Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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— 7 Beilagen: Valrtische Blãtter. — Der Familienfreund. 
Umtsblatt der freien und hansestadt Lübe 162. Jahrgang Nachrichten sür das herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz· und Verordnungeblatt 3 gũrsteniũmer Ratzeburg Lubecd und das augren⸗ 
d Detordnungerlanet ane eleurcische ind bolseinsche Gebien 
Vrud und Verlag: Gehrmnder Boreree m. b. 5. in het — dhs (Köniastr. 46). Fexnsprecher 9000 u. 90001. 
aAusgabe M. Grohe Ausgabe) Dienstag, den 19. November 1912. abend⸗Blatt Ur. 589. 
e len aus morger angebroht ist Diese Maßregel war begründet mit Besorgnissen Ergebnisse des gegenwär gen Konfnttes zwischen Serbien und 
z morgen een eneee s ne delediende der Tielei ici en virdennn 
Mittwoch die Abendausgabe und Donnerstag Verdãchtigung des osterreichischen Beamten, welche der Beweise Paris, 18. Nopv. Das Gerücht von der Ermordung des 
die Moraenausagabe der Lübedischen Anzeigen“. bedarf. Der Konsul aber erklärt für den wirklichen Beweg— osterreichisch ungarischen Konsuls in Prizrend hat hier lebhafte 
— grund seiner Festhaltung die Furcht der Serben vor Ent— Beunruhigung hervorgerufen. Man erörtert die Frage, vb 
Erstes Bl att hier u12 Blatt hũllungen über ihre auch in Mitrowitza, wie in Uesküb, Prizrend das serbische Ministerium gestatten wird, daß ein polizeilundiger 
t wohl anderswo an den Albaniern, auch sriedlichen, Abgefandier der osterreichisch ungarischen Regierung an Ort und 
— — — —— —— Weibern und Kindern verübten Barbareien. Stelle Nachforschungen nach dem Verbleib des Konsuls an— 
— — och shlnnner seht en den garte des Konsuls sellt In Ünterredungen, die der serbische Ministerpräsident Ba ⸗ 
nichtamtlicher Ceil. Prohasta von Vrizrend. Dieser ist bislang nicht so glüd⸗ silsch mit einzelnen Mitgliedern des diplomatischen Korps hatte, 
lich gewesen wie sein Kollege, sich aus seiner ungemütlichen soll der Ministerpräsident versichert haben, dab er nichts unver⸗ 
Bewachung “ freizumachen. Da man aber auch von ihm seit jucht lassen wolle, um Klarheit in den Fall Prohaska zu 
dem 4. November nichts gehört hat, so hat jetzt die öster⸗ bringen. 
Der Balkankrieg reichische Regierung von der serbischen energisch verlangt, mit Wien, 18. Nov. Der Gesandte v. Ugron hat bereits be 
ihrem Angestellten in unmittelbare Verbindung gesetzt zu werden. der Regierung in Belgrad sehr ernste Vorstellungen wegen der 
j Eine Untersuchungskommission sollte nach Prizrend Absperrung eines Konsuls von seiner eigenen Regierung er— 
Die oͤsterreichisch serbische Unltazgelaur Nov. abgehen, um nicht nur über den Zustand des Verschwundenen hoben. Es verlautet, die serbische Regierung habe erklärt, 
— sich zu unterrichten londern auch den Grund der serbischen fie bedauere zwar die Behinderung des Verkehrs des Konsuls 
m 7 Fewitir ist noch nicht abgezogen Serr Pasitsch b Beschuldigungen gegen ihn festzustellen daß er bei der Er— Prohaska mit seiner vorgeseßten Behörde, doch halte das 
u e u Zorrespondenten in srmung der Sladt seine Neutralitätspflichten verleßt habe Sauplauartier die Wsperrung aus militärischen Gründen für 
n e u ien e h zee Der Durbzusg diefer Kommissfion ist von den nerlahlich. In der Hafenfrage hat Serr v. Ugron noch keine 
l n ie ee en mn rungen ant⸗ Serben verweigert worden. Ueber Prohaskas Be— Antwort erhalten. Es fand zwar ein zweitägiger Ministerrat 
121 nach wenigen finden befragt, hat Herr Pasitsch bloß die Auslunft gegeben, statt, in dem diese Frage behandelt wurde; die Entscheidung soll 
e e n eee eee asffer, nur hinter hehe ihm wohln Macduffs dragen nach dem Sahiahal feiner aber der österreichischen Regierung erst nach der Rückehr des 
er Font tapferer Aufschneider dazustehen. so verdienen seine Familie werden ja von dem Boten aus der Heimat auch zu— Konias Veter nach Belarad bekannt gegeben werden 
enn pt a Die groteske Sprache freilich sachstemnn dieser Phrase beantwortet die sich auch auf den 
oom annaßenden und unnachgiebigen Oesterreich, das erst weise Frieden derer beseht di — 7 Di una 1 ii 
müssen, wenn er mit dem en Berchtold in amtlicher? —25 2 2 * vls 28 2 F 
det sie lommt mi ee m her ue Die bffentliche Meinung in Wien beginnt sih verfammelt und hat bereits die Bedinaungen Griechenlands und 
t bip e zu erhitzen bei dem Gedanken, daß das Völtchen jenseits Serbiens für einen Waffenstill d 
24 roaranm des serbishen Minister— ber Seaven sich on en Bereeer der Grohne vere unn e 2 
prafidenten das er dem Enaländer anvertraut hat, be— heen n eeen e sammen mit seinen eigenen in einem gemeinschaftlichen h 
deutet also ein schroffes Nein“ für alle Ansprüche ODesterreichs. ant sern Pasnh bon —— ung und e an ee urser bur drt 
Autonomes Albanien Zollvereinigung, Internationalisierung der seehen reben! Shlant viese n Generalissimus Nazim Pascha übermittelt werden wird. Es if 
türlischen Eisenbahnen: alles gleich unmöglich! Ebenso unmög⸗ Juninacht von 1908 sebea zweiten nieim der 47 4 m e reeee eleal 
l Benutzung öosterreichischer Handelshäfen und Safen am georgewilsche, der wegen seiner Intorretthelen gen die scbere u bie Entscheldnug der Pasfen Lberbolt werden wird 
rlnen ist Lebensfrage und an kein Dynostie selbst mit einem Todesurteil vorbestraft worden ist, n n 8 u 
rücweichen zu denken. die Wa 4 2* 2 — scha s in drei Richtungen auf Konstanti— 
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tatsächlich der Montenegriner Martinowitsch in San Giovanni e e he ese ein n ich dahin geeinigt haben, daß sie an der Aufteilung 
e inena das Tabu der albanesischen Adria⸗Küste Streilfragen moglich bleiben soll ohne daß durch zu u hdt 3 ceen eeen aer 
it verlett. usgang bei Durazzo. 
— lange, fortgesezte Langmut“ i 3 in, 
Auberdem ist nun zu den sachlichen Gegensätzen eine Monarchie 3 n gun . stt j m e d e 
Personenfrage hinzugetreten, welche den schwebenden Konflikt starken Trüppenentsendungen nach dem Süden e eere ee, e 
erheblich zu verschärfen und zu beschleunigen droht. Der ölter— scheinen ja auch anzukündigen, dah man wenigstens zu nach- ennne et urde eee e 
Konsul von Mitrowitza, v. Taly, hat sich durch drücdlicheren Demonstrationen zegen den halsstarrigen Nachbar nn r n ecn ureree 
Flucht auf boonishen Boben heretten abem er seit en ee e hb agen eine Antwortultimativen Charakters dar— 
sahme der Stadt von den Eroberern gefangen gehalfen war. Beigrad, i8 Ror Minsterprusident Vasitsch erwi⸗ über zu fordern. wie OesterreichUngarn ih zu der Frage 
Man hat ihn nicht gerade in Ketten geschmiedet, aber doch derte auf die Vorstellungen diplomanschen Verneier Sesren serbischen Safens an der Adria verhalte, und 
n alian — —— d eeeleen eeeree e arauf hinzuweisen, daß Rußland auf serbischer Seite stehe, 
n abgeschlosfen so baß ie Baichnung einer 3 2 der Zeitung wegen Verbreitung wissentlich 
zaft völlerrechtlich wenn auch nicht öffentlich-rechtin auf den Zeitpnntt pertagt werden wü se. in dem bie end ũltaen Publikum alarmierender Gerüchte aerichtlich be— 
Glück auf! das ich auch dir nicht verralen kann. Dem Besitzer gegenüber l die naug 5 
soman von ean m werde ich jedenfalls sagen, dah es dein sehnlichster Wunsch n un dann vor allen Dinen der u 
26. Fon 2ne ist, auf eigenem Grund und Boden auf dem Lande u wohnen den sein Amt * a rle 
ortsetzung.) Machdrudc verboten.) und daß ich dir diesen Wunsch erfüllen möchte“ war seren tt e aber Zurt Gradit 
S aber um Gottes Willen,“ begann nun die Frau Wer Zurt, ich bitte dich im alles in der Welt, wozu den Kredilbrief auf ene 2 8 e 
e wieder zu jammern, du bast doch dazu gar kein denn nur diese Heimlichkeiten und Unwahrheiten. Ich ver— dem Siegel der —— on Annt hente abend unten 
v Den Schmidthof kann doch nur ein sehr reicher Mann stehe das alles nicht, aber ich kürchte, das führt zu einem uegepadi were it ganz sicher am Stammtisch 
vw e n doch wenigstens fünfzig Morgen. Und für bosen Ende 37 die halbe id en e u pruen aen 
orgen gibt man hier bei diefem Boden wenasten „Liebe Mutter, du kannst darüber ganz ruhig sein. Es m m sernaen 
en Funfatansend Talertn Unmn nnen wilen wird it n nen vosen * e ee diese Entwiclung uberdacht hatte, 
in an in erbe ermogen, vielmehr als ich und du fuhren. Aber nun laß uns den Wagen besteigen und losfahren. i e rande * z3 
werden. Wie lannst du nur auf eine derartige Bald saben die beiden auf den Polstern und das Fuh— ch em Schmidthof. Nun bog er von der Zreis 
vermessene Idee kommen tio uaun s Fuhrwerk chaussee ab, auf einen Waldweg, und 
rollte durch die Straßen dahin, aus Tiefensalzach hinaus, . n g, und wenige Minuten später 
an eeee ua 53 einmal auf das einzugehen * oen n ut rabis o vi mit Leiner grünen nn e r ae e 
sage,“ fuhr Kurt Graditß fort. Was zunag Botanisiertrommel durchstreift hatte. — m 5 2 
anbetrifft so bitte ich dich, einmal dieses m u n Burger von Vefensalzach blieben lopf— en a e rn ienr a 
üttelnd stehen, als der Wagen durch di bdahin- v s hed bagen 2 nun au 
* Bei diesen Worten öffnete er seine Brieftasche und hielt rollte. Was waren das e re al ndlrnt snhinn die nvth. Siben grin Wenis beil 
der Frau Stadtrat ein Papier hin. Mit zitternden Sänden fuhr der Herr Oberingenieur der „Gloria⸗Gewerkschaft“ mit ge e Vn * 
setzte sich diese die Brille auf die Nase und las: seiner Mutter am Nachmittag stolz durch die Stadt, anstatt jetzt u v be Saupiueude a auf en cye 
Kreditbrief. noch dort zu sein. wo die Melsten ihn wähnlen, nämuch sahhsiser SHofes erschien. ein kraftiger nieder⸗ 
Die Deutsche Bank zu Berlin alkrediert hierdurch den in Berlin, oder anstatt wenigstens in sein Bureau zu gehen, die volle e eee er anrewenen Sanre e 
Ueberbringer dieses Briefes Herrn Kurt Gradiß aus Vefen— wie alle anderen anständigen Beamten das machten. „Mein Name ist Graditz.“ me Kurt, auf ihn zutretend 
saag nach Prufung seiner Legitimation bei der Gewerbebant aen Graditz lümmerte sich wenig um das Getuschel „Und des hier ist meine Buten die an nn 
—— ——— 
und haftet der Gewerbebank von Tiefensalzach bis zu l heute abend am Honorations⸗Stammtisch im Gast— Das freut mich sehr,.“ * 
diesem Betrage für jede Summe, die Herr Kurt Graditz nach hofe „Zur Stadt Braunschweig“ zugehen würde Das wußte linkischen gln n in n een mn 
debdnierund dieses Vrine ledithesen et der Gewerherant Wonrne sene ee en Zoude e eede en snne n 
2 in 3 und Unterschrift abheben wird. Die Se⸗ * vernn des heutigen Vormittages und über Sie nun man rein· 
iegt auf der Gewerbebank. die Tertia auf der Deut- amen Austritt aus dem Verbande der Gloria— Die drei irch die geräumige mi 
schen Bank. an it Teene. auf. der uut Gewerlschaft“ verlieren wurde. Brederoff war ja bdas o Binn nnn ramne i s 
Weiht du, wieviel dies Papier wert it?“ fragte Kurt n Siegeln verschlossene Geheimbuch der Zeche, ein noch gröbe- idelen eecne wieber e en ne zu 
Graditz seine Mutter als diese es zu Ende gelesen hatn Nin eer weiland der Generalfeldmarschall Helmuth shon ein hubsch gededter Raffeensch beren sande don ehe 
wil es dir lieber gleih selber sagen Dies Stnghen vapiet ber Torlur e e tte iedenfalls verschiedene Grade sie sich nieder, und mit freudigen Interesse blidte die Frau 
eine Viertelmillion Mark wert. Du wirst mir also Zechenvoronde ahn eg er ein einziges Wort über intime Stadtrat auf den duftigen Heidehonig und die selbstgebadene 
wo ugeben, dah ich wohlhabend genug binn um da ber sen hate * Stolle, die hier neben der dampfenden Kaffeekanne sland 
en nn enn en un en ee ee en eeeade deet Saln eeee hen s nun n Kullee 
e, warum ich mich gerade dort antauf ö mtische dichthalten würde, dem Trenk⸗ und entfernte sich dann wieder 
bas son ind vorlaufig e mnlaufen möchte, mann heute vormiktag so sehr übel mitgespielt hatte. E Wir h i z 3 
n Geheimnis bleiben. 2* eeuor? 3 jatte. Es war „Wir haben ein schönes Weiter dieses Jahr,“ leitete nun 
iben. lehr wahrscheinlich daß der über Graditßz' Ausscheiden einiges der alte Schmidt diplmalisch das Gespräch ein.
	        
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