Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Bringgelh in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne teiluugen 1 Al. d. Zella Tabellen⸗ 
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Bestelgeld 830 Marl. Einzelnummere 10 Vlg. — Satz den Ausorderungen entsprechend hoher. õ 0 
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—————— Beilagen: Vaterstãdtische Blãtter. — Der Familienfreunb 
Amisblatt der freien und hansestadt CLũbed 162. Jahrgang Nachrichten sür das Herzogtum Lauenburg, dle 
Beiblatt: Gesetz und Verordnungeblattaét utstentl mer Ratzedurg. Libed und das augres 
te ννν ——— — 222 νννν zende medlenburgische und hollteinische Gebiet 
Vruc und Verlag: Gebruder Borcheara G. m. b. O. in Labed. — weimn ren ie Adreßhaus GKöniastr. 46) Fernsprecher 9000 u. 0001. 
Ausgabe M. Grohe Ausgabe) Donnerstag, den 28. November 1932. abend⸗Blatt Ur. 604. 
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Erltes Blatt Lerzu 2 Blattn ernnn enln un n ene e elenn ue eee eee e n 
— — ——— — — — Diese Partikel macht in der Tat allen Unterschied in der scheinbar unter den funkelnden Reuigkeiten, die den Ehrenplatz 
mfang der heutigen 6 S — —— erhalten Die dritte englishe Shlachtflotte ilt 
nichtamtlicher Ceil. und Oesterreich antwortete Unmöglich! gab es leine ab— völlig unerwartet in Malta eindetroffen 
solute Verständigung zwischen London und Wien. Das hat sich Woher? Aus England? Das wäre eine Friedensbotschaft Aber 
jetzt zum Bessern gewendet. Auf das englische: Abwarten, nein, sie lommt aus der Basikabai, am Eingang zu den 
Wo steht England? soweit möglich! kann Graf Berchtold mit vollendeter Höflich— Dardanellen. Warum ankerte sie in nächster Nähe von 
leit antworten: Sehr wohl, mein Fall gehört zu denen, Konstantinopel? Ganz gewiß nicht wegen der sogenannten 
Auslandsbrief unseres Korrespondenten.) lin wo das Abwarten unmöglich ist. Die englische Presse ist dem⸗ drohenden Mehtzeleien, sondern wegen einer gewissen hundert— 
London, 236. Nov. entsprechend eingeschwenkt. Die Autonomie Albaniens bewilligte jährigen Frage, in der England und Rußland sich nie ver— 
Der erstaunliche, beinahe unerklärliche Optimismus, mit sie seit ein paar Wochen; sie hat heute nichts mehr gegen ständigt haben und nie verständigen werden, so lange es ein 
dem England die letzten zwei Kriegswochen begleitete hielt eine faktische Entscheidung vor dem Friedensschluß einzu— britisches Reich gibt. Warum ist die Flotte abgedampft, 
bis etwa Freitag, genauer gesprochen, bis in die Morgen— wenden. Ihre Sprache ist durchaus zufriedenstellend, nicht heimlich, unerwartet, in höchster Eile? Ist die Dardanellen⸗ 
stunden des letzten Sonnabends an. Der Umschwung erfolgte unfreundlich gegenüber Wien, beinahe höflich gegen Berlin, frage erledigt? Aber nein, die sleht uns noch bevor. Also 
etwa Sonntag mittag, und man geht kaum fehl wenn man ihn hart und ablehnend mit ein paar sühßen Floskeln gegen warum frage ich nochmals, tauchen die acht Panzer wie da 
als direlte Folge der Meldung von dent Besuch des österreichi⸗ Belgrad und unmißverständlich gegenüber Vetersburg. Eng— Gespenslerschiff plötzlich in Malta auf? 
schen n in erhn et unn land will mit einer panslawischen und antiösterreichischen Po—⸗ 
einmal gewahr, daß man sich in Träumen gewiegt e litit nichts zu tun haben, und kündigt den russischen 
war ein offensichtlich hartes Erwachen, und ein Vormittag Kriegsmachern kalt an, daß lie auf die eng— eeeeßs e liis 
folgte, den wir nicht so bald vergessen werden. Die Schemua⸗ lische Flotte nicht zu rehnen haben. Seute morgen Der e eee ilbele bie Tages⸗ 
depesche schien nur das Signal gewefen zu sein, danm kamen brachte die Times eine unerhört unnachgiebige Erklärung des ordning in vie estrige Bersamnmlung de⸗ i sc 
Schlag auf Schlag in halbstündigen Abständen die Nahrichten serbischen Ministerpräsidenten, die in einem Ton gehalten ilt, e e e e ihe e en 
von der Errichtung der österreichischen Zensur, von den der für sich jeden Schritt Oesterreichs rechtfertigen würde. 672 9 de eim Icnlen 
Vorgãngen in Polen, eine Prager Schauernachricht über Mobi. Die englische Antwort, wie sie in der Times selber und in ee e e ee e an es 
isation im Deutschen Reich und so in mnunterer Folge fort bis der Westminster Gazette gegeben wird (und wenn diese beiden sers in selammih eien n e en 7 
un Aprnd n ue nnen nnt den rnnn deblerne lttet r Anst nd dern et e rinne prinen Dadend eeenn worden r irde ben tediert 
lande die Pressetätigkeit beinahe unterbricht anderthalb Tage alles was man nur wünschen lann; einen scharfen Verweis für de und e selbst it an 7* — 5 
Ruhe gab Der henige Tag hat bis jetzt keine Entspannung Herrn Pasitsch und ein Nemn das sie in Pelersburg verstehen deet en r 
gebracht. England hofft angeblich noch das Beste werden. Existiert also die Entente heute über— aisn dt u e ee e 
aber es exwartet das Salimmste. haupt noch? Sie stand auf dem Spiel, sobald der erste b 12 22 2 2 ie e ee 
dDa be Saden soe gelommen sind empflehlt sich direltes Schuß an der montenegrinischen Grenze fiel Die Beziehungen en Ex war ungaen er a v er ische n 2122272 nur 
Fragestellen ind soweit monh ares und ensschledenes nt wischen London ind elerburg appen iih nehr 53In in geringem Mahe Es wäre daher wohl möglich daß 
worten. Soweit die Frage“ in Betracht lommt, steht der Albanien operieren die beiden Länder aneinander vorbei, und der bayerische Ministerpräsident Hertling, der heute in Berlin 
Entschiedenheit nichts im Wege. Sie liegt uns allen auf den am Bosporus in entgegengeseßtem Sinne. Diese Erlältung eintrifft. in der Bundesratssitzung einen Versuch machen lönnte, 
Lippen Was hatder Kontinentim äußersten Fall stectt Frankreich an. Es ist nicht mehr das Europa, das wir etwas mehr zu erreichen. Die Sitzung des Ausschusses dauerte 
bon England zu erwarten? Die Antwort läßt, wenn bor zwei Monaten kannten. Und das ist der Punkt wo es gegen drei Stunden und verlief ohne erregte Auseinander— 
man es sich zur Pflicht und Gewissenssache macht, alle Jas und geboten erscheint, Einschränkungen zu machen. Die Entente hat setzungen. Der Bundesratsbeschluß soll sofort bekanntgegeben 
* en sel zu wünschen übrig. Im sich im Vorstellungskreis der englischen Politiker so eingenistet, werden. 
egensatßz zu einer oberflächlichen Ansicht, die Englands Neu— daß sie nicht mehr wie ein gewöhnlicher, austauschbarer Wert 244 —2—— 22 
tralität im Ernstfalle schon als ausgemachte Sahe ansieht, angesehen wird sondern wie ein Axiom. Daß man bereit ist die Note der Mordd Allg Zta.“ und ihre wirkung 
müssen einige Zweifel und Bedenten und Befurchtungen doch sie Uner Umsländen in Frage du stellen, beweist die lehte im fduslande. 
erlaubt sein Woche und der ganze Komplex von Erscheinungen, der oben Mißstimmung in Wien 
Der Nominalwert der englischen Erklärungen entspricht besprochen wurde. Ob man bereit sein wird, sie im äußersten Frankfurt a. M. 27. Nov. Die Frantf. Zig. erhielt von 
unseren Wünschen und Forderungen. Man darf hinzu fügen, Fall auf den politischen Müllhaufen zu werfen, ist noch nicht ihrem Wiener Korrespondenten folgendes Telegramm: An in— 
daß England in den letzten Tagen noch weiter gegangen ist, ausgemacht, folgt weder qus der Rede des Ministerpräsidenten formierter Stelle wird mir folgendes als die in Wien bestehende 
als erwartet werden durfte. Es handelt sich um ein un⸗ noch aus den Preßerklärungen. Diese alle haben den Zwech, Auffassung beseichnet? Die Note der Norddeuftschen 
scheinbares Wörtchen in der Freitagrede des Premierministers. Rußland an der Leine zu halten. Niemand soll, wenn er Allgemeinen Zeilung ist ohne bvorherige 
das in dem deutschen Telearaphenbericht nicht genügend her⸗ nicht unwiderlegliche Beweise hat, glauben, daß lie für sich Fühlungnahme mit Wien ausgegeben wor— 
vorgehoben ist. Der Premier wiederholte seine Guildhall⸗ ausreichen werden. Englands Haltung zu bestimmen, wenn Ruß— den. Ihre Richtigkeit wird in Wien nicht an— 
Erklärung mit der lleinen aber höchst bemerkenswerten Aende land einmal losgebrochen ist. Es gibt in England eine erkannt, da Oesterreich deinerlei Termin für die Geltend— 
rung, daß er die Verschiebung der strittigen Fragen bis zumn Krieaspartei machung seines Standpunktes bisher bekanntgegeben habe, und 
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Glüͤck auf! als 60 Stundenkilometern fährt und daß dieser Wagen hier Jeden Augenblick fürchtete er den entsetzlichen Vorarbeiter an 
Aonan vonr eutt ietzt eine Geschwindigkeit von rund 100 Kilometern entwidcelte. tauchen zu sehen. Aber nichts dergleichen geschah. 
rn n Hans 3 a Das alles wußte Serr Albert Neubert nicht und da seine Deutlich und in allen Einzelheiten gut sichtbar erhob sich 
e reni l der Nennr e Uhr ihm abgenommen worden war lonnte er auch leinerlei jetzt in einer Waldlichtung der Bohrturm und deutlich sah er 
* on n, Zeitmessungen vornehmen. Er lonstatierte nur, daß die Kraft⸗ die Rohre liegen, sah Arbeiter an Winden und Maschine 
„ich werde Ihnen alles haarklein erzählen, aber ich muß be— wagen des Generaldirettors die Chansseestrede an der er r acc chinen han 
e e nlvten n rr n echabt ie berf 3 Sude en s „Salt,“ sagte Trenkmann zum Chauffeur. Schallen Sie 
2 rzen Zeit zurücklegte, in einer Zeit, die ißn nicht mehr als gleich auf Vorwärtsgang um und passen Sie auf Sowie Si 
ist selbstverständlich! rief Trenkmann. Sie ollen fünf Minnten zu sein schien und in Wirtlichkeit auch klaum mehr semand fehen Bolbann na i e 
m et uns nicht au beklagen haben. Wenn Ihre Mitteilungen war Dann siellie sih e auf einen der Wagenfit 
e sen erueclen zahlt Ihnen mein Kassierer sofort Wir müssen gleich am Seltenweg sein. stammelte er jetzt nahm aus einer Wagentasche einen en nee 
nd n eann der Reballeur lein Abenteuer zu be⸗ und nnunn drdte auf einen Gummiball. Sofort mahigte trachtete noch einmal und in aller Ruhe die Anlage, die da im 
hien mn ee e aee der Chauffeur die Geschwindigleit Noch einmal ein Zeichen von Glanze der JAulisonne vor ihm lag. Wohl zwei Minulen 
Graditzschen Besitung en et bonn se e und der Wagen stand, genau an jenem Seitenwes. verstrichen darüber, Minuten, in denen Mert Neubert alle 
n eee e buschigem Grün schimmerfe die ominßle Warnungstafel Aengste und Qualen der Sölle durchleble 55 
und um seine schöne goldene Ühr detränt hane be em α Plötzlich sprang Trenkmann vom Sit herüunter 
Während dieser Erzählung hatte Trenkmann auf einen sehen? 3 Menen een vhelnrne * J r nen e e ee 
nopf gedrnat rrr um an. In nächsten Augenblid machte der Wagen einen förmlichen 
„Kommen Sie,“ sagte er lurz als der Redakteur mit seinem ne ih urrt der genalberenr ingrn Sat 
Bericht zu Ende war vor sich hin. Mußid Graditz wird ihn natürlich nicht als Da Trenkmann ihn schon auf der Chaussee halte drehen 
Und von ihm gefolat, schritt er aus dem Bureau, stulpie e für re n 3 so ie ʒ ja jetzt in die richtige Fahr— 
ich eine Mütze auf und ging di ei raße pflanzen. Wir werden schon ein d in den Seitenweg richtung, und in sausender Fahrt schoß er dahin 
sein eeeeeea l unen our welver hineinfahren müsen Gebrauchen Sie die nn schrie Trent⸗ 
„Fahren Sie zur Stadt raus, die Braunschweiger Chaussee Um Gottes Willen/ Herr Generaldireltor! schrie der Re⸗ mann und gellend durchblach ver Voppellon einen malen 
bis den Seitenweg un ndhofe saee den ennn dalteur. 39 hae enug von einen Wal Die tohen Men- ZSñnene die Suile des Walbeen 
eir Fahren Sie snei ung raen i e schen werden wiederkommen und mich noch einmal pfänden, 2 — cc 
i 9 i Huppe nur und Sie uh ben beeedeeen Keinen Ausgenblid zu spät. Denn im Vorbeifliegen sah der 
Mit einem Sprung sah Trenkmann darauf im Wagen und Trenkmann lachte geringschäblg vor sich hin. n e eee ee guue n ent 
zog den Redalteur hinter sich her Im nächsten Augenblid „Man pfändet mich nicht so leicht, mein lieber Herr Neu— wWir sind vorbei, jebt langsan und dorsichtig an der Ele 
faßte die Motorkuppelung das Wagentriebwerk und mit starkem bert. Man müßte dabei mit der unangenehmen Evenkualität zum Haupiweg, ief Trentmann bon senen. 
Ruck setzte sich das schmucde, blendend weiß ladierte Geführt in technen, einen sechzigpferdigen Kraftwagen über die Knochen zu „Diese Gauner,“ sagle er zu dem Redalleur Sie haben 
Bewegung und schoß mit einer Geschwindigkeit durch die Stra— belommen. Chauffeur, drehen Sie den Wagen hier auf der uns natürlich schon einfahren gehört. Ein sechzigerdiger 
hen von Tiefensalzach, die jedem anderen, als dem allmäch Chaussee umn und fahren Sie rüdwärts in den Seitenweg hinein. Motor ist schlieblich doh un bolen und in wolllen sie n 
ligen Trenkmann, ein safliges Strafmandat eingebracht hätte. Fahren Sie langsam und vorsichtig Sowie Sie einen Menschen diesen schweren Sleinwagen quer übet den Weg klellen Damn 
„Husch — husch — husch,.“ sagten die Chausseebäume, an bemerken, schalten Sie sofort um und gehen mit Volldampf paten wir ihnen allerdings auf Gnade ind Waae ele 
denen der Wagen voruberflog Neubert konnte die Geschwindig⸗ wieder auf die Haupichaussee zurüde die Herischaflen hallen ur nihten teten uen 
leit des Wagens nicht annãhernd tarieren Et saß zum ersten Herzklopfend verfolgte der Redakteur dies Manöver. Er stecher gerechnet. Ich sah gerade noch das letzte Stüd des 
Male in seinem Leben in einem wirklich ttarlen und schnellen wünschte sich in diesem Moment 100 Kilometer von Trenkmann abfahrenden Wagens. Eine gerissene Gesellschaft und gute 
Krastwagen. Ein Kenner hãtte ihm erzählen können, daß fort, so sehr er sonst die hohe Ehre zu schätzen wußte, mit dem Strategen. Kein Mensch läßt sich hier vorne sehen und da 
die Bäume erst zu reden anfangen, wenn ein Wagen mif mehr Herrn Generaldirekfor zusammen im Automobil zu fahren. versuchen lie da hinten mit dem Steinwaden ein farpnnsdbee
	        
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