Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

* 
— ——— 222 2422.2 — 
ene Sα ν Ê ¶— * 
els st das Vertelabe 30 Wart nschnerns e 
Bringgeld in Lũübec. Vurch die Vost bezogen ohne Aimngen im . d 2 
Besteligeld 880 Mark Eingelnummer; 10 Vls ν ν 
Beilagen; Vaterstãdtische Blãtter. ¶ Der Familienfreund 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lũbed 162. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt düãurstentũ mer Ratzeburg, Llbed und das angren 
: ÊÊαν ,!— zende medlenburgische und holsteinische Gebiet 
Vruck und Verlag: Gebruder Borchers G. mnn e n—2 Aprekhaus (Köniastre 46) Fernsp echer 9000 u. 9001 
Ausgabe M. Gtrohe Ausgabe) Freitag, den 29. November 1912. abend⸗Blatt Ur. 606. 
— — vpppp— —— —— — — —— 
Rieeun tiß ESEerbische Mobilisierung gegen Oesterreich Ungarn. flammen Der iedensschluß wischen der tei und den 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. Wien, 28. Nod. Mehrere Blätter stellen fest, daß Serbien Italienern hat Enver Bei besonders empfindlich getroffen die 
Amangee offenlundig gegen Oesterreich mobilisiert — Der Reichspost von ihm in unermudlicher Arbeit geschaffenen Verhälinisse scheinen 
— 2⸗— —⸗⸗⸗ßß——————— zufolge beschloß die serbische Heeresleitung, sämtliche ihm über den Kopf zu wachsen. Der itallenische Kortespondent 
II Truppen des ersten und zweiten Aufgebots an Mario Bassi berichtet jeßt aus Derna, daß die Situation 
die Nordostgrenze zurüdzunehmen und die Ollu— unhaltbar geworden sei. Bei den Verhandlungen mit den 
pation Altserbiens dem dritten Aufgebot zu überlassen. Der italienischen Kommissaren mußte Enver Bei darauf hinweisen, 
Der Balkankrieg Ofen⸗Pester West meldet ebenfalls, daß Serbien seit einigen daß eine Benachrichtigung der Araber von dem Abschluß des 
Tagen intensiv gegen Oesterreich-Ungarn mobilisiert. Friedens die schlimmsten Folgen haben würde. Er selbst könne 
Der Szenen · Wechsel. Eine Kundgebung des Wiener Gemeinderais. die Araber jetzt nicht verlassen. da dies einem Verrate aleich 
Wenn auch noch ein paar Szenen nicht ganz herunter— Wien, 28. Nov. Beute nachmittag fand eine außerordent⸗ ime; aber wie man diesen nun einmal zur Kampflust ent— 
gespielt sind: im wesentlichen ist der erste All des Ballan⸗ liche Situng des Gemeinderats mit der Tagesordnung: Loyali- flammten unwissenden Wüstensöhnen die Tatsache beibringen 
Dramas zu Ende. Ein Schauerstück von Blut und Leichen matsundaebung statt. Nach einer patriotisshen Rede des t n ee en der See un dafur 
ist es geworden: noch schlimmer, als befürchtet werden mußte, Burgermeisters Neumayr wurde die Kundgebung zum Be— r teuer v die Araber un von 
da Kbnig Ferdinande Kreupuge Manfest veroffenmcht wurde. schluß erhoben. In der Kundgebung heißt es: n In wer e ge 
Aber es geht zu Ende mag auch bei Tschataldscha und Adria⸗ „Der Friede Oesterreich-Ungarns ist seit Ausbruch des d e mn be Sande gulzufor 
nopel gelegentlich noch ein bißchen darauf losgeknallt werden. Balkankrieges durch unberechtigte maßlose Eroberunasgelüste wl 8 nicht neues Blutvergießen entsteht, ist 
Der Vorhang senkt sich, und schon schidt die Regie Kulissen— bedroht, die in der Soffnung auf die Uneinigkeit der Völker me e Roben — go 
schieber auf die Bühne, um den Szenenwechsel vorzubereiten, des Reiches Nahrung finden. Die Erbitterung des Volkes g nunb 2 2 rer een rrrsponden 
welcher dem einer Nervenberuhigung dringend bedürftigen von uber vereinzelte unpatriolische Aeußerungen und Kundgebungen Min Zurler Surn u ir eranten 
so viel Greueln angewiderten Parkett Europas das friedliche wächst stündlich. Wohl ist der Friede das höchste Gut ee 32 der Cyrencila unpermelbli iner 
Bild einer Konferenz vor die Augen führen soll. der Völker und seine Erhaltung großer Opfer wert, aber 8 uhe 30 un 4 eeee 
Diese Konferenz ist im Werden: das steht heute schon das wirtschaftliche Gedeihen der Völler und der Segen der verf en un da seit dem Friedensschluh eanpten 
ziemlich fest. Ob Sir Edward Grey der Vater und Herr Arbeit werden nur solchen Staaten zuteil, die den Frie⸗ nich mehr ur Slieung seiner Grenen verpflichtet sei 
Poincars die Mutter des glüclichen Gedankens waren, mag den nicht durch ehrlose Schwäche sondern ge⸗ seine e rl gebessert Die Araber sowohl vor Derne 
lünftigen Geschichtsforschern u untersuchen überlassen bleiben. stügßgt auf das Bewußtsein ihrer gerekten Sache e er ee eugat ien r elgünen 
As Geburtshelfer ist jedenfalls unsere deutsche Regierung kraftvoll erhalten.“ n swieben nahts auf die italienischen Vorposten 
ie bnnnn das en i t se der ienen vastat n snen der ettehnne d ter de rnt aer daner nen din ernr ur r 
lichung der Nordd Allg Zta. Indessen hat der österreichische. geisterten Sochrufen auf den Kaiser, das Vaterland und die sich weiter verstärkt habe. Nach den Avanti hat Enver Ber 
durch die deutsche Erfahrung von Maeciras sehr gerechtfertigte Armee wurde die Sitzung geschlossen. Inzwischen hatten sich angeblich sechs Batterien Schnellfeuergeschutze erhalten und neue 
Widerlland gegen viese Form der imernanenlen vahand gegen 2000 Bersonen im Atadenhof des Reachanseßs d Befestiaungen vor Derna errichte 
e e gehabt, daß man, in England die nun mit den Mitgliedern des Gemeinderats unter 
mindestens, nicht darauf drängt, den gesamten Kreis der Streit⸗ Absingen patriotischer Lieder und Hochrufen auf den Kaiser 
fragen auf die Tagesordnung der Konferenz zu bringen, son—⸗ zum Deutschmeisterdenkmal zogen. Hier hielt vor der in— luß zun esuiiengetn 
dern einverstanden ist, die Frage der Adriahäfen auszulchei zwischen auf 8000 Personen angewachfenen Vollsmenge Bürger— Re un a b T rn ee eeuen 
den und der österreichisch-serbischen Sonderverständigung zu meister Neumayr nochmals eine begeistert aufgenommene An— 9 h b n 
überlassen Alein die Neuordnung Albaniens, die Frage der sprache, worauf sich die Menge unter brausenden Hochrufen nn een Zuli 
ägäischen Inseln (einschlieblich Kretas natürlichh und die Meer⸗ auf Kaiser und Reich zerstreute * n u3 so enze 2 Jesuiten im Sinne 
engenfrage sollen die Beratungsgegenstände bilden. So wird 5 An pn miule che lorgerish⸗ vder re 
eht balbamtich von Dndon verinndien And dicse vaschran e 
enn nee he eete Wiedetausnahne der kampse in Tpltꝛ ee 
a e in ee e Der in Deutschland bekannte ehemalige Militärattachs der cwahr bleibt. Demgemnh ver en den Jesmen aug e 
spruch gegen Ne v ehandlung seiner Auseinandersetung türlischen Botschaft, Major Enver Bei, der unmittelbar nach Vorträge oder Konferenzen relgiösen Inhalts, weil sie cben 
mit der Turkei angemelt t morden mn Ausbruch des Tripoliskrieges nach Afrika eilte, um dort den eine religiöse Einwirkung auf Dritte begween wobei es aleih. 
Deutschlands und Oester reichs vorbehalt für eine Zustimmung Kampf gegen die italienische Eroberungsarmee zu organisieren, gültig ist, ob sie in einer Kirche oder in einem profanen Raum 
zur Konferenß. hat bei der ihm eigenen Tatkraft und Initiative seine Arbeit stattfinden sollen. Nicht minder bleibt ihnen die Silfsseel 
Wien, 28. Nov. Der Pester Llond meldet von tnfor⸗ so wacker geleistet, daß er jetzt in eine verzwidte Lage geraten sorge, auch wenn sie nur vorübergehender Art sein soll ver— 
mierter Seite, die deutsche Regierung sei für eine Konferenz, ist. Enver Bei übernahm bekanntlich die Leitung der Ver— boten. Gestaltet sind ihnen wissensaftliche, soiale und nde 
wenn vorher alle Fragen vereinigt und eine Majorisierung aus— teidigung in der Cyrenaika, und in monatelanger Arbeit ge— Vorträge, die das religiöse Gebiet nicht berühren, und nach 
geschlossen seien. Unter diesen Bedingungen stimme auch Oester— lang es ihm, die Araberhorden militärisch zu organisieren, mit wie vor bleibt ihnen die schriftstellerische Tätigkeit und da— 
reich⸗ Ungarn zu Gewmehren auszurüsten und zum ßam fa aegen Italen zu ent Gebiet der eigenen Heiligung unbeschränkt Es kann sie also 
—— 7 irarrna 
Gluck auf! Eine Betrachtung der Katasterkarte hätte aber gezeigt, daß Und sobald die Dämmerung stärker wurde, fslammten 
Roman won Sene venint diese Landkäufe offenbar ganz lystematisch vorgenommen sein glänzende Bogenlampen auf und beleuchteten den Arbensplatz 
muhßten. Jene Landstüce waren ziemlich aleichmahieg über die ase v * 
634. Fortsetzung.) Machdrud verboten. ganze Umgebung von Tiefensalzach verteilt. Hätte man sie etwa nd auch eine andere Dampfmaschine, ein ruppiges, russi— 
18. Kapitel. rot angetuscht, so wäre ein ziemlich gleihmahiges Shachmustes ges warzes Ungetüm war in diese landschaftliche Idylle 
VEine Landlarte ist ein ganz interessantes und anschauliches herausgelommen. In jedem Falle gab es auf zwei Meilen in e e r n n a 
Ding. Wer sie zu sehen versteht, der sieht bei ihrer Belrach der Umgegend von Tiefensalzach keinen Puntt, der weiter als erin de aler aus vben inen eirneu und didate es 
ung die aanze Gegend leibhaftig vor sich stehen. einen Kilometer von einem Landstück der Gloriagruppe entfernt dur eneee n eee da 
Diese blaue Linie hier verrät ihnm ein idyllisch dahinrau gelegen hätte. Einen Kilometer von jedem belebigen Punkte 2* 7 h gen em 
—— 
daß um den Bahh herum sich eine blumige feuchte Wiefe estreat, Auch in das Areal des Schmidthofes zog sich eine solche Ball wurbe da Drude be vannn u lnh 
aus der wohl Wiesenschaumtraut und Sumpfporst ihre Dolden Trenkmannsche Enklave hinein. An einer Stelle trat ein lleiner Rohr bis auf den Gumd rnt une un 
blüten emporreden. Jene bräunlichen Kontkuren zeigen ne Gebirgsbach in das Gebiet des Schmidthofes und die Wiesen unli au ben breren Eide die e e e 
andere Stelle, an welcher tannenbewachsene sleile Whange di zu beiden Seiten des Baches gehörten ein Stück den Bachlauf nie n n n eele * 
und dunkel an das Bächlein herantelen. entlang nicht zum Schmidthof. Die Grenze war durch einen Fun n iß n ie ieke ant en eter e en 
Wer wirklich die Landkarte zu lesen versteht, dem erzählt groben hölzernen Gatterzaun marliert. Slunde. 
jeder Strich auf ihr eine ganze Geschichte Der lann nach ihr Kurt Graditz hatte sich beim Ankauf nicht weiter darum Dann wieder wurden blanke, durch Maschinen getriebene 
ee Landschaftsbild malen, auf dem leine roman⸗ gelümmert. Die Katasterkarte seines Besißtums, die er als Spiralbohrer in das Brunnenrohr heruntergelassen und be— 
Windmühle und kein alter Ziegeleischornstein vergessen Interessent natürlich bekam, zeigte dort als Eigentümer einen gannen knirschend und kreischend ihre Arbeit in der Tiefe. 
ir Ab —D me aaee r Herrn Karoli eingetragen. Daß dieser Karoli einer der Groß— Kurt Graditz war in der vergangenen Nacht aus Berlin zu— 
ber no interessanter ist bisweilen eine Katasterkarte. aktionäre der Zeche war, donnte Graditz nicht wissen und in rücdgetkommen. Die Berichte seines Schachtmeisters hatten ihn 
t der die Eigentumsverhaältnisse des Bodens den lehten zwanzig Jahren hatte man von Karoli nichts gehört beunruhigt. Daß der harmlose Narr, der Neubert, sein Ge— 
m ragen sind. Eine Katasterlarte ist nicht leicht zu beschaffen und nichts gesehen. Jene nasse Wiese, deren Gras selbst als heimnis durch Zufall entdedt hatte, das war ihm schon recht 
r normalerweise überhaupt nicht in die Sände von Privat- Viehstreu zu schlecht war, blieb sich selbst überlassen und nur unangenehm gewesen. Schon wollte er auf jenen Bericht hin 
leu e ee sihe Mnnte Ber Umnbebung von ete das Holzgatter wurde jedes Jahr wackeliger und vermorschter. einer ernsten Eingebung folgen und an Neubert Bezug— 
pernng per c So war es die letzten zwanzig Jahre gewesen. Aber nahme auf die frühere Belanntschaft ein langes Telegramm 
halac vor sich gehabt haͤtte, der hätte darauf mancherlei eln a n nn ee e — 
Interessantes gefunden ann. sah andere a der nur eine halbe Stunde nach dem ersten zur Post gegeben 
en es hier ganz anders aus le 
Er hãtte die erstaunliche Entdedung gemacht, daß Herr h * worden war und von den gewaltsamen Rekognolzierungen Trent 
Generaldireltor Trenkmann einen ganz erheblichen Grundbesitz Eine Zolonne von 150 Mann stand hiet in sieberhafter manns mahlte. 
sein iden nanme Ere häne auhe zu seinen Verwunderung Arbeit. Wie im beramännischen Betriebe waren drei Schichten nid sleder 46 Stunden lpaler war eine geradezu aufae⸗ 
gesehen, daß Herr Brederoff, Herr van der Möhlen und zahl⸗ n n t unden eingeri an arbelteten yu regte Schilderung des Schachtmeisters nach Berlin gekommen. 
reiche andere Oberbeamte der Zeche diverse Felder besahen. 12 Uhr mitternachts bis 8 Uhr morgens s0 uder vonß ubr Der Mann hatue geschrieben, daß sich auf dem Karolischen 
WMerkwurdiger Grundbesiß war das Keine grohen zusam— morgens bis 4 Uhr nachmittags und die leßten 50 von 4 Uhr Felde eine riesige Tätigleit abspiele und hatte alle Einzelheiten 
Menha ngenden dlachen Hier ein Norgen und dann dort wiedenr achmittags bis zur nächsten Mitternacht. deschilderi. 
ein Morgen und so weiter. Landwirtschaftlich waren diese Stüde Ach hier erhob sich ein Bohrlurm. Aber hier stand weiter KRurt Graditz wußte, was das bedeutete. 
heradezu minderwertig. Flugsandstreden, unfruchtbare Wald— eine gewaltige Lokonobile. Bei Anbruch der Dämmerung setzten Das Konto S. B. war wieder in Betrieb. Was dort 
loppeln und nasse Wiesen. Es waren Ländereien, die nan sicher— sich deren riesige Schwungräder in Bewegung. Sausend und arbeitete, das war die Schuhbohrkolonne Trenkmanns 
lich für ein Butterbrot gekauft hatte und nun ruhig brach legen pfeifend zogen sich die mächligen Treibriemen, die zu elel— Nach dem Bergrecht wird eine Berggerechtsame nicht o ohne 
ließ trischen Dynamomaschinen führten weiteres demienigen verliehen,. der darauf mutet. Eigenügl
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.