Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

Ausgabe 4. Sonnabend, den 14. September 1912. Abend⸗Blatt Ur. 467. 
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verwaltung und der Stadt Flensburg abzuschließenden Ver— von Eichhorn, lommandierender General des 18. Arme 
u Aus den Nachbargebieten. trages zu. Das Schicsal des alten Bahnhofes ist damit s n eee een, 3 2 
Sanseftãdte. besiegelt. Die Umgestaltung. für die als Bauzeit ein Zeit— Drps, General der Müllerie Scholh nm lommandierenden 
Samburg Brief ver neuen Spura raum von fünf Jahren in Aussicht genommen ist, wird etwa General des neuen 20. Armeekorps, General pe Infanterie 
qSBamburg, 14. Seyt Ein Brief der neuen Spy 15 Mill. M Kosten verursachen. Die Verhandlungen schweben n Below um fommandierenden Genergl des neuen 
kalfe von 1864. Dse Neue Sparkasse, die in allen sat den Zahre 190 reern un s 
Hamburaer Vollsschulen Syar Automaten nnmlen e e Neumünster, 14. Sept. Die niedergebrannte Bed wird Major und Ba— 
eden inde beim Einurin in die α Tuchfabrik von Chr. Fr. Köster kommt in diesem lalions lommandeur ime Infanterieregmnent 7 voff 
ß 2 e ee ; Buher Jahre nicht mehr in Betrieb. Es vergehen Monate darüber, mann mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt. 
—— — Buntes Allerlei. 
u dun n der Fabrikation erneut beginnen zu können. Der weitaus ue. Der Einzug von Moskau. Der beutige Tag 
erne e eeee n n e en gröhere Teil des Kösterlhen Personals wird jettt bei anderen ist einer der bedeutmaspollen Erimerimggage in 
denen Eintritt in das Schulleben n ee dieigen dirmen beschäfng Byne Mbeit sind samentlich noch der Geschichte Ein Zahrhndertgint an n Sclember 
vollendeten 4 4 Lebensiahr eee u du 4 die Arbeiterinnen. 1912 verflossen, daß Napoleon J. mit seiner großen Armee in 
en en e e ee Neumunster, 13. Seyt. Einen Edekhirsch Bier- die ale Kaherstadt Morian ng Aunne Zen vorhen var der 
—— in dir erweden nd dich zun zehnender) im Gewichte von 300 Pfd. erlegte im Halloher russische Kaiser von Wilma nach Drissa gegangen und hatte 
n omir du wenn du drrent v Me e Gehege Regierungs- und Forstrat Dürt. — Vom Tode sich dann nach Moskau begeben, zum Zweche langerer Be— 
rinn ein Leines Zupltal er de e 5 des Ertrinkens geretlet wurde von einem Primaner ratungen. Vor Moskau, auf der letten Station, empfing der 
Shrtt leichtern wird Darum; 3 5 an ein dreijähriges Kind, das in der Nähe der Brüde über die Ortsgeistliche den Zaren. Der romme Mann in langem Talar 
n ee t eeeee die 8 Be Schwale im Zuge der Marienstraße ins Wasser fiel. hielt eine silberne Schussel mit nem Kreusz. Der ihn beglei 
sand der eseatten auf veutshen sso Lauenburg. e en e ; 
schulen am Sonntag, dem 15. Sept, vorm. 114 Uhr vom 3. Möolln, 14 Sept. Fremdenverkehr, Die letzte e i e en Er⸗ 
Sauptbahnhof zum Bismard-Denkmal veranstaltet, wird durch diesijãhrige Fremdenliste r. 16) schließt mit 3886 Sommer— m en ee e eeee eee e 
felaende Strahen gohen . vahnann Plah Ernst Meratrahen brzun Kuransten und 25 800 Passanten ab oegen 3a1s Sommenn a e ee 
ESt. Georasplah, Glodengieherwall, Alsterdamm, Plan, Rathaus— gãste, 34 480 Passanten im Vorjahre und 2929 Sommergäste n eeee e r er en 
markt, Reesendamm, Jungfernstieg, Neuer Jungfernstieg, und 34 700 Passanten im Sommer 1910. m ee eeen a n m a 
Ninn eee e Groß herzoatũmer Mealenbura. Morgen der Zar aus dem Kreml (dem kasserlichen Schloß) irat 
e e u s8 Grevesmühlen, 14. Seyt. Gewählt ist vom wurde er von einer tausendlöpfigen Menge begeisterungsvol 
v eeee ai Magistrat zum Lehrer an der höheren Knabenabteilung der begrüßt. „Laß uns sterben oder gen!“ scholl es dem Zaren 
nar n me w Stadtschule Kandidat des höheren Schulamts Rötlingshöfer entgegen. Der russische Adel und die Bürgerschaft berieten nun 
— ——1 cet e a teut 
n e e bechen erer e Scqchoönberg, 14. Sept. Die Ernte voblendet. rieten die beiden Heere vor Moskau wiederum zusammen. Auch 
a n u eee e ee e c Während der beiden letzten regenfreien Tage haben die Be— hier neigte sich das Glüch dien Franzosen zu; doch bevor es zu 
n en e e sitzer kleinerer und mittlerer Landstellen die Ernte vollendet. einer richtigen Entscheidung kam, zogen es die Russen vor, den 
L e pa 2227 e Nur die Höfe haben noch längere Zeit zu tun. In den Wiesen Rückzug anzutreten. Nun stand Napoleon Bonaparte auf den 
un otratischen Zentralver r e ist Gras sehr reichlich gewachsen, so daß die Nahmahd nichts Sõhen vor Moskau. Friedlich — ur allzu still — lag die alte, 
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et e el eeeene ss selih gewachsen doh sie aus Duteldeut zignd bepoden Soldalen. Doch Papoleon blieb einst und nachdenklih M 
usschüsse uaue euen 2 pr eert 73 werden müssen. Der Preis stellt sich auf 10 M für den der Barriere erwartete er die Vertreter des Adels und der 
l en lau beene; Zentner. — Bei dem lehten Geilter shlng in Snß Bhroen Doch bargedens. Wo Ind die Bosarend fragte er 
e e ee eee tnn e ee das Gewese des valswiets Delburg in Samto Snrihenn Se ünd egeeen ind ie nohneren 
bei Meister e Seder lod· un u weise war das Gebäude mit Blitzableiter versehen, so daß die „Sie sind auf der Flucht!“ Und so war's auch. Gerade 
v e m s he Gefahr eines Brandes abgewendet wurde. Des Landes als Napolevn in die große öde Stadt seinen Einzug hielt 
an u s nach 7 Uhr soll nach Möglichkeit einge— e wurden zwei österreichische Staatsangehörige, die verließen auf der entgegengesetten Seite die Russen Moskau 
auf Hof Demern arbeiteten — ⸗⸗— —2 22 —22 
Salerwia Sollen. — — Bbäder, Reisen und Sommerkurorte. 
“n 3 lee ian heer und Flotte. Cin eann Reisende. Zwei Samburger Damen 
n Baurate M. derner u ehen einseltisnen Berlig s Sept die ihr Reisegepäg von München nach Bamburg hatten 
b h crg Armeeverordnungsblatt beröffentlicht eine Kabineltsorder Wer erpedieren lassen, schikten die zugehörigen Gepächscheine durch 
Stadtverordneten Ellrich eine Kommission eingesetzt. die sich die Bildung einer siebenten Mmeinspektion und die Nende die Post als gewöhnlichen Brief an die Gepädträger des An— 
mit der Sanierung der Altstadt beschäftigen soll. rung in der Zusammensetzung der bestehenden Armee— kunftobahnhoss mit dem Anrage, das Gebag nad ihrer Woh— 
Wandsbeh 14Sept. Nach Unterschlagung von suspeltionen. Danach werden statt der bighergen sechs nee— ung seen ahlend sie selb enst inige e sater 
5 06 M hat sih Viittaeh aend der Resende velleng etenen an t deen srbeen gride in foien.n en, 
22 2 b —2 ermaßen zusammengeseßt: 1. Armeeinspekion, Berlin: aus in Samburg eintrafen. Sie waren nicht wenig erstaunt, als 
aus Berlin freiwillis der Polizei gestellt Er hatte als Reisender dem 2 5. und 8. Ameetorps; Mmeeinf etlion Meinin sie bei ihrer Ankunft das Gepädch zu Hause nicht vorfanden. 
der Berliner Firma Schönfeldt Kamp Kundengelder einkassiert, en; aus dem 11 12. kbniglich und dem Auf ihre Reklamation an der Bahn mußten sie die traurige 
mit denen er die Reise über den großen Teich antrat. Nach dlialich tnaen) rngeoce 2 Armeenineten Erfahrung machen, daß die Sachen nicht mehr auf der Bahn 
Verbrauch des Geldes kehrte er hierher zurüc württemb) Arme forpo 4. Urmeeinspeition. Munchen lagerten, sondern bereits ausgeliefert waren. Vermutlich ist 
Slensburg, 14. Seyvt. Die Umgestaltung der dem 3. und 4. Armeekorps und dem 1. 2 und 3. bbnigt. der Brief mit den Gepädscheinen in unbefugte Sände gelangt 
btesigen Bahnhofsanlagen wurde in der Sihung baverischen Armeekorpz 5. Ameeinspettion. Karilsrube und das Gepäck von der Bahn an den Vorzeiger der Gepäd— 
der Stadtlollegien besprochen. Nachdem der Vorsitzende über gus dem 14. und 15. Armeetorpe 6 Armeeinspelliom: seie dea em n e e ene ene 
den Stand der Bahnhofsangelegenheit berichtet hatle und die h i⸗ den 13 e fůc tet ist ndiot Dieser Vorfall sollt Ih 
ane er inspeltion: Saarbrücdken: aus dem 8. 16. und 21. Armee verpflichtet ist, ausgehãn igt. ieser ßorfal ollte allen 
e egner der Verlegung der Bahnhöfe aus der lorps. Reisenden zur Warnung dienen, die Gepächscheine, das einzige 
Mitte der Stadt an die Peripherie derselben auf das Ge—⸗ M Berlin, 18. Sept. General von Bülow ist zum Beweisstück zur Wiedererlangung der Gepäcdcstücke, einem ge— 
ande des großen Mühlenteichs ausreichend zu Wort ge— Generaloberst befördert und zum Chef der 3. Armeeinspellion wöhnlichen Briefe anzuvertrauen. Die Eisenbahn leistet für 
kommen waren, stimmten die Kollegien in ihrer Mehrheit, rnannt worden. Generallt v. Wahe, Direltor des Zentral derartige Schadigungen des vublilums inen Ensabe da wr 
der Magistrat einstimmig, die Stadtverordneten mit 17 gegen detemnt eee nineri ae e t i ha en ie ean. 
en den e in e eeee eeeene nfanterie befördert worden. Folgende Ernennungen h gewiesen werden kann, da ie mit gewshnlichem 
tes 3 — hn⸗ treten mit dem 1. Olt. in Kraft: General der Infanferie Briefe versandten Gepädscheine in ihren Besiß gelommen sind. 
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2 „Muß Zeit genau kennen,“ verlangte sie. „damit Tage Die schwarzen Boys der abreisenden deuischen Herren stan⸗ 
Das Duallamãdchen. zählen kam.n den am Ufer und wintten mit Tuchernn Eine Nnzahl Tuala— 
Kolonial⸗-Roman „Ich habe Lionel Grotter geschrieben, daß ich in spätestens männer und Frauen wohnte ständig der Abfahrt der Dampfer 
von Jesco v. Putttamer- Dresden. fünf bis sechs Monaten am Mbamfluß sein will und denke dies bei und sah dem Vorgang neugierig zu. 
Es6. Fortsetung.) Machdrud verboten.) sicher einzuhalten. Es muß dir doch ebenfalls genügen.“ Der Kapitän rief von der Kommandobrüche aus seine 
Soven kam bon den Hospital zuud sich bei de „Das ist — viel Zeit — — ist Ewigteit für Nyäãmya!“ Befehle durch das Sprachrohr in den Maschinenraum hinab 
Arzt und Schwester Selene n et n u Sven wollte sie darüber trösten, sie wehrte es jedoch ab Die Matrosen eilten geschäftig hin und her, um das Schiff see 
hes Weib schaute mit den tranenleeren Augen zu ihm auf und nate pldrlin beegten Sonen ⸗ ar n mnchen. Spen Begmanns lehnte an der Reling des 
Sich nahe uu Nyanna sebend, sprach er von den freund⸗ u hast hwarzes Duallamãdchen — lieb gehabt! Noch ieh 2* un aute n e eure w das ang 
lichen Worten des ne demn sie vollstes vertrauen e nner—7? —— — 7 das Sospital und die anderen Regierungsbauten vor seines 
bunte e *7 e Wie lannst du nur daran weisen, Nyamya. Ich glaube, Bliclen langsam verschwanden. 
fönnte. — Ihre Gedanlen aber irrten umher und Soens tröstende —75*8 rh In j i la in dem 
Nede verhallte bhne daß sie dern Sinn ane ich habe dir deine Liebe reich vergolten. n jener Richtung lag aurh das Sauschen. in Ny 
Plotzlich sprang sie auf, stellte sich vor ihn hin und nahm Nicht abrechne mit dir! astete sie hervor. Aber eine a sein warzes Weib, urüghlleb. Seltsam. von den 
seinen Kopf in ihre beiden Sände. Bitte erfülle. — Mir jetzt noch einmal viel von Liebe Moment an. wo er die Schiffsplanken unter seinen Füßen fühlte. 
Deine blauen Augen — noch recht lange hinein sehe,“ sage Nyãmya es hören will ·- war et ein anderer Mensch geworden. Ales was er in 
sagte sie mit dem liefen Klange ihrer Sümne sie minea AESo verschieden sonst ihr schwarʒen Frauen von den weißen Kamerun erlebt und in der letzten Zeit erlitten, lag hinter ihm 
bergesse Dem lichlee Saar lein Waher hala so hlt auch seid. — in einem gleicht ihr euch doch aufs Saar — wie ein wüster Traum. — Er schaute gehobenen Sauptes wieder 
hiein Ryamya festn Sleh auf shr e bann on in der Liebe, von der ihr nie genug — in die Zukunft, deren Bild er sich noch einmal zu deuten ver⸗ 
nd als er dies lat, recte sie sih an ihn emnporee moln hen sog sen a 5 
bist ein großer Mann — bin stolz darauf — alle Dualla— ul ni e— wv annui! Nyamua liebt — — — —2 alle 
mãdchen Nyamva boneideten Von hefnoer Ledeschanteen wie Weib von schwarzer afrikanischer Erde!“ — — — amya seinem dringend ausgesprochenen Wunsche doch nicht 
griffen. warf sie sich an seine Brust und preßte sich wild 21. Kapitel. s s e ee ene 
eee —— 
tam Tuaila bieren.t rann Z genemmen er wollte nicht. daß sie ihn zum Dampser beglei⸗ Ein schmales Negerklanu löste sich weit vorn vom Ufer ab 
un m nichl so shwer, Mana fiel teten. Sie würden nur sich und ihm den letzten Augenblidh und wurde von hastigen Ruderschlägen auf das Fahrwasser des 
e 2 n 3 dadurch ershweren. Er war immer stark bewegt und muhle doch Tampfers zugetrieben. Spen vermochte es nicht genau zu er— 
sasch Ih bn hier, ehe du es ahnst, und um so mer Nenb or weninen Wochen n Suellaba kennen, wahrscheinlich wollte sich jemand über den Wuri setzen 
ee e ee e * glaubte er Samburg nie wiederzusehen und nun würde ihn der lassen. 
—naqe Dampfer dorthin zurudtragen. x TZer Dampfer suhr noch langsam. hinter ihm tauchte in 
dne ren nnen sane 18 — As er das Verded betrat. begrũhte ihn der Kapitän, der einiger Entfernung das lleine Regierungsboot auf, das die Ver- 
n n ein übernatürliches deuchten, als sie ihn von der Verschiffung der Faltorei· Waren her gut kannte. bindung mit Jabassi aufrecht erhlelt. Dieses stieß mächtige 
i mn vn wieder anschaute. Dann sanl sie Dadurch erhielt Spens Gemutsstimmung sofort eine andere Rich⸗ Wollen schwarzen Rauches aus sjeinem Schornstein hervor, die 
n fin teren Aus drud in der Mien⸗ auf dem tung und wãhrend die letzte Post noch an Bord gebracht wurde, Maschine mußte angestrengt arbeiten, es wollte das Woermann⸗ 
4 2 r Inhupi t aber Svens Hand noch krampf⸗ plauderte er mit dem wettergebräunten Seemann über die neuesten schiff anscheinend noch erreichen. 
2 n. die se sssss Ereignisse in Sudafrila. Eine Anzahl Passagiere wurde ausmerlsam darauf und sam⸗ 
3 uͤl g n allein bin?“ fragte sie m * Rasselnd ging der Anler an seiner Kette empor, 2 die melte sich am Hinterdech auch Sven Bedmanns befand sich unter 
e 38 53 sagen e Sowie ich Sshiffsschrauben begannen zu schlagen und wühlten das Wasser ihnen. Der Zapitän hatte es ebensalls bemerlt, wandte sich 
e 2 aur Zufriedenheit geo habe nehme ich auf. Der Dampfer schaulelte leicht. als er sich langsam einen Augenblic um und behielt langsame Fahrt bei, bis das 
vl n — nach Kamerun. — Die Fahrt in Bewegung setzte. um den Wuri hinab ins offene Meer zu kleine Dampfboot auflam 
ia nur drei Wochen steuern Schluß solat)
	        
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