Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

ausgabe A4. Mittwoch, den 13. November 1912. Abend⸗Blatt Ur. 578. 
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gunst, allezeit gegangen ist. 1812 fi ir i etã ee 
Ludwig Uhland. des Justizministers e den wiridn a ea Bullserdiel vorgeschlagene Entschließung angenommen, di⸗ 
Gu seinem 50. Todestage am 13. November 1912) leitsgefühl und seine Wahrheltsliebe machten es ihm nicht immer er Stadtvertretung das Vertrauen ausdrückt, daß sie die 
lnd eb im Todeslampfe n di übertragenen Arbeiten in tegierungsseits Frage der Pensionierung des Bürgermeisters Stawitz unter 
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e ee d nn n e ee n ee n n ed e eene tn de n 
is an den ngsten Tag.“ in die Laufbahn des Politikers drängte. Bei dem Ringen um h ö endung eines Regierungs— 
So schrieb Wilheln Weber nach Uhlands Tode im prophetischen ine Verfassung wählte ihn die freisinnige Partei zu ihrem lommissars als stellvertretendes Stadtoberhaupt zu ersuchen. 
Feiste Unde n reht behlent er ö Jahre find seit dem Vertreter in der Städtekammer von 1820 29 und von 22 
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Haupt der schwäbischen Dichtlerschule, zur ewigen Ruhe ging, ein Umstürzler von Fürstenthrönen, aber als ein in, 138. N J 9 e 
herflossen. aber seine Lieder leben; ja viele sind so völlig in uberzengter Demagoge lämpte er unerniüdet für Vollshildung M ui n ei len h 
hen Besiß des Volles übergegangen, daß wohl nur wenige von und Vollksfreiheit für die tätige Mitarbeit des Volles an dontag u. a. der durch eine Anleihe zu dedende Betrag 
denen, die da singen und sagen Droben stehet die Kapelle der Regiexung des Landes. 1848-. 49 ward er württem— von 330 000 Mzum Realschulneuban in zweiter Lesung ge— 
ESdsers Sonniageliedn h hall inen Kameradente e hergischer Abgeordneter in der deutschen Nationalversammlung nehmigt. In der folgenden gemeinschaftlichen Sitzung des Ge— 
zogen drei Burschen wohl übher den Rhein“, Wir sind nicht in Frankfurt a. M, und gehörte dann auch noch dem Rumpf meindea ates mit dem Realschulvorsland burden die Manree enn 
mehr beim ersten Glas“ Es zogen drei Jäger wohl auf parlament in Stuttgaxt an, und wenn auch nicht fur ein erb— annietaeiten an u eee uren eeee e 
bie Virsch. sich Rechenschaft über end i ieâν liches Kaiserkum, so rhob er seine Stimme doch für einheitliches Zinmerarbeiten an die Mindestforbernden überträgen Zum 
geben Es sind eben Boltzlieder geworden. Doch die Possie Heern nheitlihes Recht, Preßfreiheit und einheitliche wirt Schluß wurde noch erwähnt, daß die Arbeiten der Kommission 
icht das einzige Gebiet auf e hand corragendes schaftliche Organsfation in Deutschland in der Elektrizitätsfrage für Eutin beendet seien und 
ptat als Forscher, e i ri hu b in tlembern bei nn n dem Gemeinderat in nächster Zeit hieruber Bericht erstattet 
aber s Dichter ist er uns, der achw ebhli u eg n weren Stan un vermochte außer *8 h g k 
53 dem Kliasszismus e in seinem einem nicht befriedigenden Verfassungsentwurf wenig ennn würde. In etwa vier Wochen wird auch der Landesausschuß 
ganzen Wesen der nn geneigh finden bir Ühland in wertes zu erreichen aber doch hat auch Ulands treue Arbeit t das Fürstentum Lubed bezüglich der Versorgung unseres 
sne eeel eln nnne eee eeeeet i u den Boden vorbereiten helfen zum Keimen der Saat, die „in Fürstentums nit Eleltriitt in lgend einer Forn Stellund 
der anderen Richlung derwandt. Ündergängliches hat er ge— der Eintragt forsher tatträftiger, edler deutscher Serzen nehmen. m— 
an in seinen ihelendeien Gedichten, in den Liedern, run eersen an hatte, erst 18700 11 so K Ahrensbog, 13 Nov Stadtrafsibung, Zer 
in denen er i i i ei 21 — e —2 22222* wung * 
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e an den n enen enet dug dehen nn en i d amn Stadtkassierer gewählt. — Weiter wurde eine Neueinteilung 
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harde der Ralsschebarte Goldschmieds Tochlerlein da bei Rechtsstreitigleiten an. In seinem eigenen Heim in Tübingen, straße bisher Fledenstraße, heißt fortab von der Bahnhofs— 
Noshemb lein Roland“ er Shent von nburg sie in der Seite der ihn vol perstebenden alnn ee straße nach Norden Plöner Straße, nach Süden hin Lübeder 
alle dehbren noch heute n den schoönsten in dieser Dichungsatt dan t en dennlldarn nd n 3 Straße. Als Nebenstraßen sind vorhanden: Flörkendorfer 
en A ichen Verkehr ß hnh 
a enaeie Mar e en r e dedentenden Zengenssen. Mi vielen wane in et i Pferdemarltstraße, Bahnhofstraße, Gartenstraße, 
urden ur Hethog Ernst don Swaben 18i7 und udi ines Lebens in persönliche BGiehungen geteeten fo nit vititrahe. Mosbera. Muhlenstraße. Weberstraße. Die erlt vo 
8 Baner 161 3 ih ß; hun bi ni Justinus Kerner Karl Meyer, Varnhagen von Ense, Chamisso, kurzem neu angeschafften Hausnummern kommen wieder zur 
ne edn ri e die un Imanuel Beder, Lach nann Schott Gustad Schwad, die Gebrüder Einziehung, da bis jetzt eine fortlaufende Numerierung der 
dohl selbst daß ihmn für 3 eedienen ne 27 un t unn * 3 unlnetwrlaner Areen Häuser besteht und fortab jede Straße für sich numeriert 
ulenlae unn in en dein nr en der nicht nur Ahlands nn ben bon Nuden war, iondern wrtden ll nd a a inen Seite die Aaben a 
ende Leiden haft de e 3 a in der selbstlosen Güte seines Herzens auch anderen Gleich— der andern die ungraden Nummern 
Perfon und seinen Werken fern. Die meisten 8 ann ent⸗ suebenen die it Detene Hilfe gern aewaihrte Lauenb 
anden shon in verhaltn mnahig inngen Zahren Ühland war am hre un e ud et ub nl uenna. 
Ail i in dingen geboren und aus den Jahren re ennun nicht versagt: 1845 und 1848 ernannten ihn F. Lauenburg, 18. Nov. Wie die Allg. Lauenb. 
sso 1810 entstammte bdie große Zahl seiner Dichtungen, 3 enlten Birn Und Wien Iu ihren Landesztg. meldet, ist das Grundstück des Senators Stehr, 
ie Univerftät Tibingen auf dem im lenten Sommer von det kald in Konturs aeratene. 
2— se die — 23 Firma Fr. Gade & Co ein Muhlenschälwerk errichlet worden 
zu einem Bande vereinigh beröffentlicht hatte, hinzugefügt ——mn 5 2 g 
wurden n4 ist, durch Vermittelung der Konkursverwaltung an die Sam 
pez enh S r rb hren Aus den Nachbargebieten. burger Mühlenwerlke G. m. b. S. verlauft worden. Die neue 
reis. Als er, der nach dem Wunsche seines Vaters Jurxist ge— Hansestãdie Besitzerin des Fabrikgrundstücks wird das Werk möglichst bald in 
worden und an der Universität Tübi i Erame — —— Betri seadeaennt 
exledigte, sondern sogar nn enn Samburg ls Nor Gleie Nahrihlen dDer Betrieb seten. wenn die Fabrikution sid aucb auderen aber 
—— — Sauptbetetligtein der gröhen Spritshnungnn ähnlichen Zweigen zuwenden wird, als von der Firma Gade 
i thren Intere 33 — n Affär e uber die wir seiner eit berichlefen, der tühere Gannt & Co. beabsichtigt worden war. Es ist jedenfalls für Lauenburg 
e e eete mee te e nnlrirt dert en se ie e die neuerbaute Babrit nun dohin Velrie 
cher Aiseratur zu erforschen. ja er trieb sogat banische und inaegangenen nnnennnnneedldommen, wird 
a e h aurgen eene wird als Triebfeder in der gamen Mgelegenhen Großherzogtümer Medlenburg 
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sanen suneht n die venn ndt i gin ebna, 13 Nov. Persoualnachricht. Zweds 
u il e rrbtnien udien Die meisten Schleswia⸗Solstein. Wiederbeseßzung der durch anderweilige Berufung des Pastors 
e n pur puer e n horicng rbenen Zristen Altona, 13 Nov. Stadlverordnetenwahl. Der Jahr erledigte Pfarre in Cramon werden demnächst Pastor 
Linen Freunden nach Orbnung des naanse. eelehan erste Wahltag am Dienstag endete mit einer 1hweren Voß, Kuppentin, und die Rektoren Zierde, Watin, und Müller. 
hland selhst hat nur zwen davon verffentht i, das Riederlage der bürgerlichen Partei. Fäur diese Lubtheen. zur freien Wahl präsentiert werden — Der Rektor 
ranshe Epos und 1322 Woalher von der Bogel wurden etwa 7000 Stimmen, sür die Sozialdemokraten hin— Weinreben, Kröpelin, ist zum Hilfsprediger der Gemeinden 
A a 4333 ee in niner iurzen gegen 8000 Stimmen abgegeben, so daß die Kandidaten Bischoff, in Brüer und Penzin ernannt worden. 
bgen dn d ae eeieedeun irch und Ound auf die Dauer von sechs Iahren gewähll sud. 6 Grepesmühlen, 18 8 
eferten. denn alle beruhten durhauns auf bandsrnuder Kiel, 13. Nov. Prinz Seinrich hat don serbi— *Grer esmüh en, 183. Nov. Im Gewerbegereirn 
e en nen drane un er asienreise neben sonstigen elerien nhenten en ten die Delegierten Bericht über den Verbandstas ir 
nn s len ei liebepollem o n lange und 1sen hohe Wbschinne iigenran i en wurde, Ende November anlählich de—s 
n die Schwenß naqh Tirol nee se hm von der Stadiverwaltung in Tolio zum Geschenk gemacht Situnaseltes ein ehen zu lattnlten. 
n die eltnn andcinei in dem eblih Mpen n 3 zeigen. auf Seide künstlerisch ge— 
artal, gaben nicht nur seinem feinen malt, zwei Negerfamilien solle ä im Treppenhaus 
ee ene aen a n len Vtrenplindn nn ene n i Treppenhaus uftfahrt. 
— — msbint werden mn ieda V. Der verschobene Fernslug Wen — Berlun. Der dster 
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Sput bis en. Sitlen oder Gebräuchen, erforschl r tich sie vorläufig der hiesigen Hof⸗ fu nglich 
ewisenha das Ineinandergreifen von Sage enset Kunsthandlung pon Chr. Sulbe, Bruder des e 1913 ursprünalich geplanten Fern 
nn e eet d e —3 dadu Heorg Hulbe, zur öffentlichen Ausstellung überwieson h n erlin u Dagegen legt die frst: 
der Dichtung!“ enthalten. Vun noch n bi e Oldesloe 13 Nov. In der Bürgermeistersache jed ugt e dee re un 
Politiset Er war ein Mann von merschütersichen Recht wurde in einer öffentlichen Bürgerversammlung nach einer edh die ihenlandung iesen Mol un uer ei chen Ge 
n n ehei de un i Whl * Besplechun in der da Sladbeen en biete, voraussichtlich in Prag, vorgenommen werden. 
ie er. unbeeinflußt von Serren⸗ ednern aufs schärfste angegriffen wurde. eine von Ob 
t griffe erlehrer 
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Aus der Welt der Frau. gewichen. Vor allem richtelen sich gegen die goͤll⸗ Tanssaal Zwar sühren sie schon seit langem einen stillen 
Ein Erlaß des Scheich il Jilam aegen vie Bode osen lbweich ungen von der alten Klesderordnung strenge Ver— heftigen Krieg gegen die neuen Tänze, unter denen immer einer 
ee eeee aee In bote; die Polizei erhlelt den Befehl, jede Frau, die mit chlimmer und ausgelassener ist, als der andere Raum hat 
ee e en ee nee eeein e e ee ee e n nd ne den rerbabn Srin · r e 
die die bescheidenen Modegelnste des ugg nn luen Kleider trage, zu verhaffen, und es wurden auch einige Exem— Bären Trott“ da, und die extravagante Jugend waret auh 
dammt Uund oleich ur rnen v statuiert. Nachdem den Damen so das Tragen dünnerer in dieser Saison wieder mit neuen furchtbaren Ueberraschungen 
Fruhling der rnsaen; ij u e r Schleier unmöglich gemacht worden war, lam eine Mode auf, auf. Da mußte etwas geschehen. Und so hat denn die alt 
der konserbativen eeeeeennien ach der der „Ischartschaf“, das große Umschlagetuch, von den Quaterstadi Phlabelphia die Niliative erriffen, un den Ball 
Es hatten ja, nachdem u ie wiernen ertrt wird Aeganten Türkinnen willkürlich verändert wurde, in seinen Di— sanl zu reinigen“; Newyort, die Stadt der Multimillionäre 
n. iere 5 n Ln n ß gelom⸗ zusammenschrumpfte und nur noch ein kleines fesches hat sich angeschlossen, und man hofft, daß auch das bisher so 
In diesen Bleagen emnen fräct inin er enn Cape war; ebenso wurden die Roöde enger und enger und zeigten wenig moralische Chicago beitreten und den Dreibund volhähl'g 
den raen i ehn eh den nn ee man ine gewisse Verwandtschaft mit dem berüchtigten Humpelrod. achen wird. Ein Komitee hat sich gebildet und seiner Ein 
prechen wollte wir h t * Hegen diese neue Unbotmäßigleit hat nun der Scheich ül Illam ladung sind die bekanntesten Damen, die große Gesellschaften 
sgefahren und ausgegangen en bi nnn eeane n nen ee et n dn ee de een geben, gesolgt, um die nötigen Mahnahnien zu besgrechen un 
en e enneen n n An⸗ er orschriften des Illam klagt. „Diese Befehle tun nicht nur die Zensurregeln aufzustellen. Man war sich darüber einig, da 
e u en üntde wor neue Schulen Gutes, sondern wenden auch viel Uebel ab, ihre Wohltaten die lühnen Bewegungen und Slellungen der neuen Tänze nich 
n ormen in der Mädchenerziehung sind von weisen Leuten gutgeheißen. Nichtsdestoweniger werden das einzige sind, was in der konmenden Sason aus dem Tamn; 
h den. Natürlich hatte sich auch in der Mode leider diese religiösen und nationalen Forderungen vernachlässigt. aal bant es in Si 
diese freiere Regung egedn We — gosen ernachlässigt. aal verbannt werden nuß. So soll es z. B kein Sitzen in 
gedrudt. Wenn auch nur wenige Die Ischartschafs, die von altersher von Mohammed mnerinnen lauschi Ed Sollle es vorkommen wi 
Frauen wagten, sich europäisch zu Ueiden, so wichen doch viele getragen werden, sind in ihrer ehen aller fü 
sichanme daeinnen d hee nene 2 werden, sind in ihrer Form zum Enssetzen aller fuh⸗ leider des öfteren früher auf den Festen der jungen Welt geschah, 
rn aeeleen elen uy22 enden Männer verändert worden.“ Es sei die Pflicht aller daß das Licht plötzlich auf geheimnispolle Weise sür einige 
en enn— ng a wurde auch der Schleier Männer, sich gegen diese unmoralische und dem Koran zuwider— Minuten ausgeht, so wird man die Ursachen dieser jähen Ver— 
e ee er ee weniger dicht, handelnde Sitte zu wehren. Die Regierung habe deshalb finsterung streng untersuchen und die Schuldigen bestrafen. 
en eee ft sogar in den euro⸗ dent Strafgesetzbuch einen Paragraphen hinzugefügt, nach dem Auch einer anderen Unsitte, der die Woend der Vierhundert“ 
Zopf zurüclgeschlagen. Diese libe— iedes Mitglied einer religiösen Gemeinschaft bestraft werde, das huldigt, soll ge iioen ira 
talen Ideen haben nun aber in weiten Kreisen tiefe Erbitte- rde huldigt, soll gesteuert werden. Die jungen Mädchen scharen 
ung und Verstimmung be 81 3 rbiu lich gegen die Lehren seines Glaubens vergehe. Die Mode— sich häufig in der Mitte des Ballschles zusammen. Wenn 
—33 rvorgerufen. Die Regierung mußte damen, die in Schleiern und Tüchern sündigen, sollen also dann das Orchester mit seinen zndenden Klängen einfällt, 
die Toleranz die sie gegen die Bestrebungen unter die Gotteslästerer eingereiht werden EXX. * si die Jung n 27 
Frauen zeigte, ihre egene Autoritän unergrub. daß inmer zen * ie n n zin Gewirr auf 
— — ie Damen, greifen eine heraus, rasen mit ihr rund herum, 
ein schlechter Muselman, lönne derartige Züůgellosig⸗ Die Zensur im Tanzsaal. ed rl e eine ander Diese Arf 
eiten“ bestärken. Seit einiger Zeit ist deshalb ölli Di schaf ilad e n eeee rde 
Wandel in den Ansichten und Zielen 333 N ren an e *3 e eee e eee 
72* und Ziele i ewyork — soweit sie ronen sind und noch die Zuten troffen, um d Gei : 
m ue en bösen Geist aus dem Tan 
treten die hur Freibeit in der die türtishe Frau auf· Sitten“ der Vergangenheit hochhalten — haben sich zusammen- die Menge des Ch 22 e 
atmen durfte don ihrer hundertjährigen Knechtschaft, ist i aners den die Auavnb auf hren ee 
gen Knech ist neuer getan zu einem erbitterten Kreuzzug gegen die Auswüchse im erhält, wird beschränkt XO.
	        
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