Full text: Lübeckische Anzeigen 1912 (1912)

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abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs 2 9 4 * 2 3 n 
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—2* B Via. fũr Auswãrtige 30 Pfg.f· Geschãftl. Mit · 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne teilun Tabellen · i 
Bestelgeld 8,30 Marl. Einzelnummern 10 Vis. e 22 e 
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— — — Beilagen: Vaterstedtische Blãtter. — Der Familienfreund. * — 
Amisblatt der sreien und Hansestadt Lũbed 162. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg. die 
Belblatt: Gesetz und Verordnungsblattr t gürstentũmer Ratzeburg, Lubed und das angren⸗ 
—— —————— Eic des verlage lowie * ——— — zende medclenburgische und holsteinĩsche Gebiet. 
Sruct und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. S. in Labed. — Vels elle Adreßhaus Göniastr. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. 
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Ausgabe M. Große Ausgabe) greitag, den 23. August 1912. Morgen⸗Blatt Ur. 425. 
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Für den Monat slück geliefert Freilich weiß man noch nicht so recht, mit welchen über den Arnauten ist ja nun allerdings ein Teil der Voraus⸗ 
September Mitteln er die trobigen Gemuter der Berasohne bezwungen setzungen für eine solche Altion der Maͤchte entfallenn Es ist 
meel in onenn eee ee egenne hat ob mehr mit seinen Versprechungen oder durch den Sin nicht Unn dolich dah der Erfolg Ibrahins gerade darauf be 
schelnenden eis auf Bajonelle und Geschühen Wie es heißt, soll er die uhl daß er hun in der Lage war, die Führer der getreuen 
„Lübeckischen Anzeigen Forderungen der Leute sämtlich bewilligt haben bis auf die Rebeller aus den Bergen auf eine beborstehende Einmischung 
insaabe ) der strafgerichtlichen Verfolaung der Kabinette Hakki und Said. der Ungläubigen hinzuweisen. Denn diese sind ja eifrige 
4 3. Allein die Abanesen mußlen eigentlich aus Erfahrung wissen, Muselmannen und wollten, troß aller Rebellion, stets gute 
vVaterstädtische Blätter in n en über dem Versprechen sehr häufig Oemanen sein. So wird die Pforte, wenn die Mächte mit 
bowie as Balten vergißt. Ferner war gewiß auch ihnen nicht un- ihren guten Ratschlägen an sie herantreten, darauf hinweisen 
Gesth und Q— bekannt, daß Ibrahim jener Bajonette und Geschütze keines tönnen, daß sie einen e gemacht ue 
r Keien und 8 anletadt ubeck durchaus sicher war. So legt nahe, anzunehmen, daß bei aus in der gewünschten Richtung vorzugehen. 
AFanmnuenfrennd⸗ e ß nn ee r diesen Umständen wird sich vielleicht das Programm 
cht wurde, wesentliche Punkte zur Beurteilung der Lage der Machte für ihren Meinungsaustausch im Laufe der Be— 
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Beslelczt nenn Wrnnenn rn Blan von Lage der e sehr einseitig übertriebene Darstellungen ge— sprechungen etwas ändern. Wenn man nämlich schon einmal 
Der Verlag der „Lüb. Auzeigen ee nn Tat Kenner der Türkei, die sich aus den hr e e 
— —îm— 1 9 andslos geworden ist, n 
2 in der europäischen Presse verbreiteten Nachrichten über die liegt es nahe, die Unterhaltung auf die andere sicher nicht 
Erstes Blatt. hierzu 2 Blatt. letzten Vorgãnge in der Türkei kaum ein Bild machen können, minder interessante Frage auszudehnen, wie denn nun endlich 
——————————— das sich in den Rahmen ihrer Sachkenntnis einfügen ließe. diesem lächerlichen Kriege ein Ende bereitet werden könne. Diese 
Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. Sie bringen allen diesen Meldungen, die das Türkenreich vor Frage aber ist dann nicht mehr eine rein türkische sondern 
— — — — dem Zusammenbruch erscheinen ließen, starkes Mißtrauen ent— da gibt es dann viel mehr Interessenten. Und an chre 
Nichtamtlicher Teil. n bis nach Petersburg, Wien, Berlin, ue hoffen, dah die Mächte dabei dann ebenso einig sein 
Paris und London ist es welt. Und dazwischen liegen so werden, wie in dem menschenfreundlichen Bestreben, den Türken 
m— viele Interessenten die Gelegenheit haben, die Verbindungs⸗ mit guten Ratschlägen zu dienen mmn 
Die friedliche Türkei. fanale der Nachrichtenvermittluag zu trüben. Die plötzlich — 
B⸗ sn eingetretene, durch die Umstände an sich schwer erklärbare 
n unseren Anlande erichterstatter Nachgiebigkeit der Arnauken echtfertigt nun dies Mißtrauen Das mittlere Lebensalter in Deutschland. 
Die nächste und dringendste Gefahr ist die Türkei nun also ind gibt der Hoffnung Raum, daß es sich auch bei den übrigen So hoch en W 2 Maß 
gludlich wieder einmnal los. Es war in den letzten Wochen, Schilderungen von der türkischen Krisis um tendenziöse Ueber— en hpniece uh 
ais sollte sich eine Menschenlawine aus den Balkanbergen über treibungen gehandelt hat. nahmen auch veranschlagen mag, so wenig darf man ihren 
den ãchzenden Bau des alten Osmanenreiches ergießen und ihn Wie dem nun auch sei: fürs erste hat also die Regie— ß ee iee d d is p 
zerschmettern Ein seltsames, nie gesehenes Schauspiel vollzogs rung in Konstantinopel wieber mehr i Es wird sich die 2 ee 
sich vor den Augen der Zeitgenossen, die ein ganzes Volkt, Kriegslust der Bulgaren daraufhin wohl iench rasch wieder h ee ienen a en m n ull⸗ 
e e ee sondern fast waffenlos sich berlaufen. Deegleiden wird der lleine Störenfried Monkenegro en ee n un rn n — d 
ewegung setzen sahen, um durch die Wucht sei Shr n ee A merraet e 
slcne rn en e n a vt 3 e e saritären und sozialen Maßnahmen zugaunsten der Vollsgesund⸗ 
unn u eeen nten n e man nen eengn daln die denden dragen von n ene ne 
aͤber warleten mnit den Ünterhändlern der Konstaninopeler Re— Pforte jeht sich freier von Rüdhsichten uf die adanhe 6 e n een en n re 
gierung türkische Bataillone und Geschütze, um vielleicht noch fahr beschäftigen kann: den ee e mit 2 Ind u n ee 
einmal das Aeußerste abzuwenden, wenn es möglich war. die Auseinandersezung mit den Ralschlägen der Mächte, die udrien nbe rn ere rn ai 
Und während so Europa gespannt auf den Ausgang des jetzt in den Kabinetten formuliert werden sollen e ee nn e 
seltsamen Unternehmens wartete, während die übrigen Balkan— Dem Vorschlag des Grafen Berchtold hab ja unterdess ? 
pöller kaum mehr an sich zu halten wußten, und sich ihrerseits alle Signatarmächte des ee vn n J den Statisti — der „Statistiaue Geuerale de ln France sur 
auf die verhaßte Türkei stürzen wollten, da kommt nüchtern auf Frankreich, dessen Ministerpräsid * 8 un nd eeee 
und kurz die Meldung: Die Arnauten beginnen wiederum in Russenfahn ig Ministerprãsi erst soeben von seiner Geschlecht 44 Jahre betrug, betrug sie in Schweden 50,9 bezw. 
ihre Berge abzugehen. Aus Uesküb, aus Prischtina, aus Kö— een S e aber sowohl Eng⸗ 53,6, in den Niederlanden 46,2 bezw. 49, in Belgien 45,4 bezw. 
prülü haben sie sich auf den Rat der Regierung zurückgezogen. klärt haben h en e 3 hs 3 m n vun 
De alte Ibrahim Vascha hat also wieder einmal ein Meister— reich iadn Durch b⸗ ehh heh 92 e e nn 
e — — c. e gegen⸗ 32 en rur unsere d angemachsene und in den 
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Cheater, kunst und Wissenschaft. e des Deutschen Opernh auses in Charlottenburg gezogen. Es hat sich die Notwendigkeit ergeben, schon im 
Der Kanser und das Kasseler Soflhearer. Beim Empfang ie Avuneene für ihre erste Spielzeit ver— Schauspiele selbst an verschiedenen Stellen Musik anzubringen. 
bes Zasseler Spebiremciers Dee Echo in vofthealet hat sandt. Die Vorstellungen werden voraussichtlich am 4. Nov. So habe ich denn zu jedem Schauspielakt eine lleine Ouver— 
der Kaiser ihm fenen besonderen Vant Und feine Anertennung d. J. beginnen; geschlosen wird die Spielzeit am 30. Juli 1913. türe geschrieben, dann mehrere Lieder, eine Serenade, ein 
ausgesprochen, bah von der Slabt Kassel im voftheater sie wird also rund acht Monate umfassen. Das Abonnement Schäferduett und eine umfangreiche Ballettszene. Die Oper 
n Thealerfoern neuerding wa Helen erstreckt sich auf sämtliche Werklage, nur die Sonntage und drei selbst, an der ich ein volles Jahr arbeitete und die ich am 
Schiller d he anei worden sind den Monci Feiertage sind davon ausgenommen Den Abonnements⸗ 24. April d. J. beendete, ist länger geraten, als beabsichtigt 
iuherte sih sehr lobend über die beiden Busen, e e bedingungen ist ein Verzeichnis des Personals beigefügt. Die war. Ursprünglich war sie auf 20 Minuten Spielzeit berechnet, 
hesfischen vildhauer Cherding der urgeit in Men eile ee Namen der hauptsächlichsten Solokräfte haben wir bereits früher nun ist aber noch eine volle Stunde hinzugetreten, so daß das 
ührt worden sind. Die Büsten sind aus dem Ertrage einer aus nerdifentubt; das Ballett umfat 4 Solotangerinnen 16 Werk genau so lange dauert wie meine „Salomen Die 
Unlaß der arohen lcer 10 er νν Damen und eine Ballettschule der Chor 82 etatmäßig angestellte erste Aufführung werde ich selbst dirigieren Für die Haupt— 
erworben wmoren in Schinh der Umnterernng saale der Mitglieder und 18 Hilfskräfte das Orchester 79 etatmäßig rollen haben wir die Damen Jeritza und Sempel, dann den 
Kaiser, dab er gern Kasfel wenle und dan er mit grobem angestellte Mitglieder und ein Extraorchester von 21 Musikern. Tenoristen Jadlowker verpflichtet. Welch großes Gewicht ich 
Interesse Entwidlung der Stadt verfolge. Montis Operetten⸗Theater wird von nun an der Name darauf lege, daß das Orchester zur sinnsälligsten Wirlung ae 
p roszen Rompreise der Pariser Aademie. Aus dem des Neuen Theaters in Berlin sein. Direktor Max Monti lange, das geht auch daraus hervor, daß wir bei der Auf 
A e um die Großen Rompreise der Ecole des Beaux— hat seinen Vertrag mit den Eigentümern des Neuen Theaters sührung alle Streicher auf alten italienischen Instrumenten 
für das Jahr 1912 sind folgende Künstler als Preisträger auf mehrere Jahre verlängert und wird aus diesem Grunde spielen lassen werden, die wir mit aroßer Muhe aus aller 
ee Großen Rompreis erhielt Jacques Edouard dem Hause einen neuen Namen geben. Welt zusammentragen.“ 
d Debat⸗Ponsan, ein Schüler von Laloux, den ersten Richard Ein Werk von Richa trauß u 
ein e 2 chatd Slrauß uͤbet „Ariad 4 n mneues von Richard Straufß Aus Munschen 
. Shuler von Paulin, den zweiten Musikschriftsteller e n an e del Selreter ver c Richard Strauß 
e en en e in Arcachon, ein Schuler mit Richard Strauß über seine neueste Oper, die er im bereitet abermals eine musikalische Sensation! vor. Er ar— 
n in ieee en einem Entwurf fur ein Neuen Wiener Tagblatt veröffentlicht. Wir entnehmen daraus beitet nämlich an einer Komposition für das berühmte Bal— 
h stadt in Verbindung mit großen Vark— folgendes: „Ariadne ist das heikelste und schwierigste meiner rn 5 So so et uu der duge 
n s ncc Werke,“ nimmt Strauß den Faden der Unterhaltung wieder au v. Zeolmausthal und s4 ehler dienundluna 
fu e een Die frühere Sopranistin der Frank⸗ nachdem er das Klavier geschlossen hatte, „und wenn ich uedihtet daben. Weit den Bullent werden dann die Pelers 
7 Frau Sensel-Schweitzer die von ihrem Orchester alles in allem nur snfundbreißige Lente brauche, so burger Taner und Tungerinnen auf Reisen geben und zwar 
7 n ee n e rn nen usfen es doch gerabe die allerbeften sein denn es aidt teine i aller Wahrscheinlichkeit nach die Uraufsührung in Ber— 
hat, w . M, berichtet wird, sich mit dem Ripiensti * 2 73 lin stattfinden. 
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3 Frau Hensel⸗Schweitzer die schon seit einiger n biesem Falle eigentch ur Kammermut, deren ninnn diesem Johte ausnahnsweise nicht mit einer er— sine 
imn erlin wohnt, wird ihre Bühnentätigkeit aufgeben. wohl das schwierigste in der Musik ist Es bebinnen machs wurde lange Zahre mn dem dlegenden Holländer be— 
vom Wettbewerb für den Neubau des Berliner Opern⸗ wei Geigen wel Bratschen, zwei Celli nd an Kontrabann All. gonnen, — sondern den beiden dramalischen Fragmenten „De— 
hauses. Belanntlich läuft am 1. Nov. die Frist ab, bis zu mählich relen vier Folcn, zwei Bratschen, zwei Celli id — melrius“ von Schiller und Esthers von Grill 
e ee Neubau des königlichen Kontrabaß hinzu; damm n bie ueiber erschopfl eröffnet werden. Der Beginn ist en 15. Sept a 
es beim Ministerium der öffentlichen Arbeiten einge— ende dann Flt u— 5 3 ß 
han en el sd berenn 183 vrrte noe ee e e e h ¶ Verschlimmerung im Vefinden des General ntendanten von 
ufen die J—— e ß n n e, eine Speidel. Wie der B. L.A. meldet, ist das Befinden des 
der öffentlichen Arbeiten statt. Die zweite Prüfung nimmt dann et ine delie e m a par hie a⸗ Münchener Generalintendanten Freiherrn v Speidel nach seiner 
ie Madene des Bauefens vor e Reo Banmeister san eee e n chlag⸗ Gallensteinoperation am Dienstag bedenklich geworden. Die 
srude en eeee ele aih ee eesen v s n ie ourgeois Kräfte des b4jährigen Patienten sind durch das schon längere 
besnnt wn ein nlie ie e eemtone ee Marie n nn dn enen dn Zeit ertragene Leiden sehr geschwächt. Obwohl der Patient 
n hier den Ban und die nere Einrichung ber Groben Opet st als Ba ie gedacht; weder Fieber noch Schmerzen hat, trat BSerzschwäche ein, 
studieren. u ue 9 h aben wir nun eine Oer gesetzt. Die so daß Kampfereinspritzungen gegeben werden mußten. Der 
— Akte Moliöres bat Sofmannsthalnin zwei zusammen— Krante ist bei Bewußlsein und in Neidlicher Stimmung
	        
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