwas vorzüglich, haben die gleichen Interessen, aber jch muß da zählen Sie mir mal was recht Schönes — liebe Fliege!“ 
er Olen ewinenn, mut we. pfahl mir mein r auch betonen, daß wo Licht, auch Schatten ist! Der „Leibhusar!“ machte einen riesigen Satz die Sporen 
— uhle bech vicht techn. ua⸗ Und dak Ih 3 Vater vielleicht den Schatten mehr sieht bei mußten wohl mit seinen Weichen in empfindliche Berührung 
D 3 ht recht. mir wie das Licht, darf ich ihm nicht einmal verübeln, selbst gekommen sein, und gleich darauff fegte auch Fäulei 
Denn wenn er schon siegen solte, so wollte sie ihm den ul i mal lb gelomm g auch Fräulein von 
Sieg aud nicht eichtern. Und dannn u wenn mein Mannesstolz dagegen aufbegehrt! Mso, mein Glottingl los, war sofort an seiner Seite, zwei junge Men 
n ern n nn, ein gelindes Grauen gnädiges Fräulein, nun möcht ich mir erst einmal die Frage schen sahen sich glüchlich, kampfesfreudi idten si 
überfiel sie doch bei dem Gedanlen an den Tan, den si Mauben, —3 n a net 7 ampfesfreudig an, nidten sich zu 
Baufe haben wurde. adenhe au 2 auben, ob ich nach diesem Präludium weiter über diese und — Anton hatte seine Muhe, mit seinem Schinder in zehn 
Wie soll ich das beurteilen onnen, Herr Leutnant?“ n n snrehen darin Denn daß heißt. 4 hatt⸗ Mserbelinaen Abstand zu folgen. Er schimpfte vor sich hin 
e e Sie ü herrumpelt, das möcht ich natürlich nicht gern! „Aso die sind einig und ich trieg mein Felt weg! Na. 
olte en ee e an e e 2 l Herr— Sie fühlte, wie sein Blich cuf ihr lastete. Eine Antwort wenn der Erdenspaziergang sür die beiden reht glualich ab 
⸗ s infame Ziehen muhte sie geben, wollte es ja auch von Berzen gern. aber der läuft. mag es meinetwegen sein!“
	        
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