Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

hingewiesen worden, daß es sich empfiehlt, diese Verlängerung gleich bei Vor⸗ würden die durchgehenden Züge dann Kopenhagen erreichen und von dort 
lage des Sommersahrplans bekannt zu geben, damit die etwaigen Badegäste uber Helsingbr auf kürzestem Wege sowohl nach Gothenburg, Christiania, wie 
für Trave münde in der Lage sind, sich darauf einzurichten Des weiteren ist nach Stockholm usw. geleitet werden können. Auf diese Weise würde eine nur 
die Herausgabe eines besonderen Wochen- und Sonntags⸗Fahrplans für die Züge 326 lem lange Eisenbahnstrecke Hamburg⸗Kopenhagen entstehen, auf der man 
Hamburg⸗Lübeck-Trave münde, wie es bereits bei einer Anzahl größerer Plätze bei tnapp stundiger Seefahrt Kopenhagen von Lübeck in 4 Stunden, von 
geschieht, beantragt worden. Als ein von den Bewohnern Trave mündes und der Hamburg in b Stunden erreichen könnte, während auf der heute bestehenden 
Zwischenstationen lebhaft beklagter Übelstand hat es sich erwiesen, daß zwischen relatiy besten Verbindung über Warne münde die Reisedauer Hamburg⸗Kopen⸗ 
Zug 164 (Lubeck ab 5,12) und Zug 168 (Lübeck ab 8,S) im Winter kein Zug nach hagen fast das doppelte an Zeit, nämlich 94 Stunden erfordert und auch 
Travemünde geht. Die Eisenbahnverwaltung ist deshalb um die Einleaung nach Ausführung der Masnedsundbrücke und der Kiögebahn noch immer 
eines Zwischenzuges angegangen worden. rund 8 Stunden erfordern würde. Eine Geschäftsreife von Hamburg 
Bezuglich der dringend ersorderlichen zweigleisigen Ausgestaltung der oder Luͤbeck nach Kopenhagen und zurit würde demnach ohne Schwierig— 
Sirede Lubed Trave münde steht zu hoffen, daß mit dem zweigleisigen Ausbau teit an einem Tage zurücgelegt werden könnenn Wesentlich größer 
zunächst der Strecle Trabe münde-Kückniß und alsdann der Strede Kücknih— würden gegenüber den heutigen Verhältnissen die Ersparnisse an 
Waldhalle im nächsten Jahre endlich begonnen werden wird. Reisezeit fur den westdeutschen und westeuropischen Verkehr, also 
— von Cöln. Paris, London usw. mit den standinavischen Ländern werden. 
22 Vom Grundunsstomite⸗ ber Lübeck Neustädter Eisenbahn⸗Gesellschaft, dem Eine Reise London⸗Stockholm z. B, für die man bisher 2 Tage und 2 Nächte 
y⸗ auch Vertreter der Handelskammer augehören, war bekanntlich dem preußischen aiche wrde in Zukunft mit einer Fahrt von 2 Tagen Iind 1 Nacht bezw. 
Herrn Eisenbahnminister das Projelt einer Eisenbahn von Schwartau nach bei großerer Eile iner Tag und zwei Nachtfahnen zu erledigen sein 
Nenstadt zugleich mit einem Nachweis der durchgeführten Finanzierung dieses hnuh legen die Verhältnisse sür eine Reise Paris Stocholm und auch den 
Projeltes im OQlober 1910 mit der Bitte um Genehmigung unterbreitet finnisch onnentale Verkehr würde sich unter diesen Umständen günstig ent⸗ 
worden. Daraufhin hatte das Grümdungskomitee im Oltober 1011 den pldein mussen. Für den an Bedeutung immer mehr wachsenden inkernatio— 
Bescheid erhalten, daß die Königliche Eisenbahndireltion Altona vom Minister alen Resebe tehr sind diese Vorzüge so durchschlagend, daß sie, zumal bei der Ver⸗ 
beaustragt worden sei, allge meine Vorarbeiten für eine Nebenbahn in der meldung einer langeren Seereise, die Fehmarnlinie ohne weiteres in den Rang 
genannten Lage zur Gewinnung tunlichst zuverlässiger Unterlagen sür die einer hochbedeutsamen Weltroute erheben müssen, die weit über die Hansestädte 
Beurteilung ihrer Bauwürdigkeit (für Rechnung der Staatsbahnverwaltung) hinaus das Inleresse auch des eslichen veulschlands Englands, Hollands, 
anzufertigen. Die sortgeseßten Bemühungen des Komitees, mö glichst vor dem Belgiens und Frankreichs beanspruchen darf, um so mehr, als der Handelsverkehr 
1. Juli 1912, als dem Endtermin für die vorliegenden Atienzeichnungen, Me andabihen Dnder sich in der großen Hauptsache ben auf den Verteht 
Gewißheit darüber zu erlangen, ob mit dem staatsseitigen Ausbau der Bahn il Westdeutschland und Westeuropa stüßt. Gerade hierin ünd in dem bestehenden 
nunmehr mit Gewißheit zu rechnen sei, haben endlich zu der ministeriellen starken Touristenverkehr mit dem Westen liegt auch die besondere wirtschaftliche 
Erklärung vom 27. Jqul d. J gefuhrt, in der die Königlich Preußische Rechtffertigung der Fehmarnbahn, die im Verein mit dem Anschluß an das be— 
Eisenbahnverwaltung sich grundsätzlich bereit erklärte, dem Bau einer stehende deutsche Bahnnetz nahezu eine gradlinige Verbindung von Cöln über 
staatlichen Nebenbahn von RNeustadt nach Schwartaun oder Waldhalle Hamburg und Lübeck nach Kopenhagen herstellen würde, während die Warne münder 
oder einem anderen Punkte näher zu treten. Auf Grund dieses Bescheides Und die Saßnih Route naturgemäß in erster Linie der Befriedigung des Verkehrs 
und anderweitiger Iusormationen wird ersreulicherweise damit gerechnet i Verlin, Mittel und Suddeutschland Und Sudeuropa zu dienen bestinmt sind. 
werden dürfen, daß diese, seitens der Handelskammer von Anfang an Da außerdem auch die erforderlichen finanziellen Aufwendungen für die neue 
mit allen Mitteln geförderte Bahn die dem lübeckischen Haudel im Verkehrs⸗ Bahn überraschend gering sind, so ist es dringend zu wüunschen, daß die 
gebiet der oldenburgischen Ostseebäder und des ganzen Kreises Olde nburg preußische Eisenbahnverwaltung recht bald in eine wohlwollende Prüfung des 
einschließlich der Insel Fehmarn ein wichtiges Hinterland erschließt, in naher vorgelegten Projektes eintreten möge, das in Gestalt einer wirtschaftlichen Denk⸗ 
Zulunft gebaut werden wird, um so mehr, als der mit diesem Bahnbau bekannt⸗ schrift, eines technischen Erläuterungsberichtes nebst Kostenanschlag und einer 
lich im wirtschaftlichen Zusamimenhang stehende und deshalb von der Handels— Elragsberechnung der zuständigen Verwaltung vor kurzem unterbreitet worden ist. 
tammer gleichfalls befürwortete Bau der Nebenbahn Travemünde, 
Niendorf auf Grund der kürzlich von Senat und Bürgerschaft gefaßten Die Frage der Stücgüterannahme am hiesigen Guüterbahnhof, welche die Stuaguter⸗ 
Beschlusse erfreulicherweise gleichfalls gesichert ist Zu den gesetzgebenden Körper— Handelska mmer bereits in früheren Jahren lebhast beschäftigt hat, ist an Hand 
schaflen Lubeds darf die Handelskammer nach wie vor das volle Verkrauen einiger von hiesigen Firmen wiederum erhobener Beschwerden von der 2422 
haben, daß sie sich zu jeder im Rahmen der lübeckischen Interessen liegenden Handelskammer eingehend behandelt worden. Auf Grund einer Prüfung 
weiteren Förderung diefes Bahnbaues auch künftig bereit finden werden. der Verhältnisse an Ort und Stelle hatte sich die Handelskammer seiner- 
1 zeit davon überzeugen müssen, daß es den Interessen des hiesigen Erwerbs— 
eabea· ¶ Im vorjährigen Bericht war der Hoffnung Ausdruc gegeben worden, lebens mehr entspricht, wenn die Bahn mit der Annahme von Frachtstückgut— 
daß mit dem Bau der seit so langer Zeit erstrebten Lübeck Segeberger Bahn sendungen in einem bestimmten Zeitpunkte abschließt, der die Verladung aller 
bereits im Sommer 1912 begonnen werden könnte. Indessen haben die vielfachen angefahrenen Güter mit den fast durchweg in den frühen Abendstunden ab— 
Rückfragen der verschiedenen zuständigen Verwaltungsinstanzen namentlich in gehenden Güterzügen gewährleistet, als daß sie lich verpflichtet, alle bis 
Preußen, uber mancherlei Einzelheiten der Kostenveranschlagung über die zu einem bestimmten Zeitpunkte angefahrenen Güter am selben Abend 
Einführung in den neuen Segeberger Bahnhof der Kiel-Segeberger Bahn, och abzunehmen; denn in letterem Falle kann von der Bahnverwaltung keine 
uber die Ausführung des Oberbaues, über Chausseekreuzungen und verschiedene Gewahr mehr dafür übernommen werden, daß die angelieferten Güter noch am 
andere Angelegenheiten, ferner die Verhandlungen über die Übertragung des selben Wend sortgehen. Selbstverständlich muß hierbei vorausgesezt werden, 
Baues und Betriebes der Bahn an die Lübeck-Buchener Eisenbahn-Gesellschaft, daß die Handhabung der Abfertigung vor allem durch eine den jeweiligen 
über den künftigen Fahrplan der Bahn usw. leider erhebliche Weiterungen Bebdurfnissen angepaßte ausgiebige Lukenöffnung und durch hinreichende 
im Gefolge gehabt. Endlich hat sich eine bedauerliche sernere Verzögerung Stellung von Bodenarbeitern während des ganzen Tages sowie besonders 
dadurch ergeben, daß die definitive Gewährung der dem Komitee seit waͤhrend der Abendstunden derartig gestaltet wird, daß es in jedem Falle, 
langen mehrfach ausdrücklich zugesagten Staatsbeihilfe aus dem preußi⸗ auch in Zeiten starken Verkehrsandranges, zu den besonderen Ausnahmen gehört, 
schen Kleinbahnfonds noch von der Bedingung abhängig gemacht worden wenn die Wladung eines zu normaler Zeit vor dem offiziellen Annahmeschluß 
ist daß die Provinzialverwaltung vor der Auszahlung der dem Kreise angesahrenen Fuhrwerkes nicht nehr zu Erledigung gelangt. 
Segeberg bewilligten Provinzialbeihilfe sich geeignete Garantien für Die abermaligen Vorstellungen der Handelskammer haben zur Folge 
die Innehaltung derjenigen Aussichtsbefugnisse und finanziellen Rechte gehabt, daß die Bahnverwaltung eine erhebliche Anzahl von Hilfsarbeitern 
verschaffe, die in dem sür die Lübeck- Segeberger Bahn nicht ohne weiteres ingestellt und auch die Abgabe der geschulten Güterbodenarbeiter nach Schlutup 
passenden Provinzialstatut vorgesehen sind. Die zu diesem Zwedk schon vor waͤhrend der dortigen Heringssaison beschränkt hat. Man wird hoffen dürfen, 
Feraumer Zeit eingeleiteten Verhandlungen zwischen der Provinzialverwaltung daß durch diese Maßnahmen eine dauernde Besserung jeuer Verhältnisse ein— 
und der preußischen Regierung einerseits sowie dem Kreise Segeberg anderer— treten wird. 
seits sind inzwischen soweit gediehen, daß das Komitee in aller — 
Kürze auf die bestimmte Zusage der von ihm bereits im September 1911 Auf dem Gebiete des Postwesens sieht der Entwurf eines Postscheckgesetzes, Postschech 
beantragten Staatsbeihilfe wird rechnen dürfen, deren Verwendung zur Altien⸗ durch den der bisher nur vorläufig im Verwaltungswege geordnete Postuüberweisungs· geses. 
zeichnung vom Kreise Segeberg schon im Juni d. Is beschlossen worden ist. und Scheckverkehr seine gesehzliche Regelung erhalten soll, gegenüber der bisheri⸗ 
Der endgültigen Errichtung der Gesellschaft wird alsdann, da hiermit die gen Postscheckordnung zwar einige wesentliche Verbesserungen — namentlich die 
Finanzierung der Gesellschaft abgeschlossen ist, unverzüglich näher getreten Beseitigung der bisherigen Zuschlagsgebühr von 7 Vr. ĩür jede über 600 Buchungen 
werden können. Inzwischen sind sowohl die Grunderwerbsverhandlungen wie im jährlichen Postscheckverkehr eines Kontoinhabers Ii usvehende weitere Buchung, 
auch die Ausschreibung der Bau⸗ und Erdarbeiten usw. soweit vorbereitet die Erhebung der Einzahlungsgebühr vom Einzahler statt wie bisher vom 
worden, daß der Sommer des Jahres 1913 möglichst ganz für den Van der Empfänger sowie die Herabsezung der Stammeinlage von M 100 auf M 60 — 
Bahn ausgenuht werden kann vor, hat jedoch noch immer eine Reihe von Wunschen der Handelskreise unbe— 
ανα e n . rücsichtigi gelassen. Die Handelskammer, die sich zu demt Entwurf gutachtlich 
8 enee en t ee r e zu äußern hatte, nahm daher Veranlassung, die bereits im vorigen Jahre von 
ee h s ns n un ihr verlretenen Wunsche ernent zum Ausdruck zu bringen, die sich namentlich 
Hamburgs die beteiligten amtlichen H eee en in Hambur d ende unlu een: nann rnhueen auf 9 
eene s de Men Heutg, Veseitigung der UÜberweisungsgebühr, Einsührung der Portosreiheit für den 
openhagen sowie die Magistrate von Neustadt, Burg und Rödby aun schristhen Verkehr der Kontoinhaber mit den Postscheckänitern sowie serner 
gehören — sind im Berichtsjahre energisch gefördert worden. Das im Herbst Verbess 4 
x serung des Verkehrs zwischen Postscheckkonto und Reichsbankgirokonto. 
dieses Jahres zum Abschluß gelangte, im Austrage des deutschen Komitees ZFiusichtlich der Ausgestaltung des Posischedverlehrs im einzelnen, die nach dem 
von anerkannten eisenbahn- und wasserbautechnischen Sachverständigen aus— gt m eeg 
1 ⸗ Entwurfe dem Reichskanzler vorbehalten bleiben soll, ist endlich der Wunsch 
gearbeitete technische Projelt rechnet mit einer allen Erfordernissen des mo— p 
) ausgesprochen worden, daß den amtlichen Handelsvertretungen vor Erlaß dieser 
dernen internatiounlen Reiseverlehrs genugeuden Vanptbahn. Unter Benubung Verordnung Gelegenheit zur Gellendmachung ihrer Vorschläge gegeben wird 
der soeben behandelten Lübed Neustädter Bahn soll diese Hauptbahn über ü ʒ 8 ge geg 
Schwartau und die oldenburgischen Ostseebäder nach Neustadt in Holstein und Im vorigen Jahresbericht wurde für den dergangenen Sommer in Aus ostpale⸗ 
unter teilweiser Benutzung der entsprechend umzubauenden Kreis Odenburger sicht gestellt daß die für Lübed Kiel bestimmten Abendpostpalete aus Berlin vertehr 
Bahn an den Fehmarnsund führen, den sie auf einem zugleich als Chaussee⸗ gemeinsam in einem durchlausenden Postwagen mit den Zügen 206 242 und vit ver 
verbindung dienenden aufgeschütteten Damm überschreiten soll, um alsdann über 674 (Berlin ab 122, Lübeckl an 7*) über Büchen bis Lübeck bezw Kiel 
Burg auf Fehmarn bei Puttgarden (84 km von Lübeck) den Fehmarnbelt besördert werden sollen. Statt der Absertigung mit Zug 206 ist sodann 
zu errxeichen. Hier würden dje durchgehenden Züge mittels einer erstllassigen aus betriebstechnischen Gründen die Einstellung eines besonderen Postpückerei- 
Dampffahre über die nur 18 km breite Seestrecle in 40 Minuten nach beiwagens in den Eilgüterzug 6066 (Berkin ab 110) geplant worden. Die 
Rodby⸗Hasen auf Laaland ubergeführt und von dort unter Herstellung von Durchführung dieser Verbesserung ist aber durch Bedenken der preußischen 
Abkurzungsstreclen möglichst gradlinig zum Masnedsund in die Gjedserlinie Eisenbahnverwaltung troß der Bereitwilliglkeit der Postverwaltung verzögert 
geleitet werden lönnen. UÜber die von Dänemark geplante Masnedsundbrücke worden. Gegen diese Benachteiligung des Lübeckischen Handels ist von der 
und die den rechten Winlel über Röskisde erheblich ablürzende Ksöge Bahn Handelskammer an zussändiger Stelle Einspruch erhoben und auch ein Ersolg 
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