Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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Wsgentlich 183mal Woch entags morgens Au Anzgeigenpreis (Ausgabe 4 und 8) fũrt die 
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Beilagen; — Ver ienfreund. — — 
Umtsblatt der freien und hansestadt Lübed 62. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
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rnr ———1Ê — ——&s zende meclenburgische und holsteinische Geblet. 
Vrud und Verlag: Gebruüder Borchers G. m. b. B. in Zbed. — Ge Adreßhaus (Köniastr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
Ausgabe . (Große Ausgabe) Mittwoch, den 2. Oktober 1912. Morgen⸗Blatt Ur. 499. 
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2 W. Wien, 1. Okt. Im Marineausschuß der Ungarischen Die Haltung Serbiens. 
Erstes Blatt. hierzu 2 Blatt. Delegation teilte der Minister des Aeußern, Graf Berchtold, Wien, 1. Oklt. Grivattelegramm.) Der serbische Ge— 
auf eine Anfrage des Berichterstatters wegen der Verschlimme— sandte am Wiener Hof, Simio, bemerkte einem Vertreter der 
— e eee νν*νν rrrrree — rung der Lage auf dem Ballan mit, er habe aus Sofia und Neuen Freien Presse gegenüber zu der Mobilisserung: Sollte sich 
nichtamtlicher Teil Belgrad telegraphische Meldungen über die allgemeine Mobili— die Nachricht von der Mobilisierung bestätigen, so glaube ich, 
sierung erhalten. Der Minister wiederholte die gestern im öster— daß sie zunächst nichts weiter bedeutet, als eine Antwort auf die 
reichischen Ausschuß abgegebene Erklärung, welche vom Ausschuß Mobilisierung von zehn türkischen Divisionen. Die großen 
Zur Balkankrisis mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Der Berichterstatter Manöver bei Adrianopel wurden allerdings abgesagt, aber 
l dankte im Namen des Ausschusses dem Minister für die erteilte die Mobilisierung der zehn Divisionen stellt eine ernsthafte 
0.7.0C. Cetinje, 1. Olt. Der König von Montenegro Aufklärung und erklärte: Wir sehen dieser schweren Zeit mit Mahßregel dar. Es ist natürlich, daß Serbien und Bulgariery 
hat die allgemelne Mobilisierung der Armee angordnet. vollem Vertrauen zu der Leitung der auswärtigen Angelegen— Gegenmaßregeln treffen. 
Lüͤbedck, 2. Otlt. heiten in den Händen des Grafen Berchtold entgegen, ver— V. Belgrad, 1. Olt. In Regierungskreisen wird erklärt 
Mit diesem Beschluß Montenegros ist die Kene der,Ballan— folgen mit arößter Sympathie und warmen Wünschen seine daß Serbien von der Türkei die Autonomie für Altserbien. ein 
erwer bsgenossenschafter scheinbar geschlossen. Am heftigsten und weiteren Bemühungen im Interesse der Aufrechterhaltung des schließlich des Sandschals Novibazar und Skutari bis an die 
nerrsesten wird scheinbar in Belgrad und Sofia gearbeitet. Friedens Adria fordere, da nur hierdurch dauernd friedliche Zustände 
Serbien hat bereits ein Ultimatum an die Pforte ge— Die Auffassung in Petersbura. n d urn e muren 
richtet, in welchem es ihr eine Frist von 48 Stunden stellt. Köln, 1. Okt. Der St. Pelersburger Korrespondent der M. KRonstantinopel. 1. Olt. Der serbische Gesandte hat 
Innerhalb dieser Zeit verlangt es Gewährung der Durchfuhr Kölnischen Zeitung erfährt, daß angeblich der Frieden schon wãhrend der gestrigen Rücksprache mit dem Minister des Aeußern 
der serbischen Munition nach Serbien oder deren Rücktransport einmal an einem Seidenfaden hing. Das aber müsse immer Noradunghian die Aufmerksamkeit der Pforte auf die Erregung 
nach Marseille. Weiter veröffentlicht das serbische Amnts— wieder unterstrichen werden, daz das amtliche Rußland einen gelenkt. die in Serbien durch die Mobilmachung der Divistonen 
slut die inderufung der Stunine Grohe Kundaebngen Balanteteg fur die lernschwerste Kalastrophe balten wunden egnh d urowida berrrerue e ri 
für den Krieg sollen am 4. Oltober bevorstehen. Damit den en ortespondenten wind von glaubia igen See veriche eines Umschwunges der freundschaftlichen Saltung der Türkei 
Türken die Sandhabe genommen wird, aus der Presse die s 8 Serbien gegenüber ausgelegt werde. Die Angelegenheit der 
Truppenbewegungen zu erfahren hat die Polizei be— u nn in Vulune sehr puftieden mit den Ergebnissen der Zurückhaltung serbischen Kriegsmaterials in Salonili versprach 
i⸗ e he erboten In nerreung in Baltischport gewesen ist und daß mn der Minister des Aeußern dem Ministerrat zu 
Bulgarien ist nunmehr die allgemeine Mobilisierung beschlossen n Sangerbrücke i ohne Belnrani⸗ n di Rele llung der Türkei 
22 n des Ministers Ssasonow nach Paris denkt. Es liege im eigensten Zur Haltung der Türlei. 
worden und über das Land selbst der Belagerungszustand ver— — z 
hangt d helerburg ind wien ent e e ig Interesse der französischen Presse, gerade jezt den Mund nicht Fonstantinopel Olt Das Amtsblatt 22— fentlicht 
—22 nt mran die he le⸗ alliwoll zu nehmen. Ssasonow werde dadurch nur ein schlechter ein Dekret über die Bildung eines obersten Admiralitätsrates 
doch vorläufig noch weniger ernst anzusehen 3 schleh is 
Dienst rwiesenn Rußland und Deutschland seien sich darin einig, nach englischem Vorbild. 
Zur Saltung Griechenlands. daß der Frieden, wenn irgend möglich, erhalten bleiben muß. Mobilisierung der ganzen türlischen Armee. 
Pera 1 Olt. Die otechichen Sandelsschiffe sind aus W. Petersburg, 1. Olt. Ministerpräsident Kokowetz o w .1.C. Konstantinopel, 1. Olt. Privattelegramm 
den türkischen Gewässern heimgerufen worden Die Mel— trat eine zehntägige Urlaubsreise nach dem Kau— der Lübedschen Anzeigen. Ein Jrade sanltioniert den noch 
dung über den Abbruch der griechsch-türlischen Beziehungen stellt hasus an nicht veröffentlichten Ministerratsbeschluß der die Mobilifierung 
sich als ein Börsentrick heraus. Die Haltung Bulgariens. der gansen tür lischen Armee besfiehlt. Ausgenommen sind einig⸗ 
Der serbische Gesandte aus Konstantinopel abgereist? ; r Ott. Grivattelegramm.) Der bulgarische Ge— analolische Einheĩten an der russischen Grente 
W. Lonvon, 1 Oll. Das Remen — andte in Wien hat einem Vertreter der Neuen Freien Presse 
Belarad: Die Polizei te uren 7 erllart: Soeben erhalte ich von meiner Regierung die Nach— Eine Statistik der Lohnbewegungen. Streiks und 
i richt, daß Bulgarien mobilisiert. Die Mobilisation ist noch Aussperrungen im Jahre 191 
der Seuppen —Die Mob erung wird wahlscheinlich in leineswegs die Kriegserklärung. Es ist nicht ausgeschlossen, ist in der statistischen Beilage des Korrespondenzblattes der 
24 Stunden ihren Anfang nehmnen. Die Blätter dehaupten, daß die Türkei in später Stunde ein Einsehen hat und die an— sozialdemokratischen Gewerkschaftsleitung soeben veröffentlicht 
der serbische Gesandte in der Türkei wäre bereits von Kon gesammelten Truppen von Adrianopel zurückzieht. Bulgarien worden. Auf Grund dieser Statistik, deren eventuelle Be— 
stantinopel nach Belgrad abgereist. Die Vorbereitungen zum wird dann sicher keine Feindseligkeiten herbeiführen. Die Mo— richtigung durch die amtliche Statistik vorbehalten werden muß, 
Kriege werden in fieberhafter Weise betrieben. bilisierung Bulgariens ist nur die Antwort auf die provota— wird uns geschrieben: Es haben im Jahre 1911 9670 Lohn. 
Die Auffassung in Wien torische Drohung der Türkei, die in der Zusammenziehung von bewegungen mit rund 1,01 Million Beteiligten stattgefunden 
v e u Truppen an der bulgarischen Grenze besteht. Bulgarien fühlt sich Davon vderliefen 6756 mit rund 686 000 Beteiligten ohnt 
ien, Olt. In osterreichischen diplomatischen Kreisen durch die Truppen ernsthaft bedroht. Es ist nicht gewillt, ab— Arbeitseinstellung. Unter ihnen waren 5868 mit rund 662 000 
l man w die jetzige Mobilisierung überrascht. Desterreich zuwarten, bis die türkischen Truppen bulgarisches Gebiet betreten. Beteiligten Bewegungen zur Verbesserung der Abrbeils— 
naurn hat alle Vorbereitungen getroffen und steht gerüstet Bulgarien hat um so mehr Grund, sich bedroht zu fühlen, als bedingungen, 888 mit rund 23000 Beteiligten solche zur 
vn er Mobilisierung Oesterreich-Ungarns könne aber in der Türkei geradezu der heilige Krieg gegen Bulgarien und alle Abwehr einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Angriffs- 
em keine Rede sein. Die Wiener Diplomaten weisen hHristlichen Nachbarvölker gepredigt wird. Tassache ist, daß auch streifs wurden 1705 mit rund 169000 Beteiligten geführt, 
rau pin daß eine Mobilisteruns noch kei n Krieg Serbien mobilisiert, und das ist leineswegs überraschend. Ser— Abwehrstreiks 1002 mit rund 42 000 Beteiligten. Aussperrungen 
schieben Turtei die Schuld zu durch die Truppen— bien muß ebenso wie Bulgarien zur Abwehr schreiten, da die waren 207 mit rund 1183000 Beteiligten zu verzeichnen 
be Grenze die Mobilmachung in in elhe Provinzen die vollkommene Mo— Vollen Erfolg hatten von den Angriffsbewegungen 4514 
z z ilisierung durchfübr S 76,4 o und von den Beteiligten 445 841 — 67.3 . Abwehr⸗ 
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Cheater, Kunst und Missenschaft. 5 d e e Opernhauses. Der Hauptrollen sind wie zu den letzten Strauß Uraufführungen mi 
cR. S Bern ee u orstan er Stadttheater-Gese hast hat einige seiner Mit— denselben Kräften beseßt. Ariadne Sopran) Eva von den 
Soruh en n 33 een e Uieder beauftragt, sich mit den Herren, die den Bau eines Osten; Bacchus Tenor) Vasecinen Najade (hoher Sopran) 
e ann ene ea n e r s Operntheaters das im wesentlichen der Pflege der Spieloper Seebe, Kehldorfer; Dryade (Alt) Schäfer, Terwani; Echc 
nane dielelan neeee nn n dienen soll planen, in Verbindung zu setzen, um gemeinsam Sopran) Nast, Stünzner; Zerbinett (hoher Sopran) Siems 
dn ehennnie ihee e ue ein über di⸗ Frage der Ausführung des Projektes zu beraten. Harlekin GBarikon) Trede, Zador; Scharamuccio (Tenor) Rü 
erklärte die Tragbdin, niht 9 Jahre bin i aln sondenn nur Willi Burmester. Geh. Sofrat Willi Burmester verläßt, wie diger, Lange; Truffaldin GBaß) Ermold, Zottmayr: Brig 
o8 Und dann verriet sier mi welthen Miten mn wo er in den letzten Jahren seinen hella (Tenor) Soot, Enderlein. 
rnidung u ieeen enn e el ohnsi atte, und siedelt nach München über. Er eröffnet Neue Buͤhnenwerl ax D i 
t u ämpft hat. „Wenn immer ich ene Bhnenwerle. Max Dauthendey hat ein neues drama⸗ 
mich nicht ganz frisch fühle, wenn en a inn n daselbst eine Meisterschule für Geiger. tisches Werk vollendet, das den Titel Die Seidin Gei 
müde bin oder überanstrengt, dann geniebe ih einge uhe Fier Stadthaurat Seeling in Char bottenburg begeht heute Mittwoch tane! die Kilianstragödie sührt und Anfang des Winters in 
und eine HSand voll Krabben. Das ist das gange Geheinnn— seinen 60. Geburtstag. Seeling hat sich namentlich auf dem Munchen zur Uraufführung gelangt. Das Drama spielt in 
neiner ewigen Jugend weiter nichta da, ih nehme aud Gebiete des Theaterbaues einen Ruf erworben. Das Würzburg zu jener Zeit, als der heilige Kilian dort das 
noch Champagnerbäder, die sehr erfrischend und smusierend Neue Thechter in Berlin, die Theater in Essem, Christentum einführte. Das Lüstspiel Bubi“ von Roda 
wirlen Im übrigen aber ist eine Frau nie e in Jie Bromberg, Rostock, Aachen, Braunschweig und Roda und Gustav Meyrink kommt im Münchener Vollstheater 
aussieht, sondern nur so alt, als sie si wirtlig suhlte W Gera sind nach seinen Entwürfen gebaut; sür die Theater am 9. Olt. zur Uraufführung. — Thaddäus Rittners neue 
kann man mich alt nennen, die ich während der lehten Wohe in Kiel und Freiburg i. B. hat er Entwürfe geschaffen. Komödie „Sommer“ wird Anfang Oltober im Wiener 
läglich mit meiner Truppe zwei Stunden geprobt habe, vier Sein neuestes Werk ist das jetzt im Bau befindliche Char— Burgtheater und an einer Reihe anderer deutscher Bühnen zun 
Stunden für den Kinematographen spielte, dabei die Geschaäfte lottenburger Opernhaus, über dessen Anlage wir Uraufführung gelangen. Das Stück ist in Berlin vom Lessing— 
meines Pariser Theaters leitete und zugleich Tag fur Tag vor kurzem berichtet haben. In seiner Eigenschaft als Bau— theater angenommen worden. 
mindestens eine Stunde lang mit meinen Urenkein spielte * hat Seeling unter anderem Die schwedische Mademie der Wissens haflen beantragte bei 
V. Der Verliner Hof⸗ und Domchot ben scen ie hule in der Sybelstraße, die Leibnizoberrealschule, das der Regierung die Bewilligung von 100000 Kr. zur An— 
Auftreten in Moskau einen a nen n enn e d 72 s en n n ee ee 
bereitete den Sängern eine lebhafte Begrühung. Besonders d rud achtung der totalen Sonnenfinsternis, die am 21. August 1014 
Chorleiler Professot Nudel minde annn dar n e Das Sarburger Stadttheater, das für die beginnende Spiel im nördlichen Schweden eintritt, ermöglicht werden soll. 
des Ronzerts, das im drohen Saule de⸗ zeit an Direltor Friedrich Otto Fischer, dem Leiter O.X. 222 Millionen Mefür drel Regnolds. Aus London 
tattfand. wurde mehrfach durch Zugaben erweitert der Freilichtbühne in Travemünde, verpachtet ist, wurde wird berichtet: Lebhaftes Aufsehen in Kunstkreisen erregt die 
Beschluß mußte der Ehor die Natipnalbonne icmai w v en ee ts gedichteten Pro⸗ Tatsache, daß der Earl von Harrington für eine Summe von 
holen. sn. oblnelnnn Aufführuna der „Braut von 000 Pfund Sterling· drei Meisterwerke von Reynolds, die 
* 2* ich bisher im Familienbesitze des Hauses Harrington befanden, 
— Z nene Leipziger städtische Operettentheater ist am Alt⸗ und Erstaufführungen. Fritz Brehmers Schauspiel pettauft hat. en en 
pt. im neuen Operettentheater am Thomasring, das von „SHelga BSolgersen“ hatte im Altonger St i n rna sem kʒ 
—22 Solg hatte adttheater in Jane von Harrington mit ihren beiden Kindern, um das Por— 
en gepachtet, umgebaut und renoviert wurde, mit der der Inszenierung von Siegfried Jelenko, die das Milieu der trät der Lady Fleming und um ein drittes Pporunt 633 
e et Kosal, Wusil von dem rn eee Wasserkante vorzüglich getroffen hatte, Gräfin Jane von Sarrington allein darstellt. e erste der 
von Bela Jenbach nnn r n nn tinen sarlen ãuheren Erfola. — Portrãts ist dem Publikum durch den Stich von Bartolozzi 
Dan lre ee n aa Die Dtesdener Auff hrung von , Ariadne auf Naxos“ von belannt. Man fürchtet, daß diese drei prächtigen Stüde für 
Schaun und dn r e Hugo von Sofmannsthal, Musik von Richard Strauß, eine amerilanische Sammlung erworben wurden: der Käufer 
findet unter Beisein der Autoren im November statt. Die wird noch geheim gehalten
	        
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