Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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abends, Sonntags morgens) erscheinend Begugs· e usw.) 
preis sũr das Vierteljahr 820 Mart einschließlich ZW— I LB Vlg. fũe Auswãrtige 80 Pfg. f. Geschãftl Mil· 
Bringgeld in Luͤbeck. Durch die Vol bezogen ohne 2 122 lungen 1 Mt.d. Zelle. Tabellen· u schwieriger 
ven.ngeit Nari. Eingelnummera 10 Vis. * 24 D Sar ben Ansorderungen entiprechend bober. õ 0 
ν Beilagen; Vater ãdtiche Blãtter. — Der Familienfreunb. 
Amisblati der freien und hansestadt Lübeck 162. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblau. Gesetz⸗· und Verordnungeblattrvtt gũrstentũmer Ratzeburg, Lübec und das angren 
αννννννννν jende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Oruck und Verlag: Gehrnder Barters Gmehe B. in Labed. — Gefe areene Adrebhaus (Köniastr. 46). Fern sprecher 9000 u. 9001. 
Ausgabe M. Große Ausgabe) greitag, den 1. November 1912. Morgen⸗Blatt Ur. 555. 
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Kreisen, wie auch bei den Ballanstaaten bemerkbar zu machen schütze lauern: zwei wirkliche moderne Forts. Und jeder 
Erstes Blatt. hierʒzu 2. Blatt beginnt. Man glaubt, daß der gegenwärtige Augenblidk erzählt es einem, vor zwei Jahren ließ sie ein Meister 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. günstig ist, um das Terrain für den Frieden vorzubereiten bes Festungsbaues, der Deutsche v. d. Goltz, nach allen Regeln 
— — ——— — — Die Emsiellung des Krieges würde nicht nur dem Interesse moderner Kriegskunst erbauen. Aber wenn man die Zugbrücke 
nichtamtlicher Ceil. Europas, sondern auch dem Interesse aller Kriegführenden ent⸗ überschreitet dann in das Bild min einem Zauberschlag verwan— 
sprechen. ; — delt dann fieht das Ae nur noch die Unddnung ein Umher— 
Betersburs 31. Olt. In Odessa trafen zwei Vertreter des irren von Gruppen, ein Chass umliegender Dinge, Orient, reiner 
D er B alkankrieg e e 5 Orient. Und nan muß fast an eine mittelalterliche Burg denlen. 
ission ein, um sich nach Petersburg und von dan z Gegen 15 000 Soldaten bilden die Besazung. Vom Nizam“ 
zu begeben. Wahrscheinlich handelt es sich um die Anbahnung us Konstantinopel. vom albanischen Baschibozuk bis hinab zum 
Der Kampf um Adrianopel. bes Fiedens. ienet 
In — 3 Neger aus Kleinasien: alle Stämme des Islam scheinen hien 
Sosia, 31. Olt. Die Schlacht auf der Linie Lule— Bur⸗ Raris, 31. Ott. HSier wird Oesterreich- Ungarn eines n bunter Zusammenhaͤufung vertreten. Tapfer sind diese Sol— 
gas ¶Sarai, von der bereits gemeldet wurde, war sehr erbittert. egoistischen Opportunismus angeklagt, da es sich so rasch mit daten, furchtlos und von einer Grausamleit, die fast schon wiedev 
Die tuiische Nmee uner dem Befehl Nazim Paschas wurde der Verschiebung des Statusquo auf dem Balkan abgefunden Größe wird. Der Krieg ist ihnen Lebensgewohnheit, Lebens- 
pollig in die Flucht geschlagen und zog sich eilig gegen Ichorlu habe in der Voraussetzung, auch ein Stuc Land zu erhalten halt und auch Lebensschicsal. Der Mut ist ihnen Natur 
zutüd. Die Türken ließen eine große Zahl von Toten und Es wird von dĩplomatischer Seite bestimmt versichert, daß hleich wie die Berachtung des Todes Aber nirgends waltet Be⸗ 
Verwundeten auf dem Platze OesterreichUngarn direlte Verhandlungen mit Serhien und Ruß— Zeisterung, kein Lachen erklingt, keine Freude entfaltet sich. Sie 
Konstantinopel, 831. Ott. Einem Gerücht zufolge sollen land führe und einer starken Verschiebung des Statusguo zu⸗ hoden oder lie liegen umher, Menschen, die ihre Ruhepause 
die Bulgaren im Kampf bei Wisa schließlich von einer Panil stimmen werde, falls Serbien dem osterreichischangarischen Zoll⸗ usnuhen, um eintönig den Rosenkranz oder die Gebetskette 
ergriffen worden sein. Nach sicheren Informationen herrschte verein beitrete. durch die Finger gleilen zu lassen. Ooer sie betrachten einen 
gestern abend im hiesigen Generalstab infolge aünstiger Mel— 31. Olt. Die in ee Blãttern An Slein, eine Blume, ein geleertes Clas. Resignation herrscht 
dinam große Befriedigung. b Meldung, daß zwischen Oesterreich⸗ Ungarn und ien sbciall ind eme bumpfe. Melanchle, äinter der bange Er 
ondon, 31. Din Die Morning Post will aus zuver⸗ arhandlungen stattfinden, entbehrt. wie dem Neuen Wiener nd iuert, burchwandelt die Slätte. Am Tage erstebt dann 
lässiger Quelle wissen, daß 30 000 Turken an der Küste des Abendblott von insormierter Seite mitgeteilt wird. der Be— ine Aufgabe ein Problem, das gelöst werden soll: man will, 
Echwarzen Meeres gelandet sind um den Bulgaren in den gründung. an muf etwas essen. Ale Straßen nach Stutari sind abge— 
Růcken zu fallen. Die türlische Armee soll vor vier Tagen schnitlen, eine Woche ist vergangen, seitdem der letzte Transport 
Ven Konstantinopel aus in See gegangen sein. Sie wird von Im belagerten Skutari. die belagerte Stadt kam. Der Telegraph ist zerstört, die 
Mahniud Sghewlet Pascha kommoandiert und von einem Dutzend Nach unsclalichen Minn e en essberichterstatter Brucken stürzten unter Artschlägen zusammen und jeßt un 
Torpedobooten begleitet. des Journal Audre Tid eco gelungen, auf uinwegsamen Ge⸗ gürten Geschütze und Tynamit Skutari mit einem furchtbaren 
Vom serbischen Kriegsschauplatz. birgspfaden der Wachsamkeit der Vorposten zu entgehen und Gürtel bitterster Not. Am Seerand, kaum hundert Meter vom 
Branuja, 31. Olt. Die Turken sind im vollen Rüchzuge in das hart belagerte Skutari einzudringen. Die Nacht brach Ufer, walten Greise als Fischer, werfen die Netze aus machen 
bectisfen vie se viche erte Armee befindet sich auf dem Vor— schon berein als e die Stadt mit den engen Straben erreichte. sone Beute; aber was bedeuten diese ꝑaar dische fur ine 
marsch. Einsamkeit auf allen Gassen. Die Turen verrammelt, vor den Siednd ir Tausende von Soldaten, die leben wollen? Ueber— 
Verschiedenes. Pforten Ketten. Nur hin und wieder findet man ein Tor all fehlen die Nahrungsmittel. Unser Brot ist nur noch eine un⸗ 
ESofia, 31. Olt. Die russischen sanitären Missionen sind geöffnet, aber wenn man in den Bogengang tritt und einen desinerbatre Masse aus Mehlresten. Res und vielleicht ein wenis 
hier angekommen und auf dem Bahnhof von dem ussischen Blick auf den gepflasterten Sof wirft, dann sieht man schon Roggen, das Fleisch ist eine Seltenheit. unerschwinglich teue. 
Gesandter sowie von den Vertretern der Königin und des Roten den Posten, das Gewehr im Anschlag; einen Schritt weiter ein Huhn nicht zu bezahlen. Man hält sich an Zugerwaren und 
n empfangen worden Die Andefenden fangen die but und die Feder des Hahnes schnaopt Eine beängstigende, an Eingemachtes, von denen jedes Haus seine Vorräte hat. Und 
hanshe Nealonanne Sehr beriche Ansprachen wurden ge— lãhmende Stille liegt rings über dieser Totenstadt. Wenn plötz in der Küche wärmt man sich. Zum Feueranzünden ist alles 
hollen. lich ein Sund aufheult, zudt man zusammen und lauscht, gut genug, die Holzbalustraden vom Hause, die Pfähle des 
V. Konstantinopel, 31. Olt. Die Ankunft des deut⸗ wie der Klang sich seltsam an Mauern und Hängen bricht. Nur, Gartenzaunes, Myrten und Zitronenbäume werden gefällt, um 
schen sSelaiensaiffes eorelehn auf dem ve— wenn man an die HSäuser heranschleicht, ein nicht verhängtes als Brennholz zu dienen. Und wie ernähren sich nun die 
annilich der frühere Sultan Abdul Zamid nach Kon— Fenster entdedt und durch die Neine Luke in das Innere Truppen? Undurchdringliches Geheimnis. Die Herden von Ham— 
ji lmopel gebraht werden soll, foll am Quai Icheragan er— schaut, gewahrt man die gedämpften Zeichen des Lebens. An meln und Ochsen, die man in den ersten Tagen in aller Hast 
folgen, von wo sich Abdul Hamid direkt in das kleine an der der Zimmerdecke huscht das Licht eines fladernden Luͤmpchens aus der Umgebung herbeitrieb, sind bis auf die Knochen ab— 
Küsie gelegene Palais begeben lann. Es verlautet, dab hin und her, irgend ein Vorhang bewegt sich, ein Schatten genagt. In zwölf Stunden erobert der Soldat nur eine Mahl— 
Abdul Hamid später nach Angora gebracht werden wird. gleitet vorüber, und wieder ist es totenstill. Und so schlummert zJeit, eine Mahlzeit, die da heißt: Wasser und ein wenig 
b Skutari einen hoffnungslosen Schlaf inmitten seiner beiden Reis. Hin und wieder schafft ein lüdlicher Zwischenfall 
Frievenagerüqcte. hohen Festen, inmitten Tarabosch und Tepe. Dort legen sie Erleichterung. Draußen auf dem See dampfen lUeine Barken oder 
* Konstantinopel 831. Olt. Hier wird versichert, daß eine vor uns mit ihren gewaltigen Wällen, ihren Schutzwehren, Boote einher, mit Maschinengewehren ausgerüstet suchen sie 
en; zum Frieden sich sowohl in den leitenden türkischen » ihren Böschungen und Gegenböschungen. hinter denen 60 Ge— die nahen Ufer ab. Manchmal gelingt es ihnen, ein paar 
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8 unmöglich, daß bei einer Neuordnung der Dinge Direktor Köhne naten war das Theater schon in finanziellen Verlegenheiten. 
Cheater. Kunst und wissenschaft. selbst die Leitung übernimmt und dann Robert Nhil als Orchester und Technikerpersonal warteten seit Monaten auf ihre 
mm. Zur Aufführung von „Gabriel Schillinas Flucht“ im Oberregisseur zur Seite nimmt. Ein sehr wichtiger Punkt, Gage. Auch die Zahl der übrigen Gläubiger wuchs immer 
Berliner Lessingtheater schreibt man uns folgendes: Nun hat aus dem Differenzen entstehen mußten und entstanden sind, war mehr an. Mittwoch schnitten die Berliner Elektrizitätswerke den 
3 Sauptmann doch sein Drama „Gabriel Schillinas die Tatsache, daß Karl Hagemann die älteren erbeingesessenen elektrischen Strom ab, wodurch das Weiterspielen unmöglich 
er auf den Hasardtisch einer Premiere gelegt, wiewohl er Darsteller ein wenig zurücdrängte, um Raum für jüngere zu gemacht wurde. a 
i t eee zu der Buchausgabe verschworen hatte schaffen. Das haben ihm die „bewährten Rolleninhaber“ nicht AAriadne auf Naxos“ in Dresden. Die Erstaufführung der 
um t zt e un Berliner Lessing— verziehen, und hinter diesen standen kampfbereit gewisse, von „Ariadne auf Naxos“ in der Dresdener Hofoper ist auf den 
b mmen. Das Berliner Premieren⸗ treuherziger Pietät erfüllte Gruppen des Publikums. 15. Nov. anberaumt worden. Entgegen anders lautenden Mel— 
Leinn een auch auf dem * Die Strauz ⸗Festwohe brachte Mittwoch in Stuttgart im dungen wird auch in Dresden nur ein Orchester nach Zahl und 
ng la it, ärmte sich bei diesem Hoftheater unter des Komponisten Leitung „Elektra“. Das Instrumentalbesetzung wie bei der Stuttgarter Aufführung, also 
en hinter der dramatischen Gewalt so Publikum rief am Schluß die Hauptdarsteller Dutzende Male 36 Mann stark, verwendet werden. Dagegen wird die voran— 
e eeeen nn Hauptmannwerles zurüchbleibt, hervor; auch Strauß, unter dessen feuriger Führung das Or— gehende Komödie Molisöres noch stärker zusammengestrichen 
eborstehn und anhe g dessen 50 jähriger Geburtstag chester und die Sänger ihr Bestes gaben, wurde stürmisch gerufen. als in Stuttgart. 
it en or en a r herzlichen Aufforderung folgte, Das Königspaar wohnte der Vorstellung bei und beteiligte Der Deutsche Bühnenverein wird noch in diesen Monat 
iehan en a e Allerdings war ganz ab⸗ sich lebhaft an dem Beifall. zu einer außerordentlichen Generalversammlung in Berlin zu— 
een ee en — das Sasardspiel schon 3110. Sven Hedin löst sein Versprechen ein. Der Schluß— fammentreten. Den Hauptpunkt der Tagesordnung wird die 
38 w e m in Lauchstedt den Er— band seines hervorragenden Werkes „Transhimalaja, Ent— Stellungnahme der Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins 
Dichtung Sauptmanns schon s ist die deckungen und Abenteuer in Tibet“ wird im November bei Brod— zu dem Privatbeamten-Versicherungsgesetz bilden. 
i en ene ee ee 8 So haus erscheinen, der letzte Teil seines Berichtes uber die ebenso OK. Eine Statistil der Komponistinnen. Ein amerila⸗ 
annduhne in Berun hene men ei e erfolgreiche als abenteuerliche Entdedungsreise, während der der nischer Musiklehrer hat sich der Mühe unterzogen, eine Statistil 
ann nen e eeeee eeee kuhne Forscher jahrelang völlig verschollen war. Der Band der weiblichen Komponisten seit dem Jahre 1875 aufzustellen. 
ie lleete Gelene eee enthält die zwei großen Abschnitte die Hedin in den ersten Er beschränkt sich dabei auf die Damen, die Opern, Operetten, 
n e eee ee deeeen e e eeeedee e e t ee 
se e der neuentdect en Indusquelle durch unbekanntes Land bis und zählt im ganzen 171 Frauen, die in der Musik schöpferisch 
mutende Drama vertiefen. Weobor Loos gab dem Malen den hten Ansstieg zum Tranobimaain und dn warn Dun ennen ei tiun z 
chilina. dar flanerhae Waen. hinle dessen Zeahrchen lösenden Rückzug nach Indien, ferner ein Kapitel über Lamais— stinnen, auf Italien 38, auf Deutschland 26, auf England 9, 
e ane ebeneen n u e m mus und Katholizismus usw. Auch wer die ersten zwei Bände auf Holland 2, auf Rußland, Spanien und Schweden je eine 
hre ν r en g des „Transhimalaja“ noch nicht kennen sollte, wird den neuen Komponistin. 
a re rn e Band mit Freude erwarten. Er bildet ein abgeschlossenes Dik. Srau Rosa Poppe unternimmt mit einer eigenen 
v ee ee eeene eeen Ganze und gewährt Belehrung und Genuß in reichem Maße. Gesellschaft am 3. Nov. eine dreiwöchige Tournee. Sie spielt 
Lossen war al Violmnistin den voll hebere n eh Das Berlner Vollslunsthaus. Im Verein Neue Freie u. a. in Metz, Straßburg, Trier, Luxemburg und den Rhein— 
n genkraft, und Set Vollsbuhne machte der Vorsitzende u. a. nähere Angaben stãdten die „Sappho“, „Medea“, „Iphigenie“, „Rhodope 
HSauptmann sich die urer so sat und dernbaft. vie ũber das in Aussicht genommene Vollskunsthaus. Das Bau— und „Fedora. 
Frauen ee ee 3 vermögen beträgt bereits 530984,66 M. Die zeitweilig Dik. Die Weimarischen National-Festspiele werden im 
ee acht nur ischen nnte. ins Stoden geratenen Finangzierungsverhandlungen sind wieder Jahre 1913 zum dritten Male in Szene gehen. Goethes 
n die Bauplãne unterliegen augenblicllich der den Reigen eröffnen, dann folgen Kleists Her— 
i eblat: hmnigauna mannsschlacht“ Wildenbruchs· Vãter und Söhne“. u 
res yv nign endoulties bestimmt worden Der erste Theatertrach des Winters. Das Walhalla⸗ Schluh ist Schillers „Wilhelm Tell“ in e 
n 72 er des Sauses ist Direltor Ernst Theater, eines der gröhten Berliner Variets, wurde weg en worden. Die Aufführungen dürften sich auf eine Zei* von 
essen Vachtvertrag abläuft, ist es nicht Zablungasschwierigteiten geschlassen. Seit Mo— drei Wochen erstreden.
	        
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