Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Wöchentlich 18mal (Wochentags morgens und e g 7 Anzeigenpreis Ausgabe A und B) sur bie 
abends Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ Zeile 2 Pfg. Kleine Anzeigen (Arbellsmarli usn) 
zeig 
preis sur das Vierteljahr 3,80 Mark einschließlich —— s Pfg. für Auswãrtige 20 Pfg. f. Geschastl. Mu 
Bringgeld in Lãbec. Durch die Post bezogen ohne 2 WV teilungen 1Ml.d. Zeile. Tabellen · u. schwieriger 
Besteligeld 8,30 Mart. Einzelnummern 10 Pfs. 2 153 Satz den Anforderungen entsprechend boõher. o0 
Beilagen: Vaterstãdtische Blãtter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lũbed 62. Jahrgang Rachrichten sür das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt Be nn n eee gũrsftentũmer Ratzeburg, Lübec und das angren 
In r Vv zeigen·, vom Grũndungs ·Jahre 17616. Märʒ) ab, befindet si 
s s scc cc ss zende medlenburgische und holsteinische Gehlet. 
vrud und Verlag: Gebrüder Borchers w. m. p. v. in ane rprekhaus Göniastr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
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Ausgabe M. Groe Ausgabe) Sonnabend, den 28. Dezember 1912. Morgen⸗Blatt Ur. 655. 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt, Anschlag gegen den Prasidenten Caft. 
und die Feuilletonbeilage „Der Familienfreund London, 27. Dez Der Prästdent der Vereinigten Staaten. 
a — ufanag der beutlgen Nummer 8 Selten. eines Altentats geworden sein. Vor einem Zeitungsliost in des 
gteht vor dger Tũr. hrngten Zeiten gehen vir entgesen e , —— —— unteren Avenue sei eine Bombe gegen den Präsidenten gewor⸗ 
u Uebertasch ; w 
Nichtamtlicher Teil fen worden. Mehrere Mitglieder seines Gefolges sollen nach 
i keiche u einer Depesche a us Washinaton schwer verwundet worden sein. 
e vic en Tagungen des Relchstags. v, cuem 
Reglerung eä ningeoen at, die bevorstehengen WVahblen zum 2 14 
Lond die kort. u 
nn e Rußland und die Krisis. Die Entwickelung von Stetins Dampffchiffahrt 
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Son hordzmerlke, de kargerungen Rutands g er Führer der Kadettenpartei Miljukow sagte in einer langen uübeg 2 
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— ——— — Erllärung über die auswärtige Lage: Er sehe sich genötigt, Aus dem bereits mehrfach erwähnten Vortrag des 
ee e e — ——— die russische Diplomatie zu verteidigen. Minister Ssasonow Kon merzie nrats Manasse uber Stettins Eutwi dlunas- 
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it netonalem und politiscnem Geblete bewnrt Rißlands isoliert habe, nicht wiederholen. Die Kadetten— gegeben. die über die Entwicklung der Stettiner Dampf- 
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ing der diã ee eine in nicht zut Schlachtbank führen für Interessen, die and ni 
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nee ——— unnittelbar berührten, um so weniger für sekundäre Interessen. Die Stettiner Dampfschiffahrt. 
e e e inustrie· und Schisfahrtsfragen stet⸗ Wir wollen den Krieg nicht, sagte Miljukow, aber wir fürchten Schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann, wil 
em lolalen leill haben gie shecisenen e ihn auch nicht. Miljukow schloß, er billige volllommen die antd erwärts auch in Stetlin, venn auch erst langsam und 
en relniacten Nochrientenens Stellungnahme der offiziellen russischen Diplomatie, die Ruß— zögernd. dann in immer schnellerem Tempo die Entwicklung 
nee g en n e land den Frieden bewahrt habe. Der Oltobrist Chidlowsky der Dampfschiffahrt; Ende der 50er Jahre begannen die 
unterriehten die Lũbeckischen Anzeigen inr ñ ri 3 jele Zwei 
— eee a heν begrühte die Versuche einer friedlichen Lösung der Verwid— Reedereien Gribel und Neue Danmpfer-Compaanie diesen Zweig 
besonere eee eutell, verden e e slungen. Doch müsse Rußland erklären, daß es bereit sei, mit der Schiffahrt zu betreiben; aber 1861 besaß Stettin nur 
en seee seeea allen Mitteln die gerechten Ansprüche der Ballanvölker zu unter— 14 Dampfer mit 2700 Registertons; die Schiffahrt lag damals 
i en enn e en e e e stüten. Dies sei es seinem Ansehen schuldig Geifall im überwlegend in englischen Sänden. Die außerordentlich ge— 
—— Zentrum) Der Ministerpräsident erörterte hierauf die innere ringen Fortschritte gegenüber Hamburg und Bremen waren 
Sporinenieene Briefsaeent deden it ele vSorelg anmen— * * Van 2 
et nd blelen elenee eeheiune ür e enen ebente Politil und schloß mit folgender Feststellung: „Wie garoß zmuüczuführen auf Mangel an Kapital, Mangel an Selbst⸗ 
aiee der Konrecte auch immer die Verschiedenheit der Ansichten und Meinungen vertrauen, den traurigen Zustand der Stadt, die Auswanderung 
— αα über die Lage im Innern und über die Absichten der Regie⸗ w ohlhabender Leute, aber auch auf Mangel an Initiative 
7 ung sein mag diese Verschiedenheit vershwindet bei der Be— sestens der Raufmannschaft Inmerhin trat all— 
——————— urteilung der auswärtigen Lage. Das ist ein großer Trost mãhlich einige Besserung ein; es entstanden regelmäßige Linien 
—— rce oden Lenurce gie ee die n uet e umn Ruß⸗ mit Rußland, Schweden, Dänemart, England und Holland 
— ands aut und gerecht ist ie begründet ist auf den 1871 entstand die erste überseeische Linie, die jedoch ohne 
a s s n historischen Traditionen des russischen Reiches und auf dem den gewünschten Erfolg blieb. Ein weiterer Versuch, eine 
—— s gr hõnheren õffentlichen und Schutz der wahren Interessen des Vaterlandes. Langanhalten— diretkte Amerila Linie zu begründen, scheiterte ebenfalls. Es 
im zuienn an aurtnenen nreiaenten der Beifall im Zentrum und bei den Nationalisten folate dieser ist gar nicht genug zu bellagen, daß sich nicht damals Männen 
e eeeeee i i Erllarnna fanden, die die Sand auf diese Linie legten, damit sie der 
elegennonen Wenig hoffnungsvolle Stimmung in London. Stadt erhalten bleibe Wenn man damals die Amerika-Linie 
* *2 London, 27. Dez. Die Stimmung in hiesigen politischen gehalten hätte, würde die dann einbrechende günstige Zeit 
h 2 2 2 Kreisen ist wenig hoffnungsvoll. Die Forderungen der Ver— diese Schiffahrtsverbindung fest veranlert haben und Stettin 
h. Bmal võehentlieh erscheineno. eten am . Januar i9i 2 ꝛ h 7 
in das 1 Mertenant mres bündeten gehen weit über das hinaus, was die Türken zu würde im dauernden Besitze der für seinen Handel fasl 
163. Jhrgangs. gerähren bereit sind. Aller Wahrscheinlichleit nach werden unerläßlichen direkten Verbindung mit Amerika geblieben sein 
Bezuegspreis viertelsãhrlien frei Haus (ũr Post·Abonnenten einsehl beide Teile die Großmächte ersuchen, ein entscheidendes Wort Seute ist das laum mehr gut zu machen. 
Posiaufoenlag onne hreiserkonin zu sprechen. Vorher jedoch dürfte sich ein harter Kampf Um die Mitle des 19. Jahrhunderts begann dann ein 
— — 5. 0 Mr. — — zwischen den Vertretern der Verbündeten und der Pforte ab— arößere 
Bis Monatssehluß erfolat auf Vunsch kostenfreie Zustellung spielen. industrielle Entwicklung 
V Lube An-eiuen Berlin, 27. Dezʒ. Privatmeldungen bestãtigen die Nach⸗ in der Stadt, die ein überwiegend erfreuliches Bild er— 
e e e richt, daß der bulgarische Generalstabschef Sawow in Kon— gab. 52 Altiengesellschaften, darunter 39 Industriegesellschaffen 
min — 22 ften, striegesellschaffen. 
nimnutnnntnnnnnn innn u nopel weilt Wahrscheinlich gilt sein Aufenthalt der Be⸗ bestanden 1911 im Stettiner Bezirk, und in den Fabriken im 
prechuna über die Verproviantierung von Adrianopel Stadtkreise Stettin waren 25 355, in solchen des Kreises Randow 
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eater „War ys groß es Ser ein Münchener Gese lichafts tück von anzunehmen ist, daß Meyrowiß ausersehen ist, den ebensalls 
un und wissenschaft. Corfiz Holm, in der eine bekannte Dame der Münchener Gesell— wahrscheinlich scheidenden Klemperer zu ersetzen, und de 
utsec u des Komporsen. In Thealerkreisen schaft dargestellt wird, soll im Schauspielhaus zu München starke Neigung zu „Luftveränderung“ auch noch bei verschiedenen 
ugen l ich folgende niedliche Geschichte: Der Kom— aufgeführt werden. Es hat sich aber eine Bewegung dagegen anderen Künstlern besteht, dürfte leider, wie das Hamburger 
n einer in Deutschland sebr gut gehenden Oper wurde vom geltend gemacht, so daß die Direltion vielleicht schweren Her— Fremdenblatt shreibt mit einem baldigen Ende der unruhvollen 
n eines deutschen Stadtiheaters ersucht, gelegentlich dec zens, trotz des zu erwartenden Kassenerfolges, auf die Auffüh— als peinlich und die künstlerische Arbeit hetmend nicht zum 
en Auffbruna eines Werles an dem betreffenden rung verzichten wird, in der sich noch mehrere Mitglieder der wenigsten auch von der Direktion der Oper empfundenen 
zugunsten des Pensions onds der Sänger auf sein Münchener Gesellschaft porträtiert sehen würden. Zustände einstweilen noch nicht zu rechnen sein. 
ee eee u e e e der Ein Musilfest in Bonn wird für das nächste Jahr von dem Die Festjpielnadt Bayrenh wird sich im Zentenarjahr Ri— 
em di u2 Sängern gerade ni ht zufrieden gewesen Verein Beethovenhaus geyplant. Zu Ehrenmitgliedern wurden chard Wagners jeder festlichen Veranstaltung enthalten. 
4 wenn Sie die Pensionierung der Darsteller ernannt: Prinz August Wilhelm von Preußen, der Oberpräsi— Die Festspiele fallen 1913 aus, aber nunmehr steht auch fest, daß 
uue Leider wird aber ver⸗ dent der Rheinprovin Freiherr v. Rheinbaben. Ministerial⸗ aus Anlaß des 100jährigen Geburtstages des Meisters keine 
8 e e en Schau nn e Schmidt GBerlin), der Kommerkienrat Karl We— Feier irgend welcher Art in Bayreuth abgehalten werden wird. 
Zuschuß Pen uds hleten. geler GKoͤblen)). Ein iner Si 
x. Dammu ν 4 neuer Plan sür das Opernhaus. In einer Sitzung des 
selllq vaen n Ein neuer Theatertrach in Berlin. Ueber das Theater Berliner Grundbesitzer-Vereins von 1865 wurde 
——— n — b 3 es Groß Berlin, das sich schon seit Wöchen in finanziellen ein Vorschlag von Prof. Bruno Möhring bekannt gegeben, 
an sche Toneben em oͤwein Schwierigleiten befand ist der Konkurs eröffnet worden. wonach das neue königliche Opernhaus nicht auf dem Königsplatz, 
französische Tonsetzer durch die Errichtung don Denkmälern ehren. Das Ende der Shollen orsta er 
Das erste deser onnene „Scholle“. Der Vorstand der Munchener sondern auf dem Schloßplat gebaut werden solle Als Bauplatz 
umente, das Denkmal für Ernest Reyer, Künstlergenossenschaft „Die Scholle“ erkärt öffentlich, d i i i 
on Bes he chinen, dernee 1 * haft Die Sch ärt öffentlich, daß von ist nach diesem Plan des Gelände zwischen Breite Strahe, Schloß— 
er z reist in diesen den Mitgliedern einstimmig beschlossen worden ist, die Ver— platz, Wasserlauf, Spreegasse und Neumannsgasse in Aussicht ge 
ee e m 3 7 einigung qufzuldsen. wölf Jahre lans habe „Die Scholle! nommen, auf dem größtenteils Säuser älterer Bauart stehen. 
e e eee a ichtigen. bestanden, und sie habe sicherlich ihren Mitgliedern vielfach Professor Möhring hat für diesen Plat, unabhängig von den 
r Gelegenheit gegeben, an allen bedeutenden Orten des Reichs hisherigen Wettbewerben und vo r dem Einliefernngstermin 
e en nad en us en Tagen e an en Vorteile wahrzunehmen. Dieser e Studien für die Anlage eines monumentalen 
EkEeine neu⸗ ua wegt; etzt it. * Opernhauses und ZDeslsaalgebäudes entworfen. die mit 
hat vor e Ermano Wolf Ferrari Strindbergs Erben und Schering. In dem unerquiclichen den ZFesträumen des gegenüberliegenden kömalichen 
lu position einer neuen tomischen Oper Streit zwi il int in Schlosses 1 Verbi 1 αh 
ollenden de dn d eit zwischen Emil Schering, dem deutschen Uebersetzer Strind⸗ Schlosseßs in Verbindung gebracht werden lönnen 
Die Oper führt den Titel „Der Liebhaber als Arzt bergs, und dessen Erben sind hr, wie aus Sto beabian *3464 
der Sloff in dioe eee ν un rben sind nunmehr, wie aus Stocholm ge— Es ist beabsichtigt. dem Kaiser zu seinem Geburtstage 
vr i e z eh 77 n 8 meldet wird, alle Verhandlungen abgebrochen worden, angeblich am 21. Jan 18013 in einer knnstlichen Adreffe eine 
Ein neues Werl 24 wegen der unangemessen hohen Forderungen Scherinas. (7) Es malerische Darlegung des Entwurfes zu unterbreiten. Die Aus— 
der di erl von Sumperdeig. Eugelbert HSumperdinch wird nunmehr zum Prozeh lommen. jührung des Möhringschen Planes bedeutet ei ngau 
er in Wien eingetroffen ist, um der Erstaufführung seiner Vom Sanbneere d alnn ane oeet ne gung 
Roneba an 2 anmburger Stadttheater. Aus dem Verbande der des Stadtbildes, die natürlich der aründlichsten Prüfung und 
nbh eeee e en zu SHamburger Oper scheiden mit Ablauf der Spielzeit Kammer— Erwãoung bebarf. 
hlen Wohen bedeniend bein und p g den sänger Pennarini, der an die Frantfurter Oper geht, Mar Ur⸗ und Erstaufführungen. Das Hoftheater in Oldenburg 
t c c bcae e ur geht es wieder recht Dawison, der Baritonist Wiedemann und Frau Winternitz⸗ brachte Gustav af Geijerstams Märchenspiel „Der große 
Lut. 9 rug efasse ich mich mit der Vertonung eines Dorda, die in Amerik, Seite i in 10 g 2 212 
altern der in Gente den anen n i n rda, die in Amerika, an der Seite ihres Gatten ein lünst— und der kleine Klaus“ zur deutschen Uraufführung. Das 
n ien en do in v 8 b lerisches Betãngungsfeld gefunden haben soll. Da auberdem Werk von dem Dramaturgen Dr. Ulbrich feinsinnig inszeniert, 
en a eim nen enee n 2 ch habe auch das Engagement eines neuen Kapellmeisters, Meyrowit fand lebhaftesten Beifall. Franz Molnars Komödie Das 
e dn gemacht! Lan lann von dem wir bereits Mitteilung machten, auf einen Wechsel am Märchen vom Wolf“ hat im Burgtheater auten Erfolg 
Dirigentenpult schlieben läßt. wenn auch nicht ohne weiteres gehabt und rauschenden Beifall gefunden.
	        
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